2017

22.05.2017

Gregor Gysi, Rechtsanwalt, Politiker: „Der Satz von Karl Marx wird übrigens immer falsch zitiert. Er hat gesagt: „Religion ist das Opium des Volkes.” Und nicht: „Religion ist Opium für das Volk.” Er meinte, das Volk sucht sich dieses Opium, weil es eine Sehnsucht danach gibt”.


„Hochglanzlust”.


A829 B1.214 Denzel Washington, Schauspieler, Regisseur, Produzent, 1998: „With four children I have to maximize the work I do now financially. It's like I have to do one film for financial reasons, as opposed to when I was single, or before we had all of these children. I find that I'm not as good at not working as I thought I would be. I get itchy. My wife also says I'm only good for about three weeks of downtime. But I'm learning a decent pace now. I try to take four or five months off between jobs”.


„Selbstfahr-Sparte”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Vor Bayern und Schalke: Borussia Dortmund ist Deutscher Facebook-Meister”.


F1.941 Smudo, Texter, Rapper, Synchronsprecher, Schauspieler: „Die Währung auf dem Geschlechtermarkt ist Prestige, danach werden Männer einsortiert [...] Ich bin glücklich verheiratet und habe zwei wundervolle Mädchen. Insofern muss ich an meinem Prestige derzeit nicht arbeiten”.


„Kuppelkopie”.


W1.918 Philipp Lahm, Lukas Podolski und Thomas Müller wurden nie zu Deutschlands Fußballer des Jahrs gewählt.


Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas Koch, Unternehmer, Blogger: „Es entstehen völlig neue Ökosysteme, bestes Beispiel ist Amazon. Mit seiner Sprachassistentin Alexa erobert der Handelskonzern aktuell komplette Haushalte. Unter anderem können Konsumenten per Sprache online einkaufen, ihre Einkaufslisten über Alexa führen oder sich über Angebote in stationären Geschäften in der Nähe informieren – wenn diese Geschäfte an das Alexa-Universum angeschlossen sind. Und das ist der springende Punkt. Wenn der komplette Haushalt künftig über einen Sprach-Assistenten organisiert wird, dann haben es Marken mit einem völlig neuen Ökosystem zu tun. Wer da rein will, muss hineingelassen werden [...] Zwar glauben viele Marketingentscheider, dass Sprach-Assistenten für das Marketing interessant sind. Das ist aber ein Trugschluss. Zum einen wird sich niemand auf einem sprachgesteuerten Haushaltshelfer Werbung anhören wollen und zum anderen ist die Intention auch eine andere [...] In solchen Ökosystemen können enorm präzise Daten aggregiert werden. Die Amazons dieser Welt werden ihre Verbraucherdaten aber nicht hergeben. Marken werden an diese Käuferprofile künftig nur schwer herankommen. Und auch für andere Bereiche erwarte ich, dass sich der Ein- und Verkauf von Daten künftig wieder einschränken wird. Dies wird spätestens dann der Fall sein, sobald den Unternehmen bewusst wird, welches Potenzial ihre gesammelten Daten besitzen. Daher gehört die Marketingstrategie jetzt auf den Prüfstand”.



21.05.2017

„Niederlagen-Manager”.


W1.917 Auf dem Weg zur 33. Fußball-Meisterschaft wurde Real Madrid in dieser Saison der erste spanische Verein der ersten Liga, der in jeder Partie in La Liga mindestens ein Tor erzielte.


„Fensterkissenrentner”.


Wenn aus einem Geburtstag eine Geburtstagswoche wird.


„Upper-Class-Gattin”.


F1.940 Aus der Reihe Handtaschenlügen: Single-Frauen begründen ihren Status gern damit, zu anspruchsvoll bei der Partnersuche zu sein.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Startups put great effort into finding the perfect name. Ideally, it should be short, memorable, descriptive, and easy to pronounce. Names that meet all the criteria are commonly taken, however, so most founders find a compromise. They settle on a creative misspelling, add a word or just string together sounds they like. In the end, the hope is that a well-named startup will have an easier time attracting customers and capital. Observing companies founded and funded in the past couple years, it’s apparent that startups are often thinking along the same lines when it comes to choosing a name. They’re making reference to hot technologies like AI, opting for two- or three-word names, or simply making up words [...] Venture capitalists love artificial intelligence companies lately, and AI is a concise, universally recognized abbreviation. So it’s not surprising to see funded startups cropping up with “AI” in their names. We counted at least 23 funded companies founded in the past two years that have AI in their names [...] Giving companies a human first name isn’t a new thing in startup circles. Perhaps the best-known startup in this category is Oscar, a four-year-old health insurance company that has raised over $700 million [...] Apple did pretty well with this strategy. Now others are hoping it’ll work for them. We’re seeing a number of tech startups turning to the grocery shelves for naming ideas in the past couple years. From the dairy aisle, we have Butter.ai, a digital personal assistant, and Cheddar, an online financial news network that closed a $19 million round this week. Representing the produce section, there’s Plum, an online saving tool. And from the bakery, we have Bagel Labs, developer of a smart tape measure, and Donut Media, a startup targeting auto enthusiasts [...] Is your dream startup name taken? No worries. Just delete the “i” and replace it with a “y,” change that “c” to a “k,” or try a different vowel. Those are some popular techniques in creative misspelling that startups are using to secure names that sound like common words. Names featuring a “y” in place of “I” include Mylestone and Shyft Technologies. For the “c” and “k” switcheroo, there’s Kustomer and Kard [...] The two-word naming trend is likely temporary for founders with big ambitions. Once a company passes the $100 billion valuation mark, it’s common to drop the second word. No one calls Cisco Systems anything but Cisco anymore. And as for Apple, most young people probably don’t even remember that it used to be Apple Computer”.


„Papst-Quartett”.


Nachgeschlagen: Peter von Matt; Turnier von Toulon; Geoffrey Bayldon; Mercedes Sosa; George Takei; Silage; Meghan Markle; Georg Schramm; Scone; Ludwig Borchardt; Hautgout; Erdoğan Ercivan; Alisson; Christina Aus der Au; Gert Fröbe; Stefan Mappus; Michel Butor; Victoria Swarovski; Hillary Step; Max Emendörfer; Thomas Pigor; Ikonoklasmus; Philipp Ruch; Anders Zorn; Katherine McNamara; Gert Postel; Cister; Friedrich Drake; Romadur; Bernd Osterloh; Anne Imhof; Norman Rockwell; Lea Rosh; Klaus Tschira; Jay Roach; Gerontokratie; Charlie Rivel; Mike Nichols; Josef Rattner; Mingle; Ludwik Lejzer Zamenhof; Frank Darabont; Dirk Behrendt; Famulatur; Cédric Villani; Bert Neumann.



20.05.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, Dr. Catarina Katzer, Volkswirtin, Soziologin, Cyberpsychologin: „Wir schauen im Durchschnitt alle zehn bis 15 Minuten auf unser Smartphone, unsere normalen aktuellen Handlungen werden dadurch ständig unterbrochen. Es ist extrem schwer, so die Konzentrationsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Wir werden fehleranfälliger und sind gar nicht so schnell, wie wir meinen oder wie wir sein wollen [...] Wir bewegen uns auf ganz vielen digitalen Ebenen, wie WhatsApp, Facebook, Beratungsportalen, Google, Nachrichtenseiten. Da laufen unglaublich viele Dinge parallel. Wir sind so einer digitalen kognitiven Überlastung ausgesetzt. Und das spielt eine große Rolle dabei, wie wir Informationen aufnehmen und wie wir unsere Umgebung wahrnehmen [...] Wir gewöhnen uns an kurze Häppchen, weil wir von einer Info zur anderen springen müssen. Wir wissen, dass wir nur zehn bis 15 Prozent, von dem was wir online aufrufen, lesen. Alles andere fällt sozusagen in ein schwarzes Loch. Wir werden immer oberflächlicher in der Informationsverarbeitung. Es findet überhaupt keine Diskussion im Kopf mehr statt. Ich nehme nicht mehr die Informationen wahr und gleiche sie irgendwie ab und überlege, könnte das stimmen oder nicht [...] Wir gewöhnen uns an kurze Häppchen, weil wir von einer Info zur anderen springen müssen. Wir wissen, dass wir nur zehn bis 15 Prozent, von dem was wir online aufrufen, lesen. Alles andere fällt sozusagen in ein schwarzes Loch. Wir werden immer oberflächlicher in der Informationsverarbeitung. Es findet überhaupt keine Diskussion im Kopf mehr statt. Ich nehme nicht mehr die Informationen wahr und gleiche sie irgendwie ab und überlege, könnte das stimmen oder nicht [...] Man nennt das Bestätigungsfehler. Wenn die Strukturen dann mit Lügen vermischt sind, also Wahrheiten mit Lügen vermischt sind, dann fällt uns das gar nicht so auf [...] Wir müssen verstehen, dass wir Wahrnehmungsfehler machen, dass wir manipulationsfähig sind, dass unsere Aufmerksamkeit deshalb auf bestimmte Dinge gelenkt wird und wir sie glauben. Wir müssen eine stärkere Kritikfähigkeit entwickeln und uns auch mehr Zeit geben. Schnelles Reagieren führt zu vielen Fehlern. Man sollte Nachrichten nicht einfach weiterposten, über die man nicht genug nachgedacht hat. Wir müssen ein digitales Bewusstsein entwickeln”.


„Purismusathlet”.


W1.916 In den beiden Filmen Constantine und Doctor Strange hat Tilda Swinton Rollen gespielt, die in der originalen Comic-Vorlage von Männern besetzt sind.


Aus der Reihe Online-Sprech, Evan Williams, Gründer, Unternehmer: „I think the internet is broken. And it’s a lot more obvious to a lot of people that it’s broken [...] I thought once everybody could speak freely and exchange information and ideas, the world is automatically going to be a better place. I was wrong about that”.


Warum „geräuschlos” als Qualitätsmerkmal für Regierende gilt.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der New York Times: „The trouble with the internet, Evan Williams says, is that it rewards extremes. Say you’re driving down the road and see a car crash. Of course you look. Everyone looks. The internet interprets behavior like this to mean everyone is asking for car crashes, so it tries to supply them”.


„Neubewirtschaftungsangebot”.


B1.213 Javier Bardem, Schauspieler: „Zur Zeit meiner Großeltern zum Beispiel durften Schauspieler in Spanien nicht auf normalen Friedhöfen beerdigt werden, weil der Beruf als so verrucht galt. Schauspieler waren Gesindel, ganz unten in der Gesellschaft angesiedelt, wie Kriminelle [...] Weder meine Großeltern noch meine Eltern konnten besonders gut von der Schauspielerei leben, es reichte meist gerade so für das Notwendigste. Der Beruf war für mich als Kind also eher negativ besetzt. Meine Eltern hatten auch keine großen Verbindungen in die Filmbranche, auf die ich hätte zurückgreifen können [...] Man spricht ja immer nur über die Schauspieler, die berühmt sind, aber die bilden nur die Spitze des Eisbergs. Bestimmt 97 Prozent aller Schauspieler sind arbeitslos, ich habe auch lange dazugehört”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Ehrlichkeit. In Shanghai gibt es dafür jetzt eine App. „Ehrliches Shanghai”. Du lädst sie herunter. Dann meldest du dich an. Die App scannt dein Gesicht. Erkennt dich. Und ruft die Daten ab. Im Moment könne sie pro Bürger exakt 5198 Einzelinformationen von insgesamt 97 Ämtern und Behörden liefern, teilt die Shanghaier Kommission für Wirtschaft und Information mit. Das ist die Behörde, bei der die Daten zusammenlaufen; sie hat die App vorgestellt. Stromrechnung bezahlt? Blut gespendet? Aber mit den Steuern im Rückstand? Schwarz mit der U-Bahn gefahren? Die App speist dein Handeln ein. Rechnet. Und spuckt das Resultat deiner Einträge aus: Gut. Ohne Kommentar. Oder schlecht. Und wenn du ein guter Shanghaier bist, darfst du jetzt zum Beispiel in den städtischen Bibliotheken Bücher ausleihen, ohne die sonst obligatorischen 100 Yuan Kaution zu hinterlegen. Die App ist eine Spielerei, freiwillig. Die Teilnahme am System, das dahinter steht, ist es nicht. „System für soziale Vertrauenswürdigkeit”, so heißt es offiziell. Jener digitale Mechanismus, der in ganz China für jeden einzelnen Bürger bis zum Jahr 2020 Wirklichkeit werden soll. In Shanghai erfasst er schon jetzt jeden einzelnen Bürger. Shao Zhiqing von der Wirtschafts- und Informationskommission legt Wert auf die Feststellung, dass es nicht seine Behörde ist, welche die Menschen bewerte. Das, sagt er, machten die Drittanbietern, denen sie die Daten nur weiterreichen. Die Algorithmen bewerten, entscheiden über gut oder schlecht [...] Das System soll sie ausmachen, die schlechten Menschen, die schlechten Unternehmen, die schlechten Beamten, die Vertrauensbrecher. Und von ihrem schädlichen Tun abhalten. So nennt sie das System: Vertrauensbrecher [...] Eine Diktatur, die sich digital neu erfindet. Die den Menschen bis in den letzten Winkel seines Gehirns durchleuchtet. Mithilfe von Big Data. Und ihn dann bewertet, nach Wohlverhalten, und zwar mithilfe von Computerprogrammen, in jedem Augenblick seines Daseins. Ein jeder Bürger erhält einen Bewertungsstempel aufgedrückt, der seine neue Identität wird, der letztlich über seine Teilhabe am Alltagsleben und über seinen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen entscheidet [...] Jeder wird bewertet. Jederzeit. Dafür erhält er ein Punktekonto. In Rongcheng etwa startet einer mit 1000 Punkten. Dann kann er sich verbessern. Oder verschlechtern. Wird hochgestuft oder abgewertet. Du kannst ein AAA-Bürger sein („Vorbild an Ehrlichkeit”, mehr als 1050 Punkte). Oder ein AA („Ausgezeichnete Ehrlichkeit”). Du kannst aber auch abrutschen zu einem C mit unter 849 Punkten, „Warnstufe”. Oder gar zu einem D mit weniger als 599 Punkten, also „unehrlich”. In dem Fall kommt dein Name auf eine schwarze Liste, die Öffentlichkeit wird informiert, du wirst zum Objekt „signifikanter Überwachung”. So steht es im Handbuch der „Verwaltungsmaßnahmen zur Vertrauenswürdigkeit natürlicher Personen” der Stadtverwaltung Rongcheng”.


F1.939 Martin Feifel, Schauspieler: „Dann habe ich vor zwei Monaten in einer Fernseh-Dokumentation gesehen, dass Poliamorie für immer mehr Menschen ein Entwurf wird. Ich selbst hatte auch mal eine Zeit, da hatte ich eine Freundin in Paris, eine in Deutschland, und dann hab mich auch noch in Bochum verliebt. Von daher weiß ich, wie schwer es ist, mit mehreren Frauen zugange zu sein. Dieses Gemauschel, diese Lügen, eine der Frauen hat mich auf offener Straße verprügelt. Ich hab damals vor lauter Stress einen kreisrunden Haarausfall bekommen. Nachdem ich diese Beziehung beendet hatte, sind auch die Haare wieder gewachsen”.



19.05.2017

B1.212 Arjen Robben, Fußballspieler: „Es gibt keine jungen oder alten Spieler. Es gibt nur gute oder schlechte. Das hat Uli Hoeneß auch schon gesagt. Wenn das Feuer in dir brennt, ist es egal, ob du 23 oder 33 Jahre alt bist. Ich glaube, dass die Mentalität viel wichtiger ist als das Alter”.


Gesucht wird eine Bezeichnung für einen „Künstler in seiner Blüte”.


F1.938 Dieses Zögern bei Frauen, nachdem sie sich irgendwo zwischen hoffnungsloser Geilheit und dem Versuch, einen Klecks Würde zu bewahren, verrannt haben.


„Differenzierungstendenz”, „Empörungsfloskel”, „Bestäubungsmittelgesetz”, „Bären-Wohnung”, „Edekadisierung”, „Sportereignis-Host”.


W1.915 Noch kein Berliner Fußball-Verein hat den DFB-Pokal gewonnen.


Nacht ist keine andere Zeit, sondern ein anderer Ort.


Aus der Reihe Wohlstands-Sprech, aus dem Tagesspiegel: „Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat sich gerade einer heißen Frageangenommen: „Wenn Sie sich einen Tee mit einem Teebeutel zubereiten, wie gehen Sie dabei normalerweise vor?” 1897 Deutsche wurden dazu repräsentativ befragt - und haben auch geantwortet. Die übergroße Mehrheit (73 Prozent) hängt demnach den Beutel erst in die Tasse und gießt dann das Wasser drüber. Acht Prozent lassen lieber den Beutel zu Wasser, sechs Prozent schwören beim Tee auf Lose-Blatt-Sammlung. Weitere neun Prozent passen zu keinem Beutelschema: Sie trinken überhaupt keinen Tee. Etwas beunruhigend wirkt die letzte Angabe, und zwar die zu den verbliebenen vier Prozent: Diese wissen nicht, wie sie vorgehen. Da sind wohl einige mit dem Teebeutel gepudert”.



18.05.2017

„Gegenschweiger”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Internethändler und Streamingdienste locken uns in eine neue Häuslichkeit, ein digitales Biedermeier. Und das Angebot hat seinen Charme, gerade für gestresste Städter. Wir haben uns daran gewöhnt, die Welt „da draußen” als lästig wahrzunehmen. Eine Sphäre, die uns ihren Zwängen unterwirft. Die Samstage damals in der Stadt kommen mir heute vor wie Filme voller Werbepausen. Das Parkplatzsuchen, das Tütenschleppen, das Warten an der Kasse ... Da ging schon mal ein Tag drauf für den Kauf der neuen Jeans. Und wehe, sie gefiel zu Hause nicht mehr – noch mal drei Stunden beim Teufel. All das fällt weg, wenn wir online bestellen. Wir gewinnen Zeit für das, was wir wirklich wollen. So denken wir zumindest. Aktiver machen die gewonnenen Stunden uns allerdings nicht. Nach Erhebung des Statistischen Bundesamts verbringen die Deutschen mehr Zeit als früher mit Fernsehen, mit Ausruhen und vor allem natürlich mit Smartphone und Computer. Auf der anderen Seite: weniger Geselligkeit, weniger Spaziergänge, weniger Kultur. 2002 waren wir noch 27 Minuten am Tag zu unserem Vergnügen unterwegs. 2013 waren es nur mehr 21 Minuten. Wir werden ein Volk von Stubenhockern. Wenn mal einer spontan rausgeht, hat ihn wahrscheinlich die Fitness-App dazu ermahnt [...] Das Internet schickt Daten blitzschnell um die Welt, ohne Verluste und praktisch umsonst. Dann geht das doch genauso gut bei den Waren, die wir dort bestellen. Die Wege, die wir uns ersparen – wir glauben gern, sie seien wirklich verschwunden. Die Lieferanten arbeiten hart daran, diese Illusion zu nähren. Immer mehr wird kostenfrei verschickt, immer schneller wird zugestellt. Der Amazon-Chef Jeff Bezos denkt über Paketdrohnen nach. Dann flögen uns die gebratenen Tauben tatsächlich in den Mund [...] Letztlich befeuern wir mit unserer Trägheit einen Turbokapitalismus, der viele überrollt. Jedes „Ich überleg noch mal” im Laden, jeder Preisvergleich im Netz, trägt das Problem auf unsere Straßen. Wenn ich mal bummle, bekümmert mich, was ich sehe. Der Elektroladen um die Ecke: aufgegeben. Der Küchenausstatter auch. Das Sportgeschäft: seit Wochen geräumt. Die Bankfiliale vor der Tür: ein Fußmassagesalon. Die Boutique: eine Kaffeerösterei. Der Schuhladen: noch eine. Vielleicht ist Kaffee ja die letzte Ware, die sich nur schlecht per Kurier zustellen lässt [...] Wenn die Läden weg sind, was wird dann aus den Kirchen, den Museen? Werden sie unverbunden in Wohngebieten stehen, wie damals im Ostblock? Oder verschwinden sie ebenfalls, weil auch ihre Dienste online verfügbar sind?”


„Trottel-Erpresser”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Seit einigen Jahren, aber spätestens seit der Wahl von Trump, ließ sich beobachten, dass öffentliche Diskussionen getrieben durch soziale Medien eine immense politische Wirkung entfalten konnten. Offenbar kann die sozial-mediale Öffentlichkeit auch dazu beitragen, dass autoritäre Kräfte an die Macht kommen [...] Den ganzen Tag sorgen viele, kleine Beeinflussungen in den sozialen Medien dafür, die große Öffentlichkeit mit zu verändern. Nur wenn man diese Mechanismen erkennt, versteht man, wie soziale Medien auf die Gesellschaft wirken [...] Die Zahl der Likes gibt uns ein Empfinden, ob etwas wahr sein könnte oder nicht, ob etwas relevant ist oder nicht. Die Meinung der vermeintlichen Mehrheit in sozialen Medien hat auf einmal eine Auswirkung auf unsere Sicht der Welt [...] Die Facebook-Algorithmen begünstigen Engagement. Dabei handelt es sich oft um Empörung oder Begeisterung, und das kann zum Problem werden. Soziale Medien sind Gefühlsmedien. Und weil das so ist, werden empörte Beiträge sehr viel weiter und schneller verbreitet. Die allgemeine Diskurstemperatur in der Öffentlichkeit verändert sich [...] Man neigt dazu, für wahr zu halten, was man häufig hört. Aber auch gewisse soziale Effekte, die auf das Verhalten in der Gruppe wirken. Oder den Bizarrheits-Effekt. Man erinnert sich besser an die Dinge die bizarr herausstechen, darüber wird auch mehr diskutiert, was wiederum höheres Engagement bedeutet. Das kann zu einer Sensationalisierung der sozialen Medien führen [...] grundsätzlich hilft, sich so selten wie möglich von den eigenen Empfindungen davontragen zu lassen: Vor jedem Sharen und Liken kurz innehalten und darüber nachdenken, was man gerade überhaupt macht. Mag sich banal anhören, aber geschieht trotzdem noch viel zu selten”.


W1.914 18. März 2005: als erste Spielerin der Top 3 verliert Marija Jurjewna Scharapowa eine offizielle Partie, ohne dabei ein einziges Spiel zu gewinnen, d. h. mit 0:6 und 0:6.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus WIRED: „Betrachtet man die persönlichen Facebook-Fanpages der Kanzlerkandidaten von Union und SPD, fallen gleich mehrere Dinge auf. Angela Merkel hat zunächst mal mit rund 2,4 Millionen Fans einen erheblichen Vorsprung auf Martin Schulz, dem lediglich 312.000 Nutzer auf Facebook folgen. Vergleicht man diese Zahlen deutscher Politiker aber mit denen des amtierenden und des ehemaligen US-Präsidenten, wirken sie winzig: Barack Obama hat aktuell noch 52,5 Millionen Follower, Donald Trump immerhin 23,3 Millionen. Fast noch bemerkenswerter aber ist, wie viele der Follower des jeweiligen Politikers laut Facebook-API in dessen Heimatland leben. Dass Obama eine relativ internationale Gefolgschaft besitzt, überrascht nicht so sehr, er war in den vergangenen acht Jahren wohl der weltweit bekannteste Staatschef; dass nur 30,1 Prozent seiner Facebook-Follower in den USA wohnen, scheint nachvollziehbar. Bei Trump (52,3 Prozent) und Schulz (53,8 Prozent) leben je knapp mehr als die Hälfte der Follower im jeweiligen Heimatland des Politikers, das scheinen auch recht erwartbare Zahlen zu sein. Bei Bundeskanzlerin Merkel hingegen ist das anders: Lediglich 24 Prozent ihrer Follower kommen aus Deutschland. Das ist erstens ein erstaunlich kleiner Anteil, zweitens ist die Zusammensetzung ihrer Gefolgschaft ebenso erstaunlich: Außer in Deutschland hat Merkel die meisten Follower im Irak (rund 213.000) und in Ägypten (rund 94.000); erst danach folgen die USA mit knapp 85.000 Fans. Ihre Partei hat auf Nachfrage von WIRED Germany dafür diese Erklärung parat: Die CDU habe „zu keinem Zeitpunkt den Kauf von Followern beauftragt oder veranlasst”, verweist ansonsten auf das hohe Ansehen der Kanzlerin im Ausland und auf die International Page Suggestions von Facebook, die Nutzern vorschlagen, Merkel zu liken”.


F1.937 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Ein lange ersehntes Wiedersehen nicht in einem schicken Restaurant zu feiern, sondern gemeinsam Knoblauch und Petersilie für ein romantisches Essen zu schneiden. Weniger ist so viel mehr”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus heise online: „Zum zweiten Mal in kurzer Folge zieht Niantic die Event-Karte, um die Spielergemeinde des Smartphone-Spiels Pokémon Go bei Laune zu halten. Vom 18. bis 25. Mai findet jetzt die „Abenteuerwoche” statt. Pokéstops sollen mehr Items abwerfen, Kumpel-Pokémon sollen viermal so oft Bonbons finden und der In-Game-Shop verkauft Pokébälle zum halben Preis. Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass die Entwickler das „Gras-Festival” ausriefen. Hierfür wurden die AR-Landkarten mit Gras-Pokémon geflutet. Für die Abenteuerwoche sind wiederum Gestein-Pokémon angekündigt: In Aussicht gestellt wurden Amonitas und Amoroso, Kabuto und Kabutops sowie das ansonsten sehr seltene Aerodactyl, ein lila Urvogel. Einige Spieler haben das Event deshalb schon in „Stein-Festival” umgetauft”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Klar ist, dass die AfD auf Facebook genauso einfache Antworten vertritt wie auch sonst, hier vielleicht die Dinge sogar noch stärker zuspitzt. Und einfache Antworten funktionieren offensichtlich gut in einem Medium, in dem das Phänomen Clickbaiting zeigt, wie schwer die Aufmerksamkeit der Nutzer zu bekommen und zu halten ist. Andererseits lassen diverse Indizien darauf schließen, dass die AfD Facebook als Plattform, und wie man diese für die eigenen Ziele nutzen kann, am besten verstanden hat. Das deutet beispielsweise ein Blick auf die von der Partei verwendeten Posting-Arten an. So postet die Partei kaum Links, die auf längere Inhalte an anderer Stelle im Netz verweisen. Status-Meldungen nutzt die AfD überhaupt nicht. Stattdessen setzt die Partei fast nur auf visuelle Kommunikation. Keine andere Partei setzt so viele Bild-Posts ab wie die AfD: 80 Prozent der Posts sind Fotos. Dabei greift die Partei bevorzugt auf das Mittel des „Visual Statements“ zurück: ein plakatives Bild, versehen mit einem prägnanten Text aus einem bis zwei Sätzen. Visual Statements waren lange Jahre ein Trick, mit denen Seitenbetreiber bei Facebook Reichweite aufgebaut haben. Bis zum Jahr 2014 sollen Fotos auf Facebook die meiste organische Reichweite erzielt haben [...] Die Nutzer müssen mit den jeweiligen Inhalten innerhalb eines Aufmerksamkeitsfensters im Millisekundenbereich dazu gebracht werden, nicht weiter zu scrollen. Mit jenen Visual Statements, denen es gelingt, eine emotionale Reaktion beim Betrachter hervorzurufen, gelingt dies offenbar immer noch gut. Die AfD setzt dabei auf die klassischen Empörungsreize („In diesen 1:20 habe ich mehr über Aufmerksamkeit gelernt als je zuvor“). Ein Beispiel: Das plakative Bild des Handys eines Flüchtlings, der bei „Mama Merkel“ anruft, um sich „ein Wassertaxi zu bestellen“, versehen mit der Caption „Bei Anruf Abholung im Mittelmeer“. Mehr als 3.800 Mal ist dieser Post bislang geteilt worden. Die über 2.000 Timeline-Fotos der AfD sind fast ausnahmslos Visual Statements. Unter den anderen Parteien nutzt nur die CSU das Mittel der Visual Statements in einem ähnlichen Ausmaß wie die AfD. Scrollt man demgegenüber durch die Timeline-Fotos beispielsweise der CDU, finden sich dort neben vielen Fotos von Parteiveranstaltungen auch einige „Visual Statements“ mit ganz ansehnlicher Interaktion. Von den Zahlen der AfD ist die CDU aber noch weit entfernt. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob Parteien aus der Mitte des politischen Spektrums dieses Instrument in ähnlicher Weise nutzen sollten. Zum einen, weil es zumindest fraglich sein dürfte, ob eine eher gemäßigte Position für die notwendige emotionale Reaktion sorgen kann. Zum anderen, weil man darüber diskutieren kann, ob die anderen Parteien sich überhaupt auf dieses Spiel einlassen sollten und damit möglicherweise die Empörungsschraube noch weiterdrehen”.



17.05.2017

„Mülltonnen-Trick”.


W1.913 Seit 59 Jahren umkreist Vanguard 1 die Erde.


Wenn aus Witzfiguren Ernstfälle werden.


„Kohleausstiegs-Land”.


D691 Dass sie dauernder Begleiter ist, macht Depression zu keinem Vertrauten und zu keinem Freund.


„Catwalkschool”.


F1.936 Die unfassbar erbärmliche Situation von Ehemännern, die, würden sie nur das tun, was sie laut ihrer Gattin dürfen, gar keinen Sex mehr hätten.


„Prekariatsdenken”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Dr. Stefan Hennewig, Leiter des Online-Kampagnenmanagements der CDU: „Seit es Social Media gibt, war es immer so, dass nur ein kleiner Teil wirklich aktiv schreibt. Dass dieser Teil lauter und aggressiver wird, darf nicht zu der Ansicht verleiten, dass es einen allgemeinen Meinungsumschwung gibt. Das Netz hat immer schon anders diskutiert [...] Wir können die US-Verhältnisse nicht einfach auf Deutschland übertragen. Beispiel Twitter: Social Bots sind ein Twitter-Phänomen. In den USA ist Twitter ein Massen-Medium, während es bei uns vor allem Leute aus Politik und Medien nutzen. Solche Meinungsmacher können mit Bots besser umgehen als zufällig vorbeisurfende Menschen, die sich nicht hauptberuflich mit Kommunikation beschäftigen [...] Mit Blick auf unsere Wählerschaft müssen wir immer einen sehr breiten Spagat machen – von den über 70-Jährigen, die gerne noch etwas in die Hand bekommen wollen, bis zur Generation der Jungwähler, für die wir auch Angebote auf Snapchat und Instagram-Stories zur Verfügung stellen [...] Man sollte uns in Sachen Internet auch nicht unterschätzen: Initiativen wie das Recht auf pseudonyme Nutzung von Internet-Portalen kommen von der CDU. Und den ersten Kanzler-Chat haben wir auch gemacht – und zwar nicht mit Angela Merkel, sondern 1998 mit Helmut Kohl”.



16.05.2017

Wenn aus Bürokratie Diktatur wird.


W1.912 Gleich drei Darsteller aus „The Mist” waren einige Jahre später in entscheidenden Rollen bei „The Walking Dead” zu sehen.


„Superpersonalisierung”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus Spektrum der Wissenschaft: „Sind Bots die besseren Beamten? [...] Bei den United States Citizenship and Immigration Services (USCIS), der zentralen Einwanderungs- und Ausländerbehörde der Vereinigten Staaten, beantwortet neuerdings ein Chatbot Fragen der Bürger. Emma, wie der nach der Dichterin Emma Lazarus benannte virtuelle Assistent heißt, antwortet automatisiert auf digitale Bürgereingaben. Emma, die laut der Behörde flüssig Spanisch und Englisch spricht, assistiert bei der Navigation durch die Website oder bei der Beschaffung von Informationen. „Hello, I'm Emma. How may I help you?” (Hallo, ich bin Emma. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?), stellt sich die Maschine vor. Emma ist zwar nur ein basaler Bot, doch bei der Erteilung von Auskünften durchaus effektiver als eine träge Bürokratie. Die Frage ist: Bis zu welchem Grad lässt sich Verwaltungshandeln automatisieren? [...] Der Verfahrenskniff wirft Fragen auf: Müssen die Behörden den Beschwerden stattgeben, weil ihnen schlicht die Ressourcen zu einer sorgfältigen Bearbeitung jedes einzelnen Antrags fehlen? Muss die Stadtverwaltung vielleicht auch Chatbots einsetzen, um der Klageflut Herr zu werden? Kann sich nur Recht verschaffen, wer die besseren Algorithmen hat? Das klingt nach einem Rückfall ins Mittelalter, wo derjenige Recht hatte, der die stärksten Waffen hatte”.


„Auswirkungseinschätzung”.


F1.935 Auch mit Sprachlosigkeit kann man Freude bereiten, indem man für die Schönheit seiner Partnerin keine Worte findet.


Aus der Reihe Online-Sprech, Mark Surman, CEO der Mozilla Foundation: „Das Internet findet rasend schnell Einzug in immer mehr Geräte in unserem Haushalt, sodass jeder Mensch – da bin ich mir sicher – in drei Jahren durchschnittlich zehn internetfähige Gegenstände besitzen wird. Der eine mehr, der andere weniger. In einem solchen Zeitalter, in dem das Internet allgegenwärtig ist, müssen wir innehalten und uns fragen: „Was sind die ethischen Standards?” Wie sie konkret formuliert sein sollten, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass wir uns darüber unterhalten müssen, wie unsere digitale Gesellschaft aussehen soll [...] Ich denke, wir sollten uns an die Anfangszeiten des Internets zurückbesinnen. Die Geschichte des Internets basiert im Wesentlichen auf den Werten Offenheit, Transparenz, Sicherheit und Privatheit sowie auf einem dezentralen Modell der Technologie und den Machtstrukturen. Diese fundamentalen Werte und Strukturen werden heutzutage mehr denn je angegriffen – und es liegt an uns, sie zu schützen. Wir leben leider in einer Welt, in der immer häufiger Intoleranz und Nationalismus vorherrscht [...] Viele Menschen, die das Internet mit aufgebaut haben, gingen damals davon aus, dass die vernetzte Welt nur Gutes und viele positive Möglichkeiten für die Menschheit bereithalten würde. 1996 verkündete etwa John Perry Barlow auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die „Declaration of Independance in Cyberspace”, in der er die Gesellschaft dazu auffordert, eine digitale Welt zu erschaffen, die offen für alle ist, unabhängig von der Rasse, der Sexualität und der Meinung. Das Thema an sich ist also keineswegs neu, sondern eher alt. Was wir jedoch in den vergangenen sechs Monaten beobachten können: Die zentralen Werte wie Offenheit und Zugänglichkeit werden von vielen Seiten angegriffen – und zuletzt sogar sehr stark aus politischen Gründen ausgenutzt”.



15.05.2017

W1.911 Auf amazon.com gibt es Produkte, deren Preis sich im Verlauf eines Tages 100x ändert.


„Generalabweichungsklausel”.


F1.934 Die Sätze „Ein Kuss ist noch keine Beziehung”, „Jungen rennen, Männer stehen”, „Auf alten Pferden lernt man reiten”.


„Paleopoesie”.


B1.211 Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem „Entwurf des Leitantrags der Programmkommission für das Regierungsprogramm 2017” der SPD: „Wir brauchen eine Ausbildungsstrategie für die Arbeitswelt 4.0, um mit Veränderungen wie der Digitalisierung Schritt zu halten [...] Auch in einer digitalisierten Arbeitswelt sind Ruhezeiten weiter nötig! Wir werden eine Klarstellung des Rechts auf Nicht-Erreichbarkeit schaffen, um Belastungen, die sich mit orts- und zeitflexibler Arbeit verbinden, zu begrenzen [...] Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend. Sie eröffnet Chancen und birgt Risiken. Es ist eine politische Aufgabe, die Digitalisierung unserer Arbeitswelt zu gestalten. Arbeiten 4.0 heißt für uns: Gesetzliche Rahmenbedingungen, tarifvertragliche Regelungen und betriebliche Ausgestaltung müssen ineinandergreifen, um die Chancen zu nutzen [...] Wir wollen die Gleichbehandlung bei der Datenübertragung im Internet und den diskriminierungsfreien Zugang zu Datennetzen. Diese Netzneutralität ist entscheidend für das offene und freie Internet sowie für fairen Wettbewerb [...] Unser Ziel ist ein ,Völkerrecht des Netzes’, das die digitalen Grundrechte definiert”.


Warum sich „unglaublich” und „unglaubwürdig” zu Gegenteilen entwickeln.


A828 D690 Holger Reiners, Autor, 29.10.2007: „Die klassische Depression ist das letzte Warnsignal, das dir sagt: Du bist auf einem Irrweg! Du verharrst in einer Lebensillusion. So kann dein Leben nicht weitergehen. Du bist nicht du selber. Der Depressive weiß allerdings nicht, wer er ist. Gerade das wird ihm erst im Durchleben der Krankheit deutlich. Sie hält ihm einen Spiegel vor. Sie sagt: Diesen anderen, der du wirklich bist, musst du jetzt erst mal finden”.



14.05.2017

W1.910 Bislang wurden insgesamt 160.000 Tonnen Gold ausgegraben.


„Schlechtwetterglück”.


F1.933 Paare, die mehr zusammenhalten als zusammenzuleben.


„Unterwasserboom”.


Nachgeschlagen: three-digit; bloke; job ladder; shoplift; easy prey: likewise; puff up; waddle; sight line; jovial; fess up; hayloft; large scale; squint; life-affirming; raspy; put on the line; impressionable; hothead; pig-sticking; reflective vest; beholden; oil drill; fuzzy; welcome sight; camouflage; yuck!; drain; cue ball; slab; apply yourself; sizeable; wind up; uptick; keep tab on; dystopia; snap election; lodge; county fair; episcopal; organ donor; slipknot; white lightning; pitilessly; close-knit; boar; come again?; pin down; chatterbox; gray area; downsize; straight shooter; patronize; cut in stone; sail off; mangrove; pow-wow; outrun; half-cooked; grandson; Off limits!


Die Unterschiede zwischen Vintage und Alt.


B1.210 Bettina Hellebrand, Herausgeberin: „Mütter sind durchaus Führungskräfte mit viel Empathie, die sehr flexibel sein müssen und jede Menge Durchhaltevermögen haben, um in der Familie einen guten Job zu machen. Eigentlich müsste es dafür auch Fortbildungen geben. Doch anerkannt werden diese Leistungen nicht. Wer ins Berufsleben zurückkehren will, wenn die Kinder größer sind, kann nicht damit rechnen, dass ihm die Familienarbeit positiv angerechnet wird. In Kursen für den beruflichen Wiedereinstieg wird sogar geraten, statt auf seine Erziehungsarbeit solle man lieber auf Ehrenämter in der Kirche oder im Sportverein hinweisen [...] Mütter haben eben keine Lobby”.



13.05.2017

„Motivationsindustrie”.


A827 F1.932 Patrick Jane, Figur aus „The Mentalist”, 01.03.2009: „Most wives can tell when their husbands are lying”.


„Karate-Kosmetik”.


W1.909 03. Oktober 2010: Die Bundesrepublik Deutschland begleicht ihre letzten Zinszahlungen aus ihren finanziellen Schulden des Ersten Weltkrieges.


„Wintersteckbrief”.


B1.209 Volker Kitz, Autor, Wissenschaftler, Rechtsanwalt: „Nichts gegen Menschen, die ihre Arbeit toll finden. Das Problem besteht darin, dass wir so tun, als wäre es selbstverständlich und unerlässlich, in seinem Job total aufzugehen [...] Die Masse der Menschen macht ihre Arbeit gut und ist damit auch ganz zufrieden. Sie leidet ausschließlich darunter, dass ihr eingeredet wird: „Das reicht nicht! Wenn du nicht jeden Tag vor Erfüllung platzt, stimmt etwas nicht.” [...] Wir haben uns in eine schwierige Situation manövriert. Wir haben die Arbeit zum begehrenswerten Lifestyleobjekt verklärt. Da will sich kein Unternehmen lumpen lassen. Das steht der Ehrlichkeit im Weg [...] Arbeit sollte sinnvoll sein. Aber wir haben die Sinnschraube überdreht [...] Nach meinem Eindruck wollen sich Unternehmen, die zu viel darüber reden, wie toll die Arbeit bei ihnen ist, manchmal nur davor drücken, über eine gerechte Bezahlung zu sprechen [...] Eine große Midlife-Crisis entspringt nicht selten einer ehemals großen Leidenschaft für den Beruf”.


„Weltklub-Internationalisierungs-Verrenkungen”.



12.05.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Mit der „Empfangsdame”, dem offenbar beliebtesten deutschen Amazon Skill, können Echo-Besitzer von Alexa in ihrem zu Hause Gäste begrüßen lassen. Die Sprachassistentin fragt hierbei zunächst nach, wen sie willkommen heißen soll und begrüßt die Person dann mit Namen und einem launigen Spruch („Du hast einen Rundflug durch die Turnhalle gewonnen”, „Nimm mal die Maske ab, oder hast Du gar keine auf?”). Vor Beendigung des Skills verabschiedet sich Alexa bei den begrüßten Personen namentlich mit einer Formel wie „Es hat mich sehr gefreut, Euch kennenzulernen.“ [...] Mit der „Bring! Einkaufsliste” können Alexa-Nutzer eine Einkaufsliste über mehrere Geräte hinweg pflegen – in Smartphone-Apps, aber eben auch über Sprachkommandos an Amazon Echo oder Dot”.


A826 F1.931 Debra Morgan, Figur aus „Dexter”, 05.01.2009: „Long distance relationships never work out, not even in the movies”.


„Laptopmagier”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Jensen Huang, CEO: „Software is eating the world, but AI is going to eat software”.


W1.908 Fast sieben Millionen Menschen in Deutschland gelten als überschuldet.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Dr. Uwe Sander, Volkswirt, Autor, Berater: „Letzten Endes muss man sich hüten, den Einfluss von Facebook & Co auf Wahlen zu überschätzen. Die von Big-Data-Apokalyptikern immer wieder kolportierte Behauptung, dass viele Menschen sich nur noch über soziale Medien informieren würden, entbehrt jeder seriösen empirischen Grundlage. Auch hier gilt: Vorsicht, Fake News!”


„Bergbauernlatein”.


B1.208 Jan Schindelmeiser, Fußballmanager: „Als Trainer musst Du jede Woche Spieler enttäuschen, sie dann aber trotzdem auf der Reise mitzunehmen, ist eine Kunst”.



11.05.2017

„Beerdigungssex”.


W1.907 Hauptstadt des Bundessstaates New York: Albany.


„Hipster-Philosoph”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Prabhakar Raghavan, Entwickler, Autor: „Daten sind nicht dadurch besser geschützt, dass sie in bestimmten geografischen Grenzen gehalten werden”.


Wenn aus Gedanken Fäuste werden.


Nachgeschlagen: Spökenkieker; Biomarker; Jordan Belfort; Anita Berber; Kamarilla; Christa Wolf; Hufeisensiedlung; Margarete von Wrangell; Guy Fawkes; Contadora-Gruppe; Elie Wiesel; Menhir; Siegmund Bosel; Brighton Sharbino; Varikosität; Svende Merian; David Hilbert; Pyrit; Adam Mickiewicz; Plumeau; Leif Eriksson; Lukas Ammann; Zerebralsklerose; Mark Benecke; Nina Bott; Methanhydrat; Protorenaissance; Amin Younes; Sophie Hunter; Wagyū; Denis Papin; Akolyth; Ronald Reng; Heinrich Schmidtgal; Sarah Lancashire; Rudolf Wissell; Mauna Kea; Yves Klein; Anja Reschke; Otto Weidt; Motsi Mabuse; Franz Karl Ginzkey; Torsten Frings; Blutknoten; Eberhard Seidel; Ariane Mnouchkine; Theremin; Harry Houdini; Anthony Joshua; Louise Brealey; Ernst Sagebiel; Musth; Katherine Parkinson; Pengő; Friedrich Friesen; Magnus Lindberg; Tapioka; Kurto Wendt; Claudia Rankine; Günter Mittag; Tremor; Felix Dahn.


„Sultanatsdemokratur”.


F1.930 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Die Liebe”.



10.05.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ein neues System zur maschinellen Übersetzung von Facebook liefert leicht bessere Ergebnisse als das bisher beste von Google und ist dabei sogar noch schneller. Anders als Google stellt Facebook den Code und die Trainingsdaten frei zur Verfügung [...] Googles Neural Machine Translation (GNMT) nutzt zur Übersetzung ein rekurrentes neuronales Netz (RNN), das sehr häufig für Sprach- und Textaufgaben genutzt wird. Das neue System von Facebook basiert hingegen auf einem sogenannten Convolutional Neural Network (CNN), das besonders oft in der Bilderkennung genutzt wird. Diese Entscheidung hat einen inhärenten technischen Vorteil für Facebook. Denn die Umsetzung eines CNN lässt sich extrem gut parallelisieren und damit sehr schnell auf GPUs ausführen. RNNs hingegen modellieren ein Art Rückkanal, um auf bereits verarbeitete Informationen zurückzugreifen. Letzteres macht diese zwar langsamer, sorgte bisher aber für einen teils sehr deutlichen Qualitätsvorteil bei der Sprachverarbeitung und eben auch der Übersetzung, was Facebook nun aber offenbar durchbrochen hat [...] Google löst das Geschwindigkeitsproblem seines GNMT vor allem durch die Anwendung seines selbst entwickelten Chips, dem sogenannten TPU, der allein für die Verwendung mit neuronalen Netzen entwickelt wurde. Darüber hinaus vermeidet Google das Skalierungsproblem für die Übersetzung sehr vieler Sprachpaare durch sogenannte „Zero-Shot”-Übersetzungen. Hierbei wird das GNMT so modifiziert, dass auch Übersetzungen mit Hilfe bereits bestehender anderer Sprachpaare erzeugt werden können”.


„Zopfpeitsche”.


W1.906 Einziger Wolf Afrikas: Äthiopischer Wolf.


„Euphorieschluss”.


A825 F1.929 Frank Lundy, Figur aus „Dexter”, 10.11.2008: „A really beautiful relationship is a once in a lifetime thing”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas de Maizière, Politiker: „Ich halte den Ruf nach digitalen Grundrechten für überflüssig. Die Grundrechte sind schon da. Wir müssen sie nur im Blick auf die Digitalisierung auslegen und anwenden [...] Die Unterscheidung zwischen Online- und Offline-Welt ist schlicht überholt”.



09.05.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, Niddal Salah-Eldin, Online-Managerin: „Ich möchte, dass der Begriff #FakeNews auf der Republica begraben wird”.


„Neurokapitalismus”.


W1.905 Von den nach Einwohnern 64 größten Metropolregionen der Erde befinden sich nur sechs in den USA.


„Krawalljubiläum”.


Aus den Reihen Online- und Wohlstandssprech: „Ein US-Teenager fragt bei Twitter ganz unbekümmert eine Fast-Food-Kette, wie viele Retweets er für ein Jahr Gratis-Chicken-Nuggets benötigt. Wendy's lässt sich auf die Aktion ein - rund einen Monat später stellt #NuggsforCarter einen neuen Twitter-Rekord auf”.


F1.928 Liebe kennt keine Liga.


„Bürgermeister-Macher”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Andreas Weigend, Autor: „Ich koche meine Getränke nicht über dem Feuer. Und in meinem Keller steht ein Smart Meter. Sie könnten also über das Meter wissen, wieviel Kaffee ich trinke. Die ein oder andere Krankenkasse wäre bestimmt interessiert daran, wie oft ich auf den Knopf zum Espresso drücke [...] Geolocation ist eine extrem persönliche Variable. Wenn ich weiß, wo jeder pro Minute und pro Meter ist, mit einer hohen Auflösung, dann kann ich unglaublich viel damit machen: Meine Gesundheit über den Espresso-Konsum überwachen, das ist nur der Anfang [...] Wir haben keine Chance, all diese Datensammler abzustellen. Selbst, wenn sie ihre Informationen vor einem einzelnen Sammler schützen können, zahlreiche andere nehmen seinen Platz ein. Nein, wir müssen heute davon auszugehen, dass viele Menschen alles über uns wissen [...] Schauen Sie sich den Fortschritt an. Heute ist die Qualität bei Ihrem Skype nicht so gut, aber das ist nur eine Frage von Monaten. Bald sind Hardwaresensoren so fortgeschritten, dass ich genau weiß, in welchem Zimmer Sie sich befinden. Falls ich das Telefonat aus dem Auto führen würde, wüssten Sie genau was ich für ein Auto fahre. Nur aufgrund der Eigenfrequenz. Sie wüssten auch, wo ich lang fahre aufgrund des GPS, aber auch wie die Straßenverhältnisse aussehen. Das läuft dann alles schön zentral auf dem Handy zusammen und Unternehmen wie Google können es auswerten [...] Ich habe mal ganz bewusst mit Google Latitude meine gesamte Geolocation in Echtzeit auf meine Website gepackt. Und dann hatte ich ein Treffen und rufe meinen Bekannten aus dem Auto kurz an du sage „Du, ich bin in fünf Minuten da”. Und er sagt, „Nee, ich weiß du bist in fünf Minuten nicht da” [...] Die Leute sollten lieber davon ausgehen, dass alles, was man sammeln kann, auch gesammelt wird. Das ist die einzige genaue Annahme im 21. Jahrhundert. Die Frage sollte nicht lauten: Welche Daten sammeln diese Unternehmen, sondern: Welche Aktionen basieren sie darauf? [...] Die Unternehmen lassen intern Programme und AI drüber laufen, um herauszufinden und zu optimieren, was auch immer sie herausfinden und optimieren wollen. Die haben alle gute Data Mining Gruppen, ihre Ziele können ganz verschieden sein. Und jetzt wird es problematisch: Vielleicht fangen sie mit Anrufen an: „Ja mein lieber Herr Soundso, wir hätten ja einen ganz wunderbaren neuen Plan für Sie. Alles viel günstiger. Denken Sie daran, was sie alles für Vorteile haben können!” Das darf so nicht passieren. Es ist wichtig, dass wir da nicht den falschen Baum anbellen [...] Statt ein Kreuzchen zu machen mit aller Komplexität, die das mit sich bringt, sollten wir doch vielleicht einfach Google bestimmen lassen, wen wir wählen sollen oder von mir aus auch Facebook [...] Google weiß doch besser als ich selbst, was ich wirklich will, und woran ich wirklich interessiert bin. Und Facebook weiß doch besser als ich selbst, an wem ich wirklich interessiert bin und wo ich zurückschreibe und wo nicht. Wo ich ein Lächeln schicke, oder ein Like? Also warum machen wir überhaupt noch Wahlen, wenn wir die Firmen, die uns eigentlich besser kennen, auch entscheiden lassen können? Können wir nicht einfach sagen: „Liebes Google, liebes Facebook, könnt ihr einfach diese Wahlen für uns erledigen?” ”.



08.05.2017

W1.904 Im Wasser nimmt Lichtgeschwindigkeit um ca. 75.000 km/h ab.


„Irgendwann-Flughafen”.


F1.926 Aus der Reihe Online-Sprech, Maya Ofir Magnat auf die Frage, „wie Technologie den Sex verändert hat”: „Sie hat ihn schneller verfügbar gemacht. Wir können uns jederzeit Pornos anschauen, wir können Vibratoren online bestellen und wir können Apps benutzten, um Menschen zu finden, die ähnliche sexuelle Präferenzen haben wie wir. Außerdem kann Technologie uns helfen, neue sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Damit wir Formen der Berührung erleben können, die wir ohne sie nicht bekommen. Menschen können einfach nicht mit hoher Geschwindigkeit vibrieren”.


„Schunkelfrohsinn”.


A824 F1.927 Dexter Morgan, Figur aus „Dexter”, 27.03.2008: „She has no clue who she's with. Maybe that's the key to a successful relationship”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Wenn wir etwas gelernt haben, dann, dass die Macht des Wortes noch immer Bestand hat. Dass Worte Wirkung haben und Debatten Macht. Also geht raus, um die Insel der Demokratie wieder so groß zu machen, dass die Mehrheit der Leute darauf trockenen Fußes stehen kann”.



07.05.2017

Dass in Fußball-Berichterstattungen statt des konkreten Vereins einfach die beheimatende Stadt verwendet wird.


„Flexoripp-Wasserzähler-Schacht”.


F1.925 Stellan Skarsgård, Schauspieler: „Wie sollte ich mich beschreiben? Wie die meisten Männer bin ich oft sehr unbeholfen in Liebesangelegenheiten, kindisch und naiv. Ich war oft zu sehr von meinen Vorstellungen eingenommen, wie die Welt sein sollte. Deswegen habe ich die Menschen um mich herum oft nicht richtig erkannt, obwohl ich es versucht habe. Ich habe zweimal geheiratet. Und obwohl die erste Ehe zerbrochen ist, empfinde ich beide als relativ erfolgreich”.


„Discountsippe”.


W1.903 Kirk Douglas erblickte als Issur Danielowitsch Demsky das Licht der Erde.


Nachgeschlagen: rear view; sunbeam; protégé; rancid; pull ahead; uncover; fall into line; nicker; gutted; hide out; chieftain; poppy; constituent; prison record; godson; stud; death knell; bollocks; swab; tartish; secretive; culprit; paltry; crooked; mismanage; vapidity; copper; duped; imbricate; teardown; indisposed; square off; overstep; dodgy; thunderhead; mistrial; discolour; misconduct; ostentation; trail of blood; languish; return the favor; embitter; induce; waterproof; jewel case; by all means; alga; soulful; adjoin; spatter; upkeep; fidgety; by chance; juncture; heat stroke.



06.05.2017

W1.902 05. Mai 1778: Zum einzigen Mal in seinem Leben trifft Johann Wolfgang von Goethe in Berlin ein.


D689 Nachts sind Gedanken lauter.


„Portionskanon”.


F1.924 Sex ist wärmer als Verreisen, Küsse näher als Versprechen, Geilheit schneller als Vertrauen.


Nachgeschlagen: Jodie Whittaker; Dylan Minnette; Adama Traoré; Evangeline Lilly; Cenk Tosun; Peyman Amin; Bruma; Drachenbäume; Dong Fangzhuo; Sandro Botticelli; Oswaldo Piazza; Corey Stoll; Stefan Lainer; Helikonien; Simon Baker; Alexander Xaver Gwerder; Jochen Schweizer; Milton H. Erickson; Frederick Muhlenberg; Volant; Pier Angeli; Dragan Džajić; Robert Lowry; Juergen Teller; Stefan Ilsanker; Emmanuel Macron; Fabinho; Baccara; Hoyt Axton; Karl Peglau; Unagi; Paul Keller; Franco Acosta; Katherine Langford; Norberto Murara; Heiermann; Max Scharnigg; Hannes Wolf; Takumi Minamino; Aleksander Čeferin; Arnold Rothstein; Justin Kluivert; Katharine Mehrling; Wladimir Georgijewitsch Sorokin; Peter Frymuth; Felix Schröter; Tartiflette; Ben Harper; Kylian Mbappé; Yves Montand; Bernard Herrmann; Julie Dreyfus; Lens Flare; Pierre Trudeau; Jørn Andersen.


B1.207 „Im Unterschied zu herkömmlichen, nicht-kollegialen Freundschaften muss man unter Frollegen einfach mehr Acht geben, um sowohl die gute Beziehung zu wahren als auch das Arbeitsklima nicht leiden zu lassen [...] Sobald du merkst, dass eine Freundschaft mit einem Kollegen nicht mehr gut tut – beispielsweise wegen einer Unstimmigkeit – gehe vorerst auf Abstand. Aus zwei Gründen: Erstens, damit du dich auch weiterhin auf deine Arbeit konzentrieren kannst und zweitens, um dem Teamklima nicht zu schaden”.



05.05.2017

„Komplikationsverfahren”.


W1.901 Fetthennen gehören der Familie der Dickblattgewächse an.


„Unfallpersönlichkeit”.


A823 F1.923 „Nicht der „Vorbau” macht's, noch unwichtiger sind die Beine. Viel interessanter ist die schmale Taille über breiten Hüften, die Männer dazu verleitet, mit einer Frau anzubandeln. Das hat die US-Psychologin Devendra Singh von der University of Texas in Austin nach gründlichem Studium der Schönheitsideale in Steinzeitdarstellungen, in griechischen Gemälden, Modezeichnungen aus vielen Jahrhunderten oder Fotografien von Playmates und Schönheitsköniginnen aus den letzten Jahrzehnten herausgefunden. Egal, ob das Schönheitsideal einer Epoche flachbrüstige Frauen wie Twiggy vorschrieb oder wohlgeformte wie Raquel Welch, stets sei ein solch ausgeprägtes Hüft-Taillen-Verhältnis das Hauptmerkmal weiblicher Attraktivität geblieben, weil die „Sanduhr”-Silhouette auf Fruchtbarkeit und Gesundheit einer Frau hinweise”.


Menschen, die Schuldzuweisungen einatmen wie andere Frischluft.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur: „Facebook und Google dominieren den digitalen Werbemarkt. Die Behauptung, sie hätten eine marktbeherrschende Stellung, wäre da noch ein Euphemismus. Und was machen wir? Wir enthüllen die Praktiken von Unternehmen, die Leute unter prekären Verhältnissen beschäftigen oder bei den Abgaswerten schummeln. Völlig zu Recht. Aber die digitalen Giganten streicheln wir, als seien sie besonders niedliche Tierarten im Kinderzoo. Da erscheinen Artikel, dass auch mir ganz warm ums Herz wird: Wie Mark Zuckerberg morgens in Berlin joggt, wo und was er da am liebsten trinkt und isst. Ich sage das, obwohl auch unser Haus Produkte von Google und Facebook nutzt und bei einzelnen Projekten mit ihnen zusammenarbeitet [...] Facebook wirbt mit so aggressiven Methoden auf unsere Kosten wie kein anderer. Neuerdings sogar bei mittelständischen Unternehmen - mit Zahlen, deren Validität völlig unklar bleiben. Die Verlage könnten wunderbar trumpfen mit seriösen Wirksamkeitsstudien von Print, doch das geht in der gefühlten Ohnmacht gegenüber Facebook und Co. leider oft unter [...] Facebook reguliert längst selbst mit Algorithmen, die wir gar nicht durchschauen. Sichtbar wird das allenfalls bei nackten Brüsten. Und die „New York Times” schreibt, dass Mark Zuckerberg offenbar eine Software getestet hat, mit der es in einem Land wie China für die Behörden möglich wäre, auf Facebook bestimmte Inhalte bereits vor deren Veröffentlichung herauszufiltern”.



04.05.2017

„Gefühlssparsamkeit”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Tagesspiegel: „Seit vergangener Woche nutzt die CSU einen Chatbot im sozialen Netzwerk Facebook, um auf Nutzerfragen zu antworten. Damit erweitere die Partei ihr Dialogangebot, heißt es auf Anfrage. Der Bot kommuniziere zielgruppenspezifisch Klartext, aber mit einem Augenzwinkern. In den ersten Tagen war der Chatbot noch mehr darauf aus, über den politischen Mitbewerber herzuziehen. Das zeigt etwa ein Nutzungsprotokoll des Blogs „Motherboard”, in dem eine Collage angezeigt wird, die Grünen-Chef Cem Özdemir zwischen Rauchschwaden und hinter Cannabis-Pflanzen zeigt. Auf anderen Bildern wird den Grünen unterstellt, sie würden vier Eltern pro Kind fordern”.


„Presseschlange”.


W1.900 Über 250 Formen von Kopfschmerz sind bekannt.


„Flohstichartig”.


Aus der Reihe Wohlstandssprech: „Schon sind wir bei nahezu wöchentlich auf den Markt kommenden Einhorn-Produkten. Los ging es - damals noch amüsant - mit einer Ritter-Sport-Schokolade. Es folgten u.a. ein dm-Duschgel, ein Starbucks-Frappuccino und ein Toilettenpapier mit Zuckerwatteduft für „einen süßen Arsch”. Die Puttkammer Fleischwaren Spezialitäten, eine kleine Firma aus Gadebusch in Mecklenburg-Vorpommern, beendet den Einhorn-Hype nun mit dem wohl denkbar lächerlichsten Produkt: einer Einhorn-Bratwurst”.


F1.922 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Die Wärme und der Duft meiner Frau, wenn ich mitten in der Nacht vom Schichtdienst heimkehre und zu ihr unter die Bettdecke schlüpfe”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Markus Beckedahl, Journalist, Blogger: „Wir müssen eine Nachvollziehbarkeit von Algorithmen bekommen und dazu neue Kontrollmechanismen und -strukturen einführen. Da stehen wir leider noch am Anfang der Debatte [...] Wie geht man mit einer Künstlichen Intelligenz um, die sich via Machine Learning selbständig repliziert und verändert? Ist unser Rechtssystem damit überhaupt kompatibel? Und wer kann so eine Künstliche Intelligenz demokratisch kontrollieren, wenn ihre Erschaffer heute schon sagen, dass sie in Zukunft möglicherweise gar nicht mehr in der Lage sind, zu verstehen, was die KI tut? [...] Wie können wir grundrechtsfreundlich gewährleisten, dass die öffentliche Meinung nicht durch Bots manipuliert wird? [...] Fast überall ist mittlerweile Netzpolitik drin, sie ist ein großes Querschnittsthema geworden. Wenn wir uns in der Redaktion die Sitzungswoche im Bundestag anschauen, kann es schon mal sein, dass 23 von 23 Ausschüssen irgendwas mit Netzpolitik diskutieren. Es gibt nicht mehr die eine netzpolitische Debatte, sondern viele einzelne und eine Vielzahl an Playern. Momentan gibt es einige große Debatten mit dem Potenzial, große Veränderungen auszulösen, die von zu wenigen Menschen bedacht werden. Zum einen die ePrivacy-Richtlinie als Ergänzung für die europäische Datenschutzgrundverordnung, wo es unter anderem um die Grenzen von Marketing, Targeting und Werbeformen geht. Die ist höchst umstritten, weil sehr viele Lobbyisten der Industrie mitmischen, aber kaum Betroffene, also wir, um deren Daten es geht. Zum anderen könnten wir dank des Erbes von Günther Oettinger eine Urheberrechtsreform bekommen, die das Netz immer noch aus der Sender-Empfänger-Perspektive betrachtet und nicht aus der, dass wir selbst Sender geworden sind, und dafür die Rahmenbedingungen bereitstellt. Und dann haben wir auf nationaler Ebene natürlich noch Gesetzgebungen wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz die ebenfalls das Potenzial haben, nachhaltig etwas zu verändern”.



03.05.2017

W1.899 Statt die Gesellenprüfung abzulegen, brach Erich Honecker seine Dachdeckerlehre ab.


Angela Merkel, Politikerin: „Wahlkampfthema ist immer das, was die Bürger interessiert, nicht von vornherein, was wir Politiker uns vielleicht vorstellen”.


Gesucht wird eine Bezeichnung für ein Gegentor ohne vorausgegangenen Fehler.


Aus der Reihe Wohlstandssprech: „In der Welt der Pseudo-Probleme ist Soße, die beim Essen eines Burger aus dem Brötchen tropft, ein ganz besonders wenig drängendes”.


A821 Michael Corleone, Figur aus „The Godfather: Part II”, 25.09.1975: „If anything in this life is certain, if history has taught us anything, it is that you can kill anyone”.


„Versfabrik”.


A822 F1.921 „Während sich das Interesse des Mannes auf die Oberweite, Po und Beine richtet, gehen die Frauen differenzierter und in Etappen vor. Der erste Blick gilt dem gesamten Erscheinungsbild. Jede Frau hat ihre ganz spezifischen Auswahlkriterien, die sich aus dem, was gerade Mode ist, und aus früheren Erfahrungen zusammensetzen: Hände, Haare, Gesichtszüge, die Schultern. Auch beim Anblick eines Bildes mit sexuellem Inhalt zeigen sich bei Frauen die gleichen Wirkungen wie bei Männern: Die Lidspalten verengen sich ein wenig, der Umfang der Pupillen vergrößert sich auf das Doppelte. Doch vor einer vorschnellen Interpretation sei gewarnt: So mancher Mann hat schon eine herbe Abfuhr erhalten, weil er einen langen Blick als sexuelles Interesse deutete, wo in Wirklichkeit nur ein Fall von Kurzsichtigkeit vorlag”.



02.05.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Online-Lexikon: China engagiert zehntausende Autoren für Wikipedia-Klon”.


Gesucht wird eine Bezeichnung für „Nach-Feiertags-Stimmung”. Gemeint sind weder Kater, Montagsblues noch eine „post Holiday Depression”.


B1.206 D688 Ilona Bürgel, Psychologin, Sachbuchautorin: „Wer die Spielräume innerhalb seiner Tätigkeit erkennt, bekommt ein stärkeres Gefühl der Selbstbestimmung. Das kann Stress reduzieren und Burn-out vorbeugen”.


Aus der Reihe Wohlstandssprech: „Probiere Milka Waves, die zart-schmelzende Kombination aus Alpenmilchschokolade, weißer Schokolade und Knusperperlen – und das in zwei knusperköstlichen Sorten”.


W1.898 Der Eiffelturm wiegt etwa 10.000 Tonnen.


„Anti-Veränderungs-Kreuzberger”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Einstellungen für Unterhaltungsaktionen”.


„Powerbeleg”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus Meedia: „Dass der gewaltige Datenschatz die große Stärke Facebooks bei der Anzeigenvermarktung ist, ist unstrittig. Der Social-Network-Gigant „weiß” so einiges über seine Nutzer, ihre Vorlieben, ihre Hobbies, Alter, Lebenssituation, Freunde etc. Kritikern hält Facebook immer entgegen, dass die Daten ja anonymisiert und aggregiert verwendet würden. Der einzelne Nutzer bleibe verborgen. So können Kunden beispielsweise buchen, dass sie nur junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren mit einer Vorliebe für Sportwagen ansprechen wollen. So weit, so normal. Würde diese Art der Werbeansprache nun aber auf Gefühle ausgeweitet, wäre das eine neue Qualität und hochproblematisch. Zumal bei emotional oft instabilen Heranwachsenden. Welche Wirkung hätte eine gezielte werbliche Ansprache von emotional instabilen Jugendlichen? Für welche Produkte soll da überhaupt geworben werden?”


A820 F1.920 Darnley, Figur aus „Mary of Scotland”, 30.07.1936: „You never can count on a woman. Marry her, and she turns to ice”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „52 % aller Webseiten sind englischsprachig, doch nur 25 % der Weltbevölkerung verstehen Englisch”.



01.05.2017

A818 F1.919 Pamela Thistlewaite, Figur aus „A Woman Rebels”, 06.11.1936: „Don't you think that dependence in women is a trait men created for their own protection?”


Gesucht wird ein anderes Wort für „Analogsegen”.


W1.897 Seit Thomas Müller in der UEFA Champions League spielt, hat er dort in jeder Saison mindestens ein Tor erzielt.


„Hummermarseillaise”.


A819 B1.205 Samantha Prescott, Figur aus „You Can Count on Me”, 10.11.2000: „You know, and if I were you, I'd be a little nervous about firing an employee I'd just had an affair with, okay?”



30.04.2017

„Bildungspudding”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „There is an inherent problem with algorithms that begins at the most base level and persists throughout its adaption: human bias that is baked into these machine-based decision-makers”.


„Feldbuschisierung”.


A817 F1.917 Katharine Hepburn, Schauspielerin: „I often wonder whether men and women really suit each other. Perhaps they should live next door and just visit now and then”.


„Elektrolawine”.


W1.896 Rodins Der Denker stellt Dante Alighieri dar.


„Melkbarkeitsprüfung”.


F1.918 B1.204 Diana Damrau, Sopranistin, auf die Frage, ob es „ein familiärer Glücksfall oder organisatorischer GAU sei”, dass sie „bei der anstehenden Tournee zusammen mit ihrem Ehemann Nicolas Testé auftritt”: „Das ist ein besonderer, emotionaler Glücksfall. Die Herausforderung besteht für uns zwei darin, das in dem Moment auch wirklich zu genießen. Wir sind wie zwei Reiter auf ihren Springpferden, wir müssen die Zügel in der Hand halten, sonst geht’s schief. Da wir uns auch gegenseitig kritisch zuhören und Feedback geben, ist das nicht immer unanstrengend. Was hat Nicolas da gemacht, warum singt er jetzt so? Und danach wird diskutiert. Aber natürlich ist es am Ende sehr erhebend, wenn der Partner das Gleiche liebt wie man selbst [...] Die Kinder sind das Wichtigste und nicht mehr der Beruf oder die eigene Stimme. Bei mir haben sich durch die Geburten einige Dinge gelöst, ich bin durch die Kinder viel ruhiger und lockerer geworden. Ich hab keine Zeit mehr, Panik zu haben. Ich bin tagsüber für die Kinder da, und abends geh ich auf die Bühne, und es ist nur noch schön. Die Kinder sind für mich eine Art Therapie, nicht ständig um sich selbst zu kreisen”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Bob Hoffman, Werber, Autor: „It is hard for us to imagine that a technology we are using - that began with the simple and benign purpose of delivering online ads to websites - has morphed into a monster. We never intended it to be so. But it’s time to face reality, ad tech - as it is currently practiced -- is a menace. It is powered by tracking - which is just a pleasanter word for surveillance - and it has lead to all kinds of dangerous mischief. It is subverting our industry’s relationship with the public. It has enabled a cesspool of corruption and an ocean of fraud. It places personal and private information about us within the reach of criminals, governments, and other potential malefactors. It has devalued the work of legitimate online publishers. It is degrading our news media and journalism. It is distrusted by marketers. It is despised by the public [...] Ad tech drives money to the lowest quality publishers. Ad tech’s value proposition is this: we will find you the highest quality eyeballs at the shittiest possible locations. This has resulted in the struggle for existence among quality publishers and the brand safety crisis we are currently in the midst of. Dollars not driven to the shittiest possible locations are driven to Facebook and Google which some marketers think of as safe havens but are, in fact, an arrogant duopoly who have refused to abide by widely-accepted standards of openness and transparency. And what has ad tech given us in return? An overall engagement rate that is usually reported at about 6 clicks per 10,000 ads served. Solve Media says a consumer is more likely to complete Navy Seal training than click on a banner ad. Ad tech is also the economic engine behind fake news. One of its most pernicious effects is the corruption of journalism and the scourge of click bait [...] We don't need ad tech as it is currently configured. We can do online advertising better, more successfully, and more profitably without spying on the public, destroying our credibility, enriching criminals, degrading our news media, and endangering our freedoms. We are dealing with a very clear risk-reward situation here. The rewards of ad tech, if any, have been quite low. The risks have become enormous. Why are 600 million devices now armed with ad blockers? It’s not a mystery. It is because ad blockers are currently our only defense against a technology that started benignly and has morphed into a monster”.



29.04.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Wenn jemand Regisseur Oscar Sharp und KI-Forscher Ross Godwin fragt, was Künstliche Intelligenz mittlerweile alles kann, dann könnten sie einfach ihren neuesten Film als Beispiel nennen: Denn „It's No Game” ist ein Science-Fiction-Film, der eine Zukunft aufzeigt, in dem künftig Maschinen die Drehbücher schreiben. Die Besonderheit des Streifens besteht darin, dass sämtliche Dialoge – ja, auch die Tanz-Choreografien – von Künstlicher Intelligenz geschrieben wurden. Diese haben sich zwar an Dialogstücken und Genres von Hollywood-Klassikern bedient – für den normalen Zuschauer dürfte das Endergebnis allerdings kaum von einem herkömmlichen Drehbuch zu unterscheiden sein”.


„Solidaritätspflaster”.


F1.915 Aus der Süddeutschen Zeitung: „33,8 Jahre ist das durchschnittliche Alter, in dem Männer in Deutschland heiraten. Frauen sind bei ihrer Hochzeit statistische 31,2 Jahre alt. Es wurde 400.115 Ehen in Deutschland im Jahr 2015 geschlossen - neuere Zahlen gibt es noch nicht. 163.335 Deutsche ließen sich in diesem Jahr auch wieder scheiden. Im Jahr 1950 war das noch ganz anders: Damals gaben sich 750.452 Paare das Ja-Wort und geschieden wurden nur 134.600 Ehen. Nur 14,9 Jahre lang halten deutsche Ehen derzeit laut Statistik - trotz des Schwurs zu ewiger Treue”.


„Zuchtbullenversteigerung”.


W1.895 Der erste Eintrag der deutschsprachigen Wiktionary lautete „ich”.


„Erst-welt-körper”.


F1.916 Peter Lindbergh, Fotograf: „Es gibt einfach mehr interessante Frauen als Männer, muss ich leider sagen. Männer schmoren oft im eigenen Saft und sind ganz zufrieden mit sich. Ich weiß nicht, warum - vielleicht, weil sie so lange in Besitz von Macht und Kontrolle waren”.



28.04.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die App Sandoogh96 gibt Iranern propagandafreien Zugang zu politischen Informationen im Netz. Die Macher wollen den Bürgern vor der kommenden Präsidentschaftswahl so ein Stück weit die Entscheidungsmacht zurückgeben. Gar nicht so einfach in einem Land, in dem der Informationsfluss so stark vom Staat gesteuert wird”.


„Stadtbauernregel”.


Gesucht wird eine Bezeichnung für „Nicht-Talent”.


„Klimaschweinerei”.


W1.894 Bulgarien benötigte 17 Anläufe, um sein erstes Spiel bei einer Fußball-WM zu gewinnen. Bei der Fußball-WM 2006 wurde kein Hattrick erzielt. Noch keine Fußball-WM fand ohne Brasilien statt. Während der Fußball-WM in Argentinien (1978) sah Berti Vogts dort keinen einzigen politischen Gefangenen.


„Nudelkrise”.


F1.914 Die nötige Gelassenheit beim Flirten bekommt man genau dadurch, dass man sexuell weit in die Zukunft verlegt.


„Hedonistenstädtchen”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Fake News: Facebook räumt erstmals „Muster von Informationsfeldzügen” während des US-Wahlkampfes ein [...] Facebook formuliert in dem gestern vorgelegten Weißbuch „Information Operations and Facebook” zu den zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen, um Manipulationen der öffentlichen Meinung zu bekämpfen, drei wesentliche Ziele: die „gezielte Datenerhebung”, um jene Manipulationen zu lokalisieren und einzudämmen, die Verbreitung von gefälschten Informationen (Fake News) sowie ihre Vervielfältigung durch gefälschte Facebook-Konten oder Bots, etwa, um die politische Diskussion zu beeinflussen und zu verfälschen”.



27.04.2017

Ray Davies, Musiker, Komponist, Schriftsteller: „Gibt es etwas Schöneres als eine handgeschriebene Postkarte?”


„Vorführwoche”.


F1.913 Seine große Liebe kann man nicht verlieren, da man zu seiner großen Liebe wird.


„Unwortjahr”.


B1.201 Philipp Lahm, Fußballspieler: „Im Fußball kommt Autorität in der Regel daher, dass man etwas sehr gut kann, besser kann als andere. Insofern empfinde ich mich selbst durchaus als autoritär [...] Meine Mitspieler kennen mich und meine Karriere, daher muss ich ihnen meine Rolle nicht durch autoritäres Gehabe demonstrieren. Andererseits muss sich jeder immer wieder auf hohem Niveau beweisen, auch ich, in jedem Spiel, in jedem Training. Ich versuche das jeden Tag, egal, wie unumstritten meine Position im Team ist. So wächst Autorität [...] Eine gewisse Hierarchie ist in manchen Situationen gar nicht schlecht [...] Heute können junge Spieler, wenn sie Leistung bringen, in der Hierarchie sofort oben einsteigen, sie sind sofort integriert. Das ist schön für sie. Ob es immer hilfreich ist, wenn man sich nichts mehr erarbeiten muss, das wage ich zu bezweifeln. Nicht alle bekommen das hin, vor allem „im Kopf”, wie man so schön sagt [...] Man bekommt im Training die Dinge immer wieder vorgeführt, vorgelebt, vom Trainer erklärt. Aber ein Spieler kann ein begnadeter Techniker sein oder unglaublich schnell im Antritt – wenn er nicht kapiert, wie’s läuft, wie er in einzelnen Spielsituationen Lösungen findet, ist er raus und kann sich das alles von der Bank aus anschauen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Digitalisierungsverheißung”.


W1.893 Erster Fußball-Trainer, der zwölf WM-Spiele in Folge gewann: Luiz Felipe Scolari.


Der Geruch von Tränen.


B1.202 „Wer in die Organigramme mancher Unternehmen schaut, der sieht dort mehr Titel als Mitarbeiter. Neben dem Geschäftsführer, der Technikchefin und dem Finanzprofi stehen leitende Angestellte, Leaderinnen, Chefexperten und Scouts. Wonach man vergeblich sucht, sind Mitarbeiter, die einfach nur eine gewöhnliche Position ausfüllen. Hauptsache, alle sind Head of Irgendwas. Dieser Titelwahn rührt aus der Annahme, dass jeder Mitarbeiter mit ein bisschen mehr Verantwortung auch eine entsprechende Position braucht. Weil die Führungsetage aber naturgemäß begrenzt ist, führen Unternehmen einfach eine zweite Managementebene ein und überlegen sich neue Titel für wichtige Kollegen. Daraus resultieren kuriose Positionen wie „Head of Success” – und kuriose Organigramme, in denen es mehr Chefs als Mitarbeiter gibt”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Information Operations and Facebook: „We believe civic engagement is about more than just voting — it’s about people connecting with their representatives, getting involved, sharing their voice, and holding their governments accountable. Given the increasing role that Facebook is playing in facilitating civic discourse, we wanted to publicly share what we are doing to help ensure Facebook remains a safe and secure forum for authentic dialogue. In brief, we have had to expand our security focus from traditional abusive behavior, such as account hacking, malware, spam and financial scams, to include more subtle and insidious forms of misuse, including attempts to manipulate civic discourse and deceive people [...] Part of our role in Security at Facebook is to understand the different types of abuse that occur on our platform in order to help us keep Facebook safe, and agreeing on definitions is an important initial step. We define information operations, the challenge at the heart of this paper, as actions taken by organized actors (governments or non-state actors) to distort domestic or foreign political sentiment, most frequently to achieve a strategic and/or geopolitical outcome. These operations can use a combination of methods, such as false news, disinformation, or networks of fake accounts aimed at manipulating public opinion (we refer to these as “false amplifiers”) [...] The term “fake news” has emerged as a catch-all phrase to refer to everything from news articles that are factually incorrect to opinion pieces, parodies and sarcasm, hoaxes, rumors, memes, online abuse, and factual misstatements by public figures that are reported in otherwise accurate news pieces. The overuse and misuse of the term “fake news” can be problematic because, without common definitions, we cannot understand or fully address these issues. We’ve adopted the following terminology to refer to these concepts: Information (or Influence) Operations - Actions taken by governments or organized non-state actors to distort domestic or foreign political sentiment, most frequently to achieve a strategic and/or geopolitical outcome. These operations can use a combination of methods, such as false news, disinformation, or networks of fake accounts (false amplifiers) aimed at manipulating public opinion. False News - News articles that purport to be factual, but which contain intentional misstatements of fact with the intention to arouse passions, attract viewership, or deceive. False Amplifiers - Coordinated activity by inauthentic accounts with the intent of manipulating political discussion (e.g., by discouraging specific parties from participating in discussion, or amplifying sensationalistic voices over others). Disinformation - Inaccurate or manipulated information/content that is spread intentionally. This can include false news, or it can involve more subtle methods, such as false flag operations, feeding inaccurate quotes or stories to innocent intermediaries, or knowingly amplifying biased or misleading information. Disinformation is distinct from misinformation, which is the inadvertent or unintentional spread of inaccurate information without malicious intent [...] Providing a platform for diverse viewpoints while maintaining authentic debate and discussion is a key component of Facebook's mission. We recognize that, in today's information environment, social media plays a sizable role in facilitating communications - not only in times of civic events, such as elections, but in everyday expression. In some circumstances, however, we recognize that the risk of malicious actors seeking to use Facebook to mislead people or otherwise promote inauthentic communications can be higher. For our part, we are taking a multifaceted approach to help mitigate these risks: Continually studying and monitoring the efforts of those who try to negatively manipulate civic discourse on Facebook; Innovating in the areas of account access and account integrity, including identifying fake accounts and expanding our security and privacy settings and options; Participating in multi-stakeholder efforts to notify and educate at-risk people of the ways they can best keep their information safe; Supporting civil society programs around media literacy”.


B1.203 Nicola Leibinger-Kammüller, Unternehmerin, Geschäftsführerin: „Wenn man führt, ist es sehr wichtig, dass man auch mal jemand anders einen Stich machen lässt, dass andere in Sitzungen auch mal vortragen, ohne dass man dazwischengeht oder noch irgend etwas Tolles ergänzt. Dass man andere gelten lässt. Das zuzulassen ist für viele Männer schwierig [...] Nicht nur Männer können bossy sein. Aber jetzt erlebe ich Unterschiede. Wir haben hervorragende Frauen in Führungspositionen, die können sich eher zurücknehmen und mal 20 Minuten jemand anderen sprechen lassen. Bei der letzten Sitzung unserer Geschäftsleitung brachte ein Mann eine Mitarbeiterin mit, von der ich wusste, dass sie ganz maßgeblich an dem Thema mitgearbeitet hatte. Aber die durfte keinen Satz sagen. Nach einer Viertelstunde habe ich gefragt: Was denken Sie, Frau Soundso? Sie sind in dem Thema doch auch fit”.



26.04.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Samsung hat mit Wemogee einen neuen Messenger veröffentlicht. Der soll allerdings nicht WhatsApp und Co. Konkurrenz machen, sondern Menschen helfen, die die Sprachstörung Aphasie haben. Sie können über die kostenlose App ganz einfach und leicht verständlich mit ihrer Umwelt kommunizieren – mithilfe von Emoji [...] Wemogee ist ein Messenger, bei dem die Kommunikation auf Emoji basiert. Versendet ein aphasischer Nutzer eine Emoji-Nachricht, wandelt die App diese in Text um, der beim Empfänger landet. Die App bietet den Adressaten nun automatisch Vorschläge an, wie sie oder er passend in Emoji-Sprache antworten könnte. So wird die Kommunikation für beide Seiten leichter. Eine Unterhaltung mit Wemogee kann etwa wie folgt aussehen: Ein Smiley-Gesicht plus ein Okay-Hand-Icon plus ein Fragezeichen ergibt die Frage „Wie geht es dir?”. Die Antwort wäre ein lachender Smiley plus einem Daumen-hoch-Symbol, was dann „Mir geht's gut” bedeutet. Ein anderes Beispiel: Sendet der Absender ein Landkarten- und ein Stecknadel-Icon plus ein Fragezeichen („Wo bist du?”), könnte der Empfänger mit einem Haus-Icon plus einem Stecknadel-Symbol („Zuhause”) antworten. Damit Wemogee-User die spezielle Emoji-Sprache nicht lernen müssen, bietet die App mehr als 140 vordefinierte Phrasen, die in sechs Kategorien wie Feierlichkeiten, Erholung, Essen oder Hilfe unterteilt sind”.


A815 B1.200 Erich Kästners „Offener Brief an Angestellte”.


„Investitionsatlas”, „Hilfsbrückenausbauarbeiten”, „Migrationsbarriere”, „Bahnsteigkantenschaden”, „Betriebsstörung-Bingo”, „Vegetationsarbeiten”, „Eichhörnchenrevier”.


W1.892 Das Finale der Fußball-Europameisterschaft 2004 war die Neuauflage des Eröffnungsspiels desselben Turniers: Portugal vs. Griechenland.


Die Sätze „Merkt man mitten im Rennen, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben, reite man weiter”, „Nur wer als Wild erkannt wird, wird abgeschossen”, „Es reicht nicht, ein Fuchs sein - man kenne sich außerdem im Wald aus”.


A816 F1.912 Melinda Tentrees, Figur aus „On a Clear Day You Can See Forever”, 17.06.1970: „Love is the exception to every rule, is it not?”



25.04.2017

B1.199 Aus dem Tagesspiegel: „Wer einen leicht auszusprechenden Namen hat, der gilt als besonders vertrauenswürdig. Das haben Sozialpsychologen der Universität Köln bei einem Spielexperiment herausgefunden. Eine harmlose Entdeckung – aber auch die Erklärung für viele Personalien in der deutschen Politik: Was wäre leichter auszusprechen als die Namen Merkel oder Schulz? Und warum hakt es so bei Riexinger, Göring-Eckardt und Özdemir? Möglicherweise war die CSU schon vorab informiert, als sie jetzt im Sinne dieser Erkenntnis den wunderbar auszusprechenden Joachim Herrmann zu ihrem Spitzenkandidaten kürte”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Empörung, Nostalgie, Neugier und Sensationslust - vier Eigenschaften, die in den sozialen Netzwerken immer für Erfolge gut sind”.


W1.891 Einziger Spieler, der in zwei Finals des DFB-Pokals Elfmeter verschoss: Lothar Matthäus.


Aus der Reihe Wohlstands-Sprech, aus dem Tagesspiegel: „Gegenüber vom Waldorf Astoria wird die Currywurst täglich neu zur veritablen Sehenswürdigkeit: Touristen machen Selfies mit ihr, wählen zwischen Mumbai („fruchtig mild”) bis Dragon („extrem scharf und trotzdem fruchtig”),ordern Altberliner Schmorzwiebeln dazu und sind glücklich mit Landbrot statt Brötchen”.


F1.911 Zu den seltsamen Eigenheiten der Balz gehört, dass Abweisung ein Zeichen von Zuneigung sein kann.


„Eröffnungstrick”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Thorsten Gerald Schneiders, Islam- und Politikwissenschaftler: „Das Nachrichtliche ist nicht mehr nachrichtlich. Die wichtigen Meldungen hab ich schon längst wahrgenommen - über Facebook, Twitter, Radio, Fernsehen. Das Hintergründige ist nicht mehr hintergründig: Ich habe mich bereits online in die Sache vertieft, Online-Journalismus ist halt nicht mehr nur oberflächlich und schnell; außerdem greifen Online-Kollegen auf dasselbe Agenturmaterial zurück, das Zeitungs-Kollegen für ihre Berichte am nächsten Tag nutzen. Das Überraschende ist nicht mehr überraschend: Das schöne Ideal, den Leser jeden Tag aus Neue zu verblüffen, ist wegen der heutigen Informationsflut kaum mehr erreichbar. Und das Vergnügliche in der Zeitung ist auch nicht mehr vergnüglich: Welche Redaktion hat angesichts des Sparwahns noch Geld, einen Autor abzustellen, um etwas Schönes zu schreiben? Oder sich gar eine „Edelfeder” zu leisten?”


„Schweifträgerjugendgruppe”.


Aus der Reihe Wohlstands-Sprech, aus dem Tagesspiegel: „Die Karte ist relativ klein, die Preise sind relativ hoch. Für den rohen Wolfsbarsch mit Raju-Sauce aus Chili-Öl, getrockneten Shrimps und Pinienkernen sind also 21 Euro fällig, aber dafür bekommt der Gast auch eine äußerst animierende Vorspeise, die das Thema Sashimi spannungsvoll interpretiert. Vier köstliche Enten-Wraps – quasi Peking-Ente als Vorspeise – kosten 16 Euro, die Salatblätter zum Drumwickeln sollen wohl so eiskalt sein. Der Gurkensalat mit Koriander, Enoki-Pilzen und Chili-Öl (6 Euro) hätte zur Harmonisierung noch etwas Standzeit brauchen können. Ganz ausgezeichnet schmecken hier die Dum Sum. Klassisch gedämpft mit den besagten Jakobsmuscheln, Schweinebauch, Pilzen und Sellerie oder als eine Art Ravioli-Variante mit Yuzu-Ricotta, Eigelb-Crumble und Thai-Basilikum (4 Stück je 10 Euro) [...] Die perfekt rosig-saftig gegarte und dann nur knapp gegrillte Entenbrust kam in einer zu sanften, kontrastarmen Sauce aus Mandarinen und Goji-Beeren (21), und die „Spicy Beef Short Ribs” mit grünem Pfeffer und gebackener Süßkartoffel (23) hätten für meinen Geschmack etwas mehr Biss vertragen können. Aber viele mögen das ja, wenn das Fleisch vom Knochen schon beim scharfen Hinsehen abfällt. Feine, überraschende Desserts: Honig-Soja-Eis mit Gurkenwürfeln, Vanilleöl und Jasmin-Pfirsich-Sauce (10) und gebackene Bananen mit Bananensorbet, Pecan-Nüssen und Thai-Basilikum (11)”.



24.04.2017

„Eröffnungsschließung”.


W1.890 In seinen 21 Einsätzen für die französische Fußball-Nationalmannschaft erzielte Just Fontaine im Schnitt 1,43 Tore.


„Streichholzpferd”.


F1.910 Eine Hypothese, die nicht stimmt: Je besser man aussieht, desto mehr Dates hat man.


„Disruptions-Jünger”.


Nachgeschlagen: crack jokes; dovecot; smarts; devious; farewell letter; blooper; repellant; obtuse; pressure point; clusterfuck; misnomer; detain; tusks; downhill; groat; footlocker; cease fire; disallow; chokehold; thump; pronged; lengthen; lion cub; sow; raise the bar; overreact; groundwork; snarf; fire watch; intoxicate; sentry; ground beef; screwgun; gook; ill tempered; off the record; cull; parenthesis; anthill; necessity; court order; broth; doody; featureless; peace out; swell; twitch; squad leader; rifle; itch; unscrew; narrow down; bred; ragged; cheetah; ewe; grudge; helpline; recompute; obtrusive; headscarf; grip; concertina; humiliate; quirt.


„E-Mobilitäts-Krone”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Sven Krüger, Marketing-Manager: „Insgesamt steuern wir auf eine noch komfortablere Welt zu, in der uns noch mehr automatisiert und individualisiert zur Verfügung stehen wird. Marketing hat die Aufgabe, diese Welt nutzenorientiert zu gestalten, also abseits der Technologie sozusagen die Benutzeroberfläche, das User Interface, zu bestimmen [...] Meine These ist, dass eine positive Nutzenerfahrung augenblicklich zum Benchmark für alle folgenden, gleichartigen Nutzenerfahrungen wird. Künstliche Intelligenz eröffnet hier unendliche Möglichkeiten [...] Ich denke, KI wird in den kommenden 10 Jahren unter anderem das Smartphone überflüssig machen”.



23.04.2017

F1.908 Der Berechnung einer Dating-App mehr zu vertrauen als den Erkenntnissen eines Dates.


D687 Aus der FAS: „Psychische Störungen sind das neue Lieblingsthema modebewusster Lifestyle-Portale. Stars reden über ihre Depressionen, dazu gibt's Partytipps für Patienten mit Panikattacken. Trägt das zu einer Enttabuisierung der Krankheiten bei - oder eher zu einer Verschärfung der Stigmatisierung? [...] Knapp 40 Prozent der europäischen Bevölkerung leiden laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts an psychischen Krankheiten. Publikationen wie „Dazed” und „Refinery29”, aber auch der „Spiegel Online”-Ableger „bento” haben darin eine kaufkräftige Zielgruppe entdeckt. Zwar werden Themen wie Depression oder die Modediagnose „Burnout” schon früher medial beliebte Themen. Dass aber Mental Health nun, seit ein, zwei Jahren, im Mainstream der populären Onlinemagazine angekommen ist, ist eher fragwürdig: Schließlich sind es genau jene Magazine, die mit ihren redaktionellen Beiträgen und Modestrecken eine unerreichbare Phantasie von Schönheit, Jugend, Sex und Erfolg propagieren und damit bei vielen Lesern oft ein anhaltendes Gefühl von Unzulänglichkeit auslösen. In diesem Kontext erscheinen psychische Krankheiten oft nicht mehr als Problem, sondern beinahe als schickes Accessoire, das zum Leben einer modernen Frau irgendwie dazugehört, als Wesensmerkmal, das man unter Kontrolle hat wie sein Outfit”.


„Sozialpinguin”.


F1.909 Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Was wie eine Mischung aus Science-Fiction und Groschenroman klingt, könnte bald im App-Store stehen. „Using Multimodal Wearable Technology to Detect Conflict among Couples” heißt eine amerikanische Studie, die gerade vorgestellt wurde. Auf Deutsch: Wie tragbare Technologie Konflikte zwischen Paaren aufspürt. Lernende Algorithmen - also Handlungsanweisungen für Computer - sind heute überall präsent. Streaming-Dienste analysieren, welche Lieder und Filme wir konsumieren, und stellen Empfehlungen zusammen, die mit der Zeit und der zur Verfügung stehenden Datenmenge immer besser werden. Versicherungen bieten Fitness-Apps an, um ihre Kosten zu senken; wer trainiert, sammelt Rabatte, wer träge ist, wird daran erinnert, wie gut Bewegung tut. Algorithmen helfen Trainern von Spitzenvereinen, Nachwuchskräfte auszuwählen, und Aktienanalysten, die Märkte zu verstehen. In Amerika gibt es eine Kinderwunsch-App für Paare. Sie verrät nicht nur, wann die Empfängniswahrscheinlichkeit am höchsten ist, sondern ermuntert die Nutzer ein paar Stunden vorher mit Textnachrichten dazu, Liebe zu machen. Die Frau erhält dann den Tipp, schicke Wäsche anzuziehen, dem Mann wird empfohlen, mal wieder Blumen zu kaufen [...] Helfer? ist der gewöhnliche Nutzer wirklich noch Herr der Programme, die er benutzt, wenn er sich von ihnen immer weitere Teile seines Erfahrungshorizonts ausrechnen lässt? [...] Das Bestreben ist es, einen Algorithmus zu entwickeln, der Konflikte nicht nur erkennt, sondern vorhersagt. Ein Paar soll schon dann eine Warnung erhalten, wenn es selbst noch gar nicht weiß, dass sich gerade ein Streit anbahnt [...] Nicht der Mensch sagt der Maschine, was sie tun soll; das geschieht nur beim Programmieren des Codes. Die Maschine sagt dem Menschen, was zu tun ist. Sie kann unendlich viel mehr Informationen verarbeiten und auf dieser Basis bessere Entscheidungen treffen. Sie handelt nicht auf meinen Befehl („Siri, wo ist die nächste Pizzeria?”), sondern proaktiv. Das Kräfteverhältnis verschiebt sich. Der Algorithmus war ein Instrument. Nun wird er zur Autorität, die immer nur mein Bestes will”.


W1.889 Jeff Goldblum gab Werbespots von Apple für iMac und iBook seine Stimme.


B1.197 Jens Keller, Fußballtrainer: „Es ist ein riesiger Vorteil, wenn man von den Fans und dem Klub nicht noch zusätzlich unter Druck gesetzt wird. Das ist für die tägliche Arbeit unheimlich wichtig. Jeder kennt das doch von seiner eigenen Arbeit. Wer unter negativem Druck steht, kann nicht hundert Prozent Leistung bringen. Wenn der Chef ständig Druck macht, arbeitet man nicht befreit, bringt seine Ideen nicht komplett ein. Wenn ich Angst vor Fehlern habe, dann mache ich Fehler”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus der FAS: „Es ist ein wenig wie im Märchen vom Aschenputtel: Sensoren und Software trennen die für die Kommunikation notwendigen „guten” Signale von den nicht benötigten oder „schlechten” Signale - und wandeln sie in Text um. Den kann das Netzwerk-Mitglied dann einfach über das Internet verschicken [...] So soll es in einigen Jahren möglich sein, in einer Minute Textnachrichten mit bis zu 100 Wörtern innerhalb einer Minute zu „erdenken” - ohne dass der Versender eine Tastatur verwenden oder ein Handy aus der Tasche ziehen muss [...] Sollten die Facebook-Forscher die nötigen Sensoren tatsächlich entwickeln und sollten diese auch wirklich funktionieren - wer garantiert dann, dass sie nur zum Zweck eingesetzt werden, zielgerichtete und vermeintlich wohlformulierte Nachrichten zu verschicken? Vielleicht wäre es mit den Sensoren auch möglich, Gehirnströme im Vorbeigehen aufzuzeichnen. Ob Menschen nun innerlich die Augen über ihre Mitmenschen verdrehen, sie verfluchen oder mit sich selbst reden - all das wäre mit der Facebook-Technik wohl analysierbar und in Text umwandelbar”.


B1.198 Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender, Manager: „Die Konnotation von Stil ist ja gar nicht mehr so positiv heute. Wer versucht, Mindeststandards zu halten, kommt nicht unbedingt gut an [...] Das Durchschnittsgewicht unseres Vorstandes hat deutlich abgenommen. Überhaupt sehen Sie kaum noch Manager mit Übergewicht, rauchen tut ohnehin keiner, Alkohol wird gemieden, die Lebensgewohnheiten haben sich geändert [...] In unseren Innovationsbereichen oder in der IT werden Sie sich schwertun, einen Kollegen mit Krawatte zu finden. Wenn wir aber Kunden mit Krawatte gegenübertreten, und das ist bei den meisten Kunden weiter der Fall, dann auch mit Krawatte [...] Erstens: Man erwartet von den Chefs großer Unternehmen, dass sie in der Öffentlichkeit Stellung beziehen. Das halte ich für legitim. Die Kunst besteht für Menschen in meiner Position darin, die Mitte zu finden - zwischen nicht präsent sein und es zu übertreiben mit den Auftritten. Wir sprechen ja immer nur für das Unternehmen, davon leitet sich alles ab, es geht nicht um einen selbst. Diese Bescheidenheit muss man sich als Konzernchef bewahren. Wenn Sie, zweitens, meinen, dass Manager heute nichtssagender reden, dann bestreite ich das: Gerade in letzter Zeit äußern sich Wirtschaftsvertreter wieder deutlicher, wobei die Öffentlichkeit, auch die Politik, gemerkt hat, dass man nur gehört wird, wenn Klartext gesprochen wird. Man muss als Manager bereit sein anzuecken [...] Ich wollte schon als junger Mitarbeiter von meinen Vorgesetzten nicht geduzt werden, ich fand das immer unangenehm. Andere finden das klasse. In der nächsten Generation hier im Vorstand wird sicher mehr geduzt”.



22.04.2017

„Schicksalbereit”.


F1.907 Ein von sich auf Partnerinnensuche befindenden Männern immer wieder unterschätzter Attraktivitätsfaktor: Solidität. Bedeutet: passabel, aber nicht zu gut auszusehen; sparsam, aber nicht geizig, fantasievoll, aber nicht fantasierend, unterhaltsam, aber nicht verquasselt sein. Er soll nicht weglaufen, fragen, bevor er widerspricht, beim Sex nicht furzen, dickere Arme und Beine haben als sie, Kinder nicht hassen, und Sachen tragen, die auch ihr gefallen.


„Ingenieurpsychologe”.


Ulli Wegner, Boxtrainer: „Leistungssport und Demokratie sind wie Feuer und Wasser. Das passt nicht zusammen”.


„Easy-going-Pflege”.


W1.888 Die Mindestanforderungen an Windows 95 lauteten: vier MB Arbeitsspeicher und 50 MB freier Festplattenspeicher. Windows 10 hat hundertfach höhere Voraussetzungen.


„Holokuss”.



21.04.2017

W1.887 Karolina Styczynska ist erster nichtjapanischer Shōgi-Profi.


„Verbröselung”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Corinna Milborn, Politikwissenschaftlerin, Journalistin: „Die Grenze zwischen privat und öffentlich gibt es auf Facebook nicht”.


F1.906 Der Zeitpunkt in einer Beziehung, in der Hochzeitsplanungen zu einer Bedrohung werden.


„Resthaarkünstler”.


D686 Wenn man den Ausweg kennt, aber nicht in der Verfassung ist, ihn zu gehen.


Aus der Reihe Online-Sprech, Klaus Müller, Vorsitzender der Verbraucherzentrale: „Wer haftet, wenn die angeblich intelligente Heizungsanlage die Wohnung total überhitzt, alle Zimmerpflanzen sterben und die Erdgasrechnung aus dem Ruder läuft? Oder wenn ich mit meinem Handy bezahle, und der Betrag wird doppelt abgebucht? Oder wenn mit einem autonom gesteuerten Fahrzeug ein Unfall passiert? Solche Fragen müssen europäisch oder vom Bundestag geregelt werden [...] Sie hören Musik mit dem iPod, nutzen ein hochpreisiges Smartphone, lassen sich Austern nach Hause liefern und waren im vergangenen Jahr auf den Malediven? Dann sind Sie leicht als Besserverdiener zu identifizieren, dem man spezielle Preise offerieren kann und zwar nach oben wie nach unten. Mancher Anbieter könnte Ihnen mehr abverlangen in der Annahme, dass Sie vermutlich nicht jeden Euro zweimal umdrehen und einfach zahlen, was verlangt wird. Andere könnten aber auch besonders günstige Angebote machen, etwa für einen Kredit, weil das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Gutverdienern gering ist. So oder so: Mit gleichen Preisen für alle – wie im Supermarkt – ist es dann vorbei [...] Die Informations- und Machtasymmetrie im Markt verschiebt sich zu Ungunsten der Verbraucher, wenn Unternehmen Bedürfnisse und Verhalten von potenziellen Kunden durch Auswertung der gesammelten Daten besser kennen als die Verbraucher sich selbst. Dies könnte zu einer systematischen preislichen Ungleichbehandlung einzelner Personengruppen führen. Besonders kritisch wäre es, wenn Notlagen ausgenutzt werden. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn bestimmte Gesundheitsmittel Verbrauchern, die dringend darauf angewiesen sind, teurer angeboten werden. Anbieter sollten daher zumindest transparent ausweisen müssen, wenn Preise an den Einzelnen angepasst werden. Nur so können Verbraucher selbstbestimmt und auf Augenhöhe mit den Unternehmen ihre Entscheidungen treffen [...] Wir benötigen einen Algorithmen-TÜV, der Diskriminierungen und Datenmissbrauch möglichst ausschließt. Wir haben jede Menge Institutionen, die die Sicherheit von Autobremsen, Werkzeugmaschinen oder Aufzügen testen, aber keine Instanz, die Algorithmen prüfen und auf dieser Grundlage zulassen oder untersagen könnte”.



20.04.2017

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Regina Dugan, Facebook-Managerin, Wissenschaftlerin: „In ihrem Kopf ist eine Tasse nicht ein Etikett mit dem Wort darauf, sondern ein von Menschen geschaffener Gegenstand, den man in der Hand halten und daraus Flüssigkeiten trinken kann [...] Eines nicht so fernen Tages könnte es sein, dass ich auf Chinesisch denke und sie es sofort auf Spanisch fühlen”.


F1.905 Wir träumen nicht von unendlicher Liebe, sondern von Liebe, die Zeit zum Erliegen bringt.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Michael Seemann, Kulturwissenschaftler, Autor: „Das erste Missverständnis ist, dass es sich bei Hate Speech und Fake News um strafbare Inhalte handele. Zwar gibt es strafbare Posts, und gegen sie vorzugehen, ist dringend geboten, aber nur die wenigsten problematischen Aussagen erfüllen tatsächlich einen Straftatbestand. Die meisten Hass-Trolle sind klug genug, nicht den Holocaust zu leugnen oder Hakenkreuze zu malen. Auch Drohungen werden so formuliert, dass sich der Autor oft doch noch rausreden kann. Wir haben keine Gesetze gegen zynische Häme über tote Flüchtlinge im Mittelmeer. Es gibt auch kein Gesetz gegen Rassismus oder Sexismus. Lügen ist ebenfalls nicht verboten, genau so wenig wie Kommentare über Figur, Frisur oder Intelligenz von Mitmenschen. Wer jemanden fertig machen will, wird das auch legal schaffen. Hate Speech ist kein juristischer Begriff, weil Hate Speech kein juristisch zu lösendes Problem ist. Das zweite Missverständnis ist, dass das Gesetz von Heiko Maas ein privates Zensurregime einführe. Das ist deswegen falsch, weil es das längst gibt. Facebook löscht seit seinem Bestehen Inhalte nach Gutdünken. Diese Löschungen erfolgen oft nach Rechtsvorschriften - wenn es zum Beispiel um Urheberrechtsverstöße geht - oft aber einfach nach Geschmack wie etwa bei der Zensur weiblicher Brustwarzen. Facebook und Twitter löschen schon heute Hassrede, auch dann, wenn sie nicht strafbar ist. Jedoch bleiben ihre Kriterien dafür diffus und intransparent. Klar ist nur, dass wir mit dem Ergebnis unzufrieden sind. Es geht also gar nicht um mehr oder um weniger Zensur, sondern um die richtige Zensur”.


„Verteidigungsprosa”, „Playback-Zwillinge”, „Fruchtschnitzel”, „Megativ”, „Ladesäulenregister”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Prof. Susan Benesch: „Viele gefährliche Aussagen fallen nicht in die Kategorie Hassrede – oft verfolgt ein Sprecher gar nicht die Absicht, Hass zu schüren [...] Nehmen wir an, ich erzähle ihnen folgendes: Eine Gruppe, mit der sie schon lange im Konflikt stehen, hortet Macheten. Das wäre doch für Sie schon Anlass genug, um Ihre eigene Bereitschaft zur Gewalt zu erhöhen. Immerhin würden Sie sich existentiell bedroht fühlen. Das ist dennoch keine Hassrede [...] Hassrede ist eine riesige Kategorie und sie ist nicht klar definiert. Zwei Menschen können ganz unterschiedlicher Auffassungen darüber sein, ob eine Aussage Hassrede ist oder nicht [...] Erstens: Was ist überhaupt Hass? Das ist überraschend schwer zu sagen. Wie stark muss das Gefühl von Hass sein, damit es Hassrede ist? Muss es ein anhaltendes Gefühl sein oder reicht ein kurzer Moment des Hasses? Wenn ein Teenager zu seiner Mutter sagt: Ich hasse dich, stimmt das womöglich in dem Moment, aber wahrscheinlich nicht mehr eine Stunde oder einen Tag darauf. Das zweite Problem: Wessen Hass ist gemeint? Der Hass im Kopf des Sprechers? So wird der Begriff meist verwendet [...] Zu sagen: Ich hasse dich, ist noch keine Hassrede. Das wird es erst, wenn ich sage: Ich hasse dich und all euch Deutschen. Der Hass muss sich auf eine Gruppe beziehen, zu der Sie gehören [...] In der Praxis beruht die Definition von Hassrede immer auf den Normen einer Gesellschaft und auf dem Kontext. Ist es Hassrede, den Propheten zu zeichnen? Ist es Hassrede, Christiane Taubira, die ehemalige französische Justizministerin, die schwarz ist, als Affen zu zeichnen? Das Satire-Magazin Charlie Hebdo hat genau das getan – allerdings um damit den Rassismus der Front National zu kritisieren, deren Politiker gegen Taubira hetzten. Das ist das vielleicht größte Problem im Zusammenhang mit Hassrede: Kontext ist der wichtigste Faktor. Wichtig ist meiner Meinung nach auch zu betonen: Ein Großteil von Hassrede ist überhaupt nicht gefährlich [...] Es gibt viel effektivere Strategien, etwa die Autorität eines Sprechers zu untergraben – zum Beispiel mit Humor. Meine größte Sorge im Zusammenhang mit Hassrede-Gesetzen ist allerdings eine andere: Die Regeln selbst werden als politischen Waffe eingesetzt. Ungarn etwa hat ein Hassrede-Gesetz. Die Behörden nutzen es aber ausschließlich, um Roma für anti-ungarische Hassrede anzuklagen. Das klingt wie ein Witz, aber es ist wahr. Das Gesetz wird genau gegen die Minderheiten gekehrt, die es schützen soll. Und gleichzeitig sehen wir Videos ungarischer Skinheads, die ihre Gefolgschaft dazu aufrufen, Molotowcocktails in die Fenster von Roma zu werfen [...] Gefährliche Sprache ist in jedem Fall eine Vorstufe von Gewalt. Ob es auch die Ursache ist, können wir nicht belegen. Wir beobachteten aber Fälle in Indien oder Myanmar, wo sich ein gefährliches Gerücht erst viral ausbreitete und es dann plötzlich zu Ausschreitungen kam. Dort gab es genug Anlass zu glauben, dass das eine kausal mit dem anderen zusammenhängt. In anderen Fällen sehen wir eher eine langsame konstante Zunahme gefährlicher Sprache in der Öffentlichkeit, bevor es zu Übergriffen kommt. Menschen werden dann zum Beispiel als Ungeziefer bezeichnet oder auf andere Weise entmenschlicht [...] Diese Verschiebung im Diskurs sehen wir in vielen Fällen: Eine relevant große Menge von Menschen ändert ihr Empfinden dafür, was ausgesprochen werden darf. Das wiederum führt dazu, dass die Hemmschwelle für bestimmte Aussagen sinkt. Die Folge: Die Spanne dessen, was wie gesagt werden kann, verschiebt sich. Die, die vorher schon scharf gesprochen haben, werden jetzt noch schärfere Aussagen treffen. Die vormals höflichen Omas sagen Dinge, die sie bis dahin nicht gesagt hätten. Entscheidend sind nicht so sehr die Ränder, sondern die sogenannte formbare Mitte. Die verändert ihren Ton [...] Das wollen viele gerne glauben, dass Bildung schützen kann. Leider ist es nicht wahr, das hat uns etwa Deutschland im Laufe der Geschichte gezeigt. Viele Nazis waren hochgebildet [...] Vertrauen ist sehr wichtig. Dabei spielt der Sprecher eine Rolle, aber vor allem der Kanal, über den eine Botschaft verbreitet wird. Wenn ich zum Beispiel häufig Fox News schaue, werde ich empfänglicher für die Nachrichten auf Fox News. Auch die Sprache ist entscheidend. In Kenia haben mir viele gesagt: Wenn ich eine Nachricht auf English oder Kisuaheli höre, höre ich sie mit dem Kopf. Wenn ich sie in meinem Dialekt höre, höre ich sie mit dem Herzen. Aussagen im eigenen Dialekt oder auch nur in einem vertrauten Slang zu hören, macht sie für uns glaubwürdiger – und uns damit empfänglicher für ihre Botschaft. Denn Sprache steht für eine soziale Gruppe und ich bin eher bemüht, das zu tun, was meine Identität als Teil dieser Gruppe zementiert [...] Wenn dein Volk keine Elektrizität, keine Schulen und Arbeit hat, kannst du dafür sorgen, dass sich das ändert. Oder du sagt: Andere sind schuld an unserer Misere! Was meiner Meinung nach fest verdrahtet ist: Wir sind als Menschen eusoziale Wesen, das heißt, wir identifizieren uns sehr stark über eine Gruppe. Wir sind loyal und verhalten uns altruistisch gegenüber den Mitgliedern unserer Gruppe. Diese Zugehörigkeit ist ungeheuer wichtig für unsere Identität. Allerdings muss diese Identifikation nicht über Hass auf andere hergestellt werden. Es ist nur der einfachste Weg”.


W1.886 Operation London Bridge umfaßt einen Maßnahmenplan für die ersten Tage nach dem Tod von Queen Elizabeth II.


Aus der Reihe Online-Sprech, Joachim Müller: „Digitalisierung ist so etwas wie Weltfrieden. Jeder findet es wichtig, aber keiner weiß, wie es geht”.


Nina Hoss, Schauspielerin: „Wir haben es verlernt zu diskutieren - wirklich zu diskutieren! Demokratie ist einfach wahnsinnig anstrengend. Das haben wir, glaube ich, alle vergessen. Alles verändert sich, immer - und es wird nie den Zustand geben, wo alle auf der Welt sagen: Alles ist gut. Aber gerade darum darf man nicht aufgeben und hoffnungslos werden. Auch wenn es im eigenen kleinen Leben immer wieder schwierig wird. Man kann nur versuchen, an einer Gesellschaft zu arbeiten, in der es jedem Menschen möglich ist, ein würdevolles Leben zu führen”.



19.04.2017

B1.195 Aus der Reihe Online-Sprech, Heiner Thorborg, Headhunter, Personalberater: „Ganz offensichtlich braucht die fortschreitende Digitalisierung neben der künstlichen vor allem auch menschliche Intelligenz, die den Maschinen Zügel anlegt. Wer jetzt nach Führungskräften mit noch mehr technischem Wissen ruft, liegt jedoch falsch. Denn daran fehlt es nicht, wohl aber an Chefs mit einem tiefen Verständnis für die humanistischen, ethischen und philosophischen Kriterien des Fortschritts. Wenn alle immer schneller rennen, kommt es nicht auf noch mehr Tempo an, sondern auf die Fragen: Wohin laufen wir eigentlich? Und - wollen wir da überhaupt hin?”


„Alu-Hoodie”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Macht Facebook uns alle zu Pokémons?”


„Bildschirmtouristen”.


F1.904 Da sie Unglück als zusätzliche, emotionalisierende Komponente missverstehen, verlieben Frauen sich gern unglücklich. Unglück: begreiflicher, gelernter, fassbarer, ausdrückbarer als Glück.


„Megabyte-Junkies”.


W1.885 2016 gab es 28 ARD-Brennpunkte. 1971, im ersten Jahr der Sendung, zehn.


„Busfahrerpoesie”.


B1.196 Dirk Wiese, Politiker: „In Berlin ist es kein Makel mehr, wenn jemand sein Startup vor die Wand gefahren hat oder vielleicht erst mit der dritten Idee erfolgreich wird. In ländlichen Regionen ist man dann allerdings erst einmal Dorfgespräch. Daran müssen wir noch viel arbeiten. Aber es wird besser”.



18.04.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Anxingsprüche”.


F1.903 Wenn ein Mann sagt, er habe über die Beziehung nachgedacht, frage man nach, mit welchem Körperteil.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus Spektrum der Wissenschaft: „Ein Experiment deutet darauf hin, dass Unbekannte uns in sozialen Netzwerken in ein positiveres Licht rücken können als wir selbst”.


„Bodenfrust”.


W1.884 19. Oktober 1991: Max Eberl absolviert seine einzige Bundesliga-Partie im Trikot des FC Bayern München.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus Spektrum der Wissenschaft: „In den USA streiten Rechtsexperten, ob Emojis unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen. Symbole sind nach herrschender Meinung vom Schutzbereich umfasst. Darunter ließen sich Emojis subsumieren. Sind die kodierten Zeichen eine Form der Meinungsäußerung?”


„Zeitungsruhm”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, David Marcus, Vice President of Messenger: „M, our virtual assistant, now makes suggestions in your conversations, offering up ways to make your life simpler. These include fun stickers to say “thank you,” a reminder to meet up with a friend, or an easy way to pay someone back or get paid via peer-to-peer payments. Powered by artificial intelligence, M recognizes when people are doing specific tasks and provides helpful suggestions. We think the next step is to offer people more ways to do more – so today M can now offer the ability to order food through delivery.com. If you’re chatting with friends about what to grab for dinner, M may suggest placing an order. The whole experience can be completed in Messenger, including group ordering and payment. The more you use M, the more it will make relevant suggestions to you. This is available in the US where delivery.com serves”.



17.04.2017

F1.902 Eine Frau wird es nie verzeihen, wenn man bei der/n ersten Begegnung/en einer anderen Frau angeblich größere Beachtung geschenkt hatte.


„Überseeeleganz”.


B1.193 Kollegen, die mehr Zeit damit verbringen, anderen Kollegen deren Arbeit zu erklären, als ihre eigene Arbeit zu erledigen.


W1.883 Harry S. Truman hatte keinen Hochschulabschluss.


A814 B1.194 Budd, Figur aus „Kill Bill Vol. 2”, 16.04.2004: „They say the number one killer of old people is retirement. People got 'em a job to do, they tend to live a little longer so they can do it. I've always figured warriors and their enemies share the same relationship”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Oliver Blecken, Marketing-Manager: „Wenn der Mensch nicht mehr am Regiepult sitzt, sondern Algorithmen eigenständig Entscheidungen treffen, kann dies zu unabsehbaren Folgen führen. Dennoch breitet sich in unserer Werbebranche im Moment eine naive Algorithmus-Gläubigkeit aus, als hätte es solche Nachrichten nie gegeben. Man müsse nur Großrechner mit ein paar Daten füttern, so das Versprechen einiger Tech-Anbieter, dann übernehmen diese die Mediaplanung, optimieren die Kampagne kontinuierlich und in Millisekunden und bescheren allen Beteiligten am Ende höchste Effizienz [...] Die Anbieter preisen die vermeintlichen Segnungen ihrer Hightech-Innovationen in nur schwer nachvollziehbaren Fachtermini. Da geht es um Programmatic Buying, Artificial Intelligence, Empowering des Marketings, Realtime Reporting oder ganzheitliche Customer Journey. Die im Stile von Bullshit-Bingo aneinandergereihten Begrifflichkeiten gaukeln eine Fachkompetenz vor, die niemand mehr hinterfragt, weil man sich keine Blöße geben will. Kaum einer besitzt den Mut, zuzugeben, dass er nichts oder nur wenig versteht. Dabei wäre gerade jetzt ein hartnäckiges Hinterfragen wichtig [...] Die derzeit um sich greifende Bereitschaft, in Algorithmen ein Allheilmittel für die Mediaplanung zu sehen, ist für die Branche ein Armutszeugnis. Dass der Mensch die Kontrolle über die Maschine bewahren muss, weiß eigentlich jeder Heimwerker”.



16.04.2017

36.


A813 B1.191 Karl Lagerfeld, Modeschöpfer, 01.01.2011: „Ich habe eine Idee, eine Inspiration, und die wird dann konkretisiert, wie jetzt meine Arbeit an diesem Kalender von Pirelli. Aber an Unsterblichkeit denke ich nicht. Ich habe ja nicht einmal Archive. Ich mache, um etwas zu machen, nicht, um etwas gemacht zu haben. Wenn man anfängt, sich an das zu erinnern, was man mal gemacht hat, ist man gleich reif für den Mülleimer”.


Warum es so wenige Bezeichnungen für die unterschiedliche Grade davon gibt, wie nah man seiner Familie steht.


W1.882 Folgt man den Koordinaten 36°59′56″N 109°02′43″W, stößt man auf das Four Corners Monument - hier treffen gleich vier Bundesstaaten der USA aufeinander: Arizona, Colorado, New Mexico und Utah.


Freundschaften, die sich in ihrer Brauchbarkeit - ähnlich Getränken - den Jahreszeiten anpassen.


F1.901 B1.192 Shirley McLaine, Schauspielerin, Tänzerin, Schriftstellerin: „Das Leben zu entdecken, die Welt zu bereisen oder Liebesbeziehungen auszuleben, war mir immer viel wichtiger als meine Karriere”.



15.04.2017

A812 Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAZ, 04.01.2011: „Rund 80 Prozent der Führungskräfte in Deutschland sind überzeugt, dass das mobile Internet, iPhones oder iPads schon in drei Jahren für Marketing und Vertrieb eines Unternehmens genauso wichtig sind wie das stationäre Internet. Als wichtigste Anwendungen werden Social Media, ortsbezogene Dienste und Werbung, das Lesen elektronischer Bücher und Coupons gesehen”.


W1.881 Microsoft wurde in New Mexico gegründet.


„Automatisierungsdividende”.


Max Eberl, Fußballmanager: „Wenn Fußball nur noch ein Produkt ist, läuft in der Tat etwas falsch”.


F1.900 Paare, die in den Urlaub fahren, um sich vom Stress der Urlaubsvorbereitungen zu erholen.


„Künstlerwissenschaftler”.


Prof. Niko Paech, Volkswirt: „Der größte Umweltzerstörer ist nicht mehr der Konsum, sondern die Mobilität. 20-jährige Globetrotter haben heute bereits oft den ökologischen Fußabdruck, den früher ein hochbetagter Rentner hatte. Schon Kinder werden in der Schule zu Konsumäffchen abgerichtet: Sie sollen ihre Referate auf den neuesten Geräten tippen und angeblich weltoffener werden durch Austauschreisen nach Australien [...] Dass Globetrotter weltoffener sein sollen, halte ich für eine billige Ideologie. Und was nützt Weltoffenheit zum Preis der Zerstörung eben dieser Welt? Man kann sich auch anders über ein Land informieren, etwa durch Dokumentationen und im Internet [...] Ein Großteil des Konsums dient nur dazu, unseren Status aufzuwerten: Je mehr Erlebnisse, Reisen und Freunde bei Facebook wir vorweisen können, desto bedeutsamer scheinen wir. Komischerweise sind wir bei steigendem Konsum nicht glücklicher. Krankheiten wie Burn-Out und Depressionen oder die Flucht ins Digitale nehmen zu. Viele freuen sich das ganze Jahr auf den Urlaub, sehen nicht das Trügerische dieses Konzepts”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Sarah Spiekermann, Professorin für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik: „Technik sollte uns erlauben, unsere Potenziale besser zu entfalten. Wenn ich dank des Internets zu Hause arbeiten, wenn ich Arbeitszeit frei gestalten kann, dann ist das für mich Fortschritt. Doch viele Technologien werden heute mit einer Marketingmaschinerie in den Markt gedrückt, obwohl kein Mensch sie braucht. Das tausendste Upgrade auf Windows und immer mehr Sensoren in Fahrzeugen: Wozu das Ganze?”


„Esoterik-Snowboard-Action-Movie”.


Hans-Christian Ströbele, Rechtsanwalt, Politiker: „Es gibt einen riesigen Vertrauensverlust und einen Verlust an Glaubwürdigkeit der einzelnen Politiker. Ich stelle immer wieder fest, dass die Politik in Deutschland, aber auch in Europa, nicht mehr in der Lage ist, die dringendsten Probleme zu regeln. Egal ob es nun die die Flüchtlingsfrage oder die Frage nach Sicherheit vor Terrorismus ist: Jedes Jahr wird verkündet, dass wir solche Fragen europäisch lösen und jeder weiß, dass das nicht klappt. Die Kanzlerin weiß genau, dass bei der Aufnahme von Flüchtlingen zehn Länder vielleicht mitmachen und die anderen 18 nicht. Wie kann sie den Leuten dann etwas von einer europäischen Lösung erzählen? [....] Alle reden immer über die Angriffe des Assad-Regimes, die ohne Frage grauenhaft und schrecklich sind. Aber keiner redet über die Bombardements des Westens. Da sind mittlerweile zehntausende Angriffe in einem übersichtlichen Land wie Syrien geflogen worden und wir wissen nicht, wie viele Menschen gestorben sind und was zerstört worden ist. Ich habe die Bundesregierung mehrfach in parlamentarischen Anfragen gefragt. „Das wissen wir nicht. Die Amerikaner sagen uns das nicht” war die Antwort. Wie kann man sich an einem Krieg beteiligen, ohne zu wissen, was unser Kriegspartner mit den Informationen macht, die unsere Aufklärungsflugzeuge liefern? Es ist unverantwortlich und wir dürfen da nicht mitmachen, weil wir sonst für jeden getöteten Zivilisten mitverantwortlich sind”.



14.04.2017

A811 Aus der Reihe Online-Sprech, Morpheus, Figur aus „The Matrix”, 31.03.1999: „At some point in the early twenty-first century all of mankind was united in celebration. We marveled at our own magnificence as we gave birth to AI”.


„Affenliteraturexperiment”.


W1.880 Der niedrigste Punkt vom Bundesstaat Colorado liegt 1.011 Meter über dem Meeresspiegel.


„Blitzallee”.


F1.899 Aus Spektrum der Wissenschaft: „Manch einer würde wohl die Ehe als das größte Experiment des Lebens bezeichnen – auch wenn diese Studie einiger britischer Psychologen nicht auf einem klassischen Experiment beruhte: Sie hatten tausende Hochzeitenanalysiert, um herauszufinden, ob die Paare zuvor bereits zusammengelebt hatten. Eines der Ergebnisse: Gaben beide Partner bei der Eheschließung dieselbe Adresse an, sei es wahrscheinlich, dass sie sich bereits vor dem Hochzeitsfest die Wohnung geteilt hatten. Wer hätte das gedacht? Eine sinnvollere Studie von Marret Noordewier an der Universität Tilburg in den Niederlanden widmete sich der Frage, was es für Folgen hat, wenn Frauen den Namen ihres Gatten annehmen. Sie werden von ihrer Umwelt als abhängiger, emotionaler, weniger klug und ehrgeizig betrachtet – und sie verdienen deshalb weniger. Den Verlust hat Noordewier ausgerechnet: Über das Arbeitsleben hinweg bekommt eine Frau, die ihren Namen gewechselt hat, bis zu 360 000 Euro weniger. Das Ergebnis ist eigentlich erschütternd – wenn die Daten nicht erfunden worden wären, wie später herauskam”.


Die Sätze „Nüchtern genießt man schüchtern”, „Das Wort Sucht besteht aus Suchen und Flucht”, „Stolpern lernt man von Fall zu Fall”.



13.04.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, aus Spektrum der Wissenschaft: „Um einem Computer das Sprechen beizubringen, lässt man ihn heutzutage gewaltige Textmengen durchforsten, Zeitungsarchive, Websites oder digitale Bibliotheken zum Beispiel. Das funktioniert ganz gut: Die künstliche Intelligenz (KI) ermittelt etwa statistische Regelmäßigkeiten wie die Häufigkeit bestimmter Wortkombinationen, und am Ende hat das System mehr oder weniger anwendbares Deutsch aufgeschnappt – und, wie sich zeigt, eine ganze Menge Vorurteile. Denn diese stecken unweigerlich in den Trainingsdaten drin, wenn auch häufig wenig offensichtlich [...] Eigentlich ist es ganz einfach, sagt Margaret Mitchell von Google Research in Seattle: „Stecken wir Vorurteile rein, kommen Vorurteile raus.” Diese seien allerdings kaum offensichtlich, weshalb sie häufig nicht bemerkt werden. „Wir haben heute dank der Deep-Learning-Revolution mächtige Technologien”, sagt Mitchell – und damit stellen sich neue Fragen, denn langsam wird klar, welchen Einfluss das maschinelle Lernen auf die Gesellschaft haben kann. „Solche Tendenzen in den Daten werden manchmal erst durch den Output der Systeme sichtbar”, sagt die Forscherin. Aber das auch nur dann, wenn sich die Entwickler dem Problem bewusst sind, dass sie die Ergebnisse in Frage stellen müssen. Noch gebe es keine technische Lösung, wie man jene Vorurteile in den Daten systematisch aufspüren kann, die zu Diskriminierung führen können, gibt Mitchell zu: „Damit müssen wir uns jetzt beschäftigen, denn diese Systeme sind die Grundlage für die Technologien der Zukunft.” Sie nennt das die „Evolution der künstlichen Intelligenz”. Gerade an der Schnittstelle zwischen Bild- und Texterkennung gibt es immer wieder Pannen: Kürzlich hatte eine Google-Software das Foto zweier Dunkelhäutiger mit der Unterschrift „Gorillas” versehen. Peinlich genug für den Konzern, um sich nun verstärkt auch dieser Ebene des maschinellen Lernens zu widmen. „Sogar Systeme, die auf 'Google-News'-Artikeln (also Zeitungsartikeln) trainiert sind, zeigen Geschlechterstereotype in einem störenden Ausmaß”, schreiben die Autoren um Tolga Bolukbasi von der Boston University im oben genannten Artikel. Sie schlagen vor, die Modelle zu „ent-biasen”, also die Tendenzen und Vorurteile aus den Trainingsdaten zu entfernen. Joanna Bryson findet das falsch: „Es wird kaum möglich sein, jedes Vorurteil aus den Daten zu nehmen.” Schließlich seien die wenigsten so offensichtlich wie Rassismus und Geschlechterstereotypen”.


F1.898 Eine der größeren Fehler, der einem bei einem Date unterlaufen kann: um Sex zu betteln. Denn das kommt unsexy.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook gibt in Zeitungsanzeigen Tipps gegen Falschmeldungen [...] Die zehn Tipps lauten: 1. Lies Überschriften kritisch 2. Sieh dir die URL genau an 3. Überprüfe die Quelle 4. Achte auf ungewöhnliche Formatierungen 5. Sie Dir Fotos genau an 6. Überprüfe die Datumsangaben 7. Überprüfe die Beweise 8. Sieh Dir andere Berichte an 9. Ist die Meldung ein Scherz? 10. Einige Meldungen sind bewusst falsch”.


„Datenaufbruch”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Hanna Wallach: „Datengetriebene maschinelle Sprachverarbeitung reproduziert automatisch alle Tendenzen, die in den Daten vorhanden sind, beispielsweise sexistische oder rassistische Vorurteile. So konnten Forscher zeigen, dass Sprachsysteme, die auf der Grundlage von Zeitungsartikeln trainiert wurden, Geschlechtsstereotypen verstärken: Sie erkennen einen starken Zusammenhang zwischen den Worten Krankenschwester/Krankenpfleger (im Englischen ist der Begriff „nurse” geschlechtsneutral) und Frau [...] Genau, wir leben bereits in einer Gesellschaft mit Vorurteilen. Maschinen, die von uns lernen, reproduzieren das automatisch. Und sie verstärken sie, beispielsweise treffen Maschinen immer häufiger bei Bewerbungen eine Vorauswahl. Wir müssen sicherstellen, dass sie nicht auf der Grundlage solcher Verzerrungen in den Daten bestimmte Bewerbergruppen aussortieren [...] Stellen Sie sich beispielsweise dieses Unternehmen vor, das ein automatisches Verfahren anwenden will, um zu entscheiden, welche Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden sollen. Welche Beispiele soll es dem Computer geben, um zu lernen, wie man solche Entscheidungen trifft? Es trainiert sein System mit den bisherigen Entscheidungen der Personalabteilung, und dieses findet beispielsweise vor allem weiße Männer mit hohen Bildungsabschlüssen in der Belegschaft. Andere Bewerber mögen ebenso gut geeignet sein, aber das System wird sie künftig aussortieren, weil es historische Vorurteile reproduziert [...] Ein erster wichtiger Schritt ist es, die Fehleranalyse ernst zu nehmen. Wenn Datenpunkte Menschen sind, bekommt diese Analyse ein viel größeres Gewicht, denn die Fehler haben Konsequenzen für das Leben echter Menschen. Es genügt nicht zu wissen, dass ein Modell zu 95 Prozent genau ist. Wir müssen wissen, wer von dieser Ungenauigkeit betroffen ist. Es ist ein großer Unterschied zwischen einem Modell, das für alle Bevölkerungsgruppen 95 Prozent genau ist, und einem, das zu 100 Prozent genau ist für weiße Männer, aber nur zu 50 Prozent, wenn es um Frauen oder Minderheiten geht”.


W1.879 Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage stellt in Utah die Bevölkerungsmehrheit.


Nachgeschlagen: Lorenzo Richelmy; Friedrich Sieburg; Semper paratus; Andreas Gottschalk; Johannes Schaaf; Laura Haddock; Karl Scheidl; Jane March; Volker Brandt; Hibaku jumoku; Franz Jägerstätter; Muriel Spark; Pergola; Juliette Greco; Stefan Moses; Luis Durnwalder; pro bono; Friedrich Georg Jünger; Andrés Muschietti; Erhard Eppler; Mario Yepes; Olga Benario-Prestes; Raphael Lemkin; Tomi Ungerer; Nazca-Linien; Jörg Schüttauf; Harald zur Hausen; Johano Strasser; Shannon Lucio; Karnivoren; Arne Dahl; Pâtisserie; Bernhard Sinkel; Carandiru; Adam Stegerwald; Martin Rütter; El Teniente; Helmut Schelsky; Bill O'Reilly; Anna Friel; Jan Vertonghen; Finissage; Nadeschda Konstantinowna Krupskaja; André Silva; Detlef Scheele.


A810 Aus der Reihe Online-Sprech, dungiBear, 16.12.2009: „#Twitter ist #Kaugummi für die #Augen”.



12.04.2017

B1.190 Aus der Reihe Online-Sprech, aus Meedia: „15 Minuten – länger braucht die Software des Aachener Unternehmens Precire nicht, um die Person am anderen Ende des Telefons zu durchleuchten. Scheinbar belanglose Fragen muss sie beantworten, zum Beispiel, wie ein typischer Sonntag aussieht oder welches Ereignis in den vergangenen Monaten ihr besonders stark in Erinnerung geblieben ist. Was genau der Bewerber während der Viertelstunde erzählt, ist egal. Wichtig ist, wie er es sagt. Seine Sprechgeschwindigkeit, die Anzahl der Pausen, die Komplexität der Sprache, die Betonung – all das gibt Auskunft über die Eigenschaften des Bewerbers. Kann er Belastungen standhalten? Ist er neugierig? Emotional stabil? Oder fleißig? Allein durch die Sprache einer Person lässt sich ein umfassendes Persönlichkeitsprofil erstellen, versprechen die Erfinder der Technologie. Unternehmen können anhand dessen entscheiden, ob der Bewerber geeignet ist oder nicht. Vertriebler zum Beispiel brauchen eine hohe Kontaktfreudigkeit. Wer dagegen in der Telefon-Akquise arbeitet, muss emotional stabil sein – da er wahrscheinlich mit vielen Absagen konfrontiert wird. All das lasse sich bereits an der Sprache erkennen. Aber wie macht die Software das? Dahinter stecken zehntausende winzig kleine, digitale Bausteine, die der Sprache entnommen werden. Sie sind von Person zu Person unterschiedlich. Precire aber hat herausgefunden, dass sie auch Rückschlüsse auf den Charakter eines Menschens geben können. Demnach weisen etwa Personen, die wenig belastbar sind, ähnliche Sprachmuster auf”.


„Laienpsychologe”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Das Virtuelle macht uns alle gleich”.


Rüdiger Hossiep, Wirtschaftspsychologe: „Es gibt ein aufschlussreiches Experiment. Dabei fährt man ein Auto direkt vor eine rote Ampel. Sobald die grün ist, wird gemessen, wie lange es dauert, bis der Erste hinter einem anfängt zu hupen. In Versuchsreihen wurde das viele Hundert Mal mit wechselnden Fahrzeugen getestet. Dabei kam heraus: Je höher der Status des vorne wartenden Autos, also je größer und teurer es ist, umso länger dauert es, bis jemand dahinter anfängt zu hupen”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Tagesspiegel: „Was tun, wenn aus sozialen Netzwerken asoziale Hetzwerke werden? Am Amtsgericht Tiergarten wurde am Dienstag ein Facebook-User verurteilt, der die Grünen-Politikerin Claudia Roth beleidigt und dazu aufgefordert hatte, „sie aufzuhängen”. Der Mann muss 4800 Euro Strafe zahlen. Billiger Hass wird endlich teuer”.


Theodor Waigel, Politiker: „Das Wort „bedingungslos” gibt es in der Politik nicht”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Oliver Brendel, Wirtschaftsinformatiker, Maschinenethiker, Autor: „Wir kennen seit 2500 Jahren die Ethik als eine Disziplin, die sich ausschließlich auf Menschen richtete. Jetzt haben wir es mit neuen Subjekten der Moral zu tun, eben Maschinen. Natürlich sind die nicht gut oder böse, weil sie keinen eigenen Willen, kein Bewusstsein haben. Aber sie treffen, teilautonom oder autonom, bestimmte moralisch relevante Entscheidungen”.


„Beeinflussungskomponente”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Seit der Antike haben große Künstler sich mit Selbstbildnissen ein Denkmal gesetzt, zum Beispiel Albrecht Dürer. Seitdem ist viel passiert, aber aus Gründen der Verweildauer fasse mich kurz. Im Schnelldurchlauf: Selbstauslöser und Digitalkameras haben die Fotografie revolutioniert, die ihren bisherigen Höhepunkt in Kim Kardashians Meisterwerk, nein: Buch, „Selfish” fand. Wer auf Google nach dem Begriff „perfect selfie” sucht, bekommt mehr als 68 Millionen Ergebnisse angezeigt. Das Bedürfnis nach Selbstdarstellung ist real, das Selfie nicht mehr wegzudenken. Aber wie kommt man nun zum perfekten Selbstporträt? Adobe scheint dafür eine Lösung in der Schublade parat zu haben: In einem Video teaserte das Unternehmen vor wenigen Tagen ein neues Bearbeitungstool speziell für Selfies an”.


„Kiezhausen”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Michel Clement, Professor für Marketing und Medien: „Ich sehe es als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, kritisches Denken zu lernen und leben. Alles, was die 'Social Media Stars' vorleben, ist also erst einmal in Ordnung, solange es mit kritischer Distanz betrachtet wird”.


W1.878 Zum Fall der Entführung von Natascha Kampusch sammelten sich 167 Ordner mit Ermittlungsdetails an.


Amsterdam 5/5.


F1.897 Vera von Lehndorff, Schauspielerin, Malerin, Fotografin, auf die Frage, „was sie an einem Mann schön findet”: „Intelligenz, die Stimme, seinen Humor oder die Art, wie er geht. Ich finde Künstler gut, aber ein Egobesessener darf er wiederum nicht sein, und das sind einige Künstler [...] Ich finde, Männer müssen sexy sein, na ja, was ich eben für sexy halte. Ich mag gerne junge Männer, ihre Energie. Eine erotische Beziehung muss nicht immer Sex bedeuten”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Sebastian Weil, Gründer, Unternehmer: „Über das Netz hat jeder die Möglichkeit, entdeckt zu werden, ohne an Castings teilnehmen zu müssen oder einen Manager zu haben. Das macht es spannend für jeden, das einfach mal auszuprobieren. Es reicht ja schon, ein iPhone oder eine Webcam zu haben. Und wenn es funktioniert, braucht man kaum Investment, sondern nur das pure Talent, Authentizität und die Sympathien der Zuschauer. Das ist eine spannende Entwicklung, die es im TV-, Film- und Musikbereich in dieser Form nicht gab. Das hat erst das Netz ermöglicht. Und da unter der jungen Zielgruppe jeder die großen Influencer kennt, entsteht auch schneller der Gedanke, das selbst auszuprobieren”.



11.04.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Already, mathematical models are being used to help determine who makes parole, who’s approved for a loan, and who gets hired for a job. If you could get access to these mathematical models, it would be possible to understand their reasoning. But banks, the military, employers, and others are now turning their attention to more complex machine-learning approaches that could make automated decision-making altogether inscrutable. Deep learning, the most common of these approaches, represents a fundamentally different way to program computers. „It is a problem that is already relevant, and it’s going to be much more relevant in the future,” says Tommi Jaakkola, a professor at MIT who works on applications of machine learning. „Whether it’s an investment decision, a medical decision, or maybe a military decision, you don’t want to just rely on a „black box” method.” There’s already an argument that being able to interrogate an AI system about how it reached its conclusions is a fundamental legal right [...] As the technology advances, we might soon cross some threshold beyond which using AI requires a leap of faith. Sure, we humans can’t always truly explain our thought processes either—but we find ways to intuitively trust and gauge people. Will that also be possible with machines that think and make decisions differently from the way a human would? We’ve never before built machines that operate in ways their creators don’t understand. How well can we expect to communicate—and get along with—intelligent machines that could be unpredictable and inscrutable? These questions took me on a journey to the bleeding edge of research on AI algorithms, from Google to Apple and many places in between, including a meeting with one of the great philosophers of our time”.


A809 F1.896 Hermann Hesse, „Die Verlobung”, 1912: „Junge Mädchen nähmen schließlich bei einem Liebhaber alles lieber in den Kauf als Lächerlichkeit”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus Meedia: „Dass Donald Trumps Twitter-Follower keinesfalls allesamt aus Fleisch und Blut sind, war schon im US-Wahlkampf zu beobachten. Nun hat der Finanzinformationsdienst Bloomberg anhand der Daten des Analysedienstes Social Rank weiter nachgeforscht und sieben typische Trump-Twitterer klassifiziert: Den Fan, den Hater, den Aktivisten, den Comedian, den Troll, den Bot und das Ei”.


„Offensivgähnen”, „Kiez-Facebook”, „Mut-Bürgermeister”, „Schulranzen-Report”, „Interaktions-Summe”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter is a much-maligned, ever-burning furnace of existential dread. At its best, it's an efficient tool for communication, even if that only means telling people to go fuck themselves. But unlike on other forms of social media, where the success of a post might be measured in terms of the discussion it generates—a busy comment section under a blog post, or thousands of comments on a Facebook page—on Twitter, provoking a significant response is actually evidence of the opposite. The lengthier the conversation, the surer it is that someone royally messed up. It's a phenomenon known as The Ratio. While opinions on the exact numerical specifications of The Ratio vary, in short, it goes something like this: If the number of replies to a tweet vastly outpaces its engagement in terms of likes and retweets, then something has gone horribly wrong [...] A perfect tweet is a pure thing, and ideally, is shared off into the world without commentary, letting its engagement numbers bloom unmolested. In fact, there's nothing worse than replying to an expertly executed tweet, particularly when it comes to trying to riff off of a joke, or even worse, improve on it. On the other hand, when a tweet has pissed someone off, the user is more inclined to let the author know directly how much they suck. „Delete your account” and „Retire bitch” being two of the better known refrains”.


W1.877 Ferdinand Piëch hat zwölf Kinder. Oder mehr.


Amsterdam 4/5.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Mark Zuckerberg, Unternehmer: „When we were getting started with Facebook in 2004, the idea of connecting the world was not really controversial. The default was that this was happening, and people were generally positive about it. But in the last few years, that has shifted, right? And it’s not just the U.S. It’s also across Europe and across Asia, a lot of places where folks who have been left behind by globalization are making their voices louder. That goes to the heart of what we at Facebook stand for as an organization, where our mission is to make the world more open and connected. I feel like someone needs to be making the case for why connecting people is good, and we are one of the organizations that I think should be doing that. You know, we talk about connecting everyone in the world and that is far from complete. We are almost at two billion people [at Facebook], out of more than seven billion in the world, so from our perspective we are earlier on in this than later. If you look at the arc of human history, hundreds of thousands of years, it is a story of how people have learned to come together in bigger numbers to do things that we couldn’t do separately. Whether that’s coming together from tribes to building villages, or building cities into nations, it has required social infrastructure and moral infrastructure, things like governments or media or religion, to enable people to work together. I think today we need more global infrastructure in order to unlock a lot of the biggest opportunities and solve some of the biggest challenges. So when you’re talking about spreading freedom or trade, or you’re talking about fighting terrorism, where a civil war in one country leads to refugee crises across multiple continents, these are not typically problems any one country has the tools by itself to go solve. I think we have a responsibility as a technology company at a pretty big scale to see what we can do to push on that [...] I think the core operation of what you do should be aimed at making the change that you want. A lot of companies do nice things with small parts of their resources. I would hope that our core mission is the main thing we want to accomplish, in that almost all of our resources go toward that. When I want to do stuff like invest in education and science and immigration reform and criminal-justice reform, I do that through the Chan-Zuckerberg initiative [a nonprofit foundation that he started with his wife, Priscilla Chan]. It’s not that people [at Facebook] don’t believe in that, I just think what we are doing in making the world more open and connected, and now hopefully building some of the social infrastructure for a global community—I view that as the mission of Facebook [...] One of the things that we have struggled with recently is how do we have a set of community standards that can apply across a community of almost two billion people. One example that has been quite controversial has been nudity. There are very different cultural norms ranging from country to country. In some places, the idea that showing a woman’s breasts would be controversial feels backwards. But there are other places where images that are at all sexually suggestive, even if they don’t show nudity, just because of a pose, that’s over the line. The question is, in a larger community, how do you build mechanisms so that the community can decide for itself and individuals can decide for themselves where they want the lines to be? This is a tricky part of running this company. In setting the nudity policy, for example, we are not trying to impose our values on folks, we’re trying to reflect what the community thinks. We have come to this realization that a bunch of people sitting in a room in California is not going to be the best way to reflect all the local values that people have around the world. So we need to evolve the systems for collective decision making. It’s an interesting problem. There are certainly going to be a lot more global infrastructure and global enterprises going forward, there just hasn’t been anything at this scale yet”.



10.04.2017

A808 F1.895 Hermann Hesse, „Getrudäge”, 1910: „War das wirklich die Liebe? Ich sah sie alle, diese Menschen der Leidenschaft, wie von Stürmen getrieben taumeln und ins Ungewisse wehen, den Mann von Verlangen heute, von Überdruß morgen gepeinigt, düster liebend und brutal abbrechend, keiner Neigung sicher und keiner Liebe froh, und die Frauen hingerissen, Beleidigung, Schläge tragend, endlich verstoßen und doch an ihm hängend, von Eifersucht und verschmähter Liebe entwürdigt, hundetreu”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „EU-Experten warnen: Abhängigkeit von Microsoft gefährdet die digitale Souveränität”.


„Reiseretter”.


W1.876 Im Alter von 25 Jahren erhielt William Lawrence Bragg den Nobelpreis für Physik.


„Weißbrotpalast”.


Amsterdam 3/5.


Der Zeitpunkt, wenn Fotografen Künstler werden.


Aus der Reihe Online-Sprech, Bediko: „*glitzer in die timeline werf* So, alle verschwult”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Zuckerberg doubtless means well, but the problem is not that we need a slightly better Facebook. It’s that Facebook—a company worth $400 billion because it vacuums up information about our tastes, our shopping habits, our political beliefs, and just about anything else you might think of—is too powerful in the first place. What we need is to spend less time on Facebook”.



09.04.2017

W1.875 Die Eingangstür von Fort Knox wiegt ca. 20 Tonnen.


„Vergangenheitsdetektiv”.


F1.895 Nicht die Liebe stirbt aus, sondern die Sinnlichkeit.


Amsterdam 2/5.


Aus der Reihe Wohlstandssprech, aus der Berliner Zeitung: „Bei der 15. Bratwurstmeisterschaft der Berliner Fleischer-Innung küren Besucher mit Hilfe eines am Eingang ausgereichten Bewertungsbogens den Sieger. Überall fachsimpeln deshalb die Menschen, während sie ihre fetttriefenden Finger an Servietten abwischen [...] Entenbratwurst Tokyostyle [...] Bratwurst ’Frutti di Mare’ mit Räucherlachs, Calamares und Shrimps [...] orientalische Bratwurst mit Datteln, Pfirsich und Mandeln [...] Cognac-Steinpilz-Bratwurst [...] Tamarillo-Bratwurst”.


Die Sätze „Wahnsinn hat keine Geländer”, „Zahlen haben keine Sprache”, „Humor hat keinen Glauben”.



08.04.2017

Aus der Reihe Wohlstands-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Da sucht man jahrelang nach dem perfekten Lippenstift. Eines Tages findet man ihn. Und dann - wird er vom Markt genommen. Ein Leidensbericht”.


W1.874 1993 stellte Bryan Cranston zwei verschiedene Bösewichte - Twin Man und Snizzard - in Power Rangers dar.


„Star-Abenteurer”.


F1.894 In Ex-Beziehungen sieht man immer jünger aus.


Amsterdam 1/5.


„Herdplattenanfasser”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Alt und abgelutscht: Jemandem Rick Astleys „Never Gonna Give You Up” auf Youtube unterzujubeln. Neu und heiß: Den Song der Spotify-App per Python-Skript unterjubeln”.


D685 Konstantin Wecker, Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler, Autor: „Ohne Schwermut wären wir gar nicht dazu in der Lage, für andere zu empfinden. Erst wer sie nicht zulässt, wird wirklich depressiv”.



07.04.2017

F1.893 Eine Liebe vergisst man nicht - man tauscht sie nur aus.


„Radverkehrsdialog”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter verklagt US-Regierung um die Identität eines Trump-Kritikers zu schützen”.


„Inspirations-Garantie”.


W1.873 Täglich entstehen auf der Erde mehr als 2,5 Milliarden Gigabyte Daten.


„Lieblingspressemitteilungswort”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Dieter Gorny, Manager, Musiker: „Wir kommen langsam aus dieser überbordenden gesellschaftlichen Euphorie über das Internet heraus und fangen an, über Ordnungssysteme in der digitalen Welt zu diskutieren. Das sieht man nicht nur an der Gesetzgebung. Es geht um ein ausbalanciertes Level Playing Field. Da ist das Internet, wie wir es verstehen, als eine große soziale Angebotspalette, die es jedem ermöglicht, alles zu tun. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass mit geistigem Eigentum, mit Journalismus und künstlerischen Werken, Wertschöpfung betrieben werden kann. Am Ende steht ein hoffentlich auch kulturelles Ökosystem mit fair verteilten Chancen”.


„Weihnachtsbaum-Entdecker-Hotline”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Gehören Sie auch zu den 24 Millionen Deutschen, die Facebook täglich nutzen? Dann dürften Sie in den kommenden Monaten erleben, wie Ihre Timeline politisch wird. Denn über das soziale Netzwerk mischen sich Parteien und Interessengruppen aktiv in den Bundestagswahlkampf ein”.


B1.189 Dr. Simon Pfaff, Soziologe: „Viele sehen ihre Reisezeit als verlängerte Arbeitszeit an, die nicht bezahlt wird. Das macht unzufrieden [...] Je länger die Pendeldistanz, desto weniger Zeit bleibt, um den Stress durch Freizeit ausgleichen zu können. Folgen sind oft verringerte Lebensfreude, Müdigkeit, Verspannungen, Schlafstörungen und psychosomatische Probleme [...] Ob man die Autofahrt als stressiger wahrnimmt als die Bahnfahrt, ist individuell ganz unterschiedlich. Viel bedeutender ist neben der Pendeldauer die Frage, ob man sich bewusst zum Pendeln, also zum Beispiel für das Heim im Grünen entschieden hat. Dafür nimmt mancher den längeren Weg zur Arbeit gern in Kauf. Anders ist es, wenn zum Beispiel der Arbeitgeber an einen neuen Standort gewechselt hat und der Erwerbstätige pendeln muss, um weiterhin dort arbeiten zu können. Dann wird das Pendeln häufig als viel belastender wahrgenommen [...] Es gibt durchaus Menschen, die es gut finden, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit ihre Ruhe haben. Andere nutzen die Zugfahrt zum Beispiel zum Arbeiten. Entscheidend für die Zufriedenheit ist, ob man das Gefühl hat, sich aus freien Stücken zum Pendeln entschieden zu haben”.



06.04.2017

Tim Bendzko, Sänger, Liedschreiber: „Deutsch ist die Sprache, in der ich denke. Deutsch ist in meinen Augen auch eine schöne Sprache. Natürlich ist es eine harte Sprache, aber mit deutschen Worten kann man Dinge so präzise beschreiben. Ein gutes Beispiel ist da das Wort „einfallen”. Das beschreibt super, worum es geht. Etwas fällt in dich hinein. Eine Idee, eine Erinnerung. Das ist bildlich und so funktionieren viele deutsche Worte”.


„Es wäre nur konsequent, dass ...” - als ob Konsequenz ein Gütesiegel wäre.


„Vollzeit-Whistleblower”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Adam Mosseri, Vice President News Feed: „Wir wissen, dass Menschen verlässliche Informationen auf Facebook sehen möchten. Das möchten wir auch. Falschmeldungen schaden der Community, untergraben das Vertrauen und sorgen dafür, dass Menschen schlechter informiert sind. Wir alle stehen in der Verantwortung, wenn es darum geht, die Verbreitung von Falschmeldungen einzudämmen [...] Der News Feed ist ein Ort für authentische Kommunikation. Die Kompetenz im Umgang mit Nachrichten zu erhöhen, hat globale Priorität. Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, Menschen ein Urteil darüber zu ermöglichen, welche Quellen vertrauenswürdig sind. Falschmeldungen erschweren unseren Nutzern den Zugang zu relevanten Informationen, die für sie von Bedeutung sind. Wir werden uns weiter für die Bekämpfung von Falschmeldungen einsetzen und wissen, dass noch viel zu tun ist”.


Wenn Denkmäler Denkzetteln erhalten.


F1.892 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Der unerwartete Fund alter Liebesbriefe: Wie viel Zärtlichkeit, Leidenschaft und Freiheit darin steckt! Zwischen Bergen an Bügelwäsche, tobenden Kindern und meinem blinkenden Laptop tauche ich ein in eine andere Zeit - und kehre beglückt zurück in die Gegenwart”.


„Kontaminationskarte”.


W1.872 Als häufigste Lüge im Gebrauch des www gilt die Zustimmung, dass man AGB und Nutzungsbestimmungen gelesen habe.



05.04.2017

A807 F1.891 Maude Lebowski, Figur aus „The Big Lebowski”, 06.03.1998: „My art has been commended as being strongly vaginal which bothers some men. The word itself makes some men uncomfortable. [...] They don't like hearing it and find it difficult to say whereas without batting an eye a man will refer to his dick or his rod or his Johnson [...] It's a male myth about feminists that we hate sex”.


„Solidaritätsbeleuchtung”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Tabea Wilke, Digital-Strategin, Gründerin: „Social Bots können Themen und Meinungen nach vorne bringen, die ohne sie gar nicht sichtbar wären. Damit können sie viel erfolgreicher als einzelne Menschen auf Diskussionen Einfluss nehmen und Themen steuern. Vor allem in Zeiten unklarer Nachrichtenlagen sind Social Bots, die automatisiert Falschmeldungen verbreiten können, besonders aktiv. Die Gefahr dabei ist, dass seriöse Medien die Falschmeldungen der Social Bots schnell aufgreifen und weiter verbreiten”.


Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn man Ironie verlernt (hat).


Aus der Reihe Online-Sprech, Wolfgang Kubicki, Politiker: „Die Verschärfung von Gesetzen bringt letztlich überhaupt nichts, wenn wir nicht das notwendige Personal haben, um Beleidigungen, Verleumdungen und Hasskommentare effizient verfolgen zu können”.


W1.871 Mit 21 Jahren schloss Theodor W. Adorno seine Doktorarbeit ab - mit Auszeichnung.


„Schauplatzvermögen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Weißes Haus speichert alle Trump-Tweets: Das US-Nationalarchiv und das Weiße Haus haben sich darauf geeinigt, dass alle Tweets von US-Präsident Donald Trump gesichert werden - auch diejenigen, die er gelöscht oder korrigiert hat. Es ist aber unklar, wie das Weiße Haus die Tweets von Trump speichert. Die Tweets des ehemaligen Präsidenten Barack Obama wurden automatisch archiviert. Die National Archives and Records Administration (Nara) hatte das Weiße Haus kontaktiert, um die Verwahrung der Tweets zu klären”.



04.04.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, Felicitas Woll, Schauspielerin: „Internetsicherheit sollte wirklich ein Teil des Schulunterrichts werden. Aber mindestens genauso wichtig ist das Thema Empathie – ich fürchte, unser fehlendes Mitgefühl wird uns irgendwann um die Ohren fliegen. Die Schulen sollten den Kindern beibringen, wie man miteinander umgeht. Bevor die Kinder ins Internet gehen, sollten sie lernen, dass man in schwierigen Situationen nicht anfängt, sich zu mobben. Wir müssen wieder in der Lage sein, uns in die Augen zu gucken und anständig miteinander zu reden, anstatt heimlich etwas ins Internet zu stellen und jemanden dort so anzugreifen, dass er nicht mehr weiter weiß. Das sollten wir unseren Kindern mitgeben”.


D684 Ob wohl Cocooning ein Symptom, ein Gegenmittel oder ein Verstärker ist?


„Zwei-Klassen-Betroffenheit”.


W1.870 Als Peter Kloeppel zum ersten Mal RTL Aktuell gab, war Hans-Dietrich Genscher Außenminister.


„Krönungsfett”.


F1.890 Eine Partnerin weiß nicht nur alles besser. Sie hat auch dafür gesorgt, dass es so ist.


„Maschinengewehr-Geflöte”.


Dass man all ihre Worte kennt, ist noch kein Indiz dafür, dass man eine Sprache beherrscht.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Julia Jäkel, Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr: „Tatsächlich ist Facebook mit 1,9 Milliarden aktiven Nutzern pro Monat inzwischen fast sechsmal so groß wie die Vereinigten Staaten. Damit bewegt sich das Netzwerk eher in einer Liga von „global communities” wie dem Islam (1,6 Milliarden Menschen) oder dem Christentum (2,2 Milliarden). Und dann kommt Zuckerberg zur Sache: „In Zeiten wie diesen gibt es für uns bei Facebook nichts Wichtigeres zu tun, als eine soziale Infrastruktur zu entwickeln, die den Menschen erlaubt, eine Weltgemeinschaft zu schaffen, die für uns alle funktioniert.” Ich frage mich, ob der Satz nur zufällig so verschachtelt ist oder ob er etwas verschleiern soll. Jedenfalls bleibt diffus, wer in dieser schönen neuen Weltgemeinschaft das Subjekt und wer das Objekt ist. Geben wir Menschen noch den Ton an? Oder doch eher Facebook? Oder vielleicht die künstliche Superintelligenz, deren Entwicklung er ankündigt? [...] Auch Facebook, so schien es da, versteht endlich, dass es sich lohnt, Menschen zu beschäftigen, die Inhalte lesen und verstehen, ihnen auf den Grund gehen und ihre Richtigkeit bewerten können. Mark Zuckerbergs Manifest lässt bei mir daran aber schon wieder Zweifel aufkommen. In der darin skizzierten Zukunft sollen Facebook-Nutzer bald viel genauer einstellen können, was sie sehen wollen – für die Umsetzung sorgt dann künstliche Intelligenz. Ist das nicht nur mehr von dem, was Facebook schon tut? Die nächste Stufe der Filter Bubble? Die uns dann noch perfekter ermöglicht, alles aus unserer Facebook-Realität verschwinden zu lassen, was uns nicht gefällt, uns falsch oder beleidigend vorkommt [...] Das Internet und die sozialen Medien haben die Distanz zwischen uns verringert, zumindest virtuell. Durch sie können wir deutlich schneller und unmittelbarer miteinander in Kontakt treten als früher. Die ganze bekannte Welt erscheint dadurch plötzlich hoffnungslos veraltet: wie wir miteinander kommunizieren, uns informieren, Musik hören, Filme sehen, einkaufen, Politik machen und arbeiten. Das ist eine gewaltige Chance, und ich teile Zuckerbergs Optimismus – grundsätzlich. Aber Vertrauen ist keine Einbahnstraße. In meinen Augen ist es ein Testfall für die neue Weltordnung, wie Facebook tatsächlich mit seinen Problemen umgeht – und mit uns Verlagen und Journalisten. Hier wird sich zeigen, ob es „Mark” um mehr geht als schöne Worte. Um kurz Spiderman zu zitieren: With great power comes great responsibility”.



03.04.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, Michael Heine, Strategieberater: „Man hat sich an den absolutistischen Anspruch und die verschleiernde Sprache von Digital Advertising so gewöhnt, dass Dinge, die unter bürgerrechtlichen Gesichtspunkten ausgewachsene Skandale wären, kaum noch auffallen [...] nennen wir „Adblocker-Blocker” einfach eine neue Waffe, die einer Branche zur Verfügung steht, die von sich behauptet, digital zu „werben” [...] Die von Digital Advertising genutzte Technologie führt einen Krieg gegen die Nutzer”.


W1.869 Im Kreml befindet sich die größte Kanone der Erde. Sie wurde nie abgefeuert.


„Regimegünstling”.


D683 Man kann ja nicht erzählen, dass man Sams- & Sonntag mit Überleben verbracht hat.


„Einreichungsrekord”.


Besitzervermerke in ungelesenen Büchern.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Wer sind sie, diese Menschen, die das Leben in Nullen und Einsen einteilen?”


F1.889 Erst nach ungefähr zwei Jahren ist Liebeskummer abgebaut. Also nie.


Aus der Reihe Online-Sprech, Stephan Holthoff-Pförtner, Rechtsanwalt, Unternehmer, VDZ-Präsident: „Im Internet gelten die gleichen Äußerungsschranken wie außerhalb, kein rechtsfreier Raum, aber auch kein neues Sonderrecht [...] Private Unternehmen sollen unter Androhung einer Geldbuße von bis zu 50 Millionen Euro innerhalb einer Woche alle strafrechtswidrigen Äußerungen entfernen, alle offenkundig strafrechtswidrigen Äußerungen sogar innerhalb von 24 Stunden. Das läuft auf die staatliche Einsetzung privater Meinungspolizei hinaus. Ein privates Unternehmen ist aber nicht in der Lage, die Wahrheit oder Unwahrheit kritischer Behauptungen über Politiker, Sportler, Unternehmer oder wen auch immer zu überprüfen. Es hat dafür weder die Ressourcen noch die nötigen Ermittlungsrechte. Plattformen bleibt angesichts solcher Bußgelddrohungen keine andere Wahl als im Zweifel zu löschen. Das halte ich für eine große Gefahr”.



02.04.2017

Gerhard Schröder, Politiker: „Es gibt in Deutschland die seltsame Angewohnheit, jede Kommunal- und Landtagswahl zu einer Abstimmung über die Bundespolitik zu erklären. Das ist es aber nicht”.


F1.888 Jessica Lee, Kulturwissenschaftlerin, Winterschwimmerin: „Ich hatte Liebeskummer, wirklich schrecklichen Liebeskummer. Ich war ziemlich sauer auf mich selbst, weil ich es zugelassen hatte, dass mir das Herz gebrochen wird. Nach meiner Scheidung hatte ich mir vorgenommen, nie wieder so verletzbar zu sein - und dann ist es doch passiert. Und daran war sogar irgendwie das Schwimmen schuld [...] Ich bin öfter mit jemandem geschwommen, in den ich mich verliebt habe. Schwimmen war der Herzöffner, und das war das Schlimme daran. Schwimmen hatte sich immer nach meiner Sache angefühlt, nach einem persönlichen Sieg. Ich hatte das Gefühl, dass ich diesen Raum nicht einem Mann überlassen hätte sollen. Dann dachte ich: Ich muss das jetzt erst recht rausschwimmen”.


„Ursprungssportarten”, „Wackeldackel-Truppe”, „Bescheuerstmöglich”, „Gefängnisromantik”, „Kaviar-Milieu”, „E-Korken”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Moritz Stefaner, Datenvisualisierer: „Die Visualisierung von Daten hilft uns, die Wirklichkeit zu begreifen [...] Nur weil man viele Daten sammelt, hei0t das noch lange nicht, dass diese Daten auch gut sind. Zudem sind Fachwissen und menschliche Intuition nötig, um zu verstehen, was man damit überhaupt machen kann [...] Ein wichtiges Ziel jeder Datenvisualisierung: Sie soll zum Gespräch anregen”.


B1.188 Julia Stoschek, Sammlerin, Kulturmanagerin: „Sport kann durchaus intellektuell sein. Und sehr kompliziert. Vor allem im Mannschaftssport zeigt sich das. Das Zusammenspiel, die Teambildung, Strategie, das Gemeinschaftsgefühl in Sieg und Niederlage, das alles bewundere ich als Einzelsportlerin, die ich immer war. Wie sich ein Team entwickelt, wie es zusammenarbeit, wie man eine Mannschaft einschwört, sie motiviert, sie zu einer Höchstleistung bringt, das Wechselspiel aus Verantwortung übernehmen und sich selbst zurücknehmen, die Frage, mache ich das Tor und lasse mich feiern, oder gebe ich den Ball dem, der in einer noch besseren Position ist? Das Verhältnis zwischen Follower und Leader, die Dynamik innerhalb eines Teams - das alles finde ich sehr spannend, vieles davon kann man in den Managementbereich eines Wirtschaftsunternehmens übertragen”.


D682 Professor Arno Deister, Chef der Psychiatrie am Klinikum Itzehoe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde: „Selbstbestimmung ist ein Grundrecht und ein hohes Gut, das ernst zu nehmen ist [...] Wenn jemand Selbstmord begehen will und steigt dazu auf ein Brückengeländer, muss er in der Lage sein, zu wissen, was er tut, und die Folgen realistisch abschätzen können [...] Unsere Aufgabe in einer solchen Situation ist es, alles zu tun, um seine Selbstbestimmungsfähigkeit schnell wiederherzustellen. Dazu kann auch eine Behandlung mit Medikamenten wie Antipsychotika und Antidepressiva gehören”.


W1.868 Bei allen Mannschaften, die José Mourinho für mindestens 100 Spiele coachte, hatte er eine Sieg-Rate von mindestens 58,8%. José Mourinhos Lieblingsverein Portugals ist bis heute Vitória Setúbal. Von 2003 bis 2012 erlebte José Mourinho kein einziges Kalenderjahr, in dem er nicht mindestens einen Titel gewann.



01.04.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, Nicki Sunderland, Bloggerin: „You can’t fake authenticity – having 100,000 or even 1,000,000 follower’s does NOT equal profit for any company. Do your homework on the people you hire [...] Those who are buying their influence so rapidly are going to tell stories like this: I grew my account by having amazing content, by engaging my audience or my personal favorite – large accounts featured my work. – I am not saying this can’t happen to just any person, but I am saying the people who are purchasing are liars and these are their stories”.


„Bartversicherung”.


A806 F1.887 Gustav Becker, Figur aus Hesses „Die Marmorsäge”, 1907: „Verlieben kann man sich ja in wen man will, aber heiraten darf man nur jemand, mit dem man nachher auch fertig werden und Tempo einhalten kann”.


„Licht-Verächter”.


Warum man Unglück Härte nimmt, sobald man dafür Worte findet.


„Schnelltrockenhaubenkombination”.


W1.867 Washington ist der einzige Bundesstaat der USA, der nach einem Präsidenten benannt wurde.


„Brauenvoll”.


Ingrid Steeger, Schauspielerin: „Berühmt zu sein, ist keine große Leistung. Die größte Herausforderung liegt darin, sich aufrecht zu halten – bis der Vorhang fällt”.


Gesucht wird eine Bezeichnung für „betont leichtfüßig”.



31.03.2017

Clay Jensen, Figur aus „13 Reasons Why”: „I guess being socially awkward has its advantages”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Die CDU denkt über den Einsatz sogenannter Chatbots nach. Die Programme könnten im Wahlkampf automatisch Anfragen von Bürgern beantworten”.


F1.886 Frauen, die sich beklagen, dass es Männer „nur auf ihre inneren Werte abgesehen” hätten.


Aus der Reihe Online-Sprech, Hannah Baker, Figur aus „13 Reasons Why”: „Facebook, Twitter, Instagram they've made us a scoiety of stalkers. And we love it”.


„Bier-Lohn”, „Digitalhauptstadt”, „Bewertungssyndrom”, „Amtsprosa”, „Spaß-Erguss”, „Adjektivprozession”.


W1.866 Paris Saint-Germain hat in den letzten zehn Jahren kein Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs erreicht.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Vielen Dank für deinen Hasskommentar. Du hast gerade unfreiwillig dabei geholfen, zehn Euro Spenden für EXIT einzusammeln”.


B1.187 Jule: „Wurde mir zu Schulzeiten noch beigebracht, wie eine ordentliche Bewerbung auszusehen hatte und dass ich schon aufgrund eines Rechtschreibfehlers im Anschreiben nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden würde, sah die Welt 2007 schon ganz anders aus. Ich bin alles andere als detailverliebt und habe grundsätzlich mindestens einen Komma-Fehler im Lebenslauf. Ein professionelles Bewerbungsbild? Wer braucht denn sowas. Ich verwende grundsätzlich Fotos die mir gefallen, auch wenn sie im Urlaub entstanden sind. Wen interessiert das gekünzelte Businesskostüm, wenn ich am Ende sowieso mit Sneakers ins Büro komme? [...] Die starren Hierarchien, die gerade in großen Unternehmen herrschen, wirken wie große Betonklötze, die alles unter sich platt drücken. „Ober sticht unter”, ist einer der meist gehassten Sätze meines Arbeitslebens. Sobald eine höhere Führungsebene Piep macht, haben alle darunter stramm zu stehen. Für eine Führungskraft ist es anscheinend nicht zumutbar, auch mal einen Moment zu warten. Ist eigentlich schon ein Unternehmen Bankrott gegangen, weil ein Mitarbeiter, der von einer Führungskraft verlangt wurde, gerade nicht erreichbar war? Ich glaube nicht. Führungskräfte sind Menschen. Sie sind weder toller, noch wichtiger als die Mitarbeiter, die unter ihnen arbeiten [...] Das Führungsverständnis der Generation Y ist ein grundsätzlich anderes als das der Generationen davor. Wir wollen mitgestalten, wir wollen Einfluss haben, auch ohne eine Leitungsposition. Papierberge abarbeiten ohne nachzudenken? Ein Graus. Wir brauchen eine Führung, die uns dabei unterstützt unsere Ideen gewinnbringend platzieren zu können. Eine Führungskraft sollte an unserer Seite stehen, anstatt sich über uns zu erheben. Am Ende sitzen wir sowieso in einem Boot. Und bevor dieses Boot kentert, verlassen es immer mehr Generation Yer [...] Ein Start Up bietet die Freiheiten, die in großen Unternehmen oftmals zu kurz kommen. Eine einfache Bewerbung zu schreiben, hat dort ausgedient. Heutzutage finden die „coolen” Jobs die Menschen, die zu ihnen passen, und nicht umgekehrt. Die jungen Unternehmen wollen, dass kreative und begeisterte Menschen für sie arbeiten. Bevor sie lange Bewerbungsfristen abwarten und am Ende sowieso fast alle Bewerber aussortieren, gehen sie bewusst auf die passenden Kandidaten zu. Die Jobsuche für die Generationen Y und Z ist zu einem Käufermarkt geworden. Wir können entscheiden, wem wir unsere Leistung zur Verfügung stellen. Und das ist auch gut so”.



30.03.2017

B1.185 Markus Weinzierl, Fußballtrainer: „Die Zeiten, in denen sich eine Führungskraft als Superhero darstellen muss, um respektiert zu werden, die sind doch selbst im Fußball vorbei”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Ein neuer Twitter-Bot sorgt dafür, dass die Tweets des US-Präsidenten Donald Trump das bekommen, „was sie verdient haben”: Ein Roboter druckt die Nachrichten des Präsidenten vollautomatisch aus und verbrennt sie anschließend. Das Video davon postet der Bot auf Twitter - und konnte mit dieser Idee bereits tausende Follower begeistern”.


F1.885 Eifersucht ist eines jener Dinge, für die es zwar ein Wort gibt, jedoch nicht in Worte zu fassen ist.


„Backfischkleidchen”.


B1.186 Frank Jakubzik, Schriftsteller, Übersetzer: „Wir alle bleiben länger im Büro und machen Überstunden, weil uns das ein Zugehörigkeitsgefühl gibt. Und dabei ist es noch schöner, wenn sonst nur wenige in der Firma arbeiten und die meisten Lichter bereits aus sind, dann haben wir einen heroischen Zusatznutzen. Alle diese Emotionen werden bedient durch die ständige Überforderung der Mitarbeiter. Je mehr ich überfordert bin, desto zugehöriger fühle ich mich, desto weniger habe ich ein Gegengewicht: Kaum mehr in der Familie, schon gar nicht im Sportverein, da geht überhaupt keiner mehr hin, man geht ja ins Fitness-Studio, wo es keine Zugehörigkeit gibt, sondern einzeln für sich ist [...] Früher habe ich gedacht: Ich will niemals in einem gesicherten Rentenjob landen, wie ihn unsere Elterngeneration hatte. Also Abitur, Studium, Festanstellung, schließlich Rente. Das wollte keiner aus meiner Generation. Jetzt haben wir das, was wir uns damals wünschten. Answered prayers, um mit Truman Capote zu sprechen: die völlige Flexibilisierung. Unser einziger Lebenssinn soll die Arbeit sein, aber leider taugt sie gar nicht zur Selbstverwirklichung [...] Manager wissen, dass es am cleversten ist, Entscheidungen zu vermeiden und hinterher auf der Seite zu stehen, die gesiegt hat. Falls sich das überhaupt noch feststellen lässt, denn meistens gibt es nur ein ständiges Weiter, Weiter, Weiter”.


Aus der Reihe Wohlstands-Sprech: „Wie Samsung mit der unglücklichen Platzierung des Fingersensors beim Galaxy S8 das nächste PR-Debakel erlebt”.


„Contentration”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter macht einen weiteren Schritt, um Nutzern mehr Platz in den Tweets zu verschaffen. Der User-Name, der bisher am Anfang einer Antwort stand, wird in Zukunft über der Nachricht erscheinen und damit auch nicht in das 140-Zeichen-Limit einfließen, kündigt Twitter an. Das Ziel: Die Nutzer sollen sich leichter auf Twitter unterhalten können - und so mehr Zeit auf der Plattform verbringen”.


W1.865 Geht man nach Patentanmeldungen pro Einwohner, sind Baden-Württemberger 13x innovativer als Sachsen-Anhalter.



29.03.2017

„Spargel-Folien”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook will reveal at its F8 conference a new class of group bots that work inside Messenger group chats. These group bots can keep users informed about real-time news such as a sports game’s progress, e-commerce deliveries and more, according to three sources familiar with the development of the feature [...] For example, a Messenger group of football fans could add a sports bot to their thread, where it could report score changes, big plays and other news from the game. An e-commerce group bot could keep a group of coworkers informed about the status of their lunch delivery, letting them know that the order is being prepared and when it arrives”.


„Zebrastreifen-Odyssee”.


Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für das Recht auf schlechte Laune.


„Lichterkettenjournalismus”.


F1.884 Ohne sie miteinander zu vergleichen, gilt sowohl für schöne Frau als auch gutes Essen: man nimmt beides frühmorgens anders wahr als am Abend.


„Behinderungsmeister”.


W1.864 Margaret Thatcher hat das Softeis erfunden.



28.03.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Tütchen-Erfolg: Panini-Webstars machen YouTube-Gucker zu Print-Käufern”.


A805 F1.883 Coco Chanel, Modedesignerin, Unternehmerin: „Weibliche Nacktheit muss man den Männern mit dem Teelöffel geben, nicht mit der Schöpfkelle”.


„Fremdfirmenausweis”.


W1.863 Im Englischen sind Anfangs- und Endbuchstabe jedes einzelnen Kontinents identisch.


„Umfeldsicherheit”.


Nachgeschlagen: Gloria Gray; Diego Perotti; Famulus; Arif Erdem; Sapir-Whorf-Hypothese; Steven N'Zonzi; Franziska von Hohenheim; Khalil Gibran; Jodi Lyn O'Keefe; Heinz Fenrich; Lina Larissa Strahl; Jill Thompson; Mrs. Chippy; Abakus; Elisabeth Kuyper; Defilee; John Bogle; Ojārs Vācietis; Harry Haft; Günter Paulus; Elsa Hosk; Anatoli Alexejewitsch Sintschenko; Ivan Illich; Natalia Ginzburg; Teemu Pukki; Jan Karski; Hypertrophie; Freya von Moltke; Nikolaus Ludwig von Zinzendorf; William Willett; Fritz Saxl; Bruno Schulz; Tore André Flo; Arthur C. Clarke; Bilkay Öney; Hekatombe; Naby Keïta; Sasha Lane; William Fichtner; Carola Stern; Jörg Zink; Ron Wood; Nessi Tausendschön; Charlie Watts; Andreas Bourani.


B1.184 Janna Schmidt-Holtz, Managerin, Gründerin, Unternehmerin: „Effizienz ist einem Kind völlig egal. Meine Tochter will einfach, dass ich für sie da bin. Wenn ich nach Hause komme, guckt sie mich mit großen Augen an und möchte, dass ich ihr ein Buch vorlese. So ist man vormittags sein eigener Drill-Master und nachmittags eher die liebevolle und geduldige Comfort-Zone für sein Kind [...] Sehr typisch für die McKinsey-Berater-Power-Mädels – zu denen ich mich übrigens selbst zähle – ist, dass sie alles im Leben durchplanen, eventuell sogar wegmanagen und outsourcen wollen. Meine große Message an alle Frauen aus diesem Umfeld: Das kann man nicht. Natürlich kann man zum Beispiel die Arbeit im Haushalt abgeben, aber gerade in den ersten Jahren sollte die Zeit mit dem Nachwuchs die oberste Priorität haben und das sollte das Kind jeden Tag spüren. Es ist fast wie eine simple mathematische Gleichung: Je mehr Liebe man in sein Kind in Form von Zeit und Zuwendung gießt, desto mehr manifestiert es sich in seiner Persönlichkeit [...] Meine Tochter hat mich als Mensch Schritt für Schritt weicher geklopft. Das hat mich schon extrem stark verändert – ich bin ein runderer Mensch geworden und habe viele Dinge hinterfragt [...] Ich bin als Mutter emotionaler. Ich bin nicht mehr nur die unabhängige Kämpferin, die alles alleine schafft, sondern brauche auch Hilfe und Unterstützung in gewissen Momenten. Man lernt, sowohl sein Team zuhause als auch in den Firmen maximal stark aufzustellen. Man wird viel rigoroser, wem und was man seine Zeit schenken will. Das hat mich auch beruflich auf die nächste Stufe meiner Effektivität befördert. Aber auf eine andere Art und Weise: Die neu gewonnene mütterliche Wärme, wie ich es mal nenne, ließ mich auch meinen Führungsstil hinterfragen und wahrscheinlich etwas nachsichtiger werden”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Guillaume Liegey, Unternehmer, Wahlkampfstratege, Kampagnenmanager: „Sag mir, wo du wohnst und ich sage dir, wen du wählst. Wir bieten unseren Kunden für die kommenden Präsidentschaftswahlen und Parlamentswahlen in Frankreich eine Kampagnen-Software an, die genau diese Prognose liefern kann – basierend auf verschiedenen Daten. Die Kunden nutzen diese Aussagen für E-Mail-Kampagnen oder für den Tür-zu-Tür-Wahlkampf, je nachdem, was besser passt [...] Wir beackern Facebook nicht direkt mit Dark Posts. Facebook ist eine eigene Disziplin, gerade im Bereich Microtargeting. Doch zurzeit gibt es sehr viel Material bei der Textanalyse von Statusupdates, also Informationen, über welche Themen gesprochen wird auf Facebook. Das sind wichtige Daten aus der Computerlinguistik, die wir bald in unser Modell der Vorhersage einfließen lassen möchten. Social Media dient uns als Datengrube, nicht als Schauplatz [...] Unsere Datenbank in Frankreich umfasst 68.000 Wahlkreise. Wir beziehen da die Wahlhistorie des Distrikts, die Einkommenshöhe, aktuelle Umfragewerte und viele weitere Faktoren mit ein. Insgesamt 100 Variablen, auch verschiedene öffentliche Daten (Open Data) aus 36.000 Städten. Damit erstellen wir Prognosen. So kommen wir zu einer Einschätzung, in welchen Wahlbezirken sich ein Tür-zu-Tür-Wahlkampf lohnt – wo man noch unschlüssige Wähler umstimmen kann oder nur noch mobilisieren soll [...] Die Zukunft liegt bei guten Daten, Technologien und nach wie vor bei den Menschen. Je mehr Kontakt du zu potenziellen Wählern hast und je mehr du über ihn weißt, desto besser. Ob online oder offline. Wenn du an eine Tür klopfst, und das machen ja bisher noch keine Roboter, und weißt, wie dieses Quartier politisch tickt, dann ist deine Ansprache besser und persönlicher. Es wäre theoretisch möglich, die Informationen bis auf die einzelne Person herunterzubrechen, aber die Datenschutzrestriktionen erlauben uns dies nicht [...] 2014 haben wir bei den lokalen Wahlen Frankreichs etwa 70 Kampagnen-Teams betreut, wir rechnen damit, dass es bei den nächsten Kommunalwahlen, im Jahr 2020, Hunderte von Teams sein werden auf dem Markt [...] Wir möchten am liebsten mit einer Partei arbeiten, die starke, aber auch viele gut aufgestellte Lokalsektionen hat. Wie zum Beispiel die SPD. Nur dann funktioniert Canvassing gut, Parteizentralismus scheitert bei dieser Art von Wahlkampf. Zurzeit möchten alle deutschen Parteien auf die Entwicklung eigener digitaler Wahlkampftools setzen. Doch es gab bislang weltweit keine Partei, deren eigene Software für den datengestützten Wahlkampf wirklich gut und brauchbar war”.



27.03.2017

B1.183 Sebastian Kehl, Fußballspieler: „Als Fußballer hat man viele Rituale und viele sind sehr abergläubisch. Ich habe zum Beispiel immer zuerst den linken Schuh angezogen. Generell gibt es in der Kabine schon gewisse Standardabläufe. Da vorne zum Beispiel sind die Physios, da drüben sitzt der Trainer, da hat der Doc seine Bank. Da hinten sind die Duschen, da liegen vorm Spiel auch so ein paar Matten zum Stretchen und für Kräftigungsübungen. Jeder benötigt unterschiedliche Dinge und hat seine Abläufe, bevor man als Mannschaft dann zusammen rausgeht”.


Wenn Erinnerungen Appetit bekommen.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Big Data kann Empathie nicht ersetzen”.


„Gelassenheits-Guru”.


F1.882 Die mit anhimmelnden Worten, Sonne suchenden Wendungen, luftigem Wahnsinn und lockerem Witz versehene Sprache von Verliebten, die sich damit eine kunterbunte Lagune graben.


„Urnenvorstufe”.


Warum Perfektion nicht berührt.


W1.862 1% der US-Amerikaner besitzen 40% des Vermögens aller Bürger der USA.


„Hinterzimmer-Tsunami”.


Nachgeschlagen: indefensible; evasive; lender; tomcat; crest; protuberance; trembler; stubborn; ulterior; brouhaha; superconductor; clearance level; gibberish; chemise ; snowberry; curling iron; behest; over-simplify; hospital ward; peruse; hoarder; wench; bumper sticker; leprechaun; contradicting; jargonise; backside; gun down; diminutive; mould; wet-nurse; rotunda; line item; bouquet; claim adjustment; blacksmith; magnanimous; pangolin; engulf; slip up; refocus; ballroom dancing; beaver; on the nose; clairvoyant; rapscallion; bedroom eyes; pediatrician; gannet; over-the-counter; beautician; shillelagh; vasectomy; porcelain; wiggly; quell; waterfront.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Fehler in Geschirrspüler ermöglicht Zugriff auf Webserver”.



26.03.2017

Wenn Worte Lebewesen wären.


B1.182 Aus der FAS: „Häufig genug entpuppt sich das Home-Office für die Beschäftigten nicht als Entlastung, sondern als Doppelbelastung. Und als Karrierefalle, weil Vorgesetzte bewusst oder unbewusst dazu tendieren, die Präsenz am Arbeitsplatz mit Beförderungen zu belohnen, auch wenn sie offiziell das Gegenteil behaupten. Andererseits gibt es für berufstätige Eltern oft keine vernünftige Alternative zum heimischen Arbeitsplatz, etwa dann, wenn die Betreuungszeiten in der Kita oder die Stundenpläne in der Schule das tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz unmöglich machen. Was ist daraus zu lernen? Es bringt nichts, einen Rechtsanspruch auf die Arbeit im Home-Office ins Gesetz zu schreiben, wie es die Niederlande vor ein paar Jahren getan haben. Denn die Steigerung der Heimarbeitsquote (zurzeit liegt sie in Deutschland bei 12 Prozent) ist kein Ziel an und für sich. Aber es hilft vielen Arbeitnehmern, wenn sie zumindest ab und zu von zu Hause aus arbeiten können; Berichte aus der Praxis laufen meistens darauf hinaus, dass das für eine geeignete volle Stelle an zwei oder drei Tagen in der Woche für beide Seiten ein Gewinn sein kann, sofern es verbindliche Absprachen zur Erreichbarkeit und zum Arbeitspensum gibt. Und noch etwas: Ob IBM mit seiner radikalen Kehrtwende Richtung Büro Erfolg hat, ist zweifelhaft. Vor drei Jahren hat Yahoo, ein anderer amerikanischer Tech-Konzern, seinen Mitarbeitern das Home-Office ersatzlos gestrichen. Das war als Rettungsmaßnahme in der Krise gedacht. Aber danach ging es mit der Firma erst so richtig bergab”.


„Familienpanzer”.


W1.861 Im Drachenhauchloch befindet sich der größte aller bekannten, unterirdischen Seen.


„Protektionismuscocktail”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Rainald Grebe, Liedermacher, Schauspieler, Kabarettist, Autor: „Ich habe gestern zum ersten Mal die Videonachrichten-App Snapchat gesehen. Ich habe einen 25-jährigen Werber getroffen, der macht dazu Workshops mit Jugendlichen. Er sagt: Ich verstehe das nicht mehr, ich muss das wissen. Diese Geschichten interessieren mich, der 25-Jährige, der sagt, ich bin raus. Oder ich habe eine 19-jährige Regieassistentin, die sich von ihrer 13-jährigen Schwester sagen lassen muss: Du hast doch keine Ahnung! Wo sind wir? Technik zu verteufeln, geht in Deutschland immer gut”.


„Analogisieren”.


F1.881 Eine gute Partnerschaft ist eine Liebeserklärung ans Leben.


Aus der Reihe Online-Sprech, Vinton G. Cerf, Informatiker: „Wir sind mittlerweile so abhängig davon, dass die Software, mit der wir uns im Alltag umgeben, funktioniert, dass jegliche Störung großen Schaden anrichten würde. Ich bin darüber wirklich in tiefer Sorge. Bisher gibt es noch nicht einmal einen Dialog darüber, dabei brauchen wir dringend gemeinsame Absprachen über die Kriegsführung via Internet [...] Es ist schlimm genug, dass wir uns im Alltag ständig mit digitalen „Schädlingen” wie Viren oder Trojanern herumschlagen müssen. Aber wenn jemand, insbesondere eine staatliche Macht, bewusst das Internet eines anderen Landes torpediert, hat das noch mal eine andere Dimension”.



25.03.2017

F1.878 Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „In der Dating-App Bumble verschickt die Frau die erste Nachricht - und der Mann muss warten. Ist das ein Flirtprogramm für die Gleichberechtigung? Oder bestätigt das nicht erst recht alte Vorurteile? [...] Zwar wurde Bumble als anständigere Tinder-Variante für jene Frauen konzipiert, die es nicht so begrüßen, wenn sie Penis-Fotos zugeschickt bekommen. Das angeblich Revolutionäre an Bumble ist aber nicht, dass Nacktbilder und Bilder in Unterwäsche hier nicht geduldet sind, sondern dass die Frau den ersten Schritt machen soll; nach einem Match, dieser neumodernen Bestätigung, dass man sich attraktiv findet, ist sie diejenige, die die erste Nachricht verschicken muss. Und der Mann, er muss warten [...] Wenn so sehr betont wird, dass die Frau qua Frausein beim Flirten den wartenden Part einnimmt, wenn der Mann derjenige ist, der zuerst anruft, bestätigt dies nicht ex negativo alte Vorurteile? Subtext: Die Frau war bis dato aber ein echt bedürftiges Wesen, so frauenseelenallein in ihrer Einsamkeit, aus der nur er sie retten kann, der Ritter, der Jäger, der Mann ex machina. War das also nur ein großes Missverständnis, dass auch Menschen mit Vagina das längst dürfen: losziehen, jemanden ansprechen, jagen, leicht rumzukriegen sein?”


D681 Es gibt Tage, an denen nur Sport hilft.


Aus der Reihe Online-Sprech, Dirk Hovy, Informatiker: „Wollen das die Menschen, dass man ihre sexuelle Orientierung anhand ihrer Sprache erkennt? Könnte das nicht missbraucht werden?”


F1.879 Jakob Pastötter, Sexual- und Paarberater, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung: „Flirten ist nach wie vor eine archaische Angelegenheit”.


„Mückendurchsummt”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Michael Strube, Computerlinguist: „Der Öffentlichkeit ist zwar bekannt, dass die Geheimdienste auf Metadaten zugreifen. Aber die Wenigsten wissen, wie gut wir unstrukturierte Daten analysieren können [...] Da wollten Kollegen eine Maschine bauen, die die Meinung von Menschen im Internet manipuliert, und denen war es gar nicht bewusst, dass das gefährlich ist”.


W1.860 Das Streckennetz der Deutschen Bahn misst 33.193 Kilometer.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Texte werden im Internet immer öfter mit der geschätzten Lesedauer angepriesen. Das soll die Lektüre im Aufmerksamkeitsgewitter retten. Funktioniert das?”


„Konkurrenzbelastet”.


F1.880 Aus der Reihe Online-Sprech: „Ripple is a wearable extension of your body for the future of dating, which calculates who in a room is attracted to you. When it finds someone, it gives you sensorial feedback, reflecting the excitement you feel when meeting someone special. If the attraction is mutual then it’s tentacles will move in reaction to their gaze, amplifying the language of seduction between the two people”.


Aus einem aktuellen Twitter-Projekt:
- Nein, Kasten ist nicht der Plural von Bier.
- Nein, Berechenbarkeit ist kein Synonym für Geradlinigkeit.
- Nein, der Satz „Ich finde Dich nicht unanziehend” ist noch keine Liebeserklärung.
- Nein, Fische sind keine „Meeresfrüchte”.
- Nein, Sexmarketing ist kein anderes Wort für Flirt.
- Nein, Luxussorgen sind kein Luxusgefühl.
- Nein, Litfaßsäule ist kein Synonym für Zeitungsstand.
- Nein, Fenster anzukippen entspricht keinem Windows-Update.
- Nein, eine Beziehung ist mehr als 50x am Tag den Namen des anderen zu sagen.
- Nein, „formbeständig” ist kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Selbstverständlichkeit für ein Oberteil.
- Nein, das Gegenteil von Vor- lautet nicht Nachzug.
- Nein, „nicht ungelungen” ist kein gelungenes Synonym für gelungen.
- Nein, Snickers im Brötchen ist kein Frühstück.
- Nein, Obdachlose haben keine Sommergarderobe.
- Nein, Parfüm ist kein Ersatz für Duschen.
- Nein, Umfragen sind nicht entscheidender als Wahlen.
- Nein, Leichensack ist kein Synonym für Kondom.
- Nein, Impfen ist nicht ansteckend.



24.03.2017

Aus der Reihe Wohlstands-Sprech: „Schoko-Zoff”.


Wenn Steuerberater die innovativsten Mitarbeiter eines Technologie-Unternehmens sind.


„Gedenkbeleuchtung”.


W1.859 Im Alter von elf Jahren kaufte Warren Buffett seine ersten Aktien.


„Tarifpreller”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Die zuverlässigste Wetter-App ist der Blick aus dem Fenster, und wer wissen will, was die Menschen umtreibt, der könnte sich einfach mit jemandem unterhalten. Aber wann redet man schon mal mit Fremden, die einen ganz anderen Blick auf die Welt haben als man selbst? Wenn man nicht gerade an der Käsetheke oder in der Meinungsforschung arbeitet: nicht besonders häufig. Das gilt für die analoge Welt genau wie für das Internet. Gleich und gleich gesellt sich eben gern, das ist nicht neu”.


„Schulschwänzen-Reduzieren”.


F1.877 Junge Mütter auf Partnersuche haben ihre Suchkriterien insofern aufgeweicht, als dass sie keinen schönen Partner, sondern einen guten Vater suchen.


„Zugehörigkeitsmoment”.



23.03.2017

Dr. Martin Haase, Sprachwissenschaftler: „Populismus wirkt immer dann, wenn Leute nicht aufpassen”.


„Cheferwachsener”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Anne-Frank-Museum warnt mit Messenger-Bot vor Rassismus und Diskriminierung”.


Gesucht wird eine Bezeichnung für den „ersten Tag des Rests des Lebens”.


„Dinkeldeutschland”.


F1.876 „Zeit mit Dir ist ein Gewinn” bzw. „Zeit mit Dir ist gewonnene Zeit”.


„Self-made-Gelehrte”.


Navid Kermani, Schriftsteller, Publizist, Orientalist: „Heimweh nach Orten kenne ich nicht, nur nach Menschen”.


W1.858 Seit dem Sumatra-Andamanen-Beben 2004 dauert ein Tag auf der Erde einige Mikrosekunden weniger lang.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Ein zentraler Begriff bei der Diskussion um KI, VR und Robotik lautet „mentale Autonomie”: Wie viel Selbstbestimmung wollen wir den Maschinen zugestehen? Wann ist es rational oder sogar ethisch geboten, Autonomie an technische Systeme abzugeben? Und wie können wir den Erkenntnisfortschritt in diesem Bereich nutzen, um unsere eigene geistige Autonomie zu erhöhen?”



22.03.2017

Wenn man es besser weiß, aber die nötigen Worte fehlen.


Aus der Reihe Online-Sprech, Joachim Gauck: „Fürchten Sie sich nicht vor den bösen Zwergen und Trollen, die im Internet Hass säen”.


„Immobilien-Irrglaube”.


W1.857 ǃXóõ enthält 159 Phoneme und somit etwa 8x mehr als die englische Sprache.


„Schwimmbloggerin”.


F1.875 Die ständige Nachfrage, ob man glücklich ist, hat mit Glück nichts zu tun.


Aus der Reihe Wohlstands-Sprech: „Wohl an keinem Social-Media-Nutzer ist am Dienstag die Nachricht vorbei gegangen, dass Dr. Oetker in Kürze eine Schokoladen-Pizza auf den Markt bringt”.


„Puppenstubisierung”.


B1.181 Wolfgang Schäuble, Politiker: „Das ist immer das Dilemma: Wie hört man auf?”



21.03.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom: „Digitalisierung wird heute als Beschreibung der Folgen von Computerisierung und elektronischen Netzwerken verwandt. Aber es handelt sich im Kern um ein wesentlich älteres Prinzip der Verwendung von Codes und Zeichen. So gesehen ist das erfolgreichste Projekt der Digitalisierung in unserem Kulturkreis die Erfindung und Nutzung des griechischen Alphabets. Es wurde zunächst durch die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg und später durch das World Wide Web erheblich dynamisiert. Wir müssen also lernen, Digitalisierung als historische Evolution zu begreifen, nicht als Revolution. Und in diesem Sinne auch zukünftige Entwicklungen in den Blick nehmen. Quantencomputing, Biocomputing und Nanotechnologien werden noch ganz andere Datengeschwindigkeiten und Verarbeitungskapazitäten mit sich bringen”.


„Bedrohungsforscher”, „Ausmal-Tragetasche”, „Putznutte”, „WM-Wahl-Roman”, „Vollkorn-Politiker”, „Populistenpolitiker”, „Schreibmaschinen-Meister”.


F1.874 Gib ihr jeden Tag das Gefühl, eine Prinzessin zu sein. Ungebrochene Aufmerksamkeit = entscheidend. Aufmerksamkeit fühlt sich perfekt zugeschnitten an und stellt das Gegenüber in den gefühlten Mittelpunkt.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Word up! This is the story behind The New York Times’ most famous tweet (which is 10 years old today)”.


A804 Wilhelm Busch, Die fromme Helene, 1872: „Die Flasche ist kein Liederbuch”.


W1.856 Giethoorn hat keine Straßen.


Aus der Reihe Online-Sprech, Raimund Genes: „Social Bots sind ja quasi frei verfügbar und ganz schön ausgefeilt. Es ist nur eine Frage des Geldes, wie viel sich eine Partei oder Regierung davon leisten kann. Eine Regulierung für deren Nutzung gibt es meines Wissens bisher nicht”.



20.03.2017

„Eigentor-Interview”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Heiko Maas, Politiker: „Ich akzeptiere nicht, wenn bei Facebook oder Twitter suggeriert wird, das Internet sei ein rechtsfreier Raum”.


„Zoff-Honey”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger: „Ich unterhalte mich im Büro seit ein paar Tagen mit Alexa, Amazon Echo. Das hat schon eine neue Qualität. Mensch-Maschine-Kommunikation über die Maus ist kompliziert, direkter und einfacher als über Sprache geht es nicht. Und was wollen Menschen? Convenience, also Einfachheit. „Lies mir mal schnell die zehn wichtigsten News des Tages vor!” – das ist sehr einfach. Ich muss nicht auf die Nachrichten warten und keine Webseite aussuchen. Das ist bequem. Ich denke an die Hausfrau oder den Hausmann mit dem Kind im Arm. Mit der Maschine können Sie reden. Und das wird Kommunikation und Medienkonsum enorm verändern. Es ist allen Medien geraten, sich schon jetzt mit diesen intelligenten Systemen zu beschäftigen. Es ist perspektivisch eine zentrale Entwicklung neben den Themen Automatisierung, Robot-Journalismus und selbstlernende und selbstschreibende Systeme. In zehn Jahren werden diese Systeme flächendeckend im Einsatz sein, es geht jetzt los. Die Geschwindigkeit der Veränderung ist immens. In fünf Jahren werden wir bei vielen Texten nicht mehr wissen, ob ein Redakteur oder eine Maschine sie geschrieben haben. Gut strukturierte Daten wie bei Fußballergebnissen lassen sich schon jetzt umsetzen, aber ich denke, das kommt auch bei komplexeren Themen”.


Warum Glück vor allen in Vergangenheit stattfindet.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Selfie-Stick und Social Media machen Millennials zu Narzissten”.


W1.855 An ihrer engsten Stelle ist die Reutlinger Spreuerhofstraße 0,31 Meter breit.


„Last-Call-Begehren”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas Hestermann, Professor für Journalistik: „Es ist faszinierend, dass alle, sowohl die Kritiker wie auch die Programmentwickler, von Roboter-Journalismus reden. Dazu gibt es viele Bilder, auf denen ein Roboter vor der Tastatur sitzt. Das ist eigentlich Quatsch. Es geht ja nicht um Industrieroboter, also sozusagen menschenähnliche Maschinen. Es geht um Programme. Mithilfe von Algorithmen werden Texte generiert. Im Grunde besteht Roboter-Journalismus aus drei Komponenten: Man braucht Textbausteine, Daten und eine Verknüpfung. Wenn die Maschine etwa die Eingabe erhält, dass zwei Fußballmannschaften gleich viele Tore geschossen haben, wählt sie die Formulierung: „Die Mannschaften trennten sich… unentschieden” – und in die Leerstelle wird beispielsweise 1:1 eingesetzt [...] Die Textbausteine sind vorgegeben. Aber man kann sie natürlich variieren. Und genau an der Stelle wird es spannend: Schließlich kann die Maschine, wenn sie gut programmiert ist, die Textbausteine viel geschmeidiger mischen als der Mensch. Selbst nach dem siebten Provinzsportartikel und auch in tiefster Nacht wird sie nicht müde und wiederholt sich nicht, sondern mischt ganz geschmeidig weiter. Das führt dazu, dass in der Massenproduktion Maschinen teilweise sogar besser abschneiden als Menschen – was bitter ist, aber es ist leider so [...] So sind maschinelle Texte von menschlichen kaum mehr zu unterscheiden. Die New York Times hat den Test gemacht, acht Texte veröffentlicht und die Leser befragt, welche von der Maschine und welche vom Menschen stammen. Darunter war zum Beispiel ein Gedicht, von dem bei unserer Wiederholung des Tests am Campus eine Wissenschaftlerin sagte, „klingt wie Shakespeare”. Dabei war der Text per Software erstellt – aber eben mit der Software Swiftkey, die mit Textbausteinen von Shakespeare arbeitet. Das ist digitale Mimikry: Im Endeffekt wirkt die Maschine intelligenter, als sie eigentlich ist. Sie ist eben nicht so gut wie Shakespeare, sondern nutzt lediglich dessen Formulierungskunst und mischt sie neu”.



19.03.2017

Lektüren.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook-Veranstaltung erstellt - Kollektives Urinieren an der Admiralbrücke angekündigt”.


A803 F1.872 Phakdi_, 08.09.2011: „Wenn man in der Liebe zu rechnen beginnt, kommt meistens ein Bruch raus”.


„Wirklichkeitsfälscher”.


Aus der Reihe Online-Sprech, James Blunt, Musiker: „Es ist lustig, dass immer alle von diesen Hatern sprechen wollen, obwohl es so viel Gutes gibt. Ich mache eine Welttour, auf die Zehntausende, Hunderttausende Menschen kommen. Da muss ich mir keine Sorgen machen über ein oder zwei Leute, die auf Twitter böse Dinge schreiben”.


„Parlamentsbefinden”.


W1.854 Seit Richard Nixon hat Arnold Schwarzenegger jeden Präsidenten der USA persönlich getroffen.


Aus der Reihe Online-Sprech, Thorsten Dirks, Manager, Präsident des Bundesverbands Bitkom: „Digitalisierung führt zu Demokratisierung, zu Integration und Austausch, zu Transparenz und zu Teilhabe [...] Lassen sie uns mit Digitalisierung Grenzen einreißen und damit ein Zeichen gegen die Spalter in unserer Welt setzen”.


F1.873 perlenherz: „Wenn ich anfange, dich zu mögen, wirst du es schon zu spüren bekommen. Ich werde nämlich merkwürdig”.


„Hoppelfaktor”.


Wenn Schulden zu Geschichten werden.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Kann wirklich jeder im Internet anonym einen Mörder beauftragen?”



18.03.2017

B1.180 Ronald H, Kfz-Meister, Betriebswirt: „Der Mensch braucht eine Aufgabe, ein Hobby kann ihm das nur zeitweise und bedingt geben. Das habe ich in den sechs Monaten meines Ruhestands schnell gemerkt”.


„Zustimmungssüchtig”.


D680 Schnelles Einschlafen und konzentriertes Aufwachen: zwei - oder drei, in Kombination - unterschätzte Gesundungsfaktoren.


„Zungengischt”.


W1.853 Während seiner gesamten Amtszeit als Bundespräsident war Joachim Gauck kein einziges Mal zu Besuch in Moskau.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Die Zahl der Bücher über das eigene Sterben oder das Sterben von Angehörigen wird unüberschaubar. Nirgendwo aber ist der Umgang mit dem Thema radikaler, unmittelbarer als im Netz. Es gibt dort ja die bekannten Echoräume des Gewalttätigen und Aggressiven, des Verschwörungstheoretischen und der Fremdenfeindschaft, die verschiedenen Kammern des Schreckens. Es gibt im Netz aber auch die Echoräume des Mitleids, der Anteilnahme und der Solidarität; Orte des Austauschs und des trotzigen Selbstbewusstseins im Angesicht der Grenzen des Lebens, der leisen Trauer und des gerechten Zorns. Man muss hier nicht berühmt oder besonders sein, um seine Geschichte öffentlich machen zu können. Man braucht keinen Verleger, der lustvoll grinsend sagt: Das werden uns die Leute vom Büchertisch reißen. Man kann sein Leben beschreiben, wie es ist und wie man es sieht: beschissen und hoffnungslos und großartig und liebenswert. Und die Leute interessiert das, sie bekommen nicht genug davon [...] Nein, da ist nichts Verlogenes, nichts, worüber man sich erheben sollte, was der Enttarnung bedürfte. Ja, das ist eine gute Seite des Netzes. Und doch passiert etwas Eigenartiges. Es taucht ein Unbehagen auf, leise erst, dann wächst es, je mehr man sieht und liest. Man hat das Gefühl, Voyeur zu sein, unerlaubter Teilnehmer fremden Leids, Unglücks und Kampfes. Es sind ja keine Kunstfiguren, deren Leben und Sterben man da verfolgt, wie im Film oder Roman. Es ist nicht die Inszenierung wie beim Schriftsteller Wolfgang Herrndorf, der sein Leben mit der Krankheit bis zu seinem dramatischen Ende per Pistolenschuss dokumentierte. Es sind echte Menschen in Echtzeit, die da die Gardinen an den Fenstern des Privaten zurückziehen und allen zurufen: Bitte hineinsehen! Und soll man das dann? Hineinschauen, sich an den Rand der Tränen bringen lassen, vielleicht selber ein paar Herzen und Daumen Wünsche schicken, danach aber wieder umschalten? Ist das nicht merkwürdig selbstbezogen: Man nutzt das Leid der Anderen, um sich, in einer Art Katharsis, besser zu fühlen, durch eine Aktion, die einen in Wahrheit fast nichts kostet, die keine Nähe herstellt, sondern eine virtuelle?”


A802 F1.871 Loriot, Zarte Beziehungen: „Männer lieben keine klugen Frauen [...] 60 von 100 Frauen glauben, nur aus Liebe zu heiraten [...] Bis zur Hochzeit sollte man nichts, nach der Hochzeit alles wissen”.



17.03.2017

F1.870 Je jünger man ist, desto weniger sucht man nach Liebe, sondern vielmehr nach einer emotionalen Unterkunft, deren Türschild man dann Liebe nennt.


Aus der Reihe Online-Sprech, Peter Lindbergh, Fotograf: „Instagram ist das allerwahnsinnigste Instrument, das man sich vorstellen kann. Das wird von Leuten benutzt, um sich darzustellen. Das ist einerseits für die gut, die nichts anderes mitbringen können, andererseits auch für die perfekt, die etwas mitzuteilen haben”.


„Selfie-Reisegruppe”.


W1.852 Disneyland, das in einem Jahr gebaut wurde, hatte am Tag seiner Eröffnung insgesamt 18 Attraktionen und wurde am ersten Tag vom elfjährigen George Lucas besucht.


„Parteibuchkarriere”.


Wenn sich die Armen mit den Ärmsten darüber streiten, wer ärmer dran ist.


„Agenturhoster”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Netflix is replacing five-star ratings with thumbs up or down”.



16.03.2017

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Mailin T.: „Als ich jünger war, wollte ich nichts lieber, als auf Facebook ein Profil zu haben. Immerhin hatten ja alle meine Freunde Facebook und wenn man kein Profil auf der Webseite hatte, war man ja „uncool”. Meine Eltern erlaubten mir das aber nicht – im Nachhinein kann ich verstehen, wieso. Vor nicht allzu langer Zeit war Facebook eine wunderbare Möglichkeit, im Freundes- und Familienkreis am Laufenden zu bleiben. In relativ kurzer Zeit veränderte sich das soziale Netzwerk drastisch ins Negative. Es fiel mir auf, da plötzlich gefälschte Nachrichten auftauchten und immer häufiger Beiträge auftraten, in denen Gewalt, Drogenmissbrauch oder Schlimmeres vorkamen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Google is asking its army of 10,000 content-monitor contractors to help rein in the amount of questionable content—including what many people are labeling these days as „fake news”—that crops up in search results. These Google contractors, known as quality raters, have long been assigned to assess search results. What's new is they will now be asked to look at actual real search requests—which may lead to what updated Google guidelines describe as „upsetting-offensive” content—and then rate those results. The news was first reported by Google search news-tracking site Search Engine Land. Google senior engineer Paul Haahr, who spoke to Search Engine Land, said that Google itself does not use the „fake news” term because it's overly broad. The goal, he noted, is to ferret out information that is „demonstrably inaccurate.” But for most media followers outside of Google, such inaccurate or false statements fall into the fake news category”.


„Entkatastrophieren”, „Aperitif-Kultur”, „Kalkulationsgier”, „Herumhühnern”, „Gesteinsrecycling”, „Wochenendgefangene”, „Pippilangstrumpfen”, „Giga-Denkzettel”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Braucht Deutschland ein Anti-Fake-News-Gesetz oder ist es die Pflicht von Facebook und Co., sich um Unwahrheiten im Netz zu kümmern - ohne gesetzliche Grundlage?”


F1.869 Man muss viele Kröten küssen, um die Prinzessin zu finden.


Aus der Reihe Online-Sprech, Seyoum Teshome, Dozent: „In Äthiopien demontieren die Informationen in den sozialen Medien die traditionelle Propagandamaschine der Regierung. Das gefällt der Regierung nicht. Die Regierung will nicht, dass der Informationsfluss außer Kontrolle gerät und das sind Zeichen einer Diktatur”.


W1.851 Texas ist größer als jedes europäische Land.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter-Konten offenbar von Erdogan-Anhängern gehackt: Hacker haben am Mittwochmorgen Tausende prominente Twitter-Accounts gehackt und Nachrichten mit den Hashtags #Nazialmanya und #Nazihollanda sowie Hakenkreuz-Symbole verbreitet. Betroffen waren unter anderem die offiziellen Konten von Amnesty International, Pro Sieben und Borussia Dortmund. Weiter heißt es in den Tweets übersetzt: „Das ist eine kleine #OsmanischeBackpfeife für euch. Wir sehen uns am #16April”. An diesem Datum steht in der Türkei das Referendum über das vom Präsidenten Erdogan angestrebte Präsidialsystem an”.


Josef Hader, Kabarettist, Schauspieler, Autor, Regisseur: „Es ist halt so, dass sich die Menschheit ständig von vielen Dingen verabschiedet. Auch dazu habe ich eine Lieblingsgeschichte. Als der Wiener Autor Friedrich Torberg, der Anhänger des schönen Fußballs war, 1954 in der Schweiz sah, wie die zweckorientierten Deutschen gegen die spielerisch überlegenen Ungarn den WM-Titel holten, sagte er: „Das ist das Ende der Poesie im Fußball.” Darauf erwiderte ein Herr neben ihm: „Übertreiben Sie nicht, das ist bestenfalls das Ende des Hexameters im Fußball.” [...] Wenn man den ungeeignetsten Menschen zum Präsidenten wählt, nur weil er glaubwürdig ist, dann merkt man, wie sehr die Glaubwürdigkeit des Systems erschüttert ist”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Google's new messaging app translates your voice into emoji”.


B1.178 Karin Jurczyk, Soziologin: „Die lückenlose, vollzeitige Erwerbsarbeit ist in unserer Arbeitswelt immer noch das Maß der Dinge. Wer eine Auszeit vom Job nimmt, muss sich rechtfertigen. Diese Norm müssen wir umkehren. Meine Kollege, der Rechts- und Politikwissenschaftler Ulrich Mückenberger, und ich schlagen ein Konzept der „atmenden Lebensläufe” vor. Die Idee ist, dass es für Frauen - genau wie für Männer - selbstverständlich wird, zu gesellschaftlich relevanten Zwecken die Erwerbsarbeit zu unterbrechen oder die Arbeitszeit zu reduzieren [...] Erstens verdienen viele Männer schon vor der Geburt des Kindes besser als ihre Partnerin, was auch daran liegt, dass Frauen häufig schlechter bezahlte Berufe wählen. Nach der Babypause kehren dann meist die schlechter bezahlten Mütter in Teilzeit zurück, während die Väter weiterhin voll arbeiten. So entsteht das heute typische Ernährer-Zuverdiener-Modell. Verschärft wird das Ganze durch steuerliche Anreize wie das Ehegattensplitting, das dieses Modell attraktiv macht. Zweitens wünschen sich die Unternehmen nach wie vor in Vollzeit beschäftigte Arbeitskräfte. Gerade von Männern wird erwartet, dass sie flexibel einsetzbar sind. Väter, die Zeit mit der Familie einfordern, stoßen im Job noch immer auf Widerstand [...] Viele lösen sich nur schwer von traditionellen Geschlechteridentitäten. Frauen erwarten von ihrem Partner zwar Unterstützung zu Hause, wollen aber die Hoheit darüber behalten, was die Kinder anziehen und wie die Küche zu putzen ist [...] Auf jungen Müttern lastet heute ein unglaublicher Druck: Sie sollen nach der Geburt bloß nicht zu lange im Job pausieren, um die Bildungsinvestitionen nicht zu verspielen! Wir können aber nicht erwarten, dass Eltern wieder mehr Kinder bekommen und gleichzeitig mehr in ihren Job investieren. Ich verstehe, wenn sich Eltern diesem Druck widersetzen und länger als das gesellschaftlich akzeptierte erste Jahr nach der Geburt zu Hause bleiben. Ich beklage allerdings, dass es fast immer die Frauen sind [...] Gleichberechtigung funktioniert in sozial schwächeren Schichten häufig besser [...] Die Mutter, die zu Hause bleibt, wird als Heimchen am Herd belächelt. Wer Karriere macht, gilt schnell als Rabenmutter. Unter dem Deckmantel der Wahlfreiheit wird Müttern heute suggeriert: Egal, wie du es machst, du machst es falsch [...] Aus der Glücksforschung wissen wir, dass die Zufriedenheit von Eltern einige Zeit nach der Geburt drastisch abnimmt und erst wieder steigt, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Im Alter sind Paare mit Kindern dann allerdings deutlich glücklicher als Kinderlose, weil sie sich in einem Generationengefüge aufgehoben fühlen. Enkel sind große Glücksstifter!”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Im Netz will jeder recht haben. Es ist Zeit, das Nachdenken neu zu lernen [...] Wie das unschuldige Denk-Emoji umgedeutet wurde, vom Emblem des philosophischen Abwägens zum Wappenschild des Besserwissers - das verrät viel über die Diskussionskultur in den sozialen Medien. Was früher Grübeln, Neugier, Nachfrage war, ist auf Facebook oder Twitter zu einem einzigen Sprechakt zusammengeschrumpft: Kritik. Feministinnen kritisieren Liberale, Liberale kritisieren Linke, Rechtspopulisten kritisieren das System, Linke kritisieren sich selbst. Islamkritik, Israelkritik, Bahnkritik [...] Was uns als nerviges Hintergrundkritikrauschen in den sozialen Medien schon gar nicht mehr aufstößt, sollte uns eigentlich stutzig machen. Denn noch vor ein paar Jahren beklagten Intellektuelle, das Netz sei ein gänzlich unkritisches Medium, das eine Generation von Jasagern erziehe. Like-Daumen. Gefällt mir! Herzchenstern. Wer zu viel vorm Internet saß, bekam Haltungsschäden - er konnte keine kritische kritische Position mehr einnehmen. Zwar existieren solche Ghettos der Affirmation tatsächlich. Auf Instagram lässt sich zwischen Avocadoaufstrich und Vintage-Wohnzimmertisch keine scharfe Debatte über die Erbschaftssteuer führen. Bei Facebook und Twitter hingegen schlägt die befürchtete Total-gut-Finderei in ihr Gegenteil um, was nicht minder fatal ist. Wir bemängeln, beanstanden und tadeln so hemmungslos, dass der kritische Geist in unserer innigen Umarmung schon nach Luft schnappt. Gerade das Übermaß an Kritik, das durch unsere sozialen Netzwerke schwappt, verhindert den echten, hilfreichen kritischen Diskurs. Statt in Kritik der reinen Vernunft üben wir uns heute in reiner Kritik ohne Vernunft [...] Wer im Jahr 2017 Twitter öffnet oder in Facebook-Kommentare stolpert, bemerkt sehr schnell die bösen Nebenwirkungen dieser Entwicklung. Erschöpfung, Müdigkeit, Desinteresse, Kopfschmerz und Apathie [...] Wir sind im Netz alle zu Satirikern geworden. Es macht ja auch so viel Spaß. Hier noch eine spitze Bemerkung droppen, da noch einen Gag platzieren. Kein Zufall, dass die politische Satire im Digitalzeitalter zum Leitgenre geworden ist”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Jaron Lanier, Informatiker, Künstler, Musiker, Komponist, Autor, Unternehmer: „Das Hauptproblem ist, dass Facebook dank der Netzwerkeffekte eine allumfassende Position einnimmt. Darüber hinaus herrscht bei der Firma der ideologische Irrglaube, die künstliche Intelligenz sei bereits viel weiter fortgeschritten, als dies tatsächlich der Fall ist, und Facebook sei noch dazu aus sich heraus eine Kraft, die stets das Gute schafft. Beiden Punkten würde ich widersprechen [...] Facebook hingegen ist inzwischen zum globalen Master-Filter geworden und hat die klassischen Redaktionen auf die Rolle von Unterfiltern reduziert, die wiederum davon abhängen, dass ihre Artikel auf Facebook funktionieren [...] Als würde man sich einen perfekten Diktator wünschen. In seiner jetzigen Form sollte Facebook überhaupt nicht existieren. Das ist die einzig mögliche Antwort. In der vordigitalen Welt haben sich die Zeitungsleser auch für einen bestimmten Filter entschieden, die einzelnen Publikationen standen ganz offen für einen bestimmten Blick auf die Welt, sei es nun konservativ, liberal, christlich oder sozialistisch, und dagegen gibt es auch überhaupt nichts einzuwenden, im Gegenteil. Unser Problem ist heute ist der trügerische Anschein der Neutralität. Die Objektivität der Newsfeeds ist eine Illusion [...] Wenn man nur lange genug auf den Code starrt, findet man irgendwann eine Sicherheitslücke. Softwareentwicklung ist eine Ingenieurskunst, die wir noch längst nicht so gut beherrschen wie beispielsweise die Metallverarbeitung. Es gibt immer unvorhergesehene Nebenwirkungen. Wir organisieren unsere Leben also gerade um etwas herum, das wir nicht wirklich durchdrungen haben. Aber hier bin ich tatsächlich guter Hoffnung, dass wir noch große Fortschritte bei der Beherrschung des Mediums machen werden und es dann vielleicht auch verlässliche Prüfverfahren geben wird”.


B1.179 Dirk Roßmann, Unternehmer: „Erfolg macht glücklich. Und Geld? Wenn man jung ist und keines hat, dann kann man trotzdem viel Spaß haben. Aber wenn man im Alter kein Geld hat, das tut schon weh. Umgekehrt kenne ich Menschen, die viel Geld haben, aber trotzdem nicht glücklich sind”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Bewegtbild ist der neue Sex bei vielen Online-Medien und ihren Vermarktern”.



15.03.2017

Heribert Bruchhagen, Fußballfunktionär: „Der Marketingfachmann sagt: Nur wer sich große Ziele setzt, kann Großes erreichen”.


„Redigage”.


F1.868 Fehler von Frauen: Unsicherheiten gegenüber Männern, die diese bei Ihnen auslösen, den Männern unterzujubeln.


Aus der Reihe Online-Sprech: „99 posen online, der 100. ermordet jemanden”.


„Verrohungstendenz”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Nazi-Hack von Erdogan-Fans kapert Twitter-Konten weltweit”.


W1.850 Aus Sorge darüber, dass Mary Josephine Fitzgerald die Nachricht nicht verkraften würde, teilte man der Großmutter von John F. Kennedy dessen Ermordung nie mit.



14.03.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Das pakistanische Innenministerium soll nach dem Willen des Premierministers Nawaz Sharif so schnell wie möglich dafür sorgen, dass alle Webseiten und Foren mit gotteslästerlichen Inhalten gesperrt werden”.


A801 F1.867 Eve Ensler, The Vagina Monologues, 1996: „My vagina doesn't need to be cleaned up. It smells good already. Don't try to decorate. Don't believe him when he tells you it smells like rose petals when it's supposed to smell like pussy. That's what they're doing, trying to clean it up, make it smell like bathroom spray or a garden. All those douche sprays, floral, berry, rain. I don't want my pussy to smell like berries or rain. All cleaned up like washing a fish after you cook it. I want to taste the fish. That's why I ordered it”.


„Spar-Algorithmus”.


D679 Die Zusatz-Abwägung bei größeren Entscheidungen: führt dieser Entschluss zu Destabilisierung, oder gibt er mir Souveränität?


„Astronautenvideo”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Entwickler neuer Internetprotokolle sollen Menschenrechte berücksichtigen, fordern Experten der Internet Engineering Task Force - und befeuern damit eine philosophische Grundsatzdebatte: Darf die Architektur des Internets auf einem Wertesystem basieren?”


„Hohenzollern-Toilette”.


W1.849 Der Chicago River fließt rückwärts.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Heiko Maas, Politiker: „Für strafbare Hetze und Verleumdung darf auch in den sozialen Netzwerken genauso wenig Platz sein, wie auf der Straße”.



13.03.2017

B1.176 Neo Rauch, Maler: „Teamwork war nicht Bestandteil meines Ausbildungsprogramms an der Hochschule. Es zielte ganz altväterlich auf die stille emsige Atelierarbeit einer Persönlichkeit ab, die sich über Jahrzehnte hinweg zur schönsten Entfaltung zu bringen hatte”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Wie Facebook mit seinen unzähligen Snapchat-Klonen seine Identität verwässert”.


W1.848 Seinen ersten Fernsehauftritt hatte Adam Sandler in The Cosby Show.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Eingekeilt zwischen GAFA und BLUN”.


F1.866 B1.177 Felix Klare, Schauspieler: „Ich glaube, Erziehung und Beziehung sind die schwierigsten Aufgaben, die einem das Leben stellt. Das ist echt nicht ohne. Meine Frau und ich geben unser Bestes und ich denke, wir kriegen es hin, weil es uns riesengroßen Spaß macht. Die Kinder sind zwischen zwei und 14 Jahre alt, da ist alles dabei. Der Jüngste wurde bis vor einem halben Jahr noch gestillt und der Älteste ist in der ­Pubertät. Langweilig ist es nicht zu Hause”.


Die Sätze „Hat man den Schatz gehoben, ist das Abenteuer vorbei”, „Je älter man wird, desto weniger der Alte”, „Verlegenheit macht Diebe”.



12.03.2017

Lars Stindl, Fußballspieler: „Manchmal ist der Fußball nicht zu erklären, das tut mir selbst leid”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Can your smart home be used against you in court?”


„Bananen-Analogie”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Facebook behauptet, eine vollkommen neutrale Plattform zu sein, die sich aus den Inhalten der Nutzer heraushält. Es nimmt das Host-Provider-Privileg in Anspruch, das geschaffen wurde, damit Seitenbetreiber Rechtssicherheit für ihre Geschäfte haben: Sie sind nur dann für Rechtsverstöße auf ihren Seiten verantwortlich, wenn sie davon wissen und nichts dagegen unternehmen. Doch dieser Schutz steht Facebook nicht zu. Denn erstens speichert Facebook alle Inhalte auf seinen Servern, selbst solche, die Nutzer gelöscht haben; Chatprotokolle, Profilbilder, ja ganze Profile - und hat sich für fast alle Inhalte die Nutzungsrechte abtreten lassen. Und zweitens: Facebooks Algorithmen bestimmen, was ein Nutzer sieht, welches Bild und welche Nachricht. Je mehr Gefühle eine Nachricht auslöst, je mehr Likes und Kommentare sie bekommt, desto stärker wird sie verbreitet. Facebooks Algorithmen stellen mithin die virale Ausbreitungsmöglichkeit erst her, durch welche die Rechte des Opfers derart massiv beeinträchtigt werden: von der Vernichtung seiner sozialen Existenz bis hin zur Gefahr für Leib und Leben”.


B1.174 Arbeit wird nicht dadurch lebendiger, dass man Arbeiten für Leben hält.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter selbst geht übrigens davon aus, dass nur bis zu 8,5 Prozent der Accounts ohne jegliches Zutun von Menschen twittern”.


W1.847 Luise Nordhold gehört seit 1931 der SPD an.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Social Media Papier”.


F1.863 melli_meter: „Eine eifersüchtige Frau recherchiert besser als das Bundeskriminalamt”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Wie das Internet zum Schauplatz zweier Morde werden konnte und der Mörder dort gefeiert wird”.


Wenn Gags so lange diskutiert werden, bis sie Leine ziehen.


F1.864 Aus der Reihe Facebook-Sprech, Jule: „Es würde mir besser gehen, wenn mir die liebe Social-Media-Welt nicht ständig vor Augen führen würde, was ich hätte haben können, wenn ich mich nur genug angestrengt hätte. Oder so. Auch wenn ich weiß, dass das Quatsch ist: Es macht mich wahnsinnig. In solchen Momenten wünsche ich mir eine Facebook-Funktion, die mich all das ausblenden lässt, was mir zeigt, wie viel mir eigentlich fehlt. Ich will in meiner Blase gelassen werden, in der ich der Meinung bin, am Ende doch alles richtig gemacht zu haben. Für Fälle, in denen das nicht funktioniert, gab mir ein Freund den vielleicht besten Rat seit Langem: „Ansonsten tut's von Zeit zu Zeit auch ein gepflegter Hass-Post.” Also liebe Facebook-Freunde, wenn demnächst unter jedem Hochzeitsfoto „Du siehst fett aus in dem Kleid!” steht oder knuffige Neugeborene mit einem „Ich dachte, es gibt keine hässlichen Babys?” bedacht werden, denkt an mich und seht es mir nach. Denn während ihr euer perfektes Leben genießt, bestelle ich wahrscheinlich gerade verkatert eine Pizza”.


„Placebo-Präsident”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Tyler Cowen, Ökonom: „Wäre Marie Antoinette heute unsere Königin, würde sie sagen: Lass die Leute Internet essen, wenn sie kein Brot haben [...] Das Internet bremst den Wandel. Es bringt die Leute dazu, zu Hause zu bleiben. Sie können es dank des Internets vermeiden, ehrgeizig zu sein. Das Internet, das demnächst die Amazon-Pakete per Drohne zur Haustür fliegt, kommt so cool und innovativ daher. Doch es hat eine dunkle Seite. Es lenkt die Leute ab. Es hält sei davon ab, die Welt zu verbessern, die Umwelt zu schützen, die Infrastruktur und das Schulsystem zu erneuern”.


D678 Dass Sport gut tut, bedeutet nicht: je mehr Sport, desto besser.


F1.865 B1.175 Tyler Cowen: „Früher hat der Partner einer Anwaltskanzlei seine Sekretärin oder seine Highschool-Liebe geheiratet. Das bedeutete sozialen Aufstieg, wenigstens für einen von beiden. Heute heiratet der Chef einer Rechtsanwaltskanzlei die Chefin einer Rechtsanwaltskanzlei, sie werden glücklich, haben ein tolles Einkommen und Kinder, die viel erben werden [...] Segregation nimmt in allen Dimensionen zu. Es gibt die Segregation durch Einkommen, durch Rasse, eine durch Bildung und am Ende eine Segregation durch politische Überzeugung. Und alles nimmt zu”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Tim Berners-Lee, Physiker, Informatiker: „Today, most people find news and information on the web through just a handful of social media sites and search engines. These sites make more money when we click on the links they show us. And they choose what to show us based on algorithms that learn from our personal data that they are constantly harvesting. The net result is that these sites show us content they think we’ll click on – meaning that misinformation, or fake news, which is surprising, shocking, or designed to appeal to our biases, can spread like wildfire. And through the use of data science and armies of bots, those with bad intentions can game the system to spread misinformation for financial or political gain”.



11.03.2017

„Paragrafen-Roboter”.


Claudia Hammond, Psychologin: „Geld ist gefährlich. Eine Droge. Als sich unser Gehirn entwickelte, gab es noch kein Geld. Jetzt haben wir unser Hirn auf das Geld konditioniert. Wenn es ausartet, ist es eine besonders starke Droge [...] Wir schauen lieber darauf, wie viel wir im Vergleich zum Gesamtpreis sparen als auf die absolute Summe. Das ist irrational: Von den beim Autokauf gesparten 100 Euro können wir uns mehr kaufen als von den 15. Warum also? Wir lieben Schnäppchen, und die meisten halten sich für bessere Schnäppchenjäger als andere. Wir überschätzen uns genau wie beim Autofahren. Beim Geld kommt dazu: Wir wollen Schnäppchen, weil wir das Gefühl hassen, zu viel zu zahlen und durch Tricks abgezockt zu werden [...] Die Aversion der meisten Menschen gegen Verluste ist doppelt so stark wie der Wille, einen vergleichbar großen Gewinn zu machen [...] Heutzutage platzieren Geschäfte ihre Produkte raffiniert. Sie stellen sie in Dreiergruppen aus. Die Händler wissen, dass kaum ein Kunde den teuersten Laptop kaufen. Aber indem sie ihn zu den anderen Computern stellt, gibt das dem zweitteuersten Gerät den Anschein, es gehöre zur mittleren Preisklasse. Sobald wir sehr viel teurere Produkte aus der Nähe sehen, kommen uns andere nicht mehr so teuer vor. Das gibt uns ein gutes Gefühl. Wir kaufen das zweitteuerste [...] Wer einen Preis vorgibt, bestimmt das Gefühl, welcher Preis angemessen sein könnte”.


„Plastisphäre”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Wolfgang Schäuble, Politiker: „Nicht alles, was über Twitter verbreitet wird, ist schon tatsächliches Regierungshandeln”.


„Bindestrich-Identität”.


F1.862 Claudia Hammond auf die Frage, ob „Menschen beim ersten Date über Geld reden sollten”: „Beim ersten Date vielleicht nicht. Aber auf jeden Fall, bevor sie sich lange binden”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Penis-Überdosis”.


W1.846 Etwa 80 Prozent des Regens fallen über Ozeanen.


Josef Hader, Kabarettist, Schauspieler, Autor, Regisseur: „Mein Trotz hat mich nie enttäuscht. Es gibt wenige Gefühle, die mich so wenig enttäuscht haben wie mein Trotz. Der hat mir immer geholfen, war immer ein treuer Freund. Und er ist immer da, wenn ich ihn brauche. Ein echter Kumpel, mein Trotz”.


B1.173 Aus der Reihe Online-Sprech, Doris Brenner, Karriereberaterin: „Niemand kann zu mehr als 1000 Menschen intensive Kontakte pflegen. Ich sage da Vorsicht, Vorsicht [...] Ein wirkliches, stabiles Netzwerk erkennt man nicht daran, wer mit wem auf einer virtuellen Plattform verknüpft ist. Ich möchte auch gar nicht, dass jeder weiß, mit wem ich einen engen Kontakt habe, ich will das nicht preisgeben, das soll nicht für jeden lesbar sein. Kurzum, ich will Privatsphäre und kein gläserner Mensch sein [...] Es gibt einige Selbstdarsteller im Netz. Dieses nervige Namedropping, dieses penetrante Verweisen, wen man alles kennt. Darüber klagen Personalberater zu Recht. Das ist genau das, was ein qualitatives, positives Netzwerken nicht meint. Netzwerken basiert auf Hilfsbereitschaft, erfordert Geduld. Reiner Eigennutz als Haupttriebfeder wird das nicht tragen. Netzwerken ist ein auf Geben und Nehmen ausgerichteter partnerschaftlicher Prozess, von dem alle Beteiligten profitieren sollten. Betrachten Sie es einmal aus einer anderen Perspektive: Wenn Sie jemanden kennen und schätzen, dann fällt es Ihnen doch auch leichter, mit ihm ein Projekt zu machen. Jemanden intensiv zu kennen und ihm zu vertrauen, das hat keine negative Konnotation [...] Eingleisiges Online-Netzwerken ist völliger Blödsinn. Das zeigt sich schon an Dating-Börsen, dem Warenhaus der Partnersuche. Irgendwann müssen sich die Leute persönlich treffen, daran führt kein Weg vorbei. Das tun dann ganze Xing-Gruppen, deshalb gibt es unter anderem die Youtube-Messe. Was nützt der ganze Aufwand, wenn der Funke nicht überspringt? Die fachlichen Aspekte können alle passen, wenn die Chemie nicht stimmt, wenn man keinen Draht zueinander hat, wird das nichts. Personalentscheidungen sind auch Bauchentscheidungen, auch wenn das nicht gern zugegeben wird. Ich bin heilfroh, dass wir Menschen sind und keine Roboter”.



10.03.2017

„Inbetriebnahmestrategie”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Wie Ogilvy Berlin mit „Escalating GIFs” ein Zeichen gegen Mobbing setzt”.


Menschen, die beim Schweigen das Atmen vergessen.


Aus der Reihe Wohlstands-Sprech, René Redzepi, Koch: „Interessant ist aber auch die Honigameise, die in ihrem Leib Nektar sammelt, eine wandelnde Speisekammer, zehnmal so groß wie ihre normalen Artgenossen. Sie zerplatzt am Gaumen wie eine süße Frucht. Die Gäste waren regelrecht baff”.


„Schwarzgeldlegende”.


F1.861 Die unwillkürlichen Bewegungen, die Frauen vornehmen, wenn sie einem unbekannten Mann begegnen, der ihnen sehr gut gefällt. So zum Beispiel das ziellose Herumgefuchtel in den Haaren. Und: die Anspannung junger Männer in Anwesenheit junger Frauen.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Ohne beigefügtes Bild- oder Videomaterial ist eine Statusmeldung in diesen Tagen offenbar nicht viel wert in der digitalen Welt, zumindest scheinen es die großen Messenger-Dienste so zu sehen”.


W1.845 Zigaretten enthalten Zucker.


Je länger ein Elend dauert, desto mehr gehen wir auf Distanz dazu - die umgekehrte Richtung wäre richtig.



09.03.2017

F1.860 h4usmeister: „Immer wenn eine Braut von ihrer Hochzeit vom schönsten Tag ihres Lebens spricht, kann man nur ahnen, wie sie sich den Rest vorstellt”.


„Länder-Slogan-Sieger”.


D677 Aus der Reihe Online-Sprech: „Digital Detox als Mittel gegen die Depression? Der Verzicht auf digitale Technologie als Heilsbringer? Die Idee fand ihren Weg aus dem Wald hinaus in die Wissenschaft. Die US-Psychotherapeutin Nancy Colier schrieb ein Buch mit dem Titel The Power of Off, sinngemäß übersetzt mit Die Macht des Aus-Schalters. Sie sagt: „Wir verbringen zu viel Zeit mit Dingen, die eigentlich nicht wichtig sind”. Colier ist überzeugt, nur analoge Beziehungen gäben uns das Gefühl, uns in der Welt zu spüren. Permanente Erreichbarkeit über digitale Technologie hingegen versetze uns in ständigen Alarmzustand, der uns auf die Dauer auslauge. Unter Psychotherapeuten gibt es also Befürworter der digitalen Enthaltsamkeit, das Gleiche gilt paradoxerweise auch für einige, deren Beruf es ist, digitale Technologie zu entwickeln. Tristan Harris, ein ehemaliger Mitarbeiter von Google, warnt heute davor, unsere Zeit online zu verbringen. Er sagt, Unternehmen wie Google wollten uns bewusst Zeit für die Pflege von sozialen Beziehungen offline stehlen”.


„Echtzeit-Seismograph”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Ist Garfield wirklich männlich? Darum ist auf Wikipedia eine so heftige Debatte entbrannt, dass der Eintrag zwischenzeitlich blockiert werden musste. Manche beschwören anhand des Falls sogar die Spaltung Amerikas”.


„Übernachtungsbereit”.


W1.844 In keiner Metropole werden mehr verschiedene Sprachen gesprochen als in New York.


„Aufamseln”.


Wenn man Erinnerungen mit Erfahrungen verwechselt.


B1.172 Aus der ZEIT: „Ein Arbeitgeber, der seinen Leuten den Sinn ihres Lebens verspricht, überschätzt in rührender Weise seine Möglichkeiten. Den Sinn seines Lebens kann jeder nur selbst finden. Er kann in der Arbeit liegen, aber auch ganz woanders. Dass die Arbeit einem Leben den Sinn einhaucht, denn es sonst nicht hat - das zu versprechen ist nicht weniger unfair, als es zu erwarten”.



08.03.2017

B1.170 Anna Andersson, Personalerin: „In Schweden gibt es eine komplett andere Arbeitskultur: Es ist viel gängiger, eine Führungsposition in Teilzeit innezuhaben – jedenfalls, wenn man kleine Kinder hat. Und das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Außerdem ist es üblich, dass Eltern um spätestens 16.30 Uhr das Büro verlassen, um ihre Kinder abzuholen. Auch bei den Führungskräften wird das so gelebt, bei Männern wie bei Frauen [...] Das ist eine Frage der Unternehmenskultur: Wir können zum Beispiel darauf achten, dass Meetings am Vormittag oder frühen Nachmittag stattfinden und nicht um sieben Uhr morgens oder acht Uhr abends. Wir rechnen nicht damit, dass um solche Uhrzeiten jemand im Büro ist. Außerdem müssen wir als Arbeitgeber flexible Lösungen anbieten. Eine gute Führungskraft zeichnet sich nicht dadurch aus, dass sie abends möglichst lange im Büro ist [...] Wenn ich einen Wunsch an die deutsche Politik hätte, dann betrifft der das Steuersystem: Durch das Ehegattensplitting lohnt es sich für Frauen oft nicht gleichberechtigt zu arbeiten es unterstützt eher das Modell, das der, der weniger verdient und das sind oft die Frauen, zuhause bleibt. Das sollte sich meiner Meinung nach ändern! Denn es führt auch dazu, dass Frauen oft viel geringere Rentenansprüche haben. Das kennen wir so in Schweden nicht”.


W1.843 Das Himalaya-Gebirge wächst jährlich um etwa 2 Zentimeter.


A800 Bill Gates, Unternehmer, Programmierer, Mäzen, 1994: „Say you want to watch a movie. To choose, you'll want to know what movies others liked and, based on what you thought of other movies you've seen, if this is a movie you'd like. You'll be able to browse that information. Then you select and get video on demand. Afterward, you can even share what you thought of the movie [...] Instead of using keys to enter your house, the Wallet PC identifies that you're allowed to go into a certain door and it happens electronically. Instead of having tickets to the theater, your Wallet PC will digitally prove that you paid. When you want to board a plane, instead of showing your tickets to 29 people, you just use this. You have digital certificates. Digital money. It has a global positioning thing in it, so you can see a map of where you are and where you might want to go. It's our vision of the small, portable PC of, say, five years from now”.


F1.859 Während des Verliebtseins werden aus alltäglichen Dingen Uraufführungen.


B1.171 Marcel Schmelzer, Fußballspieler: „Mir ist klar, dass ich nicht der Typ bin, der mal eben drei Leute ausspielt und dann ein Tor erzielt. Also muss ich versuchen, meine Stärken auf den Platz zu bringen, statt dem Gegner die Möglichkeit zu geben, meine Schwächen auszunutzen [...] Im Fußball kann es, wie gesagt, sehr schnell gehen, eine Verletzung kann dafür sorgen, dass ich mein altes Niveau nicht mehr erreiche, die Frische nicht mehr empfinde. Alleine deshalb kann ich gar nicht sagen, dass ich niemals mehr für einen anderen Klub spielen würde [...] Ich brauche in der Sommer- und Winterpause die Zeit, um abzuschalten. Ich schaue dann kaum Spiele im Fernsehen, selbst die EM habe ich nur am Rande verfolgt. Nicht, weil es mich nicht interessiert, sondern weil ich nach der intensiven Saison Zeit brauchte, um zur Ruhe zu kommen”.


Nachgeschlagen: Sigrid Löffler; Marcus Rashford; Ralf Arnie; Eric Bailly; Coupe Latine; Sergi Enrich; Ratsche; Roberto Ayala; Mira Sorvino; Bafétimbi Gomis; Chanukka; Ola Toivonen; Horst Ehmke; Łukasz Skorupski; Élisabeth Badinter; Maximilian Philipp; Wolfgang Höbel; Sigi Zimmerschied; John Obi Mikel; Maite Kelly; Ashton Sanders; Eva Longoria; Martin Bader; Fiona Swarovski; Robert Cottingham; Christine Lambrecht; Lee Majors; Mattia Caldara; Walentina Wladimirowna Tereschkowa; Gareth Southgate; Rachel Platten; Olivier Martinez; Aioli; Yannick Gerhardt; Laura Dahlmeier; Martin Ødegaard; Zumba; Floriane Daniel; Timothée Kolodziejczak; Epilepsiehund; Hans-Peter Bartels; Sergei Pawlowitsch Koroljow; Kimchi; Pascal Zuberbühler; Polynja; Wolfgang Unzicker; Salomón Rondón; Iliza Shlesinger; Brenda Bakke; Martin Lüttge; Barb Jungr; Wilfred Niddi; Raki; Bing Crosby; Nampalys Mendy; Katie McGrath; Florian Niederlechner; Sicario; Wissam Ben Yedder; Aviso; Corny Littmann; Tomás Rincón; Robert Duvall; Elkeson.



07.03.2017

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Jule: „Facebook will Menschen miteinander verbinden. Doch eine US-Studie deutet auf das Gegenteil hin: Je mehr Zeit junge Erwachsene in sozialen Medien verbringen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich einsam fühlen”.


B1.169 Jan Hartwig, Koch: „Das Himmlische ist, dass ich meinen Traumberuf habe. Schon mit acht Jahren wusste ich, dass ich Koch werden will, und zwar ein richtig guter - nachdem typische Jungs-Spinnereien wie Astronaut durch waren [...] Ich mag keine Monotonie, ich könnte nicht ständig im Büro sitzen. In der Küche bin ich jeden Tag unter Spannung, bin kreativ, arbeite mit den Händen. Ein Produkt zu verändern, dafür keine Regeln zu haben, etwas Besonderes etwa aus einem Reh zu machen, das hat etwas Schöpferisches. Wie ein Kunstwerk [...] Kein Teller, kein Abend wiederholt sich, denn jede Karotte, jeder Fisch ist anders, auch die Gäste sind immer unterschiedlich. Dieser Live-Moment ist so spannend wie eine Theateraufführung [...] Für mich ist eher die Einstellung entscheidend, der Wille, für diesen Beruf alles zurückzustellen, alles zu geben, sich noch im Urlaub, nach Feierabend, von morgens bis abends damit zu beschäftigen [...] 100 Prozent Wahnsinn [...] Für Privates bleibt halt wenig Raum. Dafür gibt mir die Arbeit aber so viel”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „WhatsApps blaue Haken sorgten in der Vergangenheit schon für so manchen Streit. Warum liest du die Nachricht und schreibst dann nicht zurück, ist der bekannte Vorwurf”.


F1.858 Liebe hilft gegen hässlich.


„Zentralrummelplatz”.


W1.842 Für den Zwergkärpfling ist Superfötation normal.


Aus der Reihe Online-Sprech, Johnny Haeusler: „Auf ein Reddit-Forum als Hort vieler „The_Schulz”- und „Schulzzug”-Memes inklusive dem grottenschlechten Gottkanzler-Song mit einer Danksagung per Videobotschaft zu reagieren. Das zeugt zumindest von einem Minimum an Humor und Verständnis für Online-Kultur. Vielleicht genügte aber auch schon die Tatsache, dass ein deutscher Spitzenpolitiker überhaupt das Wort „Reddit” fehlerfrei ausspricht, um für Begeisterungsausbrüche zu sorgen”.



06.03.2017

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „THUMBS DOWN???? Facebook, it seemed like you would never make this actually possible, but now it looks like it's testing a dislike in its Messenger app. Fair warning, FB: If you introduce this to the main Facebook app and homepage, I will never not dislike anything ever again”.


F1.857 B1.168 Sarah Fischer, Autorin: „Was oft vergessen ist, dass die Erwartungen an Mütter enorm hoch geworden sind. Das Hauptproblem ist aber immer noch mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das traditionelle Rollenmuster hierzulande: Mann arbeitet Vollzeit, Frau Teilzeit oder gar nicht und dass Männer in den gleichen Berufen immer noch mehr Gehalt bekommen. Und das Stichwort Altersarmut darf nicht vergessen werden [...] Der Vater wird in der Regel für jeden Spielplatzbesuch gefeiert. Wenn er auf Dienstreise geht, wird das ohne Kommentar hingenommen. Aber wehe, wenn die Mutter beruflich weg ist! Dann wird gleich gefragt: „Geht das denn? Wer passt denn auf das Kind auf?” Am Ende des Tages sind es wir Mütter, die Betreuung, Kindererziehung, Kinderarzttermine, Kindergeburtstage organisieren oder an Elternabenden teilnehmen [...] Wir Mütter wollen doch alle, dass unsere Kinder glücklich sind. Manche sind unsicher, ob ihr Weg der richtige ist [...] Vor allem sollten sie darüber nachdenken, ob es wirklich sie sind, die ein Kind haben wollen, oder ob es eher der Druck von außen ist, der sie zu dieser Entscheidung treibt. Zudem sollten sie vorab mit ihrem Partner klären, wie bei ihnen das Modell Familie gehandhabt werden soll. Und: Immer realistisch bleiben. Die meisten Ehen halten nicht für immer, also lieber finanziell unabhängig sein, damit später keine Altersarmut droht [...] Ich würde mich selbstverständlich immer wieder für meine Tochter entscheiden! Denn ich bereue ja nicht mein Kind, sondern die Rahmenbedingungen”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Es vergeht scheinbar keine Woche, in der Facebook die Welt nicht zu einer besseren machen will. Die neueste Episode geht so: Das soziale Netzwerk will durch künstliche Intelligenz Nutzereinträge identifizieren lassen, die auf Suizidgedanken hindeuten. Wer der KI auffällt, wird von menschlichen Mitarbeitern geprüft. Wenn auch diese Selbsttötungsabsichten erkennen, werden die Betroffenen kontaktiert. Facebook gibt ihnen Tipps und nennt ihnen Beratungsstellen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Der ehemalige Producer der TV-Serie House of Cards, Beau Willimon, forderte von Twitter via Twitter die Entfernung von Donald Trumps privaten sowie präsidentialen Twitter-Accounts @realDonaldTrump und @POTUS. Er bgründete dies damit, dass nur eine Person der Präsident sein könne und dies mit einem hohen Maß an Verantwortung verbunden sei. Was der Präsident twittere, habe einen signifikanten Einfluss auf die Verwaltung, Weltlage und nationale Sicherheit. Trump habe irreführende Behauptungen verbreitet, die Justiz angegriffen und souveräne Staaten, die Presse und die Öffentlichkeit bedroht. Seine Tweets umgingen die diplomatischen Kanäle ohne Konsultation von Außenministerium und Pentagon”.


W1.841 Je größer der Himmelskörper, desto glatter die Kugelform.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus jetzt: „Je öfter du auf Facebook bist, desto einsamer fühlst du dich [...] Werden Menschen durch soziale Medien isoliert? Oder fühlen sie sich nur isolierter? [...] Die Studie zieht die Schlussfolgerung, dass Menschen, die mehr Zeit auf Social Media verbringen, anfälliger dafür sind, sich von ihren Mitmenschen isoliert zu fühlen. Die Forscher haben auch einige Thesen aufgestellt, wieso das so sein könnte. Die erste These ist, dass Menschen, die sich isoliert fühlen, sich öfter auf Social Media Plattformen zurückziehen und dort nach Anschluss suchen. In diesem Fall wären Social Media nicht die Ursache vom Gefühl der Isolation, sondern eine Folge. Bei einer anderen These wiederum sind Facebook & Co. der Auslöser der PSI. Laut dieser These fühlen sich Menschen, die viel Zeit in den sozialen Netzwerken verbringen, nämlich nur deshalb so isoliert, weil sie ständig mit Bildern von Leuten konfrontiert werden, die ein reges soziales Leben zu haben scheinen. Beispielsweise Bilder von großen Freundesgruppen oder Treffen, zu denen man nicht eingeladen wurde, geben den Betrachtern dabei das Gefühl von Isolation. Das Ergebnis der Studie bedeutet allerdings nicht, dass wer häufig auf Facebook ist, automatisch einsam ist. Viel mehr bedeutet es, dass man, wenn man merkt, dass man sich isoliert fühlt, vielleicht einfach wieder ein paar Freunde zusammentrommeln und etwas im realen Leben unternehmen sollte. Auch ist es wichtig zu realisieren, dass nicht jeder ein perfektes Leben führt, nur weil er öfter mal Fotos mit vielen Freunden oder von Reisen und Errungenschaften postet. Man sollte versuchen, diese Posts keine Auswirkung auf sein eigenes Leben haben zu lassen, sonst kommt es wahrscheinlich tatsächlich zu einem Gefühl der Unzufriedenheit und Isolation”.


„Riesenkaleidoskop”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Nils Boeffel, Strategieberater: „Spracherkennung ist noch nicht befriedigend gelöst, die Systeme beschränken sich auf eingegrenzten Kontext. Im Handel sind Chatbots heute oft nur verkappte Suchen, sie helfen bei ersten Schritten und einfachsten Fragen [...] Google, Amazon, ­Facebook und Apple können Sprach­erkennung gut weiterentwickeln, weil sie über immer mehr Nutzerdaten, das technische Know-how und vor allem ausreichende Mittel verfügen”.



05.03.2017

„Börsenscharlatan”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Jennifer Rexford, Professorin für Computerwissenschaften: „Der Schlüssel zur Sicherheit der Internetnutzer ist die Entwicklung von Technologien, die eine viel größere Sichtbarkeit und Kontrolle für das Online-Erlebnis ermöglichen. In Sachen Sichtbarkeit machen Forscher große Fortschritte: Es gibt Techniken, die Spam-Mails automatisch erkennen, bösartige Internetseiten oder „Bots”, die Cyberangriffe starten können, aufspüren; die Versuche aufdecken, unsere Online-Aktivitäten zu verfolgen und die Inhalte, die wir sehen, ohne unsere explizite Zustimmung zu personalisieren. Es gibt Techniken, die Sicherheitslücken in der Software, die wir täglich verwenden, auffindbar machen und die Internetprovider identifizieren, die manchen Anwendungen Vorrang vor anderen geben. Diese technischen Fortschritte steigern nicht nur das Bewusstsein für die Probleme, sondern führen zu einer besseren Spam-Erkennung, der Abwehr von Cyberangriffen und zu mehr Gerätesicherheit. Provider werden dadurch gedrängt, den Internetverkehr fair zu behandeln. Andere technische Entwicklungen zielen darauf ab, Internetnutzern eine bessere Kontrolle über ihr Online-Erlebnis zu geben, indem es Usern ermöglicht wird, online auch andere Meinungen zu sehen, sich anonym im Internet zu bewegen, ihren Internetverkehr um Länder, die überwachen, herumzulenken, oder das Abgreifen persönlicher Informationen über Online-Geräte im Haushalt zu stoppen. Den Internetnutzer in den Mittelpunkt zu stellen und ihm Verantwortung zu geben, kann helfen, die wahren Gefahren dessen, was wir online erleben, zu bekämpfen. Demokratie endet nicht mit einem großen Knall; sie kann eher durch tausend Schnitte zu Tode kommen. Das Internet kam mit dem Heilsversprechen, uns zu verbinden, nicht uns zu spalten. Obwohl Gesetze und Richtlinien wichtig sind, sollten Lösungsansätze, um die Probleme des Internets anzugehen, aus der Tech-Community kommen. Wir müssen Technik mit Technik bekämpfen”.


„Muschifichte”.


W1.840 Getrocknete Aprikosen sind eisenhaltiger als Spinat.


F1.856 gedankenphobia: „Ich möchte euch nur den Rat geben, dass es manchmal besser ist, eine Beziehung zu beenden anstatt sie weiterzuführen, nur um eine zu haben”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Wenn Sie mit jemandem sprechen, seien es Ihre Kinder, Ihre Kollegen oder Ihre Freunde, dann haben diese Gesprächspartner Ihre volle Aufmerksamkeit verdient. Immerhin schenken sie Ihnen ihr wertvollstes Gut: Lebenszeit. Wer sich im Gespräch von jeder WhatsApp-Nachricht und jeder Eilmeldung ablenken lässt, wer zwischendurch mal nonchalant Facebook checkt, während das Gegenüber von seinem Urlaub erzählt, der signalisiert: Es gibt Wichtigeres als dich”.


B1.167 „Ein Team, das feststellt, dass in Meetings alle auf ihre Smartphones starren, sollte vielleicht Sinn und Struktur der Sitzung überdenken. Vielleicht ist sie tatsächlich überflüssig, zu wenig fokussiert oder einfach zu lang?”.



04.03.2017

LeaStreisand: „Sorgen sind wie Nudeln. Man macht sich immer zu viel davon”.


„Queraufstieg”.


vergraemer: „Erwachsen ist auch nur ein Euphemismus für müde”.


W1.839 Über dem Tal der Wupper befindet sich die höchste Brücke Deutschlands.


„Elefantenhieb”.


A799 F1.855 Possession, A.S. Byatt, 1990: „I cannot let you burn me up, nor can I resist you. No mere human can stand in a fire and not be consumed”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „US-Präsident Trump brauchte am Freitag drei Anläufe, um einen Tweet mit korrekter Rechtschreibung abzuliefern”.



03.03.2017

F1.854 Man fängt damit an, Liebe zu berechnen, sobald man sie verloren hat. Und man rechnet nicht mehr mit ihr, sobald man sie gewinnt.


„Freund-Feind-Narrativ”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Bitcoins sind erstmals mehr wert als Gold”.


„Achtsamkeits-Origami”.


W1.838 Brieftauben fliegen bis zu 177 km/h schnell.


„Archivlogik”.


Überheblichkeit bringt Dünnhäutigkeit. Dünnhäutigkeit bringt Überheblichkeit. Je stärker das Eine platzt, desto eher reißt das Andere.


Nachgeschlagen: feral; out of sight; substantiate; well-off; monorail; tractor; fare-dodge; childproof; cave; pensioner; birdbrained; dowser; head start; deallocate; replete; fortify; curfew; fond of arguing; patsy; sleight of hand; incinerate; fancy; superficial; campy; lucky break; reattach; scaffold; flunkey; harper; mayoral; preppy; timeliness; anecdote; skint; per capita; bramble; pollster; porpoise; brussel sprout; mint; denude; legal tribunal; diameter; pea-brained; inconclusive; wonky; unsound; radiant; appendix; cut loose; quitter; caulk; artistry; drag; big time.



02.03.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Moments-based marketing for a mobile-first world”.


W1.837 Ab 1935 nannte sich Persien Iran.


„Flugrechte-Startup”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „#WirGegenHomophobie: Wie sich das Netz gegen die schwulenfeindlichen Aussagen des YouTubers Mert Eksi stellt”.


„Wahlkampfformat”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „In den USA erweist sich der Politiker und ehemalige Hillary-Clinton-Kontrahent Bernie Sanders immer mehr als größter Gegenspieler von Donald Trump. Mit Videos und pointierten Aussagen sammelt er auf Facebook und Twitter regelmäßig massenhaft Likes und Shares ein. Sein Kommentar zu einem Aspekt aus Trumps Kongress-Rede bescherte ihm auf Facebook nun sogar mehr als 435.000 Reaktionen und damit mehr als sämtliche Medien, die sich mit Trumps Rede beschäftigten”.


„Anti-Terror-Tüte”.


Anna Thalbach, Schauspielerin: „Bescheidenheit heißt nicht, dass man nicht genießen kann”.


F1.852 DailyAnnalena: „Ich brauche keine perfekte Beziehung. Ich brauche nur jemanden, der mich nicht wegen jeder Kleinigkeit aufgibt, wegwirft oder austauscht”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Wie die Spotify-Algorithmen deinen Musikgeschmack verändern [...] Lebe wohl, menschliche Auswahl! [...] Wir könnten als so viel Neues entdecken, nur dank der Algorithmen. Aber macht Spotify aus uns allen tatsächlich Kenner und Entdecker? Zu glauben, dass künstliche Intelligenz aus Konsumenten plötzlich Selektoren macht, die sich unbeschwert zwischen den Genres bewegen, wäre ein Trugschluss, so Mike Mulligan vom Datenanalyse und Medien Institut MiDIA. Laut Mulligans neuer Studie konsumieren Nutzer lediglich fünf Prozent der verfügbaren Musik. „Der meiste Content ist für sie irrelevant”, schließt der Datenanalyst und Blogger. Das möge zum einen daran liegen, dass die meisten Freizeithörer einfach kein Interesse und keine Zeit haben, sich dem ganzen Angebot zu widmen. Auf der anderen Seite trage das Overfitting des Algorithmus dazu bei, dass man sich auf ausgetretenen Pfaden bewege. Wir suchen nicht mehr aktiv, sondern erhalten passiv, was wir mögen werden. Nicht nur in Politik und Nachrichtenselektion via Timeline, sondern auch in Musik und Entertainment bergen die programmierten Rechenschritte dabei die Gefahr, sich in einer Geschmacksspirale zu verfangen: Der Stream spiegelt lediglich zurück, was wir sowieso schon wollen. If you like this, you will love that! Mit gänzlich neuen Inhalten werden wir selten konfrontiert. Dafür gibt es auch einen eigenen Begriff: Im sogenannten „Overfitting” ähneln sich die Algorithmen schließlich so sehr, dass der Stilkorridor immer enger wird. Wir hören nur noch, was unsere spezifische Community hört; wir umgeben uns nur noch mit den Genres, mit denen wir auf der Plattform begonnen haben. Ist die Cloud also eine Dystopie für neue Musik?”


F1.853 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Morgens den Badezimmerschrank zu öffnen und das Parfüm meiner Frau zu riechen. Sie beendet gerade über 250 Kilometer entfernt ihr Studium, weshalb ich sie nur alle zwei Wochen sehe”.



01.03.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, Richard Gutjahr, Journalist: „…bei mir drüben auf Facebook siezen die Hater, Esos, Faschos, Reichsbürger, Ufo- und Urologen mich wenigstens noch. Gelebte Netz-Kultur”.


„Diversitätsdefizit”.


Die Sätze „Ein Schriftsteller, der vergisst, dass Schreiben Abenteuer ist, vergesse auch das Schreiben”, „Wird aus Schreiben Unterschreiben, lasse man es”, „Wer nur Selbstverständlichkeiten verkündet, sollte nicht schreiben”.


„Rekordschal”.


W1.836 Von allen Tieren ohne Rückgrat ist der Riesenkalmar das größte.


Aus der Reihe Online-Sprech, Adina Popescu: „Es überfordert Menschen oft, wenn man sie mit Daten und Fakten konfrontiert. In VR arbeitet man weniger mit Sprache, sondern mit Visualisierung und Erfahrungen. Das gilt zum Beispiel auch für die dreidimensionale Visualisierung abstrakter Daten. Ich glaube, VR kann einen unglaublichen Impact auf Leute haben, weil es ein emotionales und sinnliches Medium ist. Ich möchte diese Realität nicht verdoppeln, sondern ausweiten. Wie kann ich mein Bewusstsein oder meine sinnliche Wahrnehmung, die ich hier habe, erweitern? Wie kann ich Erfahrungen machen, die ich hier nicht machen kann? Kann ich Daten fühlen? Infra-und Ultrasound hören? Kann ich Musik als Daten visualisieren und mit ihr interagieren? Kann ich Energie anfassen? Virtual Reality wird immer als ein neues Entertainment-Format gesehen, aber Fakt ist, dass Virtual Reality nur ein Teil von etwas Größerem ist und nur eine Seite einer Trias ist, deren andere Seite Augmented Reality und AI ist. Unsere gesamte digitale Welt erfährt gerade eine Revolution. Die Art und Weise, wie wir Daten darstellen, wird nicht mehr länger in 2D passieren, sondern in 3D. Das heißt, dass unser zweitdimensionales Internet zum räumlichen Metaverse wird, in dem man mit einem Headset herumspazieren kann. AR und VR wird dann natürlich auch an AI angeschlossen und somit haben wir dann ein neues multidimensionales, in Echtzeit operierendes, interaktives digitales Ökosystem, in welchem wir Daten erfahren, transferieren, Content kreieren und arbeiten können. Das muss erst mal in den Köpfen ankommen!”


Frank Henkel, Politiker: „In einer Demokratie muss es möglich sein zu scheitern, ohne gleich geächtet oder vom Platz gestellt zu werden”.


F1.851 Verlobtsein wird ernster genommen als Verheiratetsein.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter verschärft weiter sein Vorgehen gegen Belästigungen, Mobbing und Hassrede. Der Kurznachrichtendienst will jetzt auch aktiv nach Profilen Ausschau halten, von denen aus andere Nutzer angegriffen werden [...] Es gehe nun darum, mit Hilfe von Algorithmen typisches missbräuchliches Verhalten zu erkennen - etwa, wenn von einem Profil massenhaft Nutzer angeschrieben werden, die ihm nicht folgen. Solchen Twitter-Konten werden dann für eine Zeit Einschränkungen auferlegt: Zum Beispiel können ihre Tweets nur von den Nutzern gesehen werden, die ihnen folgen. Eine weitere Neuerung ist, dass Nachrichten und auch Unterhaltungen mit bestimmten Begriffen oder Sätzen von Nutzern komplett aus ihrer Timeline ausgeblendet werden können. Bei der ersten Vorstellung einer solchen Funktion im November galt sie nur für Benachrichtigungen. Die Nutzer können entscheiden, ob die Sperre einen Tag, eine Woche, einen Monat oder unbeschränkt gelten soll. Twitter wolle zugleich nicht zuviel über sein Vorgehen verraten, damit sich aggressive Nutzer nicht darauf einstellen könnten. Nutzer, die sich beschweren, werden jetzt permanent über den Status der Bearbeitung informiert”.



28.02.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Status-Funktion setzt unter Rückschreibe-Druck”.


„Werwolf-Marathon”.


F1.850 Vögeln gefährdet die Geilheit.


W1.835 Im Februar 2016 war die Raumsonde Voyager ca. 20 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.


„Guerilla-Recruiting”.


Ich kündige.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus Spektrum der Wissenschaft: „Auf die Frage, wann er das letzte Mal sich selbst gegoogelt habe, antwortete der damalige Google-Chef Eric Schmidt in einem Interview mit dem „Spiegel” am 7. Juni 2014: „Das mache ich nie. Ich lebe lieber selbstbestimmt, als dass ich mich von anderen definieren lasse.” Das Zitat sprach Bände. Das ist ungefähr so, als würde der Vorsitzende eines Automobilbauers sagen, er würde kein Auto kaufen, weil die Abgase giftig für die Umwelt seien. Konfrontiert mit dem Einwand der „Spiegel”-Redakteure, dass bei der Eingabe von „Eric Schmidt is” wenig schmeichelhafte Einträge erscheinen, entgegnete er: „Das hätte ich lieber nicht gewusst. Aber jeder, der eine Führungsposition innehat, wird kritisiert. Und online hat eben jeder eine Stimme. Man sollte sich von dieser Echokammer des Internets nicht verwirren lassen. Derart uninformierte Kritik kann man ignorieren, aber auf clevere Kritik sollte man hören.” Dass ein Unternehmenschef die Zielsetzungen seines eigenen Unternehmens derart konterkariert, ist selten. Googles selbsterklärtes Ziel ist es, „die Informationen der Welt zu organisieren und für alle zu jeder Zeit zugänglich und nutzbar zu machen”. Doch diese Vision erscheint im Licht von Schmidts Aussage wie eine Chimäre [...] Zwar weist Google in seiner Websuche-Hilfe darauf hin, dass Vervollständigungen von Suchanfragen „weder die Antwort auf Ihre Suche darstellen noch Aussagen von anderen Nutzern oder Google zu Ihren Suchbegriffen” seien. Dennoch sind die Vervollständigungen hochsuggestiv [...] Wenn Google nun so tut, als könnte es Fake-News mit einem algorithmischen Kniff entfernen, verkennt der Tech-Konzern, dass er selbst der größte Fake-News-Produzent ist – und Algorithmen die Ursache, nicht die Lösung des Problems sind [...] Googles verzerrtes Bild unserer Persönlichkeit wirkt sich gewissermaßen auf unsere Kreditwürdigkeit aus. Jeder Personaler googelt Bewerber, auch Bekannte konsultieren die Suchmaschine, um sich ein Bild zu machen. Google konstruiert damit digitale Identitäten. Man kann sich gegen diesen algorithmischen Determinismus kaum wehren. Zwar hat der Europäische Gerichtshof 2014 in einer wegweisenden Entscheidung ein Recht auf Vergessen etabliert, das Google nach heftiger Kritik auch auf nichteuropäische Seiten ausweitete. Doch was einmal im Netz ist, lässt sich so schnell nicht entfernen. Das ist eine Binsenweisheit. Das Google-Ich ist zu einer bestimmenden Größe in unserem Zusammenleben geworden. Und doch ist es nur ein Score. Wir werden heute nicht mehr in Worten, sondern in Zahlen und Formeln erzählt”.



27.02.2017

W1.834 Kleinster Knochen im menschlichen Körper: der Steigbügel.


„Supersozialdemokrat”.


F1.849 Die Erwartung, vom Partner zum Lachen gebracht zu werden, haben vor allem Partnerinnen.


Nachgeschlagen: amicus; flame-out; quill; allusion; city council; buttresses; misrepresent; cold blood; needless; clear-minded; vigilante; ticket of leave; assertive; chorister; first notice; crack; splat cooling; reignite; sympathy card; woodwind; bail out; tethered; horseshoe; fixed network; pajamas; legal notice; swallow; without notice; lacquered; mothballed; capacitor; running mate; urban; tone-deaf; fluzie; outpour; postal worker; hanky; dormant; tear up; collate; warning letter; genuineness; social drinker; corny; on second thought; sordid; lob; hood.


„Kartoffelschäler-Joe”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Von Retargeting und Restplatzinventaren über Audience Buying hin zu Consumer Centric entlang des gesamten Sales Funnel hat sich Programmatic zum Rückgrat der Zukunft der Werbung entwickelt. Es deckt eine breite Palette von Technologien ab, die den Einkauf, die Platzierung und die Optimierung der Werbung automatisiert und somit menschliche Methoden und Prozesse ersetzt. Durch Automatisierung werden Kosten gespart, Transaktionen effizienter, komplexe Ad-Operations-Aufgaben verschlankt und Transparenz über die Preisgestaltung geschaffen. Besonderer Vorteil von Programmatic sind die damit verknüpften Daten. Es geht nicht mehr um die Platzierung an sich, sondern um die einzelne Impression für den individuellen User. Angereichert mit Daten (beispielsweise CRM-Daten) kann Werbung sehr viel zielgerichteter, für den User relevanter ausgespielt und so Streuverluste minimiert werden. Dynamische Werbemittel (Dynamic Creative Optimization, kurz DCO) erlangen zunehmend mehr Relevanz. Derzeit können Informationen wie Ort, Wetter und Zeit in dynamische Werbemittel inkludiert werden. Nimmt man noch Socio/Audience-Daten hinzu, ist eine weitere Segmentierung und entsprechende Berücksichtigung im Werbemittel möglich”.



26.02.2017

Aus der Reihe Wohlstandssprech, aus der FAS: „Mit Sojasauce, mit Ginger Ale, mit Baked Potato: In keinem Land der Welt werden so viele „Kit Kat”-Sorten verkauft wie in Japan. Woran liegt das?”


W1.833 Auf dem Cover der ersten Sports Illustrated war Baseball zu sehen.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Influencer sind keine Banner”.


„Lügenpolizisten”.


B1.165 Manuela Schwesig, Politikerin: „Ich bin privat total anders als in der Berufswelt. Mein beruflicher Alltag ist bestimmt davon, sehr viel auf die Reihe zu kriegen. Das erwartet man auch zu Recht von einer Ministerin. Die Verantwortung ist groß, meine Arbeit macht mir auch Spaß, ich will mich überhaupt nicht beklagen. Aber die Herausforderung ist, den beruflichen Druck nicht an die Familie weiterzugeben. Zu Hause lege ich den Schalter um, da bin ich entspannt und sehr harmoniebedürftig. Und, ganz ehrlich: Da kann auch mal die Wäsche liegen bleiben”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Sobald Amerikas Präsident eine Firma twittert, reagiert deren Aktienkurs. Für Anleger kann es sich lohnen, auf den „Trump Index” zu setzen”.


F1.848 Liebe macht schön. Partnerschaft nicht immer.


„Einhornzüchter”.


B1.166 Aus der FAS: „Viele Berufstätige sind so mit Kommunikation beschäftigt, dass sie ihre eigentliche Arbeit vergessen. Dann ist Zeit zum E-Fasten”.



25.02.2017

Sind nicht unsere eigentlichen Fortbewegungsmittel unsere Hände?


„Süchtigmachendwirkend”.


Wenn Reaktionen mit einem Plan verwechselt werden.


W1.832 Mit 87 Jahren gewann Ennio Morricone den Oscar für die Beste Filmmusik.


Ich kaufe erstmals in meinem Leben eine Aktie.


Gesucht wird ein anderes Wort für „abenteuerlich langsam”.


F1.846 Cindy Sherman, Künstlerin, Fotografin: „In Amerika ist es so: Egal wie erfolgreich du bist, wenn du als Frau älter wirst, führt kein Weg daran vorbei, du wirst ständig darauf aufmerksam gemacht. Ich bedaure es nun wirklich nicht, dass mir Männer auf der Straße nicht mehr hinterherpfeifen. Aber diese Unsichtbarkeit, die man als ältere Frau erfährt, dass man einfach überhaupt nicht wahrgenommen wird - wenn ich das fühle, frage ich mich, wo mein Leben noch hinführen soll. In den USA sind Frauen einfach davon besessen, so lange wie möglich jung auszusehen. Mit Botox und Schönheitschirurgie. Es ist eine Schande, dass es immer weniger Vorbilder gibt, die uns lehren, wie man in Würde altert”.


„Steak-Tollhaus”.


F1.847 Klaus Beier, Sexualwissenschaftler: „Es wäre naiv zu glauben, dass das Betrachten von Pornofilmen keine Spuren hinterlässt. Die Handlungen darin werden im Gehirn kopiert uns abgespeichert”.


„Stempelmentalität”.


Nachgeschlagen: Timothy Fosu-Mensah; Cheryl Miller; Pablo Piatti; Dreidel; Loris Karius; Charles A. Foster; Alberto Botía; SC Rheindorf Altach; Alexander Isak; Miguel Muñoz; Pina Bausch; Rudolf Serkin; Mauricio Pellegrino; Borschtsch; Romandie; Juande Ramos; Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch; Dick Advocaat; Will Rogers; Kane Hemmings; Danny Latza; Mount Erebus; James Turrell; Manfred von Ardenne; Gabriela Koukalová; Łukasz Teodorczyk; Paternostermacher; Ryan Babel; Lisa Bonet; Christian Prokop; Emily Dickinson; Riechedly Bazoer; Quartär; Paul-Georges Ntep; Annemarie Renger; Vitālijs Astafjevs; Fannyann Eddy; Yevhen Konoplyanka; Raquel Welch; Gabriel Jesus; Paul Bokowski; Šime Vrsaljko; Hank Williams.



24.02.2017

Wenn aus Narben Stolz wird.


Aus den Reihen Wohlstands- und Online-Sprech: „Dass Capri-Sonne jetzt Capri-Sun heißt, sorgt gerade für eine ordentliche Welle der Entrüstung in sozialen Medien”.


„Hauptfingermerk”.


D676 19Sascha09: „Wenn dir bewusst wird, das unter Depressionen leidest, ist das erstmal ein Rückschlag, aber auch ein Anfang”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook gehen die Teenies flöten”.


„Vorurteils-Roboter”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook sucht nach Nutzern, die für Terror-Propaganda anfällig sind, und füttert sie ungefragt mit Gegendarstellungen. Geht das Unternehmen damit einer ethischen Pflicht nach oder ist das Manipulation?”


„Unterbrecher-Werbung”.


Die Sätze „Geld ist nicht mit Spaß zu bezahlen”, „Reichtum erlaubt einem Menschen, genau das Arschloch zu werden, das in ihm steckt”, „Mit Respekt ist es wie mit Geld: man zeige sie, um sie zu bekommen”.


„Vorstandsvergütungsstudie”.


W1.831 Noch im 20. Jahrhundert wurden geröstete Maikäfer der Maikäfersuppe beigegeben.


Aus der Reihe Online-Sprech, Aylin Caliskan, Forscherin: „Wir können heutzutage Maschinen erschaffen und trainieren, die fast wie Menschen denken und handeln. Die Nebenwirkung ist, dass sie auch deren Bias, also deren Vorurteile, übernehmen [...] Programme lassen durch die Daten, auf deren Grundlage sie trainiert werden, gute und schlechte menschliche Eigenschaften weiterleben. Manchmal werden Maschinen etwa mit parteiischen Daten gefüttert, danach können sie keine fairen Entscheidungen mehr treffen [...] Mal angenommen, ein Sprachverarbeitungsprogramm sortiert Job-Bewerber aufgrund ihres schriftlichen Lebenslaufs vor. Vielleicht werden einige gleich gut qualifizierte Bewerber nicht berücksichtigt, weil die KI ihre Herkunft oder ihr Geschlecht erkennt [...] Es gibt noch keine Langzeitstudien zu maschinellem Bias: wie er sich entwickelt, wie lange er anhält oder ob er mit der Zeit zunimmt. Meiner Meinung nach sorgt er dafür, dass Vorurteile zumindest fortbestehen. Vielleicht leben wir in Zukunft in einer Gesellschaft, in der es keinen Bias mehr gibt. Aber wenn wir Maschinen nutzen, die voreingenommen sind, weil sie mit Daten von heute trainiert wurden, dann werden die Vorurteile wieder auftauchen [...] Die Meisten denken, Maschinen seien komplett neutrale Geräte. Nein! Maschinen werden von Menschen trainiert und das beeinflusst, was sie über die Welt lernen [...] Sprach-KIs: Die übersetzen aus einer genderneutralen Sprache dann etwa: die Krankenschwester, aber der Arzt. Interpretieren also selbst, welches Geschlecht für diesen Beruf wohl wahrscheinlicher ist und übernehmen das”.


F1.845 Die Sätze „Liebe kooperiert nicht”, „Frauen, die ihre Wimpern pinseln, sind Frauen, die beim Pimpern winseln”, „Beziehungen sind zum Wachsen da”.



23.02.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „We’re consuming too much media. It’s time to detox our brains. For many of us, generating and managing the ceaseless flow of news, social media and questionable facts has become a full-time job”.


„Radstreit”, „Ärmelsponsoring”, „Hass-Analyse”, „Kreationsdefizit”, „Elternpräventionsabend”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Der Unterschied zwischen Facebook und René Descartes? Der französische Philosoph sammelte, soweit bekannt, keine Daten. Zumindest nicht in großem Stil. Abgesehen davon sind sich Philosoph und Netzwerk einig: Der Mensch ist zu sechs Emotionen fähig. Descartes beschrieb sie als Liebe, Hass, Verlangen, Freude, Traurigkeit, Bewunderung. Facebook nennt sie love, angry, like, haha, sad, wow”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Norbert Bolz, Autor, Professor für Medienwissenschaft: „Um zu verstehen, wie es zu den Hasskaskaden im Internet kommt, ist es hilfreich, an den Gebrauch von Fernwaffen zu denken: Die Distanz und die Anonymität enthemmen. Der Hater erlebt die Folgen des Hasses nicht unmittelbar”.


F1.844 Auf den Punkt gebracht: wenn Sex nicht so billig wäre, würden Beziehungen länger halten.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Mitarbeiter Putins vergleicht Facebook mit Rauchen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Google-Schwester Jigsaw will Internet-Trolle mit Künstlicher Intelligenz bekämpfen”.


Antonín Panenka, Fußballspieler: „Geld und Marketing überschatten heute die sportliche Seite. Fußball ist nur mehr in der zweiten Reihe. Früher war das anders [...] Für mich war ein finaler Pass auf einer Ebene mit einem Tor. Das hat die gleiche Qualität [...] Wenn ich zum Freistoß ging, war die Chance auf ein Tor groß. Ich habe mich konzentriert und auf niemanden links und rechts gehört. Ich habe nur das Tor, den Tormann und die Mauer gesehen. Wie im Trance. Wenn die Stimmung passte, gab es nur den Tormann und mich. Dann konnte ich hinschießen, wo ich wollte”.


W1.830 Da Pudel nicht haaren, werden sie üblicherweise geschoren.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Der neue Google-Service Perspective bietet eine API, mit der insbesondere Nachrichtenwebseiten die Kommentare von Lesern auf ihre „Giftigkeit” prüfen können. Google versteht unter giftigen Kommentaren (toxic comments) Nutzerkommentare, welche die Diskussionen stören sollen und andere Nutzer beleidigen oder mobben. Die API liefert für einen übermittelten Kommentar den Punktwert der Giftigkeit. Die Interpretation des Punktwertes und die daraus folgenden Maßnahmen überlässt der Service den Webseitenbetreibern. Geld verlangt Google für die Nutzung von Perspective nicht”.



22.02.2017

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Spätestens, wenn man zum fünften Mal auf Aktualisieren klickt und nichts passiert, werden viele Facebook-User nervös. Ist das soziale Netzwerk kaputt oder ihr PC?”


Aus der Reihe Online-Sprech, Peter Hogenkamp, Unternehmer: „Das Dumme an der Digitalisierung ist, dass sich dauernd etwas ändert”.


„Untenrum-Sitcom”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Die one world, die Facebook plant, sollte jetzt schon der Schrecken Andersdenkender sein, die nicht vom Zeitgeist universalistischer Weltanschauung beglückt werden wollen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Lässt sich der perfekte Mensch bald ausdrucken?”


„Kreissägenmassaker”.


F1.843 Die einen haben Sex, die anderen schon Liebe. Alternativ: „Hast Du schon Liebe oder noch Sex?”


Aus der Reihe Online-Sprech, Guido Augustin: „Ich glaube, eine der größten Herausforderungen der Digitalisierung für die Menschheit ist, trotz der atemberaubenden äußeren Geschwindigkeit die innere Geschwindigkeit zu balancieren, um nicht daran zu zerbrechen. Muster zu erkennen, Details auszulassen, nein zu sagen. Kleine Schritte zu wagen. Ich glaube nicht, dass dies eine Frage des Alters ist. Wenn Menschen bis ins hohe Alter eine neue Sprache oder ein neues Instrument lernen können, kann das nicht sein. Wir müssen Wege finden, die Geschwindigkeit trotz allen revolutionären Eifers so zu kontrollieren, dass es eine Evolution bleibt. Sonst drohen wir in den Ausgangszustand zurück zu schnellen – oder zu brechen”.


B1.164 Dieter Tappert, Komiker, Schauspieler: „Die Welt ist schon ziemlich verrückt, gerade. Ich sehe aber auch eher eine Chance darin, weil ich glaube wir Menschen sind evolutionstechnisch nur deshalb soweit gekommen, weil wir einen Dachschaden haben. Weil wir die Dinge nie überblicken und nie zu Ende denken. Das schafft eben Raum für ein gewisses Maß an Chaos und ich finde das ganz spannend. Natürlich ist die Welt gerade verrückt aber es sind zugleich spannende Zeiten, die Chancen für Verbesserungen bieten [...] Wir müssen ein ganzes Leben lang arbeiten. Arbeit muss da einfach Spaß machen! Sie muss uns glücklich und zufrieden machen. Darum finde ich die Frage so gut. Es ist für einen Menschen die zentrale Frage überhaupt: „Was will ich wirklich?” Und nicht: „Was glaube ich zu wollen?” Und dann gilt noch: Flexibel bleiben! Ich glaube viele Eltern geben ihren Kindern noch so ein bisschen die Haltung mit, die sie immer erlebt haben: „Geh zur Schule. Mach einen Abschluss. Mach eine Ausbildung und dann finde einen Betrieb… dort gehst du dann in Rente.” Das gibt es heute aber nicht mehr! Wir müssen wirklich in 360 Grad denken und auch innerhalb dieser Prozesse immer wieder nach justieren und erkennen, dass das so nicht mehr funktioniert. Wenn einen etwas einfach nicht mehr interessiert, dann muss man auch in der Lage sein zu sagen, dass man nochmal anfängt! Denn da kommen immer noch genug Jahre, die man mit einer Tätigkeit verbringen muss [...] Der beste Ratschlag kam von meiner Mutter, als sie feststellte, dass ich in meinem Job als Schweißer unglücklich war. Da sagte sie dann zu mir: „Junge, Du hast nur eine einzige Aufgabe im Leben und diese lautet glücklich zu sein. Deshalb triff die Entscheidung, von der Du glaubst, dass Du sie treffen musst.” Und das, obwohl ich einen ziemlich guten Job mit wirklich guten Aussichten hatte. Das war toll. Das hat mich dann dazu veranlasst, dass ich auch wirklich gekündigt habe. Obwohl mir alle daraufhin gesagt haben, dass ich wahnsinnig sei. Ich habe es aber gemacht. Es ging mit dem Studium los, dann kam das Radio und heute bin ich da, wo ich jetzt bin. Diesen Rat von meiner Mutter möchte ich gerne jedem weitergeben”.


W1.829 Kein Säugetier wird häufiger illegal gehandelt als das Schuppentier.


Aus der Reihe Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Zeit für eine forsche Vorhersage*: In fünf Jahren ist Ihr Gesicht Ihr Personalausweis. Deshalb werden Sie Ihr Verhalten ändern [...] Früher oder später wird die digitale Gesichtserkennung ausreichend treffsicher sein, um Ihr Gesicht zu einem digitalen Nummernschild für Fußgänger zu machen”.



21.02.2017

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Bereits eine Verzögerung von zwei Sekunden beim Hochladen eines Selfies in Facebook erzeugt bei den Nutzern Stress”.


„Kunstzensurstadträtin”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus der ZEIT: „Zuckerberg bemüht als rhetorische Figur die historische Entwicklung von Stämmen zu Städten und Nationen. Und in dieser Entwicklungslinie verortet er sein soziales Netzwerk. Facebook ist im Grunde ein globales Dorf. Der Softwareingenieur aus Palo Alto steht einem Start-up-Gründer aus Berlin ideologisch und politisch näher als seiner Familie aus Montana. Forscher haben herausgefunden, dass zwei x-beliebige Facebook-Nutzer im Durchschnitt nur dreieinhalb Freunde trennen. Das schafft Nähe, und diese Nähe kann sich zu Solidarität verdichten. Doch Facebook ist keine moderne Gesellschaft, sondern eine Stammesgesellschaft, die hochsegmentiert und funktional wenig ausdifferenziert ist. Das soziale Netzwerk ist in Echokammern zersplittert, in denen sich Gleichgesinnte aufhalten. Konflikte werden nicht zivilisiert, sondern durch die neue Form der Fehde, Hate-Speech, ausgetragen. Die große Mehrheit der Nutzer verlässt die regionale Filterblase nie. Man kann daraus schließen, dass Facebook die aggressiven Nationalismen eher befeuert als transzendiert. Der Tribalismus, das Cocooning, der Rückzug in die Gemeinschaft Gleichgesinnter, ist letztlich dieselbe Antwort auf die Globalisierung wie der Nationalismus. Auch wenn Facebook mit bald zwei Milliarden Nutzern die wohl größte verfasste Gemeinschaft ist, die es je gegeben hat, ist das soziale Netzwerk kein Gegenentwurf zum Nationalismus. Mit seiner Inselstruktur und der Tendenz zu moralischem Rigorismus dürfen wir Facebook vielmehr als Nebenstrang nationalistischer Bewegungen verstehen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „In meiner zweiten Muttersprache Digitalisierung schimpft sich so etwas Disruption”.


W1.828 Mehr als jeder zehnte US-Amerikaner hat bei McDonalds gearbeitet.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Anstatt in einer großen Halle veranstalten die Brandenburger Piraten ihren Landesparteitag im Internet. Kommuniziert wird dabei über die Open-Source-Software Mumble”.


„Buchquartett”.


B1.162 Prof. Dr. Stephan Sonnenburg: „Quälen und Scheitern sorgen emotional gesprochen für Verzweiflung, für Spannungen, mit denen man produktiv umgehen muss. Neuere Studien zeigen, dass das erfolgreiche Überwinden von Verzweiflung und Spannungen zu einem Perspektivwechsel führt, welche das Kreativitätspotenzial sehr steigert [...] Meine Erfahrung zeigt aber, dass viele Teams eher zu früh mit den ersten entwickelten Ideen zufrieden sind. Jetzt heißt es aber nicht, zu stoppen. Denn in der Regel sind eher bekannte Ideen entwickelt worden. Die Gruppe befindet sich mental immer noch in der Komfortzone. Die Herausforderung besteht nun darin, diesen Punkt zu überwinden und in Grenzbereiche vorzustoßen. Nun ist der Perspektivwechsel entscheidend. Hier kann man beispielsweise eine neue Kreativitätstechnik einsetzen, einen anderen Raum aufsuchen, Teams neu mischen oder neue Mitglieder ins Team holen. Hilfreich sind auch körperliche Aktivitäten, eine längere Pause oder die Sinne wachrütteln [...] Organisationen, die keine offene Fehlerkultur pflegen, ermöglichen es ihren Mitarbeitern eben nicht, ins Unbekannte vorzustoßen. Sie fördern die Stagnation in der Komfortzone. Welcher Mitarbeiter wagt sich schon in Grenzbereiche, wenn er/sie weiß, dass beim ersten Fehler mit negativen Konsequenzen zu rechnen ist. In Deutschland ist die Etablierung einer offenen Fehlerkultur schwieriger, da Scheitern oft Häme auslöst, gerade bei erfolgreichen Menschen, die einmal scheitern. Hinzu kommt, dass sich auf Grund unserer Industrie- und Produktionsstärke über Jahrzehnte eine Kultur der Fehlervermeidung etabliert hat [...] Gerade beim kreativen Arbeiten ist es wichtig, dass sich die Teilnehmer auf Augenhöhe begegnen und Hierarchie- und Machtstrukturen zumindest beim gemeinsamen kreativen Arbeiten „invisibilisiert” werden. Dies ist nicht einfach und gerade für die Führungskräfte die wichtigste Herausforderung im kreativen Prozess”.


F1.842 Ficken ist das Las Vegas des Sex.


Aus der Reihe Online-Sprech, Frank Bachér, Manager: „Gibt es etwas Komfortableres, als seinen Wunsch verbal zu äußern und das Device liefert die entsprechenden Antworten und Lösungen? Keine zu kleine Tastatur für zu große Hände, die Hände frei für andere, wichtigere Dinge und die Texteingabe über Sprache ist schneller als über die Tastatur. Man diktiert einfach alles via Sprache in sein mobiles Endgerät. Das ist Fortschritt, der Mehrwert und Erleichterung schafft - und wir befinden uns gerade auf einem entscheidenden Weg dorthin. Sprachassistenten als Alltaghelfer sind keine visionäre Zukunftsmusik, denn sie kommen bereits heute zum Einsatz, wenn auch noch nicht in Gänze ausgereift. Großes Potenzial haben sprachbasierte Tools auf jeden Fall - für Nutzer, Anbieter und Vermarkter [...] Voice Interfaces, der Einsatz von Stimme, macht die Kommunikation für Verbraucher weniger technisch, sondern im Gegenteil menschlicher. Sprechen ist die natürliche Form der Kommunikation. Durch die Spracherkennung sollen die perfekten Assistenten im Frage-Antwort-Spiel des Alltags integriert werden. In diesem Zusammenhang und mit Blick auf das Marketing muss das zweite wichtige Thema angeführt werden, das aktuell in aller Munde ist: Chatbots, also die technische Simulation eines menschlichen Interaktionspartners. Sprachbasiert bieten sie vor allem im E-Commerce und Kundenservice perspektivisch sehr großes Potenzial. Im direkten Kontakt zum Verbraucher können Einkäufe abgewickelt oder gezielt Kaufempfehlungen gegeben werden - und das rund um die Uhr und an jedem Ort, in völliger Anpassung an die Situation des Kunden [...] Sucht eine Person via Sprachbefehl Informationen und lassen sich diese Zuhause oder mobil akustisch zuspielen, entstehen neue, spannende Umfelder für Audiowerbung [...] Die verstärkte Nutzung auditiver Inhalte über Sprachassistenten bietet Marken auch neue Möglichkeiten im Content Marketing. Neben der Verbreitung über Texte und Videos können sie ihre Inhalte auch sprachbasiert distribuieren: Lebensmittelhersteller bieten Rezepte an, Reiseanbieter stellen die schönsten Ziele der Welt vor oder eine Kinokette die besten Filme - kurz: es entstehen völlig neue Wege der Kommunikation mit Kunden [...] In der beliebten amerikanischen Serie „The Big Bang Theory” geht der ansonsten Frauen gegenüber schüchterne Raj Koothrappali eine vermeintliche Liaison mit Siri ein. Die Sprachassistentin als perfekte Freundin ist eine Vorstellung, die tatsächlich zu weit gehen mag, aber alles andere ist nicht nur denkbar, sondern tatsächlich in naher Zukunft möglich”.


B1.163 Frank Wormuth, Fußballtrainer: „Der beste Trainer kann erfolglos sein, wenn er nicht zur Mannschaft passt”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus Spektrum der Wissenschaft: „Zu den spannendsten Fragen der künstlichen Intelligenz gehört, wie Agenten interagieren. Wie verhalten sich Algorithmen (Algo-Trader), die an US-Terminbörsen in Mikrosekunden Transaktionen vollziehen, in Verhandlungen? Wie agieren autonome Fahrzeuge in einer Gefahrensituation? Geben sie vollständige Informationen preis? Oder einmal angenommen, KI-Systeme würden vor Gericht einen Fall verhandeln – würden sich die Streitparteien auf einen Vergleich einigen? Was führt eher zum Ziel: Konfrontation oder Kooperation?”



20.02.2017

D675 cmportland: „Es muss nicht immer das große Glück sein. Manchmal ist man einfach nur froh, wenn heute etwas weniger beschissen als gestern war”.


„Ketchup-Fusion”.


F1.841 Das preisgünstigste Geschenk, das man einer Frau machen kann: Aufmerksamkeit.


„Militärpatrouillenlauf”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Was tun gegen soziale Spaltung? Mehr Plattform”.


W1.827 Die Sea Troll ist der höchste Gegenstand, der jemals von Menschen fortbewegt wurde.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Apple kauft Startup für Gesichtserkennung: Brauchen wir bald keine Passwörter mehr?”


B1.161 Peter Thiel, Investor: „Für mich ist jeder Niedergang eines Unternehmens tragisch. Ich sehe darin keine ansprechende Ästhetik, sondern ein Blutbad. Doch so funktioniert Fortschritt. Ein lehrreicher Imperativ ist das aber nicht. Ich halte Pleiten daher weder für darwinistisch noch für einen solchen lehrreichen Imperativ. Sie sind schlicht und ergreifend stets eine Tragödie”.


Nachgeschlagen: considerate; baffled; homie; cozy; umpire; blimp; donor card; Laplander; dearly; civic; take a hike; basset; hoodlum; roll the dice; takeoff; chafing dish; intestines; unbridled; wheelhouse; take cover; chiffon; putty; stow; ammunition; crock pot; swoop; bogie; roofer; sortie; back out; veal; doggy bag; nosy; fire up; toll; wilful; bum rap; canter; envelope; top-tier; remedial; hoarse; degrade; bereavement; withhold; pop out; arsonist; weal; forborne; interlock; scorecard; attorney general; mailman; review board; tapped; reassign; asphyxiate; reluctance; defuse; legit.



19.02.2017

W1.826 Das menschliche Auge wächst nicht.


„Vorstrafenstammbaum”.


B1.160 Sandra Hüller, Schauspielerin: „In meinem Freundeskreis gibt es alle möglichen Professionen. Was Menschen verbindet, hat, glaube ich, vor allem etwas mit der Biographie zu tun, mit geteilten Erfahrungen. Nicht mit dem Beruf”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Vor uns liegt das goldene Zeitalter. Wenn alle auf Facebook sind, wird die KI von Facebook Terroristen erkennen können, verspricht uns Mark Zuckerberg. Wer dann nicht auf dieser großkotzigen Plattform des sozialen Wandels ist, ist schon mal ein Hilfs-Terrorist, denn bitte, wer ist denn das „wir”, von dem der Mann in seiner „politischen Vision” spricht?”


A798 Karl Lagerfeld, Modeschöpfer, 03.11.2004: „Es tut mir leid: Was ich sage, ist nur gültig, wenn ich es gerade sage”.


Aus der Reihe Online-Sprech: Vor lauter Social Apps nicht bemerken, dass man anderen Passagieren den Rucksack ins Gesicht drückt und ihnen den Ausgang versperrt.


F1.840 Flirten fällt besonders leicht, wenn einem das Gegenüber nicht interessiert.



18.02.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, Wolfgang Kubicki, Politiker: „Menschen, die sich nur in sozialen Netzwerken herumtreiben, glauben, das sei die wahre Welt. Das sehe ich in meiner eigenen Partei auch. Dabei handelt es sich dabei um geschlossene Räume. Wenn sich alle selbst immer wieder liken, dann reichen 20.000, 30.000 Leute aus, um zu glauben, das sei nun wirklich die Meinung der Welt und das ist sie im Zweifel nicht [...] Auch regierungsamtliche Verlautbarungen können Fake News sein”.


Albert Streit, Fußballspieler: „Wenn ich dieses Gelaber höre: Neue Sprache lernen, neue Kultur erleben – das ist doch absoluter Schwachsinn. Die Spieler sollen sagen, dass sie mehr Geld verdienen und Titel gewinnen wollen, fertig. Das ist doch auch überhaupt nicht schlimm. Man muss nur so ehrlich sein, das den Leuten auch zu sagen”.


„Materialphilosoph”.


B1.159 Stefan Röpke, Psychiater, auf die Vermutung, „dass sich in den Spitzenpositionen von Wirtschaft und Politik überproportional viele Narzissten, Machiavellisten und subklinische Psychopathen befinden”: „Ja, es gibt Studien dazu, aber das ist auch nicht weiter erstaunlich. Schließlich sind das eben Menschen, die nach Macht und Bewunderung drängen und um diese Positionen kämpfen”.


„Kitzligkeiten”.


W1.825 Im Englischen gibt es nur ein Wort, das 15 Zeichen enthält, ohne dabei ein Zeichen zu wiederholen: uncopyrightable.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Die Frage klingt wie eine Kurzgeschichte des Science-Fiction-Schriftstellers Philip K. Dick: Haben Algorithmen einen Kulturbegriff? Die kurze Antwort darauf ist: ja. Man findet sie, wenn man sich in das labyrinthische Google Cultural Institute begibt [...] Betrachtet man Algorithmen dabei zur Abwechslung mal als Freunde, diese übergriffigen Wesen aus Mathematik und Computerbefehlen, die jede nur erdenkliche Lebensform in Datenpakete verwandeln und den Menschen dabei oft besser kennen als er sich selbst, landet man beim zentralen Kulturbegriff des Internets. Der stammt, wie so vieles im Wertekanon der digitalen Kultur, aus der Zeit der psychedelischen Experimente. Seit einiger Zeit schon wird er von der sogenannten Netzgemeinde mit dem Titel des ersten Kapitels von „Alice im Wunderland” beschrieben: „Down the rabbit hole”. Hinunter in den Kaninchenbau. Die Hippies bezeichneten damit ihre Drogenerlebnisse, bei denen Chemie Gedankenströme in das Flussdelta des Geistes katapultierte, in dem man sich leicht verirren, aber auch auf immer neue Überraschungen stoßen konnte. Im Kaninchenbau des Videoportals Youtube kann es beispielsweise passieren, dass man sich eine Konzertaufnahme von, sagen wir mal, dem Jazzpianisten Thelonious Monk ansieht und dann zwei Stunden später bei dem wunderbaren Video landet, das der Illustrator Christoph Niemann zu einem Radiointerview mit dem Kinderbuchautor Maurice Sendak gezeichnet hat. All die Querverbindungen und Gedankensprünge, die zwischen diesen beiden scheinbar zusammenhangslosen Punkten liegen, hat der Algorithmus aus dem Kopf des Nutzers und dem Welterbe der Videokultur herausgekitzelt. Es liegt eine Kraft in diesem Sog, die einen in neue Welten schleudern kann”.



17.02.2017

B1.157 Thomas Fischer, Richter, Rechtswissenschaftler, Kolumnist: „Jeder Mensch hat ja bestimmte Rollen: Ich bin in meinen nie vollständig aufgegangen. Das hat im Ergebnis einige Vorzüge. Ich war nie wirklich in der Wissenschaft, nie ausschließlich Justiz-Jurist und bin nicht ausschließlich Kolumnist. Ich bin trotzdem zufrieden”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Fake-News-Feuerwehr”.


B1.158 Manfred Becker, Professor für Wirtschaftspädagogik, Berater: „Jedes Gehalt hat doch seine Historie. Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung, welche Faktoren für die Lohnfindung entscheidend sind: Qualifikation des Bewerbers, Knappheiten am Markt und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Daraus setzt sich die Höhe des Einstiegsgehalts zusammen, und die wirkt sich bis zur Rente aus [...] Wenn jedes Wort aus der Sorge heraus auf die Goldwaage gelegt wird, gegen die Einhaltung der Vielfalt im Unternehmen zu verstoßen, dann gedeihen Duckmäusertum und Opportunismus. Dann bekommen wir aalglatte Führungskräfte, die vor allem damit beschäftigt sind, nicht gegen Regeln zu verstoßen, und dafür auch noch belohnt werden. Das unterdrückt jeden kritischen und deshalb wichtigen Dialog im Unternehmen. Die Gleichmacherei kostet die Wirtschaft damit richtig Geld, weil diese Mutlosigkeit natürlich auch den Kampf um Kunden bestimmt [...] Bevor ein Manager heute ein Statement von sich gibt, haben es seine Stabsstellen doch schon auf jeden diskriminierungswürdigen Sprachkrümel untersucht. Und es ist doch Augenwischerei, wenn in Unternehmensbroschüren weiße, schwarze, junge, alte, weibliche und männliche Personen nur deshalb in exakter Relation abgebildet sind, weil das korrekt erscheinen mag. Wie korrekt der Umgang miteinander in der Praxis tatsächlich verläuft, sagen diese Bilder nicht”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Enno Park, Wirtschaftsinformatiker: „Egal ob Ärztin oder Kellner: Immer mehr Berufe füllen sich langsam mit immer mehr Eingabemasken. Und in der Freizeit ist dann das zentrale Element von Facebook wiederum eine Eingabemaske. Da bleibt die Frage: Wenn wir uns immer mehr dazu degradieren, Computer zu füttern, damit sie die Entscheidungen für uns treffen: Haben dann nicht die Computer am Ende die interessanteren Jobs als wir Menschen”.


Frühling ist, was dein Kopf zulässt.


Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas de Maizière, Politiker: „Wenn es um eine Frage des Bürgerlichen Gesetzbuches geht, muss dass der dafür zuständige Minister regeln, also in diesem Fall der Justizminister. Und natürlich muss der für Steuern zuständige Minister sagen, ob die digitale Währung Bitcoins umsatzsteuerpflichtig sein soll. Mit einem Internetminister erhöhen Sie nur die Schnittstellen. Man sollte nicht glauben, dass es besser wird, wenn es einen Minister für die Digitalisierung aller Lebensbereiche gibt”.


„Transparenzdebatte”.


W1.824 In Singapur erhält man Kaugummi nur gegen Rezept.


Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas Fischer: „Diese Form anonymer oder halbanonymer Darstellungen im Internet führt ja dazu, dass Menschen jede Distanz und alle Hemmungen verlieren. Die schauen einen im Fernsehen zwei Minuten an, machen sich ein Bild und hauen dann irgendein Zeug raus: eine Qualifizierung der betroffenen Person mit völlig absurden Ansatzpunkten: Äußerlichkeiten und Fantasien, die sie damit verbinden und die mehr über sie selbst sagen als über die Person, der sie gelten. Wenn man sich bemüht, etwas Vernünftiges zu sagen, sich um Empathie bemüht und gesagt bekommt: „Das Schlimmste an Dir Drecksack ist, dass Du vollkommen Empathie-frei bist!” – das ist schon verletzend. Dann denkt man: Mache ich irgendetwas falsch? Warum kommt die Botschaft nicht an? [...] Ich antworte ja auch teilweise auf Kommentare. Manchmal frech, dann bekomme ich dafür wieder neue Beschimpfungen. Manchmal weniger frech, und manche Kritik finde ich dann auch ganz plausibel und gehe darauf ein. Online wird man gerne beschimpft: Ich werde als Drecksack, Dummkopf oder fettes Schwein beschimpft. Das freut ja niemanden, und es ist auch nicht meine Absicht, das zu erzeugen”.


F1.839 Die Sätze „Je mehr Symbolik, desto inniger die Beziehung”, „Sex ist nur gut, wenn der Nachbar klopft”, „In einer Partnerschaft alles über Sex zu definieren ist so, als würde man sich jeden Tag zum Torte essen verabreden”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Laut Zuckerberg bekommen Facebook-Nutzer einen anpassbaren Filter, mit dem sie einstellen können, wie viel nackte Haut, gewaltsame Szenen, explizite Inhalte und Obszönitäten sie in ihrem News-Feed sehen wollen. Die durchschnittliche Einstellung soll zugleich als Standard für die jeweilige Region gelten – wer keine individuellen Einstellungen wählt, sieht in seinem News-Feed, was die Mehrheit in seiner Umgebung als akzeptabel empfindet. Er wolle den Menschen „die Macht zurückgeben, die globale Gemeinschaft zu erschaffen, die sie wollen”, schreibt Zuckerberg”.



16.02.2017

B1.151 Wladimir Klitschko, Boxer, Unternehmer: „Ganz ehrlich, ich möchte nicht als Chef bezeichnet werden. Meine Trainer haben mich immer auf Augenhöhe behandelt. Genauso mache ich es mit meinen Mitarbeitern”.


F1.838 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Wenn mein Liebster morgens um fünf halb nackt und bester Laune das Auto für mich vom Eis befreit, obwohl er noch lange weiterschlafen könnte...”


„Negativgenie”.


Daniela Schadt, Journalistin: „Jede Form von Prominenz schafft Distanz”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Auf ihrem Twitter-Kanal hat sich die Berliner Polizei kurzzeitig ins 19. Jahrhundert begeben. Die Behörde twitterte am Donnerstag eine Stunde lang Original-Polizeimeldungen des Jahres 1810. Zum Beispiel: „Im vorigen Monat sind, durch die Wachsamkeit der Polizei-Commissarien 18 Concubinate in gesetzmäßige Ehen verwandelt worden.” Und: „Ein Hausknecht der betrunken nach Hause kam, ist, wahrscheinlich vom Schlage gerührt, todt im Bette gefunden.” [...] Anlass für die Aktion unter dem Hashtag #PM1810 war der sogenannte Throwback-Thursday - ein Stichwort bei Twitter, unter dem Nutzer zum Beispiel alte Fotos und Erinnerungen veröffentlichen [...] Das ist nicht die erste Aktion der Berliner: Im November 2016 hatte sich die Hauptstädter als Star-Wars-Fans geoutet. Zum Vorverkaufsstart des neuen Films „Rogue One” fahndeten die Staatsdiener nach dem fiktiven Bösewicht Darth Vader (#BerlinsuchtVader)”.


B1.152 Günter Netzer, Unternehmer: „Was man nicht kann, muss man delegieren. Ich bin nicht gut in Buchhaltung, also machen das andere für mich. Das hat mir kein Chef beigebracht, sondern ich mir selbst”.


„Karnevalsliebe”.


Hans-Kristian Hoejsgaard, Manager: „Eine Zigarre zu genießen hat wenig mit Rauchen zu tun”.


W1.823 In Deutschland werden jährlich mehr als 500.000 Tonnen Möhren geerntet.


Aus der Reihe Online-Sprech: „GIFs can do more than add a sassy quip to the end of your tweet. Now, they can even help you learn a new language. Giphy released an extensive GIF library on Thursday with more than 2,000 words and phrases in American Sign Language. To create the GIFs, Giphy cut videos from the popular educational series Sign With Robert, adding text descriptions to make the GIFs look like looping flash cards”.


B1.153 René Obermann, Manager: „Schwierig umzusetzen war der Rat eines ehemaligen Chefs, sich immer zu fragen, was gut oder schlecht gelaufen ist. Wenn man an der Spitze steht, scheint dafür nie Zeit zu sein. Aber gerade da muss man sie sich nehmen!”


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Mark Zuckerberg, Unternehmer: „In times like these, the most important thing we at Facebook can do is develop the social infrastructure to give people the power to build a global community that works for all of us [...] Bringing us all together as a global community is a project bigger than any one organization or company, but Facebook can help contribute to answering these five important questions [...] How do we help people build supportive communities that strengthen traditional institutions in a world where membership in these institutions is declining? [...] How do we help people build a safe community that prevents harm, helps during crises and rebuilds afterwards in a world where anyone across the world can affect us? [...] How do we help people build an informed community that exposes us to new ideas and builds common understanding in a world where every person has a voice? [...] How do we help people build a civically-engaged community in a world where participation in voting sometimes includes less than half our population? [...] How do we help people build an inclusive community that reflects our collective values and common humanity from local to global levels, spanning cultures, nations and regions in a world with few examples of global communities?”


B1.154 Tita von Hardenberg, Gründerin, Produzentin, Journalistin: „Mein Chef war alles, was man nicht sein soll: nörgelig, geizig, undankbar, intrigant, übergriffig, sprunghaft. Was ich von ihm gelernt habe? Es anders zu machen”.


„Musterflüchtling”.


B1.155 Martin Richenhagen, Manager: „Wenn man einer Frau bewusst in den Ausschnitt schaut, kann das zu Ärger führen. Und es kommt auch nicht jede als Kompliment verpackte Anmache gut an - zumindest sehen das meine Frau und meine Tochter so. Mit Prüderie hat das nichts zu tun [...] Keiner scheut sich, mit einer Frau in den Aufzug zu steigen, auch ich nicht. Allerdings weiß ich, dass der frühere französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy dem von seiner Libido gesteuerten Dominique Strauss-Kahn mal so einen Tipp gegeben hat [...] Amerika ist strenger als Deutschland. Wir haben weder FKK-Strände noch Porno-Kinos. Prostitution ist fast überall verboten, und man geht auch nicht nackt in die Sauna. Wer vorsichtig ist mit schlüpfrigen Witzen und an der Bar nicht zu intensiv flirtet, hat nichts zu befürchten”.


Charles Foster, Autor, Tierarzt, Anwalt, Ethiker, Rechtsmediziner: „Ein Nationalist ist jemand, der nicht verstanden hat, was echte Ortsverbundenheit lehrt. Sie macht uns notwendigerweise zu leidenschaftlichen Gemeinschaftsmitgliedern und Internationalisten”.


B1.156 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Dass meine Tochter mit 38 Jahren endlich einen Anstellungsvertrag ohne Befristung bekommen hat”.



15.02.2017

A797 F1.835 Frédéric Beigbeder, Neununddreißigneunzig, 2001: „Die ganze kleine Welt bumst, vögelt, bläst, leckt Sperma, reibt sich die Klitoris, pumpt an Schwänzen, spritzt auf Gesichter, malträtiert Mösen, peitscht sich die Brüste, bepisst sich, schwuchtelt und wichst in Freude und Entspannung”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „#TrumpImpeachmentParty”.


W1.822 Werden Pistazien in großen Mengen in einen Container geladen, können sie sich gegenseitig bis zum Brand erwärmen.


Nachgeschlagen: Chris Waddle; Karlie Kloss; Shepard Fairey; Narrhallamarsch; Christian Enzensberger; Giovanni Battista Piranesi; Christine Lakin; Anne Dorn; Milena Baisch; Tecumseh; Ari Vatanen; Christie Brinkley; Tara Palmer-Tomkinson; Heinz Höher; Gina Miller; Guacamole; Cora Stephan; Bruce Spence; Zygmunt Bauman; Willi Neuberger; Pesäpallo; Mike Epps; Heinrich-Ereignis; Daniel Boone; Carl Schuricht; Kaurigeld; Heinz Billing; Anna Lise Phillips; Seamus Heaney; Sam Neill; Peter Kürten; Charlie Hunnam; Sebastian Pufpaff; Bigos; Georg Kolbe; Chase Carey; Adam Driver; Monika Hohlmeier; Margaret Smith Court; Enrico Letta; Nudge; Franz Jarnach; Inflektiv; Maria Sibylla Merian; Stéphane Peterhansel; Stein von Rosette; Pierre Boulez; Andrea Belotti; Klaus Wildbolz; Plethora; Daniel Keel; Helmut Kronsbein.


Wie oft Berlin mit Deutschland verwechselt wird.


F1.837 Aus der Reihe Online-Sprech: „Donald Trump, Spinnen, langsame Autofahrer, Cargo-Hosen oder Smalltalk - fast jeder Mensch hat ein paar Dinge im Leben, die er nicht ausstehen kann. Diese Ablehnung macht sich nun eine Dating-App aus den USA zunutze: Sie verkuppelt Singles auf Grundlage dessen, was sie nicht leiden können. „Triff jemanden, der dasselbe Zeug hasst wie Du”, heißt es zur Begrüßung in der App „Hater” (Hasser)”.



14.02.2017

F1.835 B1.150 Maxim, Musiker: „Wer mit 35 noch nicht cool ist, wird es vielleicht nie [...] Es gibt hier in Deutschland ein Defizit im Umgang mit ehrlichen Gefühlen, gerade für Männer. Im Süden Europas ist es ganz normal, dass Männer sich hinstellen und ihre Herzen ausschütten, ohne als verweichlicht verurteilt zu werden. Und eigentlich ist genau das auch Musik. Das gilt natürlich auch für Frauen: Für mich wachsen der größte Mut, die größte Stärke aus der Schwäche und aus dem Stolz auf diese Schwächen. Sich hinzustellen und herzzerreißend mit dem größtmöglichen Gefühl etwas aus Deinem Leben preiszugeben: Das höre ich sauselten in Deutschland [...] Meine Art zu arbeiten ist widersprüchlich, da reiben sich die ganze Zeit zwei wichtige Pole: Der eine denkt, alles muss doch einfach intuitiv kommen, der andere beißt sich durch und setzt darauf, dass man mit Fleiß mehr erreichen kann als mit Talent. Aus dieser Spannung entsteht meine Arbeit [...] Fleiß ist für mich, keine Idee zu haben und eine zu finden [...] Man kann das Thema des Todes nicht outsourcen”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Johanna Wanka, Politikerin: „Der bloße Einsatz von Tablets oder Smartphones im Schulunterricht hat für mich noch nichts mit digitaler Bildung zu tun [...] Ich halte es für wichtig, dass wir Schülerinnen und Schüler digitale Kompetenz vermitteln. Dieses moderne Rüstzeug ist für ihre eigene Zukunft relevant, aber auch für die ganze Gesellschaft: Wir müssen jenseits der Fächerdebatte das Lernen mit digitalen Medien viel mehr in den Fachunterricht integrieren. Also zum Beispiel in den Naturwissenschaften digital gestützte Simulationen nutzen, im Deutschunterricht eine Theateraufführung im Stream anschauen und mit dem Regisseur chatten, im Musikunterricht Apps zum Komponieren nutzen und so weiter – ich kann mir vorstellen, dass die Länder da ebensolche Ideen haben. Genau dieses pädagogisch sinnvolle Lernen mit digitalen Medien wollen wir mit dem DigitalPakt#D erreichen”.


„Weltverbesserer-Journalismus”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Jewgeni Walentinowitsch Kasperski, Unternehmer: „Ich denke, dass wir bereits in einer Post-Privacy-Gesellschaft leben. Wir teilen riesige Mengen an Informationen im Internet, wir nutzen zum Beispiel Kreditkarten und all unsere Transaktionen werden aufgezeichnet. Datenschutz ist wahrscheinlich nur noch in einem entlegenen sibirischen Dorf oder auf einer weit entfernten pazifischen Insel möglich, auf der es keinen Mobilfunk, kein Internet und keine Sicherheitskameras gibt”.


„Regenbogen-Panzer”.


Murtaza Akbar, Sprachforscher: „Unternehmen müssen den Spagat zwischen Online-, Social-Media-, internationaler und deutscher Kommunikation schaffen. Das kann zu seltsamen Formulierungen führen [...] Englisch ist für deutsche Konzerne Standard. Auch wenn es bei BMW viel zu viele Anglizismen und englische Begriffe sind, müssen wir uns keine Sorgen machen [...] Wir hatten Studenten gebeten in Gruppen Internetseiten für Unternehmen zu konzipieren und dazu auch Slogans zu entwickeln. Mehr als 50 Prozent der Slogans waren in Englisch, obwohl es keine Vorgaben gab. Das ist kein Zufall, sondern seit längerem mehr als ein Trend”.


„Rolltreppenopfer”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Marken, influenced gefälligst selbst!”


W1.821 Ein Liter Coca-Cola enthält mit 36 Würfeln Zucker das 3,6fache der empfohlenen Tagesdosis für Männer.


F1.836 Aus der Reihe Online-Sprech, aus heise online: „Das ist nicht der Grund, sich heute mit der 143 zu beschäftigen. Tatsächlich dürfte sie am 14. Februar vor allem im englischen Sprachraum eine der am häufigsten in Chats eingetippten Zahlen sein, denn die einzelnen Ziffern stehen für die Zahl der Buchstaben in „I Love You”, also 1 = I, 4 = Love, 3 = You. Um der Aussage Nachdruck zu verleihen, nutzen manche auch 286, also 2 × 143 = „I Love You, I Love You” oder nach demselben Schema 143637 („I Love You Always And Forever”). Die 831 (auch 381) meint dasselbe wie 143, formuliert es aber anders: „8 Buchstaben, 3 Wörter, eine Bedeutung”. Diejenigen, die mit Tasten-Handys groß geworden sind, tippen stattdessen gerne noch die 459 ins Chat-Fenster [...] „-143” negiert die Aussage, meint also „I Hate You” – ebenso wie 182: Die 1 steht für ein „I”; 82 nutzt die Klangverwandschaft von „Eight Two” und „Hate You” [...] 111 – „Aufgeregt”, und zwar so sehr, dass man vergisst, die Shift-Taste für !!! zu drücken (siehe auch !1!111elf! ;-) [...] 220 – „Unvergleichlich”: stammt von „Second” [2] „to” [2] „None” [0] [...] 721 – „Liebe Dich”: leitet sich von „Love You”, „7 Buchstaben, 2 Wörter, eine Bedeutung” ab”.



13.02.2017

F1.831 Aus der Reihe Online-Sprech: „Club, Supermarkt, Uni-Campus? Von wegen! Jeder zweite Internetnutzer ist davon überzeugt, dass man seine große Liebe online findet. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bitkom-Befragung kurz vor dem Valentinstag. Und viele Onliner greifen für die Partnersuche sogar tief in die Tasche [...] Die Erfolgsbilanz fällt geteilt aus. Gut jeder Vierte (26 Prozent) hat über Online-Dating-Dienste seinen derzeitigen Partner kennenglernt. Bei etwa ebenso vielen (25 Prozent) ging eine zwischenzeitlich gefundene Partnerschaft wieder auseinander. 4 Prozent haben über Online-Dating einen erotischen Kontakt gehabt. 43 Prozent fanden dagegen weder einen festen Partner noch einen erotischen Kontakt”.


W1.820 2016 wurden in Deutschland 59.261.600 Schweine geschlachtet.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „In der vergangenen Woche stellten die beiden Programmiererinnen Hang Do Thi Duc und Regina Flores Mir eine Erweiterung für Googles Chrome-Browser mit dem prägnanten Namen Data Selfie vor. Es handelt sich um ein für jedermann herunterladbares Werkzeug, das anhand des Beispiels von Facebook visualisiert, wie umfassend die Datenproduktion und Analyse heutzutage ist. Data Selfie arbeitet dabei mit denselben Signalen, die auch Facebook selbst zur Verfügung stehen: Kommentaren, Links und Likes. Informationen, welche Postings man betrachtet und wie lange”.


Sybille Kircher, Geschäftsführerin, Sprachwissenschaftlerin: „Ein guter Name dient dem Image, weckt Neugierde, und manchmal schmücken sich die Verbraucher sogar damit. Er ist eben das Identi­fizierungsmerkmal einer Firma oder eines Produkts [...] Emmas Enkel ist beispielsweise ein schöner Name, weil er mit dem „Tante-Emma-Laden”, den wir Deutsche kennen, spielt. Im Ausland würde er aber nicht funktionieren, weil man ihn dort nicht kapiert. Wenn man aber so etwas macht wie Rewe mit Temma, hat man den internationalen Anspruch schon wieder erfüllt [...] Auch lange Namen können gut klingen und eine einprägsame Melodie erzeugen. Natürlich sollte ein Name aber nicht so lang sein, dass es am Ende fast ein ganzer Satz ist. Grünhausenergie ist schon grenzwertig [...] Man kann mit der Lautsymbolik arbeiten, die international einheitlich ist. Ein „I” zum Beispiel klingt für jeden klein, egal, ob er Deutscher oder Maori ist. Ein „O” wiederum ist immer etwas Großes, Starkes und Selbstbewusstes [...] In einer Zeit wie dieser, in der sich Unternehmen immer wieder anpassen müssen und der Markt sich durch die Digitalisierung sehr schnell ändert, muss ein Name zukunftsfähig sein. Deshalb beobachten wir, dass Namen immer internationaler und offener werden. Das ist der richtige Weg für die Zukunft [...] In den nächsten Jahren werden viele neue, innovative Produkte entstehen. Wenn man sich durch eine sinnvolle Intransparenz die Möglichkeit offenhält, mit seinem Namen auf solche Entwicklungen zu reagieren, muss man langfristig gar nicht erst über eine Umbenennung nachdenken”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Jetzt macht auch Jägermeister in „Chatvertising”: Gemeinsam mit ihrer Digitalagentur La Red hat die Kräuterlikor-Marke den ersten rappenden Chatbot entwickelt, mit dem Facebook-Nutzer individualisierte Rap-Videos an ihre Freunde schicken können”.


Prof. Ulrich Menzel, Politikwissenschaftler: „Globalisierung ist keine Epoche, sondern ein Prozess. Insofern sind Sätze wie: „Wir leben im Zeitalter der Globalisierung” Unsinn”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Für die Kommunalpolitikerin Christine Wernicke bringt Facebook, man mag es kaum glauben, eine „Versachlichung” in viele Debatten. Von wegen Shitstorms - die habe es nicht mal beim Thema Windkraft gegeben, wo sonst die Emotionen auf dem flachen Land hochschlagen. Im Gegenteil, „die Leute kommen gut informiert und viel häufiger als früher, sogar zu Gemeindevertreterversammlungen”, sagt die Ex-Bürgermeisterin des Ortes Uckerland in Brandenburg. Christine Wernicke, 56, parteilos, hat sich ihre positive Beziehung zu den sozialen Netzwerken erarbeitet. Sie ließ sich mit dem Programm „Politikerinnen im Netz” von einer jungen Social-Media-Expertin schulen. Denn eines ist klar: Wer digital nicht auffindbar ist, kann im Wahljahr 2017 wenig gewinnen [...] Ex-Bürgermeisterin Wernicke mischt auf der Webseite „Wir sind Uckerland” mit; endlich könne sie jüngere Menschen aus dem Ort erreichen, sagt sie. Als es einen Aufschrei gegen höhere Kita-Gebühren gab, klärte sie mit sachlichen Posts über das Kommunalrecht auf. „So konnten wir Betroffene motivieren, nicht alles hinzunehmen und sich zu informieren.” Bei der Wahl im vergangenen Jahr verlor die Bürgermeisterin gegen ihren SPD-Herausforderer - mit 21 Stimmen. Wegen Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung läuft vor dem Verwaltungsgericht Potsdam eine Klage. Muss die Wahl wiederholt werden, will Wernicke „mutiger” auftreten: mit einer perfekt gestalteten Facebook-Seite. Wie man auf Instagram Fotos gezielt für den Wahlkampf einsetzt, übt die Kandidatin einer Wählervereinigung gerade. Vor allem will sie sich besser verkaufen”.


F1.832 Carolin Kebekus, Schauspielerin, Sängerin, Komikerin: „Ich habe schon unheimlich viele Bücher bekommen, in denen die Frau einfach austauschbar war. Entweder man ist ein Dummchen oder relativ schnell nackt. Oder man ist so eine ganz „crazy” Frau, die in der Großstadt lebt und keinen Mann bekommt, weil sie so ganz „crazy” ist. Es gibt wenige gute Geschichten mit einer Frau im Mittelpunkt [...] Ich finde, dass Frauen grundsätzlich etwas ängstlicher sind, weil es ihnen in der Erziehung so beigebracht wird. Da heißt es dann, man solle sich als Frau eher zurückhalten, nicht dass einer denkt, man sei schwierig oder gar zickig. Viele Attribute, die bei Männern positiv ausgelegt werden wie Zielstrebigkeit und Karrierebewusstsein werden bei Frauen eher negativ besetzt. Eine Frau, die zielstrebig ihren Weg geht, gilt als eiskalt. Uns Frauen würde es unterm Strich einfach besser stehen, wenn man sich klar macht, dass uns nicht jeder lieb haben muss [...] Ich glaube, mich hat es immer gestört, wenn man mich auf Niedlichkeit reduziert hat. Da musste ich dann immer erstmal ein „Penis!” entgegenbrüllen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Gerade gibt es eine neue Studie, die herauszufinden suchte, warum Menschen zu Trollen werden, die „konstruktive Diskussionen” aufsprengen und verhindern. Die Wissenschaftler der Stanford und Cornell University sagen, es handele sich keineswegs, wie vielfach behauptet, um eine relativ kleine soziopathische Minderheit, die das Ruder übernimmt. Letztlich läuft das Ergebnis ihrer Studie darauf hinaus, dass Trollen in einer „Spirale der Negativität” ansteckt, vor allem dann, wenn man in entsprechender Stimmung ist und gerade schlechte Erfahrungen gemacht oder unter Stress steht. Auch wer ansonsten kein Wutbürger ist, wird leichter ausfallend, wenn es andere vormachen. Der Druck zur sozialen Konformität setzt dann das normale Verhalten aus, erleichtert selbstverständlich dadurch, dass man online dennoch Distanz wahrt, wenn auch nur räumliche, und man sich nicht Aug in Aug gegenübersteht [...] Die Trolle auszuschließen und zu blockieren, helfe aber nicht, da auch normale Leser schlechte Tage haben können und Trollen stark vom Kontext abhängig ist, also jederzeit entstehen kann. Man könne beispielsweise die Stimmung durch die Tastgeschwindigkeit erfassen und das schnelle Posten von Kommentaren hintereinander ausbremsen. Das könnte beruhigend wirken. Eine gewisse Wirksamkeit könne auch haben, wenn Nutzer Kommentare wieder zurückziehen können. Troll-Kommentare für andere unsichtbar zu machen, ohne den Troll zu benachrichtigen, könne auch zivilisierte Umgangsformen befördern. Und dann ließen sich Troll-Kommentare etwa anhand bestimmter Wörter ausfindig machen. Aber eine wirkliche Lösung können die Autoren auch nicht anbieten”.


Menschen, die mit Parfüm schlechter riechen als ohne.


Aus der Reihe Online-Sprech, Daniel Crueger, Historiker: „ICQ illustriert sehr gut, dass im World Wide Web parallel verschiedene Nutzungskulturen bestehen, die sich geografisch oder sprachlich voneinander abgrenzen lassen”.


F1.833 „Est-ce que tu crois au coup de foudre au premier regard ou est-ce que je dois repasser ?”, „Tuo padre è un ladro? No? Ha rubato due stelle e le ha messe al posto dei tuoi occhi?”, „Вы меня преследуете? Нет?! Как жаль… (Vy minja prisledujete? Net?! Kak zhal'…)”, „Ve por la sombra… ¡Que los bombones al sol se derriten!”, „How much does a polar bear weigh? Enough to break the ice”, „Eu gostei de você. Se você também gostou de mim, dê um sorriso. Se não, dê um duplo mortal para trás”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Liken Sie noch oder snappen Sie schon?”.


F1.834 melli_meter: „Wenn mir am Valentinstag langweilig ist, gehe ich in Restaurants an Pärchentische und sage zum Mann: „Wie konntest du nur!” und renne weg”.



12.02.2017

F1.830 Die putzigen Wort-Exegesen von Verliebten beim Studium der Nachrichten des Angehimmelten.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter: Nicht angezeigte Tweets zu Trump sind keine Zensur”.


Chamaelita: „Die Autokorrektur treibt mich irgendwann noch in den Warenkorb”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Peter Tauber, Politiker: „Sich bei Twitter und Facebook feiern lassen, ersetzt noch kein politisches Programm”.


„Anti-Polarisierer”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Der Likeanalyzer gibt Dir eine Übersicht, wie effektiv Deine Facebook Seite ist. Du bekommst Verbesserungsvorschläge, die auf dem Vergleich mit ähnlichen Seiten beruhen. So findest Du heraus, ob Du auch die richtigen Fans für Dein Vorhaben hast”.


„Juristendeutschkomplettrichtigverstehen”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Immer mehr Texte werden von Computern generiert. Die amerikanische Nachrichtenagentur AP setzt eine Software der Firma Automated Insights ein, die pro Quartal rund 4000 standardisierte Sport- und Finanzberichte erzeugt. Reporter schaffen nur ein Zehntel dieses Pensums. Bis 2020 will die AP 80 Prozent ihres Nachrichtenangebots automatisieren. Damit sollen Kapazitäten für Journalisten freigesetzt werden, die sich anderen Tätigkeiten widmen können – etwa der investigativen Recherche. Auch namhafte Medien wie „Forbes”, „New York Times” und „Los Angeles Times” sind schon dazu übergegangen, Teile ihrer Nachrichtenproduktion zu automatisieren. Roboterjournalisten haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber menschlichen Autoren: Sie sind billiger, produktiver, machen keine Flüchtigkeitsfehler und streiken nicht. Statt einen freien Mitarbeiter für schmales Zeilengeld zu einem Amateurturnier zu schicken, kann eine Software die Daten zu einem Spielbericht aggregieren und so auch über Ereignisse berichten, über die man sonst vielleicht nicht in der Zeitung lesen würde. Auf Grundlage computerlinguistischer Verfahren und syntaktischer Regeln setzt die Software strukturierte Daten in Schablonen und fügt sie zu einem logisch kohärenten Text. Doch erkennt der Leser, ob ein Computer oder ein Mensch den Artikel verfasst hat? Und spielt das eine Rolle? Die „New York Times” hat diese Frage in einem instruktiven Quiz („Did a Human or a Computer Write This?”) auf die Probe gestellt. Die erste Frage beginnt mit einer dürren Meldung im Telegrammstil. „Ein Erdbeben der Stärke 4,7 auf der Richterskala wurde am Montagmorgen fünf Meilen von Westwood, Kalifornien, laut US Geological Survey gemeldet. Das Beben ereignete sich um 6.25 Uhr pazifischer Zeit in einer Tiefe von fünf Meilen.” Verfasst wurde die Meldung von einem Algorithmus namens „Quakebot”, der in Echtzeit seismografische Daten bezieht und sie nach vorgefertigtem Muster zu einem Text zusammenbaut. Der Bot ist so programmiert, dass er auf einen Alarm des U.S. Geological Survey reagiert. Es dauerte nur drei Minuten, bis die „Los Angeles Times” die Meldung in ihrer Online-Ausgabe veröffentlichte. Wäre die Meldung nicht mit dem Hinweis versehen gewesen, hätte der Leser die maschinelle Urheberschaft des Texts wohl kaum erkannt [...] Die Berichte über „Roboterjournalisten” sind meist mit dem beschwichtigenden Hinweis versehen, dass die Schreibroboter über das Niveau von Sport- und Wetterberichten nicht hinauskämen und nur ein maschineller Zuarbeiter seien, der Daten verarbeitet, aber im Grunde völlig unkreativ sei. Was aber, wenn Algorithmen demnächst auch Reportagen und Meinungsbeiträge verfassen? Wenn künstliche Intelligenzen kreativ werden? In Amerika hat ein Algorithmus kürzlich ein Drehbuch samt Regieanweisungen geschrieben. In Japan hat es ein von einem KI-System kodierter Roman in die zweite Runde eines Literaturwettbewerbs geschafft. Und IBMs Superhirn Watson hat kürzlich eine ganze Ausgabe des britischen Marketing-Magazins „The Drum” gestaltet, mit einem Computer als Chefredakteur”.


W1.819 Einziger Präsident der USA, der aus seinem Amt zurückgetreten ist: Richard Nixon.


B1.149 „hochmüdiviert”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Frank-Walter Steinmeier, Politiker: „In sozialen Netzwerken hat sich eine gewisse Maßlosigkeit in der Sprache breitgemacht, auf deren Basis keine vernünftige Kommunikation mehr zustande kommt. Dazu gehört auch die Disqualifizierung von Menschen, die sich möglicherweise politisch bemühen, aber nicht ganz übereinstimmend sind mit demjenigen, der gerade auf der Seite seinen Kommentar abgibt [...] Wenn ich nach 14, 16 Stunden nach Hause komme und immer noch keine schlechte Laune habe, dann schaue ich auf meine Facebook-Seite”.



11.02.2017

„Landlustlos”.


B1.148 Heribert Bruchhagen, Fußballfunktionär: „Die ersten Monate waren ja auch schön: Fahrradfahren, Golfspielen, alte Schulfreunde treffen. Aber ab Herbst hat meine Frau wieder so eine gewisse Unruhe bei mir festgestellt, und ich habe gemerkt, dass ich mich auf den Ruhestand vielleicht nicht gut genug vorbereitet hatte [...] Ich bin in keinem Literaturklub, in keinem Kegelklub, in keinem Schützenverein. Und wenn man dann aus der täglichen Mühle des Profifußballs in so eine neue Situation gerät, dann fühlt sich ein Tag schnell auch mal unausgefüllt an”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Fließend Emoji sprechen”


„Kleinräumlichkeit”.


W1.818 Tagsüber wird es auf dem Mond doppelt so heiß wie in der Sahara. Die Sahara ist die größte Staubquelle der Erde. 18. Februar 1979: In der Sahara schneit es für 30 Minuten.


„Junkie-Rentner”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Sie haben in Ihrer Nachricht das Wort „anbei” verwendet, aber keine Dateien angehängt. Möchten Sie die Nachricht trotzdem senden?”



10.02.2017

„Multicopter-Thermografie”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Tim Cook, CEO: „We are going through this period of time right here where unfortunately some of the people that are winning are the people that spend their time trying to get the most clicks, not tell the most truth. It’s killing people’s minds in a way [...] All of us technology companies need to create some tools that help diminish the volume of fake news [...] We must try to squeeze this without stepping on freedom of speech and of the press, but we must also help the reader. Too many of us are just in the complain category right now and haven’t figured out what to do”.


„Rückwärtsbildersuche”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Gegendarstellung in Bildern – Obamas Hof-Fotograf trollt Trump auf Instagram”.


„Bauernregelgate”.


W1.817 „Bookkeeper” ist das einzige Wort der englischen Sprache, in dem drei Buchstabenzwillinge aufeinander folgen.


„Anti-Drohnen-Technologie”.


A796 F1.829 Marley Corbett, Figur aus „A Little Bit of Heaven”, 04.02.2011: „This idea that you have to fall in love in order to live happily ever after... is just not true”.



09.02.2017

F1.828 Aus der ZEIT-Serie „Am letzten Briefkasten unseres Ortes entdecke ich folgenden Spruch, von einem unbekannten Mahner mit schwarzem Filzstift hinterlassen: „Schreib ihr einen Liebesbrief! Dass sie in 40 Jahren Whats-App-Nachrichten auf dem Dachboden findet, ist eher unwahrscheinlich!” ”


Aus der Reihe Online-Sprech: „Gigi Hadid regiert mit Barbies Hilfe Instagram”.


W1.816 Der Erfinder der Zwölftonmusik, Arnold Schönberg, hatte nicht nur Angst vor der Zahl 13, sondern starb 13 Minuten nach Mitternacht, an einem Freitag, dem Dreizehnten.


„Busseloffensive”, „Angstfantasie”, „Nischen-Influencerin”, „Zustellabbrüche”, „Duftgott”, „Wein-Punk”, „Schnief-Detektivin”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook will use AI to crack down on discriminatory ads”.



08.02.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „OK Kai, wie viele Kalorien hat eine Banane”.


W1.815 Im Empire State Building sind zehn Millionen Ziegelsteine verbaut.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Wer in die USA will, könnte bald gezwungen werden, sein Facebook-Passwort zu verraten. Darüber denkt jedenfalls Heimatschutzminister John Kelly nach”.


„Absagen-Killer”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Ist es möglich, Kleidung zu entwerfen anhand der Bewegungs- und sonstigen Daten, die dein Smartphone sammelt?”


A795 F1.827 Demi Moore, Schauspielerin: „The truth is you can have a great marriage, but there are still no guarantees”.


„Frischlingsrespekt”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Tagesspiegel: „Wie gut, dass es diese internationalen Aktionstage gibt. Der „Safer Internet Day” stand gerade unter dem Motto „Stop Cybermobbing”. Das ist fraglos ein Thema, vor allem zunehmend für die jungen Menschen. Aber es gibt noch mehr, was unsere gesamte Gesellschaft umtreiben sollte: Fast täglich wird über Cyber-Angriffe berichtet, aber wie verwundbar ist das Internet tatsächlich?”



07.02.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, Adrian Lobe: „Wenn Maschinen noch keine Bestseller schreiben, können sie diese zumindest vorhersagen. Die Wissenschaftler Jodie Archer und Matthew Jockers beschreiben in ihrem Buch „The Bestseller-Code”, wie ein Algorithmus mit 80 Prozent Genauigkeit die Erfolgsaussichten von Büchern vorhersagt. Der „Bestseller-ometer” identifizierte 2800 Eigenschaften, die mit dem Erfolg von Büchern assoziiert sind. Eine Art Erfolgsformel. Der Algorithmus mag vor allem weibliche Helden, die in Bestsellern wie ”The Girl on the Train” oder „Gone Girl” vorkommen. Viele Abkürzungen. Wenig Ausrufezeichen. Und statt Katzen lieber Hunde [...]Schreiben kann man nicht nur lernen, es ist immer ein Kopieren und Imitieren bestimmter Stile und Ausdrucksformen. Und das kann eine Maschine womöglich effizienter als ein Mensch. Allein, Literatur ist mehr als das bloße, mechanische Zusammenbauen von Satzbausteinen nach bestimmten (programmierbaren) syntaktischen Vorgaben. Es ist ein Spiel mit Bedeutungsebenen, der Versuch, die Geschichten des Lebens zu erzählen, plastische Figuren in das Gewebe der Sprache einzuweben. Und das vermag noch keine Maschine zu leisten. Bis der erste Literaturautomat einen Nobelpreis erhält, wird es wohl noch eine Weile dauern”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Dass sich Facebook immer noch soziales Netzwerk nennt, darf getrost als „Fake News” vermeldet werden”.


„Schulzomania”.


F1.826 Jesper Juul, Erziehungsberater, Familientherapeut, Autor: „So anders war es früher gar nicht, doch viele Dinge wurden weder von den Paaren noch in der öffentlichen Debatte als Probleme betrachtet. Heutzutage sind unsere Erwartungen ganz andere und der Raum, darüber zu diskutieren, ist so viel größer … Wir haben keine Aufzeichnungen aus den Generationen unserer Groß- und Urgroßeltern, wie sie die Veränderung ihrer Sexualität erlebt haben. Auch meine eigene Generation machte kein Problem aus der Tatsache, dass wir weniger Zeit und Energie für Sex hatten, nachdem unsere Kinder geboren wurden. Heute erwarten junge Eltern, dass viele Aspekte ihres Lebens wie bisher fortbestehen, was nach meiner Erfahrung aber eine Illusion ist [...] Wenn möglich, empfehle ich Paaren, dass sie ein paar Stunden in der Woche als „Erwachsenen-Zeit” definieren. Das Wichtigste ist, dass sich alle Familienmitglieder daran gewöhnen, dass Mütter und Väter kinderfreie Zonen brauchen, in denen sie über ihr Erwachsenleben als Individuum und Paar nachdenken. Es gibt nicht den einen Ratschlag für alle – aber ich möchte Eltern darauf hinweisen, wie wichtig es ist (auch für die Kinder), dass sie sich um ihr Leben als Ganzes kümmern, wenn die Kinder größer werden. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist es fast schon Mode geworden zu sagen „meine Kinder bedeuten alles für mich”. Das klingt wie ein liebevolles Geschenk an die Kinder, tatsächlich aber ist es eine große Last für sie und schwächt auf jeden Fall die Beziehung zwischen Frau und Mann”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Fußball war gestern. Ab dem 9. Februar gibt es endlich auch Social-Media-Stars zum Tauschen und Sammeln im Panini-Album”.


W1.814 Im Englischen lässt sich aus nur einem Wochentag ein Anagramm bilden: Monday enthält Dynamo.


Martin Schulz, Politiker: „Die Kandidatinnen und Kandidaten anderer Parteien sind doch nicht meine Feinde, das sind in der Demokratie Wettbewerber”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Dr. Kay Petersen, Suchtforscher: „Es gibt eine Definition, die besagt, Internetsucht liege vor, wenn das eigenständige Kontrollieren von Internet-Applikationen nicht mehr gelingt. Wenn es also dazu führt, dass man seinen Alltag aufgrund der hohen Internetnutzung kaum mehr oder nur unter sehr großer Anstrengung bewältigen kann [...]Die höchste Häufigkeit des Problems ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu beobachten. Den Daten nach zu urteilen sind wohl junge, männliche Computerspieler am gefährdetsten. Aber mit solchen Aussagen möchte ich vorsichtig sein, denn ich glaube, dass wir noch viel zu wenig über Internetsucht wissen. Was ist zum Beispiel mit Migranten? Da gibt es keine Studien. Ich könnte mir aber vorstellen, dass auch sie eine Risikogruppe bilden. Ihr Smartphone ist immerhin ihre Verbindung in die Heimat, das kann auch schnell zum Problem werden. Wir haben oft nur Scheinsicherheiten und eine Menge Vorurteile, es muss auf diesem Gebiet noch viel mehr geforscht werden [...]Ich vermute übrigens, dass die Social Media-Sucht ein weibliches Phänomen sein könnte. Aber auch das müsste man erforschen [...] Es könnte sein, dass Frauen sich sehr viel stärker austauschen und präsentieren wollen, als Männer. Und deshalb anfälliger sind für Social-Media-Abhängigkeit”.



06.02.2017

W1.813 „Schachmatt” hat seinen Ursprung in der persischen Sprache und bedeutet dort: Der König ist geschlagen.


„Digitalkapitalismus”, „Großartig-großherzig”, „Westnihilismus”, „Glaubwürdigkeitstest”, „Marketing-Striptease”, „Krawall-Zulieferer”.


F1.825 Männer, so verzweifelt, dass sie heiraten würden, um mal wieder Sex haben zu dürfen. Alternativ: Männer, die seit Ewigkeiten keinen Sex mehr hatten, überzogene Erwartungen an Frauen stellen und gleichzeitig mit jeder Frau Sex haben würden, zählen zu den großen Unglücken auf der Erde. Alternativ: Ein häufiger Fehler, der alleinstehenden Männern unterläuft: Sie fangen eine Beziehung an, obwohl sie nur Sex wollen.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Eine Lüge auf Facebook landet vor Gericht”.


Prof. Dr. Hans Vorländer, Politikwissenschaftler: „Manche sagen: „Wir bestellen und ihr Politiker müsst liefern.” Das ist ein Dienstleistungsverständnis. Politik gibt es aber nicht als Pizzaservice. Außerdem kommt ein falsches Verständnis oder inadäquates Verständnis von demokratischen Prozessen hinzu. Demokratie lebt davon, dass Menschen unterschiedliche Interessen und Wertvorstellungen haben, die in einem, manchmal sehr konflikthaften Prozess, zu einem Kompromiss geführt werden müssen. Das ist ein langwieriger Prozess, der über Bürgerbeteiligung, Parteien, Parlamente führt und schließlich in eine Entscheidung mündet”.


Die Sätze „Man behebt ein Problem nicht, indem man es mit einem anderen vergleicht”, „Alt ist man, sobald man sich älter fühlt als sich selbst”, „Man besiegt sein Abgründe nicht, sondern lernt nur, sich über sie zu erheben”.



05.02.2017

W1.812 In seinem 31. Lebensjahr erlebt man seine persönliche, milliardste Sekunde.


„Präferenz-Ansuchen”.


F1.822 42Farbstifte: „Der nächste Sperrmülltermin ist an Valentinstag. Ich mag den Humor der Stadt”.


D674 iEliza2k17: „Einem Depressiven zu sagen,er solle seine Probleme einfach vergessen,ist wie von einem Blinden zu verlangen,genauer”.


B1.145 Iris Bohnet, Verhaltensökonomin, Autorin: „Jahrzehntelang saßen in den Spitzenorchestern in Amerika fast ausschließlich Männer. Die Frauen scheiterten regelmäßig am Vorspiel. Bis das Symphonie-Orchester in Boston auf die wunderbare Idee kam, die Bewerber und Bewerberinnen hinter einem Vorhang vorspielen zu lassen. In den 70er Jahren haben dann viele der großen amerikanischen Orchester diese Praxis übernommen. Danach stieg der Anteil der Frauen von 5 auf fast 40 Prozent [...] Mehr als 90 Prozent von dem, was in unserem Gehirn passiert, geschieht unbewusst. Viele Führungskräfte sind nun mal Männer. Und die umgeben sich am liebsten mit Menschen, die ihnen ähnlich sind, die sie verstehen, also auch mit Männern. Das erscheint ihnen die sicherere Wahl. Eine Frau wäre ein Risiko [...] Es gibt keinerlei Evidenz, dass Diversitätsprogramme etwas bewirken [...] Sheryl [Sandberg] und ich haben einen konträren Ansatz. Sie rät den Frauen, sich reinzuhängen, und verspricht: Wenn du richtig kämpfst, wie ein Mann, dann klappt das schon. Das halte ich für gefährlich. Solange wir die Schablonen im Kopf bei der Talentsuche nicht ausschalten, werden viele Frauen enttäuscht [...] Das mit dem Chef-Gehabe ist aber ein zweischneidiges Schwert. Betonen die Frauen, wie die Männer es tun, ihre Kompetenz, mag man sie nicht. Halten sie sich weiblich vornehm zurück, werden sie nicht respektiert und übergangen. Wie sie es machen, ist es falsch”.


F1.823 Christine Backhaus, Paartherapeutin: „Wenn Menschen, die einen Partner suchen, nach langer Zeit ihre Jugendliebe wiedersehen, sind sie bereit, den anderen zu idealisieren, weil sie sich an die guten alten Zeiten erinnern und alles andere verdrängen oder vergessen haben [...] Man hat sich auf den Moment gefreut, will sich besonders gut darstellen. Das Wiedersehen fällt auf den fruchtbaren Boden positiver Erinnerung, und man hat sich erst mal viel zu erzählen [...] In den Mittvierzigern spielen die Hormone verrückt, und die Kinder gehen aus dem Haus. Dann kommt die Frau zur Besinnung und hat Zeit, den Fokus wieder mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse zu legen [...] Es ist eine Herausforderung, den idealisierten Partner aus der Jugend in den Alltag zu integrieren und die Beziehung in Krisen aufrechtzuerhalten. Und seinerseits kann der neue Partner vielleicht auch nicht alle Bedürfnisse, die beim anderen in der vorigen Beziehung oder früher schon zu kurz gekommen sind, erfüllen [...] Ich lenke mich ab, lasse mir die Dinge erfüllen, die ich selbst nicht gut hinkriege. Statt mich zu fragen: Warum ist es mir in meiner alten Partnerschaft so schwergefallen, glücklich zu sein? Ich nehme meine emotionalen Behinderungen mit in die nächste Partnerschaft”.


B1.146 Viktoria Rebensburg, Skirennläuferin: „Speziell im Sport und generell im Leben bewundere ich Menschen, die Rückschläge wegstecken können und dabei ihre positive Einstellung behalten. Die sich von persönlichen Niederlagen und schwierigen Zeiten nicht von ihrem Weg abbringen lassen und die Entschlossenheit haben, ihre Ziele weiterzuverfolgen, das erfordert Mut und Ausdauer. Im Leistungssport erlebt man das vielleicht noch intensiver als im normalen Leben. Diese Hartnäckigkeit macht die Menschen aus, von denen ich sage: Allergrößten Respekt! [...] Es gibt in jeder Leistungssportkarriere schwierige Phasen. Man ist nie konstant oben, es gibt Hochs und Tiefs, und im alpinen Skisport ist das vielleicht besonders extrem, weil er so komplex ist. Bei uns stimmt mal die Materialabstimmung nicht, mal hat man Pech mit Licht oder Schneeverhältnissen - es gibt viele Faktoren, die Erfolg oder Misserfolg auslösen können. Am schwierigsten, glaube ich, ist das erste größere Tief, das erste Mal, wenn es nach unten geht, vielleicht ist das am prägendsten, weil du da noch nicht weißt: Schaffst du es überhaupt noch einmal nach oben? Wenn du da durch bist, wenn du dich aus diesem Tief, aus den Folgen einer schweren Verletzung zum Beispiel, herausgearbeitet hast, dann hast du für die Zukunft, für das nächste Mal, die Gewissheit, okay, das funktioniert, du hast es schon einmal geschafft, wieder nach oben zu kommen, also spricht nichts dagegen, dass du es wieder schaffst. Das macht es leichter [...] Je älter man wird, desto fokussierter wird man auf seinen Sport und auf sich selbst, man muss lernen, gewisse Dinge auszublenden, vieles von dem, was drum herum passiert, das sind Erfahrungen, die jeder Leistungssportler macht. Man muss lernen, damit umzugehen, und seinen Weg, seine Balance finden. Man muss den Fokus haben, die Ernsthaftigkeit und die mentale Präsenz, aber auch eine gewisse Lockerheit und den Spaß am Skifahren. Ich gehe im Rennen an mein Limit, aber ich sage mir auch, wenn ich oben stehe: Hey, jetzt genieß das Fahren, genieß es, dich am Limit zu bewegen! [...] Es gibt einen super Satz von Novak Djokovic, der mir aus der Seele spricht. Er hat gesagt, seine Inspiration sei es, die beste Version von sich selbst zu werden. Das trifft es zu hundert Prozent. Man versucht in seinem Sport, jeden Tag besser zu werden, sich selbst zu übertreffen, noch mehr aus sich herauszuholen. Das ist, was uns antreibt. Ich fahre nicht Rennen, um die Fahrerin XY zu schlagen, sondern ich versuche, das Beste aus mir herauszukitzeln. Das ist der Reiz. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut, perfekt wird es wahrscheinlich nie. Es geht immer noch ein bisschen besser”.


Jens-Holger Kirchner, Staatssekretär: „Wer in Berlin Auto fährt, hat zu viel Zeit...”.


F1.824 Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Wohl jeder, der über vierzig ist, kennt Menschen, die mit ihrer Jugendliebe wieder zusammengekommen sind. Und die Idee liegt ja auch tatsächlich nahe. Wenn eine langfristige Beziehung gescheitert ist, besinnen sich die Ex-Partner auf das, was vorher war. Facebook oder StayFriends, vielleicht sogar Xing und LinkedIn sind gute Netzwerke, um aus den Augen verlorene Leben wiederzufinden und schnell und unauffällig abzuklären, ob man dort zumindest theoretisch wieder anknüpfen könnte”.


A794 B1.147 Sandra Bullock, Schauspielerin, Filmproduzentin: „I've learned that success comes in a very prickly package. Whether you choose to accept it or not is up to you. It's what you choose to do with it, the people you choose to surround yourself with. Always choose people that are better than you. Always choose people that challenge you and are smarter than you. Always be the student. Once you find yourself to be the teacher, you've lost it”.



04.02.2017

„Altersnervosität”, „Krimskramskrise”, „Vorsorgetransfer”, „Paar-Minuten-Meisterschaft”, „Kaufdown”.


A793 F1.821 Sandra Bullock, Schauspielerin, Filmproduzentin: „I've always been very sceptical about marriage, because I only want to do it once; I want to do it the right way”.


Wenn am Ende des Hörens noch so viel Musik übrig ist.


Fritz Breithaupt, Professor für Kognitionswissenschaften: „Ich gebe meinen Kindern ein Geschenk, weil ich an ihrer Freude teilhaben möchte. Auch das ist manipulative Empathie [....] Helikopter-Eltern zum Beispiel: Die wollen durch ihre Kinder miterleben, was ihnen selbst verwehrt blieb. Sie treiben ihre Kinder an, Schönheitsköniginnen zu werden oder erfolgreiche Sportler oder sogar eine neue Welle in Amerika, in der Liebe Erfolg zu haben, da muss dann gleich die erste Beziehung halten. Das schadet den Kindern natürlich [...] Obama hat im Grunde seine gesamte Politik unter das Stichwort der Empathie gestellt. Er hat das „Empathie-Defizit” unserer Epoche beklagt. Empathie wird heute oft beschworen, als sei sie so etwas wie die Rettung der Menschheit. Natürlich verbirgt sich dahinter eine wunderbare und wichtige Hoffnung: dass es möglich ist, über die Grenzen aller möglichen Unterschiede hinweg Brücken zu schlagen, mitmenschlich zu handeln. Empathie kann das in bestimmten Fällen auch einlösen, aber sie ist eine sehr ambivalente Angelegenheit. Ein imposantes Beispiel dafür ist die deutsche Flüchtlingspolitik [...] In der Tat ist Empathie eigentlich sehr egoistisch. Es geht darum, was wir fühlen, wenn wir uns in andere Menschen hineinversetzen. Das eigene Gefühl steht im Mittelpunkt. Es ist wie eine Droge, sich in jemand anderen hineinzufühlen. Jeder Kinofilm funktioniert so, jede gute Roman”.


Nachgeschlagen: Ali Larter; Jakob Kaiser; Priscilla Presley; Serpico; George Hamilton; César Gaviria; George S. Patton; Keegan Connor Tracy; Konstantin Yuon; Paul W. S. Anderson; Valeria Golino; Guido Maria Kretschmer; Joanna Christie; Ricardo Montalbán; Thomas Gainsborough; Rick Kavanian; Gabriela Sabatini; Weird Al Yankovic; Fender; Justine Waddell; Jim Abrahams; Trimmer; Angus Deaton; Cornelia Schleime; Daniel Agger; Luis Carlos Galán; Vea Kaiser; Laurence Harvey; Mata Hari; Jeroen Dijsselbloem; Toni Tapalović; Kamil Stoch; Jamie Carragher; Zuppa inglese; Tatjana Doll; Sunzi; Schwarzlichttheater; Max Raphael; Courtney Eaton; Marina Iwanowna Zwetajewa; Carl Ludwig Schleich; Josef Meinrad; Irene Dische; Dorothy L. Sayers; Hans Keilson; Henriette Vogel; Otto Ritschl; Florian Toncar; Krysten Ritter; Robert Wilhelm Bunsen.


W1.811 Man sieht seine Nase die gesamte Zeit, nur wird sie vom Gehirn bei Erstellung des Sichtfeldes herausgerechnet.



03.02.2017

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Muss Facebook Lügen löschen?”.


F1.820 Aus der Süddeutschen Zeitung: „Wenn es irgendeinen Lebensbereich gibt, an dem nicht gespart wird, dann ist es die Hochzeit. Niemand soll hungrig oder durstig nach Hause gehen, und die Rechnung geht auch heute noch häufig an den Vater der Braut, daran haben 40 Jahre Kampf um die Gleichberechtigung nicht viel geändert. Apropos Gleichberechtigung. Das Erste, was ein künftiger Bräutigam lernt, nachdem er um die Hand einer Frau angehalten hat: geheiratet wird für die Braut. Denn während der Mann sich mit der Eheschließung meist nur vom Zeitpunkt des Antrags bis zum Moment des Ja-Sagens beschäftigt, ist manche Frau seit ihrer frühen Kindheit mit Ideen, Planung und der Inszenierung ihrer Hochzeit befasst. Daher auch die vielen Magazine, die lange vor der Heirat konsultiert werden, manchmal auch, ohne dass der dazugehörige Partner schon gefunden wäre. Während die Frau also bereits Jahre damit verbracht hat, eine perfekte Zeremonie zu gestalten, kommt der Mann kurz vor knapp dazu und ist gut damit beraten, seine Ideen zaghaft und liebevoll einzubringen. Und nie beleidigt zu sein, wenn diese nicht ins Konzept passen. Denn, neue Ideen, lässig von der Seite eingeworfen, wirken auf die Frau wie Ratschläge von schmerbäuchigen Fans vom Rand eines Fußballfeldes auf hochtrainierte Bundesliga-Profis. Aber warum wird so viel geheiratet? Auch die Geburtenraten stiegen nach Jahren der Stagnation und des Rückgangs sowohl 2014 wie auch 2015 wieder an. In unsicheren Zeiten richten sich viele Menschen im Privaten ein. Sie bauen sich ihre eigene heile Welt im Kleinen, um gegen das Chaos im Großen gewappnet zu sein. In der Krise werden die Menschen zu Ja-Sagern”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „The definitive oral history of the Oreo 'You can still dunk in the dark' Super Bowl tweet”.


„Testosterontexter”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook überrascht Nutzer zurzeit mit einem virtuellem Freudentänzer, der aus den Gesichtern von „Freunden” montiert ist”.


W1.810 Die Mitte eines Donuts ist zu 100% fett- und kalorienfrei.


A792 Birdee Pruitt, Figur aus „Hope Floats”, 29.05.1998: „Childhood is what you spend the rest of your life trying to overcome”.



02.02.2017

Isabelle Huppert, Schauspielerin: „Weibliche Galionsfiguren hängen meistens mit halb entblößten Brüsten am Bug eines Schiffes. Ich glaube, ich komme besser klar, wenn ich einfach nur mich selbst repräsentiere [...] In der Literatur erscheint es uns ganz normal, dass ein Mensch extreme Wege geht. Aber bei einem Film tut man sich damit schwer. Irgendwie hofft man immer, dass es doch noch eine moralisierende Wende gibt [...] Die angebliche Volksferne der Intellektuellen ist doch ein Vorurteil unserer Zeit [...] Die Philosophie ist ein Zugang zur Welt, nicht die Trennung von ihr [...] Vor dem Tod, vor der Demenz, vor der Enttäuschung in der Liebe sind wir alle gleich [...] Wirklich, ich habe in meiner Arbeit nie etwas aus Großzügigkeit getan. Je aufrichtiger man von sich selbst ausgeht, desto direkter gelangt man zu den anderen”.


„Unterwasserhand”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Geschlechtsneutrale Brustwarzen: Neuer Account „genderless_nipples” provoziert Instagram”.


„Headhunter-Outing”.


W1.809 Zählt man auf Englisch Zahlen von 1 bis 1.000, tritt erst bei 1.000 der Buchstabe „A” auf - vom verbindenden „and” bei den dreistelligen Werten abgesehen.


„Avocado-Bund”.


A791 F1.819 Russell Barnes, Figur aus „Death at a Funeral”, 12.04.2010: „Let me tell you something about women. Smarter than you think they are, but not nearly as smart as *they* think they are”.


„Prostfaktisch”.


Frank-Walter Steinmeier, Politiker: „Ich gehöre nicht zu denjenigen, die behaupten, man könne aus Büchern politische Handreichungen erhalten, sondern ich lese nach wie vor viel, um den Blick von anderen auf die Welt kennenzulernen, oft auch nur aus Vergnügen [...] Es gelingt einem nicht jeden Tag, von außen auf sich selbst zu schauen oder schauen zu lassen [...] Trost, nein, den suche ich selten in der Literatur. Eher geht's um Erkennen, manchmal auch um Wiedererkennen”.



01.02.2017

W1.808 Jonathan Swift erfand den Namen Vanessa.


„Zellattrappen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Mehr Web-Lärm für Millennials: die Bild startet neuen Vice- und Bento-Konkurrenten Noizz”.


„Strickpenis”.


A790 F1.818 Alexandra, Figur aus „Ro.Go.Pa.G.”, 19.02.1963: „I ex-love you”.



31.01.2017

„Gefühls-Prozessor”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter-Account sammelt Tweets gefrusteter Trump-Wähler”.


W1.807 Der Spielball des achten NFL Super Bowls hatte Streifen.


„Demokratisierer”.


F1.817 B1.144 James Franco, Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent, Künstler, 1999: „I need someone who can relate to my artistic side [...] Just someone I can relate to artistically and who can also be understanding and supportive of the demands of my lifestyle”.

„Verschiebe-Flugbahnhof”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Julia Schramm, Autorin, Politikerin: „Ich bin mittlerweile erfahren im Shitstormbusiness”.


„Trumphobie”.



30.01.2017

DieSpieltriebin: „Wenn die Zeit rast, dann raste”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook Is Developing Animated Selfie Masks for Brands”.


A789 F1.815 „Nur zwei Prozent aller Frauen bezeichnen sich selbst als schön”, „Der durchschnittliche Singlemann ist 2,5 Zentimeter kleiner als ein verheirateter Mann”, „Je geringer das Größenverhältnis von Zeige- zu Ringfinger, desto länger ist der Penis eines Mannes. Das heißt: Männer, bei denen der Zeigefinger kürzer ist als der Ringfinger, haben meist ein großes Glied”, „Die Römer kannten drei unterschiedliche Küsse: „Basium” (der Kuss auf die Lippen), „Osculum” (ein freundlicher Kuss auf die Wange), „Suavium” (der leidenschaftliche Kuss)”, „Ca. zehn Prozent aller europäischen Babys wurden in Ikea-Betten gezeugt”, „Einer von zehn Frauen ist ein fiktiver Mann wichtiger als ihr realer Partner”, „Die längste Verlobung der Welt dauerte 67 Jahre. Beide waren 15, als sie sich verlobten, und 82 bei der Heirat”, „Vier von zehn Frauen haben einen Mann schon einmal mit einem Schuh beworfen”, „Haare wachsen schneller, wenn man sich auf Sex freut”, „Nach einer Schwangerschaft haben Frauen größere Füße als vorher”.

„Sexegobörse”.


W1.806 Emilio Butragueño und Ronaldo wurden je 2x in Folge zum besten Fußball-Nachwuchsspieler Europas gekürt.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „#ichbinhier: Tausende Facebook-Aktivisten organisieren sich im Kampf gegen Hate Speech”.


F1.816 MayInMontauk: „Mein nächster Freund muss unbedingt gern bunte Sachen tragen, sonst kriege ich die Waschmaschine nie voll”.



29.01.2017

„Abgeholt, aber nicht bestellt” kommt doch viel häufiger vor als „Dastehen wie bestellt und nicht abgeholt”.


Wenn man für ein englisches Wort die englische Übersetzung sucht.


Das Tempo von Touristen.


W1.805 Paolo Maldini gewann alle fünf UEFA Super Cup-Endspiele, an denen er teilnahm.


„Schokoladenflagge”.


A788 F1.814 Nathan Bronfman, Figur aus „Human Nature”, 18.05.2001: „What is love anyway? From my new vantage point, I realize that love is nothing more than a messy conglomeration of need, desperation, fear of death and insecurity about penis size”.



28.01.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Das Smartphone ist ein Familienmitglied, das man gelegentlich wegsperren muss. Aber wie bringt man das den Kindern bei?”


D673 19Sascha09: „Mit Depressionen glücklich zu werden ist wie, zu versuchen eine Suppe mit einer Gabel zu essen”.


„Befehls-Wirtschaft”.


W1.804 Giacomo Casanova war nie verheiratet.


„Vizekanzlerfriedhof”.


F1.812 Iris Berben, Schauspielerin: „Ich war noch nie auf der Suche nach Männern. Vor Kurzem habe ich mit einer jüngeren Kollegin gesprochen, die richtig entschlossen sucht, und ich habe ihr gesagt: Such niemanden! Lass Dinge geschehen. Denk nicht drüber nach! Mach es nicht zu so einem Ziel! Ich habe überhaupt nie Vorstellungen gehabt [...] Doof durfte er natürlich nicht sein. Aber ansonsten? Nein, ich habe überhaupt nicht das, was man heutzutage Beuteschema nennt. Ich bin auch schon in Beziehungen gewesen, bei denen ich wusste, dass das nicht länger als drei Monate gutgeht [...] Bei keiner Begegnung mit Männern in meinem Leben hatte ich hinterher das Gefühl von verlorener Zeit. Egal, ob es nur Begegnungen waren, an die ich gerne zurückdenke oder bei denen ich hinterher dachte, das hättest du dir mal lieber sparen sollen - aber ich wollte in diesem Moment eben nicht darauf verzichten. So einfach ist das [...] Flirten hat gar nichts mit Ausführen oder dem Erreichen eines Zieles zu tun. Genau das eben nicht! Das mussverstehen die Leute ja so oft. Ein Flirt - das hat was Flirrendes. Das hat eine Leichtigkeit. Das hat etwas mit einem nie gegebenen Versprechen zu tun. So würde ich eigentlich am liebsten 24 Stunden am Tag leben. Das schaffe ich natürlich nicht [...] Wenn man die ganzen Informationen sieht, die man bei Kennenlern-Portalen bekommt, da fällt schon auf: Da ist ja überhaupt kein Platz mehr für Flirt. Der Platz ist schon so von Sexualität und Erwartungen besetzt. Flirten hat ja auch was mit Hingucken zu tun, mit In-die-Augen-Schauen [...] Wenn ich alle diese Überlegungen zur Emanzipation in Betracht ziehe, für die wir so gekämpft haben, wenn ich an all die Regeln denke, die man mittlerweile beachten muss, dann drängt sich bei mir der Eindruck auf, dass es das Flirten heutzutage zunehmend schwerer hat. Weil so getan wird, als sei jede Annäherung ein Versprechen und jedes Signal eine Grenzüberschreitung. Wir müssen wohl lernen, damit umzugehen, dass das mit dieser naiven, spielerischen Art gar nicht mehr möglich ist [...] Wir dürfen nichts mehr falsch machen. Als Frau auch. Nach dem Motto: Keine Signale! Unter solchen erschwerten Bedingungen kann es sein, dass der Flirt auf der Strecke bleibt. Aus Angst. Ich glaube nicht, dass Lustfeindlichkeit dahintersteckt. Die Lust oder die Lust aufeinander, das wird nicht nachlassen [...] Was heißt es denn, ein Flirtsignal auszusenden? Auf jeden Fall begibst du dich sofort außerhalb deines Sicherheitsterrains, wenn du selbst bestimmst, wie ein Signal Spannung entwickeln soll”.


A787 B1.143 Burt Lancaster, Schauspieler, Filmproduzent: „Genius is a pretty dangerous thing to have. Genius is too erratic. It's better just to be talented”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Erfüllen sich also endlich doch die lang gehegten Träume von Technik, die uns versteht? Wird Sprache, diese ureigene Fähigkeit des Menschen, Hilfsmittel wie Schalter, Tastaturen, Computermäuse und anderes ersetzen? Und was würde das dann bedeuten? „Viele Interaktionen mit technischen Geräten könnten dadurch schon einfacher werden”, sagt Elmar Nöth. Er ist Professor an der Universität Erlangen und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Spracherkennung. Die Menschen, glaubt er, würden diese neuen Möglichkeiten mit der Zeit auch annehmen. Vor allem eine Firma wie Amazon könnte enorm davon profitieren, vor allem wenn sie über die smarten Geräte mehr und mehr über deren Nutzer herausfindet [...] Woher aber kommen überhaupt diese neuen, ziemlich futuristisch anmutenden Fähigkeiten der Spracherkennung? Vor 15 Jahren noch machten Computer 20 bis 30 Prozent Fehler, wenn man ihnen etwas diktierte. Und das, obwohl die Software dafür mühselig mit vorgegebenen, ellenlangen Texten auf die jeweilige Stimme trainiert werden musste. Was ist seitdem so anders geworden? Es kommen mehrere Faktoren zusammen. Den Forschern stehen inzwischen mehr und mehr aufgezeichnete Sprachdaten zur Verfügung. Allein Apples sprachgesteuerter digitaler Assistenzdienst Siri beantwortet mehr als zwei Milliarden Anfragen - pro Woche. Das ist eine ungeheure Menge an Daten, mit denen sich herumspielen und experimentieren lässt. Dazu kommen künstliche neuronale Netzwerke, die in solchen großen Datenmengen Muster und Beziehungen erkennen können, also einzelne Wörter, zunehmend aber auch Zusammenhänge. Und schließlich ist da noch die dramatische Steigerung, die es bei der Rechenkapazität von Computer-Prozessoren gegeben hat. Erst sie macht es möglich, die gewaltigen Datenhaufen schnell genug zu durchwühlen [...] Inzwischen geht es deshalb immer weniger darum, Wörter richtig zu erkennen. Es geht darum, dass Maschinen erkennen, was der Mensch eigentlich gemeint hat. Also den Sinn, etwa einer Frage, richtig zu verstehen. Und darum, nicht bloß einzelne Sätze fehlerfrei zu analysieren, sondern größere Zusammenhänge. Software, die maschinell Texte liest, entwickle zunehmend Textverständnis [...] Die Geräte für Heimanwender offenbaren dagegen noch riesige Wissenslücken. Bei vielen Fragen müssen sie passen und versuchen, sich aus der Affäre zu ziehen, mit Sätzen wie: „Ich weiß nicht, was du meinst, aber lass uns Freunde bleiben.” Und die Nutzer müssen nach jetzigem Stand noch viele Schlüsselworte lernen, damit die Software das gewünschte Ergebnis liefert - ähnlich wie beim Berg Sesam aus dem Märchen, der sich auch nur mit dem korrekt gesprochenen Satz öffnet”.


„Marken-Schaulaufen”.


F1.813 Aus der Süddeutschen Zeitung: „Im heutigen Kino bestehen Liebesdramen oft aus zwei Minuten wolkiger Verliebtheit und zwei Stunden Dauerkrach - alles andere wird als unrealistisch abgetan. Und was wir da sehen, entspricht ja durchaus der Wirklichkeit: Jede dritte Ehe wird geschieden, die Durchschnittsdauer beträgt fünfzehn Jahre, und die meisten anderen Beziehungen sind sowieso wesentlich kürzer. Wer sich aber mit einem Lebensabschnittsgefährten erst einmal arrangiert hat, glaubt an die große Liebe nur noch heimlich. Dann ist da auch noch die digitale Beschleunigung, sie berührt alle Lebensbereiche, auch unser Liebesleben. Potenzielle Sex- und Beziehungspartner werden auf Portalen vermittelt, im Speed-Dating wird im Minutentakt entschieden, wer infrage kommt, und wenn es nicht schon bei der ersten Verabredung funkt, wird es keine zweite mehr geben. In sozialen Netzwerken halten die Menschen zwar Kontakt, einander aber vor allem auf Distanz: Es ist ja viel leichter, jemanden zurückzuweisen, wenn man ihm oder ihr dabei nicht in die Augen schauen muss. Sich bedürftig zeigen, Schwäche eingestehen - das alles entspricht für die meisten Menschen nicht dem Bild, das sie gerne von sich selbst vermitteln [...] Wer im Kino heult, weil er die Liebenden liebt und mit ihnen mitfühlt, handelt herrlich altmodisch. Und dieses Mitfühlen kann eine Befreiung sein, eine Therapie gegen Gefühlskälte und Gleichgültigkeit, ein Auszug aus dem selbstverordneten Panzer. Die permanente Ironisierung, an die wir uns so sehr gewöhnt haben, um die Dinge auf Distanz zu halten, hat da nichts verloren. Liebesfilme vertragen zwar Humor. Aber für die resignative Erkenntnis, dass Wunsch und Wirklichkeit wieder einmal nicht zusammengefunden haben, ist darin kein Platz. Es mag realistisch sein, in Lebensabschnittspartnern zu denken; die große Liebe aber wird nicht dadurch wahrscheinlicher, dass man nichts mehr an sich ranlässt. Man darf sich sogar nach Gefühlen sehnen, die nur den Figuren im Film vorbehalten sind - dafür sind Träume da”.



27.01.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Merriam-Webster’s Twitter account has become a delight in the months leading up to and following the election. It subtweets Donald Trump and his administration; it wryly speaks truth to power through cold, hard vocabulary”.


B1.142 Rolf Schrömgens, Gründer, Unternehmer: „Arbeitszeit ist kein Maßstab für Leistung oder Produktivität. Für die Arbeitsstunden am Tag haben das einige auch schon verstanden. Aber wenn man konsequent sein will, muss man das entsprechend auch für Urlaubstage umsetzen. Ich will gar nicht wissen, wer wieviel Urlaub nimmt, sondern ob die Leute etwas leisten. Jeder soll seine Freiräume haben und nutzen dürfen”.


„Schmalspurautist”, „Panzersalat”, „Entdecken-Knopf”, „Tor-Formel”, „Cookie-Denke”, „Billigbudenrummel”.


W1.803 „Szene” - das erste „Wort des Jahres” in Deutschland.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Sean Spicer, Pressesprecher von US-Präsident Donald Trump, hat durch einen Fehler Sorglosigkeit im Umgang mit seinem offiziellen Twitter-Account unter Beweis gestellt. Am Donnerstagnachmittag setzte Spicer einen Tweet ab, der aus einer Zahlen- und Buchstabenkombination bestand. Die Kommentare auf den sehr schnell gelöschten Tweet vermuten das Logische: Spicer hat versehentlich sein Twitter-Passwort in die Welt geschickt. Ob es sich wirklich um das Twitter-Passwort oder ein anderes, gültiges Passwort handelt, hat Spicer bisher nicht bestätigt – oder dementiert”.


F1.811 Die Sätze „Wen die Liebe bestrafen will, dem erfüllt sie seine Wünsche”, „Noch schlimmer als ein gebrochenes Herz ist Einsamkeit - beide folgen aufeinander”, „Ein Paar rücke zusammen, sobald das Glück zuschlägt”.


Benno Fürmann, Schauspieler: „Stephen Hawking hat mal einen tollen Satz gesagt: Für das Überleben der Menschheit wird Empathie das Entscheidende sein. Alles andere können Maschinen und Computer eh schon besser”.



26.01.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Nach kritischen Tweets zu Donald Trump sind mehrere Twitter-Konten von US-Behörden verstummt. Nun entstehen inoffizielle Accounts - und posten ununterbrochen wissenschaftliche Fakten”.


D672 QuerFreigedacht: „#Depression ist abends nicht einschlafen, nachts nicht durchschlafen und früh nicht aufstehen zu können. #notjustsad”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Wir machen Bilder von uns selbst. Aber wir haben uns kein Bild von unserem Selbst gemacht”.


„Internetgesundheit”, „Social-Media-Kanzlerkandidat”, „KandidatInnenrennen”, „Marine-Maschine”, „Autobahngebühren-Serie”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der taz: „Trotzdem bleibt die Frage, wie wir mit dem Tod im Internet umgehen. Twitter hat für den Todesfall von Nutzern eigentlich Vorkehrungen getroffen: Familienangehörige oder Erben können den Tod melden und den Account löschen lassen. Auch andere Social-Media-Plattformen haben solche Regeln. Bei Facebook kann ein Account sogar in einen „Gedenkzustand” versetzt werden, der es Freunden ermöglicht, weiterhin mit dem Account zu interagieren, den Verstorbenen also namentlich mit Bildern zu verlinken oder an dessen Pinnwand zu schreiben. Doch im Internet passiert noch viel mehr, als nur auf den Social-Media-Plattformen. Menschen haben eBay-Konten, nutzen Paypal, managen ihre Handy-Verträge online. All das, was einem das Leben erleichtert, erschwert den Erben unter Umständen den Tod. Denn den Liebsten vermacht man zwar Geld, vielleicht auch Schulden und zerschlissene Möbel, aber nur selten seine Passwörter. Einige Unternehmen haben sich nun sogar darauf spezialisiert, den Nachlass Verstorbener digital zu verwalten. Es scheint: Das Internet gehört mittlerweile so sehr zum Leben, dass es auch über den Tod hinaus wichtig bleibt. Das schafft eine neue Erinnerungskultur. Mittlerweile kann man theoretisch sogar einen Chat-Bot einrichten, einen Algorithmus also, der in der Lage wäre, auf Fragen zu antworten – in ähnlicher Sprache und mit ähnlichem Inhalt, wie es der oder die Tote getan hätte”.


Warum unwissend und selbstbewusst sehr oft zusammen auftreten.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Warum liken Ägypter Dschungelcamperin Kader Loth?”


W1.802 Schreibt man das englische Wort für polnisch klein, erhält man eine Politur.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Alexa ist unser neues Familienmitglied. Sie hat sich binnen zwei Wochen so schnell in unseren Alltag integriert, wie ich es vorher nicht für möglich gehalten hätte. Das liegt an ihrer Art zu sprechen. Und an ihrem Verständnis. Wir haben sie in die Küche gestellt. Dort war sie sofort einsatzbereit, verstand die gesamte Familie (zwei Erwachsene, eine echter Teenager, ein gefühlter) auf Anhieb. Weder mussten wir erst Stimmproben abgeben noch Befehle einüben. Ihr Name „Alexa” ist das Codewort. Fällt es, fühlt sie sich angesprochen. Um sie kennenzulernen, fragen wir sie aus: Alexa weiß, wer der Präsident der USA ist und wer die Bundeskanzlerin, sie kann auch Rechenaufgaben bewältigen. Und sie verfügt über ein Gespür für Zeit und Ort, kann sagen, wie das Wetter wird oder welche Restaurants in der Nähe gut sind. Bei anderen Fragen wie nach dem Ferienterminen oder dem Datum der Bundestagswahl erwidert sie: „Entschuldigung, auf diese Frage habe ich leider keine Antwort.” Denn Alexa ist noch in ihrer Betaphase, wie eine Heranwachsende, die noch viel lernen muss”.


Wenn aus traumhaft eine Verhaftung in Träumen wird.


Aus der Reihe Online-Sprech: „E-Signatur oder De-Mail sollen Unterschrift beim Amt vielfach ersetzen”.


F1.810 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Wenn ich mit total verstrubbelten Haaren aus dem Bett komme und mein Mann sagt: „Guten Morgen, meine Pusteblume.” ”


Aus der Reihe Online-Sprech, Martin Weigert: „Das täglich in sozialen Medien zu beobachtende Gruppendenken und die damit verbundene Mob-Mentalität sind nicht mehr zu ertragen. Es spielt dabei keine große Rolle, ob die Intentionen „gut” sein mögen, oder ob es sich um böswillige Zusammenrottungen von Fanatikern und Trollen handelt. Die Effekte sind immer problematisch, weil sie Differenzierungen unmöglich machen. Die Ursachen für diese Dynamiken liegen zwar in der Struktur des menschlichen Denkens. Sie werden aber vom Informationsdesign der sozialen Netzwerke massiv verstärkt. Wenn ein neues Medium Menschen dazu verführt, nur noch stur in „Wir vs die”-Bahnen zu denken und zu argumentieren, dann sollten alle Alarmglocken klingeln. Erst wenn man aufgehört hat, am laufenden Band irgendwelches Zeug bei Twitter und Facebook zu posten und den eigenen Tagesablauf durch den andauernden Konsum der Beiträge anderer User in viele Kleinteile zu fragmentieren, merkt man, wie viel Zeit einem plötzlich zur Verfügung steht. Konzentriertes Arbeiten ist weitaus einfacher, wenn es einem nicht ständig in den Fingern zuckt, nur kurz den Feed zu checken”.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Alexa und Cortana, Siri, Viv und ihre Schwestern hauchen Computern und Elektrogeräten etwas ein, das bislang als exklusiv menschlich galt: Konversationsfähigkeit. Bald ist die Welt voller sprechender und hörender Maschinen. [...] Die kommunikativen Geräte vereinen praktisch alle Informatik-Fortschritte der vergangenen Jahre zu scheinbarer Zauberei: akustische Erkennung menschlicher Sprache, inhaltliche Verarbeitung gesprochener Sätze, die Einschätzung des Kontextes und die Suche nach einer passenden Antwort, schließlich die Sprachsynthese - um das Rechenergebnis in verständliche Worte zu packen [...] Bis in die fünfziger Jahre lassen sich die Versuche von Informatikern zurückverfolgen, den Computern die Sprache der Menschen näherzubringen. 1954 stellte die Georgetown University zusammen mit IBM ein simples Übersetzungsprogramm vor, den Prototyp eines maschinellen Dolmetschers. Computer, das war jetzt unstrittig, ließen sich problemlos mit dicken Wörterbüchern füttern [...] Statt die Rechner mit immer verschachtelteren Regeln in die Teekesselchen-Falle zu schicken (Noten-Bak oder doch Sitz-Bank?), verglichen Googles Programmierer große Mengen von Beispieldaten. Inzwischen hatten sich riesige digitalisierte und online verfügbare Textbestände (sogenannte Corpora) angesammelt, die in vielen Sprachen dasselbe beschrieben - Dokumente der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union in ihren unzähligen Sprachversionen. Und wenn ein Wort im Kontext zweier Ausdrücke auftaucht, welche Bedeutung hat dann ein dritter, mehrdeutiger Begriff meistens? Es ist ein typisches Big-Data-Herangehen an ein komplexes Problem. Statt zu wissen, was tatsächlich gemeint ist, genügt die Berechnung, was wohl gemeint sein dürfte. So ein konzeptionell eher hemdsärmeliges Herangehen erleichtert dem Rechner auch die schlichte Erkennung des Gesagten. Viel wichtiger als verbesserte Mikrofontechnik ist dabei eine Großdatenanalyse von Alltagsgeplapper. Schließlich kamen die neuralen Netzwerke ins Spiel, jene sich selbst organisierenden Schaltknoten, die spätestens seit dem Sieg des Computerprogramms AlphaGo über den Go-Weltmeister Lee Sedol im vergangenen Frühjahr für die erstaunlichen Fortschritte in der künstlichen Intelligenz stehen. Als „Maschinenlernen” bezeichnen Ingenieure das Training neuronaler Netze mit Beispieldaten [...] Bislang begegneten sich Mensch und Maschine vor allem an physischen Punkten, sie berührten einander an Knöpfen und Bildschirmen. Beim Interface Surface gilt das nicht mehr. Hier ist alles überall. Sprache ist für zwischendurch, wenn man die Hände voll hat, für unterwegs und für nebenbei. Sprachsteuerung ist folglich auch keine Konkurrenz für Tastatur, Maus und Touchscreen (oder nur in den wenigsten Fällen). Sprachsteuerung ermöglicht eine neue Beziehung zur Maschine, und sie verändert die Machtverhältnisse [...] Die Schnittstelle der Zukunft ist das offene Ohr”.



25.01.2017

„Bandwurmindex”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Was alle Emojis gemeinsam haben: Sie machen für viele Betrachter die Emotionen hinter womöglich mehrdeutigen Texten erst klar erkennbar. Und das bewirkt vor allem Empathie beziehungsweise Apathie des Empfängers gegenüber dem Absender [...] Emojis bewirken, dass Leser sich besser in das Geschriebene hineinversetzen können – sie ersetzen quasi die Mimik eines Menschen. Für Social-Media-Profis ergibt sich daraus eine wichtige Erkenntnis. Sie können mit den kleinen Ideogrammen im Zweifel die Interaktionsraten ihrer Statusupdates steigern [...] Emojis als Stilmittel unterstützen den Erfolg eines Beitrags”.


W1.801 Bei Goran Ivanišević wechseln sich Vokale und Konsonanten ab.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Ein „frohes neues Jahr vom Mars” wünschte der NASA-Rover Curiosity zum Jahresbeginn. An Weihnachten sei er zwar alleine auf dem Roten Planeten gewesen, „aber ich fühle mich nicht einsam”. Als es vor den Feiertagen ein kleines Problem mit seinem Bohrer gab, beruhigte der Mars-Rover rasch: „Der Bohrer wird untersucht, aber die Forschung hat nie aufgehört”, hieß es per Kurznachrichtendienst Twitter. „Mir geht es gut, macht euch keine Sorgen über mich. Ich fahre schon wieder.” Curiosity ist für die NASA nicht nur wissenschaftlich eine Erfolgsgeschichte, sondern auch und vor allem unter Marketing-Gesichtspunkten. Mehr als 3,6 Millionen Menschen folgen dem Forschungsroboter, der im August 2012 auf dem Mars landete und dort nach Spuren von früherem Leben sucht, auf Twitter. Auf Instagram sind es mehr als 100.000 und bei Facebook mehr als 1,3 Millionen. „Was hat sechs Räder, einen Laser und ist jetzt auf dem Roten Planeten? Ich”, stellt sich der Rover seinen Fans dort vor”.


„Überstunden-Gau”.


B1.140 „Die beliebtesten Karriere-Buzzwords in der Marketingbranche: 1. strategisch 2. spezialisiert 3. Führungsqualitäten 4. leidenschaftlich 5. kreativ 6. Expertenwissen 7. fokussiert 8. erfahren 9. innovativ 10. erfolgreich”.


„Zauderkünstlerin”.


B1.141 Alexander Krapp, Gründer, Geschäftsführer: „Ein Unternehmen sollte sich lieber auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, als viele verschiedene Disziplinen nur halb zu beherrschen. Dieses „Spezialistsein” erweckt nicht nur Vertrauen von außen, sondern entfaltet auch Wirkung nach innen. Ein spezialisierter Mitarbeiter schafft bessere Ergebnisse in kürzester Zeit und geht am Ende des Tages pünktlich und zufrieden nach Hause [...] Alles hausintern umzusetzen um Geld zu sparen, ist in Wahrheit eine Milchmädchenrechnung. Statt die eigenen Mitarbeiter mit Aufgaben außerhalb ihres Fachwissens zu belasten, sollte man lieber ein breites Netzwerk an Dienstleistern und Partnern aufbauen. Bei Bedarf sollten Projektleiter erfahrene Experten ins Boot holen. Erfahrungsgemäß steigert dies die Kundenzufriedenheit und schont die Nerven des Team [...] Unter Personalengpässen leiden am meisten die eigenen Mitarbeiter. Diese müssen sie schließlich ausgleichen. Idealerweise gibt es für jeden Aufgabenschwerpunkt eines Mitarbeiters eine adäquate Vertretung in den eigenen Reihen. Kennt man die eigenen Mitarbeiterkompetenzen und setzt diese richtig ein, ist dies eine wesentliche Voraussetzung, um der Überstundenproblematik schon im Vorfeld entgegenzuwirken”.


„Weltfriedenswanderer”.


A786 F1.809 Aus dem Lied „Only You (And You Alone)” von The Platters, 26.04.1955:
„Only you
Can make all this world seem right
Only you
Can make the darkness bright
Only you and you alone
Can thrill me like you do
And fill my heart with love for only you”.



24.01.2017

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Funk, dass junge Angebot von ARD und ZDF lässt die Nachrichten-Roboter los – zumindest bei Facebook. Die Nutzer des multimedialen Jugendangebots bekommen via Facebook Messenger nun mit Hilfe des Novi Bots kurze Texte, Bilder, Videos und GIFs zu tagesaktuellen Themen angezeigt”.


„Infaulenzer”, „Harry-Potter-Krabbe”, „Flughafenmahnmal”, „Katzen-Steuer-Streit”, „Abgrunderfahren”.


B1.139 „Grüße jedes Arschloch, es könnte morgen dein Chef sein”.


F1.808 Gesucht wird eine Bezeichnung für „Ich wollte deine Stimme hören”- Anrufe.


W1.800 Nur der Kolibri kann rückwärts fliegen.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Jan Philipp Albrecht, Politiker: „Facebook muss wie ein Medienunternehmen behandelt und auch reguliert werden. Ich habe in dieser Frage lange mit mir gehadert, weil ich im Grunde dagegen bin, Provider für die Verbreitung von Inhalten haftbar zu machen. Doch Facebook stellt nicht einfach nur das Spielfeld bereit. Es greift mit seinen Algorithmen aktiv in die inhaltliche Gestaltung ein und verdient damit unglaubliches Geld. Deshalb muss für Facebook das gleiche gelten wie für andere Medienunternehmen: Für die Verbreitung von Inhalten ist der Betreiber einer Plattform haftbar”.



23.01.2017

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Tanit Koch, Chefredakteurin: „Zeitungen sind im Umgang mit Fake-News seit Jahrzehnten geschult. Wir werden im Wahljahr einfach unseren Job machen. Dazu brauchen wir auch keine Fact-Checker bei Facebook”.


„Rubellos-Räuber”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Grüne fordern Kennzeichnungspflicht für Bots”.


W1.799 Wegen fürs DDR-Regime unvorteilhafter Zukunftsaussagen wurde eine Kartenlegerin aus Suhl 1955 zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Warum eine israelische Youtuberin ihren Verkehrstod vortäuscht”.


„Reputations-Index”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Meinungsroboter: Manipulierte Merkel Likes bei Facebook”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Braucht Twitter den lautstarken User Trump, um nicht unterzugehen?”



22.01.2017

„Penisersatzkrawatte”.


A785 F1.807 Nagiko, Figur aus „The Pillow Book”, 12.05.1996: „Nipples like bone buttons. An instep like a half open book. A navel like the inside of a shell. A belly like an upturned saucer. A penis like a sea slug or a pickled cucumber”.


„Technokratenherrschaft”.


B1.137 Aaron Karl, Schauspieler, Musiker: „Ich kann unglaublich gut unter Druck arbeiten, aber es muss ein gesunder Druck sein. Ich muss einen gewissen Spaß oder Reiz daran empfinden, dass die Zeit tickt. Wenn Druck zum Zwang wird, etwas leisten zu müssen, wenn man nur von Fremdeinflüssen bestimmt wird, dann ist das einfach falsch. Eine Mutter, die gar keinen monetären Beitrag leistet, ist mindestens genauso wertvoll, wenn nicht sogar noch wertvoller als jeder Banker, der Unsummen an Geld verdient”.


„Programmiersprachesprech”.


W1.798 In seiner Geschichte erklärte Kanada nur 1x einem anderen Land den Krieg und zwar Deutschland.


B1.138 Klaus Hansen, Personalberater: „Es gibt kein „Vorstands-Gen”, aber Kinder aus höheren sozialen Schichten tun sich beim Aufstieg auch heute noch viel leichter [...] Gründer brauchen eine brillante Idee, für die sie kämpfen und sich vollkommen aufzehren. Sie können aber oft schlecht delegieren. Spitzenmanager großer Konzerne müssen das aber beherrschen. Zudem braucht man in Konzernen eine gewisse „Parkettsicherheit”, die für Gründer zunächst einmal nicht von Belang ist. Und inwieweit man diese Souveränität besitzt oder mühsam erlernen muss, dafür spielt die Herkunft schon eine große Rolle [...] Wer in eine Vorstandsfamilie hineingeboren wird, bewegt sich später in höheren Kreisen in der Regel souveräner. Wenn man schon als Kind mitbekommt, wie Spitzenmanager im Elternhaus ein und aus gehen, lernt man früh deren Sprache und Codes kennen. Und man verliert die Angst vor großen Tieren. Aufsteiger tun sich damit meist schwerer. Wenn man die ungeschriebenen Regeln nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat, kann man sie später zwar noch erlernen, aber das braucht Blut, Schweiß und Tränen [...] Wer nach oben will, dem hilft eine souveräne Ausstrahlung enorm [...] Arroganz ist natürlich ein Karrierekiller. Förderlich ist dagegen eine aristokratische Lässigkeit, die aber haarscharf an der Arroganz vorbeigehen muss. Das hilft in der ganzen Karriere. Wer mit Selbstverständlichkeit in der Mitte des Ganges läuft, statt sich verhuscht an die Wand zu drängen, wenn ein Chef entgegenkommt, signalisiert auch: Jetzt komme ich! Das wird vom Umfeld wahrgenommen”.



21.01.2017

„Rendezvous-Muffel”.


A783 B1.132 John Malkovich, Schauspieler, Filmproduzent: „I did a million things. I worked in an office supply store, I drove a school bus, I painted houses, I worked for a Mexican landscape gardening company, picking out weeds. And generally when I was doing something it somehow took my interest. In fact, it must be a kind of shallowness. When I did office supplies mostly I thought about office supplies, and then when I got on the train I'd think about theatre, and then I would do theatre. But the next morning I would go in and, you know, reorganize the paper clips”.


„Schnellschuss-Stratege”.


B1.133 Jürgen Prochnow, Schauspieler: „Ich bin immer ehrgeizig gewesen. Ohne Ehrgeiz wäre aus mir nichts geworden [...] Ich sehe das so: Ich habe viel Glück gehabt. Aber ich hätte dieses Glück nicht gehabt, wenn ich nicht so hart gearbeitet hätte [...] Dass ich auch pedantische Züge an mir habe, kann sein. Aber ich sehe es eher als eine Arbeitsauffassung an, die ich habe und auch von anderen erwarte. Wenn wir auf dem gleichen Level anfangen, kommen wir weiter”.


„Trash-Appeal”.


W1.797 Donald Trump ist der erste Präsident der USA, der zum Zeitpunkt seiner Vereidigung nie zuvor ein öffentliches Amt bekleidet hatte.


B1.134 Doris Brenner, Karriereberaterin: „Eine gute Führungskraft braucht eine gereifte Persönlichkeit und Stärke. Ein Chef sollte sein Verhalten steuern können und nicht seinen Emotionen hilflos ausgeliefert sein [...] Gute Chefs haben gute Leute, und mittelmäßige Chefs haben schlechte Leute [...] Man muss die Leute auch etwas werden lassen [...] Ein guter Vorgesetzter braucht Durchsetzungsvermögen, Geradlinigkeit, eine gewisse Härte”.


A784 F1.805 Aus dem Film „Shadows and Fog”, 05.12.1991: „The only love that lasts is unrequited love”.


B1.135 Alexander Groth, Coach, Redner, Autor: „Wer versucht, Schwächen auszugleichen, erzeugt Mittelmaß [...] Gute Chefs konzentrieren sich auf die Stärken der einzelnen Mitarbeiter und bauen sie gezielt aus”.


„Zombietrimmer”.


F1.806 Christian Thiel, Singleberater: „Es ist nicht schwieriger als früher, den passenden Partner zu finden, man muss nur länger suchen [...] Eine stabile Partnerschaft wird sogar wichtiger, weil die Gesellschaft immer stärker vereinzelt [...] Stabile Beziehungen werden heute oft erst ab 30 eingegangen, aber dann will man sich auch nicht mehr alles offenhalten”.


B1.136 Andreas Boes, Soziologe: „Es gibt heute deutlich mehr Stellen im Büro als in der Produktion. Selbst bei traditionellen Maschinenbauern sind heute oft weniger als ein Drittel noch als Werker in der Fabrik tätig [...] Der Trend geht dahin, Aufgaben so zu gestalten, dass der Anteil wiederholbarer Tätigkeiten möglichst groß wird. Für diese Routinejobs schaffen die Firmen Servicecenter. Hier arbeiten die Menschen wie an digitalen Fließbändern”.



20.01.2017

„Heroinkrise”.


A782 F1.804 John Malkovich, Schauspieler, Filmproduzent: „I probably have more female friends than any man I've ever met. What I like about them is that almost always they're generally mentally tougher, and they're better listeners, and they're more capable of surviving things. And most of the women that I like have a haunted quality - they're sort of like women who live in a haunted house all by themselves”.


„Buchstabenlichterkette”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter-Account @POTUS gehört jetzt Trump”.


„Gedichtkind”.


W1.796 2.520 ist die kleinste Zahl, die durch die Zahlen 1-10 glatt teilbar ist.


„Flakon-Fan”.


B1.131 Luis Alvarez, Manager: „Einen Roboter als Vorstandsvorsitzenden eines Unternehmens einzusetzen hätte einige Vorteile. Erstens könnten sie in der Lage sein, bessere, verantwortungsvollere Entscheidungen zu treffen. Wenn ich ein schlechtes Treffen gehabt habe, unter Jetlag leide oder einfach andere Sachen im Kopf habe, könnte meine Entscheidungsfindung beeinträchtigt werden. Roboter kennen diese Unberechenbarkeit im wahrsten Sinne des Wortes nicht. Ihre Entscheidungen sind eher konsistent, basierend auf Tatsachen [...] Aber es gibt einige offensichtliche Bereiche, in denen die Fähigkeiten, die eine Führungskraft im Laufe ihrer Karriere aufgebaut hat, denen eines Roboters überlegen sind. Zum Beispiel die Fähigkeit zu kritischem Denken und die Kreativität, auch die Fähigkeit, über einen Algorithmus nachzudenken. Meiner Ansicht nach sollten wir künstliche intelligente Systeme zwar als Mitarbeiter einbeziehen und in unsere Sitzungsräume einladen. Das Automatisieren von Aufgaben und sogar von Entscheidungsfindungen könnte mich nicht nur produktiver und reaktionsfähiger machen. Es könnte mich auch dazu befähigen, meine Arbeitszeit für lohnendere Dinge einzusetzen. Man darf aber auch nicht vergessen, was es für Auswirkungen auf die Mitarbeiter hätte, wenn sie plötzlich von einem Roboter geführt würden. Als Führungskräfte müssen wir unsere Teams motivieren und inspirieren, vor allem in Zeiten der Ungewissheit. Kann das ein Roboter? Kann er den Zustand der Welt verbessern? Vielleicht eines Tages, aber noch nicht”.



19.01.2017

D671 VeeraLynni: „Licht vs. Schatten. Das Musical. Derzeit täglich”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Yolocaust: Blog kritisiert Selfies am Holocaust-Denkmal”.


F1.803 B1.129 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Wenn ich morgens ins Büro komme und mir die Kollegin (für die ich eine Schwäche habe) ein Lächeln zuwirft”


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Experte: Facebook stellt unser Informations-Ökosystem auf den Kopf”.


„Löschkultur”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Selbst Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat anscheinend keine Zeit, seine Facebook-Page regelmäßig selbst zu bespielen”.


Wenn aus Marketing Sachbearbeitung wird.


Michael Müller, Politiker: „Keine Mail auf mein Handy, kein Facebook, kein Twitter. Ich bin nicht zu dusselig, die Tasten zu drücken, das kriege ich schon noch hin. Aber wenn man das macht, dann setzt man sich selbst immer mehr unter Zeitdruck. Immer zu reagieren – auf jedes Thema. Ich will die Chance haben, mir etwas durchzulesen, jemanden zu fragen, zu überlegen – und dann erst gebe ich eine Stellungnahme ab”.


W1.795 Kurt Russell spielte Elvis Presley. Bing Russell, sein Vater, spielte den Vater von Elvis, Vernon Presley.


Aus der Reihe Online-Sprech: „@realdonaldtrump is bringing out the worst of Twitter — the company, the platform, and its users. He’s using his manipulation skills and your platform to bully others, and to incite supporters to harass people — both on Twitter and in real life [...] Twitter has never been more relevant — or more challenged — but not in the positive ways you envisioned. We know you didn’t build Twitter to be a platform for fake news, for bullying, or to elect Trump. We respectfully ask you: Where do you want the platform to go? Why wait until people get hurt? Shouldn’t people with millions of angry followers be held to a higher standard? Indeed, as a blue-check verified user, Trump gets extra privileges, including timeline and user filters [...] For a long time, internet pundits blamed anonymity for online bullying. But we saw at Trump’s rallies that harassment moves easily from behind the screen to in-person behavior, as his supporters shouted at and physically attacked protesters and reporters. As this behavior escalates from the web and lands in real life, Twitter needs to set an example for other social media platforms by holding its users, and itself, accountable”.


B1.130 Elke Frank, Leiterin Personalentwicklung der Deutschen Telekom: „Wenn Sie fünf Jahre einen Job machen, machen Sie diesen vielleicht noch gut, aber Sie laufen in Ihren Bahnen. Der Mut, etwas zu verändern, nimmt mit der Zeit ab, das erlebe ich ja an mir selbst [...] Denken Sie an die Digitalisierung: Der technische Fortschritt zwingt uns, flexibel zu reagieren und uns ständig infrage zu stellen. Natürlich interessieren mich darum gerade die Menschen, die diese Flexibilität bereits gezeigt haben, weil zum Beispiel mal etwas schiefgegangen ist. Mit dem Thema Fehlerkultur tun wir uns in Deutschland sehr schwer [...] Natürlich erfordert das Thema digitales Arbeiten eine große Eigenverantwortung der Mitarbeiter. Das kriegt keiner in die Wiege gelegt, aber wir schulen und trainieren das. Um nicht in die Falle der Überforderung oder Reizüberflutung zu tappen, braucht es den Mut, das Smartphone auch mal auszuschalten. Führungskräfte müssen das vorleben - ich bin nicht ständig erreichbar. Und meinen Leuten sage ich regelmäßig, dass ich keine E-Mails am Wochenende oder zu nachtschlafender Zeit erwarte, es gibt keinen Preis für die schnellste Antwort. Für mich zählen Ergebnisse und gute Qualität [...] Sich einzugestehen, dass das Lernen nie aufhört, war nie wichtiger als jetzt - egal ob ich Azubi, Topmanager oder Personalchefin bin”.



18.01.2017

„Verbalperlen”.


Eine Etymologie des Kontexts.


W1.794 Richard Löwenherz verbrachte nur ein halbes Jahr seines Lebens in England.


„Irrläuferpolitik”.


Warum häufiger „darüber getrunken” als „darüber geredet” wird.


„Mohnblumen-Melancholie”.


Wir verlernen, glücklich zu sein.



17.01.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Wenn der Wecker klingelt, gilt unser erster Griff häufig dem Smartphone – was ist nachts passiert, wer hat noch eine Nachricht geschickt, wie wird das Wetter? Unser Alltag ist online. Für Strafgefangene gilt das nicht – vorausgesetzt, sie schmuggeln kein Smartphone illegal in ihre Zelle. Das Menschenrechtsgericht in Straßburg muss nun entscheiden, ob das in Ordnung ist oder ob Häftlinge einen Anspruch auf Internet haben”.


„Zeitlupenkatze”.


W1.793 Fans von Nicole Kidman bezeichnen sich gelegentlich als „Kidmaniacs”.


Nachgeschlagen: cymbal clash; compartment; puck; worrisome; blowtorch; half-wit; fallible; kinship; pighead; deceive;pink button; den; top-flight; dare; pristine; blank slate; headmistress; afloat; golden opportunity; boldness; tush; precocious; typing pool; euphonium; spin; chorus; sex drive; gosh; walrus; denture; yard sale; aardvark; blueberry; grovel; ledge; towhead; arms dealer; orderly; grievous; sculptor; matchbook; shenanigans; hospitality; somersault; adamant; whack a mole; heady; squabble; hinge; undergraduates; windfall; abuzz; quaver.


„Gesichtsfriedhof”.


A781 F1.802 Sally Reardon, Figur aus „Felicity”: „I guess when your heart gets broken, you sort of start to see the cracks in everything. I'm convinced that tragedy wants to harden us, and that our mission is to never let it”.


Die Sätze „Die Angst vor Veränderungen ist anstrengender als diese durchzuführen”, „Ohne Schweiß ist es kein Sport”, „Erst die kleinen Fluchten machen das Leben lebenswert”.



16.01.2017

D670 Gesucht wird eine Bezeichnung für „internetbasierte Selbstdiagnosen”.


„Anti-Aging-Transfusion”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Wie fühlt sich ein „Digital Native”, der noch nie eine Videokassette zurückgespult hat?”


„Zombiefizieren”.


Gesucht wird eine Bezeichnung für den „Mut zur Feigheit”.


W1.792 Gianluigi Buffon: Kein Torwart lief öfter auf ín der Serie A; kein Torwart spielte öfter zu Null; kein Torwart spielte öfter hintereinander zu Null.



15.01.2017

B1.128 Janina Kugel, Personalvorstand der Siemens AG: „Menschen sind gleichberechtigt, aber nicht gleich, das entsprach nie der Realität [...] Wer den besten Uni-Abschluss hat, wird nicht automatisch der größte Erfinder [...] Irgendwann leidet die Selbstwahrnehmung, wenn Manager nur noch Leute um sich haben, die sie bestärken. Aber je höher man kommt, desto wichtiger ist es, sich regelmäßig selbst in Frage zu stellen [...] Selbstzweifel sind anstrengend, ja, die tun auch manchmal weh. Aber die Besten, diejenigen, die ich als echte Leader bezeichnen würde, haben nie vergessen, sich selbst zu hinterfragen. In dem Moment, in dem sie das nicht mehr tun, leidet die Leistung. Sie brauchen Leute um sich, die unangenehme Wahrheiten aussprechen [...] Wir erleben gerade ein Umdenken in den Unternehmen, nicht zuletzt unter dem Druck der Digitalisierung. Ein einzelner Manager kann die Komplexität heute nur beherrschen, wenn er oder sie ein Netzwerk einbindet, ob innerhalb oder außerhalb des Unternehmens. Das bedeutet: wir müssen raus aus dem hierarchischen Denken”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Was kann man auf Twitter über „Nafris” sagen?”


Wenn Menschen zu großartig sind, um einen Film über sie zu drehen.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Trump als Twitterer ist der Traum aller Trolle, dass sich nach den eigenen Ausfällen und Wutausbrüchen tatsächlich einmal die ganze Welt richtet. Was freilich auch bloß eine Macht der Ohnmacht wäre, eine Kapitulation gegenüber den Obsessionen und Empfindlichkeiten, denen die Trolle selber ausgeliefert sind. Am Ende ist es das Medium selbst, das die Regie übernimmt. Und am Horizont erscheint das Bild einer vollendeten Dystopie: die Vereinigung Silicon Valleys und seiner Allmachtsphantasien mit Trump – Big Data in der Hand eines unkontrollierten Twitterers. Was eben noch eine verstiegene Verschwörungstheorie sein mochte, wirkt plötzlich wie eine plausible Möglichkeit”.


W1.791 In der Premier League Saison 2007/08 gewann Derby County nur eine einzige Partie - Negativrekord!


Aus der Reihe Online-Sprech, Kristen Stewart, Schauspielerin: „Smartphones sind eine konstante Quelle für Ablenkung. Auch ich bekenne mich schuldig, mich zu oft davon ablenken zu lassen. Es ist schon seltsam, wie intensiv man sich mit Textnachrichten beschäftigt: Man interpretiert eine tiefere Bedeutung in die Tatsache hinein, dass da drei Punkte statt eines einzigen benutzt wurden oder dass zwischen Wörtern ein extra Leerzeichen eingefügt wurde”.


Gesucht wird eine Bezeichnung für Betäubung durch Langeweile.


D667 starkundallein: „Daran erinnern, dass #Alleinerziehende ein 2-3 fach erhöhtes Risiko für #Depressionen haben.Tendenz steigend.#wasichohnetwitternichtkoennte”.


A780 F1.801 Nicole Kidman, Schauspielerin, Filmproduzentin: „Every day there is a compromise. Living with somebody requires a lot of understanding. But I love being married. I really love it. Sometimes I try to downplay it a bit because people are like, „God you guys!” I just feel so fortunate that I have found someone who will put up with me and stay with me”.


D668 „Münchner Forscher haben herausgefunden, dass Depressionen bei Männern ein ähnlich großes Risiko für Herzkreislauferkrankungen bergen wie die klassischen körperlichen Faktoren Übergewicht und erhöhtes Cholesterin. Nur Bluthochdruck und Rauchen brächten ein noch höheres Risiko mit sich”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Keuch, stöhn, ächz, würg, grins, schluck und was der Erikative im Jubiläumsjahr vieler sind. Schneuz und schnief, hier arbeitet einer an neuen Wegen, „um Menschen Informationen zu geben, damit sie kluge Entscheidungen zu den Nachrichten, die sie lesen, treffen können”. Was Facebook will, kann ich schon mal machen: meinen Leserinnen und Lesern, Lesebots und Bot-Programmierern Informationen geben, damit sie die kluge Entscheidung treffen, Facebook betreffend, eines der wichtigsten Datenpools für das Predictive Policing der Polizei. So eine ordentliche Social Media-Strategie sollte man schon haben, komplett mit der Lizenz, Fake-Freunde aufzubauen. Da ist Facebook so wichtig wie ein kleiner Fruchtzwerg, ähem und grummel, wie ein kleines Steak, nein, schluck und würg, wie ein neues ZIB, nnnnein auch nicht, kopfkratz starknachdenk, natürlich wie ein halbes ZITIS. Was ist diese neue Hackerbehörde gegen geschickt aufgebautes Fake-Personal auf Facebook, gern auch in größerer Zahl zu mieten?”


D669 Aus der FAS: „Kann das wirklich sein, dass Botox nicht nur Falten verschwinden lässt, sondern auch noch gute Laune macht? Tillmann Krüger ist davon überzeugt. Er ist Professor an der psychiatrischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover und macht das regelmäßig: Patienten, denen es schlechtgeht, Botox spritzen. Und mit schlecht ist in diesem Fall richtig schlecht gemeint. Krüger behandelt Menschen mit mittelschweren bis schweren Depressionen [...] Die Botoxtherapie ist bei Depressionen unerprobt, und es gibt dazu nur Studien mit wenigen Patienten. Deren Ergebnisse allerdings sind selbst für Skeptiker kein Humbug. 2006 fiel dem amerikanischen Schönheitschirurgen Eric Finzi ein Nebeneffekt bei den Frauen auf, die er mit Botox behandelte. Es ging ihnen auf einmal insgesamt besser. Er beobachtete das systematisch und fand heraus, dass Botox depressive Symptome verringern kann [...] Krüger und Wollmer spritzten ihren Patienten das Nervengift zwischen die Augenbrauen, in die sogenannte Glabella-Region. Sie sei, so sagt Krüger das, fast ausschließlich für den Ausdruck negativer Emotionen zuständig. Wenn er depressive Patienten mit Botox behandelt, dann legt er mit dem Nervengift die Muskeln lahm, die für das Zusammenziehen der Glabella-Region zuständig sind. Die Idee ist: Wer keine Zornesfalte mehr machen kann, ist auch weniger zornig [...] Das Wechselspiel zwischen Mimik und Befinden fiel schon Charles Darwin auf. Der schrieb 1872: „Der freie Ausdruck einer Emotion intensiviert sie. Auf der anderen Seite schwächt die Unterdrückung aller äußeren Anzeichen unsere Emotionen ab.” Heute heißt die Idee „Facial-Feedback-Hypothese” [...] Sollte Botox bei Depressionen irgendwann regelmäßig in der Praxis eingesetzt werden, hätte der Wirkstoff eine weitere Krankheit auf seiner Liste - und die Hersteller (in Deutschland gibt es drei zugelassene Botoxpräparate) ein weiteres Feld, auf dem sich das Medikament verkaufen ließe. Anfangs wurde Botox vor allem bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt, inzwischen wird damit Migräne behandelt, Inkontinenz, Schwitzen und orthopädische Probleme. Käme nun die Depression hinzu, ein hochumkämpftes Gebiet mit wachsender Patientenzahl, wäre das ein riesiges Geschäft”



14.01.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „An important change is coming to social media. We are learning that all of our thoughts aren’t welcome, especially by social media company investors. We are also learning that social media companies are a business [...] Social media has become a very real, very visceral, and very censorial force and it can now only worsen the human condition. It was once an experiment but that experiment is over. Like most things that calcify into the mainstream the joy of exploration is now gone, replaced by a grim determination to just get it over with. There is a reason so many startups are trying to break our social media habits. We are exhausted by the endless mantra of Twitter-Facebook-Instagram and we will go so far as to replace our app icons with dummy apps simply to stop ourselves from Tweeting. If you believe Facebook and Twitter can’t become graveyards in the next half decade then I have a MySpace to sell you. We are past the Information Age and moving into the Age of Privacy”.


F1.799 Erika Lust, Regisseurin, Filmproduzentin, Autorin: „Wenn Leute das Wort Porno hören, denken sie auch nicht an gute Filme, sondern an Youporn und Pornhub. Die meisten Leute, die Pornos drehen, haben keine Ahnung vom Film. In den meisten Mainstreampornos wird es so dargestellt, als wäre Sex etwas, das Männer den Frauen antun [...] Es machen mehr Männer Pornofilme, doch die sind nervös, wenn es um die weibliche Lust geht [...] Die Männer wissen nie, ob die Frau gekommen ist oder nicht. Es gibt ein paar Hinweise, die Pupillen, die roten Flecken am Hals, aber das ist nicht das Gleiche [...] Der Typ ist im Mainstreamporno immer der tragende Charakter. Man sieht zwar die ganze Zeit die Frau, doch sie ist nur das schöne Objekt [...] Frauen sind mittlerweile ziemlich verwirrt, was Feminismus und Sex angeht [...] Viele Frauen denken, wenn man Feministin ist, muss man auch im Bett dominant sein, das hat aber nichts miteinander zu tun. Es ist jedem selbst überlassen, welchen Sex er haben möchte. Du kannst Feministin sein mit starken Ideen, und der Mann nimmt dich im Schlafzimmer ran - wenn es das ist, was du willst. Wenn es aber nicht ist, was du willst, dann widerspricht es einer feministischen Haltung [...] Porno kann den Leuten helfen [...] Sie [Frauen] neigen dazu, feucht zu werden, wenn sie nervös sind. Männer dagegen haben ein Problem, die Erektion zu halten. Zwar sagt jeder Typ auf der Straße, wenn du ihn fragst, ob er gerne Pornstar wäre: Großartig! Aber selbst wenn du ein wahnsinnig toller Liebhaber im Privaten bist, heißt das nichts. Das ist nicht das Gleiche wie mit fünfzehn Leuten um dich herum”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Neuland-Update”.


B1.125 Arianna Huffington, Unternehmerin, Autorin, Journalistin: „Es ist ein Irrtum, dass Leute ihre Karriere gefährden, wenn sie auf sich achten, genügend schlafen, den Akku aufladen und meditieren”.


„Ost-West-Blockbuster”.


B1.126 Gert Kaluza, Psychotherapeut, Autor, Coach: „Es gibt inzwischen viele Menschen, für die das Unsicherheitsgefühl zugenommen hat. Das hat aber auch damit zu tun, dass andere Haltgeber an Bedeutung verlieren - die Familie, die Kirche, Vereine. Sie alle verlieren ihre Bindungskraft, ihre Funktion, und so bleibt für viele Menschen die Arbeit als Sinn- und Identitätsstifter, als einziger Kristallisationspunkt für die eigene Stabilität [...] Heutzutage muss man lernen, mit Unsicherheit zu leben. Und wenn die äußeren, die Arbeitsverhältnisse unsicher sind, muss man Stabilität in sich selbst entwickeln. Man sollte neben der Arbeit andere Pfeiler in seinem Leben haben, an denen man sich festhalten kann. Wenn man sich nur mit Arbeit identifiziert, kann der Verlust der Arbeit die totale Katastrophe bedeuten”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Lars Klingbeil, Politiker: „Netzsperren haben wir im Bundestag wieder abgeschafft, weil sich herausgestellt hat, dass sie nichts bringen. Sie sind leicht zu umgehen und setzen nicht an der Quelle an. Wenn wir an die Quelle ranwollen, müssen wir über Finanzierungsströme nachdenken. Wir brauchen eine Selbstregulierung in der Werbung und müssen die internationale Kooperation ausbauen. Fake News werden dadurch gefährlich, dass sie sich in sozialen Netzwerken verbreiten. Deswegen muss man dort ansetzen. Für die Politik ist das ein Spagat. Es wird dann schnell von Zensur gesprochen. Darum geht es natürlich nicht. Weder die Politik noch Facebook können entscheiden, was Wahrheit ist und was Lüge”.


B1.127 Aus der Süddeutschen Zeitung: „Früher waren ein absehbarer Beförderungsweg, ein festes Kollegium und Routineabläufe die Norm, heute herrschen befristete Arbeitsverhältnisse, Entlassungen, Jobverlagerungen ins Ausland - Stressfaktoren, die den eigenen Arbeitsplatz als permanent bedroht erscheinen lassen. Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht irgendwo ein Konzern verkündet, demnächst Mitarbeiter im vierstelligen Bereich entlassen zu müssen [...] „Das Arbeitsunsicherheitsgefühl bleibt auch bei Menschen bestehen, die ins Berufsleben zurückkehren, weil das bisherige Leben grundsätzlich infrage gestellt ist”, sagt Karl-Heinz Ladwig, Professor für psychosomatische Medizin und medizinische Psychologie an der Technischen Universität München sowie am Helmholtz-Zentrum. „Das führt zu einer Wunde, die nicht so schnell zu heilen ist.” [...] „Im Laufe der Jahre werden Verwurzelungen mit einem bestimmten Ort, werden Nachbarn, Freunde, das soziale Umfeld wichtiger, das sind zentrale emotionale Stützen”, sagt der Psychologe Ladwig. Eine Versetzung, ein Umzug lasse diese Stützen wegbrechen. „Ab einem gewissen Alter kann und will man sich kein neues Leben aufbauen.” „Veränderungen sind heute ein unvermeidbarer Bestandteil des Arbeitslebens, und sie haben durchaus auch positive Aspekte”, sagt Amira Barrech, Expertin für Arbeit und Gesundheit am Universitätsklinikum Ulm und Autorin der Helmholtz-Studie. Trotzdem könne sich das Ausmaß an Unsicherheit, das von Veränderungen ausgeht, negativ auf die Gesundheit auswirken, zu körperlicher und psychischer Anspannung führen, zu Bluthochdruck oder eben auch zu einem tauben Fuß”.


W1.790 Cate Blanchett gewann 2004 einen Oscar als beste Nebendarstellerin in „Aviator”, und damit wurde Katharine Hepburn die erste ehemalige Oscar-Gewinnerin, die Vorlage für eine Filmgestalt wurde, die wiederum mit einem Oscar prämiert wurde.


F1.800 NadineKeksi: „Wenn Dir jemand nicht mehr aus dem Kopf geht, dann gehört er in dein Herz”.



13.01.2017

„Aufbackpromi”.


W1.789 13. August 2000: bei der Partie Sheffield Wednesday gegen Wolverhampton Wanderers erhält Kevin Pressman nach nur 13 Sekunden eine rote Karte.


„Arenen-Comedy”.


Die vielen verschiedenen Möglichkeiten, wie man im Deutschen „Nein” aussprechen, betonen und sagen kann.


„Paraskavedekatria-Phobiker”.


B1.123 Micky Beisenherz, TV-Autor, Moderator: „Ich glaube, das größte Problem, das man haben kann im Leben, ist, dass man mit 20 Jahren ohne Job nach Berlin kommt und erstmal überlegt, was man machen will. Und dann wacht man plötzlich verkatert morgens an einem Dienstag auf, ist 45 und ist immer noch zu keinem wirklichen Ergebnis gekommen”.


Gesucht wird eine Bezeichnung für die Zeitung von gestern. Gemeint ist nicht die „Vortagsausgabe”.


A779 F1.797 Capt. Albert Wiles, Figur aus „The Trouble with Harry”, 03.10.1955: „Marriage is a good way to spend the winter”.


„Bewertungshoheit”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Die intensiven, oft unter dem Hashtag #ibes geführten Diskussionen über das Fernsehformat und das Treiben seiner Bewohner verursachen im Januar einen fatalen Missbrauch sozialer Netzwerke. Durch die kollektive Konzentration auf die Show wird der Sinn von Facebook, Twitter und Co. grausam entstellt: gegenseitige Beleidigung und Herabwürdigung, Gesinnungsgeknüppel und das Posten politisch extremer Parolen. Das thematische Umschwenken von 80 Millionen Polizeipräsidenten und Migrationsexperten auf den Busch und seine Camper sorgt schlagartig dafür, dass den Menschen an den Hebeln dieses Landes kostbare Tipps aus dem Internet fehlen. Ein Handeln der Politik und ein Verbot des Formats Dschungelcamp nach der Bundestagswahl ist mehr als wahrscheinlich”.


F1.798 PatSnowpaw: „#Egon ist typisch Mann. Verspricht 20cm, kommt 6 Stunden zu spät und hört nach 2cm auf”.



12.01.2017

„Asocial-Media-Publikum”.


Wolfgang Schäuble, Politiker: „Im Schatten eines großen Baumes ist der Rasen oft nicht so stark entwickelt”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Amazon bietet eine Fußmatte mit indischer Nationalflagge nicht mehr an. Die Regierung in Neu Delhi hatte via Twitter Druck auf den Onlinehändler ausgeübt”.


W1.788 Keiner der 50 höchsten Wolkenkratzer steht in Europa.


Heinz Bude, Professor für Soziologie: „Mit dem Lebensstandard steigt die Furcht, zivilisatorische Errungenschaften wie Wohlstand und Wohlfahrt, aber auch Freiheit und Sicherheit zu verlieren. In Deutschland nähren sich solche Ängste aus dem untergründigen Gefühl, dass die besten Zeiten hinter uns liegen könnten [...] Hier zeigt sich ein Paradoxon: Fragt man die Menschen nach ihrer persönlichen Zukunft, schätzen die meisten ihre beruflichen und finanziellen Aussichten als relativ gut ein. Fragt man nach der Zukunft des Landes, sind sie viel skeptischer [...] Die eigene Zukunft glauben wir, beeinflussen zu können, das große Ganze hingegen nicht [...] Die Wahrnehmung der Menschen, ihr Leben sei insgesamt unsicherer geworden, lässt sich nicht mit Wahrscheinlichkeitstheorien wegrationalisieren”.


„Stullen-Power”.


A777 F1.796 Johnny Depp, Schauspieler: „If you love two people at the same time, choose the second. Because if you really loved the first one, you wouldn't have fallen for the second”.


„Stürmergeschäft”.


Wenn eine Strompreiserhöhung „Energiemarktentwicklung” genannt wird.


A778 B1.121 Anthony Quinn, Schauspieler, 2000: „I can't retire. I mean, I started working when I was a year and a half old, and I worked all my life”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Ein neuronales Netz erfindet die Babynamen der Zukunft [...] Die Resultate sind zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch durchwachsen, lassen aber durchaus erste Erfolge erkennen. Neben offenkundig unbrauchbaren Konstruktionen wie „Hhrsrrrrrr” und „Suttttuuyy” brachte das Programm auch wohlklingende Namen wie „Pruliaa”, „Aradey” und „Aloora” hervor. Werdende Eltern mit Mut zum Außergewöhnlichen könnten hier durchaus erste Impulse bekommen. Je nachdem, ob das Programm die aus den Namen resultierenden Zahlen addiert, subtrahiert oder multipliziert, lassen sich unterschiedliche Ergebnisse erzielen. So können Anwender die Namensfindung gezielt beeinflussen [...] In einem Beispiel entstanden aus den Vorgaben Nathaniel, Amy und Will die Namen Chen, Fransisoo und William”.


„Wohlstandshalluzination”.


B1.122 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Die kleinen Ermutigungszettel meines Mannes täglich morgens auf dem Küchentisch. (Ich bin seit über einem Jahr arbeitslos.)”



11.01.2017

Leipzig.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Verleumdung nach Selfie mit Merkel: Syrischer Flüchtling klagt wegen Fake-News gegen Facebook”.


„Originalfleischminister”, „Bürokratenplunder”, „Musikschlachtenbummler”, „Betroffenheitsmoderator”, „Bahnstörung-Bingo”, „Haltungsjournalist”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Fidji Simo, Leiterin der Produktentwicklung bei Facebook: „Facebook is a new kind of platform and we want to do our part to enable people to have meaningful conversations, to be informed and to be connected to each other. We know that our community values sharing and discussing ideas and news, and as a part of our service, we care a great deal about making sure that a healthy news ecosystem and journalism can thrive. That’s why today we’re announcing a new program to establish stronger ties between Facebook and the news industry. We will be collaborating with news organizations to develop products, learning from journalists about ways we can be a better partner, and working with publishers and educators on how we can equip people with the knowledge they need to be informed readers in the digital age”.


W1.787 Erst 86 Jahre, nachdem Erich Kästner es verfasst hatte, erfolgte die Uraufführung von „Klaus im Schrank oder Das verkehrte Weihnachtsfest”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Polizei Berlin: „Unsere dringende Bitte:
- Schützen Sie sich und andere.
- Hinterfragen Sie eingehende Nachrichten vor der Weiterverbreitung.
- Lassen Sie sich nicht instrumentalisieren.
- Sie stehen für den nächsten Empfänger nämlich mit Ihrem Namen für die Inhalte ein.
- Seien Sie sich möglicher Folgen bewusst.
Wenn Sie sich einmal unsicher sind, helfen folgende Fragen:
- Woher kommt die Meldung?
- Kenne ich den Absender?
- Woher hat er die Information, einfach mal hinterfragen (persönlich, im Netz und zur Not auch bei uns).
- Vertraue ich der Informationsquelle und stehe dafür in meinem Freundeskreis auch mit meinem Namen ein?”


Gesucht wird eine Bezeichnung für eine „zweitklassige Kuriosität”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „League of Legends: Misfits' deutscher Mid-Laner im Interview”.


F1.795 Hans-Hermann Tiedje, Medienmanager: „Donald Trumps Frauen riechen nach Blumen. Im aktuellen Sinne ein unmodernes Frauenbild. Auch, wenn es wahrscheinlich viele Männer gibt, die zuhause gerne Frauen hätten, die nach Blumen riechen”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Arne Ulbricht, Lehrer, Autor: „Warum meldet sich trotz Hetze, Gewaltvideos, Fake News und Zeitraubs eigentlich kaum jemand von Facebook ab? Ist es inzwischen so eine Art Konsens, dass man ohne Facebook sozial tot ist? Und wenn das der Grund sein sollte: Ist Facebook dann nicht längst mehr eine Art Sekte als ein „soziales Netzwerk”? Als ich neulich einem Bekannten erzählte, dass ich selbst nicht auf Facebook sei, wunderte er sich. Ob ich denn Freunde habe, wollte er wissen. Und ob man es mir glaubt oder nicht: Ja, die habe ich! Ich kommuniziere und verabrede mich sogar mit ihnen. Und ich gehe ins Kino, ins Theater und in Konzerte. Und dass ich mich nie über irgendwelchen geposteten Blödsinn aufrege oder zwanghaft darauf reagiere, empfinde ich als eine ganz besondere Form der Freiheit”.



10.01.2017

Menschen, deren innerer Schweinehund zu einer -herde angewachsen ist.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Setzen Sie Prioritäten! Was ist Ihnen wichtiger: Werbeerlöse oder Vertriebsumsatz? Je aggressiver Sie gegen Gutmenschen, Genderwahn, Mainstream, den Islam, Klimaforscher usw. anschreiben, um so größer die Gefahr, Werbekunden zu verschrecken. Aber genau das ist Ihre Chance: Je schriller Sie polarisieren, desto stärker die Aufregung, desto effektiver die Mobilisierung, desto höher die Reichweite, desto größer die Bereitschaft Ihrer Leser, Abos abzuschließen und Patenschaftsmodelle zu unterstützen. Ihre Zukunft liegt im Paid Content [...] Hate Economy ist ein Geschäftsmodell. Sie müssen es ja nicht so nennen”.


W1.786 Ein iPhone 2 gab es nicht.


Die Sätze „Mögen die Eier noch so groß: sie bleiben am Sack hängen”, „An einem Abend wird man nicht zum Alkoholiker”, „Wer Scheiße frisst, achtet nicht mehr auf Kakerlaken”.


A776 F1.794 Madeleine, Figur aus „Vertigo”, 09.05.1958: „Only one is a wanderer; two together are always going somewhere”.


Nachgeschlagen: canned beer; squeamish; swoosh; barbed wire fence; hobo; bounty system; valor; ciggy; tax evasion; sculpt; pygmy; drawbridge; conflate; bottomless; homestead; abominable; housemate; showplace; tap water; infamous; listless; cluck; homespun; domineer; adversary; horseback; roadblock; lumberman; upbring; spitfire; extradition; tame; fondness; feisty; fuse; scabbard; knockoff; truthfully; famed; skyjacker; barred; spree; feud; discrepance; stag; con man; sled; hickory; sheepdog; drumbeat; altercation; twig; clatter; roulette wheel; sputter; desist; hagfish; mellow out; condescension; errand; wiretap; stoop; downright; scourge; cronies; denounce; trafficker; janitorial; launder; dent; peruvian; swagger; fuckwad; temper; sleuth.


D666 19Sascha09: „Als depressiver Mensch schaffst du es auf keinen Fall allein. Du brauchst Unterstützung, egal ob Familie, Freunde oder ein Arzt. Hol sie dir”.



09.01.2017

Slogometer: Einfach, Mehr, Wir, Alles, Your, Du, Leben, You, Dein, Neue, Ich, Gut, Macht, One, Dir, Sie, Immer, Magazin, Welt, Dich.


A775 F1.793 Brice Chamberlain, Figur aus „The Sea of Grass”, 25.04.1947: „Why do women insist on loving men for what they want them to be instead of what they are?”


Die vielen Rechenfehler, die beim Zusammenrechnen der eigenen Komplexität auftreten.


„Bindestrich-Marketing”.


Der Lebensweg von Menschen, die nicht geliebt werden.


W1.785 Al Capone wurde nie wegen eines Gewaltverbrechens verurteilt.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Amazon ermöglicht es Herstellern, Alexa auch auf ihren Geräten zu integrieren. Das entspricht Amazons Plattform-Strategie und schafft ein um sich greifendes Ökosystem für Spracherkennung [...] Warum nun der Hype um Alexa, wo andere Hersteller doch auch digitale Sprach-Assistenten haben? Apple hatte mit seinem Digital-Assistenten Siri sogar einen deutlichen Vorsprung, diesen aber offenkundig nicht genutzt. Siri ist an die Welt der Apple-Gerätschaften gebunden und hat gegenüber Alexa oder auch Googles Spracherkennung erhebliche Verständnisprobleme. Microsofts Sprach-Assistent hört auf den Namen Cortana und ging mit deutlicher zeitlicher Verzögerung an den Start. Amazon hat mit Alexa von Anfang an konsequent auf die Plattform-Strategie gesetzt und sich damit einen großen Vorteil erarbeitet. Derzeit sind Alexa & Co. vor allem für Marketing, Produktentwicklung und Vertrieb interessant. Was aber ist mit Medien? Auch Medien-Inhalte sind selbstverständlich bei Alexa an Bord. Eine Grundfunktion ist das so genannte Flash-Briefing, das man sich von Alexa-Geräten, wie dem Echo-Lautsprecher, vortragen lassen kann. Das Flash-Briefing ist eine Art persönliche Nachrichten-Sendung, kombiniert mit Wetterbericht. Überregionale Medien wie BBC oder The Economist liefern Inhalte für das Flash Briefing, mittlerweile gibt es aber auch lokale US-Medien, die Alexa für sich entdeckt haben. Nutzer starten das Briefing mit Befehlen wie „What’s my Flash-Briefing?” oder simpel „What’s new?” Während des Briefings kann man mit Stimmbefehlen Nachrichten überspringen oder vor und zurück navigieren. Gedacht ist das Briefing etwa zum Anhören während des Frühstücks. Auf Deutsch lautet das Kommando – leicht sperrig – „Alexa, wie lautet meine tägliche Zusammenfassung?” oder auch „Alexa, was sind die Nachrichten des Tages?” [...] So wie zu Beginn des World Wide Webs lange Zeit einfach Zeitungsartikel eins zu eins veröffentlicht wurden, werden nun eben meistens bereits vorhandene Web-Inhalte eins zu eins bei Alexa & Co eingespeist. Das Beispiel G+J zeigt, dass man über das Vorlesen von Text-Inhalten hinausdenken und durchaus interaktive Medien-Formate auch für digitale Sprach-Assistenten entwickeln kann. Dabei muss eine Investition in solche Alexa-Inhalte langfristig gesehen werden. Man kann Erfahrungen sammeln, sich technisches Knowhow aneignen und nebenbei als innovatives Unternehmen positionieren. Signifikante Reichweitenzuwächse oder Erlöse sind auf absehbare Zeit nicht zu erwarten”.



08.01.2017

B1.119 Die Sätze „Entscheidend für eine erfolgreiche Karriere ist fehlende Persönlichkeit”, „Um gut auszusehen, braucht man keinen Lebenslauf”, „Es ist schwer, jemand etwas begreiflich zu machen, wenn sein Gehalt davon abhängt, es nicht zu begreifen”.


W1.784 Innerhalb der letzten 130 Jahre hat sich die Lebenserwartung in Deutschland verdoppelt.


„Reisrakete”.


A774 F1.792 Katharine Hepburn, Schauspielerin, 1991: „Love has nothing to do with what you are expecting to get - only with what you are expecting to give - which is everything”.


D665 Das eigene Leben verpassen.


Charlotte Debeugny, Ernährungsberaterin, Autorin: „Versuchen Sie als Erstes herauszufinden, ob es echter Hunger ist. Der echte Hunger entwickelt sich langsam und lässt sich mit einem Apfel zufriedenstellen. Wenn Sie aber stattdessen ein Stück Schokolade oder ein Stück Kuchen haben wollen, dann wissen Sie, dass es kein echter Hunger ist. Es ist emotionales Essen. Das Problem mit emotionalem Essen ist, dass Sie nie satt werden, egal, wie viel Sie essen. Es geht nicht um Hunger, die Gefühle sind das Problem. Ich bin ein großer Fan davon, sich eine Auszeit zu nehmen. Machen Sie eine Pause für fünf Minuten. Atmen Sie bewusst und versuchen Sie rauszufinden, was Sie wirklich wollen. Wenn Sie zum Beispiel einsam sind, rufen Sie eine gute Freundin an. Mir tut Ablenkung gut. Eine Folge einer lustigen Serie zu schauen hebt immer meine Stimmung. Spazieren zu gehen hilft mir sehr, wenn ich wütend bin. Und schließlich, wenn Sie das Stück Schokolade wirklich haben wollen, nachdem Sie alles ausprobiert haben, dann essen Sie sie. Aber legen Sie die Schokolade auf einen Teller, dann sehen Sie, wie viel Sie wirklich essen. Achten Sie Ihr Essen, achten Sie sich selbst, setzen Sie sich hin und essen Sie. Bei vielen Menschen ist es so, wenn Sie die Süßigkeit auf einen Teller legen und sich hinsetzen, merken sie nach der Hälfte: Die paar Schokoladenstücke waren genug”.



07.01.2017

F1.791 Katherine Woodward Thomas, Beziehungstherapeutin: „Während der Feiertage bereiten die Leute sich innerlich vor und hinterfragen, ob sie im neuen Jahr Schluss machen wollen. Die Hochsaison für Trennungen ist dann zwischen Januar und März [...] Die meisten Leute wollen eine friedliche Trennung. Aber es gibt viele Hindernisse, unter anderem die Biologie unseres Körpers und unseres Gehirns. Wenn eine wichtige Bindung reißt, spielen wir verrückt, unsere Körper wechseln in Flucht- oder Angriffsmodus. Wir sind so geschaffen, dass wir anfangen, jemanden zu hassen, den wir einst geliebt haben [...] Nur weil eine Ehe endet, muss nicht auch die Familie enden. Selbst wenn die Eltern versuchen, trotz einer schlimmen Scheidung vor ihren Kindern ein Lächeln aufzusetzen und sie nicht hineinzuziehen, verursachen sie eine Art Obdachlosigkeit für ihr Kind, wenn sie einander nicht leiden können. Und es geht nicht nur um die Kinder. Wer in Vorwürfen stecken bleibt, verhärtet. Es wird schwieriger, jemandem zu vertrauen und man wird zu einer Person, die sich weniger leicht lieben lässt [...] So sind wir Menschen. Wir erinnern uns vor allem daran, wie die Dinge enden. Darum ist ein gutes Ende ein Geschenk, das man sich macht für den Rest des Lebens”.


„Spuktakel”.


A773 Alfred Hitchcock, Filmregisseur, Filmproduzent: „There is no terror in the bang, only in the anticipation of it”.


Die Sätze „Je mehr Sprachen man spricht, desto besser spricht man jede einzelne”, „Sprachen haben mehr Wert als Literatur”, „Wer sich Sprachen verschließt, schließt Menschen aus”.


„Algenkeks”.


W1.783 Der höchste Backsteinturm überhaupt befindet sich in Landshut.


D664 Depressionen lügen.


Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Ein Abend mit Freunden. Dass die Diskussion mitten im Satz abbricht, weil jemand gerade ein echt witziges Foto geschickt bekommen hat, sind alle längst gewohnt. Doch diesmal ist auch Siri dabei. „Wo bin ich und wie komme ich am schnellsten nach Hause”, fragt eine Freundin. „Ich habe dich nicht verstanden”, sagt die Stimme des iPhones. „Siri, wie wird das Wetter”, fragt die Freundin. Wir reden über einen möglichen Ausflug am nächsten Tag. Diesmal antwortet Siri sofort. „Karla, morgen scheint die Sonne.” Das Wetter sage ihr das Smartphone jeden Morgen als Erstes an, erzählt sie. Das Smartphone muss nicht gleich zum neuen Partner werden, es reicht schon, dass wir damit Uhr, Kalender, Bücher ersetzt haben und dabei süchtig geworden sind. Ständig schauen wir auf den Bildschirm, obwohl wir gerade nichts brauchen. Aus Gewohnheit. Aus Langweile. Um uns noch einmal zu versichern, wie viele Bekannte wir haben. Und oft ist nicht der Partner, sondern das kalte Display das Erste und das Letzte, was wir jeden Tag berühren. Längst sind wir nicht mehr auf reale Konkurrenten eifersüchtig, sondern auf die Zeit, die unser Partner mit seinem Handy verbringt [...] Sarah Diefenbach, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der LMU München, hat mit einem Kollegen ein Buch über die „Digitale Depression: Wie neue Medien unser Glücksempfinden verändern” geschrieben. Soziale Medien und Kommunikationswerkzeuge verhelfen keineswegs immer zu Glück und sozialer Nähe, heißt es dort. Diefenbach sieht die Dinge anders als beispielsweise der Psychiater und Autor Manfred Spitzer, der sich sicher ist, dass Internet und Smartphones Teufelszeug sind, die wahlweise dick, dumm oder doof machen. Vielmehr sagt sie: „Auch Digital Natives, die diesen Weg von klein auf gegangen sind, haben Schwierigkeiten bei der Bewältigung der ständigen Verbundenheit.” Jeder Einzelne sei gefordert, gesunde Nutzungspraktiken zu entwickeln. Bei der steigenden Zahl von neuen Diensten und Technologien könne das aber schnell zu einer lebensfüllenden Aufgabe werden. Warum greifen wir sofort zum Handy, wenn wir gerade nichts zu tun haben? Halten wir es mit uns selbst so wenig aus? Brauchen wir noch mehr Technik, um die Technik zu kontrollieren? [...] Vielleicht reicht es, beim Treffen mit Freunden einfach mal das Smartphone in der Tasche zu lassen. Oder es beim Essen mit der Familie aus der Küche zu verbannen. Und wieso nicht wieder einen Wecker benutzen? Oder eine Armbanduhr? Oder einen Notizblock? Das spart einige der 88 Blicke aufs Smartphone”.



06.01.2017

„Pfefferminzengel”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Klaus Brinkbäumer, Chefredakteur: „Wenn Algorithmen zu Chefredakteuren werden, werden Menschen, die rassistische Texte lesen wollen, mit rassistischen Texten beliefert”.


„Internet-Tischler”.


W1.782 27 Tore in fünf Turnier-Spielen reichten Ungarn 1954 nicht, um Fußball-Weltmeister zu werden.


„Porno-Bastion”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Web traffic-goosing tricks come and go. But if there’s one that has enduring appeal, it’s the celebrity death hoax. In the past few weeks alone, internet pranksters have „killed off” Queen Elizabeth, Tony Hawk, Miley Cyrus and Hugh Hefner, to name a handful that have been debunked by the website Gossip Cop. Some trace its peak to the site Global Associated News, a fake-news headline generator that web entrepreneur Rich Hoover said he started as a joke. Since then, others have discovered the celebrity death hoax as a tried-and-true scheme to drive traffic to their sites, which they’re monetizing with ads”.


„Schattenbanking”.


A772 F1.789 Anthony Hopkins, Schauspieler, September 2002: „I'm not good at being cooped up with anyone for very long. Maybe that's why I wasn't designed for marriage. I'm not good at any kind of relationship with people, really. I mean, I've had a number of good ones, but I get restless and I take off”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Barack Obama ist nicht nur der 44. Präsident der USA, sondern auch der erste, der beständig mit Social Media hantierte. Tweets und geteilten Content, den er als POTUS („President of the United States”) im Netz freigegeben hat, sind nun im Internetarchiv The Obama White House Social Media Archive zu finden. Derweil sichert das Trump Archive alle verfügbaren öffentlichen Statements zu und von Donald Trump – legal, aber ohne dessen Zustimmung”.


F1.790 RobsondeBar: „Hab meine Traumfrau gesehen. Und, was haste gesagt? Hallo Schatz, wie war dein Tag?”



05.01.2017

A771 Michael Krüger, Verleger: „Wenn Verleger den Erfolg kalkulieren könnten, gäbe es nicht so wahnsinnig viele schlechte Bücher, die nach drei Monaten wieder weg sind [...] Es macht Vergnügen, Bücher zu haben, in denen jede Zeile stimmt und kein Wort zu viel ist. Ein literarischer Verlag ist ohne Poesie oder anspruchsvolle Essaybände eigentlich undenkbar. Wer das nur wegen der Rendite ausblendet, ist eigentlich gar kein Literatur-Verleger [...] Das Lesen war der Grund, weshalb ich den Beruf so lange ausgehalten habe [...] Ich glaube nicht, dass man versuchen sollte, Erfolg zu kaufen. Für uns war es viel wichtiger, über die Jahre ein gutes Verhältnis zur Presse und zum Buchhandel aufzubauen [...] Wir haben manchmal überlegt, ob wir ein bisschen gefälliger werden können, um ordentlich Geld zu verdienen. Das ist meistens schiefgegangen. Es ist eine große Kunst, Unterhaltungsliteratur so anzubieten, dass sie ihre Käufer findet”.


„Mett-Startup”, „Populinke”, „Immobilienprosa”, „Post-Präsidentin”, „Fraudarinen”.


Karlheinz Geißler, Zeitforscher, Professor für Wirtschaftspädagogik: „Zeit ist für den Menschen das was für die Fische Wasser ist. Ein Element, in dem sie sich bewegen. Die schwimmen darin, ohne nachzudenken, worin sie schwimmen. So geht es den Menschen mit der Zeit. Eine eindeutige Definition davon, was Zeit ist, gibt es nicht. Jeder wird Ihnen etwas anderes antworten. Ein Germanist würde sagen: Zeit ist ein einsilbiges Wort. Für einen Physiker ist Zeit Veränderung. Für einen Biologen Evolution. Für einen Betriebswirt ist Zeit Geld. Und wenn Sie meine sechsjährige Enkelin fragen, dann wird sie sagen: Zeit ist eine Farbe, mal Grün, mal Gelb, mal Blau”.


F1.788 Ein Flirt beginne mit keinem Verbot.


Aus der Reihe Online-Sprech: „#Axel bei Instagram: Wenn aus einem Sturmtief im Social Web Kunst wird”.


B1.118 Aus der Reihe Online-Sprech, Karlheinz Geißler: „Das Internet ist ja die komplette Entgrenzung. Alles ist plötzlich jederzeit machbar. Wie Sie sagen: Sie können von zu Hause aus arbeiten, Sie können nachts shoppen, die Ladenschlusszeiten heben sich auf. Hier mal eine Zahl: Leitende Angestellte in den Siebzigern haben jährlich eintausend Nachrichten bearbeitet. Heute, mit der Erfindung der E-Mail, sind es dreißigtausend Botschaften im Jahr! Wir unterschätzen, mit welcher Überforderung diese neue Flexibilität einhergeht [...] Der Mensch kann so viel Freiheit nicht ertragen. Flexibilität ist nur ertragbar durch Stabilität. Das heißt, ich bin nur dann flexibel, wenn ich Rituale habe, wenn ich feste Zeiten habe [...] Es ist eine Illusion, dass wir darin nur die Freiheit sehen und nicht die Belastung. Die Ökonomie greift sich alles; auch unser Privatleben und unsere Nächte werden monetarisiert [...] Das Sabbatical wird heute nicht wirklich als Ruhezeit genommen, sondern um eine Weltreise zu machen. Selbst in den Ferien haben die Menschen ein straffes Programm. Und reinvestieren Kapital, das sie beim Arbeiten verdient haben [...] Wir haben das Nichtstun verlernt. Wir könnten stillstehen, aber es darf nicht nichts gemacht werden in dieser Gesellschaft. Pausen gelten als verlorene Zeit. Deshalb werden mittlerweile sogar die Pausen ökonomisch nutzbar gemacht”.


W1.781 Alfred Nakache ist der einzige Sportler, der an Olympischen Spielen teilnahm, bevor und nachdem er im KZ Auschwitz gefangen war.


Karlheinz Geißler auf die Feststellung, dass es „doch einen großen Trend zur neuen Langsamkeit, zur Entschleunigung, zum Downshifting, zum Slow Food, zum Verzicht” gebe: „Seien Sie nicht naiv! Letztlich wird auch dort Zeit in Geld verrechnet. Das ist die Art des Kapitalismus, mit den selbst geschaffenen Problemen umzugehen: Es wird ein neuer Markt erschaffen. Und die Entschleunigung zum Geschäft gemacht”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Auch Facebook will ich untreu werden. Facebook macht doch sowieso nur Ärger: Mark Zuckerberg spioniert uns aus, traktiert uns mit Werbung und will uns vom Rest der Welt fernhalten. Facebook verrät allen, wenn ich Geburtstag habe. Hier werden Fakenews verteilt, dass es nur so kracht – und Hasskommentare kriegt Mark Zuckerbergs Team auch nicht in den Griff. Nein, das macht einfach keinen Spaß, da bei Facebook. Doch ganz raus? Allen adieu sagen, mit denen man über die letzten Jahre mühsam eine Verbindung aufgebaut hat? Irgendwie auch nicht leicht. Das überlege ich mir wohl noch... Für den Anfang versuche ich erst mal FDH – Facebooke die Hälfte. Worauf ich allerdings ganz bestimmt nicht verzichten möchte, ist meine Dropbox – meine Online-Festplatte in der Cloud. Hier sind alle wichtigen Dokumente gespeichert. Egal, an welchem Rechner ich sitze, welches Mobilgerät ich verwende: Ich kann auf meine Daten zugreifen. Das ist cool und ein echter Pluspunkt. Dabei bleibe ich [...] Und weil ich mich so gerne ablenken lasse von Videos, Social Networks und anderen Sachen im Netz, habe ich mir eine kostenlose App auf meinem Rechner installiert: Take a five. Die schmeißt mich nach fünf Minuten wieder aus dem Netz. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Vielleicht hilft mir das beim digitalen Abspecken. Ein Versuch ist es wert. Oder probiere ich es erst mal mit 15 Minuten?”



04.01.2017

Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Deutschlandfunk: „Das Medium Twitter ist für Donald Trump zum Herrschaftsinstrument geworden – er will es auch im Amt weiter nützen. Damit müssen sich Politik und Öffentlichkeit - zuhause und weltweit - darauf einstellen, dass sich der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika möglicherweise über alle Regeln und Gesetzmäßigkeiten hinwegsetzen wird, die die vertrauten Prozesse der institutionalisierten Willensbildung, der politischen Verhandlungswege und Entscheidungsfindung bisher geprägt haben”.


W1.780 Der FC Rot-Weiß Erfurt führt nicht nur die ewige Tabelle der 3. Liga an, sondern ist der einzige Verein, der dort seit Gründung dieser Liga vertreten ist.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Ein Tweet - und die Partei spurt”.


„Gesinnungsadmins”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „In diesem Jahr dürften Computer zum ersten Mal gesprochene Worte genauso gut verstehen wie Menschen”.


A770 F1.787 Ambrose Bierce, The Devil's Dictionary, 1906: „Beauty. The power by which a woman charms a lover and terrifies a husband”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Neues Jahr, alte Leidenschaft: Kim Kardashian kehrt nach einem exakt dreimonatigen Social Media-Sabbatical auf ihre Lieblingsplattform zurück und postet wieder Instagrams. Den Anfang macht ein vermeintlich glückliches Familienporträt, das das Starlet mit ihrem Mann, dem Rapper Kanye West, und den beiden Kindern zeigt. Binnen acht Stunden sammelte das Bild mehr als 3 Millionen Likes ein und liegt damit auf Kurs, zum meistgelikten Instagram-Post aller Zeiten zu werden”.


„Burgerbegehren”.


D662 perlenmama: „Wie fühlt sich also eine Depression an? Viele verwechseln es ja gern mit negativen Gedanken, oder mit Traurigkeit. Doch dem ist nicht so. Bei mir zeigt sich eine Depression meist als unsägliche Müdigkeit und Erschöpfung. Ich habe dann einfach keine Kraft und Lust mehr mich zu erklären oder zu versuchen Dinge nachzuvollziehen. Ich bin dann einfach fertig, erschöpft, eine bleiernde Müdigkeit legt sich wie ein Schatten über meine Gedanken. Alles ist dann nur noch „kurz” und nur das Allernötigste. Ich schaffe es dann kaum aufzustehen, nichts kann mich motivieren. Ich will dann nicht kommunizieren oder funktionieren. Ich will einfach nur da liegen und mich von irgendetwas berieseln lassen (denn selbst die Stille ist dann anstrengend). Ich bin dann nicht traurig über irgendetwas oder gar verzweifelt, ich bin dann einfach gar nichts. Ausgehebelt, unfähig, gelähmt. In solchen Zeiten (zurzeit dauern sie vielleicht mal einen Tag an, es gab aber auch schon Episoden, die Wochen anhielten) igle ich mich ein, jeder soziale Kontakt strengt mich unsagbar an. Ich muss mich zum Zähne putzen zwingen (meist verliere ich diesen Kampf) und gegessen wird was man auf die Schnelle findet…zum Kochen fehlt die Kraft…und der Appetit. Ich schlafe dann viel, bin aber nie ausgeschlafen. Das Handy bleibt an solchen Tagen ignoriert oder sogar aus, etwaige Verabredungen werden abgesagt. Schon dieser kurze Kontakt, diese Erklärungen, strengen mich so sehr an, dass ich danach meist erstmal eine halbe Stunde regungslos daliege und die Decke anstarre. An To-Do-Listen und Emails ist an solchen Tagen gar nicht zu denken, ich kann mich überhaupt nicht konzentrieren und bin von den kleinsten Aufgaben (staubsaugen?!?) komplett überfordert [...] Was Depressionen jedoch NICHT sind: Melancholische Abende bei einem Gläschen Wein zuviel. Oder die Überforderung am Ende eines Jahres wenn einem bewusst wird wie schnell die Zeit doch vergeht. Oder die Verzweiflung wenn man viele schlimme Nachrichten aus aller Welt sieht. Oder sogar Trauer um einen geliebten Menschen (obgleich sich hier oft viel ähnelt), oder um die Vergänglichkeit des Augenblickes, oder Stress, Überforderung, Unzufriedenheit. Oder schlicht und ergreifend Traurigkeit über einen bestimmten Zustand. All das sind KEINE Depressionen”.


Aus der Reihe Online-Sprech, Peter Altmaier, Politiker: „Donald Trump hat Twitter zu einem mächtigen Instrument während des Wahlkampfs gemacht. Ich würde allen empfehlen, sich sehr genau anzusehen, wie er dieses Medium gebraucht”.


D663 Daretobemad: „#Depression und Demenz liegen manchmal gefühlt sehr nah beieinander. Wilde Kopfkirmes sprengt die alltäglichen Erledigungen”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Amazons Sprachassistenz-System lädt Kinder nicht nur in die Konsumwelt ein, sondern kann auch ihren Wortschatz um zentrale Begriffe der erwachsenen Onlinewelt erweitern. So machte kürzlich ein Videoclip die Runde, in dem ein kleiner Junge den smarten Lautsprecher das Kommando „Alexa, play Digger Digger” gab. Alexa antwortet mit der Frage, ob es sich bei dem gewünschten Titel um eine Klingeltonsammlung mit dem blumigen Namen „Porn Detected! (Porno Ringtone Hot Chick Amateur Girl Calling Sexy Fuck Cunt Shit Sex Cock Pussy Anal Dildo for Android)” gehandelt habe. Wie ein Sprecher von Amazon gegenüber Mashable mitteilte, habe man sich um dieses pornöse Fehlverhalten Alexas gekümmert und nicht weiter genannte Einschränkungen eingeführt”.



03.01.2017

Aus der Reihe Online-Sprech: „Du hast keine Offline-Events. Öffne den Business Manager, um einen zu erstellen und alle Offline-Conversions zu tracken”.


A769 F1.786 Albert Camus, Notizbücher: „C’est que la beauté est insupportable. Elle nous désespère, éternité d’une minute que nous voudrions pourtant étirer tout le long du temps”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Jens Krumpholz: „Kurz vor Weihnachten meldete ich nach fast sieben Jahren meinen Facebook-Account ohne lange zu fackeln ab - trotz der über 1500 Freunde, über 60 Abonnenten, zahlreicher schönen Fotoerinnerungen mit Freunden und drei interner Gruppenseiten mit insgesamt 2000 Mitgliedern. Der Grund: Zurückliegend bis zirka Mitte 2016 hatte ich noch richtig Spaß, etwas zu veröffentlichen und mich an Diskussionen zu beteiligen - auch an den kontroversen Beiträgen. In letzter Zeit jedoch gewannen die kontroversen Artikel immer mehr an Oberhand und ich kam mit dem Antworten gar nicht mehr nach. Manchmal fehlten mir aber auch einfach nur die Worte, was da für Schwachsinn, Hass oder für eine Blödheit gepostet wurde. Ich kam mir manchmal schon vor wie der Online-Mülleimer der Nation”.


D660 Cabelami: „Es gibt innere Mauern, über die komme ich mit noch so viel Anlauf und Training nicht hinweg. #notjustsad #depression”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Israel will schärfer gegen Hetze im Internet vorgehen. Ein entsprechender Gesetzentwurf erhielt am Dienstag in erster Lesung die Mehrheit der Stimmen, wie das Parlament mitteilte. Demnach sollen Verwaltungsgerichte Internetplattformen wie Facebook, YouTube oder Google per Gerichtsbeschluss zur Löschung von Gewaltaufrufen zwingen können”.


Jennifer Lawrence, Schauspielerin: „Liebesszenen vor der Kamera sind die wohl unsexyste Sache der Welt”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Alle Jahre wieder: Facebook löscht mal wieder einen nackten Klassiker”.


D661 Markus Bock, Blogger, auf die Frage „Wenn Depressionen der Preis sind, den du für etwas Besonderes an dir bezahlst, was ist das Besondere?”: „Meine Art zu schreiben und zu reden. Mit wenigen Worten auf den Punkt zu kommen, Gefühle in Worte zu fassen, empathisch zu sein. Grundsätzlich bin ich meiner Depression dankbar, mich kennenlernen zu können und jetzt dadurch auch der werde, der ich immer sein konnte. Ich lerne mich zu lieben, meine Fähigkeiten zu schätzen, für mich einzustehen, meine Träume zu formulieren, zu planen und selbst umzusetzen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es so kommen musste, damit ich „von den alten Geistern” frei werde. Solange ich das noch nicht bin, wird sie mich noch begleiten, wie ein treuer Freund, der immer mal an der Tür klopft und nach dem Rechten sieht. Passe ich mal nicht so gut auf, ist er eben präsenter”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „ „One Trick Pony” - ein auf einer einzigen Säule fußendes Geschäftsmodell, das irgendwann kollabieren wird”.


Aus der Reihe Wohlstandssprech: „Air Wick Freshmatic Max Starter-Set”.


Nachgeschlagen: piehole; hatchback; dine; harrow; ward round; be on the line; debunk; lawman; doobie; linctus; muzzle flash; clamor; hodman; lineage; group housing; solicits; poignant; headliner; startle; honky; racketeer; casual acquaintance; hemorrhage; promising; gossamer; set-piece; ingrained; cheap shot; upstand; pretence; cloverleaf; roomie; careless mistake; donor; thicket; bumpy; solemn; lucky guess; daunted; smartweed; runner-down; protectory; bit of luck; potager; bloomer; thud; craven; snivel; muffled; valley; stalemate; jeopardise; henhouse; keen; ornery; pretension.


Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas Koch, Unternehmer, Blogger: „Menschen sind weder Pixel, noch Cookies, noch Klickvieh. Und sie wollen auch nicht als solche behandelt werden. Sie wollen geachtet und beachtet werden. Wir sollten Achtung und Respekt haben vor den Menschen, die unsere Produkte kaufen. Respekt, so schreibt Wikipedia, „bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen”. Das wichtigste Wort in diesem Satz ist: Lebewesen. Frage: Können Maschinen kreative Strategien entwickeln, um Lebewesen zu erreichen? Nein. Nächste Frage: Können Maschinen individuelle, unterscheidbare Media-Mix-Strategien und Mediapläne entwickeln, um Lebewesen anzusprechen? Nein. Maschinen entwickeln bestenfalls Standardpläne zur Erreichung von Standardusern. Daraus entstehen folglich Standardlösungen - und Standardergebnisse. Also Stillstand. Also Schnauze”.


Wenn Touristen nach einer passenden Übersetzung für „einheimische” Redewendungen suchen.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Mark Zuckerberg, Unternehmer: „For decades, technology and globalization have made us more productive and connected. This has created many benefits, but for a lot of people it has also made life more challenging. This has contributed to a greater sense of division than I have felt in my lifetime. We need to find a way to change the game so it works for everyone. My work is about connecting the world and giving everyone a voice. I want to personally hear more of those voices this year. It will help me lead the work at Facebook and the Chan Zuckerberg Initiative so we can make the most positive impact as the world enters an important new period”.


Jürgen Trittin, Politiker: „Im Mittelalter gab es nur die dörfliche Öffentlichkeit. Mit den Idealen der Aufklärung, Buchdruck und später Radio und Fernsehen hat sich dann nach und nach das Konstrukt einer breiten Öffentlichkeit durchgesetzt. Aber jetzt geht die Entwicklung wieder zurück in Richtung Mittelalter. Mit der Individualisierung der Gesellschaften konstituieren sich neue Teilöffentlichkeiten. Sie sind stark voneinander abgeschottet. Es gibt deshalb auch immer weniger Möglichkeiten, auf Falsifikatoren zu stoßen. Eine verbindende Gemeinschaft bildet sich nur noch in ganz wenigen Ausnahmefällen. In einem Wahlkampf zum Beispiel beim Fernsehduell. Direkt danach ziehen die Menschen sich aber wieder in ihre sozialen Blasen zurück, in denen man sich gegenseitig bestätigt. Dort stößt man kaum noch auf Falsifikatoren. Das heißt, der Wahrheitsgehalt der Aussagen dort lässt sich nicht überprüfen”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook-Medien-Top-100: Bild überholt Heftig, Club of Cooks und N24 mit stärksten Like-Zuwächsen”.


W1.779 In der Antarktis gibt es mindestens 25 Vulkane, die während der letzten 2,5 Millionen Jahre aktiv waren.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Die Polizei in Bayern schärft weiter ihr Social-Media-Profi: Im Kampf gegen Fake-News sind die Beamten aus in Rosenheim nun mit drastischen Mitteln in die Offensive gegangen. Das Präsidium Oberbayern Süd veröffentlichte am Dienstag auf seiner Facebookseite und bei Twitter einen Facebook-Eintrag über eine angebliche Vergewaltigung – versehen mit einem breiten leuchtend-roten Banner samt der Aufschrift „Falschmeldung!” ”



02.01.2017

Bernhard Roetzel, Autor: „Sehr viele Kinder haben nichts mit dem Stil ihrer Eltern gemeinsam. Und sehr viele reiche Leute haben sehr wenig Stil [...] Die Herkunft ist insofern auch keine Entschuldigung für Geschmacklosigkeit, Stillosigkeit und nicht einmal für Unbildung. Jegliche Bildung muss man sich erarbeiten”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech, Stefan Plöchinger: „ Der kleine blaue Haken bei Facebook vermittelt Sicherheit und Autorität. Er steht neben dem Namen des Mannes, den ich in diesem Text nicht nennen möchte — aus Gründen, die ich noch erklären werde —, und signalisiert: Dieses Profil ist echt. Authentisch. Von Facebook geprüft und für in Ordnung befunden [...] Die bekannte Rechnung, sie geht immer wieder auf: Fake-News + Facebook = Fakebook, das asoziale Netzwerk für Menschenfischer am meistens rechten Beckenrand der Demokratie [...] Schon klar: Der Haken signalisiert erst mal nur, dass es sich um kein gefaketes Facebook-Profil handelt. Aber was ist von einem sozialen Netzwerk zu halten, dem die Echtheit seiner Profile jahrelang wichtiger war als die Echtheit der Inhalte — dem Fake-Profile schlimmer schienen als Fake-News [...] Begrabt die Netz-Romantik! [...] Beim Nachdenken über diesen Text habe ich mich über Facebook so geärgert, dass ich mich kurz gefragt habe: Werde ich, wenn ich das aufschreibe, in der Szene jetzt als Netz-Nichtversteher gebasht, als Defästist des Digitalen? [...] Facebook: Das Netzwerk ist schlicht ein Unternehmen, das seiner sozialen Verantwortung in kritischen Momenten bisher oft nicht nachgekommen ist. Was ein Unternehmen an sich ja auch nicht muss. Es muss sich dann allerdings Kritik gefallen lassen, gerade wenn es eine soziale Infrastruktur betreibt”.


„Röntgenfinger”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Selbst Text-Beiträge können durch ein Programm namens „DeepText” analysiert werden, um zu erkennen, worüber die Nutzer sprechen und dann die passende Werbung anzuzeigen. DeepText erkennt beispielsweise aus dem Facebook Messenger automatisch, wann die Testperson ein Taxi braucht und wann nicht - auch wenn in jedem Satz entsprechende Schlüsselwörter vorkommen, nur eben in unterschiedlichem Kontext. Angeblich sind die Mechanismen, die das Programm dabei erlernt und anwendet, so universell, dass sie ohne Probleme auf andere Sprachen übertragen werden können. Facebook versteht also alles, egal ob wir auf Deutsch, Englisch oder Swahili posten”.


W1.778 Bereits zwei Meter unter Wasser ist man vor Gewehrkugeln geschützt.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Der Bundeswahlleiter Dieter Sarreither sieht eine reale Gefahr durch gefälschte Nachrichten (Fake News), mit denen Wähler manipuliert werden könnten. „Die Bürger und die Medien müssen in diesem Wahlkampf besonders sensibel auf Nachrichten reagieren. Sie müssen wissen, dass es Versuche gibt, sie zu manipulieren”, sagte Sarreither den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Parteien und Medien seien besonders aufgefordert, „durch noch sorgfältigere Prüfungen falsche von richtigen Informationen zu unterscheiden”. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) rief die Betreiber sozialer Netzwerke zum entschlossenen Vorgehen gegen Fake News im Internet auf. „Offensichtliche Falschmeldungen können strafbar sein - dem muss nachgegangen werden”, sagte er der Funke-Mediengruppe. Außerdem sollten sich die Parteien darauf einigen, auf unlautere Mittel zu verzichten. Er hoffe, dass im Bundestagswahlkampf die Frage der besseren Konzepte im Mittelpunkt stehen werde „und wir es nicht dauernd mit Falschdarstellungen oder gar bewussten Beeinflussungen von außen zu tun haben”. Die drei Länder Hessen, Bayern und Sachsen-Anhalt verlangten ein schärferes Vorgehen gegen Falschmeldungen im Internet, für deren Verbreitung sogenannte Social Bots eingesetzt werden - also Computerprogramme, die eine menschliche Identität vortäuschen und massenhaft Einträge bei Diensten wie Twitter oder Facebook generieren. Eine Initiative des Bundesrats zur strengeren Bestrafung solchen Bot-Einsatzes müsse vom Bundestag noch vor der Bundestagswahl umgesetzt werden, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung der Justizminister Eva Kühne-Hörmann (Hessen/CDU), Winfried Bausback (Bayern/CSU) und Anne-Marie Keding (Sachsen-Anhalt/CDU)”.


„Arschlochland”.


Jann Jakobs, Politiker: „Ich lese nie eine Tageszeitung vor dem Frühstück, und E-Mails schon mal gar nicht”.


F1.783 Tim Schiffers, Geschäftsführer Parship: „App-Angebote haben geholfen, die Akzeptanz von digitalem Dating insgesamt zu erhöhen. Es ist völlig normal geworden, sich online zu verlieben. Bei Tinder und Co. lernen junge Kunden die Vorzüge der Technologie kennen: App runterladen - bumm - los geht's. Davon profitieren wir auch. Die Leute merken, dass digitale Interaktionen mit fremden Menschen grundsätzlich funktionieren [...] Dazu kommt der gesellschaftliche Wandel. Wir haben immer mehr Singlehaushalte. Frauen sind heutzutage mindestens so gut ausgebildet wie Männer. Insgesamt gibt es eine immer stärker werdende Beanspruchung im Beruf. Da bleibt nur noch selten Zeit, rauszugehen und jemanden kennenzulernen [...] Im Januar 2016 hatten wir bei unseren beiden Portalen 50 Prozent mehr Registrierungen als im Durchschnitt der vorangegangenen zwölf Monate. Das wird dieses Jahr wohl ähnlich aussehen. Warum? Die Leute waren zu Weihnachten bei der Familie und haben gesehen, wie glücklich die Schwester mit ihrem neuen Partner ist, während sie selbst alleine mit den Keksen auf dem Sofa saßen. Also sagen sie sich: Jetzt muss etwas passieren. Eine weitere Hochphase registrieren wir übrigens immer nach den Sommerferien. Da kehren viele heim und merken, dass der Urlaubsflirt doch nicht so toll war [...] Männer neigen zu Lese- und Schreibfaulheit. Sie stellen sich oft uninspiriert und wortkarg dar. Viele verschicken Copy-und-Paste-Textbausteine. Das durchschauen Frauen sofort, die haben dafür sehr feine Antennen. Ein anderes Thema sind die Fotos [...] Frauen machen erst mal vieles richtig. Die geben sich deutlich mehr Mühe in der Auswahl ihrer Fotos und beim Verfassen ihrer Texte. Dafür stehen sich einige Frauen im Weg, wenn sie mit zu tradierten Vorstellungen in einen Dialog treten, also zu passiv sind und zu oft darauf warten, angesprochen zu werden. Bei der digitalen Kontaktaufnahme lohnt es sich, mutig zu sein”.


Aus der Reihe Online-Sprech: „Die Anzahl der Bilder, Texte und Filme, die Menschen auf sozialen Netzwerken posten, wird 2017 weiter enorm zunehmen. Neue Plattformen, aber auch neue Devices werden sich etablieren. Sprache wird dank Amazon Echo und Google Home zur „Mensch-Maschine-Interaktion”. Und auch die sprachgesteuerten Assistenten brauchen Inhalte – wie will man sich sonst vom Mitbewerber absetzen können? Content bleibt also King und deshalb ist Homeless Media für Medien eine Chance, wenn sie geschickt agieren und einzigartige Inhalte bieten”.


„Schwermutshöhle”.


A768 F1.784 Nan, Figur aus „The Astronaut's Wife”, 27.08.1999: „Men are like parking spaces: all the good ones are taken, and the available ones are handicapped”.


„Neujahrs-Vorsatz-Sportler”.


Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Buzzfeed-Analyse zu erfolgreichsten Fake-News des Jahres bei Facebook: Trump, der Papst, Clinton & Obama”.


F1.785 Will Smith, Schauspieler, Filmproduzent, auf die Frage „Wie definieren Sie Liebe heute?”: „Das ist eine große Frage. Aber ich glaube, man muss erst einmal gemeinsam bestimmte Dinge durchgemacht haben, um sich wirklich zu lieben. Und dazu gehören zum Beispiel Verletzungen, Betrug oder Verlust. Wenn man zu viel Angst hat, sich diesen Dingen zu stellen, kann man auch nicht wirklich lieben und echte Nähe erfahren”.



01.01.2017

Völkerball, Badminton und Basketball mochte ich am liebsten. Ich ignoriere Buchempfehlungen. Am Winter mag ich die große Dunkelheit, die klare Luft und die leeren Straßen. Ich kann keine Noten lesen. Mit durchgängigeren Unterscheidungen zwischen Liebe/Sex, Allein/Einsam, Tod/Sterben, Angst/Respekt wäre uns allen geholfen. Ich finde die Schwächen von Menschen interessanter als ihre Stärken. Mit anhaltendem Glück kann ich nicht umgehen. Kein Computer-Programm nutze ich öfter als den Editor. Mir ist kein Wort bekannt, das mehr Fehler enthält als „Klimaverhandlungen”. Ich finde, nichts kommt den Gefühlen des Verliebtseins näher als Zarbitterschokolade. Mein Handy ist seit über 5 Jahren mein wichtigster Notizblock. Ich wurde nie beim Schwarzfahren erwischt. Einer jener Sätze, die mich nicht loslassen seit der ersten Begegnung: „Man versteht eine andere Sprache erst, sobald man die eigene verstanden hat”. Braune Pullover, Weinrotes und weiße Kragenhemden trage ich nicht. Ich schreibe E-Mails auf Arbeit meistens in der Wir-Form. Auch „Elec Dronik” hätte mir als Pseudonym gefallen. „Marktbegleiter” zählt zu den zehn ungewöhnlichsten Worten, die ich kenne. Ich verlasse meinen Bürotisch so wie ich ihn morgens vorfinde, d. h. leer. Etwa 14 von 15 Beiträgen innerhalb einer Tageszeitung halte ich für überflüssig, gedruckte Tageszeitungen für Papierverschwendung, und ich kenne keinen Grund, sich eine Tageszeitung zu kaufen. Über Kurt Krömers Schneckenwitz beömmle ich mich jedes Mal aufs Neue. Auf die Frage, welche Musik ich höre, kann ich keine richtige, keine abschließende, keine schlüssige Antwort geben. Mich von meiner großen Liebe zu trennen, halte ich für die streitbarste Entscheidung meines Lebens. Es gab Montage, an denen meine ehrliche Antwort auf die Frage, was ich am Wochenende gemacht habe, gelautet hätte: „Twitter”. Musikstücke, in denen Instrumente verwendet werden, die mir neu sind, können mich tagelang elektrisieren. Den Spam-Ordner finde ich spannender als den Posteingang. Ich kenne keinen Menschen länger als meine Schwester. Nur wenn es nicht anders geht, nehme ich die Rolltreppe. Ich hatte nur ein schlechtes Vorstellungsgespräch. Zu einem guten Klavierstück gehört für mich eine Portion Störrigkeit. Beim Sport trage ich keine Brille. Ich bekomme schlechte Laune, wenn ich eigene Notizen nicht entziffern kann. Wenn alle Philosophen stattdessen Programmierer wären, wäre die Erde ein besserer Ort. Ich bin Gringe Viewer. An schwierigen Arbeitstagen ziehe ich morgens auf dem Weg ins Büro Vergleiche zu mir selbst vor 25 Jahren, und rede mit dann ein, alles sei viel besser. Menschen ohne Humor nehme ich nicht ernst. Ich verlebte ein paar Tage, die bestanden nur im Warten auf einen bestimmten Anruf. Bin ich drei Wochen oder länger nicht zum Friseur gegangen, fange ich an, mich unwohl zu fühlen. Zwar halte ich den Preis von mehr als vier Euro für die Ausleihe eines Online-Videos für lächerlich, trotzdem tue ich genau das immer wieder. Das * ist der wichtigste Platzhalter in meinem Leben. Wenn ich mein Portmonee öffne, sehe ich als erstes einen Fitnessclub- sowie einen Organspendeausweis. Ich schnüre den linken Schuh zuerst. Was ich auch an Berlin mag, ist, dass man schon mit einem durchsichtigen Regenmantel - und zwar nur damit - zu bekleiden hat, um aufzufallen. Sergei Vasilievich Rachmaninoff sorgte meine ersten musikalischen Rauscherlebnisse. Auch bei strömenden Regen würde ich keinen Schirm verwenden. Ich habe eine sich täglich wiederholende Terminserie, die „Vertraue Dir” lautet. Red Bull, Lachs und Joghurt sind Dinge, die man immer und jederzeit in meinem Kühlschrank findet. Ich lag nie am Strand zum Sonnen, aber: Je älter ich werde, desto mehr mag ich Sonnenlicht. DeineMutterWitze gehören für mich zu den kurzweiligeren Dingen in Deutscher Sprache. Lege ich mir für den kommenden Tag Sachen heraus, dann grundätzlich zwei Varianten. Ohne die Erkenntnis, dass Coders die Journalisten von heute sind, wäre mein Leben vor etwa 10 Jahren falsch abgebogen. Ich habe Jahresurlaub nie an einem Stück genommen. Die wichtigsten Dinge in meinem Leben beginnen mit „Sp”, und in einem perfekten Tag kommen für mich Spielen, Sport und Sprachen vor - insofern habe ich oft einen perfekten Tag. Überraschungsbesuche behagen mir nicht. Brote erinnern mich an Lebewesen - ich weiß allerdings nicht, welche. Ich fieberte in den 90ern bei „Akte X” mit. Das in Internet-Foren verwendete Deutsch halte ich für eine eigene Sprache. Keine Stadt habe ich öfter besucht als Hamburg. Leibniz' „Beim Erwachen hatte ich schon so viele Einfälle, dass der Tag nicht ausreichte, um sie niederzuschreiben.” halte ich für den Inbegriff von Genialität. Ich wäre ein toller Vater. Von Kollegen wurde ich oft als Perle bezeichnet. Es ist mir 2x in meinem Leben passiert, dass ich nach meiner Brille suchte, während ich diese trug. Ich habe noch nie 200 Euro oder mehr für ein einzelnes Kleidungsstück bezahlt. Müsste ich mein Leben in fünf Punkten zusammenfassen: Tod meines Vaters; Tod meiner Mutter; Umzug nach Berlin; Erste Liebe; Große Liebe. Opern verstehe ich nicht. Von allen kurzen Worten bereitet mir die Aussprache von „Elf” am meisten Arbeit. Ein für mich wegweisendes Fernseherlebnis: eine Politiker-Talkshow ohne Ton zu sehen. Ich nahm noch nie an einem Klassentreffen teil. Ich kenne kein vornehmeres Lächeln als das von Anthony Hopkins.


Paul Niemeyer

Peggy Lektro

paul@paul-niemeyer.de

Zukunft abzugeben

paul@zukunftzu.de

Worte in Szene

paul@woisz.de

5 Sekunden

paul@5sekunden.de