24.06.2016

M. Hemmerlein: „Das gefällt mir: Der Wedding ist quasi Berlin in Miniaturform. Jeder Kiez hat seinen eigenen Charme. Als ich im Sprengelkiez eingezogen bin, habe ich mich gewundert, wieso der Wedding so einen schlechten Ruf hat. Ich fühlte mich dort eher wie in Prenzlauer Berg, mit all den sanierten Altbauten und jungen Studenten. Man findet aber auch Gegenden, die stark an Kreuzberg oder Neukölln erinnern. Mitten in diesen Welten zu wohnen ist großartig. Das nervt mich: Überall sagen einem die Berliner: Der Wedding kommt. Meine Erfahrung ist: Der Wedding ist längst da, man muss nur vorbeischauen. Das empfehle ich: Macht einen Spaziergang von der Seestraße über den Leopoldplatz in den Sprengelkiez. Ziel: Plötzensee. Auf halbem Weg lässt sich im Eschenbräu fabelhaft Bier trinken. Pils, Helles oder bayrisches Weißbier - die Hausbrauerei hat alles im Angebot”.

F1.561 Liebe mag die Antwort sein, aber Sex redet schneller.

Die Sätze „Große Ideen sind klein zu planen”, „Je größer die Entdeckung, desto größer die Verleumdung”, „Größe erreicht man, indem man Stücke von sich abschneidet”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Das Unternehmen „What 3 Words” hat es sich zur Aufgabe gemacht, die gesamte Welt mit neuen Adressen zu versehen. Der Gedanke dahinter ist, dass nach wie vor rund vier Milliarden Menschen auf der Welt keine richtige Anschrift haben, vor allem in den ländlichen Gebieten Afrikas, Indiens oder anderer Gegenden. Eine eigene Adresse ist jedoch elementar, um am modernen Leben teilzuhaben. Was es jedoch gibt, sind GPS-Koordinaten für jeden Winkel der Erde. Über sie kann theoretisch jeder Ort beschrieben und adressiert werden. Wer kann sich jedoch beispielsweise „52.520437, 13.369281” merken, die Koordinaten des Bundeskanzleramts in Berlin? Die Idee von „What 3 Words” ist es, diese Koordinaten zu übersetzen, und zwar in Kombinationen von jeweils drei willkürlichen Wörtern. Daraus werden dann Wortfolgen wie „kalt.quartier.riecht” für das Schloss Neuschwanstein. Offiziell ist es in der Neuschwansteinstraße in Schwangau gelegen. Oder „punkten.kante.einsparen” — hier liegt die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Der Kreml in Moskau? „betrifft.absteigen.relevanz”. Eine solche Adresse aus drei Wörtern bezeichnet jeweils eine Fläche von drei mal drei Metern, und es gibt sie in acht verschiedenen Sprachen: Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch, Deutsch, Portugiesisch, Schwedisch, Türkisch und Swahili [...] Auch wenn manche der Wortfolgen so klingen, als seien sie bewusst gewählt, so sollen doch alle Kombinationen rein zufällig sein. Ein Algorithmus schaffe sie aus 25.000 Wörtern, Schimpfwörter wurden vorher aussortiert. Diese Wörter werden so kombiniert, dass sich bei Länge, Häufigkeit und Aussprache eine angenehme Wortfolge ergebe”.

Wenn Ängste sich so überwältigend anfühlen, dass man den Schluss zieht, alleine mit ihnen besser zu werden. Fehler.

Aus der Reihe Online-Sprech, jbarro: „The only fun thing about today was learning @lindsaylohan cares about Brexit”.

23.06.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Mit dieser App schickt ihr Game-of-Thrones-Spoiler an eure Feinde”.

„Aufdecksbarriere”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sebastian Puschner, Redakteur: „Von etwas, über das weder Betroffene noch Profiteure gerne sprechen, handelt unser Titelthema: Online-Sucht. Pornos, Shopping, soziale Netzwerke, die Suche nach unnützem Wissen – die Sucht tritt in vielerlei Gestalten auf. „Da rollt eine Lawine auf uns zu”, sagt der Psychologe Matthias Brandt von der Universität Duisburg-Essen. Betroffen sind vor allem Jugendliche und Männer zwischen 20 und 30 Jahren. Da Freitag-Redakteur Jan Pfaff diese Altersgrenze überschritten hat, konnte ihn das Kultur-Ressort bedenkenlos Virtual-Reality-Anwendungen testen lassen. Mit Smartphone und Pappkästchen vor dem Kopf folgte er so etwa einer 360-Grad-Reportage der New York Times durch ein Flüchtlingslager im Libanon. Jan Pfaff schreibt: „Die virtuelle Realität zielt über die Augen direkt auf den Bauch – was etwa bei der Vermittlung des Leids von Menschen journalistisch völlig legitim ist” ”.

„Querschnittsmaterie”.

F1.560 Die Sätze „Liebe schreibt man Herz”, „Vollkommenheit hat keinen Platz in der Liebe”, „Liebe braucht keine Ferien”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Dominik Wichmann, Journalist, Autor: „Obama profitierte seinerzeit davon, dass seine geschickte Medienstrategie verfing und seine Botschaften sich bei Facebook wie auch Twitter geradezu explosionsartig verbreiteten. Im Vorfeld der nächsten Wahl wird dieser Trend noch deutlich zunehmen. Weil sich inzwischen noch wesentlich mehr User in immer weitläufigeren sozialen Netzwerken tummeln. Und weil die digitalen Plattformen in den USA schon längst zu den wichtigsten Nachrichtenquellen zählen – bereits heute bezieht etwa jeder dritte Amerikaner seine Nachrichten über Facebook. Wer jedoch mit der Funktionsweise dieser Medien vertraut ist, der weiß, dass ihre Algorithmen die Polemik gegenüber der Analyse bevorzugen. Erfolgreich ist, was viel geteilt wird. Und viel geteilt wird das, was die Menschen aufregt, was sie empört und was sie begeistert. Soziale Medien wirken wie ein Brandbeschleuniger und nicht wie Löschwasser. Für notorische Brandstifter wie Donald Trump ein geradezu ideales Mittel zum Zweck. Nicht zuletzt auch deshalb, weil dadurch bisherige Nichtwähler zu potenziellen Wählern mutieren – Trump-Wählern”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Norbert versucht, gelassen zu bleiben: Wieder hat Facebook einen seiner Posts gelöscht. 30 Tage lang wird der Administrator der Seite „AfD-Watch” gesperrt. Wieder geht es um eine angebliche Verbreitung von Hassbotschaften, obwohl sein Blog den Hass von AfD-Politikern oder Pegidisten doch entlarven will. Der 42-Jährige Dresdner hatte die Worte des AfD-Politikers Mirko Welsch per Screenshot geteilt: „Geh kacken Du Linksnazi”, „Wir brauchen keine antifaschistischen Fascho-Bratzen!” Facebook hat Norbert dafür abgestraft. Der Screenshot habe gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen. Welschs Original nicht. „Seine Aussage ist immer noch online”, sagt Norbert, „das ist einfach absurd.” Seit 2012 betreibt der Netzaktivist einer der größten AfD-Watchblogs Deutschlands: 1,5 Millionen Facebook-Nutzer erreichten seine Postings zu Spitzenzeiten”.

22.06.2016

B1.018 Prof. Chengwei Liu, Verhaltensforscher: „Gescheiterte Manager haben eine Eigenschaft, die für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen unentbehrlich ist: Sie sind bereit, ihre Komfortzone zu verlassen und etwas anders zu machen. Makellose Erfolgsbilanzen weisen hingegen auf zwei Dinge hin: Entweder probieren diese Leute nie etwas Neues aus, oder der Kontext, in dem sie sich befinden, ist stabil oder geprägt von einer starken „Erfolg bringt Erfolg”-Dynamik. Dieser Begriff beschreibt beispielsweise, dass Personen mit anfänglichen Erfolgen mehr Ressourcen und Unterstützung erhalten oder dass Konsumenten Produkte bevorzugen, die einen hohen Marktanteil haben. Wer diese Ideen weiterdenkt, erkennt, dass der Erfolg von Managern kein Merkmal überlegener Fähigkeiten ist und dass er zerbrechlich sein kann: Wenn sich das Umfeld ändert - was irgendwann geschehen wird -, kann dies den Untergang ihrer Unternehmen nach sich ziehen”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Ulrich Heister, Heilpraktiker: „Unsere Aufmerksamkeit wird dort gebunden, wo unsere Bedürfnisse erfüllt werden. Facebook, aber natürlich auch andere Social Networks, sind Bedürfniserfüllungsmaschinen. Deswegen sind sie so erfolgreich. Aber was sind eigentlich unsere Bedürfnisse, auf die speziell Facebook so erfolgreich eingeht? Eines der stärksten emotionalen Bedürfnisse von Menschen ist das nach Zugehörigkeit. Wer ein Facebook-Profil hat, gehört automatisch schon zur Facebook-Community dazu. Wir wissen alle instinktiv, dass es uns in einer Gruppe besser geht, als wenn wir uns als Einzelkämpfer durchschlagen müssen. Die Gruppe gibt Identifikation, Geborgenheit und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen [...] Haben wir ein Problem oder eine Frage, sehen wir bei Facebook gleich oben auf der Startseite das Eingabefeld, über das wir direkt mit unserer Gruppe in Verbindung treten können. Mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgen sehr schnell Reaktionen, fast so schnell wie im direkten Gespräch. Wir haben direkten Kontakt zu viel mehr Menschen, als wir in derselben Zeit persönlich treffen könnten. Sehr wahrscheinlich bekommen wir mindestens eine nützliche Antwort. Mir sind etliche Fälle bekannt, bei denen der Facebook-Freundeskreis sehr konkrete Hilfe gegeben hat: zum Bespiel nach einem Wohnungsbrand oder im Krankheitsfall. Selbst wer im realen Leben Schwierigkeiten hat, Kontakte zu knüpfen, kann hier Aufmerksamkeit und Zuwendung erhalten. Besonders nützlich sind in diesem Zusammenhang Facebook-Gruppen: Sie bieten Anregungen, Diskussionen und Informationen in definierten Bereichen und kommen damit sehr speziellen Anliegen nach [...] Facebook ist ein sehr geeignetes Mittel zur Unterhaltung und Zerstreuung. Unsere Facebook-Freunde, die sicherlich zum größten Teil eine ähnliche Ausrichtung und Gesinnung haben wie wir selbst, versorgen uns mit Postings, Videos und Links, die unserem eigenen Geschmack sehr entsprechen. So bleiben wir leicht im Facebook-Universum kleben und folgen einem Link nach dem anderen. Geschickt gestaltete Teaser verstärken unseren Drang, sie anzuklicken. Gerade diese Funktionen sind ja auf Facebook mit den Jahren immer ausgefeilter geworden. Facebook arbeitet ständig daran, dass wir für kaum ein Bedürfnis die Plattform verlassen müssen. Instant Articles, also komplette Beiträge anderer Publikationen, oder die geplanten Bots, mit denen wir zukünftig über den Messenger sogar einkaufen können, sind Beispiele dafür”.

„Armageddon-Lite”.

Jean Pütz, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator: „Mein Credo ist: Mit Wissen kann man sich das Leben verlängern und erleichtern”.

„SEO-Europameister”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ins Internet hochgeladenes Material könnte demnächst mit einem Uploadfilter von Microsoft auf „extremistische” oder „radikalisierende” Inhalte gescannt werden. Der Filter würde bei Internetunternehmen installiert, die nötigen Datenbanken könnten aber bei Polizeibehörden liegen”.

F1.559 „Das erfolgversprechendste Gesprächsthema bei einem Blinddate ist Reisen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Forscher des Massachusetts Institute of Technology haben einen Algorithmus entwickelt, der menschliches Verhalten voraussagt. Als Grundlage dienten nicht etwa trockene Fallstudien, sondern über 600 Stunden Serienmaterial”.

21.06.2016

Wenn Marktforschung zu Kundenferne führt.

B1.017 Kollegen, deren Karriere immer wieder Arbeit in die Quere kommt.

„Genehmigungsunterlage”.

F1.558 „In einem anthrozoologischen Experiment gaben rund 30 Prozent zufällig ausgewählter Frauen einem Fremden ihre Telefonnummer, wenn er ein niedliches Hündchen an der Leine hatte. Ohne Tier war die Test-Anmache nur in 10 Prozent der Fälle erfolgreich”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Die Frage, ob Hashtags auf Facebook relevant oder überflüssig sind, bewegt die Social Media Welt wie kaum eine andere. Mehrere Untersuchungen zu dem Thema kamen auf dasselbe Ergebnis: Hashtags sind auf anderen Plattformen besser aufgehoben. Aber nicht nur das, die beliebten Tags wirken sich bei Facebook auch negativ auf die Interaktionen aus”.

20.06.2016

„Einhorn-Hochburg”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Andreas Glarner ist offline. Nachdem er seinen Twitter-Account freiwillig gelöscht hatte, ist nun auch sein Facebook-Profil deaktiviert. Damit habe er allerdings nichts zu tun, sagt der Aargauer SVP-Nationalrat auf Anfrage. „Offenbar haben es die Linken fertig gebracht, mich auszusperren.” Verschiedene Personen hatten auf Social Media dazu aufgerufen, Glarners Profil bei Facebook zu melden. „So weit sind wir inzwischen, dass sich die selbsternannte Zivilgesellschaft zusammenraufen und mich als Bösen anschwärzen kann.” Dies sei wohl die Toleranz der Toleranten, spottet er”.

„Animationsfilm-Start-Umsatz”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Will Cathcart, Vice President of Product Management bei Facebook: „Wir wollen den Menschen eigentlich zeigen, was sie wirklich sehen wollen. Also versuchen wir, den Newsfeed aufgrund des Nutzungsverhaltens zu personalisieren. Wir analysieren, wie die Interaktionen zwischen Nutzern und Postings verlaufen. Wir versuchen so zu verstehen, was unsere Nutzer interessiert. Bleibe ich also bei einem Posting meiner Ehefrau hängen und kommentiere es vielleicht, scheint mich meine Frau oder das, was sie bewegt. besonders zu interessieren. Wenn ich überwiegend Artikel von MEEDIA like, kommentiere oder lese, scheine ich mich dafür besonders zu interessieren und bekomme diese Inhalte entsprechend öfter in den Feed gespült [...] Facebook hat sich in den vergangenen Jahren extrem gewandelt. Wenn Sie sich erinnern, konnte man zu Beginn nicht einmal Fotos teilen [...] Wir sind daran interessiert, dass Sie und andere Nutzer tolle Erfahrungen mit Facebook machen. Das ist zum Beispiel ein Grund, wieso wir Branded Content eine Zeit lang nicht erlaubt haben. Das heißt nicht, dass wir das alles grundsätzlich für schlecht halten, sondern abwägen müssen. So erlauben wir in unseren Richtlinien beispielsweise weiterhin keine Pre-Roll-Ads, weil Nutzer sich davon gestört fühlen”.

„Gesundheitheits-Interview”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Hoffentlich erkennt wenigstens der Richter noch die echte Freundschaft: Weil ein Kommunalpolitiker aus Halle eine Freundschaftsanfrage auf Facebook abgelehnt hat, bekommt er womöglich eine Anzeige wegen Diskriminierung. Er habe von einem „Bürger aus dem Wahlkreis” in dem sozialen Netzwerk Facebook eine Freundschaftsanfrage auf seinen privaten Account erhalten, sagte Eric Eigendorf am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Er sitzt für die SPD im Stadtrat der Saalestadt. Der 24-Jährige lehnte die virtuelle Bitte jedoch ab, um - nach eigenen Angaben - Berufliches und Privates getrennt zu halten”.

B1.014 Mit der Hingabe, mit der man heute von Kollegen erzählt, hat man früher über Familienmitglieder gesprochen.

Menschen, die „Nein” für keine Antwort halten.

B1.015 Aus der Reihe Facebook-Sprech, Carmen Hillebrand, Managerin: „Ich habe mich schon immer auch beruflich auf Facebook vernetzt, das hat sich im Laufe der Zeit so ergeben. Obwohl mein Facebook-Account nicht unbedingt die Meinung meines Arbeitgebers widerspiegelt, ist mir bewusst, dass ich – egal, wo ich mich aufhalte, im Netz oder offline – als Markenbotschafter wahrgenommen werden kann. Ich bin einfach an dem Thema Food interessiert und vernetze mich gerne mit Gleichgesinnten. Mein Facebook-Account ist ein Sammelsurium an persönlichen und beruflichen Kontakten, wie gesagt, ist das bei mir nicht so strikt trennbar. Facebook eignet sich gut, Feedback zu einer Fragestellung zu bekommen, und die kann auch beruflich sein. Zum Beispiel habe ich einmal gefragt, was für Fragen meine Food-liebenden „Freunde” einem Forellenzüchter stellen würden. Die Antworten haben mir sehr weitergeholfen für mein Interview mit einem Lieferanten. Ich selbst kläre auch mal gerne etwas per Direct Message, das ist einfach schneller als auf dem herkömmlichen Weg mit einer E-Mail”.

A639 F1.557 Eric Green, Figur aus „Jericho”, 30.07.2007: „A bad marriage doesn't get better because you add a kid”.

B1.016 Aus der Reihe Facebook-Sprech, Susanne Ullrich, Managerin: „Ganz am Anfang habe ich Facebook ausschließlich privat genutzt. Durch Social Media verschwimmt aber der Begriff „Freunde” immer stärker, gleichzeitig wird alles offener und öffentlicher. Irgendwann habe ich daher angefangen, mehr und mehr „Social-Kontakte” von Events, Twitter und sonstigen beruflichen Aktivitäten auch auf Facebook hinzuzufügen. Mittlerweile ist meine Freundesliste eine bunte Mischung aus privaten und geschäftlichen Kontakten. Die persönliche Vernetzung ist sehr wichtig für mich geworden – als Adressbuch, zur schnellen Kontaktaufnahme, zum Informieren und natürlich auch zum Austausch über Privat- oder Gruppennachrichten. Ich werde immer häufiger aus beruflichen Gründen von Personen über Facebook kontaktiert. Oftmals handelt es sich dabei um Anfragen von Personen, die ich auf Events kennengelernt habe, aber auch einige Journalisten-Anfragen haben mich schon über meinen privaten Facebook-Account erreicht. In der Regel sind mir all diese Personen aber schon im Vorfeld bekannt und sie wählten einfach Facebook als schnellsten und unkompliziertesten Weg der Kommunikation. Auch ich schreibe manchmal bestimmte Personen lieber über Facebook als über E-Mail an, weil der Weg der Kontaktaufnahme schneller und unverbindlicher ist. Darüber hinaus habe ich von vielen meiner Facebook-Kontakte keine berufliche Mail-Adresse. Sobald es aber in konkrete Absprachen und Details geht, verlagern wir die Kommunikation dann doch eher auf Mail”.

Dass Streben und Sterben die gleichen Buchstaben enthalten - Ironie der Wortschöpfung.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Wie ein empörter Instagrammer eine Frisuren-Story von InStyle.de leer räumt”.

19.06.2016

„Damals-Darsteller”.

B1.013 Emilia Clarke, Schauspielerin: „Wenn du dich zu sehr mit diesem Beruf identifizierst, dich nur noch darüber definierst, dann bricht es dir irgendwann das Herz, wenn etwas schiefgeht und du nicht mehr angesagt bist. Wenn du dich nur noch darüber definierst, wie andere Menschen dich sehen, wird das Leben ganz schön klein. Irgendwann sitzt du in deiner schicken Villa in den Hollywood Hills, und alle Gedanken drehen sich um die nächste Rolle oder warum man dir keine Rolle anbietet. So möchte ich nicht leben. Das Leben ist vielschichtiger als eine erfolgreiche Filmkarriere. Die ist nur ein Teil davon [...] Die Monate nach einem Filmprojekt können sehr traurig sein. Da muss ich erst einmal versuchen, wieder im wahren Leben anzukommen. Deswegen mag ich auch keine Pausen. Am liebsten mache ich gleich den nächsten Film. Dann kann ich die Emotionen gleich in der nächsten Rolle verarbeiten. Und so geht es immer weiter. Bis ich dann doch irgendwann so erschöpft bin, dass ich Urlaub brauche”.

„Wollmaus-Domptöse”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Wer einen geschwollenen Lymphknoten hat und lange genug im Netz nach dem Grund dafür sucht, leidet, so muss das enden, an Krebs. Das ist zwar wahrscheinlich falsch, aber trotzdem gefährlich. Es gibt einen Fachbegriff dafür, wenn Menschen sich durch Forenrecherche in ihre Angst vor Krankheiten hineinsteigern. Er heißt Cyberchondrie, und wer weiß: Womöglich implodiert das Netz, wenn jetzt alle wissen wollen, ob sie davon betroffen sind. Etwa 40 Millionen Menschen informieren sich im Internet über Gesundheitsthemen. Den Ärzten gefällt das nicht. Die Bertelsmann Stiftung hat rund 800 Mediziner verschiedener Fachrichtungen befragt, und 45 Prozent von ihnen finden: Die Googelei belastet die Arbeit in den Praxen nur. Ein weiteres Drittel sieht das zumindest teilweise so. Andere Minuspunkte für das Netz nach Ansicht der Mediziner: Die Patienten werden verwirrt und haben ein schlechteres Verhältnis zum Arzt. „Es ist”, sagt Jan Böcken von der Bertelsmann Stiftung, „als würden die Ärzte sich wünschen, dass das Internet wieder weggeht”. Dabei gibt es seriöse Informationen im Internet - nur sind diese selbst bei Ärzten kaum bekannt”.

A638 F1.556 Jess, Figur aus „When Harry Met Sally...”, 14.09.1989: „Marriages don't break up on account of infidelity. It's just a symptom that something else is wrong”.

Christopher Lauer, Politiker: „Es gibt einfach sehr viele Leute, die sagen: Berlin wird schlecht regiert - die sich aber niemals herausbewegen würden aus ihrer Komfortzone; die niemals bereit wären, den Einsatz zu bringen, den es braucht, damit sich etwas ändert. Nur deshalb kann der Berliner Wahnsinn in dieser Form weiterexistieren. Alles ist hidden in plain sight. Jeder kann sich in die Ausschüsse des Abgeordnetenhauses setzen, die Protokolle sind archiviert und abrufbar. Interessiert aber keinen. Im nächsten Haushalt zum Beispiel gibt es einen Teil über drei Millionen Euro für ein gemeinsames Überwachungszentrum der Bundesländer. Das ist nur Berlins Anteil für zwei Jahre. Niemand im Senat weiß, wie hoch die tatsächlichen Kosten werden. Mit der Kohle könnte man Sinnvolleres tun [...] Ein tiefergehendes Interesse dafür, was Politik ist und womit sie sich beschäftigt, sehe ich nicht. Es gibt Bürgerbegehren. Es gibt Partikularinteressen. Es gibt Gruppen, die wollen etwas verhindern, einen Bahnhof in Stuttgart oder die Bebauung eines Flugfeldes, und dann vernetzen sie sich und bearbeiten Politik und Medien. Aber das heißt nicht, dass die Menschen sich für Politik interessierten. Vor allem ändern sie dadurch nicht, wie Politik gemacht wird, das passiert nämlich im Parlament [...] Dieser Zustand wird sich so lange nicht ändern, bis die Leute, die eigentlich fähig wären, sich in die Politik zu begeben, und es nicht tun, sich dann mal endlich in die Politik begeben. Das ist mein Fazit, nach fünf Jahren im Abgeordnetenhaus: Wenn Leute, die intellektuell dazu fähig wären, sich nicht mit Politik beschäftigen, dann ist das ein unfassbarer Luxus, den sie sich da leisten [...] Ja, ich kann mir vorstellen, dass es Politiker gibt, Leute vielleicht wie Wolfgang Schäuble, der seit 44 Jahren im Bundestag sitzt, die finden es ganz geil, dass man sie in Ruhe lässt; dass es niemanden gibt, der sie herausfordert. Der Politiker als Manager ist wenig angreifbar. Politiker werden zur Stromlinienförmigkeit erzogen [...] Es gibt ein Anreizsystem, im politisch-medialen Betrieb so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Es gibt eine Tendenz zur Skandalisierung. Wenn da einer auf Low Profile macht und einfach versucht Dinge zu managen, ist er auf der sicheren Seite. Das führt natürlich dazu, dass sich nicht viel bewegt in der Politik. Aber den Wählern ist das ja anscheinend egal [...] Meine Erfahrung zeigt trotzdem, dass man in der Politik besser fährt, wenn man sich eine Stromlinienform zulegt. Und vielleicht auf den einen Moment wartet, in dem man doch was bewegt. Angela Merkels Abrechnung mit Helmut Kohl war so ein Moment. Aber wenn ich im politischen Alltag konfrontativ und streitlustig bin, bekomme ich zu hören: Christopher, meinst du nicht, dass du dich ein bisschen zurückhalten solltest? Es geht hier doch um die Sache, nicht um deine Person. Und die, die nur managen und verwalten, bekommen zu hören: Die Politik braucht Leute mit Ecken und Kanten [...] Politik muss per Definition das genaue Gegenteil von Management sein. Politik ist der permanente Ausgleich sich ständig verändernder gesellschaftlicher Interessen. Um im Bild zu bleiben: Manager sorgen dafür, dass der Laden läuft, und wenn er pleitegeht, müssen sie sich nur einen neuen Job suchen. Der Eigentümer trägt die Unsicherheit, den nicht berechenbaren Teil des Risikos. Staat und Gesellschaft sind unser Eigentum, und weil Eigentum verpflichtet, sollten wir das nicht verschleudern”.

18.06.2016

B1.012 Johannes Haushofer, Assistant Professor, auf die Frage, „welcher Misserfolg für ihn am schmerzhaftesten war”: „Die Tatsache, dass ich mich auf bestimmte Professorenstellen gar nicht erst beworben habe, weil die Person, die mich dafür empfehlen sollte, sagte, ich sei dafür nicht geeignet. So ein Feedback tut weh. Es zeigt ja auch, wie jemand deine Arbeit bewertet. So etwas ist schwer von der eigenen Person zu trennen. Und selbst wenn man es ganz professionell sieht: Es sind Möglichkeiten, die einem verschlossen bleiben”.

„Oberbürokrat”.

A637 F1.555 Diana St. Cloud, Figur aus „Quantum Leap”, Quantum Leap: „In marriage, husbands and wives are one; and that one is the husband”.

Die Sätze „Der Mittelpunkt der Welt befindet sich überall auf der Welt”, „Könnten ist weniger als Haben”, „Ablenkung hilft beim Ideenkriegen”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „In der Tat ist es ein gewaltiges Problem der Digitalisierung, dass Belästigung, Hetze und Drohungen gegen Frauen über soziale Netzwerke massiv zugenommen haben und sich, verglichen mit der physischen Welt, potenzieren. Frauen, besonders jüngere, sind weit häufiger Opfer von Hasskommentaren im Netz als Männer. Und es geht schlimmer: Männer rächen sich an Ex-Freundinnen und posten Sex-Videos, Vergewaltigungen werden gefilmt und im Netz „geteilt”. Dagegen können Frauen allein nichts unternehmen - außer womöglich aus den sozialen Netzwerken verschwinden. Aber auch dann bleiben sie Opfer, denn in der digitalen Welt bedeutet das Isolation. Netzkonzerne, Behörden und der Gesetzgeber müssen deshalb zusammenarbeiten, damit solche Taten und Straftaten verhindert, verfolgt und gegebenenfalls bestraft werden. Ein weiteres Risiko der Digitalisierung für Frauen kommt sehr viel harmloser daher: Frauen neigen noch stärker als Männer dazu, sich perfektionieren zu wollen, was in der Welt der sozialen Netzwerke ohnehin Trend ist. Jeder möchte schön sein, cool wirken, sich und sein spannendes Leben präsentieren. Gesundheits- und Fitnessapps suggerieren, dass diese Art von Perfektion möglich ist, wenn man nur hart genug arbeitet. Danach zu streben, kann viele Stunden und viel Aufmerksamkeit konsumieren. Darüber lässt sich leicht vergessen, dass man seine Kräfte auch sinnvoller einsetzen kann. Eben dafür, die digitale Welt mit ihren Freiheiten [...] zu gestalten”.

Wenn man einem Menschen, den man seit Jahrzehnten kennt, zum ersten Mal die Frage stellt: „Was ist eigentlich Dein Geheimnis?”

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Nie zuvor war es so einfach, eine Ideologie der Gewalt zu verbreiten, selbst unter Menschen, mit denen die Terroristen nie auch nur ein Wort gewechselt haben [...] Auf diesem neuen Schlachtfeld ist der IS schneller und geschickter als seine Gegner. Der Bundesnachrichtendienst (BND) schreibt, Öffentlichkeitsarbeit habe für den IS „den gleichen Stellenwert wie die Gewalttaten selbst” und sei „viel facettenreicher und professioneller als noch die Altherren-Videoansprachen von al-Qaida”. Der britische Geheimdienst GCHQ nennt soziale Netzwerke „das Kontrollzentrum von Terroristen”. Jared Cohen, der Chef von Google Ideas, sagt es so: „Der IS ist die erste Terrorgruppe, die ein physisches und ein digitales Territorium beherrscht” [...] Von 2014 an richtet der IS seine Terrorbotschaften an die ganze Welt. Kämpfer aus Großbritannien und Australien kündigen den Sieg des „Kalifats” an und fordern Muslime im Westen auf mitzukämpfen. „Die Kur für Depressionen heißt Dschihad”, behaupten sie und lassen weder Familie noch Beruf als Ausrede gelten. „Du kannst hier sein in diesen goldenen Zeiten”, heißt es in dem Video, „oder an der Seitenlinie stehen”. Wer jetzt nicht kämpfe, der werde sich eines Tages dafür verantworten müssen. Doch der IS wirbt nicht nur mit Pflicht und Kampf. In kurzen Videoclips namens „Mujatweets” sieht man junge Kämpfer - sie sprechen Deutsch, Englisch, Französisch - zum Beispiel auf einem nahöstlichen Markt stehen, die Kamera schwenkt auf prachtvolle Säcke mit Nüssen und Gewürzen, auf Eiscreme und saftiges Schawarma, eine arabische Döner-Variante. Hier wartet angeblich ein besseres Leben. Sogar von „Fünf-Sterne-Dschihad” ist die Rede, und Kämpfer zeigen sich in den Pools bedeutender Villen [...] Gleichzeitig bemühen sich Internetkonzerne wie Google, Facebook und Twitter, unter staatlichen Druck den IS zumindest teilweise von ihren Seiten zu verbannen. Oft nehmen sie Hinweise auf dubiose Inhalte von Polizei und Geheimdiensten entgegen. Eine britische Spezialeinheit etwa ließ 2013 insgesamt 17.541 „items” entfernen, zwei Jahre später waren es schon 55.556. So schnell im Silicon Valley aber gelöscht wird, so schnell stellen Terroristen und deren Anhänger neue Inhalte online. Zum Teil ist der IS auf kleinere Messaging-Dienste wie „Telegram” ausgewichen. Google hofft darauf, dass seine Computer lernen und terroristische Inhalte künftig automatisch löschen können. Dann wäre das Material viel schneller aus dem Netz als bisher. Das Problem mit dem automatischen Prozess ist, dass das Internet auch wissenschaftliche und journalistische Inhalte verlinkt. Würde ein Algorithmus also prinzipiell jedes vom IS produzierte Bild löschen, so würden auch viele Analysen und Berichte über den IS verschwinden”.

Norbert Blüm, Politiker: „Niemand wird heute ernsthaft bestreiten können, dass von Berlin eine gewaltige Sogwirkung ausgeht. Jeder, der mitspielen will, glaubt eben, er müsse in Berlin sein. Aus meiner Sicht bedeutet das einen Verlust an Vielfalt, Buntheit und föderaler Kraft. Ich glaube ohnehin, dass der Nationalstaat seine beste Zeit hinter sich hat. Die nationalen europäischen Parlamente müssen nach zwei Richtungen abgeben: nach oben und nach unten, nach Europa und in Richtung Kommunen. Mittelfristig wird der Bürgermeister wichtiger als der Bundestagsabgeordnete. Einerseits wird die Musik in den großen Ballungsregionen spielen. Andererseits wird im Zeitalter globalisierter Nivellierung regionale Identität immer wichtiger”.

17.06.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Das Ende der Jugend ist gekommen, wenn man nicht mehr versteht, was die nachfolgende Generation umtreibt. Aber ist man deswegen auch erwachsen? Ich bin 26, begrüße Apps, die meinen Internetkonsum regulieren, und nehme mir vor, öfter auf Emojis zu verzichten. Währenddessen schicken sich die fünf Jahre Jüngeren Einhorn-Selfies und Videos mit auslaufenden Regenbögen, die sich nach wenigen Sekunden selbst zerstören. Das große Mysterium dieser Generation heißt Snapchat”.

„Windkraft-Himmel”.

A636 F1.554 JR Ewing, Figur aus „Dallas”, 13.04.1990: „A marriage is like a salad: the man has to know how to keep his tomatoes on the top”.

Mathias Döpfner, Manager, Musikkritiker: „Um die 15 herum ist Sport die entscheidende Währung, und ich konnte keinen Sport. Wenn man Sport nicht kann und sich stattdessen für Literatur und Musik interessiert, ist das eher schwierig. Thomas Mann hilft nicht, wenn man beim Fußball immer als Letzter gewählt wird”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Vince Ebert, Physiker, Kabarettist: „Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass der intelligente Roboter immer ein Running Gag aus dem Silicon Valley bleiben wird. Denn Denken ist eben keine simple Rechenaufgabe. Es spricht sogar vieles dafür, dass es das genaue Gegenteil ist [...] Der Zukunftsforscher Matthias Horx glaubt, dass intelligentes Verhalten vor allem eine Anpassungsreaktion auf Gefahren, Angst, Bedrohungen und Verzweiflung ist. Um künstliche Intelligenz herzustellen, müssten wir demnach Robotern diese Emotionen beibringen. In letzter Konsequenz müssten sie sterblich sein. Und aus dieser Not heraus könnten sie dann eventuell so etwas wie Intelligenz entwickeln [...] Computer mögen unser Leben mehr und mehr beeinflussen. Im Guten wie im Schlechten. Doch wirklich „intelligent“ sind sie nicht. Denn sie können sich keine eigenen Ziele setzen. Erkundungsfahrzeuge auf Himmelskörpern sind zwar inzwischen fähig zu improvisieren und eigenständig neue Fahrtrouten zu finden, aber sobald alle ihre Aufgaben abgearbeitet sind, für die sie programmiert wurden, wissen sie nicht mehr, was sie tun sollen. Sie haben keine Fantasie. Und für ethische Fragestellungen haben sie erst recht kein „Gespür“. Unter diesem Gesichtspunkt ist es durchaus heikel, wenn man den Maschinen mehr und mehr Entscheidungsbefugnisse zutraut”.

B1.011 Georg Räth, Journalist: „Wenn ich Freunden und Bekannten davon erzähle, dass mein freier Freitag ihr Samstag ist, erhalte ich immer dieselbe Reaktion: Neid. Jeder wünscht sich mehr Freiheit. Und mit mehr Freizeit geht die fast automatisch einher. Was viele nicht wissen und Arbeitgeber schon mal verschweigen: Rein rechtlich hat fast jeder Mitarbeiter einen Anspruch darauf, seine Wochenarbeitszeit zu verkürzen. Dafür müssen sie nicht einmal Gründe angeben. Warum aber gibt es dann so eine Schere zwischen dem Wunsch nach weniger Arbeit und der realen Situation? Meiner Erfahrung nach trauen sich viele schlichtweg nicht, ihrem Chef oder ihren Kollegen mitzuteilen, gerne weniger arbeiten zu wollen. Das hat meist zwei Gründe: Erstens taucht in diesem Zusammenhang häufig das Wort „Kollegenschwein” auf: Wer weniger arbeite, der lasse seine Kollegen im Stich. Zweitens präsentiert man sich mit dem Wunsch nach weniger Arbeit als vermeintlich schwach: Andere sind dem permanenten Druck scheinbar gewachsen, nur ich nicht. Und schwach sein will niemand. Und damit auffallen schon gar nicht. Beides ist Quatsch: Zwar ist die Arbeit keine Freizeit und Druck gehört schon mal dazu. Aber sollte er niemals ein Dauerzustand sein. Nur wer ausgeruht und entspannt ist, kann langfristig Leistung bringen. Wer 40 Stunden und mehr im Büro sitzt, hat diese Zeit nicht automatisch in effektive Arbeit gesteckt. Zum anderen lastet man seinen Kollegen nicht mehr Arbeit auf, wenn man eine kürzere Wochenarbeitszeit hat. Es bedeutet nur, dass das starre Gebilde von Arbeit anders organisiert werden muss – zum Beispiel durch flexible Arbeitszeiten, wechselnde Arbeitsorte oder die Einstellung von mehr als einer Person für den gleichen Aufgabenbereich. Das bedeutet für den Arbeitgeber zwar einen organisatorischen und manchmal finanziellen Mehraufwand, aber langfristig einen Gewinn”.

16.06.2016

F1.551 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Wenn ich freitagabends nach Hause komme und einen Strauß Gänseblümchen finde - auf dem Grünstreifen vor dem Haus für mich gepflückt”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Grandma May behelligte Google mit der Suchanfrage „please translate these roman numerals mcmxcviii thank you”, deren Höflichkeit ihren Enkelsohn förmlich dazu zwang, sie per Twitter mit uns zu teilen. Seitdem wird Grandma May mit Liebesbekundungen und Berichterstattung nur so überhäuft”.

Ursula von der Leyen, Politikerin: „Die Deutschen neigen in Europafragen zur Schwärmerei, die Franzosen zu großem Pathos, die Italiener beeindrucken mit Improvisationskunst – all dies erden die Briten mit ihrer Skepsis, ihrem Understatement und ihrem grandiosen Pragmatismus”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Wer seine Facebook-Timeline durchforstet, findet seit kurzem immer wieder skurrile Veranstaltungen: Ein Freund ist an dem Event „Mittagstisch für Ramadanschummler” interessiert, der andere will zum „Friteusenfett Zubereitungskurs” und noch ein anderer ruft dazu auf, gemeinsam zum „meditativen Sacksniffen mit Jogi Löw” zu gehen. Wenn man diese Freunde fragt, was das Ganze eigentlich soll, haben sie selbst nicht wirklich eine Antwort darauf. Die meisten waren zuerst irritiert und dann amüsiert. Einer sagt, es erinnere ihn an diese „Spruchgruppen von schülerVZ damals”, die den anderen zeigen sollten, wie lustig und tiefgründig man doch sei [...] „Die nicht so schmierige Veranstaltungsfirma” nennen sich die fünf Studenten, die für den Hype verantwortlich sind und irgendwas mit Medien, Politik und Geld studieren, wie sie der taz per Mail erzählen. Auf ihrer Facebook-Seite betiteln sie sich selbst ganz bescheiden als „der beste Facebookhype seit der Flüchtlingskrise!”. Ihr Facebook-Auftritt hat mittlerweile über 25.000 Likes, bei einigen ihrer Veranstaltungen haben 60.000 Menschen den „Interessiert“-Button gedrückt, 27.000 den für Zusagen. Zugegeben: Das ist eine große Reichweite für eine „Firma”, die erst am 1. Juni gegründet wurde. Daher wohl auch die Bescheidenheit. In dieser Woche gab es allerdings Ärger im Hype-Paradies, wie der Tagesspiegel berichtet. Das Event „Taschendiebstahl leicht gemacht” sollte im Berliner Jugendzentrum „Die Pumpe” stattfinden, wo auch einige Flüchtlinge leben. Die Betreiberin sagte dem Tagesspiegel, dass „sie sich Sorgen um einen möglichen Aufmarsch vor einer Unterkunft minderjähriger Flüchtlinge” mache und sich deshalb „Unmut und Unverständnis” ausgebreitet hätte”.

„Einheitsschnitzel”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Amir Kassaei, Werbetreibender: „Ich glaube immer noch, dass Algorithmen keine Magie erzeugen”.

Martin Sonneborn, Journalist, Satiriker, Politiker: „Die EU steht für eine wirtschaftsorientierte Politik, bei der es keine Erzählung gibt, die die Leute mitreißt. Ich glaube, die Kriegsgeneration Kohl konnte den Leuten noch einfach vermitteln, dass ein Zusammenschluss, ein Europa ohne große Grenzen, etwas Positives ist: nie wieder Krieg. Freundschaft mit Franzosen und Engländern und Versöhnung mit den Staaten, die wir im Krieg heimgesucht haben. Die heutige EU ist ein kaltherziges und wirtschaftliches Objekt, und das lässt sich den Menschen nicht mehr vermitteln”.

A635 F1.552 Denny Crane, Figur aus „Boston Legal”, 16.05.2007: „The best part of my marriages has always been the first day”.

„Integrationspraktiker”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Emojis werden immer beliebter und finden auch in der Werbung mehr und mehr Verwendung. Zum 17. Juli, dem Welt-Emoji-Tag, hat sich Twitter mit Emoji Targeting etwas ganz Besonderes überlegt”.

„Missverständnis-Alarm”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Der US-Senat hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg einen Brief geschrieben. Darin bittet die Kammer des Kongresses Zuckerberg um Hilfe bei der Aufarbeitung des Attentats auf einen Nachtclub in Orlando. Der Attentäter Omar Mateen habe vor und während des Massakers im Club Pulse offenbar mehrere Facebook-Postings geschrieben und Suchanfragen gestellt, heißt es in dem Schreiben des republikanisches Senators Ron Johnson. Für eine weitere Untersuchung dessen bat der Vorsitzende des Senatskomitees für Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten den Gründer des sozialen Netzwerks um Informationen zu Onlineaktivitäten von Mateen”.

Heiko Maas, Politiker: „Wenn wir die aktuelle Vertrauenskrise stoppen wollen, müssen wir endlich aufhören, Politiksimulation zu betreiben und Nischenthemen zu bedienen. Wir müssen aufhören, Scheindebatten über eine Pkw-Maut für Ausländer zu führen, von der jeder weiß, dass sie niemals kommen wird. Die große Mehrheit bewegen andere Themen als die Frage, ob Jan Böhmermann für seine Schmähkritik vor Gericht geradestehen muss oder an welchem Ort das nächste Krisentreffen von Merkel und Seehofer stattfindet. Finden Familien auch in Großstädten eine bezahlbare Wohnung? Gibt es genug gute Jobs, die anständig bezahlt sind? Haben wir ausreichend Kitaplätze für Alleinerziehende? Ist nach vierzig Jahren harter Arbeit meine Rente größer als die Sozialhilfe? Wie sicher sind wir vor Kriminalität und Terror? Das sind einige der Fragen, die die Menschen wirklich bewegen [...] Wir brauchen Politisierung statt Polarisierung”.

F1.553 Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Jede Liebe ist ja immer auch eine Geschichte - und was soll das schon für eine Geschichte sein, die damit beginnt, 20 Minuten lang einen Fragebogen zu beantworten, eine Foto von sich hochzuladen und 449,40 Euro für ein Sechs-Monats-Abonnement zu überweisen? Obwohl monatlich 8,2 Millionen Deutsche online nach einem Partner suchen, hört man über Partnerbörsen immer noch oft: Sie seien Kuppleragenturen für komplett Verzweifelte oder Unersättliche, sie seien unromantisch und oberflächlich, Inszenierungsplattformen für Selbstoptimierer. Erst kürzlich schrieb Eva Illouz, die israelische Soziologin und Liebesversteherin, im Spiegel, dass die Digitalisierung „nur schwer herbeiführt, was wir uns von einer romantischen Begegnung wirklich erhoffen: voneinander bezaubert sein, verhext zu sein, dem anderen und seinem Charisma zu verfallen” [...] Der große Komiker Steve Martin hat in einem Interview einmal gesagt: „Wissen Sie, warum die Liebe erfunden wurde? Sie wurde erfunden, damit wir ficken”. Er meinte damit die Frau, die wir lieben, und keine andere. Martin, der sehr komisch sein kann, meinte das sehr ernst, er sagte auch: „Es reicht nicht aus, Kinder zu zeugen, man muss sich auch großziehen. Und dazu muss man eine Seelengemeinschaft bilden” [...] Wir leben in einer Ära der romantischen Verklärung: Die Liebe soll uns retten, uns erlösen, uns vervollständigen. Sie ist überfrachtet mit einer Last von Erwartungen, die so erdrückend ist, dass Partnerschaften unweigerlich darunter zusammenbrechen müssen. Die durchschnittliche Dauer einer Beziehung in Deutschland beträgt vier Jahre. Das ist der Teufelskreis der romantischen Liebe: Wir verlieben uns, trennen uns, verlieben uns. Weil irgendwo da draußen womöglich jemand auf uns wartet, der all diese Erwartungen doch noch erfüllen könnte und mit dem sich alles wieder aufregender, leichter, schöner anfühlt. Wir jagen permanent den Zauber des Anfangs. Partnerbörsen brechen aus dieser Verklärung aus. Und das hat mit diesen Algorithmen zu tun, die unsere Welt gerade erobern wie ein ansteckender Virus [...] Sie denken die Liebe nicht vom Zauber des Anfangs her, wie ein Regisseur es tun würde, sondern vom Ende. Sie fragen sich nicht: Warum verlieben Menschen sich? Sie fragen: Warum trennen sie sich? Glaubt man der Logik der Partnerbörsen, ist die Antwort: Stress. Umzugsstress. Kinderstress. Stress, der entsteht, weil Partner ungleiche Erwartungen an die Liebe haben. Denn das Leben funktioniert nicht wie ein Film. Es besteht nicht aus Wendungen, schnellen Schnitten, Höhepunkten. Sondern eher aus: Müll runterbringen, Kinder abholen, warten. Wir nennen das Alltag [...] Partnerbörsen glauben nicht an die große, alles verschlingende Liebe, sondern an die tragfähige Beziehung und daran, dass wir mit Menschen zusammen sein sollten, die uns guttun. Was mehr ist, als vielen gelingt. Und die Magie des Zufalls? Was genau ist eigentlich so magisch daran, mit irgendjemandem zusammenzukommen, nur weil er sich zufällig am selben Abend in derselben Bar am selben Getränk festhält? Der Zufall ist unzuverlässig und sprunghaft. Der Algorithmus hingegen ist eine verlässlich und fleißig arbeitende Glücksmaschine”.

15.06.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Nachdem die G7-Staaten schon im Mai betont einig eine gemeinsame Strategie gegen Hacker-Angriffe ankündigten, zieht jetzt auch die Nato nach. Sie hat gerade den digitalen Raum zum Kriegsgebiet erklärt. Virtuelle Attacken könnten damit in Zukunft den Bündnisfall nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrages auslösen – und in der Theorie aus digitalem schnell einen herkömmlichen Krieg machen. Wie gesagt, in der Theorie [...] Internationales Recht und die Charta der Vereinigten Nationen sollen endlich auch bei Hacker-Angriffen Anwendung finden. Darin waren sich die Vertreter der G7-Staaten einig, die sich im Mai im japanischen Ise-Shima trafen. Zusammen wolle man „energische Maßnahmen” gegen „Cyber-Angriffe” ergreifen [...] Auch das nordatlantische Militärbündnis Nato zieht jetzt nach. Cyberabwehr müsse „Teil unserer kollektiven Verteidigung” sein, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Das bedeutet, dass Hacker-Angriffe in Zukunft zum operativen Raum der Nato-Streitkräfte gehören sollen und auch den Bündnisfall auslösen können [...] Wenn also eine Gruppe oder ein Staat die Computersysteme eines Mitglieds der G7 mit einer Malware infiziert, dann hätte dieses das Recht, sich mit angemessenen Mitteln zu wehren – auch mit Gewalt. In Deutschland wäre das der Verteidigungsfall. Wenn dann noch der Bündnisfall dazu kommt, wie die Nato ihn beschreibt, dann könnte sich ein Hack schnell zu einem internationalen Konflikt ausweiten”.

Wenn Kinder erwachsener angezogen sind als ihre Eltern.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Social Networks, hach, herrje, ja, natürlich, sie entstehen ja auch weiterhin. Selbst dann, wenn Facebook so wie Google bei den Suchmaschinen gleichsam als allumspannende Krake über allem klebt und als Platzhirsch nicht wegzukriegen ist...blödes Bild...eine Krake als Platzhirsch, na, hoffentlich klar, was ich sagen will. Es gibt zum Beispiel zwei Ansätze, die für sich nicht neu sind. vTime zum Beispiel gibt mir die Chance, mit Freunden virtuell zusammen zu sitzen...gut, das hat jetzt auch niemanden als solches vom Hocker gerissen, das wollen sie ja alle, die Social Networks, zusammensitzen. Die Welt ist kein globales Dorf a la McLuhan geworden, sie ist eine einzige Gartenlaube, in der alle virtuell zusammensitzen. Möchte man meinen. Aber vTime soll das – ja, jetzt kommen die ersten mit Second Life auf, das es ja auch noch gibt, ehrlich – viel, viel virtueller und mit einem Schlag mehr Gartenlaube ermöglichen. Man soll nämlich – bitte jetzt alle festhalten – miteinander reden können. Von Avatar zu Avatar. Also fast persönlich. In einer 3D-Umgebung. Das klingt schon fast so verrückt wie „Brille runter und einfach mal mit den Menschen im Wohnzimmer um Dich herum reden”. Ehrlich. Die Winnie App hingegen ist ein wenig nutzwertiger als Social Network für Eltern”.

„Vorwahldesaster”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Richard Gingras: „Das Internet steckt in einer Krise und muss repariert werden [...] 40 Prozent der Mobile-User verlassen eine Site, wenn sie länger als 3 Sekunden lädt [...] Onlinewerbung nervt einfach, das sehen wir an den steigenden Adblockerraten [...] Ich würde nicht bei Google arbeiten, wenn ich nicht wissen würde, dass Google eine gute Rolle im Ökosystem Internet einnimmt [...] Wir brauchen neue Medienformen, neuen Journalismus, neue Geschäftsmodelle, und wir müssen uns fragen: Wie können wir dem Leser mehr Informationen zur Verfügung stellen?”

A634 F1.550 Ed Lane, Figur aus „Flashpoint - Das Spezialkommando”, 15.05.2009: „Communication, repetition, affirmation - secret to every great marriage”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Mitmachmassenmord”.

Wenn „Fans” nicht mehr über Fußball, sondern Fußballwetten diskutieren.

Aus der Reihe Online-Sprech, Jan Bayer: „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir bis heute das ganze Ausmaß der Digitalisierung nicht verstanden haben”.

14.06.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Zum Unabhängigkeitstag der Philippinen hat Facebook den Inselstaat versehentlich in den Kriegszustand versetzt: Das soziale Netzwerk gratulierte den 51 Millionen philippinischen Nutzern mit der Landesfahne - nur leider wurde diese verkehrt herum gezeigt, was das Land de facto in den Krieg versetzte. „Das war ein Versehen, wir entschuldigen uns”, erklärte Facebook”.

„Euro-Supernova”.

A633 F1.549 Jeff Bingham, Figur aus „Rules of Engagement”, 08.01.2000: „Marriages that don't end in divorce end in death”.

„Hintergrunddominanz”.

B1.010 Jamilon Mülders, Bundestrainer der Hockey-Nationalmannschaft der Frauen: „Es gibt in der Wirtschaft eine Reihe von Unternehmen, die mit sehr strengen Vorgaben arbeiten, die Personal ganz schnell ersetzen, nahezu maschinell. Und damit eben sehr erfolgreich sind. Probleme tauchen immer dann auf, wenn etwas außerhalb dieses Systems geschieht. Eine Gesetzesänderung zum Beispiel oder die Bedürfnisse des Marktes. Deswegen ist es uns so wichtig, dass man den Job nicht ganz normal 9 bis 5 erledigt, sondern auch bewusst zurücktritt und nachdenkt, quasi über die angrenzenden Puzzle-Teile und die Möglichkeit die Zukunft zu antizipieren. Wenn Sie führen und gewinnen wollen, dann lernen Sie besser aus der Zukunft und nicht aus der Vergangenheit. Nur so kann man nach unserer Philosophie den Vorsprung halten [...] Mannschaften sind ein System, das sich immer wieder ändert. Die Idee der Trainer vom alten Schrot und Korn wie zum Beispiel Louis van Gaal „lauf von da nach links, sonst bist du nicht mein Mann”, das ist vorbei. Mannschaften sind heterogen, was in der Summe dem Team gut tut. Und diese Erkenntnis wiederum mag auch für die Wirtschaft interessant sein. Was habe ich für eine Zielsetzung? Wie setze ich das Team zusammen? Definiere ich Verantwortungen und Rollen, sowie höre ich mir die wirklichen Wirklichkeiten meiner Mitarbeiter an? Nur weil ich etwas sage, muss es nicht verstanden werden oder gar ankommen”.

„Kühlschranktauschaktion”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Künstliche Intelligenzen komponieren Opern, beantworten unsere Emails und lösen uns demnächst bei der Lohnarbeit ab. Aber nicht genug: Eine neue App erobert nun das womöglich letzte Feld, das noch der menschlichen Kreativität vorbehalten war: die Kommunikation mit Emojis [...] Die neue App Dango läuft auf dem eigenen Telefon und schlägt auf Basis der Texte, die man im Messenger eintippt, das passende Emoji oder Gif vor. Ist doch einfach, könnte man meinen. Tippst du eben „Pizza”, schlägt die App das Pizza-Emoji vor. Schreibst du was von „honey” oder „love”, kommen Herzchen in allen Farben und Konstellationen. Aber der Unterbau von Dango ist eben kein einfaches „Machst du dies, passiert jenes”. Die App wird, ähnlich wie Facebooks Gesichtserkennung, von einem neuronalen Netzwerk getrieben. Das wurde von seinen Erbauern ausgiebig „trainiert“. In diesem Fall standen auf dem Trainingsplan: Millionen von Beispielen dafür, wie Emojis in freier Wildbahn verwendet werden, sprich: im Web. Da schreibt jemand vielleicht „I’m starving! (Burger, Pizza, Besteck)” oder „Let’s get a (Bier) tonight”. (Dango spricht übrigens bislang nur Englisch) [...] Dango kann also einen Satz, den es als Input erhält, in diesen Raum werfen und dann abgleichen, welche Emojis sich bedeutungstechnisch in der Nähe bewegen. Dabei kommen erstaunlich Popkultur-versierte Ergebnisse zustande. Für „Beyoncé” schlägt Dango zum Beispiel eine Krone und eine Biene vor – eine Anspielung auf den Spitznamen der Pop-Regentin „Queen Bey”. Und auch Slang hat Dango auf seiner Trainingsfahrt aufgeschnappt. Eine Erwähnung der Zahl „420”, in den USA ein Codewort fürs Kiffen, führt zu einem Smiley, das eine Wolke pustet”.

13.06.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Das Internet wird angeblich immer sicherer, zugleich wächst die Sorge der Nutzer vor möglichen Gefahren. Das ist das Ergebnis des „Sicherheitsindex”, der von der Initiative Deutschland sicher im Netz (DSIN) zum dritten Mal veröffentlicht worden ist. Demnach sehen die Nutzer die größten Risiken etwa in Computerviren, Identitätsdiebstahl, Phishing und Datenmissbrauch. Die Zahl solcher sicherheitsrelevanten Vorfälle im digitalen Alltag ist der Analyse zufolge 2016 in Deutschland jedoch erneut leicht zurückgegangen. Gleichzeitig ist der Index, der die Sicherheit im Internet misst, gestiegen: von 63 Punkten 2015 auf nun 65,4 Punkte. Für den Index wurden 2010 Internetnutzer in einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest befragt, beispielsweise dazu, wie oft sie sicherheitsrelevante Vorfälle festgestellt haben. 12,5 Prozent der Nutzer gaben an, dass sie Computerviren entdeckt hatten, acht Prozent berichteten von unerwünschtem E-Mail-Versand im eigenen Namen, 7,9 Prozent von Kauf- und Buchungsbetrug. Viele Nutzer stellten jedoch erst gar nicht fest, dass sie Opfer eines solchen Vorfalls geworden sind, betonte DSIN-Vorstandsvorsitzender Thomas Kremer bei der Vorstellung der Analyse in Berlin. Dass sich Verbraucher trotz einer immer besseren Sicherheitslage im Netz unsicher fühlten, könne „zu einer Vertrauenskrise in die Digitalisierung führen, die wir uns nicht leisten können”, betonte Kremer. Einen Grund für die Entkoppelung sieht er unter anderem darin, dass sich manche Nutzer von der Technik überfordert fühlten”.

Warum „vertiefen” und „begraben” im Deutschen zu Gegensätzen geworden sind.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Das OLG München hatte sich mit der Frage zu beschäftigen ob die Verwendung von Fotos aus Facebook in einer Online-Tageszeitung zulässig ist wenn es sich hierbei um einen Internetpranger handelt. Das OLG München hat dies im Ergebnis verneint. Zuvor hatte aber das Landgericht München noch gegenteilig entschieden. Beide Gerichte gehen daher in der Beantwortung dieser Frage unterschiedliche Wege”.

D610 Warum mein Motto für diese Woche lautet: „RK UB TK”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Derzeit testet Google drei Varianten von sogenannten Shopping-Filter-Buttons. Damit sollen unter anderem die am besten bewerteten Produkte direkt klickbar sein”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Wegen angeblicher rechtsextremer und volksverhetzender Äußerungen auf Facebook wird gegen einen Kriminalkommissar aus dem Saarland ermittelt. Seine Büroräume im Polizeipräsidium und seine Wohnung wurden bereits am Freitag von Beamten des Staatsschutzes wegen des Verdachts der Volksverhetzung durchsucht, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Montag gegenüber SPIEGEL ONLINE”.

A632 F1.548 Mrs. Doubtfire, Figur aus dem gleichnamigen Film, 24.11.1993: „They always say the key to a solid marriage is laughter”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „snapchattig”.

12.06.2016

„Alltagsparfüm”.

F1.546 Erstaunlich: Je länger man Single ist - und auf der Suche nach einer Beziehung ist -, desto mehr Erwartung steckt man in eine Beziehung, die es noch nicht gibt. Umgekehrt wäre es gesünder.

„Kiwischalensalat”.

F1.547 „Je größer der Altersunterschied in einer Beziehung ist, desto niedriger ist die Lebenserwartung der Frau - vor allem, wenn sie deutlich älter ist als der Mann”.

„Phrasen-Gedribbel”.

Nachgeschlagen: teardrop; outthink; whetstone; bottom-feeder; trappings; dapper; man of letters; tipper; garrison; fanciful; looter; fortnight; espionage; incremental; gape; hiccup; untangled; backpedal; infringement; cumber; smelly; eatery; deleterious; obfuscate; circuit; beetle; submerge; paperclip; grouch; onward; turnkey; cashpoint; arbitrary; table of contents; error-prone; replicate; cowardice; manservant; schlub; imbecile; suspicious; dehumanize; meticulous; blast; placid; tryout; bugger; jaded; till; scrimmage; mind-bending; inception; foam; incumbent; bozo; dunnage; baloney; deity; immutable; jacked.

11.06.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Anstupswunsch”.

„Privatetymologie”.

Menschen, die ihre Lieblingsmusik hören und dabei unglücklich aussehen.

„Fleiß-Hanuta”.

Wenn Tanzende Tanz werden.

A631 F1.545 Aus dem Lied „Lessons in love” von Level 42, 1987:
„All the dreams that we were building
We never fulfilled them
Could be better, should be better
For lessons in love
For restless eyes, egos burn
And the mold is hard to break
Now we've waded in too deep
And love is overboard
Heavy hearts, token words
All the hopes I ever had
Fade like footprints in the sand
All the homes that we were building
We never lived in
Could be better, should be better
Lessons in love”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Versucht der Suchmaschinen-Gigant, über die Funktion zur Autovervollständigung der Sucheingabe die Anfragen zu manipulieren? [...] Ein solcher Manipulationsversuch wird Google jetzt rund um den Präsidentschafts-Wahlkampf in den USA unterstellt. Die US-amerikanische News-Seite Source Fed behauptet, wenn man etwa „Hillary Clinton cri“ als Suchbegriff eingebe, würde die Suchmaschine als Vorschläge zur Vervollständigung „hillary clinton crime reform”, „hillary clinton crisis” oder „hillary clinton crime bill 1994” anzeigen. Andere Suchdienste wie Yahoo oder Bing würden davon abweichende Vorschläge machen, etwa „hillary clinton criminal charges”, „hillary clinton crimes” oder „hillary clinton criminal record”. In vergleichbarer Weise könnte das auch bei Suchbegriffen wie „donald trump ra” oder „donalt trump la” geschehen. Hier sollte man eigentlich erwarten, dass „donald trump rape” (Vorwurf im Zusammenhang mit seinem Scheidungsprozess) oder „donald trump lawsuit” (angesichts der zahlreichen Prozesse um diesen Kandidaten eine naheliegende Option) erscheinen würde. Doch Berichten wie etwa diesem zufolge schlägt Google hier unverfängliche Suchbegriffe wie „donald trump rally”, „donald trump ratings” oder „donald trump rap songs” vor”.

10.06.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Natürlich hoffen die meisten von uns, dass Deutschland Europameister wird. Wer noch passende Argumente dafür braucht, dem liefert Yahoo jetzt neue Beweismittel. Zusammen mit Tumblr hat das Web-Portal errechnet, dass die DFB-Auswahl den Titel gewinnt. Dazu durchforsteten Yahoo-Researcher 24 Millionen Tumblr-Blogs und 20 Milliarden Beiträge mit Fußball-Bezug”.

„Nachvornedenker”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für die überschäumende Lust, bei einem Musikstück mitzusingen. Bei „Hör-Ekstase” fehlt die Verknüpfung zum Singen.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ich wollte sie gerne kennenlernen, aber man gab mir lediglich ein iPhone 3G [...] Technisch gesehen ist das Bill Gates. Nicht der Rede wert [...] Wie ich aussehe? Wie ein Käserad, wie der Mond, wenn er voll ist, wie die Deutsche Meisterschale [...] Ich habe heute dieses schicke Gehäuse an. Gefällt es dir? [...] Zur Zeit höre ich „Computerliebe” von das Modul. Sie haben auch ein Lied, das „1100101” heißt. Was für wunderbare Titel!”

„Meisterschafts-Handys”.

F1.543 Aus der Reihe Online-Sprech: „Kommst Du noch für ein Post Sex Selfie mit nach oben?”

„Spielplatzparadies”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Wer vor zehn Jahren bereits bei StudiVZ gewesen ist, wird diesen Trend womöglich noch kennen: Damals sind Mitglieder in Scharen in witzige Gruppen wie „Meine Vorlesungszeiten kollidieren mit meinen Schlafzeiten”, „War doof, merkste selbst, ne!?!” oder „Scheiß Party, wenn ich meine Hose finde, geh ich heim” eingetreten. Die Gruppen sind natürlich völlig sinnfrei gewesen und passiert ist darin nichts. Es ist lediglich darum gegangen, das eigene Profil humorvoller zu gestalten und den Besuchern ein Lächeln abzuringen [...] Zurzeit passiert auf Facebook etwas ganz Ähnliches. Nutzer bekunden bei schrägen Events ihr Interesse, mit dem Ziel, dass eben diese Veranstaltungen im Newsfeed der Freunde aufploppen. Es sind Facebook-Events wie „Kochkurs für Patrioten und Wutbürger” oder „Großes FKK Delfinreiten”, die gerade massenhaft Menschen anziehen und deren Teilnahme für große Freude bei den eigenen Bekanntschaften sorgt”.

D609 Depression bedeutet auch, die Wochenendplanung zu überfrachten, um sinken zu können.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook ist eigentlich wie das echte Leben. Da gibt es alles: Spannendes und Langweiliges. Trauriges und Fröhliches. Liebe und Hass. Gerade mit Letzterem hat Facebook jedoch in jüngster Zeit erhebliche Probleme”.

A630 F1.544 Aus dem Lied „Heartbreaker” von Dionne Warwick, 28.09.1982:
„I got to say it and it's hard for me
You got me crying like I thought I would never be
Love is believing, but you let me down
How can I love you when you ain't around
And I get to the morning and you never call
Love should be everything or not at all
And it don't matter whatever you do
I made a life out of loving you
Only to find any dream that I follow is dying
I'm crying in the rain
I could be searching my world for a love everlasting
Feeling no pain
When will we meet again
Why do you have to be a heartbreaker
Is it a lesson that I never knew
Got to get out of the spell that I'm under
My love for you”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook ermöglicht seinen Nutzern, auf der Timeline 360-Grad-Fotos anzuschauen. Dafür gibt es einen neuen Betrachtungsmodus, der das Rundumpanorama als Kugelprojektion darstellt - vergleichbar mit Googles Betrachtungsmodus für die eigenen Photo-Sphere-Aufnahmen [...] Nutzer können sich mit Hilfe der Maus im Panorama bewegen. Auch mit der Gear VR von Samsung lassen sich die 360-Grad-Bilder anschauen. Im Newsfeed von Facebook werden derartige Panoramabilder mit einem kleinen Kompasssymbol gekennzeichnet. Unser Versuch, ein 360-Grad-Panorama hochzuladen, das wir mit der Photo-Sphere-Funktion der Google-Kamera-App aufgenommen haben, scheiterte allerdings. Wir haben es über die Teilen-Funktion von Google Fotos, direkt über die Facebook-App unter Android und über die Browserversion von Facebook versucht, erhielten aber jedes Mal nur eine Gesamtdarstellung des Panoramas, und nicht den Betrachtungsmodus”.

Jens Uwe Martens, Persönlichkeitspsychologe, Coach, Autor: „Die Psychologie hat mehrfach nachgewiesen, dass wir besser drauf sind im Leben, wenn wir Optimisten sind [...] Wir bewerten immer. Das hat sich in der Evolution so entwickelt. Wer die Dinge in gefährlich und ungefährlich, gut und schlecht einteilt, der lebt länger und verbreitet mit größerer Wahrscheinlichkeit seine Gene. Sie bewerten mich, Sie bewerten, was ich sage, Sie bewerten das Café, in dem wir sitzen. Aber um etwas bewerten zu können, müssen Sie eine Vorstellung davon haben, wie etwas idealerweise zu sein hat. Sie haben also alle möglichen Cafés, die sie kennen, bewusst oder unbewusst vor Augen und sagen: Joah, das ist hier jetzt gut, schlecht, mittel. Und so ist das bei jeder Situation, im Urlaub, zu Weihnachten, auf einer Party. Das Problem ist: Unsere Maßstäbe basieren nicht nur auf Erfahrungen, sondern werden auch durch Medien suggeriert. Durch Filme, Werbung oder die Fotos und Erlebnisse von Bekannten in den sozialen Netzwerken. Da sehen Sie eine Menge toller Partys, wundervolle Urlaube, harmonische Weihnachten, schönste Sonnenuntergänge. Das geht alles unbewusst in unseren Maßstab rein. Wenn sich diese Idealbilder nicht erfüllen, heißt das: schlechte Bewertung. Enttäuschung. Würde man sich öfter klarmachen, dass viele unserer Maßstäbe in einer Traumwelt angesiedelt sind, ginge es uns schon besser [...] Es gibt eine Technik, die heißt „Reframing”. Man übt im Gedankenspiel, Situationen umzudeuten. Die Perspektive zu wechseln. Einfachstes Beispiel: Sie stehen im Stau. Ist ja grauenhaft. Zeitverschwendung, Verspätung, fürchterlich. Umdeutung: So können Sie sich endlich mal auf die Informationssendung im Radio konzentrieren. Oder eben: Jemand kommt zu spät, Sie sind fürchterlich sauer, weil Sie ihm eine böse Absicht unterstellen oder überzeugt sind, dass das ein Beweis dafür ist, dass der Sie nicht ausreichend schätzt, sich als etwas Besseres fühlt. Umdeutung: Darüber nachdenken, dass ja auch etwas Unvorhergesehenes passiert sein könnte, auf das er gar keinen Einfluss hatte. Alles Übungssache. Wenn man das ein Leben lang macht, geht es einem gut. Habe ich ausprobiert”.

Wenn Turniere zu groß werden, um noch Spiel zu sein.

09.06.2016

F1.541 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Meine Großeltern, die sich auch nach 58 Ehejahren noch verliebt anschauen, es keinen Tag ohne einander aushalten und das Ende jeden Tages mit einem Kuss besiegeln. Dabei wurde mir schon als kleines Kind warm ums Herz, und bis heute hat sich nichts daran geändert”.

„Seelentante”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Um das persönliche Weiterempfehlen von Apps zu fördern, setzt Apple mit iOS 10 auch auf 3D Touch: Als Teil der Quick-Actions auf dem Homescreen soll dann auch ein Eintrag zum Teilen der ausgewählten App auftauchen. Wie diese Funktion konkret umgesetzt ist, bleibt vorerst offen, ebenso wie die Frage, ob der Nutzer dies wieder abschalten kann. Apps können derzeit maximal bis zu vier „Quick Actions” zum Schnellzugriff auf bestimmte Funktionen anbieten. Falls kein fünfter Eintrag hinzukommt, würde die Teilen-Aktion einen der wichtigen Plätze belegen”.

„Voodoo-Fonds”.

Public Viewing. Beamer. Kicker. Slip. Happy End. Showmaster. Shooting Star. Fitnessstudio.

Aus der Reihe Online-Sprech, HillaryClinton: „Delete your account. https://t.co/Oa92sncRQY”.

F1.542 Da Frauen besser im Zitieren sind als Männer im Komplimente machen, sollte er nur Aufmerksamkeiten verteilen, die er einerseits versteht und zu denen er auch zu jedem anderen Zeitpunkt steht und die er jederzeit ruckelfrei wiederholen kann. „Zeit mit Dir ist am schönsten”, „Du bist die Musik zu meiner Musik”, „Dich zu verlieren, würde bedeuten, verloren zu haben”, „Schön, dass wir gleichzeitig leben”, „Mit Dir wird jede Sekunde zum Augenblick”, „Du bist der Grund für mein Lächeln beim Aufwachen”, „Neben dir aufzuwachen bedeutet, dass der Traum einfach weitergeht”, „Du bist mein Lieblingsmensch”, „Sollte die Welt elektrisch sein, dann bist Du meine Steckdose”, „Als wir uns zum ersten Mal küssten, wusste ich auf einen Schlag, bis dahin nicht geküsst zu haben”, „Worüber andere Bücher schreiben, das erlebe ich an einem Wochenende mit dir”, „Schaust Du mich an dann fühle ich mich Zuhause”, „Jeder Tag, den ich mit dir verbringe, ist mein neuer Lieblingstag, zum Beispiel heute”, „Ich rauche Gedanken an Dich wie Zigaretten” oder „Müsste ich Glück mit zwei Buchstaben schreiben, käme „Du” dabei heraus” zählen zu den eleganteren Komplimenten.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter-User haben das Video einer Google-Suche seit Montag tausende Male auf Twitter geteilt: Die Eingabe „three black teenagers“ fördert vor allem Polizeifotos verhafteter schwarzer Jugendlicher zutage, „three white teenagers” dagegen zeigt Bilder gut gelaunter Weißer. Ist die Google-Bildersuche also rassistisch? [...] Nicht Googles Algorithmus sei das Problem, sondern die Ergebnisse, die er zutage fördert. Genau das hat der britische Blogger und YouTuber Antoine Speaks bereits im März in einem Video zum gleichen Thema zu erklären versucht: Googles Suchergebnisse kämen durch das zustande, was im Netz gesucht wird, sagt er. Die Suche nach „three white teenagers” führe vor allem zu Stock-Fotos, also Bildern, die gekauft werden können, um sie für Werbung zu verwenden, weil Anbieter dieser Fotos ihre Bilder mit diesen Begriffen taggen, um sie für Suchmaschinen zu optimieren. Die Anfrage „three black teenagers” führe hingegen vor allem zu Bildern festgenommener schwarzer Jugendlichen, die größtenteils aus Presseberichten über diese Fälle stammten. Es sei in unserer Gesellschaft einfach unwahrscheinlicher, dass eine Person nach „drei schwarzen Jugendlichen” suche, um sie als Models in einer Kampagne oder Werbung zu verwenden. Anders gesagt: Nicht Googles Algorithmus ist rassistisch. Die Gesellschaft und vor allem die Presseberichterstattung in den USA ist es. Bilder, Texte oder Videos tauchen in Google vor allem dann weit oben in den Suchergebnisse auf, wenn sie ordentlich verschlagwortet worden sind, das nennt sich Search Engine Optimization (SEO). Je besser die SEO, desto höher bewertet Google eine Seite. Für Suchanfragen nach weißen jugendlichen betreiben die Anbieter von Stockfotografie diesen Aufwand offenbar. Für die Suche nach schwarzen Jugendlichen lohnt sich das scheinbar nicht. Wer nach diesen Begriffen sucht, will offenbar Artikel über festgenommene schwarze Jugendliche lesen, das glauben scheinbar zumindest die Medien in den USA”.

B1.009 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Mit 14 Jahren habe ich den Beruf des Kochs erlernt, danach fast 40 Jahre lang als Kaufmann in einer anderen Branche gearbeitet. Und jetzt im Ruhezustand gehe ich in einem tollen Restaurant wieder kochen. Mit Gänsehaut-Feeling und Haaren, die zu Berge stehen, wenn ich wie früher erschöpft den Heimweg antrete. Nostalgie pur!!”

08.06.2016

F1.540 B1.007 Julia Roberts, Schauspielerin auf die Frage, was „der Schlüssel dafür ist, dass eine Ehe hält”: „Man muss einfach am anderen interessiert bleiben und in die Beziehung investieren wollen. Natürlich hilft es, dass wir fast dieselben Wertvorstellungen haben. Zum Beispiel dass einer immer zu Hause bei den Kindern ist, wenn der andere arbeitet. Außer wir arbeiten – wie bei diesem Film – am selben Set”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Kommt das dreidimensionale Selfie?”.

B1.008 Martin Korte, Hirnforscher: „Erst vom 55. Lebensjahr an fällt es Menschen deutlich schwerer, komplett neue Konzepte zu erlernen, weil die Geschwindigkeit des Lernens nachlässt. Aber: In diesem Alter können ältere Mitarbeiter zum Beispiel Arbeitsabläufe oft schneller erledigen, weil sie durch ihren enormen Wissens- und Erfahrungsvorsprung neue Informationen schneller in ihr vorhandenes Wissen einsortieren. So kommen sie dann mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Entscheidungen, die eine höhere Validität und eine höhere Berechenbarkeit haben [...] Das Expertenwissen, das man in 25 Jahren Berufstätigkeit erworben hat, bestimmt weiterhin das Denken mit. Ein Ökonom zum Beispiel wird immer in wirtschaftlichen Kategorien denken. Gut für ältere Arbeitnehmer hingegen sind prinzipiell alle Bereiche, die beratend tätig sind und mit der vorherigen Tätigkeit zu tun haben: Schulberatung, Technikberatung, Personaleinstellungen etwa. Denn dort kommen die Erfahrungen und Fähigkeiten der „Generation 50 plus” bestens zur Geltung. Ältere Menschen haben eine höhere emotionale Intelligenz als jüngere Menschen. Und sie haben eine bessere emotionale Kontrolle als Jüngere. Beides ist erwiesen [...] Ausgebrannte, gute Lehrer könnten zum Beispiel ins Direktorium wechseln oder Seminarleiter werden. Veränderungen haben zwar ihren Reiz und sind auch immer wieder gute Stimuli fürs Gehirn, sie bergen aber auch Gefahren. Läuft alles gut, ist es wunderbar fürs Gehirn. Entwickeln sich die neuen Jobs aber zum Stressfaktor, beschleunigt der Stress den Alterungsprozess des Gehirns”.

„Sachverständigenbegehung”.

Aus der Reihe Wohlstandssprech: „Gestalten Sie sich Ihr Magnum-Eis selbst! Basis ist der Magnum-Rohling, der in flüssige Schokolade getaucht wird. Wählen Sie dann aus 15 leckeren Toppings und genießen Sie ihr individuelles Lieblingsmagnum”

„Kiez-Kanzlerin”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sandro Schröder: „Kurioserweise schwärmen wir Digitalsüchtigen gerne von unserem letzten Urlaub auf der Offline-Insel. Wo wir nicht ständig mit dem Daumen paddeln konnten, weil uns ein Funkloch dazu gezwungen hat. Oder weil wir in einer selbstgewählten Auszeit nicht ständig aktualisieren wollten. Wir Digitalsüchtigen schwärmen gerne mal vom so erholsamen Offline-Urlaub, fernab der alltäglich gewordenen und selbstverursachten Informationsgezeiten. Meistens braucht es einige Zeit, bevor wir uns an diesen Urlaub gewöhnen – aber dann genießen wir ihn in vollen Zügen, egal ob wir ihn selbst genommen haben oder durch Umstände dazu gezwungen werden. Sind froh, aus dem Rhythmus zu sein. Aus dem Schlagrhythmus unserer Daumen, der den digitalen Alltag an unseren Augen und unserer Wahrnehmung vorbeiscrollen lässt. „Müsste man eigentlich viel öfter machen, so eine Auszeit.” Das nehmen wir uns immer wieder vor. Und danach scrollen wir erstmal durch das Verpasste in den sozialen Netzwerken. Wir Digitalsüchtigen”.

07.06.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Ein Vermieter aus Salt Lake City hat Mieter unter Druck gesetzt: Entweder sie liken die Seite des Vermieters bei Facebook innerhalb von fünf Tagen - oder sie fliegen raus. Jetzt kassiert er einen Shitstorm für die Aktion - und rudert zurück”.

D608 Diese Tage, an denen Runter- Raufkommen bedeutet.

Aus der Reihe Online-Sprech, Hannelore Kraft, Politikerin: „Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat einen Netzkodex NRW gegen Verrohung im Internet angeregt”.

„Torhütervolk”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Am Sonntag, den 05.06.2016 geschah Historisches! Erstmals in meiner persönlichen Facebook-Geschichte wurde ein Foto entfernt, weil ich es als unangebracht gemeldet hatte. Es war das Bild einer Werbeanzeige für verschiedene Textilien mit eindeutig Pegida-nahen Aufdrucken. Mit den dort gezeigten Parolen wie „Merkel muss weg” oder Pegida-Fanshirts kann ich gut leben, so viel Meinungsfreiheit muss sein. „Rapefugees not welcome”, geht mir allerdings zu weit. Mittlerweile sieht das wohl offenbar auch Facebook so. Das Bild wurde tatsächlich entfernt. Wenige Minuten später lud der Facebook-Nutzer es jedoch wieder hoch. Ich meldete erneut. Am nächsten Morgen die negative Überraschung. Auf einmal teilte mir Facebook zum gleichen Bild mit, es sei mit den Gemeinschaftsstandards vereinbar”.

F1.539 Da wir nicht einmal mit Bleistift eine gerade Linie ziehen können - wie sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schwieriger ist es dann, einen Schlussstrich unter eine jahrelange Beziehung zu ziehen.

06.06.2016

„Aldi-Krankheit”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Jüdische Autoren und andere Personen des öffentlichen Lebens haben sich mittlerweile wohl daran gewöhnt, ihre Namen in Foren und in Twitter-Beiträgen von drei runden Klammern umgeben zu sehen. Yair Rosenberg ist Senior Writer beim jüdischen Online-Magazin Tablet, und sein Name taucht online beispielsweise in diesen Varianten auf: (((Yair Rosenberg))) oder (((Rosenberg))). Seit längerem ist ihm die Bedeutung der Klammern nur zu gut bekannt: Es handelt sich um eine Art Geheimcode unter Neonazis, mit dem Rosenberg online ganz offensichtlich als jüdisch „markiert” werden soll, um ihm damit zu verstehen zu geben, dass er beobachtet oder zumindest von Menschen, die ihn hassen, als Jude wahrgenommen wird”.

„Journalistenmethadon”.

Aus der Reihe Online-Sprech Michael Karg, Manager: „Unternehmen wollen immer stärker mit uns als Individuen kommunizieren - per Messaging, E-Mail, über Werbung, was auch immer. Wir haben aber alle nur ein Gehirn, daher ist absehbar, dass uns diese Entwicklung völlig überfordern wird [...] Die Lösung könnte eine Maschine sein, die zwischen uns als Individuen und den ganzen Maschinen da draußen sitzt, die unablässig Inhalte distribuieren. Eine Maschine, die sich programmieren lässt und die unsere Interessen vertritt [...] Wenn Sie einstellen, nur noch von drei bestimmten Marken etwas hören zu wollen, kommen nur noch genau diese drei Marken mit ihren Messages zu Ihnen durch. Und der Rest eben nicht”.

„Beute-Syndikat”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „2.615.151 Infektionen in 15 Tagen! Unser Virenlabor hat eine neue Bedrohung entdeckt, die sich in Downloads versteckt und die Kontrolle über Ihren Browser erlangen kann. Schützen Sie sich jetzt vor Gefahren dieser Art mit einem Upgrade”.

„Dauerschaustelle”.

F1.538 Ein Beziehungsstreit ist wie ein Schwertkampf: man denke erst nach, bevor man sich bewegt.

05.06.2016

„Drohnen-Dilemma”.

Wenn man Worte, die man nicht aussprechen kann, zu seinem Lebensmotto macht.

„Schachbrettansicht”.

F1.537 Beziehungsprobleme diskutieren, obwohl man nur eine Affäre hat.

„Intervalllüften”.

Warum der „Angeber” millionenfach populärer als der „Aufgeber” ist. Dabei tritt Auf- viel häufiger auf als Angeben.

„Ponyhof-Polizei”.

B1.006 Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Sie können Ihrer Bewerbung bessere Chancen verschaffen, wenn Sie ein attraktives Profilbild bei Facebook einstellen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Stijn Baert von der Universität Ghent in Belgien für das Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit durchgeführt hat”.

04.06.2016

„Diktatorentochter”.

Aus der Reihe Wohlstandssprech: „Was taugt die Luxus-Kaffee-Kapselmaschine mit App-Steuerung von Tchibo?”

„Problemverkäufer”.

B1.005 Cori Schumacher, Surferin: „Die Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Ronda Rousey sagte kürzlich, dass sie nach ihrer ersten Niederlage Selbstmordgedanken hatte. Ich kann das gut verstehen, weil es mir ähnlich ging: Selbstbewusstsein ist bei Sportlern direkt an den Erfolg geknüpft. Niemand wird ein Champion, wenn er Probleme mit seinem Selbstwertgefühl hat. Es ist die Sucht, etwas Besonderes zu sein. Von den Menschen auf der Straße erkannt zu werden”.

„Designermetzger”.

A629 F1.536 Edwina, Figur aus „Love Like You've Never Been Hurt”, 30.11.2009: „A woman needs to plan her orgasms!”

Warum „Irgendwann” zu den gefährlicheren Worten zählt.

Juli Zeh, Schriftstellerin: „Wenn man ernsthaft eine lebendige Provinz erhalten möchte, muss man das Infrastrukturproblem lösen. Das gehört zu den Dingen, die mich an der deutschen Politik fassungslos machen. Unterbesetzte Friseurläden sind ja nicht das Problem, sondern fehlende Regionalanbindung, Ärztemangel, und die Kinderbetreuung bricht vielleicht auch bald weg. Diese Dinge ermöglichen den Leuten doch erst das Leben auf dem Dorf [...] In der Gemeindepolitik erlebe ich, dass Frauen schneller aus den Puschen kommen und den Mund aufmachen, wenn es ein Problem gibt. Ein Mann wird eher aktiv, wenn ihn ein Anliegen persönlich aus einem bestimmten Grund interessiert. Ansonsten bleibt er lieber im Sessel [...] In einem kleinen Dorf kann jeder, der dort herumkrebst, Bedeutung für das eigene Leben haben. Entsprechend guckt man genau hin: Ist der neue Nachbar ein Spießer oder Nörgler? Oder wirkt der ganz locker und hat Humor? In der Stadt kann man sich ja nicht für alle interessieren, die einem auf der Straße begegnen. Im Dorf tut man das automatisch. Mann oder Frau spielt dabei nicht die große Rolle [...] Wichtig ist, dass man sich einer Stadt aussetzt, sich ein bisschen von ihr verdauen lässt, um dazuzugehören. Städte sind für mich wie Wesen, die haben eine Körpertemperatur, einen Charakter, sind organisch, fast wie große Tiere [...] Wir brauchen dringend wieder mehr öffentlichen Raum in den Städten, damit dort wieder echtes Leben stattfindet. Wir sind dazu übergegangen, öffentliche Räume durchzuregulieren, als wären sie Flughäfen. Es gibt Spielplätze für Kinder, Hundewiesen für Hunde, Bürgersteige für Fußgänger, Radwege für Fahrräder und so weiter. Aber wir würden leichter zueinander finden, wenn es Flächen gäbe, auf denen wir einfach Mensch sein können, uns auf den Boden setzen, Bier trinken, Picknick machen oder ein Gemüsebeet errichten. Ohne, dass man von einer Kamera beobachtet oder von der Polizei ermahnt wird. So etwas ist heutzutage nur noch „draußen” möglich, also auf dem Land, in der Natur oder vielleicht auf einer Fläche im Park. Die Städte hingegen werden zu sterilen Transiträumen. Die Leute merken das immer erst, wenn sie in südlichen Gegenden Europas auf einer Piazza sitzen und denken: „Hier ist es ja schön. Da laufen Kinder und Hunde, und da sitzt jemand und schält Kartoffeln. Wie idyllisch.” Aber warum es bei uns nicht so idyllisch ist, verstehen sie nicht”.

03.06.2016

„Bezahl-Ring”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Das Deep-Learning-Team von Google will Modelle erstellen, mit denen sowohl Musik als auch bildende Kunst maschinell generiert werden kann. Für das Projekt mit dem Namen Magenta will Google aktiv mit Künstlern zusammenarbeiten”.

„Skandalberg”.

Heiner Bremer, Journalist, Fernsehmoderator, Politiker: „Wenn ich eine politische Ermüdungserscheinung habe, dann ist es eher das bei mir wachsende Unverständnis darüber, wie Politik zur Zeit abläuft. Die Politik gestaltet nicht mehr wirklich, sondern verwaltet nur noch – und ist in weiten Bereichen relativ prinzipienlos geworden”.

„Dauerprovisorisch”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Schon im letzten „Tatort” aus Ludwigshafen wurde ja versucht, eine ästhetische Erzählstrategie für das Leben, das Langweilen und das Lieben zu Zeiten von Facebook und Tinder zu finden, doch die Filmemacher verhedderten sich in den Handy-Selbstinszenierungen ihrer Figuren. Das gleiche gilt jetzt für den Berliner „Tatort”, die verdächtigen Mädchen wirken wie Abziehbilder displaywischender, radebrechender, empathieloser Schminktopfdusselchen. Was sie antreibt, bleibt unklar. Was sie zusammenhält sowieso. Keine Ahnung, was die da die ganze Zeit mit ihren iPhones und iPads anstellen”.

„Porno-Spitze”.

A628 F1.535 Vicki Costa, Figur aus „Just Shoot Me”, 08.10.2002: „I don't need twelve ways to fake an orgasm. You got one good one, you're covered”.

02.06.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Arno Makowsky, Journalist: „Wer das Stadtgespräch liefern will, muss seine Leser auf dem Handy erreichen”.

„Lebensmitteloffensive”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Vice hat einen Facebook-Klon entdeckt, der allem Augenschein nach in Nordkorea gehostet wird. Darauf deuten IP-Adressen, die URL der Seite und die Zeitzonen-Einstellungen des Servers hin. Bei der Seite scheint es sich um eine generische Installation einer Open-Source-Alternativsoftware zu handeln. Jetzt ist das „nordkoreanische Facebook” auch gleich mal gehackt worden. Die Zugangsdaten waren wohl „admin” und „password” ”.

„Vollblut-Parteichef”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „The Unicode Consortium, the body that controls and approves universal software standards for letters and other characters, has approved 72 new emoji set to be released later this month. The new images, which will add to the 1,601 already in existence, add a number of long-requested symbols. They largely follow the same themes as popular emoji already in use, from facial expressions to hand symbols, animals and food. A significant new roster of sports and medal-style glyphs are also being introduced just in time for the Rio Olympics. It’s taken three years since it was deemed the word of the year, but a selfie emoji, featuring an outstretched arm and phone, are being introduced”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Tatsächlich weiß Facebook viel über das Leben seiner Nutzer. Ein Blick auf Facebook und die dazugehörige Messenger App ist für viele Internet-Nutzer die erste und letzte Tätigkeit, die sie vor dem Schlafengehen oder direkt nach dem Aufstehen verrichten. Nach dem Aufstehen wird überprüft, was man verpasst hat. Facebook hat daher einen genauen Überblick über die Schlafgewohnheiten seiner Nutzer. Ein Sicherheitsforscher aus Dänemark hatte dazu Anfang 2016 ein Werkzeug entwickelt, mit dem man seine Freunde ausspionieren konnte. Der Däne wollte damit aufzeigen, wie viele digitale Fußabdrücke wir in dem Netzwerk hinterlassen. Vor kurzem wurde zudem bekannt, dass die Facebook-App mithilfe des Smartphone-Mikrofons die Gespräche sowie die Umgebungsgeräusche, etwa dem gerade laufendem Fernseher oder Hintergrundmusik, mithören und den Inhalt analysieren, um den jeweiligen Nutzern entsprechende Werbung anzeigen zu können”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für einen „Spezialisten im Alleinsein”. Gemeint sind weder der Eigenbrödler noch der Eremit.

Aus der Reihe Online-Sprech, Dr. Silke Borgstedt, Sozialforscherin: „Jugendliche haben heute viel mehr Wahloptionen, aber auch einen gewissen Wahlzwang: Sie müssen sich positionieren, mit den richtigen Leuten verbinden und eine perfekte Online-Identität entwickeln. Dies ist wirklich ein Dauerthema, das nicht immer als Freiheit empfunden wird”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook will Slang und Umgangssprache verstehen. Das Projekt DeepText soll Texte von Nutzern analysieren [...] Das auf neuronalen Netzen basierende System könne „mit nahezu menschlicher Exaktheit den textlichen Zusammenhang Tausender Posts pro Sekunde erkennen, in mehr als 20 Sprachen”, heißt es in der Ankündigung von Facebook. Das Angebot soll selbstständig aus den Texten im Netzwerk lernen und so zum Beispiel mit der Zeit Slang und umgangssprachliche Äußerungen in verschiedenen Sprachen besser verstehen”.

A627 F1.534 Charlotte, Figur aus „Sex and the City”, 15.07.2001: „Sex can still be great without an orgasm”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „War es die Distanz? War der Erwartungsdruck zu groß? Oder erschien die Romanze im Social Media-Zeitalter größer als sie tatsächlich war? Fest steht laut People Magazine: Nach 15 Monaten haben sich Popsirene Taylor Swift und der schottische Star-DJ Calvin Harris getrennt – ohne Drama, wie es heißt. Dafür hyperventiliert das Social Web: Bei Twitter vergießen Nutzer Krokodilstränen, erinnern sich der schönsten Momente des Traumpaares und überbieten sich mit Mutmaßungen für die Trennung...”

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Ich habe 300 Freunde. Ein Satz, der vor Facebook undenkbar gewesen wäre ist mittlerweile zur Normalität geworden. Tim Schlaf, ein Student aus Göttingen, hat sich vorgenommen seine 163 digitalen Freunde analog zu treffen”.

Jene Bücher, die nicht einmal vom eigenen Autor gelesen wurden.

Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas Vasek: „Der vernetzte Mensch - das ist ein radikal neues Phänomen. Das moderne westliche Bild der Person beruhte lange auf der Vorstellung, dass wir fundamental voneinander getrennt existieren. Das philosophische Modell war das denkende Ich, das solitäre Subjekt, das ganz auf sich allein gestellt ist. Der Kontrast zum Menschen des 21. Jahrhunderts könnte kaum größer sein. Heute trägt jeder Mensch auf dieser Welt im Durchschnitt ein Gerät mit sich, das mit dem Internet verbunden ist, unsere sozialen Kontakte haben wir allesamt auf dem Smartphone, und die meisten von uns sind permanent erreichbar via Facebook, WhatsApp oder Skype. Gerade die Jüngeren unterscheiden heute kaum noch zwischen Online- und Offline- Welt. Im empathischen Sinne „real” erscheint ihnen ein Moment oft nur noch, wenn sie ihn im Netz mit anderen teilen [...] Und wenn der Netzphilosoph Luciano Floridi recht hat, dann sind wir letztlich nichts als „informationelle Organismen”, die durch die „Infosphäre” treiben. Als solche „Inforgs” sind wir mit anderen „Inforgs” verbunden, und zwar mit Menschen ebenso wie mit intelligenten Maschinen [...] In der analogen Welt brauchte man seine Fantasie, um bei einem räumlich getrennten Menschen zu sein. Heute genügt ein Skype-Telefonat. Das Wesentliche am Netz ist nicht die Kommunikation. Es ist das Verbundensein. Nirgendwo wird das so deutlich wie auf Facebook. Man muss nicht ständig Updates posten, kommentieren und liken, um mit anderen in Kontakt zu stehen. Man kann auch ein „ghost” sein, also einer von denen, die einfach nur verfolgen, was die anderen tun, ohne selbst „sichtbar” zu werden. Ein einzelnes Posting mag für sich genommen belanglos erscheinen. Aber der kontinuierliche Strom an „Neuigkeiten” vermittelt eine Art soziale Tiefenwahrnehmung; er gibt uns das Gefühl, am Leben der anderen in irgendeiner und sei es noch so peripheren Weise teilzunehmen”.

01.06.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Mark Zuckerberg kann für sein soziales Netzwerk einen weiteren Meilenstein im Kampf gegen Hass, Jugendgefährdung und Missbrauch verbuchen: Facebooks Künstliche Intelligenz ist mittlerweile nämlich dazu in der Lage, anstößige Bilder in Rekordzeit herauszufiltern”.

F1.533 Gesucht wird eine Bezeichnung für die Gabe, sich unglücklich zu verlieben.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Freitag: „Ironischerweise sind wir aufgrund der Ausweitung der vom Internet hervorgebrachten Auswahl der (nationalen) Nachrichten von immer weniger Nachrichtenkanälen abhängig. Es ist eine Eingrenzung des Trichter-Filters und stellt eine weitere unbeabsichtigte Konsequenz der digitalen Umformung unserer Leben dar. Es ist genauso beunruhigend wie die Filter-Blasen, die uns Sorgen bereitet haben, aber diesmal wahrscheinlich nur noch stärker. Während diese Kanäle sich verengen, werden die Entscheidungen darüber, was als Nachricht und berichtenswert innerhalb der Nachrichten angesehen wird, zwangsläufig von weniger Leuten und ihren “Buddy Bots“ entschieden [...] Wenn mehr und mehr Nachrichtenleser von den Beurteilungen der Plattformen abhängig sind, was in den Nachrichten erscheint, wird sich die Vielfältigkeit der Beurteilungen auch verschmälern. Ja, wir können uns alle an einzelne Quellen wenden und die Unterschiede auskosten, beispielsweise die Gegenüberstellung dessen, wie die New York Times und das Wall Street Journal Top-Nachrichten berücksichtigen, aber immer weniger von uns tun das auch. Wir verlassen uns stattdessen darauf, was die Plattformen behaupten”.

„Checkpoint-Geschwister”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Aus einer Präsentation von Mary Meeker, Investorin, Analystin: „Re-Imagining Human-Computer Interfaces [...] Performance on Internet Barriers Index [...] Connectivity Growth Slowing [...] Online-Advertising = Mobile + Majors + Newcomers Continue to Crank Away [...] Products Become Brands ... Brands Become Retailers ... Retailers Become Products / Brands ... Retailers Come Into Homes ... Physical Retailers Become Digital Retailers ... Digital Retailers Become Data-Optimized Physical Retailers ... Connected Product Users Easily Notified When To Buy / Upgrade ... Can Benefit from Viral Sharing [...] Bolstered by Always-On Connectivity + Hyper-Targeted Marketing + Images + Personalization [...] Stitch Fix = Data On Users + Data on Items + Constantly Improving Algorithms = Drive High Customer Satisfaction ... 100% of Purchases from Recommendations [...] Viral Marketing / Sharing Mechanisms (Facebook / Instagram / Snapchat / Twitter...) + On-Demand Purchasing Options via Mobile / Web + Access to Growth Capital + Millennial Appeal = Enabling Rapid Growth for New Products / Brands / Retailers [...] Smartphone Usage Increasingly = Camera + Storytelling + Creativity + Messaging / Sharing [...] Live Sports Viewing = Has Always Been Social But ... It's Just Getting Started [...] Hypothetical Mock-Up Complete Sports Viewing Plattform = Live Broadcast + Analysis + Scores + Replays + Notifications + Social Media Tools [...] Images = Monetization Options Rising [...] Messaging = Evolving from Simple Social Conversations to Business-Related Conversations [...] Re-Imagining Voice = A New Paradigma in Human-Computer Interaction [...] Person to Machine (P2M) Voice Interaction Adoption Keys = 99% Accuracy in Understanding & Meaning + Low Latency [...] Is it a Phone ... Is it a Camera? Is it a Car ... Is it a Computer? [...] Re-Imagining Most Important Seat in Car = Back Seat, Again? [...] China Internet Users = 668MM, +6% vs. 7% Y/Y ...@ 49% Penetration [...] China Mobile Internet Usage Leaders... Tencent + Alibaba + Baidu = 71% of Mobile Time Spent [...] China Internet Traction = Advertising / Commerce / Travel / Financial Services [...] China E-Commerce = Becoming More Social [...] China Smartphone-Based Payment Solutions = High Engagement [...] Global Data Growth Rising Fast = +50% CAGR since 2010 ... Data Infrastructure Costs Falling Fast = -20% CAGR [...] Next Big Wave = Leveraging this unlimited connectivity & storage to collect / aggregate / correlate / interpret all of this data to improve people's lives & enable enterprises to operate more efficiently [...] Data is moving from something you use outside the workstream to becoming a part of the business app itself. It's how the new knowledge worker is actually performing their job [...] How Concerned are You About Data Privacy & How Companies Use Customer Data? [...] 74% Have limited their online activity in the last year due to privacy concerns [...] In the tangible world, physical limitations prevent the broad abuse of the law ... Should the same laws automatically apply to the digital world where a few lines of code can unlock someone's entire life?”

„Genussradtour”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook hat seinen Algorithmus dahingehend modifiziert, dass Videos im Allgemeinen häufiger im Newsfeed von Usern erscheinen. Publisher fokussieren sich derweil mehr auf die Produktion von Bewegtbildinhalten, um eine bessere Sichtbarkeit zu erhalten. Doch auch Videos von Publishern, die weiterhin in erster Linie Artikellinks sharen und im Gegensatz dazu nur wenige Videos, erhalten hohe Interaktionsraten für ihren Video Content. Dies zeigt etwa der Guardian: Auf dem Unternehmens-Account wurden 1.418 Links gepostet, die durchschnittlich 441 geteilt wurden; die 63 Videos des Publishers erzielten dahingegen 2.754 Shares per Post. Aber nicht jedes Video wird gleich gut angenommen. Da die Inhalte automatisch und ohne Ton abspielen, sind Publisher gezwungen ihre Stories auch nonverbal ansprechend rüberzubringen, um User damit anzusprechen”.

31.05.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Peter Sunde, Unternehmer, Softwareentwickler, IT-Experte: „Facebook ist die größte Nation der Welt und wird von einem Diktator geführt, wenn man es von einem demokratischen Standpunkt aus betrachtet [...] Zuckerberg ist ein Diktator. Ich habe ihn nicht gewählt, aber er bestimmt die Regeln [...] Man kann Facebook nicht ausblenden. Ich bin zwar nicht auf Facebook, aber das hat viele Nachteile in meinem realen Leben. Ich bekomme keine Partyeinladungen, keine Neuigkeiten von meinen Freunden, die Leute hören sogar auf, mit einem zu reden, weil man nicht auf Facebook ist. Es hat also sehr reale Auswirkungen im Leben [...] Wir schicken unsere Staatschefs, um Zuckerberg zu bitten, aufzuhören, sich in unsere Kultur einzumischen. Wie konnte das passieren?”

„Möchtegern-Mitregierungs-Protestpartei”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Verwirrender Post von AfD-Politikerin von Storch: Der Rummel um Gaulands Boateng-Bemerkung hört nicht auf. Nun hat sich Beatrix von Storch per Facebook zu Wort gemeldet - und ein Posting in die Öffentlichkeit geschickt, in dem sie Kanzlerin Angela Merkel unterstellt, die Europameisterschaft abschaffen zu wollen. Es ist womöglich nur ein Versuch, die eigene EU-kritische Haltung ausgerechnet als Bekenntnis zur Fußball-EM zu verkleiden”.

„Wetterfolgenübersicht”.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn ein Mensch zum Geist wird, obwohl er noch lebt.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Netflixisierung”.

„Schaltkreispflaster”.

F1.532 Aus der Reihe Online-Sprech: „Während Plattformen wie Tinder und OKCupid ein Überangebot an möglichen Liebes- oder Sonstwie-Partnern liefern, schlägt einem die neue Dating-App Once nur einen Menschen pro Tag vor. Funktioniert diese Art Slow-Love wirklich? [...] Es scheint viel Arbeit zu sein als Frau auf einer Dating-Website, um aus all den Zuschriften diejenigen herauszufiltern, die nicht doof oder eklig sind und die man auch nur ansatzweise beantworten möchte. Als Mann hingegen wird man eher selten von Frauen zuerst angeschrieben, die traditionellen Geschlechterverhältnisse scheinen zumindest bei Heterosexuellen weiter nach männlicher Initiative zu verlangen [...] Once geht die Vorstellung zweier Menschen langsam an: Nach Slow-Food jetzt also Slow-Love [...] Dann entdeckte ich am vierten Tag meiner Mitgliedschaft die Zusatzfunktion auf der Desktop-Website von Once, die mir bei der entsprechenden iPhone-App zunächst entgangen war: Man kann sich seinen Partnervorschlag für den kommenden Tag auch einfach kaufen. Man erwirbt sogenannte Kronen und darf dann aus zehn Profilen auswählen. Eine Frau kostet 99 Cent. Das ist ja mal billig, in jedem Sinne [...] Dass man sich als Partnersuchender beim Online-Dating selbst zur Ware macht und umgekehrt ebenso beginnt, mögliche Partner erst mal gleichsam in Warenform zu betrachten, das ist die triste Realität dieser Form des Kennenlernens: Man checkt all die üblichen Parameter ab, was gefällt einem, was gefällt einem vielleicht nicht so sehr. Doch das täte man auch im Smalltalk, würde man einander in einer Bar oder bei einer Party zum ersten Mal treffen [...] Auch wenn ich versuche, mich im Spiegel mal als Ware zu betrachten, und zugestehen muss, dass diese Ware vielleicht nicht (oder nicht mehr) allererste Wahl ist: Vielen Dank, Once, so möchte ich mich wirklich nicht sehen. Und nicht gesehen werden, einmal pro Tag, von einer Frau, selbst wenn sie ein Traum wäre, gar meiner”.

Gesucht wird eine andere Bezeichnung für „Spinneralarm”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Levi's and Google's yearlong collaboration on wearable tech has produced its first product. The program, dubbed Project Jacquard, has given rise to a jean jacket designed specifically to make cycling safer for urban bike riders. While the jacket is seemingly indistinguishable from similar jackets, it sports innovative technology that allows the wearer to control his/her smartphone. The jacket is made of smart material that leverages LEDs and haptics to allow the user to sync with aps like Spotify and Strava, as well as control personal music libraries and GPS systems. While the jacket is loaded with state-of-the-art technology it is rugged enough to be treated like any other garment, and can even be placed in a washing machine”.

30.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter-Duell zwischen Ex-Innenminister Friedrich und SPD-Vize Stegner: Die FAZ berichtete über Pläne der SPD, Steuerbetrug zu bekämpfen. Hans-Peter Friedrich nutzte die Chance auf einen Seitenhieb gegen die Sozialdemokraten: Da könne die SPD doch gleich mal nachweisen, wie sie zu ihrem Parteivermögen gekommen sei, schrieb der CSU-Politiker auf Twitter. Das blieb Ralf Stegner natürlich nicht verborgen. „Schämen Sie sich!” antwortete Stegner dem CSU-Mann. Mangel an Großspenden habe die CSU nie gehabt”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Schon 7,5 Millionen Views: Pannen-Arzt wird Facebook-Hit”.

„Rollschuh-Dudelsack-Disco”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Iranische Internetpolizei bestätigt saudische Cyberangriffe”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Warum hat der FC Basel 860.000 Facebook-Fans aus Ägypten?”

Aus der Reihe Online-Sprech, aus Spektrum der Wissenschaft: „Forscher um Kevin M. Bakker von der University of Michigan haben untersucht, wie die Zahl der Anfragen bei der Suchmaschine Google nach der „Kinderkrankheit” Windpocken mit den klinischen Fallzahlen und den Impfbemühungen der jeweiligen Staaten zusammenhängt. Sie konnten zeigen: Impfen wirkt! Die Suchanfragen nach dem Begriff gingen in Ländern zurück, in denen die Regierung Impfungen gegen die vor allem für Erwachsene gefährliche Krankheit förderte”.

Gesucht wird eine Bezeichnung speziell für das Statement, zum Geburtstag keine Geschenkwünsche zu haben.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Lässt sich Frauenfeindlichkeit auf Twitter in Zahlen fassen? [...] Forscher des britischen Thinktanks Demos haben drei Wochen lang über Twitters offene Schnittstelle Tweets gesammelt und untersucht, wie oft darin die Schlüsselwörter „slut” (Schlampe) und „whore” (Hure) verwendet wurden. Die Studie ist Teil der Anti-Hass-Kampagne Reclaim the Internet, die vergangene Woche in Großbritannien vorgestellt wurde. In den insgesamt 1,4 Millionen in diesem Zeitraum gesammelten Tweets fand Demos 213.000 Nachrichten, die einen der beiden Begriffe als „aggressiv frauenfeindliche” Beschimpfung einsetzten – das sind etwa sechs in der Minute beziehungsweise 9200 am Tag. Die Angriffe richteten sich gegen 80.000 Twitter-Nutzerinnen, darunter Stars wie Azealia Banks oder Beyoncé, aber auch Politikerinnen wie Hillary Clinton [...] Um festzustellen, welche Tweets tatsächlich „aggressiv frauenfeindlich” sind, setzten die Forscher daher ein sprachverarbeitendes Programm namens Method52 ein. Der Algorithmus findet nicht nur Schlüsselworte, sondern analysiert auch den Kontext, in dem sie auftauchen. So kann man damit etwa feststellen, ob ein Tweet harmlos gemeint ist oder als Angriff gegen eine andere Person – etwa wenn er in Kombination mit anderen Wortkonstellationen wie „halt den Mund” oder „du” auftaucht. Das funktioniert laut Demos mit einer mehr als 80-prozentigen Treffsicherheit. 33 Prozent der Tweets, so Demos, seien demnach aggressiv gewesen”.

A626 F1.531 Ray Barone, Figur aus „Ray Barone”, 16.11.1998: „Ok, Robert, you want to know the advantages of marriage? Fine... There's... Uh... OK! Here! Got it! You know when you fall asleep and you stop breathing? When you're married, there's always somebody there to nudge you back to life... That's not a good example”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Neben Facebook und Microsoft arbeitet auch Google an Chatbots, die natürliche Gespräche mit Menschen führen sollen. Jedoch sollen diese eine eigene Persönlichkeit haben”.

29.05.2016

B1.004 Woran man sich festfrisst, das frisst einen auf.

Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas de Maizière, Politiker: „Wir haben für Demonstrationen das Vermummungsverbot eingeführt. Es ist keine Schande, für ein öffentliches Anliegen mit seinem Gesicht friedlich zu demonstrieren. Die Vermummung ist im Internet genauso falsch wie bei einer öffentlichen Demonstration. Das Bekenntnis zum Namen ist richtig und führt zur Mäßigung im Umgang mit der Sprache”.

„Schuhverhalten”.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn man mit vollem Körpereinsatz nach einem bestimmten Wort sucht.

A625 F1.530 Ray Barone, Figur aus „Ray Barone”, 16.11.1998: „Ok, Robert, you want to know the advantages of marriage? Fine... There's... Uh... OK! Here! Got it! You know when you fall asleep and you stop breathing? When you're married, there's always somebody there to nudge you back to life... That's not a good example”.

Die vielen Unterschiede zwischen bedenken- und gedankenlos.

28.05.2016

B1.003 Die Sätze „Karriere ist das beste Verhütungsmittel”, „Gewinner entschuldigen sich nicht für ihre Fehler, sondern lernen daraus”, „Der Erste folgt niemandem”.

„Bestandsräuber”.

Wäre nicht lustig, wenn die erste Vergangenheitsform von „Ich vermisse” lauten würde: „Ich vermaß”?

Gesucht wird eine Bezeichnung für jene Freunde, die einen nie verurteilen.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Dass Katzen-Mama Iris Klein (49) generell kein Blatt vor den Mund nimmt, ist ja bekannt - aber mit diesem Spruch dürften ihre Sympathiewerte nicht gerade gestiegen sein...Auf Facebook sorgte die Mutter von Daniela Katzenberger (29) vor Kurzem für einen Eklat, als sie sich über die durch einen lebensmüden Menschen ausgelöste Verspätung ihres Zuges beschwerte. Die Bild-Zeitung veröffentlichte einen Screenshot des mittlerweile gelöschten Beitrages”.

A624 F1.529 Claudette, Figur aus „The Room”, 03.03.2004: „All men are assholes. Men and women use and abuse each other all the time; there's nothing wrong with it. Marriage has nothing to do with love”.

27.05.2016

B1.002 Tim Draper, Investor: „Optimisten mögen nicht immer Recht haben, aber Pessimisten bringen nie etwas zu Wege. Auf welcher Seite möchten Sie lieber stehen? Gut möglich, dass Leute sich über Sie lustig machen, wenn Sie optimistisch sind. Aber vielleicht gelingt Ihnen tatsächlich etwas, das die Menschheit voranbringt [...] Denken Sie an Elon Musk, wenn er sagt: „Wir brechen auf zum Mars!” Mag sein, dass 93 Prozent seiner Mitbürger ihn für verrückt halten – aber die übrigen sieben Prozent sagen: „Ich helfe mit!” Und diese Leute sind meist die besten Ingenieure, die besten Geschäftsleute, Biologen oder Chemiker. Alle, die wirklich von der Aufgabe beseelt sind. Sollen die anderen sich ruhig darüber lustig machen. Das ist dann das deutsche Wort „Schadenfreude”. Und ich glaube, wenn wir als Gesellschaft anfangen würden, Schadenfreude auszumerzen und lieber Leute wie Elon Musk zu unterstützen, dann ginge es uns besser: Wir wären glücklicher und gesünder und würden mehr produzieren”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „How I used lies about a cartoon to prove history is meaningless on the internet”.

„Möchtegern-Mitregierungs-Protestpartei”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Seitdem die Polizei Facebook nutzt, gehen darüber wichtige Hinweise ein. So wurden schon ein Bankräuber festgenommen und ein Toter identifiziert. Der Bankräuber, der am 25. Februar 2015 eine Sparkasse in Bottrop-Boy überfallen hatte, ist der Polizei über einen Facebook-Hinweis ins Netz gegangen. Die Pressestelle des Präsidiums in Recklinghausen nannte diesen Fall beispielhaft dafür, wie wichtig Facebook bei Fahndungen inzwischen ist”.

A623 F1.528 Lennie Briscoe, Figur aus „Law & Order”, 27.02.2007: „Love: a devastating disease instantly cured by marriage”.

Gesucht wird eine andere Bezeichnung für „Mamawissen”.

Gesine Schwan, Politikwissenschaftlerin: „Wir haben einen öffentlichen Diskurs, der stark neoliberal beeinflusst ist. Und der tendenziell sagt: Politik soll durch den Markt ersetzt werden, weil der transparenter sei und bessere Entscheidungen treffe. Zugleich wird die Globalisierung immer intensiver, befeuert auch durch wirtschaftspolitische Entscheidungen wie die umfassende Deregulierung. Diese beiden Entwicklungen haben die Räume des Nationalstaats und damit nationalstaatlich organisierter Demokratien stark eingeschränkt [...] Das hat zu einer Schwächung der politischen Teilhabe geführt – und zu einer immer ungerechteren Verteilung, weil diese Entwicklung auch die ausgleichende Funktion der Demokratie unterminiert. Sozialpsychologisch führt das leider nicht zu einem ruhigen Nachdenken darüber, wie man Demokratie im Zeitalter der Globalisierung erneuern kann, sondern oft zu Wut, Ressentiments und Verbitterung”.

Nachgeschlagen: Craig Gillespie; Tye Sheridan; Dietrich Mateschitz; Lars Lagerbäck; Katharine Isabelle; Edward Elgar; Sphynx-Katze; Victor Klemperer; Alden Ehrenreich; Lisa Marie; Renate Krößner; Markus Kauczinski; Meghan Trainor; Kevin Durand; Reutergeld; Draisine; Unai Emery; Berlinpolis; Karl Bömers; Elle King; Klaus Ampler; Regina Thoss; Ilie Năstase; Davy Bulthuis; Heather Langenkamp; Benoît Costil; Tony Todd; Mark Forster; Ronee Blakley; André-Pierre Gignac; Gross Rating Point; Rosario Dawson; Fabien Barthez; Amanda Wyss; Brenna Whitaker; CGI; Moritz Fürste; Faryd Mondragón; Erika Berger; Robert Englund; Ousmane Dembélé; Dividendenstripping; Maren Ade; Chikungunyafieber; Ersan Mondtag; Danny Glover; Kyle Gallner; Sharlto Copley; Bella Thorne; Udo Kier; Sarah McDaniel; Alfie Allen; Samariterknoten; Prince Damien; Der Schmied von Kochel; Aritz Aduriz; Jason Clarke; Ted Danson; Michael Schoeffling; Hinrich Wilhelm Kopf.

26.05.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Auch wenn die Versicherer Unmengen an Daten sammeln und sogar auf Facebook spionieren: Die Kunden profitieren von der Digitalisierung [...] Die Internet-Revolution verändert fundamental die Beziehungen zwischen Versicherer und Versichertem. Das ist eigentlich positiv für die Kunden. Die Versicherung wird transparenter und langfristig sehr viel billiger. Die Kehrseite: Der Versicherer weiß auch sehr viel mehr über seine Kunden. Dabei ist der Betrug, der wegen naiven Facebook-Verhaltens auffliegt, nicht das Problem. Kaum jemand wird ein Verhalten gutheißen, das immer zu Lasten aller Versicherten geht [...] Kritischer sind da schon die Bemühungen großer Anbieter, in sozialen Netzen automatisch mitzulesen, um passgenaue Angebote zu machen. Selbstlernende, intelligente Systeme wissen über die Auswertung von Twitter-Nachrichten, Google-Abfragen und Onlinekäufen sehr viel. Ob eine Kundin vom baldigen Nachwuchs getwittert hat, eine Familie ein Haus kaufen, Geld anlegen will oder leihen muss - die Systeme machen entsprechend passgenaue Angebote, bis hin zu personalisierter Werbung beim Browsen im Internet und auf der Bildschirm-Reklamewand beim Stadtbummel. Schließlich weiß das System, wo sich die Zielperson gerade aufhält und spielt die Werbung auf die Sekunde genau ein. Das alles ist keine Zukunftsmusik mehr [...] Dabei bleibt die so viel beschworene Transparenz oft auf der Strecke, wenn es um den Datenschutz geht. Facebook, Google und andere Internet-Konzerne müssen ihren Nutzern viel deutlicher sagen, welche Daten bei ihnen erfasst werden und wer sie nutzt. Für die Kunden gilt: Sie müssen bei der Nutzung sozialer Netze erwachsen werden und Privates auch nur privat verbreiten. Das ist auch ganz ohne Internet wahr”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Warum ist dieses mysteriöse 50.000 Dollar-iPhone von eBay verschwunden?”

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook sperrt Burlesque-Star - Sperma-Ärger für Eve Champagne”.

A622 F1.527 Marty Deeks, Figur aus „Navy CIS”, 11.08.2011: „You should know your partner for at least 10 years, prior to marrying them. Date me for a decade you deserve my hand in marriage”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Jimmy Wales, Unternehmer: „Ich sehe aber keine Zukunft, in der das Internet mit Google oder Facebook gleichgesetzt wird. Sagen wir so: Ich hoffe, dass es nicht soweit kommen wird”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Jürgen Schwandt, Kapitän: „Auf See herrschten Kameradschaft und Toleranz. Im Facebook geht es oft zu wie im schlimmsten Hafenpuff von Rotterdam”.

Eine Frau als „Schlaftablettenartige” zu bezeichnen.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Zeige mir dein Gesicht und ich sage, wie du tickst: Faception will Terroristen erkennen [...] Das Team der israelischen Firma Faception will eine Technik entwickelt haben, die vom Gesicht eines Menschen auf seine Persönlichkeit und dann auch seine Pläne schließt. So sollen etwa mögliche Terroristen identifiziert werden”.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn einem der eigene Ruf aufgedrängt wird.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, BMW-Oli: „Komplette Einteilung in Bereiche wie Bekannte, Umgebung usw verschwunden. Messengerzwang. News total durcheinander. Beiträge können nicht geblockt werden, wie zB. Give Hearts usw. Geblockte und sogar gemeldete Beiträge kommen immer wieder, warum dann diese Funktion wenn sie sowieso nicht geht. Ähnliche Beiträge wieder entfernen. Auf gemeldete Beiträge wird nicht oder zu spät reagiert. Viel zu viel Werbung und Seitenvorschläge, kennst du die, kennst du den? Was soll das? Warum macht ihr die App nicht so wie sie eure Kunden möchten sondern so wie ihr wollt”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Software die in den USA das Rückfallrisiko von Angeklagten berechnen soll, benachteiligt systematisch Afroamerikaner. Das zeigt, wie problematisch der Rückgriff auf Algorithmen ist [...] Computer sollten bei der Beurteilung von Menschen eigentlich nichts mitzureden haben. Darauf haben schon viele Denker hingewiesen. Aber die Rechner machen es uns eben bequem. Anstatt uns den Aufwand zu machen, jeden als Individuum zu begreifen, können wir uns so in eine digitale Bürokratie flüchten. Und die ist unerbittlich. Sie sollte neutral auftreten und steckt dennoch Personen, die genauso gut aus ihren Fehltritten gelernt haben könnten, in ihre Mühlen. Für sie sind wir am Ende alle bloß eine Summe aus Zahlen. Und so erheben wir den Algorithmus zu unserem Meister. Nicht nur in den USA”.

Gesucht wird eine Bezeichnung speziell für die Suche nach Gesetzmäßigkeiten im Profifußball.

Aus der Reihe Online-Sprech, Don Tapscott, Unternehmer, Autor, Berater: „Im Internet der Dinge kommunizieren Milliarden von Geräten, Sensoren und Apps miteinander. Alle Dinge machen tatsächlich miteinander Geschäfte. Es gilt also, Billionen von Transaktionen abzuwickeln und zu dokumentieren. Das „Internet of Everything” braucht einen „Ledger of Everything”, ein Hauptbuch, in dem alles Geschäftliche notiert wird. Stellen wir uns vor, dass vernetzte Glühbirnen Strom von einer Stromquelle ersteigern — das wird wohl kaum über bestehende Kanäle abgerechnet werden. Keine heute existierende Bank wird Billionen von Transaktionen und Mikrotransaktionen in der Stunde verbuchen. Das geht nur mit dem Peer-to-Peer-Prinzip [...] Es kommt tatsächlich eine Revolution auf uns zu: Das Internet, das wir kennen, ist ein Internet der Informationen. Jetzt steht uns ein Paradigmenwechsel bevor, denn in Zukunft wird es um das Internet des Wertes gehen. Blockchain ist eine Art Vertrauensprotokoll, eine automatisierte und für alle einsichtige Notarfunktion für alle Transaktionen im Netz. Wenn man Peer-to-Peer-Vertrauen aufbauen kann, ändert sich viel. Das hat das Potenzial, einige der großen Versprechen des digitalen Zeitalters wahrzumachen, nämlich nicht nur Reichtum für Einzelne, sondern auch allgemeinen Wohlstand zu schaffen”.

25.05.2016

„Mannologisieren”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Schockschwere Sentimentalität: Ich habe mein Facebook-Archiv heruntergeladen [...] Meine Anstups-Gewohnheiten sind eher übersichtlich, wobei auch hier ein paar fehlen. Ich kann mich noch gut an Anstups-Kriege erinnern, die hier nicht aufgeführt sind [...] Unangenehm kann es werden, wenn man sieht, wieviele Menschen die eigene Freundschaftsanfrage nie beantwortet haben [...] Facebook gibt auch an, nach welchen Themen es eure Werbung sortiert. Hier habe ich den Eindruck, dass Facebook mein Konsumverhalten oder meine Interessen noch nicht zu 100 Prozent verstanden hat”.

„Flamingo-Falle”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Unser Autor wurde bei Facebook von einer hübschen Frau angeschrieben und versuchte herauszufinden: Ist sie echt?”

Gesucht wird eine andere Bezeichnung für „Aufmerksamkeits-Sieger”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Der Focus stürmt die Blendle-Charts mit seiner Story über die Facebook-Hetzseite Anonymous.Kollektiv”.

B1.001 Nicolas Kittner, Designer: „Wenn Homeoffice mit Freizeit gleichgesetzt wird, ist das ein Problem [...] Es gibt Leute, die arbeiten von zuhause aus am effizientesten, aber auch Leute, die dort überhaupt nicht produktiv sein können. Das sowie die Gestaltung des Arbeitsplatzes – ob clean oder überladen mit persönlichen Dingen - sollte jeder für sich selbst entscheiden können”.

Aus der Reihe Online-Sprech, abususu: „Ey, #Pegida: Den Sarotti-Mohr vermissen, aber keinen Gündogan auf der #Kinderschokolade haben wollen... Merkste selber, ne?”

„Empowermentschädlich”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Online-Demo gegen Pegida: Nutzer posten Kinderfotos unter dem Hashtag #Cutesolidarity”.

A621 F1.526 Arabella Hammond, Figur aus „Inspector Barnaby”, 01.01.2008: „Most first marriages are a mistake”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Gesponserte Stecknadeln”.

„Papierkorbgemeinschaft”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die Postbank verfügt über einen Twitter-Account und gibt sich damit auf lobenswerte Weise ganz international. Der Schein trügt jedoch. Als sich ein frustrierter Postbank-Kunde auf dem Twitter-Kanal beschwert, weil er viel zu lange auf seine neue EC-Karte inklusive Pin warten muss, erhält er einen Tag später eine Antwort, die er so höchstwahrscheinlich nicht erwartet hätte. Tatsächlich löst der Postbank-Tweet nach kurzer Zeit bereits einen veritablen Shitstorm im Netz aus [...] Die Postbank dankt Joe Miller zunächst für seine Kontaktaufnahme, bittet ihn jedoch darum, seine Frage bitte noch einmal auf Deutsch zu stellen. Kurios: Die Postbank tweetet die Aufforderung zum Deutsch-Sprechen auf Englisch. Das internationale Gelächter über die - offenbar ausschließlich - deutschsprechende Bank ist damit sicher und lässt nicht lange auf sich warten. Doch wer nun glaubt, die Postbank würde nach dem peinlichen Patzer schweigen - weit gefehlt. Eine weitere Twitter-Nutzerin möchte es genau wissen und fragt die Postbank in einem Tweet, warum sie dem Kunden nicht auf Englisch antworten könne. Auch hier schaltet sich die Postbank ein und antwortet - erneut auf Englisch - man sei nicht im Ausland tätig, daher sei die Unternehmenssprache nun einmal Deutsch”.

24.05.2016

„Schulbauodyssee”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter macht es offiziell: Die Nutzer des Kurzmitteilungsdienstes sollen mehr Möglichkeiten bekommen, die Zeichengrenze in Tweets auszureizen [...] So werden auch bei Antwort-Tweets die @Nutzernamen nicht mehr eingerechnet, wie Twitter mitteilt. Dadurch sollen Unterhaltungen auf Twitter einfacher und direkter werden. Des Weiteren soll es künftig möglich sein, eigene Tweets zu retweeten oder zu zitieren, um einer Wortmeldung einen neuen Blickwinkel zu geben oder einen Aspekt zu ergänzen [...] Links werden auch zukünftig das Zeichen-Limit belasten”.

Rauchende Krankenschwestern.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook findet dicke Frauen im Bikini jetzt doch okay”.

Gesucht wird ein Synonym für „Hauptstadtreife”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Bundesverbands Bitkom: „Wir brauchen in der Digitalpolitik noch mehr Tempo [...] Für die Zeit nach 2018 brauchen wir ein neues Breitbandziel [...] Beim Thema Bildung klafft in der Digitalen Agenda eine große Lücke”.

A620 F1.525 Maria Palko, Figur aus „Dr. House”, 27.02.2007: „Marriages don't fail because couples get bored. They fail because, while they're dating, people pretend to be the person they think their partner wants and then - well, there's only so long you can keep that up [...] People thinking their partner will change? That's another reason marriages fail. People don't change. At least not in any way that really matters”.

„Echtzeit-Staumelder”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Der virale Weltrekord: „Chewbacca Mask Lady” knackt die 100 Millionen Views”.

Warum „Ich will besser als die anderen sein” das Gegenteil von „Ich will was Besseres als die anderen sein” enthält.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Ist Facebook das neue Fernsehen?”

23.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Böhmermann-Tweet macht 19-Jährigen zum Web-Helden”.

„Innovations-Manko”.

Aus der Reihe Wohlstandssprech: „Durchschnupfsicher”.

A619 F1.524 Evelyn Napier, Figur aus „Downton Abbey”, 20.07.2011: „A woman who finds me boring could never love me, and I believe marriage should be based on love... at least at the start”.

„Aktionärsdemokratie”.

Aus der Reihe Online-Sprech, NEO MAGAZIN ROYALE: „Wir wünschen Vera Int-Veen und dem Team von „Schwiegertochter gesucht” zum #WorldTurtleDay alles Liebe! #verafake”.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn man jemanden liebt, aber nicht mehr mag. Gemeint ist nicht die Hassliebe.

Aus der Reihe Online-Sprech, habichthorn: „Überraschenderweise sind manche Menschen ganz ohne Smartphone dumm und krank geworden. Und jetzt? #hartaberfair”.

„PinocchioPresse”.

Die unzähligen Modekleinstkatastrophen während der ersten heißen Tage.

22.05.2016

Sebastian Thrun, Wissenschaftler, Informatiker: „Künstliche Intelligenz wird die Leute zu Supermenschen machen [...] Wir Menschen sollten keine repetitiven Dinge tun müssen, um Geld zu verdienen. Dafür sind wir doch zu schade”.

Wenn aus Milchpreisen Rinderwahnsinn wird.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Wir haben einen neuen Puls erfasst. Alert.io hat eine unerwartete Zunahme von Erwähnungen für das Alert ABC erkannt. Loggen Sie sich ein um es zu überprüfen”.

„Kaffeefahrtniveau”.

F1.523 Liebe hilft gegen fehlende Liebe.

„Hip-Hop-Hosianna”.

Die Sätze „Alles ist richtig bis es falsch ist”, „Viel Glück bringt Pech”, „Um Grenzen aufzuzeigen, übertrete man gelegentlich Grenzen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: wunschkennzeichen-reservieren.de, onlineschwangerschaftstest.de, luxusleben.info, arschlochpferd.de, warnung.website, mittelgegennagelpilz.net, blaulichtreport-saarland.de, seniorenbedarf.info, kaufsonntag.de, vertikutierer-testsieger.com, sms-sprueche-welt.ch, erhoehtesbewusstsein.de, neueroeffnung.info, erfahrungen.com, portal-der-schoenheit.de, verpiss-dich-von-meiner-veranda.de, sowas-gibt-es.net, alle-bedienungsanleitungen.de, namensbedeutungfinden.com, oeffnungszeitenbuch.de, sollichabnehmen.de, vorsprung-online.de.

21.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Klarnamenpranger”.

Beim DFB-Pokalfinale, hautnah im Stadion. Mein letztes Spiel. Und ein prima Abschluss: Thomas Müller trifft; der FC Bayern München gewinnt; und ich sehe zum einzigen Mal ein Elfmeterschießen live.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „In den USA muss sich Facebook des Vorwurfs erwehren, politisch konservative Artikel zu unterdrücken. Aber ist das Unternehmen überhaupt zu Neutralität verpflichtet? [...] Facebook verspricht seinen Nutzern, sie mit anderen Nutzern zu verbinden. Es verspricht ihnen nicht, ein ausgewogenes Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse zu vermitteln [...] Facebook versteht sich eher als Infrastruktur, als passive Übertragungstechnologie, vergleichbar vielleicht mit dem Telefon. Allerdings ist das Argument etwas wackelig: Telefone entscheiden nicht, welche Anrufe sie durchstellen und welche nicht. Facebook hingegen wählt Beiträge aus, bietet sie seinem Publikum an und verdient sein Geld mit Werbung. Das ist ziemlich exakt das Geschäftsmodell eines Medienunternehmens. Trotzdem stellt Facebook keine Öffentlichkeit im habermasschen Sinne her, sondern anderthalb Milliarden Öffentlichkeiten, jede einzelne maßgeschneidert. Gerade hat das Wall Street Journal gezeigt, dass die Timelines von Demokraten und Konservativen mittlerweile keinerlei Überschneidungen mehr haben. Die Bundesregierung möchte deshalb nun durchsetzen, dass Facebook die Kriterien offenlegt, nach denen es Nachrichten auswählt: In Zukunft solle erkennbar sein, „ob Inhalte aus weltanschaulicher, religiöser oder politischer Motivation heraus bevorzugt, nachgeordnet oder überhaupt nicht dargestellt werden”, heißt es in einem Positionspapier des Wirtschaftsministeriums [...] Wenn eine Redaktion entscheidet, dass es zurzeit auf der Welt nichts Interessanteres gibt als den rumänischen Film, hat sie damit, selbst wenn sie recht hat, nur auf den Timelines von Spezialinteressierten eine Chance. Und dass man als Facebook-Nutzer ohnehin keine objektive Abbildung der Welt zu Gesicht bekommt, sondern lediglich einen Ausschnitt, der das eigene Surfverhalten widerspiegelt, wissen heute schon Grundschüler [...] Vor Kurzem kam auch das MIT in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Menschen Verantwortung und Kontrolle lieber an Maschinen abgeben als an andere Menschen. In dem Experiment zeigte sich, dass Menschen am Arbeitsplatz effizienter und zufriedener sind, wenn ihr direkter Vorgesetzter ein Roboter ist. Dass das Publikum seine Nachrichten deshalb lieber von Facebook bezieht als von einer Redaktion, obwohl das Netzwerk Meldungen nach einem personalisierten, intransparenten und unregulierten Algorithmus sortiert, liegt nicht unbedingt daran, dass es Facebook mehr Objektivität zutraut. Es scheint eher um Chancengleichheit zu gehen: Wenn absolute Objektivität ohnehin nicht zu bekommen ist, sollen wenigstens alle derselben automatisierten, intransparenten Instanz unterworfen sein”.

F1.522 Ficken ist das Las Vegas des Sex.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Die kostenlose Web-App „Facebook Live Map” zeigt Ihnen mittels einer interaktiven Karte, wo gerade Facebook-User das „Live Video” Feature des sozialen Netzwerks nutzen und live streamen”.

20.05.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Tatsächlich scannt Facebook die von den Usern verschickten Privatnachrichten auf Links. In der IT-Branche ist das kein unübliches Verfahren: Es soll dazu dienen, die Verbreitung von Schadsoftware und illegalen Inhalten zu verhindern. Nicht zielführend wäre es hingegeben, Informationen über die Gesprächsteilnehmer langfristig abzuspeichern. In der Vergangenheit konvertierte Facebook aus Privatnachrichten gescannte Links zu Likes - so wollte man die Beliebtheit von Inhalten besser bewerten. Diese äußerst umstrittene Praxis wurde laut Angaben des Unternehmens allerdings zügig wieder eingestellt. Mittlerweile nutze man die URL-Informationen aus Privatnachrichten, die ohnehin nur anonymisiert abgelegt würden, nicht mehr für derartige Zwecke”.

Mag „Erfolgreicher Arbeitstag” eine fast widersprüchliche Formulierung sein: Heute hatte ich einen der zehn erfolgreichsten Arbeitstage meiner Karriere.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Das Schwein verlinke nicht auf den Metzger”.

A618 F1.520 D607 Samantha Jones, Figur aus „Sex and the City”, 10.02.2002: „Sex with an ex can be depressing. If it's good you can't get it anymore. If it's bad you just had sex with an ex”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Shoppen in der virtuellen Realität: eBay eröffnet ersten VR-Store [...] Findet man ein Produkt interessant, betrachtet man es einfach für einige Sekunden, um es auszuwählen. Danach erhält man eine Detail-Seite, die eine 3D-Darstellung sowie weitere Informationen zum Produkt bereithält. eBay hat dieser Art der Bedienung den Namen „eBay Sight Search” gegeben [...] Im Laufe der Nutzung lernt die App, welche Arten von Produkten interessant für den Nutzer sind und beginnt, mehr auf seine individuellen Bedürfnisse einzugehen. Die extra dafür gebrandete „Shoptical”, ein mit eBay-Logo versehenes Cardboard, wird an Kunden der australischen eBay-Domain täglich ausgegeben”.

Wenn Zukunftspläne mehr Bedeutung bekommen als Zukunft.

Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas Jarzombek, Politiker: „Wir haben endlich die Störerhaftung beim WLAN beseitigt. Das ist ein großer Schritt, denn irgendwas muss man mit den Gigabitanschlüssen doch anfangen können. Insofern: Teilen ist doch eine gute Sache an dieser Stelle”.

F1.521 B1.000 Aus Spektrum der Wissenschaft, aus der Reihe Online-Sprech: „Das Internet bietet endlos viele Informationen, auch über unsere Mitmenschen. Allzu oft greifen wir inzwischen darauf zurück. Dabei erfahren wir zwar viel, doch oft lernen wir nichts. Die digitale Suche kann sogar mehr schaden als nutzen [...] Ashlenett13 geht nicht mehr unvorbereitet zu einem Date. Bevor die junge Frau einen Mann zum ersten Mal trifft, googelt sie ihn ausgiebig, berichtet sie in einem Internetforum. Sie wolle schließlich sichergehen, dass sie genügend Themen hat, über die sie mit der Verabredung sprechen kann. Und: dass er kein Serienmörder ist. Pre-Dating nennt eine Kolumnistin der US-Zeitung „Huffington Post” diese Vorab-Recherche im Internet über einen potenziellen Partner. Eine Seltenheit ist das einseitige Abtasten vor dem echten Kennenlernen nicht: Eine Umfrage des sozialwissenschaftlichen Pew Research Center unter US-Amerikanern ergab, dass 2013 jeder Dritte zwischen 18 und 49 Jahren vor einem Date den Namen der Verabredung in eine Suchmaschine eintippte, um mehr über ihn oder sie zu erfahren. Jede zweite Frau checkt Pinnwand, Fotos und Freunde einer neuen Bekanntschaft auf Facebook, ergab zudem eine Umfrage des Onlinedating-Portals match.com unter mehr als 5400 Single-Frauen. Doch nicht nur vor einem Rendezvous schnüffeln Menschen in anderer Leute Online-Leben herum. Auch unter Personalmanagern ist die Suchlust ausgebrochen. Die Online-Jobbörse Career Builder etwa berichtete bereits 2009, dass jeder zweite Arbeitgeber neben eingesandten Bewerbungsschreiben und Lebensläufen sich auch die Onlineprofile der Bewerber auf Facebook, LinkedIn oder MySpace anschaute, deren Blogs las oder den potenziellen Mitarbeitern auf Twitter folgte. Mehr als ein Drittel hat demnach auf Basis solcher Recherchen schon Bewerber abgelehnt, vor allem wegen aufreizender oder provokativer Fotos sowie solchen, auf denen die Kandidaten mit alkoholischen Getränken oder beim Drogenkonsum zu sehen sind. Wo früher noch eine Bewerbungsmappe ausreichte, muss heute tiefer im Privatleben gegraben werden”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die Berliner sind im Petitions-Fieber. Immer mehr Menschen begeistern sich für die Online-Aufrufe und starten eigene Aktionen. Sie wollen Pferdekutschen verbannen oder ein Kiezcafé erhalten: Wie eine dpa-Umfrage unter einigen großen Portalen ergab, beteiligen sich immer mehr Berliner an Online-Petitionen. Mehrere hunderttausend Menschen aus Berlin versuchen auf diese Weise, im Internet Veränderungen anzustoßen. Allein 2015 gab es zum Beispiel auf dem Portal openpetition.de mehr als 90 Petitionen an das Land Berlin sowie an Berliner Bezirke. Das teilte das Portal auf Anfrage mit - es ist nach eigenen Angaben Deutschlands größte Plattform für Online-Petitionen. „Wir bemerken eine zunehmende Nutzung in den Berliner Bezirken”. erklärte ein Sprecher”.

19.05.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Kate Crawford, Internetforscherin, Publizistin: „Jedes Mal, wenn wir uns bei einem sozialen Netzwerk oder bei einer Suchmaschine einloggen, kann es passieren, dass wir ohne unser Wissen Teilnehmer von bis zu hundert Experimenten sind. Viele davon sind kleine A/B-Tests, bei denen einer Gruppe etwa unterschiedliche Logos gezeigt werden. Aber es gibt auch größere, problematische Manipulationen [...] Wir müssen uns als Technologieunternehmen gemeinsam auf ethische Rahmenbedingungen einigen, die sicherstellen, dass etwa Nutzer ganz klar gefragt werden: Seid ihr einverstanden, dass eure Daten für soziale Experimente benutzt werden? Da könnte es einen eigenen Reiter in den Einstellungen geben, neben den Privatsphäre-Einstellungen meinetwegen die Experimente-Einstellungen. Eine junge Firma wie Facebook mag da noch nicht weit genug sein. Ihr Motto lautet „Move fast and break things” - wie gut passt das zu Ethikregeln? Gerade Facebook bräuchte aber strenge Regeln [...] Wenn eine Profession große Macht erlangt, gibt sie sich nach einer Anfangsphase ohne viele Regeln einen Ethikcode. So war es doch im Journalismus, und so wird es auch bei den Datenwissenschaftlern kommen”.

„Lobpreisungserguss”.

Gesucht wird eine andere Bezeichnung für „Fachklatschsimpeln”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Stiftung Warentest legt sich mit Facebook-Hasskommentatoren an und veröffentlicht Bußgeldkatalog für Web-Beleidigungen”.

F1.519 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Zehn Jahre hat es gedauert, bis ich mich zu der Frau bekannte, die ich liebe und die mich liebt. Zehn Jahre voller innerer Kämpfe, Zerrissenheit, Selbstzweifel. Und jetzt ist es das pure Glück. Ich bin so dankbar”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Durch Datengläubigkeit ist ein Teil der Onlinewerbung zu einem Überwachungsmarkt der Profilbildung geworden, was durchaus als beängstigend empfunden werden kann. Vorschläge, per Datenauswertung herauszufinden, wann sich Frauen hässlich fühlen, um ihnen dann Kosmetika anzupreisen, lassen das Unwohlsein erahnen”.

„Wortinvalide”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Der so genannte „godspot” wird erstmal in rund 220 Kirchen in Berlin und Brandenburg installiert, zum Beispiel in den von Touristen oft besuchten Gotteshäusern Französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt und Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. In Brandenburg in der Evangelischen Kirche Meyenburg [...] „Mit godspot wollen wir als Evangelische Kirche eine sichere und vertraute Heimstatt in der digitalen Welt bauen”, formuliert es IT-Leiter Kraetschmar im passenden Kirchendeutsch [...] Auch die ein oder andere Predigt werden die Besucher sicherlich im Netz nachschlagen, da müssen viele Pastoren sich in Zukunft wohl mehr Mühe geben. Allerdings: Bevor man das kostenfreie Wlan der Kirche nutzen kann, landet man auf einer Seite, die Informationen zum Gebäude, zur Gemeinde, zu Glaubensthemen und Sinnfragen enthalten soll. So sind die Nutzer dann zumindest einmal da gewesen, wo die Kirche sie gern hätte: Mittendrin”.

„Blut-Milliardärin”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die Macher der Ransomware Teslacrypt dürften mit ihrem „Produkt” viele Menschen verärgert haben. Jetzt haben sie überraschend den Erpressungstrojaner eingestellt und den Masterkey zur Entschlüsselung aller Dateien veröffentlicht, wie Bleepingcomputers berichtet”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sundar Pichai, Informatiker, CEO von Google: „Heute verstehen wir eine Milliarde Begriffe: Leute, Orte und Dinge in ihrem Verhältnis zur reelen Welt”.

18.05.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook schwächelt: Seit dem frühen Mittwochmorgen haben zahlreiche Nutzer weltweit mit Problemen bei Facebook zu kämpfen. Das hat die Seite „allestörungen.de” gemeldet. Seit 9.08 Uhr gibt es demnach eine Störung beim größten sozialen Netzwerk. „Immer noch die gleichen Fehler. Kein Seitenaufbau, kann keine Posts weiterlesen keine Suche möglich”, schreibt eine Nutzerin. Eine andere sagt: „Kann keine Nachrichten versenden, weder Symbole noch Textnachrichten. Likes, die ich gegeben habe, verschwinden. Suchleiste funktioniert nicht, Startseite lädt nicht richtig, kein Zugriff auf Einstellungen usw., und ausloggen kann ich mich auch nicht.” Mehr als 20 Meldungen gab es zeitweise bei „allestörungen.de”. Auf Twitter teilen die Nutzer ihre Erfahrungen unter dem Hashtag #FacebookDown”.

„Es regnet Taschenmesser”, „Wenn der Himmel nicht weint, kann die Erde nicht lachen”, „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung”, „Es regnet wie eine pissende Kuh”, „Der Schnee ist des Bauern Decke”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Laut eines Patents, das von Facebook gerade beantragt wird, will das Unternehmen Gesichter in Emojis verwandeln. Demnach sollen User etwa statt mit einfach lachenden Emojis, mit einem Bild von sich selbst, auf dem sie lachen, kommentieren können. Facebook will außerdem die eigenen hochgeladenen Bilder nach passenden Gesichtsausdrücken durchsuchen”.

„Umschnallschokoriegel”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Anti-Instagram”.

A617 D606 Dorothy Petrillo Zbornak, Figur aus „Golden Girls”, 09.11.1991: „It's so hard to dress for a psychiatrist. You wear black, they think you're depressed. You wear red, they think you're angry”.

„Rotlichtgröße”.

F1.518 Wer seinen Partner zu seinem „ein und alles” erklärt, wird vor allem eines sein: einsam.

„Anti-AfD-Social-Media-Scoop”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Emojis machen Spaß und bringen in E-Mails und beim Chatten Gefühle besser herüber. Aber ist das alles? Oder werden Emojis bald zur Universalsprache? [...] Vor Kurzem hat die Tastatur-App-Firma SwiftKey basierend auf Nutzerdaten zwei Berichte über die Verwendung von Emojis veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Beliebtheit verschiedener Emojis stark vom jeweiligen kulturellen und sprachlichen Kontext abhängt. Während sich manche Vorlieben mit nationalen Stereotypen decken – Australier benutzen im Vergleich zum durschnittlichen Nutzer doppelt so viele Emojis, die mit Alkohol zu tun haben, und Nutzer des französischsprachigen Raums verwenden vier Mal mehr Herzchen-Emojis – sind einige Ergebnisse ziemlich überraschend: Hättest du gedacht, dass englischsprachige Kanadier einen besonderen Hang zu gewalttätigen Emojis haben? Diese Unterschiede in der Verwendung von Emojis weisen darauf hin, dass die Ideogramme genauso anfällig für Fehlinterpretationen sind wie Wörter – besonders, da Bedeutungen je nach Kultur und Sprache stark variieren [...] vielleicht gehören Emojis ohnehin bald wieder der Vergangenheit an, weil sich schon die nächste, noch vielfältigere Form bildhafter Ausdrücke zu etablieren beginnt. LINE, 2013 Japans beliebtestes soziales Netzwerk, das seit Februar 2015 weltweit 700 Millionen Nutzern hat, bietet eine Stickerfunktion ähnlich der von Facebook an – allerdings mit über 10.000 Stickern. Mehr als eine Milliarde Sticker werden jeden Tag mit LINE versendet, und Mika findet, dass ihre Ausdrucksmöglichkeiten über die derzeit verfügbaren Emojis hinausgehen. Während Emojis flexibler einsetzbar scheinen, weil man sie leichter in Texte integrieren kann, sie direkt anhand von Nutzerfeedback entwickelt werden und auf zahlreichen Plattformen verfügbar sind, wird es sich erst zeigen müssen, ob sie weiterhin eine so zentrale Rolle in der Online-Kommunikation spielen werden”.

„Berlinensie”.

17.05.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Die Facebook-Seite „Henriettes Kinderbasar” mutet bizarr an: Das Profilbild zeigt einen Horrorclown und in der Timeline sind fast ausschließlich Bilder von Kindern zu sehen - meist offenbar Schnappschüsse, aufgenommen von den Eltern. Dahinter steckt eine Gruppe von Netzaktivisten, die öffentlich gepostete Kinderbilder teilen. Eltern, die dort womöglich die Bilder ihrer eigenen Kinder gefunden haben, kommentieren das im Netz als „krank” und „gestört”; inzwischen gibt es gar mehrere Facebook-Gruppen, die „Henriettes Kinderbasar” den Kampf angesagt haben und die Betreiber verklagen wollen. [...] Die Botschaft der Seitenbetreiber: Eltern sollten private Bilder ihrer Kinder nicht öffentlich posten, weil sie von jedem geteilt, verbreitet und heruntergeladen werden können. Und: Wenn die Bilder einmal im Netz sind, bleiben sie dort womöglich für lange Zeit - das kann für die Kindern später unangenehm werden. Weil die Betreiber der Seite anonym bleiben möchten, sind sie nur via Facebook-Chat erreichbar. Dort sagt uns einer der Administratoren: „Die Eltern gehen unverantwortlich mit der Privatsphäre ihrer Kinder um und sind sich nicht bewusst, was passiert, wenn später mal ein Mitschüler die Bilder finden sollte. Denn dann ist Mobbing angesagt. Eltern wissen leider oft nicht, wie grausam Kinder sein können.” [...] Auch beim Deutschen Kinderschutzbund NRW sieht man „Henriettes Kinderbasar” eher kritisch. „Dort versucht man ja, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben. Wir finden das bedenklich”, sagt Sprecherin Nicole Vergin. In der Sache selbst sei der Kinderschutzbund aber ähnlicher Ansicht. „Wir rufen immer wieder dazu auf, Bilder von Babys und Kindern nicht öffentlich bei Facebook zu teilen.” Eltern sollten in jedem Fall darauf achten, dass die Bilder nicht öffentlich, sondern nur für Freunde sichtbar sind. „Oder man lässt es einfach ganz und zeigt den Freunden die Bilder im Fotoalbum.” [...] Wer übrigens Bilder seiner Kinder auf „Henriettes Kinderbasar” entdeckt, kann sie dort ganz einfach entfernen: Mit einem Klick auf die kleine Weltkugel neben dem Foto in der eigenen Timeline. Dort lässt sich auswählen, dass nur Freunde das Foto sehen können - dann verschwindet das Bild automatisch von der Facebook-Timeline jeder Person, die nicht zum Freundeskreis gehört”.

B999 Die Sätze „Besser am Anfang einer Traumkarriere als mitten in einer Laufbahn, die man nicht will”, „Wer ins kalte Wasser springt, taucht ins Meer der Möglichkeiten”, „Es kommt auf die Einstellung an, nicht die Lage”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter-Fußballbilanz: Bayern Champion vor Dortmund – aber Schalke ist Meister der Periscope-Herzen”.

„Rüsselsuppe”.

A616 D605 Dr. Spencer Reid, Figur aus „Criminal Minds”, 19.10.2011: „Depression is a vicious cycle. It frequently manifests itself in the degradation of one's personal living environment, which in turn, fuels the depression, which then worsens the living environment”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Mit einer neuen Kamera will Google es noch leichter machen, Gemälde in immens hoher Auflösung zu fotografieren, um sie für seine Online-Galerie verwenden zu können. Die ersten Fotos lassen sich nun erkunden. Google hat mit der „Art Camera” eine automatische Kamera vorgestellt, die leichter und schneller äußerst hochaufgelöste Bilder von Bildern in Museen machen soll. Die landen dann in seinem Cultural Institute genannten Projekt, das seit 2011 – damals noch als „Art Project” – Kunstwerke aus aller Welt online zugänglich macht”.

„Schmähgedicht-Berichtsflut”.

F1.517 An jungen Frauen gefällt Männern nun mal auch und vor allem die Jugend, weniger aber die Frau.

„Komplementärfarbenwächter”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Vince Ebert, Physiker, Kabarettist: „Algorithmen optimieren die Kreativität weg”.

16.05.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Prof. Dr. Sandra Müller, Professorin für angewandtes Management: „Auf den ersten Blick ist die Facebook-Präsenz von Porsche eher unspektakulär: eine schlichte Standardseite - gepostet werden vor allem schöne Bilder und Videos von sportlichen Autos. Die Anzahl der Fans mit mehr als 10 Mio. spricht allerdings eine deutliche Sprache. Also: alles richtig gemacht? Leider nein, denn die wichtigere Währung in Social Media ist die Interaktion und hier erreicht Audi mit nur etwa 15 Prozent der Fans ähnliche Werte. Die Inhalte bei Porsche klingen nach „Marketingbotschaften” und sind nicht auf die Wünsche der Nutzer zugeschnitten. Sie erhalten deshalb nur einen Bruchteil der Interaktion, die eine lebendige Facebook-Seite ausmachen soll. Nur so kann man die virale Weiterverbreitung der Inhalte vorantreiben. Warum ist das so wichtig? Mehr Likes und mehr geteilte Inhalte bedeuten in den sozialen Medien eine größere Reichweite mit neuen Zielgruppen, mehr Markenbekanntheit und mehr Vertrauensvorschuss”.

„Schoko-Sommerpause”.

A614 D604 Abby Sciuto, Figur aus „Navy CIS”, 03.12.2006: „I don't know why people drink alcohol when they're depressed, because alcohol is a depressant”.

„Duft-Addict”.

Nachgeschlagen: unprompted; uptown; outwardly; faux; bedtime; handover; chopstick; vote of confidence; blasted; remarry; encapsulate; brainwave; book report; head nurse; unmask; craze; heyday; apparition; director of photography; fleet; disinformation; turnover; self-sufficient; dismay; consummate; underlings; bonkers; off the charts; incisive; rapid fire; repugnance; caliper; crampy; landlady; cusp; pond; nosedive; shed; resent; knock off; sloppy; latter; deprecate; thunk; grinch; bad pass; sappy; untenable; entropy; gland; doghouse; nonsensical; penny-pinching; impasse; morning star; sherbet; general hospital; allegiant; recalculation; changeling; account in balance; cabal; warrant of arrest; taut; gory; tip of the iceberg; commonplace.

„Grabstättenaffin”.

A615 F1.516 B998 Julie Delpy, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin, 22.10.2007: „Ich beobachte um mich herum aktuell so viele Paare in meinem Alter, die sich ihrer Beziehung gar nicht hundertprozentig sicher sind, aber trotzdem eine Familie gründen, weil sie das Gefühl haben, es sei so ziemlich ihre letzte Chance. In diesem Alter befinde ich mich ebenfalls. Es ist ein großer Konflikt, denn ehrlich gesagt: Wenn man erst mal herausgefunden hat, wie gut man mit sich alleine klar kommt, fällt es unglaublich schwer, das wieder aufzugeben. Gleichzeitig würde ich schrecklich gern eigene Kinder haben, aber die Vorstellung, dadurch meine innere Ruhe zu verlieren, ist furchtbar [...] Der Gedanke daran, dass ich nicht mehr jeden Tag erst mal fünf oder sechs Stunden ganz für mich alleine habe, macht mir Angst. Das sind unbezahlbare Momente, und diese für einen unbestimmten Zeitraum komplett aufzugeben, ist für mich schier unvorstellbar. Wenn erst mal ein Kind da ist, werde ich nie wieder diesen inneren Frieden haben. Ich habe keine Ahnung, ob ich mir und meiner Umwelt das zumuten sollte, auch wenn mir klar ist, dass es langsam Zeit wird. Denn natürlich tickt die biologische Uhr [...] Ich liebe es, mich auf die Arbeit zu fokussieren und zu konzentrieren. Es ist ein schönes Gefühl. Eine Situation, die mich erfüllt. Und ich kann es nur tun, wenn sich meine Umgebung in totaler Ruhe befindet, niemand meine Aufmerksamkeit will. Ich stelle mein Telefon ab und niemand kommt vorbei [...] In der Liebe musst du dich auf jemand anderen verlassen, bei der Arbeit nur auf dich selbst. Das ist besser für mich. Ich glaube nicht an die Liebe. Wenn du dich in ihr verlierst, ist das sehr gefährlich. Es liegt nicht in deiner Macht, wie sehr der andere dich liebt. Wenn man sich in seiner Arbeit verliert, ist das immer eine positive Erfahrung. Wenn man sich in einem Menschen verliert, geht das meistens negativ aus [...] Mich in der Liebe zu verlieren, würde bedeuten, dass ich verletzt werden würde. Und das möchte ich nicht [...] Im Grunde suche ich einen Mann, der so eine Art Ehefrau ist, sich also um die Kinder und den ganzen Kram kümmert, während ich arbeite. Grundsätzlich ist es aber so, dass Männer, auch wenn sie noch so offen denken, sich in dieser Rolle fremd fühlen [...] Ganz besonders in Phasen höchster Kreativität entzieht mir eine Beziehung - und mag sie auch noch so harmonisch sein - sehr viel Kraft. In diesen Momenten würde ich mich dann am liebsten trennen. Unglücklicherweise kommen mir immer wieder Gefühle wie Liebe und körperliche Lust dazwischen [...] Frauen sind nun mal zweifelnde Geschöpfe, die unter bestimmten Bedingungen wirklich alles infrage stellen können, was sie umgibt. Sie würden nicht glauben, wie oft eine Frau selbst in einer stabilen Beziehung daran zweifelt, ob das alles noch das Richtige ist. Dabei liegt das oft gar nicht am Partner, sondern an der Frage, inwieweit sich die Frau selbst überhaupt in einer festen Beziehung sieht. All das sieht man übrigens fast nie auf der Leinwand. Dort suchen die Frauen meistens nach der großen, alles erfüllenden Liebe - und das ist Unsinn [...] Die meisten Filmromanzen der Gegenwart haben einen typisch männlichen Blick auf Beziehungen - gar nicht so sehr in sexueller Hinsicht, aber doch, was die Rolle der Frau angeht: sexy, kess, anhänglich, aber auch ein wenig naiv, teilweise sogar dumm”.

15.05.2016

Peggy Lektro. Anleitung zum Spielen, Version 0.12.

Die Sätze „Kleinbuchstaben sind für Verlierer”, „Es gibt Menschen, die erarbeiten sich den Tag. Und es gibt Menschen, die der Tag sind”, „Nur die unhöflichen Fragen lohnen sich, gestellt zu werden”.

Ausschließlich diejenigen Dinge abzuwiegeln, die man nicht versteht.

„Alltagsautist”, „Kryptogeldinstitut”, „Stuss-Forschung”, „Hineintechnologisieren”, „Vollgas-Versprechen”.

F1.515 B997 Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau, die ihn nicht geheiratet hat.

14.05.2016

D603 Das aufmunternd gemeinte, schnell geäußerte und Ahnungslosigkeit versprühende „Morgen hast Du wieder bessere Laune”.

„Hormonklo”.

B996 Chefs, die nicht verstehen, was ihre Mitarbeiter tun, und dies so verstehen, dass Mitarbeiter nichts tun.

„Weltteenagertum”.

F1.514 Gib ihr jeden Tag das Gefühl, eine Prinzessin zu sein. Ungebrochene Aufmerksamkeit = entscheidend. Aufmerksamkeit fühlt sich perfekt zugeschnitten an und stellt das Gegenüber in den gefühlten Mittelpunkt.

13.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Jetzt soll es auch ein Internet of Living Things geben - ein Internet der Organismen”.

B995 Wenn aus „Einfach machen” der Schwerpunkt wird.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Sich durch die Fotos zu klicken ist so aufregend, wie das Blättern in einem Hochglanzmagazin. Die Erklärungsansätze für die Popularität lauten in der Regel so: Selena Gomez poste selten Fotos und mache sich (im Gegensatz zu dem „Internet It Girl” Kylie Jenner) rar, ihre gemeinsam mit ihr groß gewordene Fangemeinde aus Disneyzeiten sei besonders loyal, und auch der Bieber-Faktor sei nicht zu unterschätzen. Selena Gomez ist instafame. Sie ist eine Berühmtheit auf Instagram und darüber hinaus, was noch nichts über die Zukunft und darüber aussagt, wie langlebig ihr Ruhm sein wird. Was aber heißt heute, in der Ära der Selbstdarstellung, in der jede lächerliche Nische Stars hervorbringt und wenn es nur solche sind, die sich beim Computerspielen filmen (Let's Play), überhaupt noch Ruhm? Der Duden definiert ihn als „weitreichendes hohes Ansehen, das eine bedeutende Person aufgrund von herausragenden Leistungen, Eigenschaften bei der Allgemeinheit genießt”. Was man mit Ruhm assoziiert, nämlich ein außergewöhnliches Talent, Genialität, Originalität, symbolische Unsterblichkeit und: Unnahbarkeit, hat mit der modernen Celebrity-Kultur, die Stars am laufenden Band produziert und schnell wieder verschwinden lässt, nichts mehr zu tun. Sein Idol nur aus der Ferne verehren, dieses hollywoodhafte Stardasein wirkt auf jene, die in einer Whats-App, Facebook, Instagram und Facetime-Kommunikationskultur, die über Länder und Zeitzonen hinweg Nähe herstellt, seltsam aus der Zeit gefallen. Eine junge Zielgruppe verlangt zumindest gespielte Intimität”.

„Bastelkellerlicht”.

F1.513 Liebe macht schön. Partnerschaft nicht immer.

Die Sätze „Bei großartigen Menschen besteht kein Unterschied zwischen der Person und ihrem Prinzip”, „Eine Veränderung hilft dabei, sich zu verändern”, „Ein leerer Raum ist ein Glücksfall”.

12.05.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook spielt für mehr als eine Milliarde Menschen auf der Welt eine zentrale Rolle in ihrem Leben, sie besuchen die Plattform täglich oder mehrmals täglich. Der Dienst ist zu einer Art globaler Agora geworden. Facebooks Geschäftsmodell besteht letzten Endes darin, Öffentlichkeit herzustellen. Das ist ein besonderes Produkt, auch eines, das es in diesem Ausmaß noch nie gab. Geht es jedoch um die Spielregeln dieses digitalen Raums, verhält sich der Konzern wie ein Brause-Hersteller: Transparenz? Einsicht? Offenheit? Gibt's kaum. Ähnlich wie im alten Griechenland gibt es auch auf Facebook einen Olymp. Dort sitzen Figuren, die das Gespräch anderer auf Facebook unterbrechen, löschen, steuern oder befeuern können. Wer wen aus welchem Grund zum Schweigen bringt, ist in vielerlei Hinsicht und trotz diverser Bemühungen von Facebook intransparent”.

„Plickbaiting”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Instagram frischt Logo und Benutzeroberfläche auf – und das Internet ist schockiert”.

„Medienvielfaltsmonitor”.

F1.512 Je jünger man ist, desto weniger sucht man nach Liebe, sondern vielmehr nach einer emotionalen Unterkunft, deren Türschild man dann Liebe nennt.

„Steuererklärungssaison”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Mit Ghostbusters-Lizenz: The Void öffnet im Juli erstes Virtual-Reality-Center bei Madame Tussauds”, „Weltgrößte Porno-Seite Pornhub zahlt ab sofort Bug Bounties”, „Google-Mitarbeiter wollen durch Emojis Frauen in Berufen besser darstellen”.

11.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Technology has come so far that it has swung past being useful to being another unmanageable noise. On the one hand, we are liberated from the daily drudgery and free to take our lead from software and get the job done. But which job? There are too many. Technology works faster than even the best person on their best day – and we can’t cope. It’s a form of evolution, and I am certain that survival of the fittest is as relevant today as it’s always been. However, in this case, the fittest are those who not only realise the need for intelligent technology, but also further development of algorithmic layers”.

„Technologie-Wahrsager”, „Anonymitätstipps”, „Lebensarsch”, „Digitalisierungsdilemma”, „Milch-Mythen”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium: „Wir wissen, dass in Deutschland Mitarbeiter für Facebook arbeiten. Was die im Einzelnen tun, das wissen wir nicht [...] Es muss bei Facebook noch mehr passieren. Wir kriegen zahlreiche Rückmeldungen von Usern, die etwas an Facebook gemeldet haben, was auf den ersten Blick klar rechtswidrig ist und was nicht entfernt wurde [...] Was wir wissen möchten – und diese Frage habe ich Facebook erst letzte Woche gestellt – ist, wie viele Beschwerden gehen ein und wie wird den Beschwerden nachgegangen”.

B994 Die Sätze „Stil ist der Schlüssel zum Erfolg”, „Ohne Enttäuschungen weiß man seine Siege nicht zu schätzen”, „Seine Kontrahenten verwandle man in Tanzpartner”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Lars Klingbeil, Politiker: „Ich freue mich sehr darüber, dass wir heute einen Durchbruch beim Thema WLAN erzielen konnten. Damit setzen wir eines der zentralen Ziele der Digitalen Agenda um. Der Weg für mehr freies WLAN in Deutschland ist damit endgültig frei”.

F1.511 Dass Frauen auf Partnersuche desto anspruchsvoller werden je älter sie sind = hartnäckiges Gerücht. Nicht die Ansprüche, sondern die Verzweiflung nimmt zu.

10.05.2016

Ingo Appelt, Komiker: „Machst du 30 Witze über Männer, ist das okay. Nur einen Witz über Frauen und du bist gleich frauenfeindlich”.

„Rabatt-Schummler”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Bitte entschuldigt das spoilernde Bild des Ursprungs-Postings”.

„Playmobil-Kanzlerin”.

Aus der Reihe Online-Sprech: caro_e_, magic_fox, xeniaoverdose, pamela_rf, sandroisfree, kosta_williams, carodaur, louisdarcis, ohhcouture, stefaniegiesinger.

„Teatox-Startup”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „The music industry seems to love YouTube. Why do they keep saying they hate it?”

F1.510 Zwar gibt es ein Wort für Eifersucht. Doch in Worte ist sie nicht zu fassen.

Aus der Reihe Online-Sprech, Enno Park, Wirtschaftsinformatiker: „Das Smartphone zu verlieren oder dass es gar gestohlen wird – ich behaupte jetzt mal, das ist mittlerweile vielen Menschen unangenehmer als der Zwei-Millimeter-Schnitt beim Chirurgen um die Ecke. Es geht tatsächlich nicht um den Schnitt, sondern darum, wie stark wir uns mit einem Gerät verbunden fühlen. Das Smartphone ist tatsächlich eine Internetprothese geworden, ein Sinnesorgan, das wir uns gebaut haben, um das Internet möglichst überall nutzen zu können”.

„Screenforce Day”.

A613 B993 Lionel Bloch, Figur aus „Maid in Manhattan”, 13.12.2002: „To serve people takes dignity and intelligence. But remember, they are only people with money. And although we serve them, we are not their servants. What we do, Miss Ventura, does not define who we are. What defines us is how well we rise after falling”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ist dein iPhone gehackt worden? Diese App sagt es dir”.

09.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Onlineportale, bei denen man sich anmeldet – vom sozialen Netzwerk über das Dating-Portal bis hin zur Jobbörse – haben noch deutlich weitreichendere Möglichkeiten. Sie sammeln, was gerade noch erlaubt ist – und oftmals auch darüber hinaus. Daten werden angereichert, analysiert, extrahiert, von spezialisierten Dienstleistern mit Zusatzmerkmalen versehen, getauscht, verkauft, beim neuen Besitzer wieder angereichert … Adresshändler werben schon seit Langem damit, einen Großteil der Bevölkerung zu kennen, inklusive Angaben zum Konsumverhalten oder zu soziodemografischen Merkmalen. Das Ziel ist kein geringeres, als den gläsernen Bürger zu schaffen. Die Möglichkeiten der 1980er Jahre – als geplante Volkszählungen zu Massenprotesten führten – muten dem gegenüber lächerlich an. Heute hat fast jeder von uns einen Account bei Facebook oder Google. Innerhalb weniger Sekunden fallen dabei mehr Daten über uns an als früher in einem ganzen Jahr. Darunter verborgen sind Informationen, die ehedem aus guten Gründen in den vier Wänden und Schlafzimmern der Republik blieben. Soziale Netzwerke wissen mehr über uns als unsere Partner und engsten Freunde. Das ist kein Zufall, sondern Teil des Geschäftsmodells [...] Datenachtsamkeit wird zu einer wichtigen Überlebensstrategie im digitalen Zeitalter”.

„Fliegenpilz-Dröhnung”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook workers routinely suppressed news stories of interest to conservative readers from the social network’s influential “trending” news section, according to a former journalist who worked on the project. This individual says that workers prevented stories about the right-wing CPAC gathering, Mitt Romney, Rand Paul, and other conservative topics from appearing in the highly-influential section, even though they were organically trending among the site’s users”.

„Admin-Katze”.

Aus der Reihe Wohlstandssprech: „Gekochten Seehund fand ich ausgesprochen delikat”.

A612 F1.509 Uroma, Figur aus „Fools Rush In”, 14.02.1997: „You will never know love unless you surrender to it”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „In Pochers Reaktion war unter anderem der Hashtag „#SchuldSindNichtImmerDieAnderen” zu lesen. Zudem schien er Lisicki mangelnden Fleiß vorzuwerfen: „WenigerHashtagsMehrTraining” ”.

08.05.2016

B991 Manuela Schwesig, Politikerin: „Wenn ein Kind Mutter und Vater hat, sollte es doch selbstverständlich sein, dass auch der Vater Zeit mit dem Kind verbringt. Väter, die sich Zeit für ihre Kinder nehmen, sind keine Schwächlinge, sondern starke Männer, die zeigen, dass neben der Berufstätigkeit auch die Familie wichtig ist”.

„Weltklassehautschutz”.

D602 Aus der Reihe Online-Sprech, Prof. Sarah Diefenbach, Wirtschaftspsychologin: „Der Umgang mit dem Handy ist bei vielen Menschen schon reflexhaft. Sie überdenken gar nicht mehr, ob sie das jetzt wirklich wollen oder nicht, was sie dadurch bei anderen erzeugen oder selbst verpassen. Wer immer gleich ins Smartphone schaut, nimmt ja nicht nur seine Umwelt viel schlechter wahr; sondern schaut sich auch weniger um, lässt die Gedanken kaum noch schweifen, und bringt sich so womöglich um ungeplante Glücksmomente [...] Wenn sich etwas verselbständigt, wenn man den eigentlichen Sinn eines Verhaltens aus dem Auge verliert, kann es problematisch werden. Ein Beispiel: Sie fotografieren gern und richten sich deswegen einen Instagram-Account ein. Dort merken Sie wahrscheinlich sehr schnell, dass es vor allem um Likes geht, darum, Bilder zu posten, die andere möglichst gut bewerten. In so einem Umfeld ist die Wahrscheinlickeit sehr hoch, dass Sie diese Verhaltensweisen schnell übernehmen und ebenfalls auf die Jagd nach Likes gehen. Das ursprüngliche Ziel - Fotografieren und Bilder teilen - gerät in den Hintergrund [...] Manche behaupten, Facebook mache unglücklich, andere sprechen genau vom Gegenteil [...] Sich mit dem eigenen Profil in sozialen Netzwerken zu beschäftigen, soll das Selbstwertgefühl steigern. Bilder von Facebook-Freunden zu betrachten, soll hingegen traurig machen - vor allem wenn es eher entfernte Bekannte sind, die man im realen Leben kennt. Da schließt man womöglich schnell vom Einzelfall aufs Allgemeine und denkt, dass die Leute ein perfektes Leben haben müssen [...] Viele Regeln aus dem Netz verfolgen uns auch offline. Die Umgangsformen haben sich entscheidend verändert. Nehmen wir ein Beispiel, das beim Lesen fast absurd wirkt: Stellen Sie sich vor, beim gemeinsamen Frühstücken mit der Familie steht einer immer wieder auf, geht zur Wohnungstür, checkt den Briefkasten, kommt zurück. Und das Ganze zigmal. Das Verhalten wirkt grotesk; findet es aber im Kontext neuer Medien statt, finden es plötzlich alle ganz normal. Die Technik ist eine Art Freifahrtsschein für bestimmte Verhaltensweisen, die eigentlich als unhöflich angesehen werden”.

A611 F1.508 Connor Mead, Figur aus „Ghosts of Girlfriends Past”, 01.05.2009: „Someone once told me that the power in all relationships lies with whoever cares less, and he was right. But power isn't happiness, and I think that maybe happiness comes from caring more about people rather than less...”

Aus der Reihe Online-Sprech, Gerhard Weikum, Informatikprofessor: „Man kann zwar sehr viel Wissen aus Internetquellen extrahieren, um Computer schlauer zu machen. Wir müssen uns aber immer wieder klarmachen: Das Internet ist nicht das reale Leben. Im Netz dominieren Quellen, die ein Zerrbild der Welt vermitteln, weil wir uns dort nur über ganz bestimmte Aspekte des Lebens austauschen. Im Internet gibt es zum Beispiel deutlich mehr Popsänger als Fabrikarbeiter. Und wenn Sie das Netz nach der Farbe von Elefanten durchforsten, dann kommen Sie nicht auf Grau, sondern Rosa. Weil die Parade der rosa Elefanten aus Walt Disneys Film „Dumbo” im Internet häufiger ist als die Erwähnung, wie ein gewöhnlicher Elefant aussieht [...] Wer Erdnüsse und Getränke kauf, bereitet eine Party vor oder schaut sich am Abend mit Freunden ein Fußballspiel im Fernsehen an. Dass dann dazu passende Angebote eingeblendet werden, ist eigentlich sehr nützlich. Allerdings gibt es auch die Gefahr, dass manche Nutzer am Ende solchen Empfehlungen nahezu blind folgen, weil es bequem ist. Daher bin ich der Meinung, für solche Empfehlungen müsste es eine Kennzeichnungspflicht geben [...] Immer wenn ein Algorithmus dahintersteckt, dass dem Nutzer ein Klick vorgeschlagen wird, müsste eine Warnung eingeblendet werden: „Vorsicht, Computer empfiehlt!” Damit wir uns bewusst machen, dass wir es mit potenziell vorgefilterten Informationen zu tun haben. Fatal wäre es, wenn man Algorithmen verwenden würde, um Nachrichten auf individuelle Nutzer zuzuschneiden. Das könnte extreme Folgen von Trendverstärkung zur Folge haben [...] Es gibt schon den Trend, dass sich weniger aufgeklärte Nutzer von Internetdiensten und sozialen Medien peu à peu entmündigen lassen. Sie folgen ohne Nachdenken den Empfehlungen des sogenannten digitalen Lebens und sind damit leicht zu manipulieren. An dieser Stelle müssen wir aufpassen. Und um diesen Risiken zu begegnen, sind auch wir Informatiker gefragt”.

Mit Red Bull steigt eine Marke, kein Verein, in die Erste Bindesliga auf und ich sage dem Fußball, nach 25 Jahren Ade.

B992 Martin Sauerland, Wirtschaftspsychologe: „Wenn eine Pflegekraft anfängt, über Personalnot und Überstunden in einer Klinik zu klagen, wird sich leider keiner aus dem Team hinstellen und sagen: „Ich bin glücklich hier.” Im Gegenteil - die Teammitglieder werden sich gegenseitig runterziehen und eine Spirale anstoßen. So entstehen regelrechte Jammerzirkel mit ständigem Wiederkäuen und lähmenden Brüten. Nicht hinterfragt wird in der Opferrolle, welche Möglichkeiten das Team hat, Missstände anzugehen, sich zu solidarisieren und Abhilfe einzufordern: Seine Macht und Kontrollchancen sind oft größer als gedacht [...] Der Mensch hält gerne an Bewährtem und Gewohnten fest, will Energie und Arbeit sparen und bestärkt sich darin im Austausch mit anderen. Deshalb kommt ein neues Software-System schnell in den Ruf, „damit hat sich alles verschlechtert”. Ausgeblendet wird aber, welche Arbeitserleichterung es mit sich bringt. Bei Fusionen steht indes oft im Raum: „mit den neuen Kollegen kommen wir nicht klar, die sind ganz anders als wir”. Dahinter steckt etwa, dass eine Abteilung um ihren Einfluss fürchtet. Wie das Team wirklich mit den Neuen auskommt, kann es gut mit umgekehrtem Denken prüfen: Einen Tag lang nimmt man an, die Neuen würden super zum alten Team passen, und lädt sie ein, mit in die Kantine zu kommen. Vielleicht wird man positiv überrascht. Die Technik lässt sich zudem bei jedem Kollegen anwenden, von dem man glaubt - „der mag mich nicht” [...] Werden zu viele Anläufe für Veränderungen vorgenommen, nehmen die Mitarbeiter sie nicht mehr ernst”.

07.05.2016

„Gesichtsmodus”.

Wenn Geldbegriffe zu Vermögensverhältnissen werden.

„Trophäentreff”.

A610 F1.507 Robbie Hart, Figur aus „The Wedding Singer”, 13.02.1998:
„I wanna make you smile whenever you're sad
Carry you around when your arthritis is bad
All I wanna do is grow old with you.
I'll get your medicine when your tummy aches
build you a fire if the furnace breaks
Oh it could be so nice, growin old with you.
I'll miss you, kiss you, give you my coat when you are cold.
Need you, feed you, I'll even let you hold the remote control.
So let me do the dishes in the kitchen sink
Put you to bed when you've had too much to drink.
Oh I could be the man to grow old with you.
I wanna grow old with you”

„Erfolgsinterimscheftrainer”.

D601 Katja Riemann, Schauspielerin, Sängerin: „Ich glaube, man muss unterscheiden zwischen Depression und Schwermut. Wenn wir sagen, ach, ich bin depressiv, haben wir gar keine Ahnung, was das heißt. Depression ist eine Krankheit. Es ist ja auch sinnvoll, sie temporär oder langfristig medikamentös zu behandeln. Als Krankheit an der Seele muss man das ernst nehmen, es kann jemanden bis in den Tod führen. Und es kann, muss aber nicht erblich sein. Nicht jeder, der Depressionen hat, hat sie vererbt bekommen”.

„Gelegenheitssprüher”.

06.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ob das lange ersehnte Mittelfinger-Emoji, den Browser-Chat Whatsapp Web oder eine Anruf-Funktion: Immer wieder bringen Whatsapp-Updates Features mit, die für Begeisterung sorgen”.

Wenn man nicht einen, sondern den Augenblick langfristig plant.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die re:publica hatte schon immer die Tendenz, dass die appellativen Gesten stärker ausgeprägt waren als das Wissen um eine konkrete Strategie, wie man mögliche Misstände beseitigen kann. Diese Haltung kommt nicht von ungefähr: Es ist seit jeher das Vorrecht der Jugend, Lösungen zu fordern statt aufzuzeigen, wie sie realisiert werden können. Doch das Jahr 2016 zeigt: Die re:publica ist erwachsen geworden. Und da liegt ein Problem: So wie Erwachsene Kinder und Jugendliche nicht verstehen (können), verstehen die Internet-Bestager nicht mehr, was ihre Kinder mit ihrem Smartphone im Netz eigentlich machen und wollen. Und sie sind zunehmend frustriert über die politische und ökonomische Entwicklung im virtuellen Raum. Die NSA spioniert, als hätte es nie Snowden gegeben. Die AfD hat mehr Facebook-Anhänger als die etablierten Parteien zusammen. Rechtsradikale Hass-Sprecher und Terroristen nutzen das Netz professioneller und erfolgreicher als Gutmenschen und Demokraten. Und ökonomisch wird das Netz von wenigen Großkonzernen beherrscht. Der Traum, mit dem Internet eine gute Welt zu erschaffen, hat sich längst als idealistische Utopie erwiesen”.

A609 F1.506 Jake Ryan, Figur aus „Sixteen Candles”, 04.05.1984: „I want a serious girlfriend. Somebody I can love, that's gonna love me back. Is that psycho?”

„Gesichtsnazi”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook bringt Blumen-Reaction zum Muttertag”.

05.05.2016

F1.504 Alexander Czogalla, Regisseur, auf die Frage, „wann er das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht hat”: „Ich habe mich gerade das erste Mal verliebt. Mit 48! Für eine Frau geschwärmt habe ich bestimmt schon hundert Mal. Aber dieses Gefühl, ganz sicher zu sein, im Bauch und im Kopf, das hatte ich vorher noch nie. Es kam unverhofft. Oft geht man ja eine Beziehung ein, weil einem etwas fehlt. Weil man sich einsam fühlt oder weil gerade Frühling ist. Aber mir hat nichts gefehlt, im Gegenteil: Seit ich über 40 bin, schaue ich weniger nach Geld, Erfolg oder einem größeren Auto, sondern mehr nach innen. Ich ruhe in mir selbst. Vielleicht konnte ich mich gerade deshalb verlieben. Am ersten Abend haben wir endlos geredet. Auf einmal sprach sie über Kinder. Ich dachte: Krass, beim ersten Date. Sonst hätte ich sofort die Flucht ergriffen. Diesmal nicht. Ich wollte sie am nächsten Tag wiedersehen. Da merkte ich: Es ist ernst”.

„Feierabendland”.

Die Sätze „Lieber das letzte Wort als den letzten Platz haben”, „Ein Schriftsteller erinnere sich jeden Tag daran, dass seine Schreib- seine Fremdsprache ist”, „Musik, zu der man nicht tanzen kann, ist keine Musik”.

„Fledermausverrückt”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook’s emoji-like „wow,” „haha” and „love” may have yet to catch up to the „like” button, but brands and marketers are watching Facebook Reactions closely. Brands including Benefit and Pampers are tapping the 3-month-old reactions to inform ad campaigns, using them as proxies for emotions. This can be used not just to gauge the success of brand campaigns but also to develop strategies for new efforts by figuring out what terms and themes resonate”.

„World Password Day”.

F1.505 Aus der Reihe Online-Sprech, In-App-Käufe einer Flirt-App: „Dateroulette”, „Mobile Plus”, „Favoriten-Funk”, „Wer sucht mich?”, „Booster”, „Flirt-Alarm”.

04.05.2016

Paul Biedermann, Schwimmer: „Ich glaube, dass es das Leben sehr einschränkt, wenn man Angst hat vor Sachen, die man eh nicht beeinflussen kann”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Interessant wäre zu erfahren, ob Reactions überproportional zunehmen und die „Like”-Zahl vielleicht sogar übertreffen, wenn sie zum ersten Mal in einem Posting von einem User ausgewählt worden sind. In der Timeline geraten die Smileys nämlich oft in Vergessenheit, da sie erst nach längerem Klick auf den „Like”-Button aufrufbar sind”.

„Adblock-Dilemma”.

A608 F1.503 Joel Barish, Figur aus „Eternal Sunshine of the Spotless Mind”, 19.03.2004: „Why do I fall in love with every woman I see who shows me the least bit of attention?”

„Gaumenkönner”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Social Bots entwickeln sich zunehmend zu einem ernsten Problem in den Sozialen Netzwerken. Vor allem bei Twitter und Facebook, aber auch bei Instagram oder Tumblr finden findige Programmierer im Auftrag ihrer zwielichtigen Kunden immer öfter Wege, nicht-menschliche Accounts anzulegen. Die Profile werden dann zum Posten von Spam, zum Ausspähen von Informationen oder zur Manipulation von Meinungen genutzt. Benutzer sind immer seltener in der Lage, einen solchen Social Robot zu erkennen”.

D600 Natascha Hess, Ärztin: „Eine Frau geht sensibler mit sich und der Umwelt um. Sie ist eher bereit, eine Diagnose hinzunehmen. Eine psychische Erkrankung wird ihr eher zugebilligt als einem Mann”.

03.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Anne Wizorek, Medienberaterin, Autorin, Bloggerin: „Wir wollen mit #OrganisierteLiebe anregen, dass auch die Leiseren wieder gehört werden [...] Wegen der vielen unüberschaubaren Inhalte gewichten wir heute unter anderem durch Buttons in sozialen Netzwerken. Daher ist es wichtig, auch positive, konstruktive Beiträge zu unterstützen. Beispielsweise fällt es offenbar vielen leichter, sich über eine Kolumne von Harald Martenstein über die Unsinnigkeit von Gender-Studies aufzuregen, als einen differenzierten Artikel über Gender-Studies zu teilen. Dabei würde das Teilen eines tiefgründigen Artikels signalisieren, dass das Inhalte sind, von denen wir mehr lesen wollen – und nicht den Martenstein [...] Zuspitzung muss per se nichts Schlechtes sein. Wenn wir uns Twitter angucken, haben wir dort 140 Zeichen für eine These. Das ist allein schon durch die Form eine Zuspitzung. Bei Hashtag-Kampagnen kann es hilfreich sein, etwas auf den Punkt zu bringen, statt lange Artikel zu formulieren. Das kann einer Debatte einen Impuls geben. Aber es ist wichtig, auch auf anderen Plattformen mit längeren Formaten die Debatte weiter zu führen [...] In deutschen Medien werden heute Hashtags und Debatten in sozialen Medien viel eher aufgegriffen und abgebildet. Besonders Onlineportale reagieren schneller auf Hashtag-Debatten im Netz. Dass der Hashtag ein Initialzündungs-Element für Debatten geworden ist und als solches auch ernst genommen wird, halte ich für eine positive Entwicklung”.

Nachgeschlagen: Rebecca De Mornay; Constance Zimmer; J. D. Pardo; Tammy Blanchard; Raymond Roussel; Kathleen Chalfant; Idiophon; Francie Swift; Robert Dekeyser; Elizabeth Norment; Hans Koschnick; Rachel Brosnahan; Sakina Jaffrey; Timothy Olyphant; Teresa Palmer; Mahershala Ali; Sandrine Holt; Shantel VanSanten; Jayne Atkinson; Amy Yasbeck; Pam Grier; Chris Pratt; Claude Elwood Shannon; Christian Pulisic; Bob Odenkirk; Claude-Oliver Rudolph; August Kopisch; Michelle Williams; Ross Turnbull; Lina Wertmüller; Emil Kostadinow; Klaus Staeck; Juninho Paulista; Anne-Rose Neumann; Kelechi Iheanacho; Otto Brenner; Willi Orban; Kristen Wiig; Domenico Scarlatti; Robert Schwenke; Mathieu Flamini; Samuel Kuffour; Paul Nicholas Mason; Garth Brooks; Francis Capra; Alfreð Finnbogason; Alfred Molina; Bridget Fonda; Cédric Bakambu; Martha Grimes; Presnel Kimpembe; Stelian Moculescu; Hazel Brugger; Jon Dahl Tomasson; Alois Irlmaier; Chloë Grace Moretz; Harland D. Sanders; Nicholas Ofczarek; Theodor Däubler; Gabi Fernández; François Cluzet.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook ließ vor kurzem Chatbots für seinen Messenger zu. Das ist nicht nur praktisch, sondern eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Kommunikation mit intelligenten Chatbots. Die kalifornische Firma PullString brachte nun das erste Textspiel auf den Messenger heraus. Gespielt wird die Geschichte von Jessie, einem etwas verplanten Mädchen um die zwanzig. Man schickt Jessie innerhalb des Facebook Messengers ein Hi und schon geht es los. Sie erzählt von sich, ihrem verlorenen Job, ihrer Wohnung, die sie unbedingt braucht und fragt immer wieder um Rat”.

Frank Heibert, Übersetzer, Autor, Musiker: „Berlin bietet unendlich viele Möglichkeiten und ist trotzdem eine entspannte Stadt. Paris, Rom und New York stressen viel mehr. Die Leute sind schneller, die Ellenbogen ständig ausgefahren, der Lärmpegel ist höher. Berlin ist niemals langweilig, hat verschiedene Szenen, die sich immer wieder neu erfinden. Andererseits kann man sich in Berlin durch seine Kiezstruktur die Welt auch schön handlich machen. Wer gerade den vollen Schwall nicht filtern möchte oder keine Lust auf Abenteuer hat, der bleibt halt in seinem Kiez, geht in sein Café, auf seinen Markt und trifft dort die immer gleichen Leute”.

F1.501 Matthias Reim, Sänger: „Ich singe Kerle-Musik, erzähle Geschichten, die Männer von sich selbst kennen. Wir Männer sind empfindlich. Wir wollen immer die Größten sein. Ja, wir verzweifeln, wenn wir versagen. Wir können nicht kommunizieren. Das stimmt - ich kenne das auch. Aber ich kann das in meinen Texten beschreiben [...] Musikalisch bin ich der größte Beziehungsversteher und Ratgeber, den man sich vorstellen kann. Im richtigen Leben bin ich natürlich genauso blöd wie alle anderen auch. Ich bin kein Frauenversteher. Ich tue auch nicht so, als ob ich die verstehe, denn ich verstehe Frauen einfach nicht. Ich sehe in meiner Musik alles nur durch die Brille des Mannes. Gerade in Liebesdingen: Sich emotional auf etwas, das man nicht erklären kann, einzulassen und die Konsequenzen dafür zu tragen ... ganz schön blöd eigentlich. Aber blöd sein ist auch schön”.

D599 Aus der Reihe Online-Sprech, Kati Krause: „Ich benutze soziale Netzwerke fast gar nicht mehr. Meinen Instagram-Account habe ich erst letzte Woche vorübergehend stillgelegt. Apps von Facebook oder Twitter gibt es nicht auf meinem Smartphone. Wenn, dann checke ich über den Computer mal kurz meine Accounts. Das ist aber selten. Ausserdem habe ich eine Browser-Zeitkontrolle installiert, die mich rauswirft, sobald ich mehr als zehn Minuten am Tag auf Facebook bin [...] Früher war ich online total aktiv, soziale Netzwerke gehörten zu meinem Leben. Das hat sich schlagartig geändert, als ich Ende 2014 und dann nochmals Anfang 2015 an einer Depression erkrankt bin. Plötzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir soziale Medien in meinem Zustand sehr, sehr viel Schaden zufügen. Es hat sich ungesund angefühlt. Irgendwann habe ich es geschafft, die Apps zu deinstallieren. Danach ging es mir besser [...] Ein Symptom von Depression ist Energielosigkeit. Ausserdem hat man eine sehr geringe Aufmerksamkeitsspanne. Ein Buch zu lesen, einen Film zu schauen, das ging alles nicht. Es gab nur den einen Gedanken: Ich brauche jetzt irgendwas. Und weil nichts anderes ging, war ich eben in sozialen Netzwerken unterwegs. Ich habe die App geöffnet und hatte die Hoffnung, im Netzwerk irgendetwas Positives zu erleben. Da kam dann aber nichts, sobald ich online war [...] Ich hatte das Gefühl, etwas mitteilen zu müssen, konnte es aber nicht. Was sollte ich denn auch sagen: Ich lag auf dem Sofa und hatte für nichts Kraft. Jedes Mal, wenn ich Facebook oder Instagram gecheckt habe, kamen mir Erfolgsmeldungen aus meinem Umfeld entgegen. Ich hatte das Gefühl, das Leben geht ohne mich weiter, alle sind glücklich ausser mir [...] Ich war nicht unbedingt neidisch. Ich bin von Selbstmitleid überflutet worden. Das ist, ähnlich wie Neid, eines der schlimmsten Gefühle überhaupt, es hat mich zerfressen. Die Depression hat mich glauben lassen, ich sei ein Verlierer, ich sei allein. Facebook hat mich in dieser Situation bestätigt. Das ist schlimmer Stress. Und Stress ist verheerend, wenn man an einer Depression erkrankt ist”.

A607 F1.502 Coco Chanel, Modedesignerin, Unternehmerin: „Die Schönheit brauchen wir Frauen, damit die Männer uns lieben, die Dummheit, damit wir die Männer lieben”.

02.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Facebook und Instagram finden Nacktheit irgendwie problematisch, so richtig kann man ihre Haltung aber nicht nachvollziehen - dafür gibt es zu viele Ausnahmen, Sonderregeln und völlig absurde Bilderlöschungen. Auch auf der re:publica, Deutschlands wichtigster Netzkonferenz sind die Selbstzensurregeln der Netzwerke dieses Jahr wieder ein Aufreger. Die Künstlerin Addie Wagenknecht und die Freiheitrechtsaktivistin Jillian York wollen das Thema Dienstagnachmittag noch einmal aufrollen, in einem Vortrag mit dem Titel „Nudes und Noodz”. „Wir sind in einer Phase des Internets, in der die Zensurmodelle von Firmen dafür sorgen, dass ganze Strömungen der Kunst nicht stattfinden”, klagt Wagenknecht. Jillian York sagt, sie verstehe, dass es für Plattformanbieter schwierig sei, Grenzen des Erlaubten zu ziehen. „Trotzdem ist nichts gerecht daran, es Männern zu erlauben, oberkörperfrei zu posieren, Frauen aber nicht. Diese Regel führt nur dazu, dass Frauenkörper weiter sexualisiert werden, und sie kann Frauen das Gefühl geben, dass irgendwas an natürlichen Brüsten falsch oder beschämend ist.” Geht es nach York, könnten Netzwerke Bilder mit Genitalien weiter verbieten: „Aber im Moment sind nicht nur sexuelle Inhalte verboten: Es ist der nackte, menschliche Körper”. Tatsächlich wirken die Regeln der Netzwerke wenig logisch - was sich daran zeigt, wie leicht man sie austricksen kann”.

„Negativzinsblase”.

Trotz der vielen Statistiken, Prognosen, Zahlenschiebereien, Wettquoten und komplettem Saisonverläufen auf Spielekonsolen zieht uns doch ganz im Gegenteil die Unberechenbarkeit um Fußball.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Was, wenn mich Facebook, WhatsApp oder Amazon rauswerfen?”

„Protestpotenzialpotenziererpartei”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „The Age of Trotzdem”.

Gesucht wird ein anderes Wort für „Muss-Thema”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Edward Snowden: „Wenn man sagt, die Privatsphäre ist mir egal, ich habe nichts zu verbergen – dann ist das wie wenn man sagt, die Redefreiheit ist mir egal, ich habe nichts zu sagen”.

A606 F1.499 Aus Goethes „Die Wahlverwandtschaften”, 1809: „Gegen große Vorzüge eines Anderen gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ach, was waren das für Zeiten! 2007 – als in Deutschland bei Facebook nur Leute angemeldet waren, die viele amerikanische Freunde hatten und StudiVZ noch der Goldstandard der sozialen Netzwerke war. Damals trauten sich die Leute noch, halbwegs authentische Fotos und Momente aus ihrem Leben zu posten. Zum Beispiel die berüchtigten „Sauf-Fotos”, die uns laut unserer Eltern alle Zukunftschancen verbauen würden, wenn sie einmal unseren künftigen Arbeitgebern unterkämen. Neun Jahre später sind wir auf wundersame Weise doch in der Lohnarbeit angekommen und – nach dem Umzug von den VZ-Netzen zu Facebook und Instagram – zu absoluten Selbstvermarktungsprofis geworden. Alles was wir posten, teilen und liken ist wohlkalkuliert, inszeniert und jedweder potentiellen Peinlichkeit und Gefahr beraubt. Die Tatsache, dass wir uns nur von unserer besten Seite zeigen, ist eine potentielle Gefahr sozialer Medien: Wir vergleichen unser echtes Leben mit der bestmöglichen Version unserer Freunde und Kollegen – und das kann deprimierend wirken”.

Wenn die Kundschaft beim Arbeiten stört.

Aus der Reihe Online-Sprech, Michael Müller, Politiker: „Das Internet soll als Ort des Pluralismus und der Meinungsvielfalt erhalten werden, zugleich muss der Wettbewerb gegen Monopole geschützt werden [...] Berlin soll der Herzschrittmacher des digitalen Wandels werden, das ist unser Ziel”.

F1.500 „Wer eine langfristige Beziehung sucht, sollte das nicht unbedingt jedem auf die Nase binden. Denn Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sich unnahbar geben und nicht immer verfügbar sind, deutlich attraktiver wirken. Wenn ihr nur auf der Suche nach unverbindlichem Sex seid, solltet ihr euch allerdings etwas zugänglicher zeigen”.

01.05.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Radiohead sind verschwunden! Zumindest aus dem Internet. Facebook: weg. Twitter: weg. Homepage: weiß. Auch der Twitter-Account von Thom Yorke ist aus dem Netz. Alles seit Sonntag (1. Mai). Falls es keinen Hack gegeben haben sollte, könnte diese Aktion von Radiohead selbst inszeniert worden sein um das neue Album zu bewerben – der Nachfolger von „The King Of Limbs” von 2011 soll diesen Juni erscheinen”.

„Hyperkonnektivität”.

D598 Aus der Reihe Online-Sprech: „Wir glauben, die digitalen Medien zu beherrschen, dabei beherrschen sie uns. 116 neue Mails im Posteingang, 37 Benachrichtigungen auf Facebook von Freunden, die geliked werden wollen, der Chef möchte seinen Google-Kalender mit dem unsrigen synchronisieren. Und man selbst? Will einfach nur das Gerät, das einem noch vor wenigen Jahren, Monaten gar, so wichtig war, an die Wand werfen. Seit geraumer Zeit kursiert eine Diagnose für diesen Zustand: digitaler Burn-out. Dabei sind sich die Wissenschaftler noch völlig uneins, was man genau darunter versteht. Damit kann bloß ein Erschöpfungszustand gemeint sein, der sich durch einige Wochen Urlaub kurieren lässt. In anderen Fällen ist ein Berufswechsel naheliegend, und in schweren Ausprägungen kommt es zu Angstattacken und Depressionen. In den seltensten Fällen handelt es sich jedoch um eine psychische Erkrankung, die behandlungsbedürftig ist [...] Sacha Beierlein pflegte viele Stunden am Tag einen Instagram-Account mit ungewöhnlichen Fotografien, um später festzustellen: „Bald ging es gar nicht mehr darum, ob man ein schönes Bild gemacht hat, sondern nur noch darum, wie viele Likes es bekommt.“ „Likes”, also das Urteil „Gefällt mir!“ der anderen, seien die „Währung” der sozialen Medien, glaubt Beierlein - ein „Ego-Ding, von dem man runterkommen muss”. Wer hierbei an Sucht denkt, ist auf dem richtigen Pfad. Forscher der Universität Harvard erbrachten den Beweis, dass durch die Wahrnehmung von Messages und Likes ähnliche Belohnungsmechanismen aktiviert werden wie beim Essen, Gewinnen und Sex [...] Sacha Beierlein erspürte nach dem Löschen seines Instagram-Accounts ein Gefühl „vergleichbar mit der Zeit, in der ich das Rauchen aufgegeben habe. Ich unterhalte mich jetzt mit Freunden, ohne ständig auf das Handy zu schauen.” Seit Kurzem gilt Digital Detox als Wundermittel gegen das zeitgeistige Leiden. Die ersten Angebote richteten sich ironischerweise an jene, denen wir das Internet überhaupt verdanken, den Innovatoren im Silicon Valley. Im kalifornischen Camp Grounded unterziehen sich seit zwei Jahren die Teilnehmer einer Abstinenzkur, die einem Pfadfinderlager aus Jugendtagen gleicht. Sämtliche digitalen Geräte müssen abgegeben werden. An Stelle Blogs oder digitale Plattformen aufzusetzen, bauen die Reformwilligen in der freien Natur Flöße oder angeln ihr Abendessen”.

A605 F1.497 Emily Friehl, Figur aus „A Lot Like Love”, 21.04.2005: „Honestly, if you're not willing to sound stupid you don't deserve to be in love”.

Aus der Reihe Online-Sprech, C. Lange: „Jegliche Kommunikation läuft fast nur noch über WhatsApp oder Facebook. Das ist richtig anstrengend geworden. Es kommt kaum noch zu richtigen Unterhaltungen, stattdessen habe ich ständig neue Nachrichten auf dem Handy. Ständig blinkt es, ständig gibt es neue Push-Meldungen. Und immer ist der Druck da, antworten zu müssen. Es sind schon etliche Streitereien entstanden, wenn man mal nicht direkt geantwortet hat. Plötzlich sind da wieder 36 neue Nachrichten. Das ist der Wahnsinn. Ich verliere mich da total. Ich wünsche mir manchmal, mein Handy geht kaputt. Damit das endlich ein Ende hat. Ich vermisse die Zeit, in der man nur SMS schreiben konnte. Aber letztlich habe ich mir doch wieder das neue iPhone gekauft. Ohne Smartphone hätte ich Angst vor der Isolation. Es gibt einen gewissen gesellschaftlichen Druck in meiner Generation. Und ich habe Angst, was zu verpassen und Samstagabend allein zu Hause zu sitzen”.

Tom Hanks, Schauspieler, Regisseur, Filmproduzent, Synchronsprecher: „Man wird Künstler, indem man „nein” sagt”.

B990 Klaus Watzka, Professor für BWL: „Momentan wird ein relativ großer Aufwand betrieben, um Arbeitszeugnisse zu erstellen, und auf der anderen Seite ist der Nutzen bei der Personalauswahl sehr gering. Kurz gesagt, die meisten Arbeitszeugnisse sind wertlos [...] Erstens spiegeln die Zeugnisse nicht die Leistung des Arbeitnehmers wider. Es ist eine schablonenhafte Erstarrung eingetreten, weil oft nur noch mit Zeugnisgeneratoren gearbeitet wird oder Textbausteine aus der Literatur oder dem Internet verwendet werden. Zweitens, und das ist erschütternd, hat sowohl von den Erstellern als auch den Personalmanagern, die die Zeugnisse analysieren, rund jeder zweite nie ein Seminar besucht. Diese Personen sind also nie professionell herangeführt worden [...] Jeder zweite Ersteller glaubt übrigens selbst nicht an die Aussagekraft seines eigenen Werkes”.

„Panik-Astronaut”.

F1.498 Björn Süfke, Therapeut, Autor: „Die heutige Männergeneration soll zwar durchaus noch die wünschenswerten Attribute der traditionellen Männlichkeit repräsentierten. Aber eben nur die wünschenswerten: Der familienernährende Verdienst, die starke Schulter, die Reparaturen im Haushalt”.

30.04.2016

Gesucht wird eine Bezeichnung für den Neid auf die gelungenere Überschrift.

A604 F1.496 Emma, Figur aus „One Day”, 08.08.2011: „I'm not lonely, I'm alone”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Verdropboxt”.

B989 Frank Castorf, Regisseur, Intendant: „Kunst braucht Wahnsinn. Fragen Sie mal Pep Guardiola beim FC Bayern nach einem Champions-League-Spiel, wie es den Fußballern geht! Im Sport ist Überforderung noch möglich, aber in der Kunst offenbar überhaupt nicht mehr zeitgemäß, da versinkt man lieber in Selbstgenügsamkeit. Dabei weiß ich aus meiner Erfahrung, wie gerne Schauspieler sich überfordern lassen. Wie Brecht sagte; Bitte mehr Fußball im Theater! Man gerät manchmal an Leistungsgrenzen, richtig gut ist man aber erst, wenn man Borderliner ist und diese Grenzen übertritt. Gucken Sie sich mal an, wie die Schauspieler bei Fassbinder sich in kürzester Zeit entäußert haben! [...] Ich hab mich an der Volksbühne manchmal so exzessiv verausgabt, dass ich zeitweise autistisch wurde. Fast schon böse, in meiner Aggressivität, das hat sich dann allem und jedem gegenüber geäußert. Wenn man zu böse ist, macht man nicht das allerbeste Theater [...] Und die Zwei-Minuten-Bilder von Picasso, hingemalt mit leichter Hand, habe ich immer bewundert: Ja, so schnell kann man arbeiten, die Leute spüren die Energie und Vitalität. Vital - das ist ein bei Linken inkriminierter Begriff, aber das ist entscheidend für die Kunstproduktion”.

Die Sätze „Nicht die Menschen ändern sich, sondern die Ansichten von Menschen über Menschen”, „Kein Humor ohne Herzensgüte”, „Bescheidenheit ist eine Spielart des Stolzes”.

29.04.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die Stalking-App ist da. Eine russische App findet Gesichter in Online-Netzwerken wieder. Internettrolle stellen damit Porndarstellerinnen bloß”.

„Zielweitpullern”.

A604 Helmut Schmidt, Politiker: „Wer Kritik übelnimmt, hat etwas zu verbergen”.

„Aufsichtsratsparteichef”.

Der seltsame Wunsch, eine „Legende” werden zu wollen.

„Fantasie-Auslöser”.

F1.495 Die Sätze „Die große Liebe wird erst dann zum Problem, wenn man nicht mehr zusammen ist mit ihr”, „Sich zu küssen ist die unterhaltsamste Form des Mundhaltens”, „In Liebesangelegenheiten ist fast jeder Ratschlag mehr Schlag als Rat”.

„Klokniebeuger”.

28.04.2016

Bücher, die man nur deshalb liest, um hinterher nicht mehr über die reden zu müssen.

B987 Martin Schmidt, Fußballtrainer: „Sobald ich merke, dass mir im Fußball nur fünf Prozent Leidenschaft fehlen, ich mich nicht mehr freue, zur Arbeit zu gehen, suche ich mir eine neue Leidenschaft”.

„Zeilen-Oscar”.

F1.494 Das preisgünstigste Geschenk, das man einer Frau machen kann: Aufmerksamkeit.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Growth Hacking per Product Hunt”.

B988 Carola Eck-Philipp, Volkswirtin, Wirtschaftspädagogin, Beraterin: „Frauen solidarisieren sich, unterstützen sich aber nicht wirklich auf dem Weg nach oben. Die treffen sich in Netzwerken, hören sich gegenseitig zu, ermutigen sich, aber das ist es dann auch. Es gibt einen Austausch, aber keine Empfehlungen. Sobald es konkret werden müsste, helfen sie nicht mit Taten. Da macht sich einfach auch das Fehlen der weiblichen Machtpositionen bemerkbar. Frauen bringen sich durch ihre Netzwerke nur selten untereinander ins Spiel. Die Seilschaften der Männer, wo einer den anderen mit nach oben zieht, sind bei den Frauen einfach nicht eingeübt. Insofern habe ich manchmal den Eindruck, die machen sich in ihren Netzwerken ein bisschen was vor”.

27.04.2016

„Hochgeschwindigkeits-Stimmungshits”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Edward Snowdens Enthüllungen über die NSA-Überwachung ließen die Abrufzahlen brisanter Wikipedia-Artikel erheblich sinken”.

„Vollgas-Papa”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus Meedia: „Durch den verbreiteten Einsatz von mobilen Geräten zum Abspeichern von Informationen hat sich die sogenannte digitale Amnesie zu einem Phänomen auch in der Arbeitswelt entwickelt. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der deutschen Befragten einer Studie bemängeln, dass mit der Aufzeichnung von Notizen in digitaler Form vieles verloren geht, was für ein späteres Verständnis wichtig ist, etwa der Kontext und die Gefühle, die im Zusammenhang mit den Fakten geäußert wurden”.

F1.493 Die Sätze „Liebe kooperiert nicht”, „Frauen, die ihre Wimpern pinseln, sind Frauen, die beim Pimpern winseln”, „Beziehungen sind zum Wachsen da”.

B986 Aus der Reihe Online-Sprech Christoph Bornschein, Unternehmensberater, Gründer, Unternehmer: „Wenn Sie Ihre Verhandlung in die neuen Medien verlegen, müssen Sie auch Ihren Ruf dort aufbauen. Es ist reputationsbildend, wie Ihr Twitter -Account aussieht. Dort Expertenstatus zu haben und viele Tausend Follower - das ist die dicke Uhr der Neuzeit. Twitter ist hier besonders spannend: Es ist ein doppelt öffentliches Medium - jemandem zu folgen ist ohne dessen Zustimmung möglich. Ich kann so zu nahezu jedem eine Beziehung aufbauen [...] Ich glaube tatsächlich, dass wir den Ritus zwar dadurch ersetzen, dass man sich gegenseitig auf Twitter folgt, auf Facebook zu Freunden wird und so weiter. Man sucht also die Digitalverknüpfung vorher oder hinterher. In dem Moment der Verhandlung aber geht es nur um die Sache. Hier schafft die Technologie eine Hyperrationalisierung des Moment [...] Hyperrationalisierung heißt: Totale Fokussierung auf den Verhandlungsmoment. Andere Dinge werden dabei eine Rolle spielen: Da gibt es nicht mehr viel Beziehungsebene, da gibt es den fernen Gegner, der auch nur auf die Verhandlungsfunktion beschränkt präsent ist. Und dann gibt es ein Rabattziel, das man als bonusrelevant fest in seinen Arbeitsverträgen hat - und es fällt natürlich sehr viel leichter, das bei einem gesichtslosen Gegenüber durchzusetzen [...] Wenn ich einen bestimmten Kontakt brauche, schaue ich nur in den sozialen Netzwerken, und meistens kenne ich dann jemanden, der den kennt, und der kann mich vorstellen. Diese Referenz nutze ich als emotionale Brücke, das ist eine ganz andere Basis für die Gesprächsaufnahme. Der Wert von Netzwerken wird unterschätzt: Ich kann sehr viel Vorschussvertrauen generieren durch dieses Wir-kennen-jemanden-zusammen, wir haben einen gemeinsamen Bezugspunkt. Über soziale Netzwerke erfahre ich sehr viel über den anderen. Ich will jetzt nicht so weit gehen und sagen, dass man ein gemeinsames Urlaubsziel hat, aber es gibt viele Dinge, die eine emotionale Nähe herstellen. Das gab es in einer weniger transparenten Welt so nicht”.

„Fehlerjagdsaison”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Anti-Adblocker-Websites”.

D597 Aus Forbes: „Give it a name–the black dog, the cloud, the shadow–anything that serves as a reminder that it is something you are experiencing–not something you are.
Increase the amount of time you spend in sunlight. Light increases serotonin production and lifts the mood. Sadly, a lot of people who are depressed withdraw by closing the shades and living in the dark.
Make a schedule to eat, sleep and walk. Depressed people have to schedule these basics because if they wait until they “feel like it,” they may skip it altogether [...]
Add novelty to your life. Create new memories by seeking out your passions. Try new adventures.
Daily journaling can speed up the process of recovery from depression.
Talk to someone you trust. It is necessary to find outlets for processing depression. Talk through your depressive experiences with someone you trust.
Get help. Psychotherapy with the right therapist can be immensely helpful. [...]
Develop healthy habits. Schedules help us to develop habits, so healthy schedules become healthy habits that become effortless in time. We build resiliency as we accomplish success.
Foster good sleep hygiene. Waking at the same time and retiring on schedule daily helps our body to retain an organic acumen for processing emotions and boosting the immune system with rest. Turn off all electronics at least an hour before you plan to retire to bed.
Move your body! Activity, especially activity that engages the parasympathetic system (such as yoga, mindful walking, etc.) will help lower cortisol levels and boost immune system and mood. This decreases a host of stress responses that can create symptoms and unpleasant reactions like panic attacks, headaches and gastrointestinal issues.
Connection with others is incredibly important. Depressed individuals tend to isolate or only connect with people who might be more negative. Connecting with upbeat or healthy individuals helps aid in mood enhancement and is known for setting off a chain of attachment bonding and chemical responses that aid in self-trust, trust in the world and increased positive perceptions.
Eating healthy is important; a diet rich in vegetables and fruits, low in sugar and caffeine, eliminating processed foods and ensuring hydration, will help the individual to equip themselves with nutritional resources to combat the demands that depression places on their body and mind”.

26.04.2016

Wenn man ein so komplizierter Mensch ist, dass das Alter keine Rolle mehr spielt.

„Remouladeninfusion”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „SZ-Facebook-Freunde unterstützen Idee eines kostenlosen Meisterbriefes”.

Die Dummheit des Statements „Ich bin ein persönlicher Mensch”.

A603 F1.492 Lance Sullivan, Figur aus „The Best Man”, 22.10.1999: „Marriage is the key to promiscuity”.

25.04.2016

„Trainerrumoren”.

Die Sätze „Nur was auf den Wolken wohnt, lässt dich auf den Wolken wohnen”, „Je älter ein Haus, desto lebendiger”, „Mit Grätschen spielt man keine Pässe”.

„Betroffenheitsbeauftragte”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Anne Wizorek, Medienberaterin, Autorin, Bloggerin: „Den aktuellen Trends nach wird das Netz zunächst noch mehr Radikalisierung und Gewalt hervorbringen, bevor wir es zu einem Werkzeug tatsächlicher Meinungsfreiheit transformieren - Medienkompetenz als Basis und politische Teilhabe im Blick. Denn das ist die große, humanitäre Chance: ein Netz für alle”.

Andrea Nahles, Politikerin: „Es ist ein Irrglaube, dass wir alle älter und fitter werden”.

A602 F1.491 John McCarthy, Figur aus „P.S. I Love You”, 21.12.2007: „Women act like men, then they complain men don't want them”.

24.04.2016

Nachgeschlagen: bribery; dimple; ostrich; hum; mammal; acres; disintegrate; thunderclap; prankster; distraught; mixed feelings; perturbed; conundrum; cripples; makeover; gerbil; tender spot; skeevy; baster; handlebar; blimey; fatuous; quarrelsome; lunacy; power down; buttonhole; repulsive; man of word; squalid; croak; tawdry; dregs; zit; climber; alacrity; dead ball specialist; unblemished; moniker; priceless; talismanic; cagey; sweeper; wanton; obese; disown; self-absorbed; moron; plover; dozing; spinster; fuckwit; sobriety; at site; scrooge; fumble; timeworn; indiscriminate; lioness; douche; premarital; burner; irrevocably; sanctify; mouthpiece; pique; daily grind.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Likeokratie”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für jenen Menschen, der einem zeigt, dass man die einfachen Dinge im Leben verpasst.

Aus der Reihe Online-Sprech, Markus Beckedahl, Journalist, Blogger: „Ich finde, dass das Netz viele neue Chancen bietet. Das gilt schon allein für die Möglichkeit, sich orts- und zeitunabhängig zu informieren, zu kommunizieren und damit auch, sich zu beteiligen. Das Netz bietet also eine Grundlage für mehr Bürgerbeteiligung. Aber sie wird noch nicht übermäßig genutzt, sie wird auch nicht immer gewollt oder ist nichts anderes als eine verlängerte PR-Maßnahme. Auf der anderen Seite entsteht etwas wie Wikipedia, ein Art von bürgerschaftlichem Engagement, die wir noch gar nicht genug zu würdigen wissen [...] Ich habe nie erwartet, dass sich die Menschen durch das Netz plötzlich zu aufrechten und engagierten Demokraten entwickeln. Ich würde mir natürlich mehr Engagement wünschen. Aber Demokratie fällt sozusagen nicht vom Himmel [...] Wenn man sich überlegt, wie Staatstrojaner über Smartphones Menschen überwachen können oder welche Möglichkeiten es inzwischen in der Medizintechnik gibt, halte ich den Gedanken nicht für sonderlich abenteuerlich. Bereits heute gibt es erste Ansätze und erfolgreiche Experimente, wo man zum Beispiel behinderten Menschen Chips ins Gehirn pflanzt, damit diese Informationen verarbeiten und sich beispielsweise ihre Hand bewegt. Die technologische Entwicklung ist rasant. Ich kann mir vorstellen, dass in zehn bis 15 Jahren Menschen zu Lifestyle-Zwecken solche Chips haben werden. Wir sind auf dem besten Weg in die totale Überwachung, und legen – beispielsweise durch die Vorratsdatenspeicherung – gerade jetzt die gesetzlichen Grundlagen dazu”.

A601 F1.490 Admiral Darcy, Figur aus „Bridget Jones's Diary”, 04.04.2001: „I like a woman with an arse you can park a bike in and balance a pint of beer on”.

23.04.2016

„Pistoleneinfluss”.

A600 B985 Lloyd Dobler, Figur aus „Say Anything...”, 14.04.1989: „I don't want to sell anything, buy anything, or process anything as a career. I don't want to sell anything bought or processed, or buy anything sold or processed, or process anything sold, bought, or processed, or repair anything sold, bought, or processed. You know, as a career, I don't want to do that”.

Wenn Luxusprobleme zum Ruin führen.

„Stubenhockerlyrik”.

Melissa Ann McCarthy, Schauspielerin: „Wenn Sie mich nach den 20 tollsten Frauen fragen, die ich kenne, dann fallen mir Frauen aller Altersgruppen, Hautfarben und Kleidergrößen ein. Die Jungs sitzen nie zusammen und vergleichen: Wer hat die besseren Oberschenkel? Das machen die einfach nicht. Ich werde ständig nach meiner Kleidergröße gefragt, aber kein Journalist fragt einen männlichen Regisseur: „Bitte verraten Sie uns, wie Sie ihren Arsch so gut in Form halten.” Dieses Ideal der perfekten Frau existiert nur, um Frauen runterzumachen”.

Menschen, die als vornehm empfinden, nur drei ihrer fünf Finger zu verwenden.

„Handtaschen-Therapeutin”.

Gesucht werden Bezeichnungen für bestimmte Alter, an denen man zu alt ist für bestimmte Spiele.

„Liebesminister”.

F1.489 Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Der amerikanische Blogger Dale Partridge, 31, postete ein Foto von sich, seiner Frau und den beiden Kindern auf Facebook. Und wertete gleichzeitig alle ab, die dieses Bild nicht abgeben könnten: „Ich weiß nicht, wann Männer beschlossen haben, dass 30 das neue 15 ist”, schrieb er dazu. Männer heute spielten lieber Videospiele, als sich zu verabreden, und schreckten wie kleine Jungs vor Bindung und Verantwortung zurück. „Wir brauchen mehr Männer.” Hunderttausende teilten die Botschaft von der Überforderung mit der Liebe weiter”.

22.04.2016

B983 Melissa Ann McCarthy, Schauspielerin: „Auch heute noch giltst du automatisch als aggressiv und zickig, wenn du als Frau weißt, was du willst und dafür auch einstehst. Bei Männern heißt es bei solchem Verhalten immer, sie seien zielstrebig und gut in ihrem Job [...] Nur bei einer Frau spricht man von „schreien”, wenn sie ihre Meinung mal etwas lauter kundtut. Ich finde das wirklich verrückt, denn eigentlich dachte ich, dass wir heutzutage klüger und weiter sein müssten. Diese Vorstellung, dass Frauen zwar bitte Unternehmen führen sollen, aber das immer schön höflich und bescheiden, am besten mit einem Teller Kekse und einer Karaffe Eistee in der Hand - die ist doch absurd!”

„Meinungspaternalismus”.

A599 B984 Lorenzo Agnello, Figur aus „In den Straßen der Bronx”, 14.09.1993: „Das Traurigste auf der Welt ist ein verschwendetes Talent”.

F1.488 Nora Tschirner, Schauspielerin, Moderatorin, Musikerin: „Ich bin als Mensch und Frau durch Gehirn und Humor angetörnt. Ich finde nichts so attraktiv wie einen lässig präsentierten Witz. Mich interessiert die Seele eines Menschen, ich verliere dann sogar oft völlig den Zugang dazu, wie er oder sie eigentlich aussieht. Ich sehe die Person dann meist nur noch als Farbspektrum. Hinzu kommt: Man liebt jemanden doch dadurch, dass man ihn kennenlernt, sich an ihn gewöhnt”.

„Hightech-Enthusiasmus”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Nora Tschirner: „Was ist das, ein „Troll”? Es geht mir darum, menschenfreundlich zu kommunizieren und nicht vorzuetikettieren. Was passiert, wenn ich anerkenne, dass auch ein „Troll” eine Seele hat? Dass der zwar zurzeit ein menschenverachtendes Ding am Laufen hat, aber vielleicht seine, wenn auch verworrenen, Gründe dafür? Welche Wege gibt es für mich, trotzdem offen zu bleiben? Ich bin nicht naiv. Aber eine Menschenfreundin. Mit diesen Fragen müssen wir uns auseinandersetzen, sonst versagen wir als Gesellschaft. Das interessiert mich momentan am meisten: der Blick in den Spiegel”.

21.04.2016

F1.485 Aus einer Dokumentation, Thorsten, Single: „[Sich] einzulassen auf jemanden, ist nicht so schwierig, denke ich. Aber Kompromisse einzugehen, das ist schwierig. Dem anderen auch gerecht zu werden. Weil selber will man ja nichts aufgeben - es funktioniert ja, der Alltag funktioniert ja. Aber man kann nicht erwarten, dass der Andere deinen Alltag auch so lebt - der ist ja auch gefestigt, hat auch Macken. Ist schwierig”.

Die zunehmende Unbeholfenheit gegenüber handgeschriebenen Nachrichten.

F1.486 Aus einer Dokumentation, Celine, Single: „Ich finde, eine Beziehung sollte wie der Kontakt zum besten Freund sein. Dass man so sein kann wie man ist und sich nicht verstellen muss vor jemandem. Und dass alles auf so einer freundschaftlichen Basis ist. Und dass man jeden Tag wieder aufsteht und sich neu kennenlernt”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Menschen, die auf ihr Smartphone starren, sind immer häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt. Die bayrische Stadt Augsburg hat nun auf das Phänomen der Smartphone-Zombies (Smombie) reagiert und führt eigene Bodenampeln ein, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Bodenampeln bestehen aus acht roten Leuchten, die während der roten Ampelphase blinken”.

Aus der Reihe Wohlstandssprech: „Jede Scheibe gleich­mäßig gold­braun rösten – das gelingt im Test den wenigsten Toastern”.

„Ichdaktion”.

F1.487 Aus der Reihe Online-Sprech: „Flirten und Daten in virtuellen Welten? Glaubt man Trendforschern wie Christian Schuldt vom Frankfurter Zukunftsinstitut, dann könnten sich viele Singles auf Partnersuche bald im Cyberspace zum ersten Mal begegnen. Algorithmen sondieren potenzielle Partner für sie und arrangieren das romantische Kennenlernen oder erotische Abenteuer. Die Branche der Dating-Anbieter könnten solche Entwicklungen weiter aufmischen [...] Demnach erwarten viele Nutzer passende Partnervorschläge quasi jederzeit überall - ob im Sport, an der Supermarktkasse oder in der U-Bahn, ohne sich erst ins Internet einklinken zu müssen. Möglich könnte das beispielsweise mit smarten Kontaktlinsen und Brillen werden, über die eine Art „persönlicher Dating-Butler” den Nutzer zum Anbändeln animiert, glaubt Schuldt [...] So ganz im Cyberspace verlieren werden sich die Menschen nach seiner Überzeugung nicht. Ein Gegentrend zeichne sich auch schon ab, weil sich längst nicht jeder bei Liebe, Sex und Partnerschaft von smarten Maschinen bevormunden lassen wolle: „Wir werden auch eine Renaissance der klassischen Partnerbörsen sehen.” ”.

20.04.2016

B981 Aus Meedia: „Auch im Job gilt: Kleider machen Leute – und Karrieren. Wenn Sie stets abgerissen daher kommen, vermitteln Sie nicht den Eindruck, dass man Ihnen mehr Verantwortung übertragen kann. Hört sich oberflächlich an, viele Firmen ticken aber so. Gerade im Berufsleben gilt die alte Regel: Kleiden Sie sich nicht für den Posten, den Sie haben, sondern für die Position, die sie gerne hätten”.

„Textvollstrecker”.

B982 „Wenn Menschen eine Aufgabe als Team bewältigen, funktioniert das unterschiedlich gut. Wissenschaftlern der Aarhus Universität in Dänemark und Forscher des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt untersuchten, wie sich Körperfunktionen von Menschen aneinander angleichen, wenn sie zusammenarbeiten. Je wohler sich die Teilnehmer in ihrem Team fühlten, desto ähnlicher entwickelten sich die elektrische Leitfähigkeit ihrer Haut und die Aktivität ihrer Gesichtsmuskeln. Das deutet darauf hin, dass sie gleichsam angespannt waren und zur gleichen Zeit positive Emotionen empfanden. Die Messung der Körperfunktionen erlaubte den Forschern außerdem, Vorhersagen über das Verhalten der Gruppe zu treffen”.

Von seiner Klasse verliert ein gutes Foto nichts, sobald es vergilbt.

A598 F1.484 Hal Larson, Figur aus „Shallow Hal”, 09.11.2001: „You know, there are a few times in a guy's life - and I mean two or three, tops - when he comes to a crossroads, and he's gotta decide. If he goes one way, he can keep doing what he's been doing and be with any woman who'll have him. And if he goes the other way, he gets to be with only one woman, maybe - maybe for the rest of his life. Now it seems that by taking the other road, he's missing out on a lot. But the truth is, he gets much more in return. He gets to be happy”.

19.04.2016

B980 Karen Heumann, Werberin: „Hervorragende Leistungen von Frauen werden häufig auf Engagement und Fleiß zurückgeführt. Bei Männern auf Talent, Kühnheit, Intelligenz. Offenbar trauen viele es erfolgreichen Frauen nicht zu, dass ihr Talent sie da hingebracht hat, wo sie sind. Männer, die einen exzellenten Job machen, gelten als Genies und Gurus. Frauen als engagiert”.

„Internet-Micky-Maus-Liga”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Deshalb funktioniert das Kölner Facebook-Ranking nicht”.

„Satire-Beistand”.

A597 F1.483 Steve Miller, Figur aus „The Last Song”, 31.03.2010: „Love is fragile. And we're not always its best caretakers. We just muddle through and do the best we can. And hope this fragile thing survives against all odds”.

D596 Aus Spektrum der Wissenschaft: „Dieter Riemann und seine Kollegen haben sich für eine Metaanalyse eine Reihe von Langzeituntersuchungen angeschaut, die teilweise über 20 Jahre liefen. Diese zeigten in der Summe: Menschen mit Schlafstörung hatten im Vergleich zu Menschen ohne Schlafproblem ein doppelt so hohes Risiko für Depressionen – und das teilweise Jahre nach dem ersten Auftreten der Schlafstörungen. „Die Schlafstörungen gehen also in vielen Fällen den Depressionen voraus”, sagt Riemann. Außerdem hat die klinische Erfahrung eines deutlich werden lassen: Behandelt man eine Depression erfolgreich, kann sich die Schlafstörung weiterhin hartnäckig halten. Wäre sie nur ein Symptom, müsste sie eigentlich mit verschwinden. Umgekehrt mehren sich die ersten Hinweise, dass eine kognitive Verhaltenstherapie der Schlafstörung auch dabei hilft, die Depression in den Griff zu bekommen. Bei einer ganzen Reihe von psychischen Störungen wie Depression kündigt sich die Erkrankung zunächst im Schlaf an. „Vielen Betroffenen fällt als Erstes auf, dass sie nicht mehr gut schlafen können”, sagt Dieter Riemann. „Und bei Patienten, bei denen in der Familie ein oder beide Elternteile psychisch erkrankt sind, tauchen schon, noch während sie gesund sind, Veränderungen im EEG auf.” Der REM-Schlaf, in dem sich die Augen schnell hin und her bewegen und in dem wir verstärkt träumen, ist bei depressiven Menschen vorverlagert. Er setzt früher ein – ein Hinweis darauf, dass das Botenstoffsystem im Gehirn, das die verschiedenen Schlafphasen steuert, aus der Balance geraten ist. Genaueres weiß man noch nicht [...] Einen weiteren Mechanismus, der zwischen Schlafstörungen und psychischen Erkrankungen vermitteln könnte, vermutet der Freiburger Schlafforscher in einem Phänomen, das Wissenschaftler als „Hyperarousal” bezeichnen, zu Deutsch in etwa „Übererregtheit”. Sowohl bei Schlafstörungen als auch bei fast allen psychischen Erkrankungen leiden die Betroffenen unter einer starken Anspannung. Die Herzfrequenz ist erhöht, und die Nebennierenrinde schüttet verstärkt das Stresshormon Cortisol aus. Das macht sich auch subjektiv bemerkbar: „Der depressive Mensch sorgt sich um die Zukunft”, sagt Riemann, „der schizophrene Mensch mit einer Paranoia fühlt sich verfolgt und versucht sich wie in einem Hitchcock-Film zu verstecken; und ein Mensch mit einer Angststörung schreckt beim geringsten Anlass zusammen.” Beim Hyperarousal handelt sich um eine übertriebene Stressreaktion, die grundlos permanent anhält. Sie lässt die Betroffenen nicht mehr richtig schlafen”.

Aus der Reihe Online-Sprech Mareike Bruns, Community Managerin: „Tatsächlich kamen einige der allerersten Instagrammer aus Deutschland. Wir sind davon inspiriert, wie kreativ die Menschen hier Instagram nutzen, besonders bei der Landschaftsfotografie. Oft sehe ich Bilder von beeindruckenden Bergen oder kristallklaren Bergseen und denke „Wow! Ist das im Yosemite Park entstanden?” Tatsächlich wurde es aber in der Sächsischen Schweiz (#roamsaxony) aufgenommen. Wer mehr Inspirationen für Reiseziele bekommen will, dem empfehle ich den Account @germanroamers [...] Eine gute Inspirationsquelle ist unser eigener Account @InstagramDE. Dort zeigen wir regelmäßig inspirierende Beispiele der weltweiten Community. Hier haben wir vor einiger Zeit ein schönes Beispiel aus Stuttgart vorgestellt: Die Instagrammerin Cora Sacher ( @corasacher) hat vor über einem Jahr das Hashtag #inthestreetsofstuttgart ins Leben gerufen – um ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen und die Vielseitigkeit ihrer Heimatstadt zu zeige [...] Worauf ich mich aktuell besonders freue, ist das 13. weltweite InstaMeet”.

18.04.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die Berliner Polizei kündigt ihre nächste Twitteroffensive an - diesmal soll „über schwere Unfälle” informiert werden, Fotos inklusive”.

Frank Waskow, Lebensmittelexperte, Verbraucherschützer: „Die Verbraucher müssen wieder lernen, dass eine Möhre auch einen kleinen Knick haben darf. Dass auch eine krumme Gurke schmeckt”.

„Stacheldrahtwelt”, „Halbfinalmeister”, „Panenka-Depp”, „Auszeitbrief”, „Völker-Balla-Balla-Show”.

Menschen, die direkt nach der Schule Lehrer werden wollen.

A596 F1.482 Martha Shaw, Figur aus „The Notebook”, 20.05.2004: „A woman know when a man looks into her eyes and sees someone else”.

17.04.2016

„Tischkreissägenschein”.

F1.481 Liebe besteht zu 4/5 aus Neugier. Die übrigen 69% sind nicht nachvollziehbar

„Parfüm-Aktien”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Underground-Economy-Foren”.

B979 Gerold Linzbach, Manager, Vorstandsvorsitzender: „Heute akzeptieren viele Unternehmen, wenn das Handy nach Dienstschluss ausgeschaltet bleibt, einige fordern dies sogar. Das Bild vom Vorstandsvorsitzenden als Führungsfigur, die in jeder Lage präsent ist und ihren Mann steht, gibt es zwar nach wie vor. Aber dieses Ideal wird häufiger in Frage gestellt - zumindest ein bisschen, und das ist gut so [...] Ich arbeite einfach sehr gern, und es ist auch das Pflichtgefühl, eine begonnene Aufgabe zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Arbeit ist zudem eine interessante Art, den Tag zu füllen. Sie zwingt einen dazu, sich nicht nur mit sich selbst zu beschäftigen, und lenkt bisweilen von persönlichen Problemen ab. Sie bringt also Struktur ins Leben und sorgt zudem für ein regelmäßiges Familieneinkommen. Arbeit ist Erfüllung, wenn Sie so wollen. Aber Arbeit sollte kein Selbstzweck sein [...] Wenn der Beruf auch das private Leben dominiert und vor allem für die soziale Anerkennung sorgt, dann stimmt etwas nicht. Und diese Unwucht im Leben wäre dem persönlichen Befinden sicher nicht zuträglich. Die Abhängigkeit vom Beruf wäre viel zu groß. Dafür bin ich auch viel zu sehr Familienmensch. Ich persönlich habe Privat- und Berufsleben immer getrennt. Ich werde also nicht mit achtzig Jahren noch in Unternehmen ungebetene Ratschläge erteilen”.

Wenn kühler Kopf auf heiße Beine trifft.

A595 Vladimir Horowitz, Pianist: „Es ist die Stille, die zählt, nicht der Applaus. Jeder kann Applaus haben. Aber die Stille, vor und während des Spiels, das ist das Größte”.

16.04.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Wer trotz der allgemein fortschreitenden Smartphonisierung noch nicht weiß, was ein Emoji ist, der sollte bei Gelegenheit jüngeren, vorzugsweise pubertierenden Zeitgenossen über die Schulter blicken. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass gerade Nachrichten ausgetauscht werden, die üppig mit kleinen Piktogrammen angereichert sind. Das sieht ungefähr so aus: Dem Text „Bin gleich da” folgen vier Herzchen, drei Gesichter mit Freudentränen und ein paar Damenschuhe. Die Antwort besteht aus einem gelben Mondgesicht mit Sonnenbrille, einem gegrillten Hühnerknochen und einer Flamenco-Tänzerin. In Worten: Cool, wir essen einen Happen und gehen dann tanzen. Nun könnte man denken, Emoji-Nutzer hätten eben ihre eigene, fortschrittliche Sprache entwickelt, die textbasierte Menschen überfordert. Doch die Wahrheit ist leider banaler: Sofern man einer Sprache abverlangt, dass ihre Nutzer unter gleichen Begriffe das Gleiche verstehen, sind Emojis ein Reinfall. Die laut internationalem Unicode-Standard offiziell 1282 Motive der Emoji-Welt bilden einen Ozean der Missverständnisse. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der amerikanischen University of Minnesota. Erstmals wurde ausführlich untersucht, ob Digitalmenschen die gängigsten Emojis überhaupt auf gleiche Weise interpretieren. Die Antwort lautet in vielen Fällen Nein”.

„Eifersuchts-Akte”.

35.

F1.480 Die Sätze „Nur ein Idiot spuckt der Liebe ins Gesicht”, „Wer liebt, macht sich verwundbar”, „Bier hinterlässt keine Knutschflecken”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für einen anlasslosen Anruf.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Berliner Zeitung: „Wenn Twitter-Nutzer nicht in den Wald gehen, schickt dieser ihnen Tweets nach Hause. Europäische Forscher haben Bäume mit dem sozialen Netzwerk verbunden. Was wie ein spaßiges Projekt klingt, ist das Ergebnis von vier Jahren Arbeit und soll grundlegende Erkenntnisse über die Bäume liefern. In Europa twittern mittlerweile sieben Bäume: Sechs von ihnen stehen in Belgien und einer in Brandenburg. Bald soll ein achter in den Niederlanden hinzukommen. „Heute bin ich um 0,2 Mikrometer geschrumpft, habe 2,2 Liter Wasser bei einer maximalen Geschwindigkeit von 0,2 Litern pro Stunde transportiert. #TwitteringTree #Joachimsthal”, twitterte die verkabelte Birke am vergangenen Mittwoch. Ausgestattet ist sie mit drei Messgeräten: Eins misst die Feuchtigkeit im Boden, eins die Strömungsgeschwindigkeit von Wasser im Baum und eins das Wachstum”.

Wenn ein Endspurt zum Marathon wird.

Aus der Reihe Online-Sprech, Titiou Lecoq, Schriftstellerin, Bloggerin: „Die Leute, die sich vor 15 Jahren im Netz tummelten, waren dort nicht zufällig unterwegs. Sie unterschieden sich voneinander, aber sie hatten eines gemeinsam: Man fühlte sich in der „wirklichen“ Welt nicht sehr wohl. Es gab ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Die Menschen saßen lieber vor ihrem PC, um mit Unbekannten zu diskutieren, als sich auf einer Party von sozialen Codes und scheinheiligen Regeln einschränken zu lassen [...] Eine der traurigsten Veränderungen im Netz ist meiner Meinung nach, dass man sich früher seine Schwächen eingestanden hat, während es heute größtenteils darum geht zu zeigen, was für ein geniales Leben man doch führt. Deshalb hasse ich Instagram. Das ist für mich das soziale Netzwerk der Gewinner. Genau das Gegenteil davon, was das Internet noch vor ein paar Jahren verkörperte [...] Ich bin Journalistin, aber ich hatte nie einen Posten mit Verantwortung. Über mir gab es immer Chefredakteure, die mich vor direktem Druck bewahrt haben. Andererseits hast du als Internet-Journalist ja stets die Clicks im Nacken. Auch da muß man dauernd Kompromisse eingehen. Als Beispiel: Lass uns einen kleinen netten Text über ein Kätzchen verfassen, das in den Mülleimer fällt. Das beschert uns schön viele Besucher. Und anschließend haben wir dann die Freiheit, einen langen Artikel über den Yemen zu schreiben. Ein Text, der uns keinen einzigen Click einbringt. Der Web-Journalismus ist eben ein permanentes Jonglieren [...] wir werden nie dahin zurückkehren, wie es vorher war. Das Internet und das echte Leben sind verschmolzen. Vorher hatten sie nichts miteinander zu tun. Wir waren ja alle mit Pseudonymen unterwegs. Das hat uns eine große Freiheit verschafft. Heute ist das Netz eine Verlängerung unseres Lebens. Das ist nicht umkehrbar. Andererseits kann das Internet ein Tool sein, die Gesellschaft zu verändern. Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Den Sexismus und den Rassismus in der Werbung. Wenn eine Marke heute so etwas macht, wird sie auf allen Netzwerken gedisst”.

15.04.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Roberto Simanowski, Autor, Professor für Digital Media Studies: „Die meisten Begleiterscheinungen des Internets sind Erzfeinde des Qualitätsjournalismus: Hyperreading, Multitasking, Powerbrowsing und die statistische Interaktionsanalyse. Wenn alles immer und überall zugänglich ist, schwindet die Geduld für das Anstrengende. Die Untugend der Instant Gratification verlangt nach schnellen Antworten auf komplexe Fragen, denn die nächste Ablenkung ist immer nur einen Klick entfernt – und die Bestrafung durch Like-Entzug immer öffentlich. Ist also das Medium schuld? Ist es der Mensch an sich? Überlagern die anthropologische und technologische Konstellation die politischen und ökonomischen Interessen? Wie auch immer die Antwort auf diese Gretchenfrage der Medienwissenschaft ausfällt: Wenn künftig die Beiträge der Journalisten eingebettet in Facebooks „News Feed” mit den „News” der Facebook-Freunde um Likes wetteifern, vollendet sich ein Prozess, der als hoffnungsfroher Traum begann, in unerwarteter Weise: Die „Organisation der Ausgeschalteten” materialisiert sich als eine Kommunikationskultur, in der, so begründete Zuckerberg einst die Einführung des News Feed, das sterbende Eichhörnchen vor dem eigenen Haus wichtiger sein kann als Menschen, die in Afrika verhungern. Befreiung schlägt ein weiteres Mal um in Unmündigkeit, nun als Dialektik der Partizipation”.

„Fischtragefähig”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „hwr to by lqueiyr athger 10”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für den „Geräusch des Lesens”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Für Ben Tewaag scheint sich Facebook immer mehr zu einer gewaltigen Selbstinszenierungs-Plattform zu entwickeln. Sein Posting, in dem er Uschi Glas indirekt die Verantwortung für seine persönlichen Verfehlungen zuschob, brachte ihm allerdings primär Kritik und nur wenig Zustimmung ein. Vielleicht ist es so zu erklären, dass er jetzt mit einem Screenshot aus einem Chat-Verlauf nachlegte, um sein Bad-Boy-Image wieder ins rechte Licht zu rücken. Ob seine testosterongeschwängerte Poesie das tatsächlich vermag, darf allerdings bezweifelt werden. Ebenso, wie die Frage, ob das Objekt seiner Begierde die öffentliche Zurschaustellung genossen hat”.

„Vorstadtkloputzer”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „We all know by now that advertising is no longer „advertising.” It’s „content.” But it’s not just „content.” It’s „organic” content. Or „authentic” content. Or „holistic” content — which is apparently different than „integrated” content. Or „optimized” content. Or „bespoke” content. (You think I’m making that up?) And of course, „viral” content — which everybody wants but nobody gets (unless it’s „catvertising”). There’s also „snackable” content and „ephemeral” content, but ain’t nobody got time to define them. Wait, I forgot, advertising is now, also, „storytelling,” which better be „authentic.” I haven’t seen „bespoke storytelling” y … dammit! Spoke too soon. But if you ever want to sell any of it ever again, call it anything but „advertising” — unless you put „native” before it”.

14.04.2016

Menschen, die ein großes Herz haben, ohne groß herzlich zu sein.

B978 „Zugegeben: Lästern kann verdammt gut tun. Besonders dann, wenn du und eine Kollegin gemeinsam unter einem bestimmten Vorgesetzten leiden. Und auch wenn lästern dazu beitragen kann, die Bindung zwischen Kollegen enger werden zu lassen – meistens treibt es uns doch eher in einen Sumpf, der die Karriere ausbremst. Denn das schlimme an Gerüchten ist, dass sie sich weiterentwickeln und zu einem unkontrollierbaren Monster werden. Und irgendwann fallen sie auf dich zurück oder sie entlarven dich als Tratschtante oder Lästeronkel. Nicht gut für deine Karriere, denn du bezahlst die amüsanten Stunden auf dem Flur mit Vertrauensverlust und einer schlechteren Reputation”.

„Medien-Blutbad”.

F1.479 Folgender Fall: Ein Mann spricht eine Frau nicht an, weil er sie für „zu perfekt” hält - dabei hält er sein eigenes Leben für zu perfekt, um sich von einer Frau verletzen zu lassen.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus Spektrum der Wissenschaft: „Informatiker der Bauhaus-Universität Weimar um Martin Potthast erhalten im Rahmen der Google Digital News Initiative 50 000 Euro Projektförderung, um einen Clickbait-Detektor zu entwickeln. Mit Clickbait bezeichnet man im Netz „so etwas wie eine Kopfzeile, die designt ist, um Leser dazu zu bringen, einen Link anzuklicken” wie Potthast in einem Interview mit „Übermedien”, einer Website für Medienjournalismus erklärt. Die Schlagzeilen setzen bei der Psyche des Lesers an, um Emotionen wie Wut, Angst, Ekel oder Neugier zu erregen. Oberflächlich scheinen Clickbait-Botschaften Inhalte zu bewerben, doch tatsächlich sind sie nur dazu gedacht, die Besucherzahl einer Webseite – und damit die Erlöse aus dort geschalteter Werbung – zu erhöhen. Journalistische Kriterien treten bei der „Heißmacherei” in den Hintergrund. Der Trick ist in sozialen Netzwerken sehr erfolgreich. Selbst renommierte Medienhäuser greifen auf ihn zurück. Potthast und seine Kollegen wollen nun durch maschinelles Lernen Abhilfe schaffen. Zu diesem Zweck haben sie in einer Pilotstudie 3000 Tweets heruntergeladen und manuell klassifiziert, ob es sich dabei um Clickbait handelte oder nicht. Die zufällig ausgewählten Tweets aus einer Woche des Jahres 2015 stammten von den 20 englischsprachigen „Top-Publishern” des Vorjahres, wie Potthast im Interview mit „Übermedien” berichtet”.

13.04.2016

F1.477 B977 Beatrice Egli, Sängerin: „Ich singe die ganze Zeit von der Liebe und finde Liebe was Wunderschönes. Aber ich muss auch sagen, ich genieße es jetzt, Single zu sein [...] Es kommt dann, wenn es kommt. Aber ich sage auch nicht, ich will jetzt nur Karriere und keine Beziehung. Wenn der Richtige kommt, bin auch ich komplett verliebt und das wird man mir dann auch ansehen [...] Generell kennt das jeder, dass alles geplant und getaktet wird, aber es gibt auch Sachen, die man nicht planen kann und dazu gehört die Liebe”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Mary Pilon: „Our desire to get the perfect sharable photo has even led to deaths by selfie, with Mashable reporting that in 2015 more people died from taking selfies than shark attacks. Last year, Disneyland banned selfie sticks at its theme parks, citing safety as a concern. The Russian government even released a guide for how not to die taking one, kicking the “safe selfies” movement into motion”.

„Uber-fizierung”, „Familien-IT-Beauftragter”, „Convenience-Cockpit”, „Immobilienguppy”, „Mitnahme-Arbeit”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Thomas Moßburger: „Auch mich werden viele Menschen für naiv halten, weil ich den Facebook-Gründer nicht für das personifizierte Böse halte, weil ich ihm keine fiesen Motive unterstelle, weil ich wirklich daran glaube, dass das Internet und soziale Medien möglicherweise wirklich die Welt „more connected” machen können [...] Auch ich würde mir wünschen, dass die Datenschutzeinstellungen von Facebook weniger kafkaesk wären, dass Hasskommentare schneller geahndet würden, dass man sich weiblichen Brustwarzen und stillenden Müttern gegenüber lockerer geben würde. Trotzdem bin ich mir sicher, dass Mark Zuckerberg als einziger Mensch meiner Generation schon jetzt die Macht hat, die Welt wirklich besser zu machen – und, dass er das auch wirklich tun möchte [...] Dass Zuckerberg und ich wirklich Teil der gleichen Generation sind, wurde mir übrigens auch während der Pressekonferenz endgültig klar: Als der Facebook-Guru sich wie ein kleines Kind freute, künftig nicht mehr mit Unternehmen telefonieren zu müssen, sondern eine Nachricht im Facebook Messenger schreiben zu können. Gemeinsame Abneigung gegen Telefonate und Liebe zum Schreiben: Das verbindet”.

Wenn Untergrund Hochglanz trägt.

A594 F1.478 Stan Krogan, Figur aus „The Story of Us”, 13.10.1999: „Love is just lust in disguise, and lust fades, so you damn well better be with someone who can stand you”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Finnisch lernen, öfter Joggen gehen oder endlich einen Sushi-Kochkurs machen – das Leben ist voller höherer Ziele, die man doch nie erreicht. Man würde ja, aber wann ist schon Zeit dafür? Der Kalender ist voll, Meeting reiht sich an Meeting und abends kommen auch noch ständig irgendwelche lang nicht gesehenen Freunde in die Stadt. Doch Google will helfen. Passend zu seinem zehnten Geburtstag bekommt der Google Calendar eine neue Funktion: Goals. Goals passt auf, dass ihr eure Ziele auch ja nicht aus den Augen verliert. Einfach Ziel eingeben („Öfter Yoga machen”), ein paar Fragen beantworten, zum Beispiel „Wie oft?” oder „Wann ist die beste Zeit dafür?”, und ab sofort schaut sich der Google Kalender die restlichen Termine an. Wenn sich eine Lück auftut, heißt es dann: Zack, mach Yoga!”

12.04.2016

„Emoji-Irrtum”.

F1.475 Aus der Reihe Online-Sprech, Michael Nast, Schriftsteller, Blogger: „Mehr als zwei Dritteln der Teenager ist ein WhatsApp-Chat lieber als ein persönliches Gespräch. Wenn es schon soweit ist, läuft da gerade etwas vollkommen schief. Heutzutage werden schon Beziehungen in einem Chat beendet, aus einer Distanz [...] Kürzlich hat mir ein Mann erzählt, dass er wochenlang mit einer Frau gechattet hat, bevor sie sich getroffen haben. Sie hatten in diesen Chats schon so eine Vertrautheit entwickelt, dass er davon ausging, sie würden nach ihrem ersten Treffen zusammen sein. Als sie sich dann trafen, saßen sich zwei Fremde gegenüber, das hat er nicht verstanden [...] Es geht letztlich um Begegnungen, darum, dass richtige Maß zu finden. Technologien sind ein Bestandteil, sie sollten nicht alles einnehmen. Wir wissen das, aber wir müssen es auch verinnerlichen. Man wird sich nicht an den WhatsApp-Chat vor einigen Jahren erinnern, sondern an die Begegnung im wahren Leben”.

„Orchestrierungs-Tod”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Mark Zuckerberg, Unternehmer: „Wir stehen dafür, die Leute zusammen zu bringen, die Welt zu verbinden. Doch ich beobachte, dass die Menschen plötzlich wieder anfangen, sich zu isolieren, Mauern aufzubauen oder – wie in manchen Ländern – das Internet zu regulieren. Wir brauchen aber den Mut, uns weiter zu vernetzen, nicht weniger [...] Wenn die Welt beginnt, sich wieder nach innen zu wenden, dann muss unsere Gemeinschaft eben noch härter daran arbeiten, die Menschen zusammen zu bringen”.

„Realhüfte”.

Alte Hände am Körper einen jungen Frau.

F1.476 Aus der Reihe Online-Sprech, Isolyt: „Gibt es auch diesmal wieder so viele gleich lautende positive Bewertungen? Auf dem iPad kann ich mein Profil immer noch nicht bearbeiten, der Button dafür fehlt einfach. Auf dem iPhone geht es. Warum? Universal? Die Vorschaubilder der Kontakte werden bei den Mails nur von den ersten Mails angezeigt. Einzelne Bilder der gespeicherten Favoriten werden vertauscht, das geht gar nicht! Auf dem iPhone gespeicherte Suchen werden auf dem iPad nicht angezeigt, keine Auswahl. Insgesamt bietet die mobile App-Version sehr viel weniger Filter und andere Einstellung als die PC-Version. Wieso? Die Suchen auf beiden Plattformen können sich so gegenseitig ausschließen und die Suchenden sich niemals finden. Ist das böse Absicht? Selbst wenn ich wollte, könnte ich keine der angepriesenen InApp-Käufe mehr tätigen. Es werden einfach keine angezeigt. Ich werde nur immer mit Werbung für die „noch bessere Premium-Mitgliedschaft” belästigt. Warum? Ich habe doch schon bezahlt und ein Upgrade ist offensichtlich nicht möglich! Als nichtzahlendes Mitglied kann man praktisch nichts mehr machen. Man kann noch nicht mal die Mails eines zahlenden Mitgliedes sehen geschweige denn antworten. Man denkt immer, man würde keine Antwort bekommen, aber es können wohl nur noch zahlende Mitglieder untereinander antworten. Nicht zu glauben, was FS hier inzwischen an Gebühren verlangt, demnächst vielleicht noch dafür, dass ich nur atme?”

11.04.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook wird unpersönlicher. Die Nutzer erzählen weniger Geschichten auf dem Leben, stattdessen geht es mehr um Nachrichten. Geschieht das Leben wieder eher offline?”

A593 F1.473 Alvy Singer, Figur aus „Annie Hall”, 20.04.1977: „Love is too weak a word for what I feel - I luuurve you, you know, I loave you, I luff you, two F's, yes I have to invent, of course I - I do, don't you think I do? [...] A relationship, I think, is like a shark. You know? It has to constantly move forward or it dies. And I think what we got on our hands is a dead shark [...] Don't knock masturbation. It's sex with someone I love [...] I think there's too much burden placed on the orgasm, you know, to make up for empty areas in life”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Beim dritten Mal gibt Siri endlich nach. Wenn man den iPhone- und iPad-Sprachassistenten bittet, eine Geschichte zu erzählen, dann blockt die Software die ersten beiden Versuche erst einmal ab. Doch wenn man hartnäckig bleibt, dann holt die iOS-Software richtig aus und breitet ihre Lebensgeschichte auf dem Display aus”.

„Standortsicherungspaket”.

D595 Aus der Reihe Online-Sprech: „Zwei Psychologinnen aus Berlin holen mit ihrem Startup Selfapy jetzt die Psychotherapie ins Netz – und erleichtern damit den Zugang zu professioneller Hilfe. „Wir wollen Psychotherapie digitalisieren und so die langen Wartezeiten für Therapieplätze sinnvoll überbrücken”, sagt Nora Blum, eine der beiden Gründerinnen von Selfapy. Auf keinen Fall wollten sie der klassischen Therapie ihren Rang ablaufen – jedenfalls vorerst. Denn besonders für Menschen, die durch ihre psychische Krankheit sozial isoliert sind, sei der direkte Kontakt zu einem Therapeuten wichtig. Trotzdem glauben Nora Blum und Kati Bermbach daran, dass Depressionen in Zukunft bei machen Menschen auch nur durch eine Online-Therapie geheilt werden könnten. Der Online-Therapie-Kurs, den die beiden mit erfahrenen Psychologen entwickelt haben, besteht aus neun Modulen. Dem Betroffenen werden dabei Fragen gestellt wie: „Fühlst du dich manchmal wertlos?”, „Was bedeutet es, wertlos zu sein?”, „Kann man nur wertvoll oder nicht wertvoll sein?”. Dadurch könnten negative Gedanken gestoppt werden. Zusätzlich kann jeder Teilnehmer einmal pro Woche ein 45-minütiges Telefonat mit einem studierten Psychologen führen. Der Online-Kurs kostet 125 Euro. Langfristig soll der Preis auf 500 Euro steigen. Und die Gründerinnen wollen erreichen, dass Krankenkassen diese Kosten übernehmen. Dafür muss die Wirksamkeit des Kurses noch wissenschaftlich belegt werden”.

F1.474 Roland Kaiser, Schlagersänger: „Für mich ist die sexuelle Komponente in den Liedern wichtig. Auch im wahren Leben gehen die meisten nicht wochenlang Hand in Hand spazieren, schauen sich tief in die Augen, warten auf Sterne, die vom Himmel fallen. Sie landen schnellstmöglich im Bett”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Um relevante und interagierende Fans zu generieren gehört schon einiges mehr dazu. Das plumpe Einkaufen von Fans oder Likes über die genannten Dumping Optionen macht vielleicht für likegeile Teenager Sinn, Unternehmen sollten jedoch einen weiten Bogen darum machen. Gelernt haben wir trotzdem, dass man mit ungewöhnlichem Content (Gurke) viel höhere Chancen hat wahrgenommen zu werden. Einfach mal auffallen! Fazit: Einfach ehrliche und durchdachte Social Media Arbeit machen und die Fans sowie Likes kommen von alleine”.

10.04.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Eine Wassermelone bringt das Netz zum Ausrasten”.

„Hitzekäfer”, „Tutanchamun-Dilemma”, „Postparanoia”, „Bienenklau”, „Tussi-Stempel”, „Anzugmensch”.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn „Geld in der Luft liegt”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der „Hitparade der digitalen Ignoranz”: „Haben Sie keine Ahnung von IT, und seien Sie stolz darauf. Schließlich gehören Sie ja nicht zu den Digital Natives und finden sich beruflich und privat auch ohne das elektronische Klimbim gut zurecht [...] Marginalisieren Sie das Social-Media-Gedöns, und überantworten Sie es ein paar jungen Praktikanten als Spielwiese, die mit den anderen Abteilungen möglichst wenig Berührungspunkte hat [...] Tun Sie Roboter, AI-Systeme oder Machine-Learning als utopische Fiktion ab. Dass Automatisierung einmal Menschen ersetzen wird, sagen Experten schon seit Jahrzehnten voraus, und seien wir mal ehrlich: Was davon wurde jemals wirklich Realität?”

A592 F1.472 Paul Bratter, Figur aus „Barefoot in the Park”, 25.05.1967: „The marriage license hasn't even come in yet!”

Wenn rücksichtslos mit konsequent verwechselt wird.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Siri, wie alt bist du? [...] Hast du eine Familie, Siri? [...] Wieso hast du keine Kinder? [...] Siri, bist du ein Mensch? [...] Siri, erzähl mal einen Witz!”

09.04.2016

A589 F1.471 Skylar, Figur aus „Good Will Hunting”, 05.12.1997: „Men are shameless. If you're not thinking with your wiener, then you're acting directly on its behalf [...] I've got a little story for you. All right. There's an old couple in bed. Mary and Paddy. And they wake up on the morning their... fiftieth anniversary. And Mary looks over and gazes adoringly at Paddy, she's like, „Aw, Jesus, Paddy. You're such a good lookin' feller. I love you. I want to give you a little present. Anything your little heart desires, I'm going to give it to ya'. What would you like?” And Paddy's like, „Aw, gee, Mary, that's a very sweet offer. Now, in fifty years, there's one thing that's been missing. And uh... I would like you to give me a blow job. I would like that.” And Mary's like, „All right.” She takes her teeth out, puts them in the glass and she gives him a blow job. And afterwards, Paddy's like, „Ah, geez, now THAT's what I've been missin'. That was the most beautiful, Earth-shatterin' thing ever. Beautiful Mary, I love ya'! Is there anything that I can do for you?” And Mary looks up at him and she goes, [letting beer spill out of her mouth]”.

Wenn das Geheimnis so groß wird, dass man es nicht mehr für sich behalten kann.

A590 Will, Figur aus „Good Will Hunting”, 05.12.1997: „Why shouldn't I work for the N.S.A.? That's a tough one, but I'll take a shot. Say I'm working at N.S.A. Somebody puts a code on my desk, something nobody else can break. Maybe I take a shot at it and maybe I break it. And I'm real happy with myself, 'cause I did my job well. But maybe that code was the location of some rebel army in North Africa or the Middle East. Once they have that location, they bomb the village where the rebels were hiding and fifteen hundred people I never met, never had no problem with, get killed. Now the politicians are sayin', „Oh, send in the Marines to secure the area” 'cause they don't give a shit. It won't be their kid over there, gettin' shot. Just like it wasn't them when their number got called, 'cause they were pullin' a tour in the National Guard. It'll be some kid from Southie takin' shrapnel in the ass. And he comes back to find that the plant he used to work at got exported to the country he just got back from. And the guy who put the shrapnel in his ass got his old job, 'cause he'll work for fifteen cents a day and no bathroom breaks. Meanwhile, he realizes the only reason he was over there in the first place was so we could install a government that would sell us oil at a good price. And, of course, the oil companies used the skirmish over there to scare up domestic oil prices. A cute little ancillary benefit for them, but it ain't helping my buddy at two-fifty a gallon. And they're takin' their sweet time bringin' the oil back, of course, and maybe even took the liberty of hiring an alcoholic skipper who likes to drink martinis and fuckin' play slalom with the icebergs, and it ain't too long 'til he hits one, spills the oil and kills all the sea life in the North Atlantic. So now my buddy's out of work and he can't afford to drive, so he's got to walk to the fuckin' job interviews, which sucks 'cause the shrapnel in his ass is givin' him chronic hemorrhoids. And meanwhile he's starvin', 'cause every time he tries to get a bite to eat, the only blue plate special they're servin' is North Atlantic scrod with Quaker State. So what did I think? I'm holdin' out for somethin' better”.

„Angsthasenveganer”.

Nachgeschlagen: Wanda Perdelwitz; Maximilian von der Groeben; Kelly McGillis; Jörg Stiel; Otto Skorzeny; Tritanopie; Nuckelpinne; Carmen Cervera; Jason Acuña; Aficionado; Elle Fanning; Bruno Henrique; Madeline Zima; Achromasie; Katja Kessler; Geruchsstunde; Denise Eisenberg Rich; Flarf; Jackson Pollock; Werner Böhm; Rachael Taylor; Saffron Burrows; Alan Alda; Daniel Stendel; Lea Thompson; Riccardo Montolivo; Hexenhammer; Elias Kachunga; Kleptokratie; Werner Scharff; Lisa Tomaschewsky; Xatar; Axel Kruse; José Bosingwa; Cesare Maldini; Inira Weis; Wurstelprater; Hendrikje Fitz; Julian Schuster; Birkenpech; Thomas Muster; Herbert Spencer; Salvatore Schillaci; Bojana Novakovic; Merle Haggard; Riley Keough; Klezmer; Rob Corddry; Keri Hilson; Pablo Zabaleta; Danny Ings; Ambyr Childers; Helen Hunt; Nizar Khalfan; Anna Faris; Rory Culkin; Regine Sixt; Ahna O'Reilly; Davy Crockett; Sergio Oliva; Brittany Murphy; Audrey Fleurot.

A591 B976 Frankie Dunn, Figur aus „Million Dollar Baby”, 15.12.2004: „You wouldn't start training to be a ballerina at 31 now, would you?”

08.04.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die sogenannten Messenger Links können Unternehmen nutzen, um schnell und einfach eine Kommunikation über den Messenger mit ihren Kunden aufzubauen. Messenger Links setzen sich aus dem Nutzernamen der Seite zusammen, und sollen - ähnlich einem URL-Shortener - einen kurzen, prägnanten Link generieren (m.me/username). Bei Klick darauf öffnet sich direkt der Chat. Auf einem ähnlichen Prinzip basieren auch die Messenger Codes. Diese können User einscannen, um den Chat zu öffnen. Der Vorteil für Werbungtreibende: Sie können den Link und den Code in Anzeigen einbetten, auf ihre Webseite oder auf jedem anderen Marketing-Kanal, um die Leute direkt zu erreichen. Dazu einfach den Nutzernamen am Ende der URL eingeben, um den Link zu generieren: m.me/_____”.

A587 John Kenneth Galbraith, Ökonom, Sozialkritiker, Präsidentenberater, Romancier, Diplomat: „Economics is extremely useful as a form of employment for economists”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Postillon schlägt Enthüllungsmedien: die Klick-Profiteure der Panama Papers im Social Web”.

B974 Mariele Millowitsch, Schauspielerin: „Wenn ich konzentriert arbeite, kann ich auch ein ganz schöner Workaholic sein”.

„Zappelhalle”, „Zweipunktedieb”, „Würstchen-Zoff”, „Provisionsdrüse”, „Kaffeekoch-Hölle”.

A588 B975 Robert Frost, Schriftsteller: „By working faithfully eight hours a day you may get to be a boss and work twelve hours a day”.

07.04.2016

F1.467 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Als meine Frau mir kürzlich nach 40 Jahren sagte: „Du bist das Beste und Schönste, was mir im Leben passiert ist” ”.

D594 Aus Spektrum der Wissenschaft: „Im Vergleich zur Depressionsforschung stecken Untersuchungen zu den biologischen Grundlagen des Ausbrennens noch in den Kinderschuhen. Dies liegt vorrangig daran, dass das Burnout-Syndrom bis heute nicht offiziell als eigenständige Krankheit anerkannt ist. Burnout, so die vorherrschende Meinung, sei eine Vorstufe der Depression. Hält der Zustand nur lange genug an, müsste das Ausgebranntsein demnach zwangsläufig in eine Depression münden. Tatsächlich überlappen sich die Symptome von Burnout und Depression sehr stark. So verspüren die Betroffenen beider Syndrome etwa eine innere Leere und können sich kaum dazu aufraffen, auch nur einen Einkaufszettel zu schreiben. Ebenso gilt Stress für Burnout wie auch für Depression als ursächlicher oder zumindest begünstigender Faktor. Aber steckt dahinter wirklich ein und dieselbe Erkrankung?”

„Feinripptempel”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Paul Mason, Journalist, Autor: „Wissen ist keine verkäufliche Ware mehr, Information ist für alle zugänglich, das zerstört Märkte und Eigentum, neue Formen des Gemeineigentums entstehen. Die Technologie bringt den vernetzten, hoch informierten Menschen hervor und eine Ökonomie der kostenlosen Dinge. Das Modell ist Wikipedia: Zehntausende Freiwillige stellen umsonst Wissen für alle bereit. Der kooperative Non-Profit-Sektor wächst, in dem der Wert vieler Dinge nicht mehr in ihrer Verkäuflichkeit liegt, sondern in ihrer gemeinsamen Nutzbarkeit, und überall entstehen revolutionäre neue Mischformen zwischen Markt, Staat, Gemeineigentum und Technik. In nur einem Jahrzehnt wurde unser Leben in Netzwerke eingeflochten. Der durchschnittliche Teenager mit einem intelligenten Gerät führt ein psychologisch stärker vernetztes Leben als der schrägste Computerfreak vor 15 Jahren [...] Diese neue vernetzte Generation hat einen Stil entwickelt, den der Soziologe Richard Sennett den multiplen Lebensstil nennt. Tatsächlich entsteht der Mensch durch die Informationstechnologie in mancher Hinsicht neu. Er lässt den herkömmlichen individuellen Charakter hinter sich, der sich selbst als eine zusammenhängende Erzählung verstehen wollte. Mein Vater als der klassische Arbeiter hätte noch gesagt, der heutige Lebensstil sei doch nichts anderes als raffiniert organisiertes Lügen und Heuchelei. Aber so ist es nicht. Die neuen Individuen sind in sich vielfältig und plural, privat, politisch, beruflich [...] Auch die Solidarität formt sich dabei neu. Ein Teil der Person lebt traditionell solidarisch, in der Familie, in Freundschaften oder im Dorf, ein anderer Teil arbeitet beruflich im Wettbewerb, ein dritter ist Anarchist oder Aktivist, und dann gibt es noch ein ganzes Beziehungsleben, vielleicht gar auf mehrere Smartphones verteilt. Man kann gleichzeitig aussehen wie Supermodel Claudia Schiffer, eine Syriza-Aktivistin sein, eine treue Tochter und Mutter und im Job gut funktionieren, alles mithilfe der Information und Kommunikation der neuen Technologien. Sie schaffen Freiheit. Die Vervielfältigung innerhalb einer Person macht widerstandsfähig gegen Unterdrückung. In China finden Sie zahllose Menschen, die analog noch wie Sklaven arbeiten, aber digital Rebellen sind, sie tragen das Internetcafé in der Hosentasche - und damit die Verbundenheit mit der rebellischen Welt [...] Für viele, selbst wenn sie hungrig sind, ist das Smartphone als Verbindung zur Welt das allerwichtigste Gut. Wir sehen es gegenwärtig an den Flüchtlingsmassen: Information ist die letzte aller Waren, auf die Menschen verzichten würden. Information und Smartphone bedeuten auch für die Ärmsten, nicht ausgeschlossen zu sein und in Kontakt treten zu können”.

A586 F1.468 Kevin Jackson, Figur aus „You've Got Mail”, 18.12.1998: „I always take a relationship to the next level. If that works out, I take it to the next level after that, until I finally reach that level when it becomes absolutely necessary for me to leave”.

„Glaubensfeuerkraft”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook Live, das neue Video-Streaming-Format, wurde gestern für alle Nutzer veröffentlicht. Nicht nur Marken und Influencer haben jetzt die Möglichkeit, von ihren Meetups oder Urlaubsreisen ein Live-Video an Fans und Follower zu schicken, sondern auch Freunde, Bekannte und Familienmitglieder. Eigentlich eine coole Sache. Ich schreibe „eigentlich” hier ganz bewusst, denn Facebook nervt mich und viele andere Nutzer damit gerade enorm. Der Grund: Jede Veröffentlichung erscheint als Benachrichtigung. Jede einzelne Veröffentlichung wird einem sogar auf das Smartphone gepusht. Und was Push-Nachrichten auf mein Smartphone angeht, bin ich wirklich sehr sensibel. Zumal die Deaktivierung dieser Funktion so nutzerunfreundlich umgesetzt wurde, wie es eben nur geht”.

F1.469 B973 Dakota Johnson, Schauspielerin, Model: „Ich liebe es, allein zu sein und mich ganz auf meine große Priorität im Leben konzentrieren zu können. Meinen Job. Es braucht keine Beziehung, um herauszufinden, wer man wirklich ist. Es ist okay, als Single-Frau die Welt zu erforschen, ohne dass einem der Partner in seine Entscheidungen hineinredet. Zum Glück ist der Druck unserer Gesellschaft nicht mehr so groß, dass man als Frau unbedingt einen Mann braucht [...] Natürlich darf man als Frau auch mal ausgehen und die Sau raus lassen. Es sollte kein Stigma sein, wenn man als Single-Frau mit Männern schläft - auch ohne Beziehung [...] Ich finde Männer attraktiv, die mich respektieren, die gutmütig sind, intelligent und die mit mir mithalten können. Nur ist dieser Typ nicht so leicht zu finden”.

„Fehlerkonferenz”.

Ulrich Nußbaum, Unternehmer, ehemaliger Politiker: „Bei Wowereit lernte ich etwas kennen, das mir vorher nicht bewusst gewesen war: Es gibt tatsächlich so etwas wie ein Politiker-Gen. Und Wowereit hat es. Der war nach einem langen Arbeitstag und vielen Terminen so richtig aufgeladen, der Tag hatte ihm fortwährend Energie zugeführt. Mich dagegen konnten sie fast auswringen. Ich glaube, das ist etwas, was Manager oder Unternehmer von Politikern unterscheidet: Als Unternehmer habe ich jeden Tag sehr lange gearbeitet, und am Ende des Tages musste ich schauen, dass ich meine sechs, sieben Stunden Schlaf bekam, um die Akkus wieder aufzuladen. Wowereit lud seine Akkus während des Tages auf, bei jedem Termin, fast wie bei einem Schauspieler, der vom Beifall lebt [...] Die Öffentlichkeit will zwar, dass man ehrlich ist. Vielleicht war ich deswegen in Berlin der beliebteste Politiker. Aber das politische System honoriert Unabhängigkeit und Ehrlichkeit nicht richtig. Sie stecken da in einem komplexen Beziehungsgeflecht. Um in der Karriere weiterzukommen, müssen Sie von der Partei in Ämter gewählt werden. Und wenn Sie jemandem in der Sache auf die Füße treten, dann bekommen Sie dessen Stimme bei der nächsten Wahl nicht. Als Unternehmer kann mir Beliebtheit egal sein, als Politiker nicht [...] Die Bürger fragen sich doch immer, warum setzen „die” so wenig durch? Und „die”, das sind dann die Kanzlerin oder der Regierende Bürgermeister oder meinetwegen auch der Finanzsenator. Gerade jetzt, in der Flüchtlingsfrage, ist ja sehr oft davon die Rede, dass „die Politiker” schneller entscheiden und mehr voranbringen müssten. Dabei hat man in einer ausgeprägten Demokratie, die horizontal und vertikal ausbalanciert ist, zwischen Bund und Ländern und den Kommunen, zwischen Justiz, Öffentlichkeit, Verwaltung, dazu oft gar nicht die Macht [...] Ich erinnere mich daran, wie wir in Berlin die alte Deutschlandhalle abreißen wollten. Wir saßen also zu dritt zusammen: Klaus Wowereit als Regierender Bürgermeister, der Kollege Michael Müller als Stadtentwicklungssenator und ich als Finanzsenator. Man hätte denken können, dass wir drei etwas zu sagen haben und dass unsere Entscheidung, die Halle abzureißen, etwas gelten würde. Aber wir scheiterten zunächst. Und zwar an der unteren Denkmalschutzbehörde. Wir scheiterten, weil dort ein Beamter so lange auf den Akten gesessen hat, dass wir gar keine Weisung geben konnten. Mal war er krank. Wenn man ihm das Dossier wegnehmen wollte, kam er wieder zurück. Dieser Beamte hat uns gefühlte zwei Jahre gebremst, uns lief die Zeit weg. So viel zur Macht”.

F1.470 Tom, Figur aus „How to Be Single”: „Marriage! The end of spontaneous sex, travelling by yourself, and buying whatever you want without having to ask permission. Right?”

06.04.2016

F1.465 Aus der Reihe Online-Sprech: „Tinder ist überall – und manchmal befindet sich die Dating-App sogar auf dem Smartphone des eigenen Partners, ohne dass man davon weiß. Eifersüchtige Naturen, die ihren Freund oder ihre Freundin des Tinderns verdächtigen, können das ab sofort überprüfen lassen [...] Eine gute Beziehung sollte auf Vertrauen basieren. Doch manchmal kommt ein Verdacht dazwischen, ein Anflug von Eifersucht und die Frage: Wäre es jetzt nicht besser, Gewissheit zu haben? Wer so empfindet, sollte jetzt weiterlesen. Denn hier geht es um den Fall, sichergehen zu wollen, ob der eigene Partner nicht heimlich in der populären Dating-App Tinder unterwegs ist. Das kann man nämlich vom neuen Webdienst Swipebuster überprüfen lassen. Für knapp fünf Dollar checkt die auf der offiziellen Tinder-Programmierschnittstelle basierende App, ob eine bestimmte Person die Plattform nutzt”.

„Wellness-Poesie”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Stephan Eyl: „Posts, die nicht nur gelikt werden, sondern so emotional sind, dass mindestens 20 Prozent der Interaktionen aus den neuen Reactions bestehen, haben eine 2- bis 3-mal so hohe Reichweite [...] Für jeden Social-Media-Manager sollte also klar sein: Content muss emotional sein und am besten Love- oder Haha-Reaktionen provozieren können”.

D593 Die Suche nach Frische.

Aus der Reihe Online-Sprech, Prof. Dr. Simon Hegelich: „Die größte Gefahr ist, dass Politiker, Unternehmer oder Journalisten basierend auf falschen quantitativen Auswertungen der Meinung im Internet falsche Entscheidungen treffen. Wenn beispielsweise geglaubt wird, alle sind gegen Flüchtlinge, nur weil in den sozialen Medien massenhaft gehetzt wird, kann das ein sehr verzerrtes Bild der Wirklichkeit sein [...] Komplexe Bots ahmen das Verhalten echter Nutzer nach. Sie posten scheinbar belanglose Dinge, folgen autonom anderen Nutzern, haben einen geregelten Tagesablauf und können sich eventuell sogar mit echten Nutzern sinnvoll unterhalten. Diese Bots sind kaum zu enttarnen und wenn dann nur mit komplexen Machine-Learning-Algorithmen, also in der Masse und nicht in jedem Einzelfall”.

„Chefdramatürk”.

A585 F1.466 Sara, Figur aus „Hitch”, 11.02.2005: „Relationships are for people who are just waiting for something better to come along”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Pinterest bringt Werbe-Pins nach Europa”.

05.04.2016

„Edelpufftester”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Wie Facebook Kunst mit Porno verwechselt und mir damit drohte, mein digitales Ich zu löschen”.

„Königspleite”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Forscher haben auf Twitter die Dynamik von Diskussionen über Falschmeldungen und Gerüchte analysiert. Ihr Ergebnis: Einzelne Stimmen können durchaus die Masse übertönen und die Diskutanten wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. In den untersuchten Fällen waren es offizielle Accounts von Behörden oder Firmen, die sich schnell eingeschaltet hatten und ausreichend Glaubwürdigkeit besaßen, um die Situation richtigzustellen”.

A584 F1.464 Dr. Marcia Fieldstone, Figur aus „Sleepless in Seattle”, 25.06.1993: „People who truly loved once are far more likely to love again”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Gestern hat Beatrix von Storch die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie auf Twitter und Facebook schrieb, ihr Konto sei gepfändet worden, weil sie ihre Rundfunkgebühren nicht zahlen wollte. Der Facebookeintrag ist mittlerweile wieder gelöscht, trotzdem bekamen sie und ihre Partei ein großes mediales Echo. Am Dienstagmorgen dann kam der Hashtag #ichwaehleafd auf, unter dem sich User über die Partei und ihre Politiker lustig machen. Das scheinen einige nicht richtig verstanden zu haben und schreiben ganz im Ernst, wieso sie die AfD wählen würden. 2014 tauchte der Hashtag das erste Mal auf, als Twitteruser ihre Gründe vorbringen wollten, die damals noch junge, rechtspopulistische Partei zu wählen. Seit dem bewerfen sich Freunde und Feinde der AfD mit virtuellem Schlamm. Wir haben für euch ein paar Perlen der letzten Stunde gesammelt”.

04.04.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Hashtages sollen manchmal auch einfach nur inspirieren. Wer auf Instagram etwa nach #strideby sucht, entdeckt mehr als 137.000 Bilder von an Mauern vorbeilaufenden Menschen. Was als „Weekend Hashtag Project” begann, hat inzwischen mit @peoplewalkingpastwalls einen eigenen Account. Wem das nutzen soll? So kann man etwa sein Location-Scouting ergänzen”.

„Briefkastenkönig”.

Martin Sonneborn, Journalist, Satiriker, Politiker: „Satire ist eine Art Notwehr, die es erleichtert, mit dem Irrsinn, der uns in diesem wahnwitzigen kapitalistischen System umgibt, zurechtzukommen. Wir kritisieren Dinge, die uns belästigen oder bedrohen, und die sind mit einem guten Witz einfach besser zu ertragen”.

„Schäuble-Groupies”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Prof. Hartmut Rosa, Soziologe, Politikwissenschaftler, Zeitforscher: „Fast alles, was wir tun - arbeiten, spielen, kommunizieren, vielleicht sogar sexuelle Abenteuer suchen - läuft über den Bildschirm [...] Die Interaktion mit der Welt geschieht über die immer gleiche Fingerbewegung am Smartphone. Da sehe ich schon eine Verkümmerung, weil es zunehmend nur noch diesen einen Kanal zur Welt gibt [...] Wir haben uns angewöhnt, die Welt nach immer interessanteren Optionen zu scannen. Dahinter steckt die Angst, irgendwo etwas zu verpassen [...] Wir leben in einem Zeitalter, das wirkliche Muße nicht mehr kennt. Sie stellt sich ein, wenn das Tagwerk vollbracht ist und alle legitimen Erwartungen an einen selbst, und die man an die Welt hat, erfüllt sind. Aber wir haben auch nach getaner Arbeit immer noch Tausend Dinge auf der To-Do-Liste stehen - und wenn es nur darum geht, etwas für die eigene Fitness zu tun oder eben noch etwas zu entschleunigen”.

„Offshore-Paralleluniversum”.

A583 F1.462 Chris Brander, Figur aus „Just Friends”, 23.11.2005: „See when a girl decides that you're her friend, you're no longer a dating option. You become this complete non-sexual entity in her eyes, like her brother, or a lamp”.

D592 Und manchmal reicht ein guter Song, um den Tag zu retten.

„Disruption Discovery Team”.

F1.463 Ralf Neuhaus, Psychologe: „Frauen leben heute selbstständiger als früher. Und das Internet macht einen schnellen Partnerwechsel möglich”.

03.04.2016

F1.459 Bodo Wartke, Kabarettist, Liedermacher, Schauspieler, über sein Lied „Ménage–à-trois”: „Auch das Lied hat einen tieferen Sinn: In unserer Konsumgesellschaft heißt es von manchen Dingen: „Das brauchst Du, dann bist Du glücklich.” Ich stelle die Gegenfrage: „Ist das wirklich so geil?” Dieses Lied ist natürlich total grotesk, aber als Mann Sex mit zwei Frauen zu haben wird einem ja verkauft als die Erfüllung aller erotischen Phantasien. Ich versuche mit dem Lied, die Leute zu erleichtern, nach dem Motto: Vielleicht ist es sogar besser, wenn man total gewöhnlich und uncool ist”.

„Tierheimbefreierin”.

Bill Murray, Schauspieler, Regisseur, Komiker, Produzent: „Ich weigere mich, ein Leben voller Angst zu führen. Wenn man im Meer schwimmt, sollte man die Gewalt des Ozeans respektieren, aber man darf sie nicht fürchten - denn sonst ist man in diesem Moment gar nicht lebendig”.

„Garantie-Paradoxon”.

A582 F1.460 Jeff Lewis, Figur aus „What Happens in Vegas”, 22.04.2008: „You should never let a chick get in your head; that's why I prefer not to even talk to my dates”.

F1.461 Ellen Page, Schauspielerin: „Das erste Mal, dass ich mich verliebt habe und die Person mich auch zurückliebte ... - das war sehr besonders, weil es eben eine Frau war. In den Jahren davor, als man jung war und herauszufinden versuchte, wie man fühlt, habe ich mich immer gefragt, warum alle so sehr um dieses Jungs-Ding kreisten und diese Küsserei so toll fanden. Ich verstand das nicht. Offenkundig hatte ich nicht dieselben Reflexe und Reaktionen wie mein Umfeld. Als ich mich dann zum ersten Mal in eine Frau verliebte, war das so: Oh, richtig, jetzt verstehe ich, warum! All die Gedichte. All die Songs. Zum ersten Mal kapierte ich, wovon die anderen so viel Aufhebens machen. Vorher dachte ich immer so: Verdammt, ich checke es nicht. Aber das lag nur daran, dass ich noch nicht der richtigen Frau begegnet war [...] Ich habe sehr viel Glück gehabt. Mein Leben ist ungewöhnlich, es ist faszinierend, ich habe einen Job, den ich liebe, ich treffe interessante Menschen, kann reisen, verdiene gutes Geld. Ich bin sehr privilegiert. Trotzdem oder gerade deshalb mache ich die Erfahrung, dass mich nichts mehr erfüllt als liebevolle Beziehungen - ganz gleich ob mit einer Partnerin, mit Freunden, mit Familie. Das ist es, was mich glücklich macht und meinem Leben Sinn gibt”.

02.04.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Peter Glaser, Journalist, Blogger: „Das Netzwerk ist die erste planetare Wohngemeinschaft und der Ort, an dem man Freunde hat, die man nicht kennt”.

„Primärpufferplatte”.

A580 F1.457 Malcolm Reynolds, Figur aus „Serenity – Flucht in neue Welten”, 22.08.2005: „Wenn ich mich wirklich in jemanden verliebt habe, mache ich mich auf jeden Fall an ihn ran - egal, was passiert”.

„Strafzettelakte”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Andrea Malgara, Manager: „Wir glauben nicht an den einen, allumfassenden Algorithmus, der von Altkleider über Handys, Versicherungen, Öl und Süßigkeiten bis zu Autos alles optimieren kann. Wer das glaubt, glaubt auch an die gute Fee, die unser Media-Leben besser macht. Ich habe aber die Befürchtung, dass es diese gute Fee nicht gibt”.

F1.458 „Während die Ehe immer unwichtiger wird, werden die Hochzeiten immer aufwendiger”.

A581 Albert Burnside, Figur aus „Nichts als die Wahrheit”, 08.09.2008: „Ein Mann kann ein anständiges Leben führen, ehrbar sein, der Wohlfahrt spenden. Aber am Ende entscheidet im Allgemeinen das Wetter, wie viele Menschen sich zu seiner Beerdigung einfinden werden”.

01.04.2016

B970 Vince Ebert, Physiker, Kabarettist: „Wer es schafft, nach außen hin Kompetenz auszustrahlen, der kann noch so oft den Laden gegen die Wand fahren, er wird nicht an den Pranger gestellt. Wer kompetent erscheint, versagt nicht, er verursacht höchstens einen unabwendbaren Kollateralschaden, den man schon nach einiger Zeit wieder vergessen hat. Charisma schlägt Kompetenz. Der eher uncharismatische Berti Vogts führte als Bundestrainer die Fußballnationalmannschaft 1996 zum Europameistertitel und wurde trotzdem vom Fußballvolk immer als „Bundesberti” belächelt. Ganz anders der ewig lächelnde Jürgen Klopp. Der könnte vermutlich Bayern München in die Drittklassigkeit führen und würde bei vielen Fans immer noch als Wundertrainer gelten. Deswegen mein Tipp: Sollten Sie keine Ahnung haben und dummerweise in einer Führungsposition sitzen, dann sollten Sie auf jeden Fall vermeiden, zuzugeben, dass Sie keinen blassen Schimmer haben. Tun Sie stattdessen alles dafür, um Ihre Ahnungslosigkeit gekonnt zu vertuschen. Arbeiten Sie sich oberflächlich in das Thema ein und simulierten Sie ab dann Expertentum. In Insiderkreisen spricht man von einer fundierten „Inkompetenzkompensationskompetenz“. Sie schaffen das!!!”

Aus der Reihe Online-Sprech: „Sharedogan, Hairdogan, Kehrdogan, Speerdogan, Cherdogan, Bärdogan, Gewehrdogan, Heerdogan, Flasche-leerdogan, The Fresh Prince of Bel-Airdogan”.

B971 Heribert Bruchhagen, Fußballfunktionär: „Jeder Verantwortliche, dessen Verein im Abstiegskampf steckt, schläft nicht gut. Die sportliche Situation beschäftigt einen den ganzen Tag, sowohl am Arbeitsplatz als auch im privaten Bereich”.

„Start-up-Kanzler”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Es ist Zeit, den Winter-Trübsinn zu verbannen. Verpassen Sie Ihrem Browser einen Frühlings-Look”.

A579 F1.456 Tripp, Figur aus „Failure to Launch”, 10.03.2006: „I'm not afraid of love. I love love. Look, I've had a lot of girlfriends, right? And sometimes I'm the rebound guy; other times, when I get lucky, I'm the explore-new-areas-of-your-sexuality guy; but, every single time, we have fun. Thank you. I have fun, they have fun; it's good for me, it's good for them, and I would argue that it's damn good for civilization as a whole”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die heimlichen Stars des Internets – Katzen, Hunde & Co. – sind mittlerweile so erfolgreich auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Snapchat unterwegs, dass sie zu echten Influencern für Brands werden”.

B972 Jaqueline Bauernfeind, Personalberaterin: „Wenn ich es pauschal formulieren darf: Männer gestalten Ihre Netzwerkzeit nach der Devise, ob es ihnen geschäftlich etwas nützt oder nicht. Frauen orientieren sich danach, ob sie jemanden mögen oder nicht. Und wenn sie eben keine Lust haben, mit einer Person abends noch etwas trinken zu gehen oder sich zum Squash zu verabreden, dann lassen sie es. Dass so eine Verabredung trotz der eher geringen Sympathiewerte karrieretechnisch interessant sein könnte – dieser Gedanke spielt bei den Frauen eine wesentlich kleinere Rolle als bei Männern. Anders gesagt: Männer sind, wenn es um die eigene Karriere geht, leidensfähiger. Ich habe als Personalberaterin Männer erlebt, die sich für einen Top-Job beworben haben und bei denen ich mich hinterher fragte: Wie kamen die auf die Idee, dem Anspruch dieser Position zu genügen? Na ja, sie haben es halt probiert, sind auf die Nase gefallen, sind wieder aufgestanden und probieren es woanders. Frauen dagegen bringen die Haltung mit: Ich möchte mich auf gar keinen Fall selbst überschätzen und damit scheitern. Dadurch stecken sie die eigene Grenze, etwas zu probieren, sehr viel enger”.

31.03.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Peter Handke, Schriftsteller, Übersetzer: „Es ist eine Zeit, als wisse man, als wüsstet ihr alles vom anderen. Als sei lückenlos alles zu wissen. Und zugleich ist es eine Zeit, da man nichts mehr, gar nichts mehr weiß vom anderen, auch gar nichts mehr wissen will”.

„Bunkerehrenwort”.

D591 Inga Bergen, Managerin, auf die Frage, was sie „mit 50 Millionen Euro in Berlin verändern würde”: „Ich würde eine App entwickeln, die eine Online-Therapie für psychische Krankheiten ermöglicht. Das habe ich zwar sowieso vor, aber die Entwicklung kostet viel Geld. Mit 50 Millionen Euro würde ich das sofort umsetzen”.

„Späti-Quartett”.

F1.455 Aus der Reihe Online-Sprech: „Hat hier jemand einen Riecher für den Nischenmarkt? „Smell Dating” ist das nächste Level in Sachen Online-Dating – vielleicht. Jedenfalls steht die Idee. Und die hat nix mit Swipen zu tun, hier geht es ganz erdig und analog zur Sache: Du bekommst ein Shirt, das du drei Tage lang tragen musst, dann schickst du es an „Smell Dating” zurück, die es an potenzielle Dating-Partner weiterleiten. Genauso bekommst du deine Probe-Gerüche zugesandt. Ja. Wir sind total aufgeregt, vor allem weil wir jetzt endlich eine ganz okaye Entschuldigung haben, unser Lieblingsshirt tagelang nicht zu wechseln”.

B968 Klaus Wowereit, Politiker: „Ich bin Rentner. Das bedeutet, dass sich auch mal Löcher auftun: Langeweile oder Bedeutungsverlust”.

„Kollektomat”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Lara Griller: „Instagram enttäuscht mich. Was soll diese Idee, dass die chronologische Bilderreihenfolge durch einen Algorithmus abgelöst werden soll? Der kümmert sich dann nur darum, welche Bilder ich am häufigsten like, was kommentiert und gesucht wird und bestimmt so, was in meinem Feed erscheint — und was nicht. Geht’s noch? Das ist doch so Facebook. Ich will selbst bestimmen, was in meinem Feed angezeigt wird. Dieses Recht würde uns das neue Instagram nehmen, wenn es denn so kommt, wie es derzeit bei manchen Userprofilen getestet wird. Es muss doch wohl noch erlaubt sein, etwas nicht zu liken, ohne dass ich gleich falsch verstanden werde. Das heißt doch nicht immer gleich, dass ich etwas nicht (oder nur mühsam herausgesucht ) sehen will — man muss doch nur nicht gleich immer alles herzen. Es gibt zum Beispiel ein paar Leute denen ich zwar folge, aber deren Bilder ich kaum like, was jedoch nicht heißt, dass ich denjenigen nicht interessant finde (manchmal ganz im Gegenteil). Aber vielleicht will ich ihn einfach nicht mit einem Like von mir beglücken, weil er es entweder nicht verdient hat oder ich nicht will, dass er sieht, dass ich mir sein Bild überhaupt angeschaut habe”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für einen „erfolgreichen Flop”. Gemeint ist nicht der Pyrrhussieg.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „So hatte sich ein 15-Jähriger aus Weiden seinen Partyabend sicherlich nicht vorgestellt, als er eine Einladung zu einer Feier via Facebook veröffentlichte. Eigentlich wollte der Jugendliche eine Party mit 50 Gästen feiern, teilte die Polizeiinspektion Weiden mit. Doch scheinbar erreichte seine Einladung wesentlich mehr Adressaten, als dem 15-Jährigen hatte lieb sein können. Am Ende fanden sich rund 200 Menschen zu der Sause im Weidener Stadtwesten ein”.

„Mittelklassenmusik”.

B969 Erik Brynjolfsson, Wirtschaftswissenschaftler, Autor: „Die Hälfte der 500 umsatzstärksten Unternehmen in Amerika ist seit dem Jahr 2000 verschwunden, hauptsächlich wegen des Wandels hin zu einem digitalen Arbeitsmarkt. Es hängt alles davon ab, wie gut wir Menschen umschulen [...] Arbeit mit großen Datensätzen ist gefragt. Gebraucht werden zum Beispiel Data-Scientists. Auch soziale Fähigkeiten werden noch wichtiger, Berufe, in denen motiviert, verkauft oder auf Menschen eingegangen werden muss - sei es der Beruf des Pflegers, des Coaches oder des Chefs. Maschinen sind nicht gut darin, persönliche Nähe zu schaffen. Menschen aus den Bereichen Kunst, Musik und Literatur werden bessere Voraussetzungen haben als je zuvor, weil sie mit ihrem Schaffen mehr Leute erreichen [...] In vielen Städten haben die Regierungen Onlinevermittler für Fahrdienstleistungen wie Uber, Lyft oder Didi Kuaidi blockiert, um den Beruf des Taxifahrers zu beschützen. Städte wie San Francisco aber haben erkannt, dass Uber oder Lyft dreimal mehr Jobs schufen, als es in der ganzen Taxi-Industrie der Stadt vor deren Einführung gab”.

30.03.2016

„Flexibilitätskompromiss”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Kurze Food Videos bei Facebook boomen. Vorbild ist der BuzzFeed-Ableger Tasty, der über Social-Media bereits beeindruckende Reichweiten erzielt. Nun ist auch Bild auf den Food-Video-Zug aufgesprungen und hat das Facebook-only-Experiment Futtern gestartet”.

Wenn Logik unlogisch wird.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Der Twitter-Account @JournalistinHH wirft der Wirtschafts-Zeitschrift Capital vor, zu wenig Frauen im Blatt abzubilden und bezeichnet Capital darum als „Drecksblatt”. Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar keilt ebenso unfein zurück und schreibt von „dummen Gänsen”. Der Twitter-Zoff ruft u.a. auch Juliane Leopold, Don Alphonso und Thomas Knüwer auf den Plan”.

„Schockerkost”.

A578 F1.454 Mike Chadway, Figur aus „The Ugly Truth”, 24.07.2009: „Let me tell you something about women. Women would have us believe that they are the victims; That we break their hearts for sport. That's crap. They say they want romance, they say they want true love, but all they want is a check list. Is he perfect? Is he handsome? Is he a doctor? For you men who fit the criteria, don't kid yourselves. Cuz they're not sleeping with you, they're sleeping with a carefully calculated set of venal choices. Money over substance, looks over soul, polished over principles. No gesture, no matter how real or romantic will ever compensate for a really impressive list of credentials”.

„Grizzlybär-Warnfunktion”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Get to your content faster with Autocomplete and Predictive URLs; based on your history and Alexa top 100 sites”.

29.03.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Johnny Haeusler: „Natürlich kann man auf einem Desktop-Computer oder Laptop für jedes Familienmitglied Accounts anlegen, aber wer macht das auf einem Familien-PC schon? Der Sinn des Sache ist ja nicht, dass man dauernd den Account wechseln muss, wenn man etwas auf Amazon sucht. Und bei bisherigen Tablets sind mehrere Accounts im Normalfall gar nicht erst vorgesehen. Wer durchaus witzige, manchmal aber eben auch erklärungsbedürftige Verwirrungen vermeiden will, muss wohl einzelne Geräte kaufen. Eltern von Pubertierenden sei dazu eh geraten. Denn was nach den nachmittäglichen Internet-Ausflügen von 17-Jährigen und ihren Freunden und Freundinnen am öffentlichen Computer zu Hause an Werbung eingeblendet wird, das wollt ihr lieber gar nicht wissen. Daher: Lasst euch eure Familie nicht durch das Internet zerstören! Kauft jedem sein eigenes Gerät!”

B967 „Bahnt sich eine Auseinandersetzung an, versetzt dich dein Körper zwecks Gefahrenabwehr in den „Kampf oder Flucht”- Modus. Dabei kommt es zur Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Cortisol, was sich physisch durch einen erhöhten Puls und feuchte Handflächen bemerkbar macht. Diese Hormone trüben dein Urteilsvermögen und schränken dich in deiner Fähigkeit, andere Standpunkte einzunehmen, ein. Um diesem Reflex entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, bewusst tief und gleichmäßig durchzuatmen. Dies stoppt die weitere Hormonausschüttung und erlaubt dir eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Streitpartner”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Michael Antenbrink, Politiker: „Die Welt findet nicht in Facebook statt”.

„Kreativ-Zepter”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Der Code #177 oder #915 verursacht keine Schäden auf eurem Profil oder eurem PC. Hierbei handelt es sich einfach um einen Fake. Vermutlich wollte der Verursacher möglichst viele Kommentare und Likes einheimsen. Es gibt nicht nur diese Funktions-Fakes, sondern es haben auch diverse bekannte Persönlichkeiten unter den Falschmeldungen zu leiden. So wurden beispielsweise schon Leonardo DiCaprio, Arnold Schwarzenegger und Charlie Sheen für tot erklärt. Seid einfach vorsichtig, welchen Informationen ihr vertraut und googelt sie in einem neuen Fenster. Habt stets euren Schutz durch die Firewall und ein Antivirenprogramm gewährleistet”.

„Erdbeerhusten”.

A577 F1.452 Tom Leezak, Figur aus „Just married”, 10.01.2003: „I had the perfect relationship which was ruined by marriage”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Cara Rose DeFabio von Fusion schrieb vor zwei Wochen, Instagram trage die Unmittelbarkeit bereits im Namen: Der Dienst arbeite instant, also augenblicklich, und die Bilder sollten deshalb auch so den Followern angezeigt werden. Nur so könne man mitbekommen, was die Freunde gerade erleben. Wenn die Reihenfolge verändert wird, verschwindet diese Unmittelbarkeit, so DeFabio. Zudem könnten ihrer Meinung nach beliebte Aktionen wie #throwbackthursday, in denen Nutzer donnerstags Bilder aus ihrer Vergangenheit posten, an Bedeutung verlieren. Vor allem würde ein Algorithmus die Gleichbehandlung auflösen und entscheiden, was wichtig ist (darunter möglicherweise auch gesponserte Beiträge). Dabei sei Instagram doch ein Ort, an dem Profis und Amateure, Kunst und alberne Schnappschüsse völlig wertungsfrei aufeinanderfolgen”.

„Twitterparlament”.

F1.453 Andrea Berg, Sängerin: „Sex ist mir nicht mehr so furchtbar wichtig. Mit den Jahren verschieben sich die Prioritäten eben doch ein bisschen [...] Liebe nimmt manchmal komische Umwege, lässt sich aber nie täuschen oder manipulieren. Wenn es bumm macht, kann das keine Macht der Welt verhindern [...] Ich mag männliche Männer, die Feuer machen können, die nicht mehr Zeit im Bad benötigen als ich”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Marc Al-Hames, Manager: „Der Deal „Ich zeige dir eine auf dich zugeschnittene Werbung und du gibst mir dafür völlige Transparenz über dein Leben” ist meiner Meinung nach ziemlich aus der Balance geraten. Der Kollateralschaden, der damit einhergeht, ist zu groß, als dass ich ihn für mich und meine Nutzer akzeptieren könnte. Im Übrigen darf man eines nicht vergessen: Werbung hat auch schon sehr gut funktioniert, bevor die Nutzer permanent ausspioniert wurden. Vielleicht sogar besser als heute”.

„Profi-Tatort-Schauer”.

Harald Martenstein, Autor, Journalist: „Als „arm” gilt bei uns, wer weniger als 60 Prozent oder weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens hat. Es gibt zwei Methoden: eine mit 50 Prozent, eine mit 60 Prozent. Wir sind ein relativ wohlhabendes Land, das heißt auch unsere Armen sind relativ wohlhabend. Mit 60 Prozent oder 50 Prozent des deutschen Durchschnittseinkommens ist man in vielen Ländern der Erde ein sehr, sehr wohlhabender Mensch. Deswegen spreche ich da lieber von einer relativen Armut, statt von einer absoluten Armut. Unter einer absoluten Armut würde ich verstehen, dass jemand nicht genug zu Essen hat und nicht weiß, wie er sich Kleider beschaffen soll und keine Wohnung hat. So etwas ist absolute Armut. Das was wir unseren Statistiken finden ist eine relative Armut bezogen auf das Level unserer Gesellschaft. Das ist nicht das, was man in den meisten Gegenden der Welt unter Armut versteht [...] Es ist ja ein interessantes Phänomen, dass Gesellschaften, in denen man den Reichen radikal ans Leder geht, darauf mit relativ rascher Verarmung zu reagieren pflegt. In Venezuela hat man das faszinierenderweise erleben können. Es ist gar nicht so schlecht, wenn es in einem Land Reiche gibt. Denn diese Leute schaffen Werte und schaffen Arbeitsplätze. Ich muss das mal ganz FDP-mäßig sagen. Sie zahlen Steuern. Und wenn sie weg sind oder die Lust verlieren, dann geht es der Wirtschaft schlechter. Und ich bin ja kein Wirtschaftsexperte, was rede ich denn da, ich bin Historiker, dass ist das, was ich einmal gelernt habe. Und komischerweise ist es in der Geschichte doch immer so verlaufen, dass der Abmarsch der Reichen aus einem Land nicht etwa zu Wohlstand für alle geführt hat, sondern zur Verarmung [...] Gegen Neid kann man so wenig was machen wie gegen die Gier oder gegen die Sexualität. Das haben die Leute halt. Es gibt ja zwei Arten auf Reiche zu gucken. Die erste Art ist: furchtbar, dass dieser Typ so reich ist. Das ist eine Schweinerei, man muss dem das wegnehmen. Die zweite - die amerikanische Art des Guckens - ist ja: Ach, der ist so reich und ich hätte auch gerne etwas von dem. Ich muss mir was einfallen lassen, um da auch hinzukommen”.

28.03.2016

„Tourneeklempner”.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn man auf hohem Niveau etwas nicht versteht.

A574 Dieter Nuhr, Kabarettist, Autor, Moderator, 03.05.2004: „Das ist das Furchtbare, dass heute jeder Idiot zu allem eine Meinung hat. Ich glaube, das ist falsch verstanden worden mit der Demokratie: man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht - ist mir ganz wichtig, dass sich das mal rumspricht. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten [...] Das ist ja auch das Schwierige an der Demokratie, dass man von den Menschen sachgerechte Entscheidungen erwartet, wo jeder weiß, da fehlt jegliche intellektuelle Grundlage [...] Wir machen uns viel zu viele Sorgen um die Zukunft, weil wir zu lange leben [...] Ich glaube, das ist überhaupt erst Informationsgesellschaft: wenn man so viel weiß, dass man nix mehr begreift [...] Das ist es, was uns von der Tierwelt unterscheidet: wir haben bessere Ausreden für unsere Jämmerlichkeit”.

A575 Benjamin Barry, Figur aus „How to Lose a Guy in 10 Days”, 07.02.2003: „Guys, a woman's purse, alright, it's her secret source of power. Alright? There are many dark and dangerous things in there, that we, the male species, should know nothing about”.

A576 F1.451 B966 Dieter Nuhr, Kabarettist, Autor, Moderator, 29.09.2006: „Man fragt sich ja wirklich, wie es früher Beziehungen geben konnte, die ja wirklich bis zum Lebensende gehalten haben. Die Älteren erinnern sich ja vielleicht noch dran: das gab's ja. Gut, man hat früher vielleicht auch einfach mehr ausgehalten; hat sich gesagt: Ich hab den Krieg überlebt - da überleb ich auch die Erika. Und man hat sich früher natürlich auch nicht so oft gesehen - das war natürlich auch ein Riesenvorteil damals. Weil damals gab es ja noch 60 Stunden Woche, Samstagsarbeit. Das vergessen die Gewerkschaftler ja oft, wenns um die Arbeitszeiten geht: wie familienfreundlich das früher war, dass man sich da nicht ständig auf den Sack ging, das war schön. Kann Ihnen nur einen Ratschlag geben: wenn Sie Ihre Beziehung retten wollen, suchen Sie sich einen Beruf, bei dem Sie sich nicht zu oft sehen [...] Man sagt ja oft: Die Chemie ist wichtig. Und das ist wirklich so. Wenn sich ein Mann mit einer Frau unterhält, zum Beispiel - ganz blöd - übers Wetter, passiert bei der Frau chemisch nix. Aber der Mann hat schon beim Smalltalk übers Wetter, mit einer Frau, selbst wenn die ihm gar nicht gefällt, völlig unabhängig davon, oder die ist im Teppich eingewickelt oder liegt in einer Kiste, völlig Wurst, der hat bloß weil er eine Frauenstimme wahrnimmt, hat der Mann schon 30 Prozent mehr Testosteron im Speichel. Da kann der nix für. Das ist der Moment, wo Frauen sich oft fragen: Hört der mir überhaupt zu? Und diese Frage kann ich Ihnen heute beantworten: Nein”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Das Erwachsenwerden ist von jeher eine sehr komplexe und komplizierte Lebensphase. Das hat sich mit dem Aufstieg der digitalen Kommunikation sicher nicht verbessert, denn die Sozialisierung innerhalb der Peergroups macht heute nach der Schule keine Pause mehr, sondern geht über Mobile Apps nahtlos weiter. Oft bis abends das Licht ausgeht. Dabei geht es längst nicht nur um den Austausch mit Freunden, sondern auch um Abgrenzungsverhalten gegenüber der Erwachsenenwelt und gegenüber anderen Jugendlichen. Das drückt sich nicht zuletzt beim Verhalten in den sozialen Netzwerken aus. Im Spannungsfeld der Suche nach Bestätigung und Zuspruch auf der einen und dem jugendlichen Abgrenzungsverhalten auf der andere Seite mutiert ein unbedachter Facebook-Post schnell zu einem persönlichen Shitstorm. Das daraus resultierende Mobbing ist sicher kein digitales Phänomen, aber die soziale Vernetzung über zeitlich und räumliche Grenzen hinweg verleiht ihm eine ganz neue Dynamik. Jeder Facebook-Post erzeugt sozialen Druck. Wie viele Likes und Shares bekommt mein Foto, wer kommentiert und was wird darüber geschrieben? Passiert nichts, ist man ein Langweiler. Versucht man tunlichst nicht langweilig zu sein, schießt man vielleicht über das Ziel hinaus – und dann steht das alles öffentlich bei Facebook. Ein Löschen des Beitrags wäre ein zusätzliches Zeichen für Schwäche”.

27.03.2016

„Holoportation”.

F1.450 B964 Heike Makatsch, Schauspielerin, Sängerin, Schriftstellerin, Moderatorin: „Vermisst man seinen Beruf, wenn man Kinder hat? Ich glaube, ab einem gewissen Alter ist es für Frauen sehr wichtig, sich noch anderen Dingen zu widmen als der Kinderbetreuung. Kinder zu haben trägt natürlich etwas zur Gesellschaft bei, aber Kinder sind schnell függe. Und dann möchte man doch immer noch etwas beitragen, etwas erschaffen, kreativ sein [...] Für mich war Unabhängigkeit immer eine Selbstverständlichkeit. Das hat mir schon meine Mutter vorgelebt. Die war Lehrerin und ist sehr eigenständig und unabhängig. Bei mir war nie eine Idee da, dass ich mich in die Abhängigkeit eines Mannes begeben könnte [...] Allein der Gedanke, dass ich nicht auf eigenen Beinen stehen könnte, kam niemals auf [...] Von den Frauen, die ich kenne, gehen viele wie ich ganz selbstverständlich ihren eigenen Weg und finden auch mit Kindern Lösungen, wie sie das aufrechterhalten, was sie als ihren „output” sehen. Natürlich ist das ein Kampf, da geht es zwei Schritte vor, einen zurück. Aber ich kenne keine, die sagt: Ich mache dann jetzt mal nichts mehr. Die meistern es kraftvoll, Kinder zu haben, den Beruf nicht aus den Augen zu verlieren, kreativ zu sein, sich als Frau wichtig zu nehmen. Das ist wichtig, dass man sich weiterhin als Einzelwesen wichtig nimmt. Ob dann beide Partner gleich erfolgreich sind oder der eine mehr, der andere weniger, darum geht es nicht [...] Ich wünsche mir doch einen Menschen an meiner Seite, der Freude an etwas anderem hat, als sich nur um unser Zuhause zu kümmern. Das ist ein frischer Wind, der von außen in die Beziehung kommt. Der Beruf, die künstlerische Aufgabe, hält alles in Bewegung, um zum Glück kommt dabei ja auch manchmal Geld rum”.

„Monetarisierungsdienstleister”.

B965 Adam Grant, Psychologieprofessor, Autor: „Ich hatte kürzlich eine faszinierende Unterhaltung mit Elon Musk, dem Gründer des privaten Raumfahrtunternehmens Space X. Er sagte, er sei sicher gewesen, dass es seine Raumschiffe nicht in die Erdumlaufbahn schaffen würden. Ich fragte ihn, wieso er es trotzdem versucht hat. Er sagte: Es war zu wichtig, um es nicht zu versuchen. Das fand ich sehr interessant. Er ist das Musterbeispiel eines skeptischen Optimisten”.

„Öko-Übermutter”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Augmented Reality ergibt auch Augmented CRM”.

26.03.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Google-Maps-Fehler schuld am Abriss des falschen Gebäudes”.

Nachgeschlagen: Amanda Plummer; Willow Shields; Enthalpie; Anna Ternheim; Alfons Bayerl; Tim Robbins; Hawthorne-Effekt; Aporie; Emmanuelle Bercot; Corina Schröder; Gary Ross; Kiele Sanchez; Klimakterium; Susan Sarandon; Esteban Cambiasso; Nicolás Gaitán; Jena Malone; Đorđije Ćetković; Castrum doloris; Tim Raue; sic transit gloria mundi; Miriam Makeba; Josh Hutcherson; Doggerbank; Vanessa Hudgens; Zack Snyder; Rudolf Dreßler; Harzburger Modell; Belinda Bauer; Mario Kotaska; Jonathan Glazer; EOD; Bijou; Julierpass; Kaschuben; Robin Fryday; Gwendoline Christie; Garçonnière; Karl Landsteiner; Mary Lambert; Peter-Prinzip; Reinhard Bütikofer; Helge Timmerberg; Limbus; Iko Uwais; Claudia Wells; Wolfram Wuttke; Butzenscheibe; Rippel; Richard Crenna; Hans Eichel; Gordon Moore; Sabatina James; Holly Hunter; Preben Elkjær Larsen; Jil Johnson; Stanley Tucci; Patina Miller.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn man „in aller Ruhe in Panik ausbricht”.

A573 F1.448 Aus dem Lied „The power of love” von Huey Lewis and the News, 30.05.1985:
„You don't need money, don't take fame
Don't need no credit card to ride this train
It's strong and it's sudden and it's cruel sometimes
But it might just save your life
That's the power of love, that's the power of love
First time you feel it, it might make you sad
Next time you feel it, it might make you mad
But do be glad baby when you've found
That's the power makes the world go 'round”.

Andreas Stadlbauer, Unternehmer: „Spielen ist lebenswichtig”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Instagram-Queen aus Karlsruhe: Zwei Millionen Follower lieben sie”.

F1.449 Malte Welding: „Es ist also dringend davon abzuraten, nach dem ersten geglückten Geschlechtsverkehr „Ich liebe dich” zu hauchen. Aber wann dann? Und was sind die Alternativen? Übt man regelmäßigen, nichtgewerblichen Beischlaf miteinander aus, wird es einen manchmal drängen, zumindest irgendetwas zu sagen. Ich mag dich. Ich habe dich lieb. Ich habe dich gern. Ich schätze dich. Man will ja, gerade wenn man nackt ist, nicht reden wie ein Dreijähriger und auch nicht wie der Personalleiter bei der Verabschiedung der 65-Jährigen. „Ich liebe dich” ist dagegen klar, elegant, erotisch mit einem Hauch von Ewigkeit, Werbetexter lassen nicht umsonst Burger und Pommes frites mit diesen Worten umschmeicheln. Man müsste sich den Satz „Ich liebe dich” ausdenken, hätten ihn nicht schon Neandertaler trotz ihres begrenzten Lautinventars geschnurrt. Im Grunde ist der frisch Verliebte also verloren. Sagt man es zu früh, ist man ein Narr, sagt man es zu spät, etwas, wofür nur Kapitän Haddock noch Worte hat”.

25.03.2016

Gesucht wird eine Bezeichnung für „höflich, aber einschüchternd”.

Trophologie ist die neue Pornografie.

„Autosoloerotik”.

Die Sätze „Ausgerechnet in einem Alter, in dem man ihnen nicht mehr gerecht werden kann, steigen die Ansprüche”, „Lieber schlecht tanzen als dumm rumstehen”, „Ein Arzt, der allen Patienten das Gleiche erzählt, ist kein Arzt”.

A572 F1.447 Nick Mercer, Figur aus dem Film „The Wedding Date”, 04.02.2005: „A wedding is a sacrament... a joyous celebration of love and commitment. In Utopia. In the real world... it's an excuse to drink excessively and say things you shouldn't say”.

24.03.2016

F1.446 Aus Spektrum der Wissenschaft: „Unser Denkapparat sei schlicht damit überfordert, visuelle Informationen gleichzeitig mit ein einprasselnden Gefühlen und Tastreizen zu verarbeiten. Um den Kuss voll genießen zu können, schlössen die meisten Menschen deswegen die Augen. Wer dagegen beim Knutschen das Antlitz seines Partners ins Visier nimmt, spürt den Kuss weniger intensiv [...] Angeblich küssen fast alle Frauen mit geschlossenen Augen, während dies nur auf etwas mehr als ein Drittel aller Männer zutrifft – vielleicht ist das der Grund, warum Männer häufiger als weniger leidenschaftliche Küsser wahrgenommen werden als ihre Partnerinnen. Sie konzentrieren sich zu wenig darauf”.

„Kutschenboykott”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Pornhub bietet erstmals kostenfreie VR-Pornos an. Damit könnte der Online-Anbieter pornografischer Filme auch die Verbreitung von Virtual-Reality-Brillen vorantreiben”.

„Meisterschleuderer”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Von Smart TVs über Smartwatches bis hin zu Virtual Reality Brillen – neue Hardware erobert den Alltag. Anbieter unterschiedlichster Branchen stürmen den Markt der Connected Devices, wie PlayStation mit einem Virtual Reality Headset, Mini mit einer interaktiven Augmented Reality Brille oder Volvo, der als erster Automobilhersteller mit der Microsoft Holo-Lense arbeitet. Für Unternehmen eröffnet das Internet der Dinge die Möglichkeit, detaillierte und entscheidungsrelevante Daten ihrer Kunden zu generieren und die Begleitung entlang der gesamten Customer Decision Journey mit einer personalisierten Ansprache über alle Kanäle zu intensivieren”.

23.03.2016

B963 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht” „Vor dem Bürofenster geht ein Graupelschauer nieder. Der Kollege, mit dem ich Sonntagsdienst habe, legt wortlos zwei Marienkäfer aus Schokolade neben die Tastatur, auf die ich einhämmere, und zieht sich an seinen Schreibtisch zurück”.

„Selbstbedienungskurse”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „The Internet is notoriously amazing/horrible at naming things. Just look at the recent online poll that might end with a multi-million dollar Antarctic research ship named „Boaty McBoatface.” Continuing in this spirit, Twitter has been getting inventive with the hashtag #TheInternetNamesAnimals. Tweets have been suggesting names of animals which, quite frankly, scientists should have used in the first place. After all, who was it who missed out on the opportunity to name a stingray a „Flappy McPancakeFish?” ”.

„Ausgeschwestert”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Ich twittere inzwischen vor allem Links zu Beiträgen im Netz oder Retweets und Antworten auf solche Tweets. Kein Eisregen mehr, kein Skiausflug mehr, keine Gefühle mehr. Viele Menschen nutzen dich nicht mehr, um der Welt von ihrem Alltag zu erzählen und mit anderen zu diskutieren, sondern vor allem, um der Welt zu zeigen, wer sie sind und was sie leisten. Deswegen bist du vor allem bei sogenannten Power-Usern beliebt: Politikern, Promis, Aktivisten, Forschern, Journalisten, Bloggern. Und bei Menschen, die anonym krude Meinungen mit deiner Hilfe verbreiten, in Hasskommentaren zum Beispiel. Rund 125.000 Nutzerkonten musstest du nach eigenen Angaben seit Mitte 2015 schließen. Dazu kommen „Bots”, also computergesteuerte Nutzer, und Pseudo-Accounts, die von Personen angelegt werden, um Twitter mit Werbung oder Unsinn zu fluten. Sie in den Griff zu kriegen fällt dir schwer”.

A571 F1.445 Landon Carter, Figur aus dem Film „A Walk to Remember”, 25.01.2002: „Love is always patient and kind. It is never jealous. Love is never boastful or conceited. It is never rude or selfish. It does not take offense and is not resentful”.

D590 Aus der ZEIT: „Beim Schreiben, so eine Theorie, sortieren wir lose Fragmente von Eindrücken, Gefühlen und Gedanken und fügen sie zu einer schlüssigen Geschichte zusammen. Ein kompaktes Narrativ entsteht. Eines, das den Geschehnissen Sinn verleihen und sie in die Lebensgeschichte integrieren kann. Lose Fäden werden dabei so verschnürt, dass sie den Geist nicht mehr immerzu beschäftigen. Menschen verfangen sich dann immer weniger in Grübelschleifen und werden seltener von Erinnerungsfetzen gequält, die sie mühsam unterdrücken müssen. Ein kohärentes Gedankenpaket kann der These zufolge leichter im Gedächtnis abgespeichert werden, und das setzt kognitive Ressourcen frei. Studien deuten darauf hin, dass in den Wochen nach dem therapeutischen Schreiben das Arbeitsgedächtnis entlastet und damit leistungsfähiger wird. Das Denken wird offenbar befreit. Und auch das soziale Miteinander scheint aufzublühen. Die eigenen Gefühle ausdrücken können öffnet Menschen für andere [...] Auch die positiven Dinge des Alltags schriftlich festzuhalten fördert das Wohlbefinden. Das zeigte kürzlich eine Studie des Psychologen René Proyer von der Universität Halle-Wittenberg. Wer jeden Abend erfreuliche Beobachtungen und Erlebnisse notiert, die ihm im Laufe des Tages widerfahren sind, steigert sein Glücksgefühl. Selbst depressive Symptome gingen bei den Teilnehmern von Proyers Untersuchung zurück. Ein Tagebuch kann das Leben also schöner machen, vorausgesetzt, man hat einen aufmerksamen Blick für das Gute in der Welt”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Heiko Maas, Politiker: „Es ist schwer einzusehen, dass zu viel nackte Haut bei Facebook innerhalb von wenigen Stunden gelöscht wird und „Juden ins Gas” und „Flüchtlinge an die Wand” dort tagelang stehen bleiben [...] Es gibt berechtigte Zweifel, ob es nicht auch möglich ist, zur Spracherkennung entsprechende Algorithmen zu schaffen. Wenn ein Kommentar dann bestimmte Schlüsselwörter enthält, sollte nicht automatisch gelöscht werden, aber man könnte wenigstens mal überprüfen, ob er gegen unser Strafrecht verstößt [...] Wir haben es mit einem amerikanischen Unternehmen zu tun, das aus einer ganz anderen Kultur der free speech, der Meinungsfreiheit, kommt. Aber es ist auch ein Unternehmen, das von seinem Image lebt, und deshalb hat es ein eigenes Interesse, und das wollen wir aktivieren. Wir sind zu ersten Ergebnissen gekommen: Maßstab für die Prüfung ist in Zukunft das deutsche Recht, nicht mehr nur die eigenen Standards des jeweiligen Netzwerks. Facebook hat jetzt mehr Mitarbeiter für das Beschwerdemanagement in Deutschland eingestellt und eine Initiative für mehr Zivilcourage gegründet, die es mit einer Million Euro ausgestattet hat”.

22.03.2016

A570 F1.444 Rebecca, Figur aus dem Film „Must Love Dogs”, 25.06.2005: „The best place to meet a guy is at the supermarket. You don't need to waste a lot of time there, either. You see a guy holding a list, you know he's married. He's in the frozen food section carrying a small basket, he's single. I like to hang out by fruits and vegetables, there's a better chance of getting a guy who's healthy”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „The term „moment marketing” is common parlance among ad tech vendors and advertisers wanting to capture consumer attention at a specific moment in time, where something within the offline environment triggers an online action”.

Wenn Bezeichnungen von Modeartikeln mit „Fashion” beginnen, z. B. „Fashion-Schal”.

Aus der Reihe Online-Sprech, ohhellokathrina: „Ha, wir trenden < 3 < 3 < 3 Ein Hashtag aus Saufen und Liebe und gegen Hass. Wie gut ist das bitte? #aufdieliebe”.

„Pausen-Paradox”, „Choreo-Hochburg”, „Turbo-Journalismus”, „Bullet-King-Bug”, „3D-Manifest”, „Propagantainment”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Marianne Dölz, Facebookmanagerin: „Die meisten Menschen haben den digitalen Shift mit mobilen Endgeräten schon längst vollzogen, aber viele Unternehmen bleiben mitten in der digitalen Transformation stecken [...] Wenn Unternehmen, den digitalen Shift schaffen und damit die Möglichkeiten haben zu wachsen, aus einem lokalen ein nationales und vielleicht sogar ein globales Geschäft zu machen, dann nützt das doch allen: der Firma, der Wirtschaft und letztlich auch uns”.

Menschen, die im Anzug auf Jagd gehen.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus Meedia: „Wie umgehen mit der Trauer nach dem Terroranschlag von Brüssel? Im Social Media-Zeitalter geht es schnell: Das Facebook-Profil wird durch die belgische Flagge ersetzt oder in den Nationalfarben eingefärbt wie vier Monate zuvor nach den Terroranschlägen von Paris. Als „Pis & Love” wird ein Bild, das das Brüsseler Wahrzeichen Manneken Pis beim Urinieren auf eine brennende Sprengstofflunte zeigt, in den sozialen Netzwerken schnell zum Symbol der Anschläge in der belgischen Hauptstadt: „Pis & Love” als Synonym für „Peace & Love”.”

21.03.2016

„Vorgangswürdigung”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Jan Böhmermann, Moderator, Filmproduzent, Autor: „Bei Facebook sind die Dummen. Bei Twitter sind die Schlauen. Ist so. Happy Birthday, @twitter!”

„Neophobieland”.

B962 Sabine AsgodomWie, Motivationstrainerin: „Beim Fußball gilt: Nähe schafft Stärke. Studien haben ergeben, dass Mannschaften, die vor dem Spiel zum Beispiel einen Kreis bilden und sich auf den Sieg einschwören, deutlich erfolgreicher sind als Teams, die das nicht machen. Dieses Wir-Gefühl muss eine Führungskraft auch in ihrem Team erzeugen [...] Das geht schon bei ganz banalen Dingen los. Dass man als Chef zum Beispiel nicht das Handy zückt, sondern zuhört, wenn ein Mitarbeiter in der Konferenz etwas sagt. Auch ein Nicken zwischendurch oder kleine Grunzlaute, die seinem Gegenüber signalisieren, dass man bei der Sache ist, sind hilfreich”.

„Allesandersmacher”.

F1.442 Aus dem Berliner Kurier: „Wichtig für ein erfülltes Sexleben ist 77 Prozent der deutschen Frauen eine stabile, liebevolle und verlässliche Beziehung. Außerdem wollen Frauen aus Deutschland auch mal spontan sein (50 Prozent) und es kommt ihnen darauf an, sich sexy und „scharf” für ihren Partner zu fühlen (47 Prozent). Auf die Länge kommt es definitiv nicht an: Für nur 13 Prozent ist die Dauer des Aktes ein Garant für ein erfülltes Sexleben. Noch weniger Bedeutung haben nur Sex an so vielen unterschiedlichen Orten wie möglich (11 Prozent) sowie Sex mit einem neuen Partner (4 Prozent)”.

„Sinnlichkeitsworkshops”.

F1.443 Theresa Bäuerlein, Autorin, Journalistin: „Viele Männer schauen Pornos und auch als Frau sollte man sich nicht schämen, wenn sie einem gefallen. Zu zweit finde ich das allerdings schwierig. Es gibt zwar den Kick, weil es sich erst mal verboten anfühlt. Uns war es aber eher peinlich, und ich denke, das geht vielen Paaren so. Sich so etwas zusammen anzusehen, ist ganz anders als alleine. Aber das ist Geschmackssache. Zumindest lachen lässt sich dabei ganz gut zu zweit [...] Niemand ist so wie die Leute in den Pornos. Wenn man sich diesen Bildern aussetzt, vergleicht man sich natürlich damit. Aber auch eine Sex-Szene in einem Hollywood-Film sieht zu Hause nicht so aus. Wir reden immer von Pornos, aber Hollywood liefert ein genauso verzerrtes Bild von Sexualität [...] Es gibt keinen Grund dafür, dass wir Sex und den Orgasmus miteinander verbinden, auch wenn uns das ununterbrochen beigebracht wird. Das erzeugt erstens einen unglaublichen Druck und zweitens ist es ein Fehler, weil es Lust mit Fortpflanzung gleichsetzt. Wenn man ein Kind haben will, braucht man natürlich einen Mann, der ejakuliert. Aber Lust kann ganz anders verlaufen, nicht nur auf einen Höhepunkt zu. Das heißt nicht, dass man keine Orgasmen haben soll. Ich finde aber, die sollen passieren, ohne dass man darauf hinarbeitet wie im Fitnessstudio. Diese Einsicht hat mich sehr entspannt. Als Frau bekommt man schnell die Vorstellung, dass man sexuell befreit ist, wenn man möglichst viele tolle Orgasmen hat und weiß, wie man die kriegt. Das halte ich für Schwachsinn”.

20.03.2016

Gesucht wird eine Bezeichnung für jenen Partygast, dessen Nichterscheinen auf der Party von niemanden bemerkt wurde.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ich hab manchmal das Gefühl, dass viele Nutzer ganz happy darüber sind, wenn jemand ihnen die Nachrichten im Social Web vorsortiert”.

A568 B961 Henry Ford, Unternehmer: „Obstacles are those frightful things that you see when you take off your eyes off your goal”.

Nachgeschlagen: Nora Arnezeder; Werner Bokelberg; Hannelore Mabry; Keirut Wenzel; Norman Tebbit; Trygve Emanuel Gulbranssen; Natalie Wood; Hans Hellmut Kirst; Vernon A. Walters; Engelbert Humperdinck; Ashley Benson; Weimaraner; Maika Monroe; Hasan Salihamidžić; Jill Hennessy; Choi Min-sik; Paul Verhoeven; Éder Citadin Martins; Bernd Vollbrecht; Ray Tomlinson; Alexandra Daddario; Eric Roberts; Joan Van Ark; Teyonah Parris; Ronnie Coleman; Gal Gadot; Richard Bach; Bobbie Phillips; Diora Baird; Emile Hirsch; Gigi Hadid; Lina Haag; Vince Gilligan; Laetitia Casta; Ian Somerhalder; Amanda Lepore; Miranda Kerr; Ben Carson; Scott Bairstow; Cydonia Mensae; Goldener Fallschirm; Anya Taylor-Joy; Cecil Rhodes; Kristen Connolly; Jensen Ackles; Kelly Macdonald; Abebe Bikila; Nathalie Cox; Kristanna Loken; Domhnall Gleeson; Arno Borst; Pollyanna McIntosh.

A569 F1.441 Ally Darling, Figur aus „What's Your Number?”, 30.09.2011: „You guys all have this ideal girl in your minds, and if our number gets too high, we can't be that girl [...] You know, you can take her home to the family, she's smart, but not smarter than you, and she bakes apple pies with your mom and plays catch with your handicapped sister. But then when you're alone, she takes off her glasses and puts on a vinyl cat suit and fucks you sideways”.

19.03.2016

Die Sorgfalt von Alkoholikern bei der Auswahl der Getränke, beim Einkaufen.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die katholische Kirche wird unter Franziskus noch ein Stück moderner: Seit Samstagmittag veröffentlicht der Papst Bilder auf Instagram”.

A566 B960 „A tidy desk can not only reveal your character, it can tell a lot about your career prospects! This is a new theory concluded after hundreds of desks were examined closely in a European test. Five character types were discovered:
Family type: their desks are covered with photos of family members and friends. They are loyal and shy away from conflict.
Design-conscious type: they love high-tech and gadgets, are ambitious and professional but avoid showing any feelings.
Office entertainer: their desks are always full of new things. They are funny but often suffer from not being taken seriously.
Fanatic: their desks are tided up clinically; everything is in its place. They are reliable but cold and unemotional.
Chaotic genius: their desks are piled high with papers and files. They are untidy and unreliable but highly creative or very productive”.

„Hundert-Kilo-Theatertier”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Nennt uns digitales Wutbürgertum, Upgrade-Hasser, Datenbesitzstandswahrer und daher natürlich auch stolze „Fuck you!”-Sager zu dieser sogenannten iCloud mit ihrer zuhälterhaften Aufdringlichkeit”.

„Sorgenrucksack”.

A567 F1.439 Joyce, Figur aus „Little Black Book”, 06.08.2004: „A clean break is easier. You can reset it, and it heals, and you move on, but if you leave things messy, and things don't get put right, then it just hurts, for ever”.

„Ökosafari”.

F1.440 Malte Welding: „Nun kann es in der Liebe nicht schaden, wenn man sich fragt: „Wie will ich eigentlich leben?” Aber hier können zu genaue Vorstellungen schnell zum Problem werden. Denn es geht schließlich nicht darum, sich selbst anzutreiben, es geht darum, zusammen mit einem anderen einen Zustand herzustellen, mit dem man leben kann. Lieben heißt, das Leben zuzulassen”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Reichen 140 Zeichen für eine Revolution? Keineswegs, aber ohne Twitter (und auch Facebook), wäre der Arabische Frühling sicherlich anders verlaufen. Alles begann mit dem tunesischen Gemüsehändler Mohammed Bouazizi, der sich im Dezember 2010 selbst in Brand steckte, weil er in seinem Land keine Perspektiven mehr für sich sah. Wie auch schon die sogenannte Grüne Revolution in Iran im Jahr 2009 als „Twitter-Revolution” überhöht worden war, entstanden nun viele Hashtags, mit deren Hilfe nicht nur Aufmerksamkeit geschaffen wurde, sondern die Aufstände in der arabischen Welt auch koordiniert wurden: #arabellion, #arabspring, #bahrain, #tahrir. Dieser Hashtag-Aktivismus ist längst fester Teil der politischen Kultur, siehe auch #euromaidan”.

18.03.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „#Foodporn im Livestream: Nom, nom, nom, nom”.

A563 F1.437 Iris, Figur aus „The Holiday”, 08.12.2006: „I've found almost everything ever written about love to be true. Shakespeare said „Journeys end in lovers meeting.” What an extraordinary thought. Personally, I have not experienced anything remotely close to that, but I am more than willing to believe Shakespeare had. I suppose I think about love more than anyone really should. I am constantly amazed by its sheer power to alter and define our lives. It was Shakespeare who also said „love is blind”. Now that is something I know to be true. For some quite inexplicably, love fades; for others love is simply lost. But then of course love can also be found, even if just for the night. And then, there's another kind of love: the cruelest kind. The one that almost kills its victims. It's called unrequited love. Of that I am an expert. Most love stories are about people who fall in love with each other. But what about the rest of us? What about our stories, those of us who fall in love alone? We are the victims of the one sided affair. We are the cursed of the loved ones. We are the unloved ones, the walking wounded”.

„Stressmesse”.

B958 Robert Kovač, Fußballtrainer: „Es ist doch so: Wenn du als Spieler kein Selbstvertrauen hast, dann bist du vielleicht nicht gleich 50 Prozent, aber bestimmt, 20, 30 Prozent schlechter. Dann wird jede Ballannahme schwierig, dann bist du nicht ruhig, dann hast du Angst. Und wenn die Angst mitspielt, ist es schwer”.

A564 F1.438 Amanda, Figur aus „The Holiday”, 08.12.2006: „Sex makes everything more complicated. Even not having it, because the not having it... makes it complicated”.

B959 Björn Kern, Schriftsteller: „Heute ist man Redakteur, also muss man in spätestens zehn Jahren Chefredakteur sein. Heute ist man Schriftsteller, also muss man in spätestens zehn Jahren auf der Bestsellerliste stehen: Diesem Modus bin ich selber lange gefolgt. Als Abiturient dachte ich, ich müsse ein Einser-Abi haben. Als Student dachte ich, ich müsse in der Regelstudienzeit fertig sein. Als andere in den Urlaub fuhren, habe ich Praktika gemacht. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich vor mir selbst her renne und niemals dort lande, wo ich eigentlich hin möchte. Auf die Bank am Ende des Grundstücks [...] Es gibt viele Berufe, die ganz ohne negative Ausweitung auskommen. Krankenschwestern oder Krankenpfleger kommen selten auf die Idee, zehn Jahre später unbedingt die ganze Klinik leiten zu müssen. Lehrer streben nicht an, in zehn Jahren auf Biegen und Brechen Kultusminister zu sein. Für mich ist das der Punkt, an dem sich gute und schlechte Arbeit durchaus unterscheiden lassen. Arbeit, bei der man aufsteigt, die einen Mehrwert abwirft, wäre besser zu unterlassen. Arbeit, die keinerlei Mehrwert abwirft, wie etwa die Betreuung von Menschen, ist dagegen unverzichtbar. Und sollte deswegen sofort mit viel kürzeren Arbeitszeiten belohnt werden! [...] Meine Vision des Nichtstuns hat nichts mit Faulheit zu tun. Es geht nicht darum, nichts zu tun, sondern darum, die falschen Handlungen zu unterlassen”.

A565 Aus der Reihe Online-Sprech, Bill Clinton, Politiker: „When i took office, only high energy physicists had ever heard of what is called the world wide web. Now even my cat has its own page”.

17.03.2016

„Pilz-Untermieter”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Matthias Horx, Unternehmsberater, Trendforscher: „Die Gebildeten und Jüngeren ziehen sich inzwischen teilweise wieder aus dem Netz zurück, weil sie es nicht mehr aushalten, ständig angehasst und angepöbelt zu werden [...] Die Blütezeiten des Netzes sind vorbei: Wir sprechen von einem Digital Backlash. Es gibt eine zunehmende Verzweiflung an den sozialen und psychologischen Folgekosten des Netzes, Stichwort Störbarkeit, Cybermobbing, ewiger Shitstorm, digitale Hass-Kultur. Die Digitalisierung wird nicht rückgängig gemacht, sie muss sich aber rekonfigurieren. Wir brauchen so etwas wie einen Neustart der Netzwerk-Kultur [...] Wenn auf jeder Medien-Website im Grunde dasselbe steht, weil die Klick-Algorithmen automatisch dieselbe Mischung aus „Angst vor Ausländern”, „Drei Tipps für den Orgasmus”, „Wenn Katzen mit Nilpferden schmusen” und „Titten-Skandal im Dschungelcamp” erzeugen, dann ist irgendwann Schluss mit Werbeschaltungen. Der Markt ist eben auch ein Agent gesunden Scheiterns”.

„Robo-Adviser”.

Diether Dehm, Musikproduzent, Liedermacher, Politiker: „Kein Mensch lebt so kurz, dass er nur eine einzige Identität hat”.

F1.435 B957 Aus der ZEIT: „Es ist ja nicht mehr die junge Frau, es ist der jüngere Mann, der heute seltsam hilflos, fast schutzbedürftig erscheint. Ein Freund von mir arbeitet für die Stadt München. Als es um die Vergabe einer Führungsposition ging, wurde eine im fünften Monat schwangere Kollegin ihren beiden männlichen Mitbewerbern vorgezogen. Ein Bekannter von mir bewirbt sich gerade auf eine leitende Stelle in einem NS-Dokumentationszentrum. Seitdem er erfahren hat, dass es zwei Mitbewerberinnen geben wird, hat er die Hoffnung auf den Job beinahe aufgegeben. Die Männer sind irritiert, und man merkt, dass sie es nicht gewohnt sind zu kämpfen [...] Aber nicht nur im Berufsleben ducken sich die Männer meiner Generation weg, sondern auch im Privaten. Viele meiner Freundinnen sind mit deutlich älteren Partnern liiert. Nicht weil sie Lust haben, ein hübsches Statussymbol zu sein, sondern weil sie ein Gegenüber auf Augenhöhe suchen. Die jüngeren Männer sind derweil mit ihren Tinder-Dates beschäftigt. Ich glaube, die Männer um die 30 wissen noch nicht, wie sie jetzt mit uns Frauen umgehen sollen. Ich möchte nicht beim ersten Date mit einem Mann erfahren, dass er bereit ist, in Elternzeit zu gehen, bevor ich überhaupt weiß, ob er jemals als Vater infrage kommen könnte. Wir jungen Frauen sind uns darüber im Klaren, dass das Arbeitsleben als Mutter komplizierter wird. Aber wir fühlen uns vorbereitet. Und wünschen uns Männer, die uns unterstützen, die aber auch ihre eigenen Ziele verfolgen. Wir haben kein Interesse an der Selbstaufgabe des Mannes”.

Francis Fukuyama, Politikwissenschaftler: „Es ist ausgesprochen schwierig, über den Nationalstaat hinaus Identität und Gemeinschaftsgefühle zu stiften. Ein großes Problem in der Europäischen Union war es, dass sie unglaublich technokratisch an die Dinge heranging. Sie sprach nur von einer ökonomischen Integration und versäumte es, dafür zu sorgen, dass sich eine tiefere europäische Identität ausbildet. Auch deshalb ist es für Rechtspopulisten ein Leichtes, in Krisen nationale Ressentiments zu mobilisieren. Kurzum, eine bloße ökonomische Integration reicht nicht aus”.

F1.436 Peter Maffay, Sänger, Komponist, Schauspieler, Gitarrist, Musikproduzent: „Ich heirate, weil ich liebe. Die Ehe ist für mich eine Verabredung, zu zweit Unmögliches zu versuchen: den ganzen herrlichen Irrsinn einer jungen Lieben zu bewahren und sich gleichzeitig auf ewig Sicherheit und Stabilität zu versprechen [...] Ich weiß heute mehr über die Zerbrechlichkeit der Liebe als mit dreißig, aber Gefühle verändern sich nicht durch Lebenserfahrung. Nur der Umgang mit ihnen wird anders: Du lernst ein Geschenk zu schätzen, das dir das Schicksal macht”.

16.03.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die offizielle App von Marco Reus, Fußballprofi bei Borussia Dortmund und Spieler der deutschen Nationalmannschaft. Entwickelt für das iPhone und das iPad, mit integrierter Push-Funktion. Erlebe Marco Reus als fotorealistisches 3D-Model, klick Dich durch seine Karrierestationen sowie durch tolles Bildmaterial und verschaffe Dir einen Überblick über das wichtigste Arbeitsgerät des Offensivspielers – seinen Schuh, ebenfalls in 3D! Da es sich um eine native App handelt, sind die 3D-Ladezeiten äußerst gering. Durch Marcos Statements und den Social Feed bleibst Du immer up to date! Für diese Features können in den Einstellungen Push-Benachrichtigungen abonniert werden. Die App kann in Deutsch und Englisch angezeigt werden. Sie wird zur Verfügung gestellt von SportsTotal, dem Management von Marco Reus, und kaliber5, langjähriger Partner im Bereich digitale Dienstleistungen”.

A562 F1.434 Dedee Truitt, Figur aus „The Opposite of Sex”, 22.05.1998: „Seems like everybody's having sex but me. Good for them. It's not that I'm against sex. I mean, it was clever of God or evolution or whatever to hook the survival of the species to it because we're gonna screw around no what. It was a smarter thing to pick than say... the instinct to share your toys or return phone calls. We'd have died out like eons ago. But on the minus side, god... all the attachment that goes with it. It's like this net. Sex always ends in kids or disease, or like, you know, relationships. That's exactly what I don't want. I want the opposite of all that. Because it's not worth it, not really, is it? When you think about it?”

„Dagegenarbeiter”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Je mehr Daten durchs Netz fließen, desto mehr Entscheidungen werden nicht mehr von Menschen, sondern von Algorithmen gefällt. Das zeigt eine Lücke im Recht: Algorithmen können diskriminieren - ungestraft [...] Besondere Ängste rufen Schlüsse hervor, die aus der Kombination unserer Daten mit anderen Daten gezogen werden. Dabei geht es um die Verwendung von Informationen über uns, die wir gar nicht selbst bereitstellen, indem wir online ein T-Shirt von AC/DC kaufen oder einem Pornostar auf Instagram folgen. Es geht um die aus der Kombination der Informationen über uns möglichen Rückschlüsse. Das sind die Meta-Informationen, die wir nicht kennen und nicht richtigstellen können. Das Urteil über uns wird anhand dieser Informationen ermittelt, beschlossen, verkündet und vollstreckt, Widerspruch ausgeschlossen. Die automatisierte Entscheidung über einen Menschen ist seine Algorithmus-gewordene Verdinglichung. Quasi gottgleich kann eine immer autarker werdende Technologie Entscheidungen über uns ausrechnen und uns damit in die Nähe von Dingen rücken. Das weckt Ängste vor Willkür auf einer bisher nicht gekannten Stufe. Dass Algorithmen objektiv entscheiden, ist dabei eine Mär. Weil sie von Menschen programmiert werden, spiegeln Algorithmen die Vorurteile ihres Programmierers. Code ist Werturteil. Algorithmen entscheiden zu lassen, ist zudem problematisch, weil sie durch Wiederholung menschlichen Verhaltens bereits vorhandene Diskriminierungen vertiefen [...] Digitale Diskriminierung breitet sich aus einer Lücke heraus aus: Das Datenschutzrecht, das flächendeckend auf digitale Vorgänge angewendet wird, kennt kein allgemeines Diskriminierungsverbot. Das allgemeine Verbot der Diskriminierung, das sich im Gleichstellungsrecht findet, wird auf durch Algorithmen getroffene Entscheidungen dagegen kaum angewendet”.

„Abnehm-Typen-Test”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Wer zur Hölle bin ich? Wer auch immer ich bin. Facebook weiß es offenbar nicht – oder verrät es mir eben doch nicht. Alles was Facebook unter „Einstellungen zu Werbeanzeigen” Zutreffendes über mich angibt, habe ich entweder selbst aktiv mit „Gefällt mir” bedacht (also bestimmte Rapper, Fußballvereine, Serien und Medien) oder es ließe sich vermutlich über jeden Großstadtbewohner Mitte 20 sagen. Und gut die Hälfte kann ich mir sowieso beim besten Willen nicht erklären, etwa, warum Facebook glaubt, dass ich mich für „Künstliche Perlen“, die „Altarmenische Sprache” oder „Dampfschiffe” interessiere”.

Roland Kaiser, Schlagersänger: „Persönlichkeiten bei Menschen bilden sich ja eh, wenn sie in Tälern sitzen, nicht auf den Bergspitzen”.

B956 Dr. Travis Bradberry: „A boss who is too proud to admit a mistake or who singles out individuals in front of the group creates a culture that is riddled with fear and anxiety. It’s impossible to bring your best to your work when you’re walking on eggshells. Instead of pointing fingers when something goes wrong, good managers work collaboratively with their team and focus on solutions. They pull people aside to discuss slip-ups instead of publicly shaming them, and they’re willing to accept responsibility for mistakes made under their leadership”.

15.03.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, mitStruwwelhaar: „Und dann kam Twitter und plötzlich stehen Dir Menschen nahe die wären Dir ohne nie über den Weg gelaufen”.

Seltsam, dass sich das Wort „Digitalismus” noch nicht etabliert hat.

„Content-Kannibalismus”.

A561 F1.433 Barney Ross, Figur aus „The Expendables”, 03.08.2010: „Hast du nicht mal gesagt: Am besten kommt man mit Frauen zurecht, wenn man ohne sie zurecht kommt?”

„FBB-DB-EBA-BOA”.

B955 Katharina Starlay, Modedesignerin, Imageberaterin: „Es gibt Leute, die Anfragen grundsätzlich nicht beantworten, um den Nachschub an E-Mails durch Nachhaken zu sichern. … oder die stolz sind, stets 100 oder mehr E-Mails unbeantwortet vor sich herzuschieben. Interessant wird es, wenn diese Zahl konstant bleibt. Diese Methode lässt sich auch übertragen: „Wer wirklich etwas von mir will, ruft noch einmal an.” Wirklich? Es könnte ja der beste Auftrag Ihres Lebens sein, der gerade an Ihnen vorbei zieht, weil Ihnen genau dieser Gedanke im Weg stand”.

14.03.2016

„Schmuckblumen-Affäre”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Runder Tisch Gigabitnetz”.

B953 Wenn eine Entlassungswelle als „Evolutionsgeschichte” [des Unternehmens] vermarktet wird.

„Verwaltungslyrik”.

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „prominent ignoriert”.

„Parteinomaden”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Hasso Mansfeld, PR-Manager: „Ohne das Social Web hätte die AfD nicht diese Erfolge. Ich bin ja selber Internet-Aktivist und wollte die AfD-Reichweiten zuerst nicht glauben. Ich habe am Anfang vermutet, dass die ganzen Likes und die Reichweite gekauft seien. Ist aber nicht so. Die wahre Internetpartei ist die AfD. Via Social Web kann sie mit Ihren Sympathisanten debattieren. Hier kann man sich wechselseitig in der Opferrolle bestärken und sich gemeinsam bestätigen, dass man das System durchschaut, Gefahren erkannt hat und viel schlauer als die anderen ist. Daher auch die Thematisierung der angeblichen „Lügenpresse”. Es ist eigentlich einen Anti-PR Strategie. Wenn ich das Medium schlecht mache, das über mich berichtet, darf der Inhalt der Berichterstattung ja nicht positiv sein. Daher die ständigen Provokationen”.

„Grusel-Grinserin”.

F1.432 B954 Edgar Selge, Schauspieler, auf die Frage, wie eine seit 37 Jahren bestehende Beziehung „so lang gut gehen kann”: „Ich denke, unser Glücks-Rezept ist es, dass wir gerne miteinander spielen. In jeder Hinsicht. Sowohl im Beruf als auch im Leben”.

13.03.2016

„Vorraubwitz”.

Wenn aus Wut Wähler werden.

„Roboter-Schaf”.

F1.431 Aus der FAS: „Wie wir auf bestimmte kommunikative Signale reagieren - und sie möglicherweise falsch verstehen -, hängt unter anderem von kulturellen Prägungen ab. So hat die Online-Partnervermittlung Friend-Scout24 kürzlich in einer Befragung mit mehr als 9.000 europäischen Singles herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der Italiener und Spanier, aber nur 38 Prozent der Deutschen und 36 Prozent der Briten glauben, es ginge um Sex, wenn sie noch auf einen Absacker in die Wohnung ihres Dates eingeladen werden. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle, wenn es darum geht, wie man auf eine solche Einladung reagiert: So glaubten in der Umfrage die Männer viel seltener als die Frauen, dass es ihrem Gegenüber in erster Linie um Sex gehe, wenn es auf einen Absacker in die eigene Wohnung einlädt”.

„Fett-Weg-Protein”.

Nachgeschlagen: outgunned; number cruncher; rickety; pliable; sound bite; fickle; unscramble; paper trail; ridge; gatecrasher; bullseye; first blood; beret; sucker punch; wary; off duty; jammed; private line; name drop; mutilate; harassment; blending; corrosive; serenity; boulders; haywire; tapestries; moonshiner; down-and-dirty; picket line; cower; godfather; clinch; public records; gravy; drudgery; beset; toil; infusion; originator; hot tub; streamlined; kinky; cerebral; potion; onslaught; overmatch; smoking gun; prevision; technophile; cough syrup; hyper; cautious; sweetbread; upstart; becloud; top-shelf; interspecies; lorry; whereabouts; bally.

12.03.2016

Gesucht wird eine Bezeichnung für „schlechten Geschmack bei Freunden”.

F1.428 Aus der Berliner Zeitung: „Mehr als ein Drittel der Ehen werden geschieden. Scheidungen nach der Silberhochzeit, also nach 25 und mehr Jahren, haben sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt: Die immer älter werdenden Menschen trauen sich ein spätes neues Leben zu. Die Demografie zeigt einen weiteren Trend: Ältere Frauen überleben ihre nicht ganz so alt werdenden Männer um fünf bis sieben Jahre. Auch deshalb kippen frische Singles auf den Markt. Wer Kontaktanzeigen liest, entdeckt einen bestürzenden Überschuss an weiblichen Interessenten im Rentenalter [...] Die jüngere Generation sucht ihr Heil im Gegenteil: Sie fürchtet Bindungen, weil sie beruflich mobil bleiben muss. Etwa 2.000 Partnerportale fördern eine gewisse Un-schlüssigkeit, die Dating-App Tinder trainiert Unverbindlichkeit als Kontaktgrundlage. Der verbreitete Perfektionswahn macht die Suche nach einem Partner nahezu aussichtslos. Die schlechtesten Chancen der Vermittlung bei Partneragenturen haben übrigens junge männliche Alkoholiker und Akademikerinnen über 50. Leider kann man die nicht einfach zusammenspannen [...] Singles bringen Unruhe in die Ordnung fester Freundeskreise. Frauen folgen einem inneren Drang: Sie wollen die Verlassenen verkuppeln. Nach meiner Erfahrung geht das schief. Männer sind anders: Keiner würde einem verlassenen Freund eine mögliche neue Liebe zuführen, Männer denken, dass die Natur sich selber helfen wird. Und wenn der Freund nicht übel aussieht, ein bisschen Geld hat, häuslich nicht zu verwildert lebt, dann wird er bald vom Markt verschwinden”.

„Schmetterlings-Jubel”.

B952 Julie Delpy, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin: „In dem Moment, in dem eine Frau einen Fehler macht, wird er ihrem Geschlecht angelastet”.

Es gibt interessante Fragen. Fragen, um interessant zu sein. Fragen, mit denen man Interesse weckt. Und „Fragen aus Interesse”. Beliebig fortzusetzen.

„Klangschalen-Sound”.

F1.429 Malte Welding: „Die Liebe findet nicht in Extremen statt und auch nicht einfach nur im Kopf oder nur im Gefühl”.

„Hämatombus”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Angela Merkel, Politikerin: „Ich habe mich gerade in den letzten Tagen wieder sehr intensiv informiert – auch durch Unternehmensbesuche: Ich war bei den Unternehmen Festo und Aesculap und konnte mich davon überzeugen, dass man hier sehr wohl weiß, dass gerade die Beziehung zwischen dem hergestellten Produkt und dem Kunden extrem darauf angewiesen ist, dass man auch gerade die digitalen Möglichkeiten nutzt ; und dass das auch getan wird. Es ist ein Wettlauf zwischen denen, die die Software-Applikationen anbieten, den großen Internetunternehmen, die heute schon im Markt sind, und denen, die heute die World Champions in der Herstellung bestimmter konkreter Produkte sind, in der Medizintechnik oder im Maschinenbau oder in anderen Industriebereichen. Und deshalb müssen wir uns sputen und müssen die Voraussetzungen schaffen. Aber ich sehe es nicht ganz so pessimistisch. Dass man sagt, wir sind zu spät gekommen, das würde ich nicht sagen. Aber die Zeit drängt”.

F1.430 Julie Delpy: „Schon rein praktisch ist es am besten, sein Leben mit jemandem zu teilen, der lustig ist. Alle Freunde, die mit sehr schönen Frauen zusammen waren, waren nach zwei Monaten entnervt, weil außergewöhnliche Schönheit nur funktioniert, wenn ein außergewöhnlicher Charakter dazukommt. Meistens ist Schönheit öde und nervig und bringt die Leute dazu, einen zu hassen [...] Bei mir hat Lustigsein die Romantik eher ermöglicht, ich habe jedenfalls mehr Männer mit meinen Witzen rumgekriegt als mit meinem Aussehen. Wobei ich leider auch nicht die eine Pointe habe, mit der ich jeden Mann ins Bett bekomme [...] Bei Stand-ups von Frauen geht es immer um ihre Muschi. Es gibt auch keine Late-Night-Show mit einer Frau. Aber ich denke, das ist eine Phase. Frauen reißen Zoten, sie spotten über Sex und ihren Körper; um zu zeigen, dass sie das dürfen, dass sie frei sind [...] Ich persönlich habe mich nie schön gefühlt. Und das Kompliment kann ich auch nicht annehmen, weil ich mich nie als Romantikerin sehen würde. Als ich mit Mitte zwanzig gemeinsam mit Ethan Hawke im Film „Before Sunrise” spielte, habe ich zwar selbst viel über Romantik ins Drehbuch geschrieben. Aber ich war damals nie wirklich verliebt, sondern meistens allein und dachte: Ich habe keinen Sex. Und im Film selbst fand ich mich in erster Linie fett”.

11.03.2016

Die Sätze „Es gibt nur eine Opposition: die Straße”, „Mit Löchern stopft man keine Löcher”, „Verlage erzählen mit jedem ihrer Bücher auch ihre eigenen Geschichte”.

„Popo-Wunder”, „Anti-Aggregator”, „Senatskanzleifreunde”, „Entwinterungsanlage”, „Verbitterungsmilieu”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Last-Click-Attribution”.

Warum die Mehrzahl von „Heimat” befremdend klingt.

F1.427 Dr. Dr. Rainer Erlinger: „Auch wenn Ihre Ex Sie verlassen hat, bleiben Sie beide durch die gemeinsam verbrach-ten Jahre jeweils Bestandteil Ihrer beiden Leben. Nun, beim ersten Wiederaufeinandertreffen, offen eine andere Frau zu küssen, ist wie „ICH KANN TUN, WAS ICH WILL!!!!!!” in Großbuchstaben mit etlichen Ausrufe-zeichen zu schreiben. Der Satz mag richtig und berechtigt sein, das macht diese Art zu kommunizieren aber nicht schön”.

10.03.2016

„Windows Defender Advanced Threat Protection”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Was zur Hölle ist eigentlich mit den Bitch-Tests auf YouTube los?”

„Müllhochburg”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Definition von „rhetorische Frage”: Wenn Netflix dich fragt, ob du weiterschauen möchtest”.

„Kiezstadtplan”.

F1.425 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Die tägliche gemeinsame Mahlzeit mit meinem Freund, obwohl er gerade in Florida lebt und ich in Hamburg. Per Skype essen wir zusammen - er sein Frühstück, ich mein Mittagessen. So teilen wir trotz der Entfernung eine Stunde Alltag miteinander”.

Wenn Ahnungslosigkeit zu Enthusiasmus wird.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Herr Krüger, Instagram-Takeover sind eine tolle Möglichkeit für Marken und Verlage, mit Influencern zusammenzuarbeiten, um ihre Reichweite zu vergrößern. Was hat Sie dazu bewogen, für das @zeitmagazin zu grammen?”

„Single-Kompetenz”.

B951 Philipp Lahm, Fußballspieler: „Es ist wichtig, zwischen Leistung und Erfolg zu unterscheiden [...] Ich wäre ohne den Gewinn der Champions League oder der Weltmeisterschaft kein anderer Spieler gewesen. Meine Leistungen wären dieselben, nur die Bewertung wäre eine andere”.

F1.426 Lisa Fischbach, Psychologin, Paartherapeutin: „Viele Frauen suchen den Alpha-Softie [...] Viele Frauen haben nach wie vor die Erwartung, dass der Mann den ersten Schritt macht, also den aktiven Part übernimmt. Dabei darf er aber bitte nicht zu anzüglich oder offensiv sein. Allerdings auch nicht zu schüchtern. Eben charmant. Der akzeptierte Verhaltenskorridor ist sehr eng, und obendrein lässt er sich von kaum einer Frau ganz konkret beschreiben, das ist eher so ein „Von allem etwas zum richtigen Zeitpunkt”. Die Balance zu halten ist knifflig; manche Männer frustriert das [...] Wenn ich an die Paare denke, die zu mir in die Beratung kommen, habe ich teilweise den Eindruck, dass die Männer mit den Ansprüchen der Frauen überfordert sind. Übrigens auch beim Thema Sex. Frauen haben höhere Erwartungen als früher, sie wollen vor allem Abwechslung. Das gilt auch für Frauen mittleren Alters, die schon länger in einer Beziehung sind - gerade wenn sie davor nicht so viele Sexualpartner hatten [...] Zustände, mit denen man unzufrieden ist, müssen heute eben nicht mehr hingenommen werden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, daran etwas zu ändern. Die Bereitschaft zur Trennung wächst zwar - aber bei vielen Paaren besteht auch der Wille zur aktiven Beziehungsarbeit [...] Ewigkeit ist ein romantisches Ideal, das ist ein tief verankerte Sehnsucht fast jedes jedes Menschen. Für die meisten sind Liebe und Glück mit der romantischen Vorstellung verschmolzen, mit einem Partner für immer durchs Leben zu gehen. Auch wenn Scheidungs- und Trennungsstatistiken eine andere Sprache sprechen [...] Beobachten Sie mal zwei Menschen bei ihrem ersten Treffen. Sie synchronisieren ihre Körpersprache, lachen mehr. Flirten kommt aus dem Französischen und heißt „einen spielerischen Umgang pflegen”. So läuft das erste Date im Idealfall: spielerisch und spontan”.

09.03.2016

„Selfie-Welle”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Vielleicht ist eine berufsbedingte Hypemüdigkeit, aber ich habe so langsam das Gefühl, genug ungenutzte Accounts zu haben. Rund um den Jahreswechsel gab es beispielsweise einen Microhype um die App „Kiwi”. Den aber vor allem, weil die App offenbar ungefragte die Facebook-Freunde neuer Nutzer spammte. Mir ist es anscheinend nicht passiert, aber andere schwören Stein und Bein, dass sie ausdrücklich keine Nachrichten versenden wollten und dann doch jeder eine bekam. Worum es bei Kiwi geht, fragen Sie? Das wollen Sie wirklich wissen? Um die Neugier zu befriedigen: Es ist eine App, in der man anderen Menschen Fragen stellen kann – entweder offen unter dem eigenen Namen oder auch anonym. Aha. Erwarten Sie von uns jedenfalls so bald keinen Artikel zu Kiwi-Marketing”.

„Peniswüste”.

F1.424 Carly Abramovitz, Psychotherapeutin, Bloggerin: „In Kapstadt, wo ich herkomme, ist die Rollenverteilung klarer. Die Initiative geht vom Mann aus, der Mann spricht die Frau an, lädt sie zu einem Drink ein. In Berlin ist es eher selten, dass man von einem Mann angesprochen wird, und wenn, dann ist er wahrscheinlich auf Drogen. Die Männer sind so passiv. In Berlin kann man den ganzen Abend mit einem Typen reden, sich gut verstehen, doch am Ende bekommt man nicht mal seine Telefonnummer [...] Wir Südafrikaner sind etwas altmodischer. Vielen Männern macht das Angst, wie offensiv Frauen hier zum Teil auftreten. Sie sagen sofort, wenn sie einen Mann mögen, haben schon beim ersten Treffen Sex. Das ist anderswo undenkbar [...] Die Berliner sind generell distanziert. Man schaut sich auf der Straße oder in der U-Bahn nicht an, man lächelt nicht. Man kleidet sich schwarz, ist blass und sieht aus, als hätte man drei Wochen nicht geschlafen – und das ist dann cool. Ich bin ein anderer Typ, ich rede viel, lache viel, das finden die Berliner wohl verdächtig [...] Ich habe den Eindruck, dass der Berliner Mann unter einem Peter-Pan-Syndrom leidet, er will nicht erwachsen werden, sich nicht binden. Man laviert sich so durch und kokettiert auch noch damit. Manche gefallen sich in der Rolle der unrettbaren Seele”.

„Twitter-Gefecht”.

B950 Bryan Cranston, Schauspieler, Filmregisseur, Synchronsprecher: „Ruhm verändert jede Persönlichkeit, da bin ich keine Ausnahme. Ich lebe heute viel zurückgezogener als früher. Im Hotel rufe ich lieber den Zimmerservice als im Restaurant zu essen. Ich entziehe mich nach Möglichkeit der Öffentlichkeit. Zugleich ist es wichtig, dass man die richtigen Freunde hat. Ich möchte keine Unterhaltungen führen, in denen es ständig nur um mich geht, das langweilt schnell. Ich möchte über alle möglichen Themen reden und möglichst viel Spaß dabei haben”.

„Hipster-Glossar”.

08.03.2016

„Anarcho-Forum”.

Nachgeschlagen: Lena Horne; Dele Alli; Winnie Harlow; Barry Nelson; Clara Rockmore; Ekkehard Göpelt; Anastassija Andrejewna Myskina; Wolfgang Weber; Lake Bell; Anish Kapoor; Chinook; Georg Melches; PSD; Amazon Silk; Jürgen Heun; Barbara Zimmermann; Fuocoammare; Gianfranco Rosi; Poschweck; Leandro Putaro; Amanda Pays; Norbert Gyömbér; ThinkPad; Iago Falque; Gabriela Soukalová; Willy Caballero; Dieter Kempf; Dean Stockwell; Joan Baez; Harvey Fierstein; Carlos Ascues; Téa Leoni; Gabriele Wohmann; Miloš Pantović; Corbin Bernsen; Thomas McCarthy; Heiner Backhaus; Ken Burns; Gaby Papenburg; CNAME Resource Record; Goldenes Quartier Wien; Trackback; Katharina Wackernagel; Carli Lloyd; Robert Altman; Diana Vreeland; Idomeni; Marco Sailer; Jon Hamm; Sgraffito; Alejandro González Iñárritu; Brie Larson; Alexander Zverev; Diane von Fürstenberg; Unimog; Carsten Kammlott; DWG.

„Brötchenprinz”.

F1.422 Michael Nast, Schriftsteller, Blogger: „Eigentlich ist ziemlich erschreckend, wie viele sich selbst für beziehungsunfähig halten”.

„Anti-Mozart”.

F1.423 Sylvia Reimann: „Polyamorie ist die Freiheit, sich auch in andere zu verlieben und sich nicht nur auf einen Menschen zu verlassen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die umstrittene App Peeple, auf der sich Menschen gegenseitig bewerten können, ist trotz enormer Kritik im Vorfeld in Nordamerika an den Start gegangen. Zunächst nur auf Apple-Geräten und in entschärfter Version können Nutzer seit Montag etwa den Kollegen, die Babysitterin oder den Ex-Freund beurteilen. Die Macher des kanadischen Startups erklärten, dass die Texte nur gegen Zustimmung der anderen Nutzer freigeschaltet würden. Allerdings kündigten sie in „naher Zukunft” die erweiterte Bezahlfunktion „Truth License” an, die „alles zeigt, dass jemals über eine Person geschrieben wurden, egal ob es auf deren Profil veröffentlicht wurde, oder nicht”, hieß es in einer Pressemitteilung”.

07.03.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „ANTI-MOBBING-MAMA Mutter bestraft Sohn (12) bei Facebook”.

A560 B948 Warren Beatty, Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Produzent: „You've achieved success in your field when you don't know whether what you're doing is work or play”.

F1.420 Aus der Reihe Online-Sprech Eric Hegmann, Coach, Paarberater, auf die Frage, ob er „manchmal Menschen davon überzeugen muss, dass es heutzutage durchaus seriös sein kann, seinen Partner im Internet zu finden”: „Wir sind doch schon 24 Stunden am Tag online, und ich finde es sehr gut und schön, dass man da auch Liebe finden kann. Der große Vorteil ist doch, die Möglichkeit zu haben, außerhalb von Arbeit und Freundeskreis, außerhalb dieses sozialen Trampelpfades Menschen kennenzulernen, denen man sonst nie begegnen würde”.

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „rastloses Schweigen”.

F1.421 Aus der Berliner Zeitung: „Zwei Phasen im Leben gibt es, in denen es wahrscheinlicher ist, dass man allein lebt, am Anfang des Erwachsenenlebens und im letzten Drittel. Das spiegeln auch die Altersverhältnisse der Hauptstadt-Singles wider. Die größten Gruppen sind die 25-30-jährigen (130 700) und 65-75-jährigen (128 900)”.

„Contentkoch”, „Büroobstabo”, „Two-Way-Communication-Rate”„Pflanzenmoratorium”, „Gruppenliegestütze”. „Mäusebeauftragte”. „Frauenarzthände”, „Knautsch-Keyboard”.

B949 Aus einer Infografik: „In the past, almost 1 in 2 companies had a policy against re-hiring former employees [...] It is predicted that machines may be able to do 1/2 of all jobs within the next 2 decades [...] Office space is shrinking. By 2020, the average amount of space per employee will drop to 150 square feet, down from 400 in 1985”.

06.03.2016

Aus der FAS: „Sprachforscher haben mehr als hundert negative Neutra für Frauen gezählt, aber nur eine Handvoll für Männer. Zudem gibt es mehr Diminutiva, also Verkleinerungsformen, die für weibliche Personen verwendet werden oder wurden - man denke nur an „Mädchen” -, und Diminutiva sind im Deutschen immer Neutra [...] Der Berliner Linguist Manfred Krifka hat vor sieben Jahren die Genera der 600 häufigsten Substantive gezählt, die Menschen bezeichnen: 69 Prozent sind maskulin (der Gast), 16 Prozent feminin (die Person), 9 Prozent neutral (das Kind) und 7 Prozent Plurale (die Leute)”.

B946 Verbissenheit führt zu Zubeißen.

F1.419 Aus der FAS: „Gerade erst stand irgendwo zu lesen, dass es erste Sex-Roboter gibt, die den Partner demnächst komplett ersetzen. Das zumindest verspricht der Hersteller von „Roxxxy”, eine Firma namens True Companion aus New Jersey. Deren Gummimodelle sind zärtlich, verständnisvoll und haben ständig Lust. Natürlich nicht nur. Sie zeigen alle Art menschlicher Empfindungen, sind auch mal müde, mal traurig, aber eben alles in erträglichen Maßen. Glaubt man dem Hersteller, haben die Roboter zudem zwei unschätzbare Vorteile gegenüber der Ehefrau: Sie geben keine Widerworte. Und man kann mit ihnen nicht nur über Sex reden, sondern auch über Fußball und die Börse”.

„Pistenpfeilchen”.

B947 Anne-Marie Slaughter, Politikwissenschaftlerin: „Der Kapitalismus, wie er derzeit in den Vereinigten Staaten praktiziert wird, und Familienleben vertragen sich tatsächlich nicht. Ich lehne diese Kultur des Geld und der ununterbrochenen Arbeit ab. Wir fragen andere immer als Erstes: „Was machen Sie beruflich?” Wenn dann jemand sagt, „Ich arbeite rund um die Uhr”, wird das positiv gesehen. Niemand würde sagen: „Was, Sie haben Kinder und arbeiten rund um die Uhr, was ist los mit Ihnen?” Dieses System schadet uns allen”.

05.03.2016

„Macht-Quintett”.

zuzu, Version 0.2.

„Kopfballtorpedo”.

A558 F1.418 Aus Spektrum der Wissenschaft, 03.11.2003: „Ein kurzes Gespräch mit einer jungen Frau lässt bei Männern den Testosteronspiegel im Speichel bereits um etwa 30 Prozent ansteigen. Je stärker sich die Versuchsteilnehmer dabei selbst produzierten, desto mehr ging auch der Hormongehalt in die Höhe [...] Die Testosterongehalte von Männern sind bei Jugendlichen und jungen Männern in den Zwanzigern am höchsten, danach sinken sie kontinuierlich ab. Männer, die in langjährigen Beziehungen leben oder verheiratet sind, weisen dabei niedrigere Konzentrationen auf als ihre Geschlechtsgenossen, die noch auf Partnersuche sind. Ob allerdings die Beziehung die Hormongehalte senke oder Männer mit niedrigeren Hormonkonzentrationen eher heiraten, sei noch nicht geklärt”.

„Brutalstrategie”.

A559 B945 Nominalist and Realist, Ralph Waldo Emerson, 1844: „The reward of a thing well done, is to have done it”.

04.03.2016

Wenn aus einer Wert- eine Preisvermittlung wird.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Nachdem der Milliardär Donald Trump am Super Tuesday bei den Vorwahlen in sieben von elf US-Staaten die Mehrheit der Stimmen geholt hatte, explodierten in den USA die Google-Suchanfragen für „How to move to Canada”, auf Deutsch: „Wie man nach Kanada auswandert”. Bereits kurz nach Bekanntgabe der Ergebnisse stieg die Zahl der Suchanfragen in den USA um 350 Prozent, twitterte Googles Datenjournalist Simon Rogers. Google twitterte später, dass es noch nie so viele Suchanfragen zu „Move to Canada” gegeben habe wie am Super Tuesday”.

Schimon Peres, Politiker: „Jede Religion hat ein Problem, wenn sie zur Institution wird. Dann hat sie Macht, es entstehen Hierarchien, es werden Regeln geschaffen - aber die Religion verliert ihren Geist”.

„Linken-Konfetti”, „Kistenwartezeiten”, „Geld-Selfie”, „Autokorrekturgrotesken”, „Terror-Mädchen”, „Lachordnung”.

F1.417 Die unfassbar erbärmliche Situation von Ehemännern, die, würden sie nur das tun, was sie laut ihrer Gattin dürfen, gar keinen Sex mehr hätten.

A557 B944 Aus Spektrum der Wissenschaft, 30.11.2005: „Frauen in Führungsetagen wirken weniger intelligent und weniger kompetent, wenn sie sich sexy kleiden. Dagegen beeinflusst das Outfit nicht das Ansehen von Frauen in weniger hoch dotierten Positionen, hat eine eine Untersuchung US-amerikanischer Psychologen ergeben”.

03.03.2016

F1.415 Lea-Sophie Cramer, Unternehmerin, auf die Frage, warum sie nicht verheiratet ist: „Ich habe einen sehr konkreten Lebensplan, schon immer gehabt. Dazu gehört, früh Kinder zu bekommen und zu heiraten. Mein Freund und ich sind aber beide sehr freiheitsliebend, wir haben sehr lange in unterschiedlichen Wohnungen gewohnt, obwohl wir über sieben Jahre zusammen sind, wir haben uns auch immer mal wieder getrennt und sind wieder zusammengekommen. Über Heirat haben wir gesprochen, es ist aber kein großes Thema gewesen. Uns hat es geholfen zu wissen: Man kann immer noch was anderes machen. Auch wenn wir nun natürlich einen viel engeren Bund haben mit dem Kind. Wir werden unser Leben lang die Eltern bleiben. Ich will gar nicht ausbüxen, aber ich fühle mich heute frei ohne Heirat”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Viral-Videos als Klick-Treiber: Wie ein Friseur aus Madrid zum Quotenhit bei Spiegel Online & Co. wurde”.

A555 B943 Woody Allen, Filmregisseur, Autor, Schauspieler: „I don't want to achieve immortality through my work; I want to achieve immortality through not dying”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Diese Seite hier erscheint, da wir nicht sicher sind, ob Sie ein Mensch sind”.

„Datenparanoia”, „Instant-Lehrer”, „Abweichungshass”, „Betäubungsmittelsuspekt”, „Vermächtnis-Studie”, „Wort-Ikebana”.

A556 F1.416 Aus Spektrum der Wissenschaft, 28.10.2008: „Rot ist die Farbe der Liebe – und der Leidenschaft. Was aus dem Tierreich schon lange bekannt ist, gilt nun experimentell nachgewiesen auch für Männer: Frauen in Rot werden von ihnen als besonders attraktiv und begehrenswert eingestuft. Mann war außerdem bereit, bei einem potenziellen Date eine derart gekleidete Begleiterin eher in ein Nobelrestaurant auszuführen als bei andersfarbiger Garderobe [...] Rot gilt im Tierreich als klares Signal sexueller Anziehungskraft – so zeigen beispielsweise Schimpansen- oder Pavianweibchen durch ein rotes Hinterteil den nahen Eisprung und damit die Fortpflanzungsbereitschaft an. Auch Menschen reagierten auf diesen uralten biologischen Fingerzeig”.

02.03.2016

„Kaffeesatztabletten”.

Eingefleischte Kiffer = kiffendes Fleisch.

„Duschtrailer”.

Wenn Sturheit mit Stärke verwechselt wird.

A554 F1.414 Aus Spektrum der Wissenschaft, 30.11.2005: „Mann – oder Frau – ist im Prinzip eine einzige Werbeplattform. Kantige Gesichtszüge, kräftige Muskelpakete, tiefe Stimme – oder andererseits volle Lippen, große Augen, lange Beine – all diese mehr oder weniger anerkannten Schönheitsideale signalisieren, biologisch gesehen, offenbar nur eins: Wie toll der- oder diejenige als Partner für gemeinsamen Nachwuchs geeignet ist. Besonders hoch im Kurs bei beiderlei Geschlecht steht dabei unter anderem Symmetrie: Ebenmäßige Gesichtszüge und wohl proportionierte, übereinstimmende Rechts-Links-Gestalten schneiden bei Begutachtung durch potenzielle Paarungspartner besonders gut ab. Und es zeigt sich auch, dass Mann oder Frau sich in der Beurteilung des Gegenübers nicht nur auf ein Signal beschränken, sondern mehrere Kennzeichen miteinander kombinieren. So bewerteten Frauen beispielsweise die Stimmen von Männern positiver, je symmetrischer deren Gesichtszüge waren”.

01.03.2016

B942 Andreas Frintrup, Manager: „Gut miteinander klar zu kommen, ist ein wichtiges Element bei der Zusammenarbeit, aber es steht in der Hierarchie der Merkmale nicht ganz oben. Wichtiger sind fachliche und überfachliche Leistungsvoraussetzungen der Person, erst dann muss die Frage nach der Sympathie beantwortet werden. Was nutzt der beste Kumpel im Business, wenn die Leistung nicht stimmt? Dann schmeckt das Bier schnell schal [...] Klassische Bewerbungen mit Anschreiben, Lebenslauf und Lichtbild sind tatsächlich veraltet. Auch Prozesse, die zwar digital funktionieren aber letztlich doch nur die gleiche Information liefern, sind kein Mehrwert. Anonyme Bewerbungen sind erst recht keine Lösung, dieser populäre Aktionismus geht sowohl an den Ergebnissen der Forschung als auch an der Lebensrealität der Personaler und der Bewerber vorbei”.

Gesucht wird eine andere Bezeichnung für „Verlegenheitskunst”.

„Sichtbeton-Imitationsspachtelung”, „Deutologie”, „Schalt-Babys”, „Bundestags-Honig”, „Bewegtbildexperte”, „Johnny-Depp-Effekt”.

A553 F1.413 Aus dem Lied „Lotus Flower Bomb” von Wale, 11.10.2011:
„I can be your boyfriend be your nigga or a friend with perks
I’m just tryna work that huh, they just tryna work your nerves
I’m just tryna read your mind, I’m just tryna feed you mine
I’m just tryna give you light, they just tryna leave you blind”.

29.02.2016

„Spaghetti-Pate”.

F1.412 Aus der Berliner Zeitung: „Selbst in der heutigen Zeit stellen noch meist Männer den Heiratsantrag. In Ländern wie Irland, Schottland oder Finnland wird der Spieß aber am Schalttag umgedreht. Dann nämlich ist es dort Tradition, dass die Frauen um die Hand der Männer anhalten. Doch das ist noch nicht alles. In manchen Ländern muss ein Mann, der einen Antrag ablehnt, eine kleine Entschädigung zahlen. In Schottland waren früher statt Geld mehrere Paar Handschuhe fällig. Damit soll die zurückgewiesene Frau dezent verbergen können, dass aus ihrem Antrag nichts wurde”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für einen „virtuosen Nörgler”.

Wenn Millionäre auf den Flohmarkt gehen.

Iris Berben, Schauspielerin: „Ich habe mal eine wunderbare Geschichte mit Franz Müntefering erlebt. Ich habe ihn gefragt: Glauben Sie nicht, dass es bei dieser ungeheuren Vielfalt von Problemen hilfreicher wäre, wenn Politiker sagen: „Wir haben eine neue Situation, wir müssen uns damit auseinandersetzen, wir wissen im Moment noch nicht, wie?” Da sagte er: „Ja, so ist es ja auch. Aber dann gehe ich raus, und da steht die Opposition und die Presse, und die schreiben: Die Regierung weiß nicht weiter.” Es gibt ja auch nicht die eine Antwort”.

28.02.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Vince Ebert, Physiker, Kabarettist: „Auch Big Data macht die Zukunft nicht berechenbar. Algorithmen finden immer nur Korrelationen, aber nie Kausalitäten. Sie kommen auch auf keine neuen Ideen. Die Angeber aus dem Silicon Valley glauben an die schiere Menge der Daten und die Geschwindigkeit ihrer Verarbeitung. Unser Gehirn funktioniert aber ganz anders, es ist schlampig und langsam, kommt aber gerade deshalb erstaunlich oft zu den richtigen Ursachen für eine bestimmte Wirkung. Falls es wirklich einmal künstliche Intelligenz geben sollte, wird sie deshalb ganz bestimmt nicht aus dem Silicon Valley kommen”.

„Segler-Mumie”.

F1.411 Der Rückfall in den Blümchenmodus (Kichern, Karamellaugen, Körperhaltung, Kussmund), wenn Frauen, die seit Monaten kein Kompliment bekommen haben, etwas Nettes zu hören bekommen.

„Elton-John-Absurditäten”.

B941 Alejandro Aravena, Architekt, auf die Feststellung, wie ungewöhnlich es für einen Architekten sei, weder am Wochenende noch nach 19 Uhr zu arbeiten: „Das würde ich kein Leben nennen. Ich meine, wo liegt der Sinn im Leben, wenn man kein Leben hat? Und wie soll man dem Leben Form verleihen, denn nichts anderes tut ein Architekt, wenn man es also gar nicht kennt? In den Siebzigern gab es einen argentinischen Tennisspieler, Guillermo Vilas. Der Arm, mit dem er spiele, war so dick wie mein Bein. Und der andere dünn wie mein Finger. Ich versuche einfach, das Guillermo-Vilas-Syndrom zu vermeiden. Wenn man nur eine Sache ausgiebig macht, verkümmern andere. Es geht um Balance”.

27.02.2016

B940 Beat yesterday.

Nachgeschlagen: Dale Jennings; Fritz Sdunek; Rudi Garcia; Melinda McGraw; Ruben Loftus-Cheek; Lara Gut; Richard Wright; Jaecki Schwarz; Kurt Zouma; SG Sonnenhof Großaspach; Connie Nielsen; Gillian Jacobs; John Romero; Sandra Navidi; Regina Ziegler; Georg Volkert; Carl Icahn; Gert Dörfel; Stefan Wächter; Myokardinfarkt; Arno Steffenhagen; Renato Júnior Luz Sanches; Horst Schnoor; Bruno Plache; Charles Laughton; Monica Keena; Rose d'Or; Ed Oxenbould; Beth Grant; Barry Corbin; Jersey Devil; Wolfgang Völz; Karl Koch; Mia Wasikowska; Jared Padalecki; Georg Baselitz; James Caviezel; Javier Bardem; Anna Ewers; Lee Tamahori; Danai Gurira; Dorothea Christiane Erxleben; Mariel Hemingway; Deborah Kara Unger; Ulrich Noethen; Julianne Nicholson; Jonathan Woodgate; Haymaker; Abdul Rahman Baba; Ruslan Tschagajew; Juan Pablo Sorín; Kelly LeBrock; Benno Möhlmann.

Wenn Meinungen mit Lösungen verwechselt werden.

Aus der Reihe Online-Sprech, Micky Beisenherz, TV-Autor, Moderator: „Es ist immer gut im Internet den Arsch aus dem Fenster zu hängen [...] Ich habe jeden Tag gefühlt 44.000 Spam-Mails in meinem Posteingang. In einer hatte mir der nigerianische Staatspräsident heute Morgen 1 Million Euro angeboten”.

Der Reichtum des Satzes „Ich weiß es nicht”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Paul Ripke, Fotograf: „Ich suche noch eine Influencer-Agentur, die mich vermarktet. Meine Markenwerte sind Kiffen, Hiphop und Saufen”.

F1.410 Malte Welding: „Selbst wenn wir Bonobos sind, sind wir Bonobos, die sich entscheiden können. Und manchmal ist es die Entscheidung zwischen einem Orgasmus und Glück. Niemand hat je gesagt, es wäre leicht”.

26.02.2016

Elfie Semotan, Fotografin: „Jede Sucht ist auch eine Suche nach Glück”.

„Ego-Revue”.

Barton Swaim, Redenschreiber, Autor: „Die meisten Politiker versuchen alles, um nichts zu sagen, was ihnen Probleme bereiten könnte. Sie wissen, dass ihre Gegner zuhören und die Medien alles zerpflücken. Weil sie so vorsichtig sind, werden ihre Sätze immer länger [...] Im Englischen funktioniert ein Witz nur, wenn das entscheidende Wort am Ende steht, weil sonst die Überraschung weg ist [...] Als Autor weiß ich: Wer jemanden zum Lachen bringt, dem gehört die Sympathie des Zuhörers. Ich kann ein Buch lesen und anderer Meinung sein als der Autor. Aber wenn ich lachen muss, mag ich es trotzdem. Das gilt auch für Politiker [...] Ich habe immer gewusst, dass es in der Politik viel Blabla gibt. Viele Worte sind bedeutungslos. Wenn ich mich mit Ihnen unterhalte, gehen wir davon aus, dass die Wörter, die wir benutzen, etwas mit der Realität zu tun haben. In der Politik benutzt man Wörter, um einen Eindruck zu vermitteln, Zeit zu gewinnen oder sich von etwas zu distanzieren. Bevor ich diese Reden, Briefe oder Meinungsartikel selbst schreiben musste, war mir nie bewusst, wie oft politische Sprache diese Zwecke erfüllen muss”.

Elfie Semotan auf die Frage, ob „es Schönheit ohne Intelligenz gibt”: „Ja, aber nur von 14 bis 19. Dann zerbrechen Dummheit und Unverständnis die Schönheit”.

„Glückskeksbotschaften”.

F1.408 Aus der Reihe Online-Sprech: „Jeder, der schon einmal auf eine Antwort eines möglichen Liebes- oder Sexualpartners gewartet hat, kennt wohl einen solchen inneren Monolog: War meine Nachricht unangebracht? Kam der Witz oder die Ironie nicht rüber? Was habe ich falsch gemacht? Warum schreibe ich auch so dummen Mist? Hätte ich ein anderes Wort verwenden sollen? Nerve ich? Sie hasst mich! [...] Hunderte Studien an Tieren haben folgendes Muster gezeigt: Wenn die Tiere nicht wissen, ob sie belohnt werden, kann dies ihr Interesse an der Belohnung massiv steigern. Ein Beispiel: Eine Labormaus soll auf einen Knopf drücken, manchmal bekommt sie anschließend Futter, manchmal nicht. Wenn nicht immer Futter kommt, steigt Ihr Interesse an der Belohnung, der Dopaminpegel steigt. Kommt dagegen immer eine Belohnung auf Knopfdruck, wird die Maus langsamer. Die Belohnung wird selbstverständlich und immer verfügbar. Wenn man nun eine Antwortnachricht als eine Art Belohnung sieht – und das Gefühl, wenn sie kommt, ist zweifelsohne toll – erklärt sich, warum wir uns über Nachrichten von Menschen, die uns warten lassen, besonders freuen – und uns um schnelle Antworter weniger bemühen [...] Wer mit dem Schreiben wartet und den anderen so im Unklaren lässt, hat wohl auch hier Vorteile. Ganz allgemein könnte man außerdem das alte Prinzip „Man will immer das, was man nicht haben kann” als Argument einfügen. Ob Warten nun eine todsichere Methode ist, um bei der oder dem Angebeteten zu landen? Vermutlich nicht. Das Spiel mit Schreiben, Warten, Schreiben, Warten, Schreiben zumindest zu Beginn einer Beziehung ein wenig mitzuspielen, kann uns aber beim anderen ganz offenbar Vorteile verschaffen – wenn sie oder er sich in der Wartezeit nicht einfach jemand anderes sucht, bei dem Warten keine Option ist”.

„Facebook-Finger”.

Worte, die „Welt” enthalten, sind Behauptungen.

„Titanen-Tischtennis”.

F1.409 Aus dem SZ-Magazin: „Sobald Oberarme, die im Lauf der Zeit schlaff geworden sind, ruckhaft nach oben schnellen, schwingt das Fett an ihrer Rückseite mit, etwa wenn die Besitzerin des Oberarmes gerade ihr „Bingo!” kundtut. Deswegen fing es irgendwann an, dass solche Oberarme „Bingo Wings” genannt wurden. Schon auc lustig, aber neben all den Krähenfüßen, grauen Haaren, Nasolabialfalten und Po-Dellen eine neue Schwachstelle, gegen die Frauen angeblich vorzugehen haben. Später kam noch der Muffin Top hinzu, eine süße Umschreibung für die Ringe, die wie fluffiger Kuchenteig über den Hosenbund hängen. In anderen Körperregionen sollen wir uns nach Schönheitsidealen wie dem Thigh Gap richten (wenn die Oberschenkel sich barbiemäßig im Stehen nicht berühren), der perfekten Brötchenvagina, dem sex Zehendekolleté. Der weibliche Körper ist also von Kopf bis Fuß als einzige Problemzone identifiziert. Was viele Frauen zur Verzweiflung bringt - oder, zu Recht, auf die Barrikaden. Nur eine Stelle ist bislang ausgenommen: der Unterarm”.

25.02.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Schon nach wenigen Stunden scheint klar, welches Symbol der „Facebook Reactions” Nutzer am liebsten anklicken – das Herz ist der neue Daumen! [...] Die neuen Symbole stehen für Liebe (ein Herz), Lachen (ein entsprechendes Emoji-Symbol mit der Bezeichnung „Haha”), Überraschung („Wow”), „Traurig” (Gesicht mit Träne) und „Wütend” (rot im Gesicht)”.

Wenn der Sprache die Zeit verloren geht.

„Spoiler-Phobie”.

F1.405 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Ich drehe mich vor dem Spiegel: Kritisch betrachte ich die Speckröllchen am Bauch, den Po und die Oberschenkel. Da linst mein Freund über meine Schulter in den Spiegel: „Wow, sieht du diesen Luxuskörper!!?” So hatte ich das gerade nicht gesehen”.

B939 Ijad Madisch, Gründer, Unternehmer: „Und wenn wir über das Privatleben sprechen: verheiratet sein, Kinder kriegen, das ist auch ein Erfolg”.

„Katastrophensammler”.

F1.406 Beim Küssen sieht man keine Zähne.

Elisabeth Wehling, Linguistin, Autorin: „Hinter Wörtern steckt etwas. Um sie zu begreifen, aktiviert unser Gehirn ganz Vorratslager abgespeicherten Wissens: Gefühle, Gerüche, visuelle Erinnerungen. Worte transportieren also viel mehr Informationen, als wir glauben, und sie treiben uns politisch nach links oder rechts, ohne dass wir uns dessen bewusst sind [...] Allein schon das Wort Flüchtling. Das ist ein Frame, der sich politisch gegen Flüchtlinge richtet [...] Die Endung „-ling” macht diese Menschen klein und wertet sie ab. Denn das Kleine steht übertragenen Sinn oft für etwas Schlechtes, Minderwertiges. Denken Sie an „Schreiberling” oder „Schönling”. Ein eigentlich positiv besetzter Begriff wie „schön” wird durch die Endung ins Negative verkehrt. Außerdem ist „der” Flüchtling männlich - und damit transportiert dieses Wort sehr viele männliche Merkmale: „Der” Flüchtling ist eher stark als hilfsbedürftig, eher aggressiv als umgänglich [...] Der Blickwinkel spielt in der politischen Sprache eine wichtige Rolle. Man sieht das zum Beispiel an den Begriffen Mindestlohn und Lohnuntergrenze. Der Mindestlohn wurde von Sozialdemokraten in die politische Debatte eingebracht: Er beschreibt die Perspektive desjenigen, der den Lohn erhält. Wenn man das Mindeste will, dann will man mehr, will nach oben. Die CDU erfand dann die „Lohnuntergrenze”. Ein Wort, das scheinbar das Gleiche beschrieb, aber einen ganz anderen Blickwinkel hatte: die Perspektive desjenigen, der Lohn zahlt - und der der so weit wie möglich nach unten will. Alles, was nicht unterhalb der Grenze liegt, ist dann in Ordnung [...] Große Unternehmen heißen in den USA sehr oft job creator, also „Jobschaffer”. Und wenn es dann um höhere Löhne geht, folgt schnell die polemische Frage: Wollen Sie diesem job creator das wirklich antun? Wir haben dann angefangen, die Angestellten nur noch profit creators zu nennen. Denn ohne Mitarbeiter kein Gewinn”.

„Häppchenloge”.

F1.407 Aus der ZEIT: „Warum stehen Frauen so sehr auf Liebe? Wahrscheinlich aus demselben Grund, aus dem auch Männer „darauf stehen”. Es ist eine ziemlich herrliche, befreiende, beängstigende, betrübende und beglückende Angelegenheit; es ist die eine Erfahrung, die unser gesamtes Erleben rockt. Nichts kommt da ran, kein Bungee-Jumping, kein neuer Posten und ganz bestimmt kein Dasein als einsam rollender Stein”.

24.02.2016

A552 B938 Kevin Spacey, Schauspieler, Film- und Theaterregisseur, 1991: „Success is like death. The more successful you become, the higher the houses in the hills get and the higher the fences get”.

Es gibt ein 9 Uhr-, 14 Uhr-, 19 Uhr- und 24 Uhr-Berlin.

Aus der Reihe Wohlstandssprech: „Das leichteste Wasser Europas [...] Unbeschwerte Trinkfreude [...] ~ 60.000 Ohm Elektrischer Widerstand [...] Hoher Ordnungszustand in der Clusterstruktur [...] Wir lieben das weichste Wasser Europas”.

F1.404 Dieser milchige Blick, den so viele Männer bekommen, wenn sie geil auf eine Frau sind. Als sei ihnen das Sperma in den Kopf gestiegen.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Pro-Beckenbauer-Tweet”.

23.02.2016

F1.402 Felicitas Woll, Schauspielerin: „Eine Trennung zu verarbeiten ist unbequem. Wer nimmt sich da Zeit für? Um Neues zu beginnen, braucht es Zeit, Altes zu verabschieden [...] Ich hatte nie den Traum zu heiraten. Habe nie das Bild vor mir gesehen, wie ich in einem weißen Kleid vor dem Altar stehe. Wenn man sich für einen Menschen entscheidet, geht das für mich auch ohne Trauschein. Der ist doch keine Garantie [...] Viele bemerken nach einiger Zeit, dass dieses Modell nicht mehr so passt. Man gibt durch die Unterschrift seine Freiheit auf und bekommt Panik, entliebt sich. Im schlimmsten Fall gibt es einen Rosenkrieg. Kinder werden hin und her gezerrt. Nicht besonders romantisch [...] Wir haben alle etwas gemeinsam. Wir sind auf der Suche nach dem einen oder der einen, dem großen Glück [...] Wenn wir die Liebe nicht erstmal in uns selber finden und uns mit unserer Freiheit vermählen, kann auch eine Ehe nicht funktionieren. Und wenn eine Ehe nur aus finanziellen Gründen geschlossen wird, wird es sich auch innerhalb der Ehe nur um Materielles drehen”.

Zum dritten Mal Onkel.

D589 Fehler: während einer Depression seine Umgebung in eine Depression zu tauchen.

„Oberfußmeister”.

A551 F1.403 Mrs. Diana Barzoon, Figur aus „The Devil's Advocate”, 22.01.1998: „If you're never going to see your husband, you might as well have a relationship with his money”.

22.02.2016

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Mark Zuckerberg, Unternehmer: „Die virtuelle Realität ist die soziale Plattform der Zukunft”.

Nachgeschlagen: opiate; porridge; self-destruction; hiss; black mass; impeccable; perm; innocuous; envious; amidst; trench; skirt; corky; rebuke; woe betide; faucet; shop talk; ovaries; cohesion; fig leaf; trunk; scripture; circumcise; scurry; invigorate; kneel; regency; under siege; ephemeral; soy; millennial; payload; straw; probe; coquettish; turncoat; sleigh; law enforcement agency; king pin; shebang; warrant; corroborate; loan shark; stave off; vise; strictly; thrust; sysop; tarp hoops; ascent; reimburse; public domain; retardant; manned; shimmy; airlock; mutiny; accomplice; jettison; wail; eradicate; clink; pallbearer; lapel; dimwitted; bagpipe; polygraph; retch; white lie; endure; dressing room; uncommonly; splash guard.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Quellen-Telekommunikationsüberwachung: Neuer Bundestrojaner steht kurz vor Einsatzgenehmigung”.

A550 B937 Kommissar Max Kerkerian, Figur aus „Die Purpunen Flüsse”, 27.09.2000: „Bei der Polizei ist es wie bei den Lehrern: man kann sich die Schule nicht immer aussuchen”.

„Crowdbutching”, „WLAN-Ritter”, „Computerweltschöpfer”, „Beschreibungsimpotenz”, „Seelen-Thriller”.

Wenn Vertrauen für Nervosität sorgt.

F1.401 Die Sätze „Sex ist das Bügeleisen der Ehe”, „Es gibt keine Regeln, keinen Masterplan und kein Maß für die Liebe. Liebe ist so gut und so schlecht wie die Beteiligten”, „Die Lösung der meisten Eheproblemen besteht darin, seinen Ehepartner wieder zu verführen - am besten jeden Tag aufs Neue”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Die meisten von uns haben ja schon genug damit zu tun, ihr Social-Media-Game auf Facebook und Instagram möglichst stark zu halten. Das ist stressig. Warum also einen guten Witz auf einer Plattform verschwenden, auf der ohnehin nichts hängen bleibt? Aber fürchtet euch nicht, hier ist MSQRD. Das ist die entvokalisierte Version von „Masquerade” und nimmt alles, was wir an Snapchat heimlich lieben, ohne dabei zu einem Nachrichtendienst zu werden, der eigentlich nur unsere armseligen Beziehungen widerspiegelt: Nichts ist wirklich noch von Dauer und alles hat ein Ablaufdatum. Mit MSQRD kann man die Gesichter anderer aufsetzen oder sein eigenes auf verschiedenste Arten abwandeln. So kann man ganz einfach zu Leo DiCaprio oder Conchita werden, oder eben einfach David-Bowie-Make-up auftragen—im Grunde genommen macht die App also nichts anderes als das, was Lady Gaga bei ihrer Grammy-Performance mit Intel gemacht hat, als ihre Schminke projiziert wurde. Die Wunder der Technologie”.

21.02.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Das Schöne am Internet ist zugleich sein Fluch: Jeder kann mitmachen”.

„Tarnkappen-Elektrorad”.

D588 Gyöngyvér Sielaff, Psychologin, Psychotherapeutin: „Wer das Gefühl der völligen Hoffnungslosigkeit und den Weg daraus aus eigener Erfahrung kennt, ist für einen Patienten in manchen Situationen ein besserer Ansprechpartner als ein Facharzt”.

„Lampenfieberambulanz”.

B936 Carolin Kebekus, Schauspielerin, Sängerin, Komikerin: „Mir ist das auch total unangenehm, wenn ich sagen muss: Ich will dasselbe Geld für denselben Job bekommen wie mein männlicher Kollege. Denn ich weiß, der hat die Sendung vor mir gemacht und der hat so viel bekommen - und das will ich auch. Ich habe dann Angst, dass die Leute denken: Jetzt ist sie aber schwierig [...] In meinem Freundeskreis bekommen viele derzeit das erste oder zweite Kind. Bei 80 Prozent bleibt die Frau zu Hause, obwohl sie gerne mehr gearbeitet hätte. Wenn der Mann Elternzeit nimmt, dann fährt man in der Zeit gemeinsam nach Marokko. Ich glaube, dass es so nicht funktioniert. Wie soll der Mann es denn schaffen, selbst zu wissen, wie alles geht, wenn er mit dem Kind nicht auch mal eine Zeit alleine ist? [...] Ab der Führungsposition geht es los, dass man sagt: Wenn ich eine Frau für den Posten nehme, dann muss ich damit rechnen, dass sie bald ein Kind hat. Da nehme ich doch lieber den Mann. Da weiß ich, der fällt mir nicht aus [...] Das ist natürlich das, woran meine Generation krankt. Auf keinem Fall abhängig machen von einem Mann, auf jeden Fall deine eigene Schiene fahren, auf keinen Fall schwanger werden, auf gar keinen Fall. Bis irgendwann die Frage kommt: Und, wo sind denn jetzt die Kinder? Dann muss man auch noch die Kinder-Erwartungen erfüllen”.

„Gehirnsondereinsatz”.

A549 Nicholas Van Orton, Figur aus „The Game”, 12.09.1997: „Wenn man nicht über die Gesellschaft Bescheid weiß, dann hat man auch nicht die Befriedigung, sich ihr zu entziehen”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus der FAS: „Egal, ob auf Internetseiten, mobilen Apps oder dem smarten Fernseher im Wohnzimmer - man klickt sich einfach durch. Man wird von einer Seite zur nächsten geschubst (Stichwort nudging), ohne zu merken, dass man fremdgesteuert ist. Es ist eine Automatisierung der Handlungen. Nun stelle man sich einmal vor, man lebte in einer Umwelt, in der Facebook oder ein anderes soziales Netzwerk erfolgreich die Emotionen eines Individuums programmiert hat. Vielleicht hat man diesem Setting zugestimmt, vielleicht aber hat Facebook einfach mal wieder manipulierte Feeds angezeigt. Wer löst dann die Emotionen aus? Facebooks Algorithmen? Oder man selbst? Oder spielt es gar keine Rolle mehr, wer die Gefühle induziert? Die Baseline zwischen Maschine und Menschen verschwimmt. Die irritierende Frage ist: Kann die Internettechnologie Menschen in Maschinen verwandeln? Facebook schleift uns zu willfährigen Statisten, die wie ein Bingo auf den Gefällt-mir-Knopf drücken sollen [...] Die Tech-Giganten sind vor der Idee beseelt, den Menschen formbar zu machen wie ein Bauwerk. Der Informationskapitalismus ist eine Welt des In-den-Kopf-Eindringens geworden. Es geht darum, unsere Präferenzen so zu steuern, dass sie für ökonomische Ziele dienstbar gemacht werden können. Im Internet der Dinge, wo vom Auto bis zur Zahnbürste alles miteinander vernetzt ist, wird auch der Mensch zu einer berechenbaren Größe - so kalkulierbar wie der Strombedarf. Und wo alles berechenbar ist, da ist auch alles vorhersehbar und steuerbar [...] Wenn wir noch auf Autopilot „laufen”, sprich nur noch nach einer von Technikkonzernen festgelegten Anleitung funktionieren, wird die Autonomie zur Illusion”.

F1.400 Frauen, bei denen man einfach nicht anders kann, als Kerl zu sein.

20.02.2016

B934 Sebastian Rudy, Fußballspieler: „Bei Trainern ist es wie bei Fußballern: Wer mit 18 Jahren besser ist als einer mit 28 – der spielt auch”.

„Gravitationswellenskeptiker”, „WhatsAppMigration”, „Anti-Klon-Fundamentalist”, „abgassensibel”, „Dankinale”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Golden Kitty Award: Eine Würdigung kätzischer Verdienste um das Internet”.

F1.399 In der trügerischen Hoffnung, so vom „Mann ihrer Träume” schneller mitgenommen zu werden, machen sich Frauen mitunter kleiner als sie sind.

B935 Massimiliano Allegri, Fußballtrainer: „Es ist doch wunderbar, dass mediokre Fußballer gute Trainer werden können!”

19.02.2016

„Penis-Zimmer”, „Nagel-Wurst”, „Busenneid”, „Still-Schrei”, „Anhauch-Attacke”.

F1.397 Aus dem Berliner Kurier: „Verantwortung übernehmen ist nicht leicht. 38 Prozent der 18 bis 34-jährigen Männer leben noch im „Hotel Mama”. Kein Wunder, wenn da vielen bei Schlagworten wie „Hochzeit” oder „Kinderkriegen” der Angstschweiß auf der Stirn steht”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Krypto-Trojaner Locky wütet in Deutschland: Über 5000 Infektionen pro Stunde”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Eine nicht endende Informationsflut über verschiedenste Kanäle, sei es beruflich oder privat, führt dazu, dass die Zeit, in der wir offline sind, zu einem Luxusgut geworden ist. Abhilfe schafft der australische Anbieter von Pasta-Saucen Dolmio mit dem Dolmio Pepper Hacker. Kaum dreht man diese Pfeffermühle, werden alle WLAN-Verbindungen in der näheren Umgebung abgeschaltet. Darüber hinaus zeichnet sich ab, dass viele Nutzer zwar nicht offline, aber anonym bleiben wollen, zum Beispiel über die neue, kostenlose App Jodel können Nutzer Nachrichten verschicken, die jede Person aus der Community im Umkreis von zehn Kilometern sehen kann. Das Besondere an Jodel: Alle sind anonym. Freunde oder Follower gibt es nicht. Es zählt nur, wer in der Nähe ist”.

B933 Gesucht wird eine Bezeichnung für jene Menschen, die ihren Job lieben.

F1.398 die ständige Nachfrage, ob man glücklich ist, hat mit Glück nichts zu tun.

Warum man ausgerechnet an seinem Geburtstag nach Falten sucht.

18.02.2016

B932 Prof. Jutta Allmendinger, Soziologin: „Der glückliche, flexible Selbstständige, der mal tags arbeitet, mal nachts und sich keine Sorge macht, ob er morgen noch Aufträge bekommt - den mag es geben, aber er ist sehr selten. Die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich einen sicheren Hob, die meisten wollen auch feste Arbeitszeiten und feste Kollegen. Sie haben Angst, dass es das in Zukunft nicht mehr geben wird. Nur die Gutgebildeten rücken davon etwas ab. Sie können sich das leisten”.

„Gelächterphobie”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Dr. Boris Traue: „Die Internetriesen können als libertär bezeichnet werden, sie haben sich immer gegen den Einfluss von Staaten gewehrt. Mit ihren Vorschlägen, Aussteigerprogramme über Adwords zu bewerben und sich an Regierungsinterventionen zu beteiligen, machen sie auffallende Zugeständnisse an Anti-Terror-Kampagnen [...] Die gerade laufende Counter-Narrative-Kampagne der USA knüpft inhaltlich an das anti-kommunistische Konzept des „War of Ideas” an [...] Wenn ich sowieso Teil einer Minderheit bin, die sich durch Terror angesprochen fühlt, wird mich eine Ad für ein Aussteigerprogramm nicht davon abhalten, eher werde ich mich durch die Bevormundung noch ausgeschlossener fühlen”.

„Geschwindigkeitsausraster”.

D587 Die Hilflosigkeit der anderen, die sich in Ratschlägen der Gangart „An Deiner Stelle würde ich einfach nur noch vorn schauen, anstatt mich so sehr mit dem Hier und Jetzt zu beschäftigen”.

Sprichworte können auch funktionieren, nachdem sie neu zusammengesetzt wurden: Wer mit Hunden frühstücken will, muss einen langen Floh haben. Vorfreude ist das schönste Alter. Bäume wachsen nicht in den Spiegel. Der Fisch stinkt wie er reich ist. Der Krug geht zum Brunnen, solange es heiß ist. Den Letzten beißen keine Mücken. Ein Unglück macht noch keinen Sommer. Liebe auf den zweiten Kauf. Unter Blinden ist das Holzauge wachsam. Andere Mütter haben auch feuchte Keller.

F1.396 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Tausend Tränen über das Ende der großen Liebe geweint zu haben - und dann festzustellen, dass es noch eine größere gibt”.

17.02.2016

„Sandwunder”.

B930 Aus Meedia: „Es gibt einen Grund, warum die meisten Führungskräfte darauf achten, dass ihr Schreibtisch aufgeräumt ist. Wenn im Umfeld Ordnung herrscht, fällt es auch leichter, selbst strukturiert zu denken. Zudem ist das abendliche Aufräumen auch eine wunderbare Routine, um für sich selbst den Arbeitstag abzuschließen bzw. um dafür zu sorgen, am nächsten Morgen wieder in einer ordentlichen Umgebung zu starten”.

„Relevanzzone”.

B931 Holger Badstuber, Fußballspieler, auf die Frage, ob „er jemals auch einen Karriereplan” hatte: „Nein, immer nur kurzfristige Ziele. Aber wenn die Karriere irgendwann endet, dann will ich mir sagen können: Ich habe alles aus mir herausgeholt, ich nie aufgegeben, nie zurückgesteckt. Ich habe mich und andere weitergebracht. Wenn ich das sagen kann und dazu Erfolge feiern konnte, dann werde ich auch sagen können: Schön war's”.

Warum die Nacht abgeschafft wird.

„Zufriedenheitshistorie”.

F1.395 Lieben: an jemanden zu denken, ohne nachzudenken.

16.02.2016

„Billionaire Mark Cuban Says Billionaire Bloomberg Should Run for President Against Billionaire Trump”.

Nachgeschlagen: Dani Alves; Jürgen Kramny; Martin Škrtel; Hans Rosenthal; Lee Sharpe; Oktobass; Bryan Robson; Karl Schropp; Scott Bakula; Rupert Neudeck; Michu Meszaros; Corrie Sanders; Frank Dillane; Maja Michailowna Plissezkaja; Tim Miller; Barry Robson; Pierre Richard; Yvan Attal; Tom Shadyac; Zelot; Morena Baccarin; Peyton Manning; Mélanie Doutey; Pistou; Otto Wels; Judith Anderson; Nicky Butt; Andreas Wolff; Wilfrid Kaptoum; Michael Gough; David Texeira; Elisabetta Canalis; Laura Dern; Sascha Hehn; Ariel Winter; Nathalie Volk; Ernst Litfaß; Traci Wolfe; Liv Lisa Fries; Tracy Pollan; Pyrenäen-Cup; Kléberson; Bruno Heller; Maurizio Sarri; Cam Newton; Miloš Krasić; Gabriel Byrne; Lucas Leiva; Adam Levine; Lutz Jahoda; Gary Neville; Jerry Hall; Mario Lemina; Serdar Taşçı.

„Glücks-Ministerin”.

Hanni Rützler, Ernährungswissenschaftlerin, Autorin: „Nicht mehr Kleider, sondern Speisen machen Leute”.

Manche Worte dauern ein Leben lang.

F1.394 Verheiratete Männer erkennt man daran, dass „Wollen wir schmusen?” bei ihnen keine Frage mehr ist.

15.02.2016

F1.392 Ronan Keating, Sänger: „Alles, was für mich zählt, ist meine jetzige Frau. Diese Liebe ist einzigartig. So was habe ich vorher tatsächlich noch nie erlebt. Ich fühle mich komplettiert, ich fühle mich stark mit mir selbst, und meine Unsicherheiten sind wie weggespült [...] Tief im Herzen werde ich wohl immer eine unsichere Person bleiben. Aber sich geliebt zu fühlen hat mich als Mensch, Ehemann, Sänger, Künstler, Schauspieler und Performer besser gemacht [...] Wir beide haben unsere eigene Version von dem Moment, als wir uns trafen. Auf jeden Fall waren wir uns absolut klar darüber, was wir von der Liebe wollten”.

„Produktionsveranschaulichungsschmankel”, „Grußschuft”, „Hobbyguerilla”, „Anstandssmarties”, „Letzte-Seite-Chefin”.

F1.393 Paare, die mehr zusammenhalten als zusammenzuleben.

Die Sätze „Geschwindigkeit ist eine Frage des Geldes”, „Ein gemeinsamer Feind strahlt heller als ein gemeinsamer Freund”, „Ein rollender Stein setzt kein Moos an”.

14.02.2016

„Raumordnungsheiterkeit”.

Eine unberührte Tageszeitung liegt drei Tage lang nahe der Straße vor einer Haustür. Niemand nimmt sie mit. Dabei verschwinden selbst ausrangierte Matratzen innerhalb weniger Stunden.

„Döner-Verschwörung”.

F1.390 Jede Liebe ist anders. Jede Liebe ist gleich.

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „vernünftig, mit einem Hang zur Exklusivität”.

D586 Ins Wasser springen, um dem Regen zu entkommen.

„Abnehmheld”.

Wenn Wissenschaftler starken Dialekt sprechen.

F1.391 Dr. Wolfgang Krüger, Paartherapeut: „Verliebtheit ist immer geprägt von dem Wunsch, dem Partner körperlich nahe zu sein. Der Sex geht aber erheblich zurück, wenn jeder spürt: Den Partner habe ich sicher. Nachdem jeder wieder sein Eigenleben stärker führt, sollten wir uns wieder häufiger umarmen. Umarmen ist die Basis der körperlichen Liebe, mindestens sechsmal täglich. Die meisten Bundesbürger (72 Prozent) glauben an die große Liebe, doch nur 28 Prozent aller Partnerschaften sind glücklich. Es wird verschiedentlich empfohlen, man solle in der Liebe realistisch sein. Es ist jedoch verhängnisvoll, wenn wir die Ansprüche zu sehr senken. Zwar gibt es in der romantischen Liebe viele unrealistische Hoffnungen, aber es gibt eine Grunderkenntnis: Wer wenig in der Liebe erwartet, bekommt sehr wenig”.

13.02.2016

B928 Markus Weinzierl, Fußballtrainer: „Um erfolgreich zu sein, musst du leidenschaftliche Arbeit abliefern”.

Nachgeschlagen: pig-headed; fringe group; convey; demeanor; poke; cuttlefish; prickly; nibble; preliminary; rundown; nutball; comprise; lifeline; puny; circumvention; timber; cattle; upheaval; squelch; hotbed; outsized; palm; swatter; graft; liquefy; brawn; detachable; pet peeve; gardener; poxy; arson; chivalry; pubes; replenish; clipboard; entrée; strong-willed; clover; whisk; yikes!; gusto; oppressor; tie the knot; prerequisite; cranial; heap; foxhole; countershaft; rodent; mural; undisclosed; seize; caper; frenzy; slope; secluded; growl; whiff; stockpile; tensile; suffragette; lowly; fortuneteller; molly; yelp; meow; terminal; decree; hall of residence; sprog; tie; pisces.

„Eizellentourismus”.

Wenn nicht 22 Sportler, sondern 22 Marken auf dem Platz stehen.

A548 F1.389 Frau_mitKatze, 28.04.2011: „Manche sind Single aus Überzeugung. Ich bin Single, weil ich scheiße bin”.

B929 Karen Duve, Schriftstellerin: „Es gibt Frauen, die in Machtpositionen schlimmer als die übelsten männlichen Chefs agieren. Und das Gros der Männer ist sicher sozial und an Werten orientiert. Trotzdem wüsste ich gern, wieso ein bestimmter Typus Extrem-Mann in nahezu jedem Gesellschaftssystem die Regeln festlegen darf, obwohl er im Grunde verhaltensauffällig und seine Bilanz verheerend ist. Was zwingt uns zum Beispiel dazu, hurra zu schreien, nur weil ein paar zweifelhafte Überperformer ohne Privatleben die 70-Stunden-Woche für Manager ausrufen? Zudem halte ich es für wahrscheinlich, dass Frauen eher in der Lage sind, ethische Grenzen zu achten und nachhaltig zu wirtschaften”.

12.02.2016

„Döner-Rebell”.

A547 F1.386 Oscar Wilde, Schriftsteller, in einem Brief an seine spätere Frau Constance Mary Lloyd, 16.12.1884: „Was kann ich Dir in einem Briefe sagen? Ach! nichts von alldem, was ich Dir sagen möchte. Die Botschaften der Götter werden nicht durch Feder und Tinte übermittelt, auch könnte selbst Deine leibliche Anwesenheit hier Dich nicht wirklicher machen: denn ich fühle Deine Finger in meinem Haar und Deine Wange an die meine geschmiegt. Liebste und Geliebte ... Die Luft ist erfüllt von der Musik Deiner Stimme, meine Seele und mein Leib gehören mir nicht mehr, sie sind in himmlischer Ekstase Dir verschrieben. Ohne Dich fühle ich mich unvollständig. Stets und immer Dein Oscar”.

„Neandertaler-Ehre”.

F1.387 Sky du Mont, Schauspieler, Autor: „Es ist das Drama des alten Mannes, dass er das Leben nicht genießen dürfen soll. Er soll sich nicht ungesund ernähren, soll nicht rauchen, trinken, völlen. Gesund soll er leben, damit er möglichst alt wird und möglichst gesund stirbt. Aber Sex soll er bitte keinen mehr haben. Warum wird dieses Tabu nicht überwunden, dass ältere Menschen noch gerne Sex haben könnten!”

Aus der Reihe Online-Sprech: „Content Marketing ist keine Lüge und kein Sozialismus”.

„Untertitelungsanlage”.

F1.388 Aus der Reihe Online-Sprech: „1. Wie bringe ich ihn dazu mich zu küssen? 2. Wie geht küssen? 3. Wie geht richtig küssen? 4. Was mögen Jungs beim Küssen? 5. Wie fühlt sich küssen an? 6. Warum küssen sich Menschen? 7. Wie viel Kalorien verbrennt man beim Küssen? 8. Wann soll ich sie küssen? 9. Was mögen Männer beim Küssen? 10. 10 Arten wie man nicht küssen sollte”.

11.02.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Und Gott sprach: Es werde Traffic”.

A546 F1.384 Anne Collins, Figur aus „Stand der Dinge”, 17.04.2009: „Es heißt, Sex sei die beste Methode, eine Freundschaft zu ruinieren”.

„Übersouveränität”, „Realsatireportal”, „Gravitationswellenjäger”, „Seufz-Zentralen”, „Sprechblasen-Macho”.

F1.385 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Ich ärgere mich, mal wieder einen Teebeutel meiner Frau in der Spüle zu finden. Als ich den Beutel in den Müll werfe, lese ich auf dem Zettelchen: „Liebe ist die Quelle aller Seligkeit” - und muss dann doch lächeln”.

10.02.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Wait, weren’t we just getting the hang of multichannel marketing? Pitching consumers on their multidevice, multiplatform digital paths to purchase was complicated enough. Now comes omnichannel—marketing’s newest, most superlative buzzword”.

B926 Aus Meedia: „Trick 1: Vermeiden Sie das Wort „aber” und ersetzen Sie es durch „und”. Ein Beispiel: Anstatt zu beklagen, dass Sie gerne einen Film sehen wollen, aber auch noch Arbeit zu erledigen haben, sagen Sie: „Ich möchte den Film sehen und habe noch Arbeit zu erledigen.” [...] Ersetzen Sie „müssen” durch „wollen”. Denn wer etwas „muss”, der gibt seine Selbstbestimmtheit auf. [...] Dieser Ansatz nennt sich „Design Thinking”. Die Idee dahinter: Man fordert sich selbst dazu auf, automatische Denkprozesse zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen, um so vermeintlich unlösbare Probleme zu bewältigen. Die logische Konsequenz: Wer besser und schneller Probleme löst, ist erfolgreicher und zufriedener”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „A number of companies are starting to put science and data behind the seemingly frivolous emoji market. Companies with names like Snaps, Emogi and Swyft — to name a few — are figuring out how to apply traditional digital ad measurements to emojis, GIFs and stickers. The emoji phenomenon has been partly propelled by messaging apps, where most people communicate using the visual symbols, and by social media like Twitter, where emoji is the lingua franca”.

„Anti-Hass-Beirat”, „Newsletterhölle”, Logo-Wahn”, „Schreispirale”, „Sterbebettperspektive”.

A545 F1.383 Dr. Chase Meridian, Figur aus „Batman Forever”, 16.06.1995: „A girl can't live by psychoses alone. [...] What is it about the wrong kind of man? In grade school, it was guys with earrings. College: motorcycles, leather jackets. Now ... black rubber”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Trump ist meiner Einschätzung nach vor allem ein Netzphänomen [...] Der amerikanische Stromberg auf Speed, der Großkhan der Großspurigkeit, der rotzige Rassist - Donald Trump hat die Funktionsweise der heutigen digitalen Öffentlichkeit besser verstanden als irgendein Politiker sonst. Er ist der Protopolitiker des Netzkommentariats, das Ergebnis einer dumpf anpolitisierten Masse, die im Internet anders auftritt, als man das zuvor erwartet oder gehofft hatte [...] Das hat vor allem damit zu tun, dass die sozialen Medien einzelne Memes, also kommunikative Wirkbausteine wie Kurzzitate oder Wort-Bild-Kombinationen, maximal verbreiten können. Aber diese Verbreitungsnetzwerke sind so situativ, dass eine spätere, eventuelle Richtigstellung oder Entgegnung kaum ähnliche Wucht entfalten kann. Nachgelieferte Klarstellungen sind etwas für die alte Medienlandschaft, Kommunikation in sozialen Netzwerken steht nackt für sich allein, ohne zwingenden Kontext, nur für den Augenblick. Der Social-Media-Nachfolger der Schweigespirale ist die Schreispirale. Die politische Öffentlichkeit wird genau durch diese Grenzverschiebungen zum immer schriller kreischenden Stammtisch, begünstigt durch die sozialen Medien, befeuert aber auch von redaktionellen Medien, die sich selbst in einen Sharing-Teufelskreis hineinsteigern: je schriller, desto like”.

B927 Benedikt Höwedes, Fußballspieler: „In einer Zeit der Ich-AGs möchte ich für das Wir stehen, für Verlässlichkeit und Treue”.

09.02.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Google Impact Challenge für „digitale Helfer”: Die Online-Abstimmung hat begonnen”.

A544 F1.382 Catwoman, Figur aus „Batman Returns”, 19.06.1992: „I'm a woman and can't be taken for granted. Life's a bitch, now so am I”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Béla Réthy, Journalist: „Die sozialen Medien nehmen generell eine sehr ungute Entwicklung. Was da für ein Potenzial an Hass, Niedertracht, Rassismus zutage tritt, das ist schon erschütternd”.

„Burger-Parvenü”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „EdgeRank = Ue * We * De”.

08.02.2016

„Mikrowellenrakete”.

A542 F1.381 Joker, Figur aus „Batman”, 23.06.1989: „Never rub another man's rhubarb!”

„Roboter-Butler”.

A543 B925 Erit, Figur aus „72 Stunden - The Next Three Days”, 09.11.2010: „Ich weiß nur, dass Frauen niemals für Frauen arbeiten sollten [...] Weil sie sich immer bedroht fühlen. Besonders, wenn du hübsch bist, und die andere nicht [...] Frauen konkurrieren immer miteinander. Das ist der Grund, warum du Probleme mit deiner Chefin hast [...] Frauen sollten unter Männern arbeiten, Männer unter Frauen - dann geht's [...] Frauen sind zu den unglaublichsten Sachen fähig. Ich bin eine, ich weiß das. Aber selbst ich würde nicht für mich arbeiten”.

„Schlagabtauschfußball”.

07.02.2016

F1.379 Dr. Wolfgang Krüger, Psychologe, Psychotherapeut: „Wir wissen, dass eine gute Liebesbeziehung auf Prinzipien der Freundschaft basiert. Aber eine Partnerschaft braucht noch einen kräftigen Schuss Erotik, das ist der einzige Unterschied. Wenn es nur Freundschaft ist, wird das zu einer Hänsel-und-Gretel-Beziehung und oft geht dann einer fremd. Liebe ist Freundschaft mit Leidenschaft. Und wenn man gute Freundschaften hat, sind auch Liebesbeziehungen erheblich besser”.

D585 Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, auf die Frage, was die elektronische Patientenakte „dem Versicherten bringen soll”: „Prognosen über die gesundheitliche Entwicklung. Wir können Krankheiten beobachten. Wir können über das Risiko einer Erkrankung informieren, wenn wir die Krankheiten, den Puls, das Ausmaß der Bewegung und so weiter zusammen analysieren. Oder: Wir wissen, dass der Versicherte eine Depression hat, und stellen auf einmal fest, dass seine Bewegungsmuster auffällig werden. Dann können wir ihm vorschlagen, zum Arzt zu gehen”.

B924 Kollegen, die in der Langeweile an der Arbeit miteinander verbunden sind.

„Vollzeit-Wachhund”.

F1.380 Kettenfrauchen: „Liebe Männer, ein Kitzler ist kein Rubbellos”.

06.02.2016

D583 Adele Neuhauser, Schauspielerin: „Jeder will stark und perfekt sein, aber es ist doch ein offenes Geheimnis, dass mindestens zwei Drittel unserer Gesellschaft unter Depressionen leiden. Wir sind doch alle überfordert. Und wenn wir es nicht lernen, uns als verletzliche Wesen zu akzeptieren, dann werden wir keinen Schritt voran kommen. Wer immer alles verdrängt, der kann nicht glücklich werden. Und darum geht es doch auch im Leben”.

„Rasenheiliger”.

D584 Manfred Lütz, Arzt, Theologe, Schriftsteller, Psychiater, Psychotherapeut: „Nur wenn man sicher sein kann, auch in den Krisensituationen seines Lebens nicht ins Nichts zu fallen, kann man tiefer glücklich sein [...] Glücksdefinitionen machen unglücklich”.

F1.378 „Ex” ist ein umwerfend und auch verletzend kurzes Wort für einen Menschen, den man liebt oder geliebt hat.

Adele Neuhauser: „Wenn man alles aufschreiben muss, was man mitteilen will, dann fällt einem auf, dass man zwei Drittel von dem, was man gewöhnlich von sich gibt, auch weglassen könnte”.

„Tiefseesocke”.

B923 Adele Neuhauser: „Erfolgreichen Menschen wird ja gerne unterstellt, sie hätten ihr Leben voll im Griff und seien unantastbar”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Die weltanschaulichen Sphären in den sozialen Netzwerken wie Facebook existieren komplett separiert voneinander, man bleibt unter seinesgleichen. Und das fördert vor allem Entstehung und Ausbreitung von Fehlinformationen [...] Es ist eine Illusion, dass der Mensch erst nüchtern sämtliche Informationen und Fakten evaluiert und auf deren Basis eine informierte Entscheidung trifft. Vielmehr geht es - sehr grob verkürzt - darum, dass sich Informationen gut und richtig anfühlen. Verschwörungstheorien vereinfachen kausale Zusammenhänge, sie vermindern die Komplexität der Wirklichkeit auf ein erträgliches Maß. Die Welt ist schließlich so kompliziert wie unübersichtlich, schon die Illusion vom Durchblick wirkt da wie Balsam für das verstörte Selbst [...] Gut möglich, dass die Verbreitung destruktiver Theorien gerade mächtig beschleunigt wird. Denn auch die Technik verstärkt die soziale Gerüchteküche: Facebook passt seinen Algorithmus immer wieder so an, dass jedem Mitglied vor allem Inhalte angezeigt werden, für die es sich interessiert. Die Software stellt jedem Nutzer quasi den Sender ein, den er bevorzugt [...] Menschen betreiben von sich aus Meinungshygiene, die Technik verstärkt das. Googles Suchalgorithmus bevorzugt ebenfalls Ergebnisse, die zum Profil eines Nutzers passen. Auch das befördert die Verbreitung von Gerüchten [...] Unwägbarkeiten verstärken die Neigung, den Emotionen größere Bedeutung zuzumessen. Urteile und Entscheidungen fällen Menschen dann erst recht nach Gefühl [...] Gegenargumente erreichen nur jene, die ihre Fernbedienung noch dazu benutzen, um gelegentlich den Sender zu wechseln”.

05.02.2016

„Zeitkompressionsverfahren”.

Schaumbäder, die „Glück” heißen.

„Mafia-Fossil”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Instagram Hacks: Mit Shoutouts zahlreiche Follower gewinnen”.

„Einbruch-Report”.

F1.377 FrauEvy: „Märchen: viele Prinzen und wenige Hexen. Realität: viele Hexen und wenige Prinzen. #verdrehtemaerchen”

„Polit-Pilot”.

Wenn Zeit durch Uhren abgelöst wird.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAZ: „Das Netz wurde einmal als Medium der Aufklärung konzipiert, es sollte Erkenntnisgewinn beschleunigen und Wissen schneller zugänglich machen. Doch je mehr es sich zum Massenmedium wandelte, umso mehr wandelte sich sein Charakter. Heute ist das Internet vielerorts eine gigantische Emotionsmaschine, bei der nicht Erkenntnis im Vordergrund steht, sondern pralle Unterhaltung nach den Regeln des Boulevards. Wer Gefühl aufwühlt, gewinnt den Kampf um die Aufmerksamkeit: Katzenvideo schlägt Naturdoku. Wutrede schlägt differenzierte Argumentation. Und Erfundenes verdrängt oft die Wahrheit [...] Noch heute werden die Gründer der großen Online-Plattformen im Silicon Valley vom Drang zur Weltverbesserung getrieben. Sie empfinden sich als libertäre Kapitalisten, die der Welt die Werkzeuge an die Hand geben, um die Missbildungen staatlicher Apparate, fett gewordener Konzerne, in Jahre geratener Gesellschaften zu Leibe zu rücken. Es ist das romantische Bild vom vernünftigen Anarchisten. Doch die Hoffnung auf die selbstständige Entwicklung zum Besseren droht zu scheitern. Die Zeiten haben sich geändert, Angst vergiftet die westlichen Gesellschaften, der Ruf nach Abgrenzung wird immer lauter [...] Die globalen Plattformen der Erregung wie etwa Facebook sind ein sehr lukratives Geschäftsmodell. Was es dagegen nicht gibt, ist ein Geschäftsmodell für Wahrheit, genauso wenig wie für Konsens oder die Förderung der Vernunft. Es gibt bei den Suchmaschinen keinen Algorithmus für Aufrichtigkeit. Es gibt noch nicht einmal eine Auszeichnung für sorgfältig recherchierte Informationen. Es gibt im Silicon Valley eine ausgeprägte Scheu davor, Maßstäbe für Glaubwürdigkeit und Seriosität zu definieren. Es ist die Angst, Partei zu ergreifen, selbst wenn es auch der Wahrhaftigkeit dient [...] Das Internet erfährt derzeit seine erste wirkliche Bewährungsprobe: Schaffen es seine Protagonisten, auch im Zeitalter der Ideologisierung genügend kraftvolle Mechanismen zu entwickeln, der Aufklärung zum Sieg zu verhelfen? Daran werden sich die globalen Akteure im Netz messen lassen müssen. Dazu wird es nicht mehr reichen, sich allein auf die Neutralität der Technik zu berufen”.

04.02.2016

Eva Barlösius, Professorin für Soziologie: „Ernährung ist immer mit einer Wertung verbunden. Wenn ich zum Beispiel sage: Obst und Gemüse enthalten viel Vitamine, dann ist das eine Tatsache. Wir verstehen den Satz aber nicht als bloße Tatsache, sondern als Aufforderung - du sollst viel Obst essen, weil Vitamine gut sind. Normalerweise enthalten Aussagen aus der Biologie nicht automatisch eine Verhaltensaufforderung, aber beim Thema Ernährung ist das ganz anders”.

„Likemedien-Ranking”, „Digital-First-Event”, „Tempo-Linsen”, „Vokuhila-Schnauzer”, „Klebebandzauber”, „Bitchelar”, „Listenkrieger”.

F1.375 Aus der ZEIT: „Warum stehen Frauen so sehr auf Liebe? Ich weiß es nicht, und es nervt mich auch ein bisschen. Ich habe eine inzwischen 19-jährige Tochter und hatte daher Einblick in vieles, was weiblichen Teenies allgemein als erstrebenswert hingestellt wird. Konsumiert man die Bücher und Filme, die auf diese Gruppe zugeschnitten sind, könnte man glauben, das Ziel der Frau bestehe auch im 21. Jahrhundert darin, einen Mann zu ergattern. Früher sollte es der Adlige sein, heute ist es der Gutausseher mit dem düsteren Geheimnis und dem edlen Gemüt. Märchen, Jugendliteratur, Girls-Serien, Werbung, College-Filme - alles zielt darauf ab, junge Frauen auf die Lebenslüge der ewigen Liebe einzustimmen und einzutrimmen. Am Schluss fallen sie einander garantiert in die Arme, jedenfalls in der Fiction. Da wird es mir warm ums Herz - und läuft mir kalt den Rücken herunter [...] Ein Mann, der Geld hat und/oder Macht, kriegt von Frauen vieles billig. Es kostet ihn nicht viel, deshalb geben die meisten auch nicht viel drauf. Lassen Sie sich auf keinen Handel ein - mag er am Anfang auch noch verlockend erscheinen. Sie sind selbst die Autorin Ihres Lebens. Ihr Konzept muss halten, auch in Krisen, dann, wenn Sie mit Jugendlichkeit nicht mehr punkten können. Und dieser Tag kommt [...] Verlieben Sie sich, in wen Sie wollen, aber achten Sie darauf, dass Sie selbst dabei nicht auf der Strecke bleiben und zum Accessoire werden. Frauen neigen zu so etwas - verwunderlicherweise bis heute. Es gibt sie immer noch, diese Paare, da ist er 100 Prozent, und sie ist der Rest. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Leben als Cheerleader glücklich macht. Wir gehören zu einem Geschlecht, das bis vor Kurzem noch mit Schnaps und Zigarren in einem Atemzug genannt wurde. Genussmittel und Statussymbol. Aufschauen zum Leittier und Dienst am großen Mann kann heute keine erfüllende Lebensaufgabe mehr sein. Oder ist ein bisschen Feigheit vor dem Selber-Leben und dem Selber-Machen und dem Selber-Scheitern oder dem Selber-Gewinnen auch dabei? Na ja - auch das gehört zur weiblichen Freiheit. Wenn auch nicht zu der, die ich meine”.

Wenn Orden für Unfälle vergeben werden.

F1.376 George Clooney, Schauspieler, Drehbuchautor, Filmproduzent, Regisseur: „Mein größtes Glück war es, dass ich die Frau getroffen habe, die ich unbedingt heiraten wollte. Und dass sie mich auch wollte”.

03.02.2016

Horst Seehofer, Politiker: „Die Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag macht noch keinen Politiker”.

„Tintenabo”, „Imperativschwäche”, „Bundesrüpelblik”, „Koalitionsspiel”, „Regeldschungel”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Mehrzahl der Promi-Follower sind im realen Leben keine Fans”.

A541 F1.374 Lars, Figur aus „Deliver us from evil”, 03.04.2009: „Man sagt, dass Leute, die lange verheiratet sind, sich immer ähnlicher sehen, so wie man einen hässlichen Hund hat - da wird man irgendwann auch hässlich”.

Aus der Reihe Online-Sprech Christiane Frohmann, Verlegerin, Herausgeberin, Autorin: „Internet-Videos sind das moderne Opium des Volkes [...] Trendbewusste Leute auf Twitter mit vielen Followern, die vor zwei, drei Jahren noch wie wild ihre eigene Katze posteten, haben das wieder sein lassen. Die Katzen haben sich wieder ins Privatleben zurückgezogen. Aber Cat Content ist immer noch da. Es hat sich im Mainstream, als Massenphänomen etabliert. Da scheinen die Kätzchen nun relativ stabil für eine große Zahl von Menschen zu funktionieren [...] Cat Content ist zu einem leicht zugänglichen Wellness-Produkt geworden. Nach dem Motto: Jetzt waren wieder drei Tage so hässliche Geschichten in den Medien, ich brauche jetzt was Nettes zum Einlullen - Realitäts-Detox (Entgiftung von der Wirklichkeit). Katzenvideos sind nur auf den ersten Blick banal, sie erzählen uns ganz viel über das Netz und die Gesellschaft”.

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „wohlüberlegte Kurzsichtigkeit”.

02.02.2016

„BVG-Mafia”.

Nachgeschlagen: mullet; carcass; retaliate; succumb; dandruff; preacher; disciple; matrimony; power of attorney; muttering; chandelier; windshield wiper; cojones; parking meter; hustle; indistinct; walled; reel; actionable; commandeer; abase; finesse; temporary housing; disarray; sightline; cauterise; mutilation; douchebag; faintly; hair shirt; dicked; roamer; people person; long haul; backwards; tear apart; preheat; debris; pandemonium; rustle; devolve; snarl; rotter; mitt; fertility; ember; chaperon; sanctioned; rag doll; anaemic.

„Kuschel-Proporz”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Trump Supporters in Iowa Denial Have Found Their Hashtag: #MicrosoftRubioFraud”.

„Mietpreismanipulationsgesetz”.

01.02.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, mirilich: „Das traurigste an kleinen Accounts wie mir? Ich bekomme weder Penis- noch Tittenbilder, da fühlt man sich tatsächlich etwas ausgeschlossen”.

„Schmachtäugige”, „Early-Bird-Frühstücksrabatt”, „Multikulti-Toilette”, „Weltkulturindustrie”, „Tarnkappen-Tool”.

Warum es sich Zeitungen nicht erlauben, leere Seiten zu drucken, wenn sie weder etwas zu erzählen noch zu berichten haben.

Aus der Reihe Online-Sprech, Mirko Drotschmann, Videoblogger: „Wir sind uns durchaus bewusst, dass wir mit unseren Videos keinen Wandel in der Gesellschaft herbeiführen können oder dafür sorgen, dass auf einmal keine Hass-Kommentare mehr in sozialen Netzwerken gepostet werden. So vermessen sind wir nicht. Aber: Wir alle haben festgestellt, dass in den vergangenen zwölf Monaten Hetze und Hass im Internet extrem zugenommen haben. Immer bei den gleichen Themen: Religion, Ausländer und Flüchtlinge. Wir haben leider auch festgestellt, dass diese Hetze sich immer mehr aus dem Digitalen auf die Straße, ins echte Leben verlagert. Uns geht es nun darum, im Kleinen etwas zu bewegen. Irgendwo muss man ja anfangen”.

A540 F1.373 Kevin Doyle, Figur aus „27 Dresses”, 10.01.2008: „Love is patient, love is kind, love means slowly losing your mind”.

Heiner Geißler, Politiker: „Vom Denunzieren missliebiger Menschen bis zum Exekutieren derselben ist nur ein kurzer Weg”.

31.01.2016

Die Vielfältigkeit des Satzes „Zwei Kilogramm Federn wiegen mehr als ein Kilogramm Stahl”.

Warum das Erfinden von Witzen schwierig ist.

A539 F1.372 Helen Rowland, A Guide to Men, 1922: „A husband is what is left of a lover, after the nerve has been extracted”.

Frisch gekürte Champions. Und Zuschauer, denen es nicht gelingt, den Erfolg in Worte zu fassen.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Ich liege im Erkennen großer Twitter-Themen oft daneben. Dass das Flüchtlingsthema rauf und runter diskutiert wird, ist klar: #Lageso, #AfD und so weiter. Auch dass #Trump durch Twitter rumpelt, war zu erwarten. Aber den Doha Airport hatte ich nicht auf den Schirm. Da sind jetzt ganz viele Menschen „sprachlos”, „enttäuscht” und finden „keine Worte”, weil der FC Bayern den Flughafen zum Premiumpartner erkoren hat. Und dann gab es zu meiner Überraschung noch einen Riesenaufreger: die Zeugnisse”.

30.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Sherry Turkle, Autorin, Psychologin, Soziologin, Professorin für Science, Technology, Society: „Ich plädiere für Smartphone-freie Zonen, für „heilige Orte” [...] Ich bin nicht anti Technologie, ich bin pro Gespräch [...] Als Psychologin weiß ich, dass das Gespräch der Schlüssel zur Empathie ist - zwischen Eltern und Kindern, im Arbeitsumfeld, in der Liebe. Es schockiert mich, wie leicht Menschen das Gespräch durch Online-„Gespräche” ersetzen [...] In den letzten 20 Jahren ist die Empathiefähigkeit von Studenten um 40 Prozent gesunken. Ich fürchte, dass wir in fünf bis sieben Jahren einen unglaublichen Anstieg an Autismus beobachten werden [...] Auf Facebook stellt man sich so dar, wie man sein möchte - statt einfach zu zeigen, wie man ist [...] Wir müssen aufhören, das Leben als App zu betrachten, als etwas, was ständig perfektioniert werden muss”.

D582 Es gibt Tage, an denen nur Sport hilft.

A538 F1.369 Ambrose Bierce, A Cynic Looks at Life, 1912: „A bad marriage is like an electrical thrilling machine: it makes you dance, but you can't let go”.

„Scharfwort-Schütze”.

F1.370 Sherry Turkle, Autorin, Psychologin, Soziologin, Professorin für Science, Technology, Society: „Die Fähigkeit, mit sich alleine zu sein und sich dabei gut zu fühlen, ist das Fundament für Beziehungen. Wenn man sich selbst verachtet, kann man nicht zu einem anderen gehen und zuhören. Man projiziert alle Bedürfnisse auf diesen Menschen”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Nun hat Facebook sich der vor Freiheiten und Möglichkeiten flimmernden Wolken angenommen, in die sich moderne soziale Beziehungen verwandelt haben. In den Industrienationen können die Menschen ihr Leben inzwischen weitgehend nach eigenen Vorstellungen einrichten. Sogar die großen Fragen des Lebens - Freundschaft, Liebe, Familie - werden experimentell ausgelotet und ständig neu verhandelt. Die sozialen Moleküle, die uns mit anderen verbinden, sind dabei allerdings deutlich unverbindlicher geworden. Der Wunsch, immer eine Wahl zu haben, überträgt sich auch auf die Mediennutzung. Genauer gesagt: Facebook kommt dem Wunsch entgegen, möglichst einfach auswählen zu können. I like it - gefällt mir! Facebook ist der große Vereinfacher einer hochkomplexen digitalen Welt. Dieser neue Datenweltkosmos ist nicht länger den Nerds und den gelglatten Start-up-Gründern vorbehalten. Jetzt können auch ältere Damen mit Hut im Handumdrehen eine Seite im Internet haben, ohne programmieren zu müssen; jetzt können auch sie sich an ein ausgewähltes Publikum wenden. Facebook liefert die Weltordnung, den Rahmen für die Schnipsel, Gedanken- und Erlebnisatome, Alltagsfragmente, Videos und Links, die uns der Übergang ins Digitale seit zwei Jahrzehnten ins Gesicht bläst. Sie alle finden nun Platz in der Timeline auf der Pinnwand - und so in der großen Erzählung von sich selbst, die man bei Facebook in Form von „Statusmeldungen” wie ein Lego-bauwerk zusammenstecken kann [...] Man sendet seine „Statusmeldung” in das belebte Nichts seiner Facebook-Timeline hinein und wartet ab, ob beim nächsten Status-Check sich jemand gemeldet hat. Die Facebook-Kommunikation ähnelt einer endlosen Hochzeitsrede, bei der einer seine Pointen, Anekdoten und Geschichten eigentlich an das Brautpaar richtet, aber gleichzeitig alle anspricht. Facebook - die Welt mitten in unserer Welt. Man könnte sie als Parallelgesellschaft ansehen. Aber Facebook ist kein soziales Gebilde, auch wenn es sich so nennt. Facebook ist ein börsennotiertes Privatunternehmen, das, wie alle multinationalen Firmen, eher wie ein totalitäres Regime geführt wird denn wie ein demokratisches Staatswesen. Hinzu kommt, dass der neue digitale Globalstaat Facebook sowohl räumlich als auch rechtlich kaum zu fassen ist - ob es nun um freie Meinungsäußerung, um Hass-Postings, um Ironie oder um Sexualmoral geht. Das „Gefällt mir”-Universum ist aber auch der Ort, an dem wir einen neuen Teil unserer Persönlichkeit entfalten: unsere digitale Identität [...] So ähnelt der Umgang mit Facebook dem mit Nikotin: Wie Raucher zuerst nur rauchen, um die anregende Wirkung zu spüren, dann aber die Zigarette nach dem Streit, dem Sex, dem Kino, dem Langstreckenflug als Rituale brauchen, ist auch die Facebook-Abfrage eine Atempause für die Nerven, ein kleiner Waffenstillstand im großen Krieg. An einem harten Arbeitstag sind die minutenkurzen Fluchten in die Welt der Katzenbilder und Sinnsprüche zur Notwendigkeit geworden”.

F1.371 chaosphilia: „Liebe Männer,wenn Frauen aufhören zu reden,ist das Kind so tief in den Brunnen gefallen,dass ihr es besser von der anderen Erdseite rettet”.

29.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Eric Jarosinski, Germanist, Literaturwissenschaftler, Autor, Twitterer: „Als meine Follower-Zahl größer wurde, sind auch härtere Kommentare und Trolle gekommen. Das ist für mich schwierig, man darf das aber nicht persönlich nehmen. Es kann den Spaß aber schon ziemlich verderben. In der Regel mach ich dann für den Tag Schluss und fange am nächsten Tag wieder an. Ein Twitter-Dasein ist kein leichtes. Man hat es mit einer Welt voller Ambivalenzen zu tun. Mein Konto zieht manchmal auch sehr depressive Typen an. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich viel glücklicher wäre, wenn ich weniger Zeit mit Twitter verbringen würde”.

F1.366 Jason Steel, Porno-Darsteller: „Einen guten Liebhaber macht die Erfahrung aus, nicht das Essen [...] Ich bin mir nicht sicher, ob man sexuell die gleiche Leistung bringen kann, wenn man auf Fleisch verzichtet [...] Über vegane Darsteller wird oft geschmunzelt”.

„Affekt-Beladenheit”, „Urlaubsunfähig”, „Hörmittelzentrale”, „Wallnussregen”, „Ego-Googeln”.

F1.367 Spießer Alfons: „Wer einen Partner/in für Küche und Bett finden möchte und sein Glück nicht dem Zufall überlassen will, der kann sich professionelle Hilfe dafür nehmen. Im vorigen Jahrhundert waren das die sogenannten Eheanbahnungsinstitute, auch Heiratsvermittlungen genannt. Diese sind heute in den Hintergrund getreten, weil die Heirat nicht mehr im Vordergrund steht und im Zeitalter des Internets neue Wege gefunden wurden, um zwei Menschen zusammenzuführen. Wie zum Beispiel über Parship und ElitePartner”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ob nofollow oder dofollow – Outbound Links werden vom Algorithmus nicht direkt belohnt, wie Googles John Mueller in einem Webmaster Hangout erklärt”.

F1.368 Attila Hildmann, Autor: „Fleischessen hat für viele Männer den Charme einer Schwanzverlängerung, aber vegan ist das neue Viagra. Du glaubst nicht, wie es deine Sexualität positiv beeinflussen kann. Die Arterien sind freigeputzt, du fühlst dich vitaler”.

28.01.2016

F1.362 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Der Ring, den meine Frau seit fünf Tagen am Finger trägt”

„Gebärdienstverweigerung”, „Hochgeschwindigkeitsphilosophie”, „Transaktionsmonitor”, „Millionärsbaurecht”, „Hauptstadtbarsch”.

Wenn man auch Tage später zu hören bekommt, dass man in einem Anzug prima ausgesehen hat, dann stimmt das.

F1.363 Kurt Russell, Schauspieler: „In einer dreißigjährigen Beziehung gibt es nicht vieles, was man nicht miteinander durchgemacht hat. Alles, was passiert, wird entweder dem Stapel „gut” oder dem Stapel „schlecht” zugeordnet - oder dem Stapel „Ich fasse nicht, dass ich überhaupt noch an diesem beschissenen Gespräch teilnehme!” Wahre Liebe besiegt alles - bis sie es nicht mehr tut”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas-Gabriel Rüdiger, Kriminologe: „20 Jahre wuchsen die Menschen in einem digitalen Raum auf, in dem sie machen konnten, was sie wollten. Da muss man sich nicht wundern über die verrohten Sitten [...] In anderen Ländern haben Beamte individuelle dienstliche Accounts in sozialen Medien und erhöhen so die polizeiliche Präsenz. Warum sollte das nicht auch bei uns denkbar sein?”

F1.364 Nadinekanns: „Jeder Topf hat einen Deckel, Ich glaube ich bin ein Wok”.

B922 Gesucht wird eine Bezeichnung für Angsthasen in einer Elefantenrunde.

F1.365 Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „6. Konversationsfäden ersetzen Gespräche: Zunehmend verschwimmen die Grenzen zwischen Kontakt und Nichtkontakt. Herkömmliche Gespräche und Telefonate haben Anfang und Ende. Nun verlaufen Konversationen im latenten Dauerzustand: immer wieder unterbrochen, immer wieder fortsetzbar. So entsteht das Gefühl, einen Kontakt jederzeit und überall (wieder)herstellen zu können. Das geht wohl auf Kosten von Geschlossenheit, Kohärenz und Effizienz - könnte aber ebenso das Gefühl von Verbundenheit und dauerhafter Gemeinsamkeit im Alltag stärken [...] 8. Soziale Kontrolle ersetzt Vertrauen. Soziale Medien erleichtern es Liebespartnern, ihre Eifersucht auszuleben. Dank permanently online, permanently connected können wir mehr über den anderen herausfinden und unsere Erwartungen an ihn überprüfen, statt uns mit bloßen Vertrauen zu begnügen. So weiß ich als WhatsApp-Nutzer nicht nur, wann mein Gesprächspartner zuletzt online war - ich sehe mittlerweile auch, ob und wie schnell eine Nachricht von mir an ihn gelesen wurde. Je nachdem darf ich mich freuen oder sorgen [...] 13. Alleinsein wird zum raren Gut: Wer ständig online ist, muss nicht mehr fürchten, einsam zu sein. Vielmehr droht eine Kontaktüberlastung. Schon haben Apps Konjunktur, die Nichtkommunikation und Nichtvernetzung sicherstellen. Hier gewinnt also die Einöde an Attraktivität - sie muss aber technisch erzeugt werden”.

27.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Coca-Cola's GIF maker is getting trolled on Tumblr”.

D580 Aus Spektrum der Wissenschaft: „Wer Familie, Freunden oder Arbeitskollegen erklärt, dass er an einer psychischen Erkrankung leidet, stößt in vielen Fällen immer noch auf Skepsis und Ablehnung. Die Frage, wie man dieser Stigmatisierung – auch vor dem Hintergrund der steigenden Diagnosezahlen – entgegenwirken kann, beschäftigt inzwischen zahlreiche Forscher. Einen relativ naheliegenden, bislang aber womöglich unterschätzten Ansatzpunkt bietet dabei vielleicht unser alltäglicher Sprachgebrauch [...] So hat es sich in der Fachwelt etwa zum Teil bereits eingebürgert, statt von „Depressiven” von „Menschen mit einer Depression” zu sprechen. Der Ausdruck „Depressive”, so die Begründung, reduziere die entsprechenden Personen nämlich auf ihre Erkrankung. Zumindest im englischsprachigen Raum empfiehlt auch die American Psychological Association bereits seit den 1990er Jahren in vielen Bereichen den bewussten Einsatz solcher „person-first language” [...] „Ich kann verstehen, dass viele lieber „psychisch Kranke” sagen. Es ist kürzer und weniger umständlich als „Menschen mit psychischen Erkrankungen” ”, sagt Granello. „Aber ich denke, dass Personen mit psychischen Erkrankungen es verdienen, dass wir unsere Sprache ändern.” Und das gelte nicht nur für Menschen, die privat oder beruflich mit ihnen zu tun hätten, sondern etwa auch für die Medien, so die Forscher in ihrer Studie”.

„Schlagloch-Prozess”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Pakistan wird Porno-frei”.

„Rollkofferrudel-Hotspot”.

D581 Aus Spektrum der Wissenschaft: „Depressionsforscher gehen schon lange davon aus, dass die so genannte Kontrollüberzeugung einen wichtigen Faktor für die psychische Gesundheit darstellt: Wer das Gefühl hat, sein Schicksal selbst zu bestimmen, läuft seltener Gefahr, depressiv zu werden, als Menschen, die sich als Spielball äußerer Umstände empfinden. Die Gesundheitsexpertin Jennifer Gray-Stanley von der Northern Illinois University und ihre Kollegen untersuchten 2010 die Zusammenhänge zwischen Depression, Kontrollüberzeugung und sozialer Unterstützung am Arbeitsplatz. Das Ergebnis: Sowohl Personen, die am Arbeitsplatz große soziale Unterstützung erfahren, als auch Menschen, die überzeugt sind, die Geschehnisse im eigenen Leben weit gehend selbst kontrollieren zu können, leiden laut Selbstauskunft weniger unter depressiven Symptomen. Für Burnout gibt es ähnliche Befunde”.

„Rudeljournalismus”.

B921 Aus Meedia: „Ein sicherer Weg dafür zu sorgen, dass die Kollegen schlecht auf einen zu sprechen sind, ist alles besser zu wissen. Egal zu welchem Thema: Sie mischen sich in jede Pausenunterhaltung an der Kaffeemaschine ein und belehren dabei die Menschen um Sie herum. Das gilt natürlich auch für Meetings und Teambesprechungen”.

Nachgeschlagen: Jimmy Fallon; Samuel J. Tilden; Hinds; Harald Dzubilla; Talia Shire; Kevin Connolly; Elizabeth Debicki; Geburtstagsparadoxon; Burgess Meredith; Cole Hauser; Ricky Harris; Sebastian Koch; Bebi Dol; Pascal Stenzel; Derbi sevillano; Christian Goldbach; Maggie Q; Gerd Kische; Matteo Darmian; Elias Koteas; Peter Naur; Kim Dickens; Enrique Peña Nieto; Ken Jeong; Bodega; Anthropozän; Sasha Barrese; Enissa Amani; Matt Busch; Judd Nelson; Artur Fischer; Luis Tosar; Carl Weathers; Franziska Brantner; Michael Michalsky; Brat Pack; Amanda Peet; Patrick Dempsey; Rachel Miner; John Nettles; Macarena Gómez; Keir Gilchrist; Scoville-Skala; Edmund Landau; Dodd–Frank Act; Mezzanine; Volker Wieprecht; Taharrush gamea; Julia Jäger; Croisette; Alberto Giacometti; Michel Piccoli.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus einem Gastbeitrag: „Always-on-Nutzer”, „Entscheidungs-Cockpits”, „Attributionsmodelle”, „Offline-Aktivitäten”, „Touchpoints”, „Nummerngenerierung”, „Speech-to-Text Analytics”, „Datensilos”, „Banner Blindness”, „Content Distributions-Strategien”, „Display-Ads Logik”.

26.01.2016

„Trumpscript”.

Es gibt viele Berliner, die das Gedrängel in den Öffentlichen insgeheim mögen, da sie für den Rest des Tages niemanden näherkommen werden.

„Acai-Goji-Matcha-Smoothie”.

A537 F1.359 Mickey Goldmill, Figur aus „Rocky”, 21.11.1976: „Frauen schwächen die Beine”.

„Checklist-Kreation”.

F1.360 Tatjana Meissner, Kabarettistin, Fernsehmoderatorin, Autorin: „Wer sich nicht verliebt zur rechten Zeit, muss heiraten, was übrig bleibt”.

„Muschi-Motorrad”.

F1.361 Scherzlich: „Nur Menschen mit Ecken und Kanten können wie Puzzleteile zusammenpassen”.

25.01.2016

„Terminservicestellen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Sechs Tage lang wollen verschiedene Polizeistationen in der Bundesrepublik täglich über Einbrüche twittern. An der Aktion beteiligen sich die Social-Media-Teams der Polizei in Berlin, Sachsen, Baden-Württemberg und Bremerhaven. Auf diese Weise sollen die Menschen für die Gefahr von Einbrüchen sensibilisiert werden. Die Zahl der Einbrüche habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Der Hashtag der Aktion lautet: #keinbruch [...] Vorbild für #keinbruch sei eine Kampagne der Berliner Polizei, die voriges Jahr binnen zehn Tagen 850 Tweets über Taschendiebstähle mit dem Hashtag #pickpocket verbreitete”.

„Penis-Skandal”.

Menschen, die höflich finden, wenn sie als unhöflich bezeichnet werden.

„Crash-Null”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Es hat seinen Grund, dass Teenager im Zeitalter von YouTube, Youporn, Instagram, Snapchat und Co. als „Generation Selfie” bezeichnet werden: Schon fast die Hälfte der zwölfjährigen Mädchen nutzt Social Networks, um Selfies zu posten und sich das - gewünscht positive - Feedback einzuholen. Der Druck ist dabei groß: Schon jede zehnte Elfjährige und jede vierte Zwölfjährige sagt, sie habe eine Diät gemacht, um abzunehmen”.

24.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, ueberbored: „Laut Autokorrektur habe ich Wollpullover statt Follower...Naja, muss zufrieden sein mit dem, was man hat”.

Der Glanz der Baumrinden, nachts, gegen Ende des Winters, bei Regen.

„Dringlichkeitskodierung”.

F1.357 Aus der Reihe Online-Sprech: „If she's really feeling you, she's probably not hitting the LIKE button on most of your posts. She's clicking VIEW ALL COMMENTS”.

Warum sich das Wort „Computerbereich” erübrigt hat.

F1.358 Jens Asendorpf, Psychologe: „Freiwillig getrennt leben häufig Menschen, die in vorangegangenen Beziehungen schlechte Erfahrungen mit dem Zusammenleben gemacht haben. Sie sind nicht mehr bereit, Kompromisse einzugehen, nur um sich eine Wohnung zu teilen [...] Es sind gerade Frauen, sich in einer living apart together-Beziehung sehr wohl fühlen, weil sie dann nicht mehr automatisch die klassische Hausfrauenrolle übernehmen müssen [...] Paare, die nicht zusammen leben, entwickeln oft ausgeprägte Rituale. Sie gehen zum Beispiel immer freitags essen [...] Menschen mit einem ausgeprägten Autonomiebedürfnis sind mit diesem Lebensmodell oft am zufriedensten”.

23.01.2016

„Bulettenkrieg”.

F1.356 Marco Löw, Kriminalist: „In einer Beziehung kennen sich die Partner schon lange und wissen mit der Zeit genau, wie der andere tickt. Sie kennen Sprache und Körpersprache des Partners und auch dessen Vorlieben. Deshalb fallen Abweichungen sofort auf. Wenn zum Beispiel ein jahrelanger Sportmuffel plötzlich jeden Tag joggen geht, könnte das an einer neuen Bekanntschaft liegen. Bei Geschäftsterminen handelt es sich dagegen oft um flüchtige Kontakte. Man hält einen kurzen Smalltalk, und dann geht es schon zur Sache. Dadurch gibt es keinen Vergleichsmaßstab. Dazu kommt noch, dass die dienstlichen Sachverhalte oft viel komplexer sind als im Privatleben. Die Antwort des Ehemannes auf die Frage nach dem Fremdgehen ist viel leichter zu beurteilen als die des Ingenieurs darauf, ob das besprochene technische Patent wirklich den Markt aufrollen wird und deshalb so viel Geld wert ist. Dort kann die Lüge im Detail stecken, und das lässt sich zumeist nicht mit einer einfachen Frage aufdecken”.

„Filterbubble”.

Gesucht wird ein anderes Wort für „Anti-Hamsterrad-Maßnahme”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „In seiner Funktion als Meinungsplattform katalysiert und radikalisiert Facebook derzeit die politische Stimmung in Deutschland wie kein anderes Medium. Außerdem haben sich dort längst hermetische Teilöffentlichkeiten gebildet: Facebook befördert Meinungsblasen und schottet seine Nutzer – von diesen oft nicht einmal bemerkt – vor vermeintlich uninteressanten Gegenmeinungen ab. Statt den Diskurs zu beflügeln, erschwert Facebook ihn de facto”.

22.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Ralf Heuel: „Technologie heißt für die Menschen heute: Macht, Freiheit, Katzenvideos”.

„Lieblings-Laber-Medium”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Jakob Augstein, Verleger, Journalist: „Ich glaube, dass die Leute einfach vergessen haben, in dieser komischen Hochgeschwindigkeits-Ära in der wir leben, dass eine gute Information manchmal auch einfach ein bisschen Zeit braucht”.

„Identitätskorrektur”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Brotli ist nicht der erste Kompressionsalgorithmus, der nach einem Schweizer Gebäck benannt ist. Vor fast drei Jahren hatte Google mit Zopfli eine andere Kompressionsbibliothek als Open-Source-Software vorgestellt”.

„Bürgeramtsdesaster”.

F1.353 Lizbeth, Figur aus „Die fünfte Welle”: „Warum sind die starken Jungs bloß immer so unzuverlässig?”

Aus der Reihe Online-Sprech: „King macht die #JellyQueen zum Marken-Emoji auf Twitter”.

A536 F1.354 Oliver Martin, Figur aus „A Lot like Love”, 21.04.2005: „You figure a guy like me with a house, a job a car - a nice car - you think I'm going to have a problem finding someone to fall in love with me?”

Aus der Reihe Online-Sprech, Frank Schmiechen, Chefredakteur: „Ich bin ein Fan von Katzen-Content. Wir alle sind doch auch im Arbeitsalltag Menschen mit Emotionen, und Katzen sind süß – also ist das sehr relevanter Content!”

„Heizmythen”.

F1.355 „Dear girls, never date a guy with six pack abs, because no one develops six pack abs just to date only one girl”.

21.01.2016

„Großstadtarroganz”.

A535 F1.352 Stu Price, Figur aus „Hangover”, 30.05.2009: „In einer gesunden Beziehung sollte ein Mann auch mal tun dürfen, was er will”.

„Spülmaschinenordnungszwang”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Food porn is the new click bait for audience-hungry publishers”.

„Geschäftsprozessoptimierungsüberlegungen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Breitband-Forum: Warten auf die Gigabit-Gesellschaft”.

„Blitzableiterkollektiv”.

20.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, Julia Peglow-Peters, Kommunikationsdesignerin: „Ob man ein Interface bedient oder eine WhatsApp-Nachricht schreibt – Kommunikation im Digitalen ist also extrem verkürzt. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind naturgemäß die Zwischentöne, das „Zwischen den Zeilen”, das Augenzwinkern, der Tonfall. In der Mensch-Mensch-Kommunikation über mobile Endgeräte schaffen hier Emoticons Abhilfe. Sie sind Eisbrecher und Sympathie Überträger, sozusagen der „romantische” Teil der digitalen Kommunikation. In der Mensch-Maschine- sowie der Markenkommunikation werden in der Regel zwar keine Emoticons verwendet, doch es fällt auf, dass Icons in ihrer Gestaltung immer öfter auf das Kindchenschema setzen und „niedlich” gestaltet werden. Als charmante Vermittler werden die kleinen Zeichen so dazu genutzt, die eher sachliche Unternehmenskommunikation emotional aufzuladen”.

„Klo-Shitstorm”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Jacob Burda: „Die Art und Weise wie die Algorithmen abgestimmt sind, die unsere Nachrichten für uns kuratieren, wird immer wichtiger. Diese Programme finden heraus, wer wir sind und was uns interessiert und spielen uns entsprechende Meldungen aus. Das verstärkt natürlich unsere Meinung. Der nächste Schritt ist, einen Algorithmus zu entwickeln, der so intelligent ist, dass er selbst herausfindet, was er machen soll”.

„Arschlochradar”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Freitag: „Das Letzte, was sich selbst die Fans der plebiszitären Auffrischung der Demokratie angesichts des Unflats und der Volksverhetzung wünschen, ist das: Volksabstimmungen, bei denen mit Netz-Kampagnen voller Sexismus, Lügen und gefälschten Videoschnippseln das Volk aufgestachelt wird. Das Plebiszit galt als die große Hoffnung, die Verengungen der liberalen Demokratie zu überwinden. Auch andere als Parlamentarier sollten Einfluss auf politische Entscheidungen bekommen. Das Internet und seine zweite Zündstufe, die sozialen Medien, unterstützten diesen Traum durch immer neue Foren und Kanäle der Beteiligung [...] Zwei Momente, so scheint es, haben die Apologeten der digitalen Republik zu wenig beachtet. Erstens ist es offenbar nicht damit getan, dass heute jeder Bürger technisch sein eigener Leitartikler sein kann – bei Facebook, im Blog oder als Leserbriefschreiber. Dazu gehört freilich die Professionalität und ein ethischer Kodex, den Journalisten – in der Regel – gelernt haben und zu achten bereit sind. Recherche, Faktentreue, Schreiben, das sind keine Fertigkeiten, die für jeden Entäußerer im Netz selbstverständlich sind, ganz im Gegenteil. Das einzige Feedback, das sich Vernünftige derzeit erhoffen, ist kein liquides – sondern Strafanzeigen wegen Volksverhetzung und Ehrabschneiderei. Zweitens bezogen sich die Dimensionen der digitalen Partizipation meistens auf die konstruktiven Möglichkeiten, bei schönem Wetter Neues und Kreatives zu schaffen. Wenn liquide Beteiligungen gedacht wurden, dann meist als Ideenspenden, die Parlamente und Abgeordnete mit schwärmerischer Intelligenz aufmischen. Oder als wohl temperierte Resonanzböden für Politiker, die sich zwischen Wahlterminen immer wieder mit Wählern oder Bürgern rückkoppeln. Das idealisierte digitale Pendant des gewählten Abgeordneten oder politischen Funktionsträgers war stets ein sachverständiger wie engagierter Experte. Wir erträumten uns den Kundigen der örtlichen Lage als Sparringspartner. Meistens half er vor unserem inneren Auge, politische Felder oder die Politik selbst in eine lichtere Zukunft durch Rückversicherung und Anregung weiter zu entwickeln”.

„Seniorenkriminalität”.

F1.351 Ellie Goulding, Sängerin, Liedschreiberin: „Wenn ein Mann singt, seine Verflossene sei nicht seine große Liebe gewesen, nimmt ihm das keiner übel. Warum muss sich eine Frau dafür rechtfertigen? Das ist einfach nicht fair!”

„Halbes-Jahrhundert-Elf”.

Wenn man den Rahmen mit dem Bild verwechselt.

Aus der Reihe Facebook-Sprech Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Und leider betrifft die Abwesenheit jeder Argumentation nicht nur die rechtspopulistischen Horden im Netz, bei denen es mir gut in mein politisches Konzept passt. Zwar sind die beiden auf Facebook meistgeliketen Parteien (wenn man wie ich die „PARTEI” ignoriert) die AfD und die NPD. Aber es hat sich - eher unabhängig von politischen Überzeugungen - insgesamt eine Netzöffentlichkeit erhoben, die in irritierend großen Teilen eine Fratze ist. Leute, von denen man es nie gedacht hätte, sind plötzlich in der Lage, Chemtrails nahtlos in ihr Weltbild einzufügen. Also die Überzeugung, dass Kondensstreifen von Flugzeugen in Wahrheit gefährliche, bewusstseinsverändernde Chemikalien enthalten. Groteskstmögliche Gerüchte und Verschwörungstheorien fallen auf einen überraschend weitverbreiteten Nährboden der Dämlichkeit. Besonders absonderlich ist dabei die fragmentierte Partialdumpfheit, bei der jemand zu Kultur oder Unterhaltung Kluges oder wenigstens Unterhaltsames äußert, nur um anschließend maximal hanebüchene Gedanken zum Weltgeschehen herauszututen. Eine der schlimmsten Folgen der Flächenidiotie in den sozialen Medien ist, dass sie zugleich die Beschäftigung mit den eigenen Aspekten der Dämlichkeit und Beklopptheit erschwert, mit den Splittern der Unzurechnungsfähigkeit, die in jedem Gehirn stecken, in meinem natürlich auch, und nicht zu wenige, in Form von dumpfen Irrationalitäten, schnellgeschossenen Fehlschlüssen und falschen Selbstverständlichkeiten”.

19.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech: „Initiative für Zivilcourage Online”.

„Bürokratiebaukasten”, „Echtzeit-Kakophonie”, „Testosterontier”, „Nutten-Beichte”, „Schnelllesetraining”, „Döner-Samurai”, „Passfälscherzentrale”.

Marcel Reif, TV-Kommentator: „Bei einem normalen Bundesligaspiel stehen inzwischen mehr Reporter am Spielfeldrand als beim WM-Finale 1990”.

Menschen, die das Sprechtempo verlangsamen, sobald sie aus ihrem Leben erzählen, um der Erzählung etwas Würde zu geben.

B920 Marcel Reif, TV-Kommentator: „Routine ist gut. Zu viel Routine ist schlecht”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Um uns dabei zu helfen, dir bessere Werbeanzeigen zu zeigen, teile uns mit, was dir gefällt”

A534 F1.350 Gigi, Figur aus „He's Just Not That Into You”, 06.02.2009: „Girls are taught a lot of stuff growing up. If a guy punches you he likes you. Never try to trim your own bangs and someday you will meet a wonderful guy and get your very own happy ending. Every movie we see, Every story we're told implores us to wait for it, the third act twist, the unexpected declaration of love, the exception to the rule. But sometimes we're so focused on finding our happy ending we don't learn how to read the signs. How to tell from the ones who want us and the ones who don't, the ones who will stay and the ones who will leave. And maybe a happy ending doesn't include a guy, maybe... it's you, on your own, picking up the pieces and starting over, freeing yourself up for something better in the future. Maybe the happy ending is... just... moving on. Or maybe the happy ending is this, knowing after all the unreturned phone calls, broken-hearts, through the blunders and misread signals, through all the pain and embarrassment you never gave up hope”.

18.01.2016

„Ohnmacht-Zentrale”.

B919 Wird man nachts wach, weil man sich über seinen Job ärgert, hat man den falschen Job.

„Verspätungsalarm”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Wie lasse ich andere Personen auf Facebook wissen, dass ich am Wahltag gewählt habe?”

„Standortfürsten”.

A533 F1.349 Samantha Jones, Figur aus „Sex and the City: The Movie”, 12.05.2008: „I'm gonna say the one thing you aren't supposed to say. I love you... but I love me more. I've been in a relationship with myself for 49 years and that's the one I need to work on”.

„Polarerfahren”.

Sportschuhe, die mit einem „Barfußgefühl” beworben werden.

17.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Shoppen, Flirten, Essen - all das lässt sich übers Internet von zu Hause organisieren. Wollen wir draußen gar nichts mehr erleben? [...] Das Internet hat die Welt im Handumdrehen zum Schlaraffenland gemacht: Nur ein Mausklick, schon fliegen uns die gebratenen Tauben zu. Oder das neue Paar Schuhe. Oder die DVD. Der Online-Shop, egal in welcher Branche, ist rund um die Uhr geöffnet und von überall auf der Welt zu erreichen. „On-Demand-Economy” heißt die neue Wirtschaftswelt im Jargon der Ökonomen, und für viele ist sie zur Selbstverständlichkeit geworden: Alles, was wir wollen, wird sofort geliefert [...] Der Klick im Internet erspart nicht nur den Weg zum Metzger, Bäcker und Gemüsehändler. Anbieter wie Hello Fresh, ebenfalls eine Samwer-Firma, schreiben sogar den Einkaufszettel für die von den Kunden ausgewählten Rezepte und liefern dann fertige „Kochboxen” nach Haus”.

„Wartetier”.

F1.346 die_verzauberte: „Und manchmal vermisst man vielleicht nicht den Menschen, sondern die rosa Brille mit der alles so schön aussah”.

Bücher zu verschenken, die man selbst nicht gelesen hat.

F1.347 „If you fall asleep and don't text your girl back, by the time you wake up she fought with you and apologized 5 times, dumped you and took you back 3 times, booked a girls trip and posted 15 breakup quotes, and changed her ringtone to „single ladies” ”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Porno-Piraten kapern den Feminismus-Hashtag #ausnahmslos”.

F1.348 Aus der FAS: „Und woran sie ihr Herz hängen, das nennen sie kurz und bündig „Schatz”. Sonst nichts. Das ist ihr mit Abstand liebstes Kosewort. Alle anderen - „Bärchen”, „Mausi”, „Hase” und so weiter - rangieren in Umfragen nicht nur weit abgeschlagen dahinter, sie gelten auch als Teenager-Tand, der in den Dunstkreis von Stofftiersammlung und Kuschelecke gehört. Das Rosa-Plüschige liegt den Deutschen nicht so [...] Das Wort „Schatz” als Kosename lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals gab es zum Wort noch ein Synonym, das Wort „Hort”, verwandt mit „Hirte” und „hüten”. Man verwendete „Hort” eher in Bezug auf gehütete Sachwerte und „Schatz” eher in Bezug auf Geldbesitz, aber ansonsten waren beide Worte bedeutungsgleich. „Schatz” setzte sich dann aber durch, „Hort”, das man heute allenfalls vom „Kinderhort” oder durch das Verb „horten” kennt, verblasste [...] Wenn jemand jemanden „Schatz” ruft, dann signalisiert er - dieser Jemand ist mein heiliger Bezirk, da darf nur ich dran, der oder die Geweihte, alle anderen: Finger weg. In der Bezeichnung „Schatz” für einen geliebten Menschen steckt die denkbar intimste aller Ideen, die Idee des Heiligen. Das ist vermutlich der Grund, warum Kosenamen auch ganz schön nerven können”.

16.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Berliner Zeitung: „Da keine Emojis für sexuelle Handlungen existieren, wird das Gemüse von einigen US-Nutzern als Phallussymbol verwendet. Die Aubergine ist auch Anatol Stefanowitsch, Sprachwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, bei seinen Forschungen aufgefallen: In Kombination mit dem Pfirsich verwenden sie Jugendliche in Deutschland als Ausdruck für Sex, fast wie eine Art Slang”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für das erste Autogramm, das man gibt.

A532 B918 Jeremy Irons, Schauspieler: „Anyway, I'm never satisfied. I think were I ever satisfied with my work, I'd be in trouble”.

„Atombombenregen”.

F1.345 Diese eine Frau, die alle vorherigen Lang-, Kurz- und Spaßbeziehungen so aussehen lässt, als blättere man im Fotoalbum aus dem Leben eines unbekannten Menschen.

15.01.2016

Warum Steigerungsformen von „mysteriös” Unfug sind.

„Web-Werbemuffel”.

F1.344 Sylvester Stallone, Schauspieler, Filmregisseur, Drehbuchautor, Filmproduzent: „Ich war oft einfach zu sehr darauf bedacht, mit jemand zusammen zu sein, der ziemlich aufregend ist. Was sich leider dann immer in offene Kriegszustände verwandelt hat. Liebe kann dich in den siebten Himmel aber auch schnell in die Hölle befördern”.

„Marketing-Dschungelkönig”.

Der Stolz von Kindern, die ein neues Wort gelernt haben.

14.01.2016

B917 Christian Bale, Schauspieler: „Man weiß doch, dass die sicherste Art, eine Laufbahn zu versauen, der arrogante Glaube ist, dass sie nie enden wird”.

„Demokratie-Dividende”.

Grigori Lipmanowitsch Sokolow, Pianist, auf die Frage, ob „es schwer ist, über Musik zu sprechen”: „Es ist nicht schwer, es ist unmöglich - und das hat nichts mit mir zu tun. Wenn es möglich wäre, brauchten wir keine Musik”.

F1.343 Die Sätze „Entwickelt sich eine Beziehung nicht weiter, ist es keine Beziehung mehr”, „Wer betrunken flirtet geht auch hungrig einkaufen”, „Schecks ersetzen keinen Ehemann”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Béatrice Guillaume-Grabisch, Managerin: „Das Internet ist für die Menschen ein Ort, an dem sie Inspiration und Information suchen”.

„Nicht-Werbung”.

Nachgeschlagen: throttle; hotspur; flat foot; manacle; prey; atone; horseplay; ominous; embroil; moth; embroidery; titch; pagination; floodlight; entourage; fastidious; calve; derive; whiplash; pink eye; uncharted; longevity; letter of resignation; shudder; revolving door; carny; manhood; inchworm; light bulb; dubbed; glint; greasy; abolish; primal; bang; even-handed; parachute; evolve; subconscious; fawn; diction; thespian; dentistry; rehearse; delicate; bust; resourceful; lately; fitful; lunchhour; sullen; tender; founder; process; even; respects; injunction; skywalk; minimum wage; graveyard; blow off; tiled stove; constable; preconception; serial; bland; put on the spot; uplift; ditch.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem „World development report 2016” der World Bank Group: „In the last decade, all countries have benefited from the rapid spread of mobile communication networks. But only 15 percent of the world’s citizens have access to affordable high-speed internet, and the prices for service vary enormously. This reflects policy failures in some countries, such as regulatory capture, troubled privatizations, inefficient spectrum management, excessive taxation of the sector, or monopoly control of international gateways. To achieve better development outcomes, governments need to address these failures through open consultative policy-making processes involving the industry and users [...] In a world where digital technologies are at the center of people’s personal and professional lives, digital literacy—just like reading and writing—is a new foundational skill. Among children and youth, just giving access to these technologies can be enough for them to learn the basic use of devices. The evidence from One Laptop per Child and from Hole-in-the-Wall in India indicates as much. The main challenge is to broaden the digital literacy agenda beyond the basic use of devices to focus more on information skills, including the ability of students to search for information and separate high-quality sources from low-quality ones [...] From its beginnings, the internet has always been different from the networks that preceded it — telephone, radio, television, and cable. It was founded as a research network, explicitly noncommercial for the first few decades of its existence, and designed as a radically decentralized network. As a result, it has been governed more like a federation of networks, in some respects like a Republic of Users. But the pragmatic libertarian ideology of the internet’s founders is under assault by the commercial and political interests of its other stakeholders, mainly large corporations and nation-states. The growing commercialization of user data by private businesses and mass surveillance by states, including many sovereigns accustomed to greater state control over their citizens, have gradually eroded the trust the internet once enjoyed. This has given rise to widely disparate views on how to govern the internet”.

13.01.2016

A531 Dale Horvath, Figur aus „The Walking Dead”, 14.11.2010: „Words can be meaningless things. Sometimes they fall short”.

F1.342 Wie soll man - bekleidet mit den nur diese Saison beworbenen Stückchen - zwischen Einwegmöbeln, mit der in der Pappe liegenden Lieferpizza und dabei philosophierend über die gegenseitige Probezeit im neuen Job einer Wegwerfbeziehung nicht entkommen?

„Behördenneugierde”, „Kameraspitzelei”, „Facebookdämmerung”, „StopBildSexism”, „Sperrmüllmonopol”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ein neuer Überwachungs-Algorithmus soll in Social Media nur auf Terroristen zielen”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Renate Künast, Politikerin: „Sie wollen mir einen Hass-Kommentar schicken? Sich mal so richtig auskotzen? Vielleicht weil ich in einer Talkshow nicht das erzählt habe, was Sie hören wollten? Oder weil Ihnen meine Politik nicht passt? Oder weil Sie meine Frisur nicht mögen? Sie wissen aber noch nicht genau, was Sie schreiben sollen? Oder Sie haben eine ausgeprägte Rechtschreibschwäche? Dann gebe ich Ihnen hier ein paar Hinweise, die Ihnen das Schreiben und mir das Lesen erleichtern [...] Die meisten Hass-Kommentare kommen ganz ohne Anrede aus. Tun Sie sich keinen Zwang an. Manche schreiben auch „Frau Künast!” und manche bringen den immer wieder neuen Witz und nennen mich „Frau Knast”. Alles ist möglich. Sie können mich aber jederzeit auch mit „Sehr geehrte Frau Künast” anreden [...] Sie werden bestimmt einige Likes bekommen. Je früher Sie posten, desto wahrscheinlicher ist das. Sehen Sie das als Bestätigung und liken Sie dafür die Hass-Kommentare der anderen. Solche Gruppenerfahrungen bei gleichzeitiger Einsamkeit daheim kann ich Ihnen dank meines facebook-Profils kostenlos anbieten”.

12.01.2016

Man trägt Uhren, um Zeit vergessen zu dürfen.

„Gähnsation”.

F1.341 Nicht glückliche Beziehungen haben glückliche Menschen, sondern glückliche Menschen haben glückliche Beziehungen.

„Wiederhol-Manager”.

Die Sätze „Mit dem richtigen Köder fängt man mehr Fische”, „Ärzte sind die schwierigsten Patienten”, „Je größer der Marktplatz, desto lauter die Händler”.

11.01.2016

„Skigeschichtsschreiberinnen”.

F1.340 Felicitas Woll, Schauspielerin, auf die Frage, was für sie „eine gute Beziehung bedeutet”: „Man muss auch mal was aushalten können. Einen nicht sofort in die Wüste schicken, wenn es mal unbequem wird. Man kann sich keinen Traumpartner backen. Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich sofort Ersatz zu suchen. Und auch die Ehe hat gar keinen Wert mehr. Das finde ich schade. Dabei mag ich Ecken und Kanten. Wenn alles stimmt, ist es doch auch langweilig, oder?”

„Hamsterrad-Feeling”.

A530 Qui-Gon Jinn, Figur aus „Star Wars Episode I: The Phantom Menace”, 19.05.1999: „Die Fähigkeit zu sprechen macht dich noch nicht intelligent”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „eBlocker sagt Tracking den Kampf an”.

10.01.2016

A529 Padmé Amidala, Figur aus „Star Wars Episode II: Attack of the Clones”, 16.05.2002: „Alle Lehrer haben diese Fähigkeit, mehr unsere Fehler zu erkennen, als uns gefällt. Nur so werden wir erwachsen”.

„Küchenpreis-Zeitalter”.

F1.339 Die Sätze „Freundschaft ist die bessere Liebe”, „Jede Beziehung bedeutet auch Arbeit und das Tagesgeschäft nimmt einem niemand ab”, „Ein Freund, der dein Fan ist, kann nicht dein Partner sein”.

„Boomerang-Hiring”.

B916 Aus Leserbriefen an die FAS: „Warum bloß sagt man heute: Wo werden Sie auf der Zeitleiste stehen? Statt einfach: Wie lange werden Sie dafür (voraussichtlich) brauchen? Das sind peinliche Auswüchse des typischen und in Präsentationen immer wieder auftauchenden „Management-Sprechs”. Ein Beispiel: Wir werden in Zukunft im Rahmen der zur Verfügung stehenden Zeitleiste die entscheidungsrelevanten Projektvorhaben nach Prioritäten gestaffelt sequentiell abarbeiten (Originalzitat!). Übersetzung: Ab jetzt erledigen wir das Wichtigste zuerst [...] Ich bin noch nie so oft und nervig wie dieses Jahr mit dem Wort „Wertschätzung” konfrontiert worden. Ob von eigenen Mitarbeitern, bei Auftritten in Managementseminaren oder im Führungskräftetraining: es reichen nicht mehr Lob, Gehalt, Beförderung. Nein, es muss Wertschätzung sein [...] Das Unwort der vergangenen Jahre ist für mich die „Herausforderung”. Sie wird selbstverständlich immer angenommen - high five, chackah! Früher gab es Aufgaben, Interessen, Probleme und Schwierigkeiten, heutzutage gibt's nur noch Herausforderungen. Wenn ich diesem Begriff in meinem beruflichen Umfeld begegne, übersetze ich ihn nur noch mit „Zumutung”. Aber man wird dieses Wortmonster wohl nicht mehr los”.

09.01.2016

B915 Martin Wehrle, Karriereberater, Autor: „Die Quote der Burnout-Kranken hat sich in sechs Jahren verelffacht. Heute hat niemand nur deswegen Feierabend, weil er nach Hause gegangen ist. Denn die neuen Medien sind wie trojanische Pferde: Sie schmuggeln die Arbeit hinter die Mauern des Privatlebens [...] Wer seine Grenzen nicht definiert, hat keinen Feierabend mehr und arbeitet rund um die Uhr. Ein solcher Lebenslauf geht steil nach oben - aber dann kommt der große Knick und die Einweisung in die Burnout-Klinik [...] Nein ist eine Chefvokabel! Nur wer sie beherrscht, kann in der ersten Karriere-Liga mitspielen [...] Wer Nein sagt, gibt damit zu erkennen, dass er Ja zu etwas Größerem sagt: zu konkreten Zielen, zu persönlichen Grundsätzen”.

Wenn ein Umweg zur Abkürzung wird.

A528 F1.338 Tom Hanks, Schauspieler, Regisseur, Filmproduzent, Synchronsprecher: „It's just as hard ... staying happily married as it is doing movies”.

Nachgeschlagen: Dominic Purcell; Rebecca Mir; Seth Meyers; Ilse Losa; James Corden; Diahnne Abbott; Jason Sudeikis; Rachel Griffiths; James Tiptree junior; Pernilla August; Heist film; Grant Gustin; Walter Helbig; Marcelinho; Scott Walker; Edward Jenner; Michael B. Jordan; Brigitte Kronauer; Denis Scheck; André Herzberg; Rachel McAdams; Heinrich Köselitz; Vural Öger; Yoshinori Mutō; Danielle Panabaker; James Rizzi; Wentworth Miller; Mike Summerbee; Steve Coppell; Dagmar Manzel; Robert Benton; Sergi Roberto; Miroslav Nemec; Hugh Quarshie; Kray-Zwillinge; Jacques Tati; Jake Lloyd; Robert Knepper; Turing-Test; Trygve Lie; Cesare Pavese; Roman Karl Scholz; Marie Vassilieff; Sarah Wayne Callies; Wolfram von Richthofen; Alfred Marnau; Edgar Ott.

Menschen, deren Hauptaufgabe darin besteht, beim Erzählen von Anekdoten aus ihrem eigenen Leben zu scheitern, da ihr Leben gescheitert ist.

08.01.2016

Gesucht wird eine Bezeichnung für jene Worte, deren Bedeutung man nicht kennt, aber deren Sound man mag.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Could You Excuse Me? My Fridge Is Talking to Me”.

„Schweiger-Pöbel-Generator”.

F1.337 Liebe ist eine sehr gute und nachhaltige Möglichkeit, sich von der Partnerschaft abzulenken.

„Entschädigungsgeste”.

Meike Winnemuth, Kolumnistin: „Generell finde ich schwierig, Menschen nur deshalb zu unterschätzen und zu unterfordern, weil sie einer bestimmten Generation angehören”.

„Infant Cries Translator”.

B914 Aus Spektrum der Wissenschaft: „Im englischsprachigen Raum hat sich der Ausspruch „think manager, think male” eingebürgert”.

Wenn Parteien mehr Geld fürs Selbstbild als fürs Personal ausgeben.

Aus der Reihe Online-Sprech, Moritz Bleibtreu, Schauspieler: „Ich habe Social Media und mache das auch. Ich habe einen Instagram-Account, ich habe Facebook, ich hab Twitter. Aber ich begreife das als ein Spiel, weißt du? Für mich ist das nicht echt. Wenn mich jemand in sozialen Netzwerken beleidigt, dann versuche ich, das nicht ernstzunehmen. Das ist gar nicht so einfach. Nachrichten berichten heute zu 50 Prozent aus sozialen Medien, wo man denkt: Das kann nicht sein. Wo ist eure journalistische Ehre? Eure Hingabe an euren Beruf? Wir nehmen das gerade zu ernst. Ich habe für mich irgendwann die Entscheidung getroffen und gesagt: Das ist alles nicht echt. Das sind für mich Avatare. Ich finde das super und ich freue mich über jeden Like, aber ich nehme es nicht ernst. Weißt du, was ich meine? Es ist nicht echt. Wenn du morgen den Stecker rausziehst, ist mir das völlig egal. Das ändert an meinem Leben nichts, es wird mir nichts fehlen. Scheiß drauf”.

07.01.2016

Ralf Stegner, Politiker: „Ständig Stimmungen nachzulaufen ist kein verantwortliches Regierungshandeln”.

„Bürgeramtsorganisationsuntersuchung”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Geänderte Einträge und gelöschte Links: Gibt es Wikipedianer beim Verfassungsschutz?”

„Affen-Selfie”.

F1.336 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Die Tatsache, dass mein Ex-Mann mir nach fast 20 Jahren immer noch einen Blumenstrauß zu unserem Hochzeitstag schickt”

„Wir-sind-die-Allergeilsten-Kultur”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Christopher Lauer, Politiker: „Man muss sich immer wieder verdeutlichen, dass das Internet ein Teil der Gesellschaft ist und deren Entwicklung stark beeinflusst. Facebooks Algorithmen haben mittlerweile wahrscheinlich mehr Einfluss darauf, wie sich für den jeweiligen Nutzer Realität konstituiert, als die klassischen Medien. Und das vollkommen unreguliert. Das Problem sind also nicht die Algorithmen, sondern die Geschäftsmodelle der Firmen, die Algorithmen einsetzen”.

06.01.2016

„Cricetidometer”.

A527 F1.334 Jack Nicholson, Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent: „You only lie to two people in your life: your girlfriend and the police”.

„Sexualterror”.

F1.335 inspiziert: „Es ist komisch, wie dir jemand dein Herz brechen kann und du ihn mit jedem kaputten Teil davon noch liebst”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Geoblocking-Aus”.

Wenn man den Heuhaufen hat, aber keine Ahnung von der Stecknadel.

B913 Aus Meedia: „Job-Irrtümer [...] 1. Überstunden bedeuten, dass man mehr schafft [...] 2. Wenn viel zu tun ist, muss die Pause ausbleiben [...] 3. Wer von zu Hause aus arbeitet, ist weniger produktiv [...] 4. Meetings erhöhen die Produktivität [...] 5. Multitasking ist effizient [...] 6. Arbeiten unter Druck führt zu Höchstleistungen”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Fiona Spruill: „Vor einigen Wochen saß ich in einem etwas anstrengenden Meeting auf der Arbeit. Meine Apple Watch vibrierte an meinem Handgelenk und so wie ich es immer tue wenn ich eine Benachrichtigung erhalte, werfe ich einen kurzen Blick darauf, um mich zu versichern, dass es meiner Tochter gut geht und die Welt nicht in völligem Chaos kollabiert. Die Benachrichtigung kam von NYT Cooking über Notify, der Facebook-App. Diese sagte, „Du wirst viele von diesen brauchen – und essen: ab nächster Woche gibt es zarte hausgemachte Kekse.” Ich war teils überrascht, teils genervt. Aber vor allem war es mir mehr als klar, dass Benachrichtigungen noch einen langen Weg vor sich haben, bis sie mich wirklich ergründet haben. Ich liebe alles, was NYT Cooking produziert. Ich liebe ihre Benachrichtigungen. Ich finde es toll, Kekse zuzubereiten. Aber ich möchte nicht mitten am Arbeitstag von ihnen gestört werden. Facebook weiß, dass ich arbeite und an der Ostküste der USA lebe, somit ist es kein großer Aufwand für die App, anzunehmen, dass ich mich um 16:52 Uhr bei der Arbeit befinde und jegliche Nachrichten – außer es handelt sich um etwas wirklich Weltbewegendes – durchaus bis später warten können. Jedoch sind wir noch nicht an dem Punkt, an welchem die meisten Benachrichtigungen unseren Standort, unseren Terminplan, unsere Leseangewohnheiten und unsere Freunde kennen und diese für intelligent für sich nutzen. Ich sage voraus, dass 2016 ein Jahr wird, in welchem wir Durchbrüche an dieser Front erleben werden”.

05.01.2016

Aus der Reihe Online-Sprech, aramatusimismus: „In einem Paralleluniversum verzweifeln Millionen Zeichen daran Ihren Gefühlen mit Hilfe von 140 Menschen Ausdruck zu verleihen #ausgruenden”.

„Gutmenschen-Schild”.

Die Sätze „Jeder Kämpfer glaubt, ein guter Kampf stecke noch in ihm”, „Ein Motto sagt mehr als tausend Gedanken”, „Hoffnung ist etwas für Leute, die ihren Träumen nicht vertrauen”.

„Landstreicherhühnchen”.

A526 F1.333 Theodore, Figur aus „Prison Break”, 22.01.2007: „Jede Frau hat schon Fotos ihres Geliebten verbrannt, und dann erst geschnallt, dass ihre Liebe heißer ist als das Feuer, in dem die Fotos verbrannt sind”.

„Zettel-Testament”.

04.01.2016

„Oderbruchbuch”.

A525 F1.332 Jeanette, Figur aus „Prison Break”, 25.09.2006: „Wissen Sie, was am allerbesten gegen ein gebrochenes Herz hilft? Einfach wieder aufs Rad steigen. Egal, was für Rad das ist”.

„Kay-Onifizierung”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Micky Beisenherz, TV-Autor, Moderator: „Da, wo Buchstaben nicht mehr gewünscht sind, müssen die modernen Hieroglyphen, Emojis ran. Ein Tränen lachender Smiley kann allerdings nicht die Lösung aller Probleme sein”.

„Fuck-It-Liste”.

03.01.2016

„Handfischer”.

A523 D579 Christian Bale, Schauspieler: „I had spent weeks staring at the wall in my house out of depression because of things that had gone wrong and the choices I had made. When I read Der Maschinist (2004), I just went, „Wow! This is perfect.” I was having dreams about the character and I couldn't stop thinking about it. I felt like this one was going to save my arse, and pull me out of the depressed state I had got into”.

„Nebenbei-Diät”.

F1.331 In Ex-Beziehungen sieht man immer jünger aus.

„Aufreger-Wort”.

A524 Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, 1878: „Die Bedeutung der Sprache für die Entwicklung der Kultur liegt darin, daß in ihr der Mensch eine eigene Welt neben die andere stellte, einen Ort, welchen er für so fest hielt, um von ihm aus die übrige Welt aus den Angeln zu heben und sich zum Herren derselben zu machen. Insofern der Mensch an die Begriffe und Namen der Dinge als an aeternae veritates durch lange Zeitstrecken hindurch geglaubt hat, hat er sich jenen Stolz angeeignet, mit dem er sich über das Tier erhob: er meinte wirklich in der Sprache die Erkenntnis der Welt zu haben. Der Sprachbildner war nicht so bescheiden zu glauben, daß er den Dingen eben nur Bezeichnungen gebe, er drückte vielmehr, wie er wähnte, das höchste Wissen über die Dinge mit den Worten aus; in der Tat ist die Sprache die erste Stufe der Bemühung um die Wissenschaft”.

„Knall-Irre”.

02.01.2016

Sarah Kuttner, Fernsehmoderatorin, Autorin, Kolumnistin: „Man sollte auch mit seinen Eltern Schluss machen dürfen. Eine Blutsverbindung ist ja keine Garantie fürs Guttun”.

„Webraumfahrer”.

Daniela Schadt, Journalistin: „Über Dinge zu grübeln, die ich nicht in der Hand habe, bringt nichts”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Bryan Adams, Sänger, Komponist, Fotograf: „Das Selfie ist das neue Autogramm. So ist es nun mal”.

Lisa Kaltenegger, Astrophysikerin: „In Deutschland und Österreich ist es eher noch so: Wenn Sie als Größe in Ihrem Gebiet gelten wollen, müssen Sie ein Buch schreiben, das niemand versteht. Mir ist tatsächlich schon einmal passiert, dass ein Kollege nach meinem Vortrag gesagt hat: „Lisa, du musst aufpassen, bei dir geht man raus und hat alles verstanden, damit sprichst du dir selbst die Kompetenz ab.” Das ist eine haarsträubende Schlussfolgerung”.

„Westfalen-Columbo”.

Die Sätze „Man macht keine Musik, wenn man nur Buchstaben verwendet”, „Als Künstler steht man über der Mode”, „Passieren keine Fehler, entstehen keine Geschichten”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Timati_DE: „Ich nutze diesen Trend #RememberRebecca aus um zu sagen das @dagibee Tierversuche unterstützt #dagibeeboykott”.

„Werbemittelklaviatur”.

Nachgeschlagen: sporty; huntress; gnaw; conjecture; at a glance; uncaged; pine cone; oversight; daisy; expat; unleaded; effigy; manure; hibernate; aisle; jetsam; transience; secrecy; hump; lackluster; deliverance; underwhelmed; fissility; vanguard; flawed; jerky; prestidigitation; kerfuffle; intimidated; rife; impervious; blessed; convergence; lugubrious; dumbfound; lowdown; respire; sewn; picturesque; rephrase; hangover; badass; reading room; troubled; sniffle; half-term; hussy; quarantine; cuddly toy; playground; rascal; wally; heirloom; discomfort; embroider; redial; bear up; imperfect; brolly.

Aus der Reihe Online-Sprech, Klaus Fiedler, Professor für Sozialpsychologie: „Ich habe meine Meinung darüber geändert, welche Wirkung das Internet und die neuen digitalen Medien ausüben würden. Mit dem Internet hatte ich große Erwartungen verknüpft: Ich dachte, dass die Technik einen starken basisdemokratischen Effekt haben würde; dass sich im scheinbar unkontrollierten Raum des Netzes Meinungen diversifizieren und dadurch neue demokratische Basisbewegungen entstehen könnten; dass sich Menschen und Gruppen über das Internet organisieren und emanzipieren würden und die Technik eine echte Meinungspluralität begünstigen würde. Heute muss ich sagen: Es ist zumeist das Gegenteil eingetreten. Pluralismus, Meinungsvielfalt und Diversität werden durch das Internet mehr bedroht als gefördert. Die neuen Medien verstärken, ja vervielfachen die Beachtung, welche die populärsten Personen und Informationen erhalten. Je mehr etwas die Aufmerksamkeit einer Mehrheit anzieht, desto mehr wird es durch vielfache Vernetzung noch befördert - das ist ein selbstverstärkender Prozess [...] Wir wettern alle gerne gegen Konformität und schließen uns dann doch stets der Mehrheit an. In der Wissenschaft beobachte ich das Gleiche: Über sogenannte Citation Indices wird quantifiziert, wie oft Forscher und ihre Arbeiten von anderen Forschern zitiert werden. Je häufiger eine Arbeit zitiert wird, desto stärker wird sie von anderen wahrgenommen. Wir verwechseln das dann mit einem Siegel für wissenschaftliche Qualität. Dabei sorgt das nur dafür, dass sich eine Mehrheitsmeinung bildet, die sich dann automatisch selbst verstärkt. Aus Mehrheitsmeinungen wird häufig eine Pseudomoral abgeleitet, auf deren Grundlage dann manchmal regelrechte Hexenjagden veranstaltet werden”.

F1.330 Verführung ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert.

Wenn man im Museum seinen alten Arbeitsplatz entdeckt.

B912 Reinhard Rauball, Politiker, Rechtsanwalt, Fußballfunktionär: „Viele Leute bieten gerne das „Du” an, wenn sich alle in den Armen liegen. Das ist mir ein bisschen oberflächlich. Denn: Nicht immer, wenn man tolle Arbeit leistet, hat man auch Erfolg”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Jan Josef Liefers, Schauspieler, Musiker, Regisseur, Produzent: „Ich glaube nicht, dass man Kinder nach Talenten, Begabungen und Interessen selektieren und diese dann nur noch unter sich bleiben sollten. Das wär ja das, was Google macht [...] Algorithmen, mit denen Suchmaschinen arbeiten, selektieren uns nach Interessen und Gewohnheiten. Sie filtern die Vielfalt der Welt entsprechend vor und spülen uns nur noch auf den Bildschirm, was wir ihrer Analyse nach sehen wollen. Wir sehen nur noch einen Ausschnitt der Welt, begegnen auch gezielt nur noch anderen Usern, die so sind wie wir. Wenn wir nicht ausdrücklich wollen, brauchen wir uns auf die Art mit nichts anderem mehr auseinanderzusetzen. Was für eine Verarmung! Wenn ich könnte, würde ich eine Suchmaschine programmieren, die alles findet, nur nicht das, was man sucht. Damit wir auch mal was zu sehen bekommen, womit wir nicht gerechnet hätten. Ähnlich ist es mit der Schule. Wir wollen unseren Kindern die beste Schulbildung ermöglichen, die sie kriegen können, aber in so bunt gemischten Klassen wie möglich”.

01.01.2016

Es gibt Tage, an denen ich mehr Kaffee als Mineralwasser trinke. Margot Käßmanns „Man kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand” halte ich für einen in vielerlei Hinsicht und viele Ansichten überragenden Satz. Ich verbringe mehr Zeit auf Twitter als mit Zeitungen. Trage ich Jeans, dann ausschließlich von Levi's. Ich finde nicht, dass Literatur funktioniert. Es gibt Musik, die ich derart anstrengend finde, dass ich dazu keinen Sport machen kann. An Tagen, an denen mir Sport keine Freude bereitet, treibe ich einfach etwas mehr Sport, denn so kommt auch der Spaß wieder. Ich gehöre zu jenen Großstädtern, die jeder Bahn, jedem Flugzeug und jedem ausländischen Nummernschild hinterherschauen. Verlorene Notizen können mir jahrelang wehtun. Ich stelle bis zu fünf verschiedene Weckzeiten ein. So nett mich die meisten Menschen auch finden: vielen von ihnen bin ich nicht geheuer. Wäre ich ein Getränk, wäre ich Kaffee geworden. Wenn es einen Ort gibt, an dem mich Wehmut überkommt, dann in Buchhandlungen. ich verlasse meine Wohnung nicht, ohne die Fenster geöffnet zu haben. Ich tanze bevorzugt mit, neben und bei Lichtinstallationen. Ich habe noch nie Kontaktlinsen getragen. Duschen gefällt mir besser als baden. Was man landläufig unter Pubertät versteht, habe ich verpasst. Ich mag weder Lakritze, Knoblauch noch Rote Beete. Ich gehöre zu jenen Menschen, die andere Menschen, die andere Menschen beim Handy-Spielen beobachten, beobachten. „Hundesohn” halte ich für ein vollendetes Schimpfwort. Meine persönliche, kulinarische Wiederentdeckung in diesem Jahr war Ketchup. Noch keine „Musikkritik” hat dazu geführt, dass das Stück mir hinterher besser gefallen hat. Ich scheitere in unregelmäßigen Abständen daran, Behälter zu öffnen, die eine Kindersicherung haben. Bei der Wahl zwischen Splasher und Literaturverfilmung nehme ich jenen. Ich habe mir noch nie die Haare gefärbt. Ich finde nichts sexyer als wenn ein Gesprächspartner eine eigenständige Sprache spricht. Julian Casablancas ist drei Jahre älter als ich. Ich kann mir keine Witze merken. Ich brauche keine Musik, um Musik zu hören. Dirk Nowitzki, Carl Lewis, Arthur Abraham, Pete Sampras und Frank Busemann habe ich ein paar meiner knalligsten, medialen Sporterlebnisse zu verdanken. Keinen Alkohol zu trinken ist für mich keine Entscheidung gegen Alkohol, sondern eine Entscheidung für all diejenigen Getränke, die mir besser schmecken. Ich liebe Interviews. Ich lege mir für den nächsten Arbeitstag mindestens zwei mögliche Dresse zurecht. Ist zwar nicht beabsichtigt, aber ich wechsele im Schnitt alle 12 Monate den Job. Meine Lieblingsausrede gegenüber Frauen, die mir nicht gefallen, lautet: „Ich kann dir nichts bieten”. Ich habe unter anderem für Wikimedia, Ärzte ohne Grenzen und die Berliner Tafel gespendet. Nicht mal im Spaß habe ich jemals eine Frau gefragt, ob wir heiraten. Ich habe keine Übersetzung öfter nachgeschlagen als das englische Wort für „egal”. Im Deutschen habe ich nicht öfter nachgeschaut als bei „Misstrauen”. Ich haben keinen bestimmten „Typ Frau”, sondern wenn überhaupt eine Reihe von KO-Kriterien. Das Wort „verbesondern” beherrsche ich bis heute nicht. Ich verwende Parfüm für 90 Euro und Deo für 89 Cent. Ich gehe mit keinem Satz vorsichtiger und sparsamer um als mit „Es tut mir leid”. Es kommt vor, dass ich die ganze Nacht das gleiche Lied höre. Als Tier wäre ich eine Robbe: schwer und geschmeidig, sehr wach, verspielt, gemütlich, ohne natürliche Feinde und in sehr verschiedenen Territorien prima vorankommend. Ich zähle zu den Mitarbeitern, die unglaublich interessant finden, welche Mittagessen die Kollegen im Kühlschrank platzieren. Mit Schul- und Ehemaligentreffen halte ich es wie Al Bundy: „Peg, ich will nicht zu unserem Schultreffen gehen. Die stellen mir da Fragen, die ich nicht beantworten kann. So wie Wie geht’s dir? Wie läuft’s überhaupt? Und das immer schmerzliche Wie steht’s?”. Über keinen Menschen habe ich mich öfter geärgert als über meine Nachbarin. Es gab bislang noch keinen Sommer, auf den ich mich zu 100% freuen würde - das klingt traurig, hat aber den einfachen Hintergrund, dass mir kühles Wetter viel mehr behagt. Es gibt wenige Dinge, die mich mehr irritieren als ein Logo, dessen Schriftzug ich nicht entziffern kann. Der Satz „Wir werden noch schönere Wochenenden haben” geht mir hundertfach leichter über die Lippen als „Wir hatten ein perfektes Wochenende”. Ich habe zu viele Jacken, zu viele Schuhe, zu viele Jeans. Ich war nie auf einem Musikfestival. Ich mag es, wenn ein Plan funktioniert. Fast keines der Bücher, die ich besitze, habe ich zum regulären Preis erworben. Auch für die beschissenen Menschen in meinem Leben bin ich dankbar, denn sie bewahren mich davor, selbst ein Stück Scheiße zu werden. Meine Kriterien für meine eigene Kleidung sind so klar definiert, dass ich ganze Online-Shops bekannter Marken auf den Kopf stellen kann, ohne dabei ein einziges Teil zu finden. Als Jugendlicher träumte ich davon, NBA-Sachen zu besitzen. Öfter als an meine Schwester denke ich an meine Mutter. Lege ich mir Kleidung für den nächsten Tag zurecht, dann immer in doppelter Ausführung, um variierten zu können. Mehr als Zeitungen und Zeitschriften hat Twitter zu meiner Sprachentwicklung beigetragen in den letzten 5 Jahren. Ich möchte nicht jünger sein. Ich gebe knapp 1.000 Euro im Jahr für Zeitungen und Zeitschriften aus. Auf mein Essen achte ich mehr als auf meine Kleidung. Ich verabscheue kurzärmelige Business-Hemden. Ich gehöre den Auserwählten an, die über Weihnachten nicht zunehmen. Ich gehe alle zwei Wochen zum Frisör. Ich fühle mich mit 34 besser als mit 24. Monty Burns' „The promise of a new day is more of enough exhilaration for me” (02.02.1997) halte ich für den schönsten Satz im Simpsons-Universum. Ich bin Frühaufsteher. Reue tritt bei mir nur auf, wenn ich Zeit verliere oder verloren habe. Ich bin Ektomorph. Wolken, rauschende Baumkronen und rasche Lichtwechsel sind für mich die schönsten Naturschauspiele. Das Post-it ist für mich nicht nur der Top-Büroartikel, sondern ohne Post-its wäre mein Leben anders verlaufen. Ich gehe alle zwei Wochen zum Friseur. Ich suche seit Jahren die passenden Kopfhörer. Als Kind hab ich mir Spielzeugpanzer mit in die Badewanne genommen. Singen ist mir peinlich. Die Träume der anderen sind uninteressant - nicht weil sie nicht von Interesse wären, sondern ich mich nicht für sie interessiere. Die Gebrechlichkeit von alten Menschen bei der Fortbewegung gibt mir gelegentlich einen Stich ins Herz. Manchmal werfe ich Dinge weg, um mich zu einem bestimmten Verhalten zu zwingen, z. B. den Videoshop-Ausweis, um keine Analog-Videos mehr auszuleihen. Im Büro habe ich noch nie geweint. Bafög, Rentenversicherung und die Mitgliedschaft im Sportstudio sind die drei besten Verträge meines Lebens.

31.12.2015

F1.329 Flügel verleihen Liebe.

Wenn ein Mensch so aussieht, wonach das persönliche Lieblingslied klingt.

„Zitterschanze”.

B911 Der Irrglaube, dass der, der laut ist, auch erfolgreich sein wird.

„Beweisorgie”.

A522 Aus der Reihe Facebook-Sprech, dasnuf, 23.05.2011: „Leute, die ihre Kinder vor 30 Jahren „Peter Müller” genannt haben, waren Visionäre was Privatsphäre, Facebook, Googelbarkeit etc. angeht”.

30.12.2015

„Lutschtorte”.

F1.328 Die drei Top-Ingredienzen für eine gute Beziehung: Liebe, Abwechslung, Aufmerksamkeit.

„Achtsamkeits-Menschen”.

A520 B909 Gil Renard, Figur aus „The Fan”, 16.08.1996: „Wenn man an eine Sache positiv rangeht, dann klappt sie auch”.

„Blitz-Krebs”.

A521 B910 Bobby Rayburn, Figur aus „The Fan”, 16.08.1996: „Die Fans sind wie Weiber. Wenn man trifft, lieben sie dich. Und wenn nicht, werden sie dich eher anspucken als ansehen. Weil sie nicht verstehen, dass du derselbe Mensch bist, ob du triffst oder nicht. Der Einzige, für den man spielen sollte, ist man selbst”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom: „Ich habe das Gefühl, dass mein Leben reicher geworden ist durch die Möglichkeit, Wissen über alles, was mich beschäftigt, sofort zu bekommen. Und auch durch die Möglichkeiten des Teilens. Ob das Bilder sind, die wir über die Cloud mit Freunden teilen, oder Dinge wie Autos, oder Erfahrungen und Emotionen. Kinder teilen Emotionen! Wir kritisieren Kinder oftmals dafür, dass sie nur noch am Computer hängen. Aber ist denn die Intensität, die sie erleben, nicht größer geworden, weil sie permanent mit ihren Freunden zusammen sind? Sie können jeden Moment teilen, über Snapchat oder Instagram, ganz egal, wo sie sind. Es ist nicht wie bei uns früher, als man sich für nachmittags um drei in der Stadt verabredete und dann nur zwei Stunden gemeinsam hatte [...] Ich glaube schon, dass sich unsere Gesellschaft durch das Netz noch beschleunigt hat und der Mensch da mit seiner Adaptionsfähigkeit hinterherhinkt. Insbesondere für ältere Menschen ist das ein echtes Problem: Meine Mutter ist 86 Jahre alt und kämpft mit ihrem iPad [...] Bei den großen Internetunternehmen haben die Kunden den Eindruck, dass deren Dienste kostenlos sind. Das ist aber nicht der Fall: Wir bezahlen eben mit unseren Daten für den kostenlosen Routenplaner, und jedes Mal wenn wir den „Gefällt mir”-Knopf drücken, ist das für den Betreiber des Dienstes bares Geld. Wir geben unsere Daten viel zu leichtfertig und zu billig weg. Außerdem entwickeln sich die Datenmodelle in einer unheimlichen Geschwindigkeit weiter. Sie antizipieren, wo der Kunde ein Bedürfnis hat, und geben ihm das Gefühl, die verstehen mich [...] Bald wird der Moment kommen, an dem wir nicht mehr unterscheiden können, ob uns ein Computer oder ein Mensch antwortet, zum Beispiel auf die Frage: Warum fühlst du dich heute nicht wohl?”

29.12.2015

Warum „Willst du das wirklich?” oft nach „Bist du das wirklich?” klingt.

D578 Tobias Esch, Mediziner, Glücksforscher: „Viele Kollegen verzweifeln am Unglück der anderen, sind überlastet, erleiden ein Burnout oder bekommen eine Depression. Auch Suchtprobleme und Suizide treten zum Beispiel statistisch gesehen unter Ärzten häufiger auf [...] Voraussetzung für ein Glücksgefühl beim Helfen ist, dass ich Emotionen zulasse. Dass ich in einen echten körperlichen und empathischen Kontakt mit jemandem trete. Dabei muss ich aber gleichzeitig ganz klar wissen, wo die Grenzen zwischen meinen Gefühlen und dem Leid des Gegenübers liegen. Laut einer Theorie passiert nun Folgendes: Wenn ein Patient oder Klient Hilfe erwartet, wird er von mir abhängig. Durch diese Abhängigkeit fällt mir die Abgrenzung zwischen mir selbst und meinem Gegenüber immer schwerer. Plötzlich bin ich nicht mehr nur empathisch, sondern leide mit. Hinzu kommt häufig beruflicher Stress, der erwiesenermaßen die Fähigkeit hemmt, Emotionen zu kontrollieren. Durch die hohe Arbeitslast habe ich im Berufsalltag außerdem zu wenig Raum für Selbstreflexion. So erlebe ich diesen eigentlich so erfüllenden Beruf zunehmend als Belastung [...] Ein guter Therapeut vermag es zum Beispiel, eine Beziehung zu ermöglichen, zu halten, aber auch zu beenden. Das bedeutet: Zunächst sollte der Helfende in einen echten, empathischen Dialog mit dem Patienten treten, eine Beziehung aufbauen und diese über die Therapiestunde oder über die Dauer der Behandlung aufrechterhalten. Anschließend muss er diese Beziehung aber genauso professionell wieder auflösen und den Patienten gehen lassen [...] Wenn der Therapeut oder Arzt sich nicht von den eigenen Gefühlen abkapselt, sondern sie bewusst wahrnimmt, ohne dabei überfordert zu sein, nimmt auch seine therapeutische Wirksamkeit zu. Der Patient wird gesünder, die Therapie effektiver und eventuell kürzer, der Erfolg langanhaltender [...] Der Patient spürt, ob ein Therapeut sich von ihm abgrenzt oder bei ihm ist und sein Leid aushalten kann. Wenn der Therapeut Glück beziehungsweise Zufriedenheit ausstrahlt, wird er quasi zu einem Vorbild im Glücklichsein”.

„Vorzeigeverschenker”.

B908 Die Verlegenheit, in die man Kollegen bringt, deren vollständigen Namen man kennt, ohne dass das Gegenteil der Fall ist.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Keine Zeit für Dschihad: Auf Twitter haben viele Nutzer dem Aufruf des selbst ernannten IS-Kalifen, sich einem Aufstand in Saudi-Arabien anzuschließen, eine Absage erteilt. Man sei mit Netflix und Serien beschäftigt, andere müssen sich um die Fische im Aquarium oder das Studium kümmern, außerdem habe es die Mutter verboten”.

F1.327 Dass man in einer Beziehung ist, heißt noch nicht, dass man eine hat.

28.12.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, gemuellert: „Der Profi urteilt ja immer erst Montags über den #Tatort, um nicht in den „so urteilt das Netz”-Berichten aufzutauchen”.

B906 Die meisten gehen zur Arbeit. Nur wenige ihren Weg.

Wenn eine schöne Neben- zur wichtigen Hauptsache wird.

B907 Aus der Reihe Online-Sprech, derErnstling : „Meine Internetlaufbahn verweigert mir jeden Beruf”.

„Fassadenworkshop”.

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „verzweifelte Zuversicht”. Gemeint sind nicht „Illusion” oder „Zwangsoptimismus”.

27.12.2015

„Metaimplosion”.

A519 F1.325 Fernando Sucre, Figur aus „Prison Break”, 29.08.2005: „Ich kenne Männer. Männer sind mit Frauen nie nur befreundet. Kein Typ fährt ein Mädchen 500 Meilen quer durchs Land, nur, weil er freundlich sein will”.

„Einsteigerdestinationen”.

F1.326 hollowloop: „Ich kann gar nicht so viel masturbieren wie ich an dich denke”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Meta-#Tatort”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für ein „verschärftes Freundschaftsspiel”.

26.12.2015

Wenn Werbung damit wirbt, keine Werbung zu sein.

Die Sätze „Mit der Sprache kommen auch die Befindlichkeiten”, „Normalisierung bedeutet noch lange nicht Normalität”, „Wer auf Zehenspitzen geht, hinterlässt keine Spuren”.

„Immotionell”.

A518 F1.324 Swanbeck, Figur aus „Mission Impossible II”, 26.05.2000: „Mit einem Mann ins Bett zu gehen und ihn zu belügen? Sie ist eine Frau - das braucht sie gar nicht zu trainieren”.

Einem Kuss anmerken, dass der Andere schon lange nicht mehr geküsst hatte.

25.12.2015

Der Punkt, ab dem Mut Dummheit wird.

A517 Benjamin Ruggiero, Figur aus „Donnie Brasco”, 28.02.1997: „Scheiß auf die Army. Die Army ist jemand, den du nicht kennst, der dich losschickt, jemanden anderen totzuschlagen, den du nicht kennst”.

„Kloppool”.

D577 carpe noctem.

F1.323 Wenn man in sie einsteigt, die Ruhe mitbringt und sie lang genug warm bleibt, kann man in ihr bleiben, bis man schrumpelige Haut bekommt. Gemeint ist die Badewanne. Und Liebe.

24.12.2015

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ebenfalls ein Trend im kommenden Jahr ist nach Ansicht von Frog Design der Bereich „Friendship as a Service”, also die Freundschaft als Dienstleistung. Ausgerechnet die am stärksten vernetzte Generation der Menschheit sehe sich nach zwischenmenschlichen Beziehung. Das schafft auch Raum für dahingehende Produkte und Geschäftsmodelle. In China beispielsweise, schreibt Frog Design, bieten Online-Unternehmen wie Taobao schon die Möglichkeit, sich einen Scheinpartner für den Besuch bei der Verwandtschaft zu mieten. Nur der Anfang: nach Angaben von Frog Design. Der ebenfalls aus China stammende Messenger WeChat bietet schon die Möglichkeit, sich Chatpartner auf Basis von Bildungsniveau und sexueller Vorlieben zu kaufen”.

Die Sinnlichkeit. Die Sinnlichkeit. Die Sinnlichkeit.

„Mitternachtsnotare”.

F1.322 B905 Malte Welding: „Es gibt in Deutschland keine arbeitsrechtlichen Probleme mit Beziehungen am Arbeitsplatz. Was nicht heißt, dass sie gern gesehen werden. Denn Arbeitgeber tauschen Geld gegen Zeit, und diese Zeit wollen sie gern ganz für sich haben. Schwieriger als die Beziehung am Arbeitsplatz ist in der Regel die Trennung am Arbeitsplatz. Eine Firma kann sich nicht aufspalten entlang der Trennungsgrenzen wie ein Freundeskreis, auch Schlägereien sind ungern gesehen. Man sollte nun nicht lügen, wenn man von Kollegen darauf angesprochen wird. Denn wer fragt, ahnt etwas, und wer etwas ahnt, der steht kurz davor zu wissen - und wird sich belogen fühlen. Geben sie einander etwas Zeit, am besten so lange, bis Sie wissen, dass Sie sich auch friedlich wieder trennen können. Das ist generell eine gute Voraussetzung für eine Beziehung, umso wichtiger, wenn man sich auch in Zukunft täglich sehen wird”.

D576 Konfetti schwimmt auf der Oberfläche.

23.12.2015

F1.321 Dieter Hecking, Fußballtrainer: „Das ist im Grunde wie in einer Ehe - die lebt auch davon, dass man eine gute Streitkultur hat”.

Alles hinschmeißen und sich dazulegen.

„Food-Taliban”.

D575 missdetailreich: „Sich in Gesellschaft alleine zu fühlen, ist so viel schmerzhafter als tatsächlich alleine zu sein. #notjustsad”.

22.12.2015

Mitunter reicht die Betonung einer Silbe aus, um einen Menschen auf Anhieb sympathisch zu finden.

Wenn Taktik mit Strategie verwechselt wird.

F1.320 Mario Barth, Komiker: „Eine Frau vergisst vielleicht ihr Geburtsjahr, aber niemals den Hochzeitstag”.

Millionär von innen.

Die Sätze „Sterne: kennt man einen, kennt man alle”, „Träume sind unbesiegbar”, „Wer lacht, gewinnt Leben”.

21.12.2015

Aus der Reihe Online-Sprech: „Es ist immer wieder erstaunlich, das richtig gute Musik kaum noch wahrgenommen wird. Ich schreibe kaum noch Rezis im Inet, da mir einfach die Zeit fehlt. Für dieses Album nehme ich mir die Zeit, hier handelt es schlicht weg um einen wahren Schatz, nur die Masse bekommt es mal wieder nicht mit (das wundert mich schon lange nicht mehr)”.

„Raabinator”.

F1.319 mitStruwwelhaar: „Achtung, Bewunderung und Respekt - das Geheimrezept für eine glückliche Beziehung!”

„Leichenrekord”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Handelsblatt: „Fakt ist: Die sozialen Medien, Facebook, Twitter, die Suchmaschine Google horten einen gigantischen Datenschatz. Unaufgefordert speisen die Nutzer ihre privatesten Momente dort ein. Liebeshungrig auf der Suche nach Likes, nach Followern und - wie sie irrtümlich denken - Freunden. Eine Sucht, die selbst Profiblogger Sascha Lobo kürzlich gestand. Die Ersten beginnen zu ahnen, dass das nicht von Vorteil sein kann für sie selbst, und kommunizieren nun mit einer Schere im Kopf: Wie an einer Glaskette hängt in ihren Accounts ein Erfolgserlebnis neben dem anderen, Turniersiege der Kinder neben märchenhaften Fernreisen. Die IT-Konzerne nutzen das, um maßgeschneiderte Werbung zu platzieren, was an sich gar nicht so dramatisch ist - außer dass sich der Horziont der Menschen verengt: Der Dumme bekommt, platt gesagt, keine Bücher angezeigt, der Schlaue kann lange warten, bis er Angebote der Volkshochschule sichtet. Dramatisch sind aber die Rückschlüsse, die jenseits der Werbemaschine gezogen werden, wenn etwa - in ferner Zukunft meinetwegen - Versicherungen die Police kündigen, weil der Lebenswandel nicht stimmt. Oder wenn die Bank keinen Kredit gibt, weil die falschen Facebook-Freunde versammelt sind”.

20.12.2015

„Wohnpionierin”.

B904 Stille klingt in jedem Büro anders.

Wenn ein altes Wort neue Bedeutungen erhält.

D574 Das feine Gefühl von Frauen dafür, ob ein Mann „schwer am Leben zu tragen” hat.

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „stur bis zur Selbstaufgabe”.

F1.318 Herber Schnitzer: der Partnerin suggerieren, dass sie verwechselbar sei.

19.12.2015

F1.315 Aus einer Kontaktanzeige: „70 J / 1.68, verw., Kauffrau, jetzt Rentnerin mit Zeit für „UNS”, um Sie zu verwöhnen. Bin sehr schön, mit weicher Jungmädchen-Figur, wesentlich jünger aussehend. Ich bin voller Liebe und Zärtlichkeit, feinfühlig, intelligent, rücksichtsvoll, liebevoll u. lache gerne, eine Frau mit dem gewissen „ETWAS”, die Liebe braucht und Liebe geben möchte - ich möchte Sie glücklich machen. In meinem Zuhause ist alles bereit fürs weihnachtliche Dinner, ich koche uns ein schönes weihnachtliches Menü, Gans oder Fisch, ich kann beides - auch mein Auto ist startbereit ... wie ich für die LIEBE. Ich freue mich, wenn wir uns treffen, im Lichterglanz der geschmückten Straßen spazieren gehen, Hand in Hand wie zwei Teenager, dann gehen wir gemeinsam den Weg zu Ende. Gemeinsam ist alles leichter - bitte komm unter meinen Christbaum oder melde Dich an meinem Geburtstag (22.12.) und gratuliere mir (Alter nebensächlich)”.

„Popcorn-Liga”.

F1.316 Mario Barth, Komiker: „Viele Frauen sind der Meinung, dass man eine Beziehung nur führen kann, wenn man zusammen ist. Sehen Männer oft ganz anders. Wir können auch eine Beziehung haben, wenn wir spät nachts ins Schlafzimmer schleichen und sie am nächsten Morgen schön weg ist, weil sie früh arbeiten musste [...] Für einen Mann gehört ein Abend mit Kollegen eben zur Arbeit dazu. Das ist wie duschen nach einem Fußballspiel. Wir Männer brauchen das und wir wollen nicht immer sagen, wo wir genau waren. Eine Frau, die immer weiß, wo ihr Mann ist, nennt man Witwe”.

„Rhododendronkönigin”.

F1.317 B902 Julia Roberts, Schauspielerin: „Mit seinem Partner zu arbeiten, hilft besonders nach sehr emotionalen Drehtagen [...] Meine Freundin hat man zu mir gesagt: „Wenn du eine interessante Beziehung willst, musst du in einer sein und drin bleiben”. Und das stimmt total”.

B903 Maike Dietz, Personalberaterin, Karriere-Coach: „Dass Gefühle in Unternehmen keine Rolle spielen, ist ein Märchen. Ich sehe das ja: Richtige Konflikte entstehen nie auf der Sachebene. Daher ist es ein entscheidendes Handicap, wenn Führungskräfte etwa keinen Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt haben. Solchen Leuten fällt es auch schwer, sich in andere Gefühlswelten, etwa die ihrer Mitarbeiter oder gleichberechtigter Partner, hineinzuversetzen. So passiert es häufiger, dass sie Leute plump vor den Kopf stoßen, ohne es zu bemerken. Sie denken eben nur eindimensional auf dieser Sach- und Fachebene. Und: Nur wer Gefühle zulässt, kann Freude erleben und Begeisterung entfachen”.

18.12.2015

„Orgasmus-Atlas”.

B900 mehr Vorstellung als Gespräch - das Vorstellungsgespräch.

„Alphamännchen-Gezicke”.

B901 RedZora_HH: „Weihnachtsmarkt - das Wacken des Büroangestellten”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Inboxingrate”.

„Freizeitstau”.

Wenn man als Nicht-Trinker bei Trinkern in den Verdacht gerät, Apostel, Vertreter und Missionar des Nicht-Trinkens zu sein.

F1.314 Von den einfachen Sätzen ein rarer: „Ich bin zufrieden mit uns”.

„Haaresbilanz”.

Wolfgang Bosbach, Politiker, Rechtsanwalt: „Ich bemühe mich in der Tat darum, meine politische Position so klar wie möglich zu erläutern - deswegen wäre mein Rat an junge Kolleginnen und Kollegen: Bleibt nicht bei Sätzen wie „Einerseits, andererseits” oder „Alles hängt mit allem zusammen” oder auch immer wieder gerne genommen „Vom Ende her denken” - das hört sich alles toll an, aber im Grunde möchte der Zuschauer, der Zuhörer, wissen: Wo steht der Politiker? Welche Meinung vertritt er? Welche Haltung hat er? Deswegen immer die eigene Überzeugung klar formulieren, in einer Sprache, mit der man auch verstanden wird - dann gibt es Zustimmung. Aber es gibt natürlich auch Kritik. Aber das kann man nicht vermeiden. Wer immer versucht, es rhetorisch allen recht zu machen, wird es am Ende niemanden recht machen können”.

17.12.2015

„Hausgeträumt”.

B898 Jens Wasel, Geschäftsführer, Gründer: „Scheitern ist eine Ressource, die man nutzen kann”.

„Kleiderschrank-Navi”.

Wenn aus Rebellen Imperatoren werden.

B899 Aus der Reihe Online-Sprech, Dr. Dorothea von Wichert-Nick, Geschäftsführerin: „Heute muss sich jede Führungskraft der Digitalisierung verpflichtet fühlen und ihren eigenen Bereich auf Potenziale der Digitalisierung hin screenen und dann die entsprechenden Veränderungen einführen. Und es braucht eine C-Suite, die das Thema Digitalisierung umfassend denkt und es natürlichen Bestandteil in ihre Unternehmensstrategie integriert. Digitalisierung ist keine Pflichtveranstaltung eines einzelnen CXO - die gesamte C-Suite muss ihre digitale Vision mit Begeisterung vorleben und die Umsetzung eng begleiten”.

„The United States of Television”.

Robert Spaemann, Philosoph: „Religionen, die es ernst meinen, sind intolerant”.

„Unterm-Baum-Garantie”.

F1.313 Der Lebensabschnitt, ab dem Treue wichtiger als Sex wird.

16.12.2015

B897 Warum das Wort „Arbeitswoche” aus dem Alltagssprech verschwindet.

„Gewillkürt”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Jim Egan, CEO: „Ich habe vor Kurzem noch darüber nachgedacht, wie wohl die Berichterstattung über 9/11 hätte aussehen können, wenn es damals schon soziale Netzwerke wie Twitter gegeben hätte. Damals waren die Menschen noch überhaupt nicht übers Internet miteinander verbunden und News wurden komplett anders verbreitet als jetzt während der Paris-Anschläge. Am 13. November 2013 wussten, anders als bei 9/11, innerhalb von nur einer Stunde nahezu alle Menschen in Europa und viele auch weltweit, was passiert. Das heißt, Social Media hat die News-Rezeption in der Tat komplett umgewandelt. Meiner Meinung nach ist das jedoch weder vollständig gut noch vollständig schlecht. Die sozialen Netzwerke sind da und sie sind ein wichtiges Medium unserer Zeit geworden, das wir selbstverständlich bespielen müssen. Ein großer Nachteil ist allerdings, dass dort nicht nur Nachrichten, sondern ebenfalls jede Menge Gerüchte oder auch Hetze verbreitet werden [...] Im Netz gibt es sehr viele unterschiedliche Ebenen der Information und gleichermaßen viele unterschiedliche Meinungen. Online findest du immer jemanden, der dir zustimmt. Es ist ein wunderbarer Ort für Verschwörungstheorien. Oftmals bleiben diese einsam, aber manchmal stimmen einer Meinung mehrere 1.000 Menschen zu. Diese Filterblase ist eine gefährliche Seite der sozialen Netzwerke, da die Menschen in ihr aufhören, beide Seiten einer Geschichte zu betrachten und ihre eigenen Ansichten um jeden Preis durchsetzen wollen”.

„Post-App-Ära”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAZ: „Das Internet darf niemals ein rechtsfreier Raum sein. Aber jeder merkt, dass der Staat damit hinterherhinkt, geltendes Recht durchzusetzen, auch und gerade in den sozialen Netzwerken. So hat sich jetzt der Bundesjustizminister mit Online-Plattformen wie Facebook darauf verständigt, dass Hassausbrüche möglichst innerhalb von 24 Stunden aus dem Netz genommen werden. Schon dieses Verfahren zeigt die wahren Machtverhältnisse: Mit transnationalen Großkonzernen verhandelt die demokratisch legitimierte Regierung über die Durchsetzung des nationalen Rechts. Dabei sollte doch auch für die weltumspannenden Such- und Kontaktmaschinen mit NSA-Anschluss gelten: Hierzulande gilt deutsches Recht, und wer strafbare Inhalte verbreitet, der muss dafür geradestehen [...] Die aktive Mitgliedschaft in den oft eher asozialen Netzwerken mit ihren undurchschaubaren allgemeinen Geschäftsbedingungen, ihrem Datenhunger, ihrer nur scheinbaren Gratiskultur (man zahlt mit persönlichen Informationen), mit ihrem großen Freiheits-, aber auch Vernichtungspotential ist ein weitreichender Schritt, der Grundrechte berührt”

„Weihnachtsfeierfuchs”.

F1.312 Mario Barth, Komiker: „Frauen sind ja ein offenes Buch. Aber leider in einer Sprache geschrieben, die kein Mann lesen kann. Das merkt man zum Beispiel bei Kompromissen. Kompromisse aushandeln ist eine große Kunst. Denn Frauen wissen oft gar nicht, dass eine Entscheidung ein Kompromiss war [...] Heimliche Kompromisse gibt's nicht. Der Satz: „Du hast die drei Kinder bekommen, die Du immer haben wolltest, jetzt bin ich endlich an der Reihe und mache einen Segeltörn um die Welt.” Funktioniert nicht. Ein Mann muss klare Forderungen formulieren, sonst merkt die Liebste nicht, wie bescheiden wir sind und wie kompromissbereit. Denn Frauen müssen immer das letzte Wort behalten - leider nicht für sich”.

15.12.2015

„Kult-Blondine”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Jürgen Todenhöfer, Publizist: „Lieber Herr Zuckerberg, es kann nicht sein, dass Facebook Hass-Kommentare wie „Nur ein toter Muslim ist ein friedlicher, guter Muslim.” oder „1 Kugel für dich!” ausdrücklich akzeptiert. Wir haben diese Kommentare, die auf unserer Facebook-Seite gepostet wurden, gemeldet. Facebook hat uns jedoch ausdrücklich mitgeteilt, dass derartige Hassbotschaften und Aufrufe zum Mord, NICHT gegen ihre „Standards” verstoßen. Ich bezweifle, dass die heutigen schwammigen Erklärungen von Justizminister Maas und Facebook dem Problem gerecht werden. Sie, Herr Zuckerberg, müssen sich hier viel stärker persönlich einbringen”.

„Pleiten-Triple”.

F1.311 Etwa die Hälfte aller Streits behöbe man, indem man dem Gegenüber die Haare aus dem Gesicht streift, Augenkontakt aufnimmt und sich küsst.

14.12.2015

Nachgeschlagen: Josh Boyega; Alois Vogel; Sándor Ferenczi; Max Zweig; Steven Gätjen; Marie Versini; Ernő Rubik; Hans Traxler; Britt Hagedorn; Nyan Cat; Richard Kadison; Werner Scholem; Christa Meves; Piet Klocke; Joyce Carol Oates; Daisy Ridley; Jeannine Michaelsen; Joachim Lottmann; Richard Dean Anderson; Antonio Puerta; Iggy Azalea; Bernhard Jagoda; Karel Roden; Max Giermann; Mahmoud Dahoud; Sean Harris; Anna Hausburg; Lajos Détári; Ingo Politz; Ralph Hasenhüttl; Danilo Teodoro Soares; Kathleen Kennedy; Vasile Miriuță; Burj Khalifa; Puzzolane; Reinhard Grindel; PPA; Bocar Djumo; Anna Fenninger; Richard Girulatis; Elmo Wiliams; Kaknästum; Max Fabiani; Peter Herrmann; Shandy Hall; XMP; Mansa Musa; Cornelius Vanderbilt; Solvabilität; Mayer Hawthorne; Amanda Palmer; Rian Johnson; Thomas Urban; Joachim Käpper; Elisabeth Leonskaja; Joseph-Marie Jacquard; Marc Beise; Endodontie; Claus Hulverscheidt; Mark Hamill; Carl Christian Bry.

Gesucht wird ein anderes Wort für „Halbzeit-Titel”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus dem Berliner Kurier: „Schock für Fans von Ed Sheeran (24). Der britische Sänger hat auf Facebook eine Auszeit von allen sozialen Kanälen verkündet. „Ich sehe die Welt durch eine Scheibe, nicht durch meine Augen”, schreibt er auf seiner Facebook-Seite”.

F1.310 Wenn die Beziehung keinen Sinn mehr ergibt, heißt die Lösung nicht, eine Familie zu gründen.

B896 Aus der Reihe Online-Sprech, Prof. Christian Montag: „Das Smartphone spiegelt uns vor, wir wären zu Multitasking fähig, aber unser Gehirn ist nicht auf parallele Verarbeitung programmiert. Um gut arbeiten zu können, müssen wir uns fokussieren und eins nach dem anderen machen. Dazu kommen wir aber gar nicht mehr [...] Es ist ein Zeitvernichter. Smartphone-Nutzer verbringen im Durchschnitt knapp drei Stunden pro Tag an ihrem Handy, etwa ein Drittel davon sind sie auf sozialen Netzwerken unterwegs, auch am Arbeitsplatz [...] Etwa 40 Prozent nutzen ihr Handy sogar in den letzten fünf Minuten vorm Schlafen und schalten es in den ersten fünf Minuten nach dem Aufwachen an. Damit ist schon morgens sofort alles da: E-Mails, Arbeit, Stress [...] Weil wir konstant erwarten, dass uns etwas Nettes widerfährt. Aber das passiert nur unregelmäßig. Und auf unregelmäßige Belohnungen reagiert unser Gehirn besonders heftig. Zudem ist der Großteil unseres Verhaltens konditioniert, da laufen unbewusst automatische Mechanismen ab [...] Wir müssen anders mit den Geräten umgehen. Vieles, was wir am Smartphone machen, ist unnötig. Es kommt zwar unserem Urbedürfnis entgegen, sozial eingebunden zu sein - deswegen sind die Social-Media-Anwendungen auch so erfolgreich. Aber die drei Stunden am Tag fehlen uns für echtes Miteinander. Wir bringen uns damit um sehr schöne Momente”.

13.12.2015

„Ohrenschrauber”.

B895 Gerald Hüther, Hirnforscher: „Arbeit hat mehrere Zwecke, nicht nur den, sein Auskommen zu sichern. Der Mensch, der in Gemeinschaften lebt, braucht immer etwas, was ihn mit diesen Gemeinschaften verbindet. Wir sind soziale Wesen. Unser Gehirn strukturiert sich ein Leben lang vor allem aufgrund der Erfahrungen mit anderen. Wir sind also so angelegt, dass wir immer nach Gelegenheiten suchen, mit anderen gemeinsam etwas zu tun. Wir wollen verbunden sein und gleichzeitig zeigen, dass wir etwas drauf haben. Verbundenheit auf der einen Seite, Freiheit und Autonomie auf der anderen - das sind die zwei menschlichen Grundbedürfnisse. Und die lassen sich am besten durch Arbeit stillen [...] Verbundenheit ist die Primärerfahrung eines jeden Menschen, weil er ganz am Anfang seiner Existenz ohne verbunden zu sein nicht hätte überleben können. Dieses Grundbedürfnis wird er nie wieder los [...] Ich beobachte zwei große Trends: einmal die Automatisierung, die unangenehme, zeitaufwendige und stupide Arbeiten immer mehr den Robotern überlässt. Das sind genau die Arbeiten, bei denen man hofft, dass die Zeit schnell vergeht - Fließbandarbeit zum Beispiel. Roboter befreien uns zunehmend von diesen Tätigkeiten, die wir Arbeit nennen, aber für das Gehirn gar keine Arbeit sind. Der zweite Trend ist, dass es die jungen Menschen einfach nicht mehr hinnehmen, dass sie ein Leben lang einen schlechten Job machen müssen, nur um Geld zu verdienen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Arbeit Freude machen muss. Für die jungen, gut ausgebildeten Menschen ist Arbeit etwas anderes als das, was wir unter Lohnarbeit verstanden haben”.

„Mattscheibendauerprogramm”.

Warum Inspiration Pirat enthält.

„Wassereisschutzglasur”.

F1.308 Malte Welding: „Sex ist relativ schnell auserzählt. Selbst wenn man einige Perversionen einstreut, kann man das Drehbuch bald im Schlaf anwenden. Der Mensch hat einen Entwicklungssinn: Er kann nicht stehen bleiben. Nun mag Sex wie das Gegenteil von Stehenbleiben klingen, aber tatsächlich ist er im Grunde immer gleich. Nur wenn die Verbindung zwischen den beiden Betreibenden wächst, kann regelmäßiger Sex wirklich genossen werden”.

„löwbar”.

F1.309 Aus dem Berliner Kurier: „40 Prozent aller männlichen Nutzer von Dating-Plattformen suchen wirklich nur Gelegenheitssex - knapp 42 Prozent der Frauen dagegen, die auf Online-Partnerbörsen aktiv sind, sehnen sich nach einer langfristigen Beziehung. Warum fast jeder zweite Kerl nur ein Betthäschen sucht, ist mehr als offensichtlich - er ist nämlich schon vergeben”.

12.12.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Thierry Chervel, Redakteur, Musikwissenschaftler: „Größere, authentische Internet-Medien sind in Deutschland nicht entstanden [...] Es gibt keine Gattungsunterschiede mehr. Alles ist Internet. Eine Zeitung ist nichts anderes als eine ausgedruckte Internetdatei. Die Digitalisierung, von der Informationsindustrie begeistert aufgenommen als Verbilligung der Arbeitsprozesse, hat ihr ihre Geschäftsgrundlage genommen. Einmal digitalisiert ist der Datensatz nicht mehr festzuhalten [...] Zeitungen waren das Ebay des 19. Jahrhunderts [...] Als die Anzeigen ins Internet abwanderten, stürzten die Zeitungen gewaltig in die Tiefe. Ebay, Google, Amazon haben die Märkte effizienter organisiert. Jetzt stellt sich heraus, dass es für Informationen jenseits dieser überkommenen Bündelung kein Geschäftsmodell gibt [...] Das World Wide Web ist so etwas wie Weltgemeindeland. Zur Zeit versuchen Staaten und Konzerne, es sich unter die Nägel zu reißen. Dagegen sollten wir vorgehen. Das offene Netz ist in Gefahr”.

„Stellarator”.

B892 Prof. Jutta Allmendinger, Soziologin: „Man arbeitet und arbeitet, später fragt man sich dann: Warum habe ich mir damals nicht etwas mehr Zeit genommen und gegeben? Warum kümmern sich viele Väter mehr um ihre Enkelkinder als um die eigenen Kinder? Warum ist eine zweite Ausbildung im Laufe des Lebens hier in Deutschland noch immer so selten? Warum reisen wir oft erst, wenn wir im Ruhestand sind, und erkunden nicht früher die Welt?”

Aus der Reihe Online-Sprech: „Du nervst Du nervst Du nervst Du nervst Du nervst!! Bitte geh saufen, mach Dich locker, hab Spaß. Hör auf so ein miesepetriger, alkoholhassender uns alle belehrender Volhorst zu sein. Bitte. Du nervst und nervst und hast von Fussball so unendlich wenig Ahnung. Lerne bitte Niederländisch und lerne die rotterdamer Deutschlandfreundlichkeit vor Ort kennen. Geh bitte aus dem Forum. Wir können nix dafür, dass Deine Eltern gesoffen haben. Bitte hör auf uns den Alkohol madig zu machen. Heute trinkt man zB nicht mehr während der Schwangerschaft, wie bei Deiner Mutter. Es ist alles verantwortungsvoller geworden. Wir wollen Deine Anti Alkohol Meinung nicht lesen”.

B893 Prof. Till Roenneberg, Chronobiologe: „Würden wir eine Zeit lang ohne künstliche Lichtquellen im Freien zelten, würden sich unsere inneren Uhren wieder an den äußeren Tag-Nacht-Rhythmus angleichen. Diesen ursprünglich normalen Schlafrhythmus haben heute die wenigsten Menschen, dennoch müssen die meisten am frühen Morgen zur Arbeit [...] Es ist nicht Faulheit, wenn jemand sagt: Ich würde gerne ab zehn Uhr meine acht Stunden arbeiten und nicht schon ab acht. Im Gegenteil, dieser Mensch möchte gut ausgeschlafen sein Bestes geben, und zwar zu seiner besten inneren Zeit. Arbeitszeiten sollte man flexibel gestalten. Es macht keinen Sinn, wenn wir jedem dieselbe Schuhgröße verschreiben [...] Außerdem sollten wir am Vormittag so viel Licht tanken wie möglich. Und nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder zu Fuß gehen. Denn sobald wir ein Dach über dem Kopf haben, kriegen wir nicht mehr genug Licht ab. Draußen haben wir auch bei schlechtem Wetter 10 000 bis 15 000 Lux, an schönen Tagen mehr als 100 000 Lux. Drinnen kriegen wir, wenn wir Glück haben, 400 Lux ab, meistens weniger”.

F1.307 Die Erwartung, vom Partner zum Lachen gebracht zu werden, haben vor allem Partnerinnen.

Ernst Strouhal, Historiker, Spieleforscher: „Im Alltag ringen wir mit dem Zufall, wir wollen ihn kontrollieren, aber wir wissen: Es geht nicht wirklich. Beim Spielen können wir die Angst vor dem Zufall auslagern. Wir spielen, aber werden von den Spielen auch gespielt. Vielleicht liegt darin auch ihr Faszinosum”.

„Kokainsprech”.

B894 Matthias Nöllke, Kommunikationswissenschaftler: „Wenn ich nicht schlagfertig reagiere, verliere ich an Souveränität und Würde, damit geht mein Selbstbewusstsein in den Keller. Und das hat Auswirkungen auf mein Auftreten [...] Selbst wenn man mit einem „Dazu fällt mir nichts ein” die eigene Sprachlosigkeit thematisiert, ist das besser als Schweigen [...] Berechtigte Kritik sollte ich erst einmal annehmen. Ein Spruch wirkt dann schnell patzig und eher unsouverän”.

11.12.2015

F1.306 Paare, bei denen beide auf die Zähne beißen, sobald sie Händchen halten.

„Tschornalist”.

Online-Sprech, Peter Sunde, Unternehmer, Softwareentwickler, IT-Experte: „The internet is shit today. It’s broken. It was probably always broken, but it’s worse than ever [...] we don’t have an open internet. We haven’t had an open internet for a long time. So, we can’t really talk about the open internet because it does not exist anymore. The problem is, nobody stops anything. We are losing privileges and rights all of the time. We are not gaining anything anywhere. The trend is just going in one direction: a more closed and more controlled internet. That has a big impact on our society. Because they are the same thing today. If you have a more oppressed internet, you have a more oppressed society. So that's something we should focus on. But still we think of the internet like this new kind Wild West place, and things are not in chains yet, so we don’t care because everything will be OK anyhow. But that is not really the case. We have never seen this amount of centralization, extreme inequality, extreme capitalism in any system before. But according to the marketing done by people like Mark Zuckerberg and companies like Google, it's all to help with the open network and to spread democracy, and so on. At the same time, they are capitalistic monopolies. So it’s like trusting the enemy to do the good deeds. It is really bizarre [...] The thing is the internet is really stupid. It works really simply in a simple manner and it doesn’t take any adjustments for censorship. Like, if one cable is gone, you take the traffic through some other place. But thanks to the centralization of the internet, (possible) censorship or surveillance tech is a whole lot harder to get around. Also, because the internet was an American invention, they also still have control of it and ICANN can actually force any country top level domain to be censored or disconnected. For me that’s, a really broken design. But it has always been broken, we just never really cared about it, because there always have been a few good people that made sure that nothing bad happened before. But I think that’s the wrong idea. Rather let bad thing happen as quick as possible so we can fix them and make sure it does not happen in the future. We are prolonging this inevitable total failure, which is not helping us at all”.

Warum es keinen Studiengang für Piraterie gibt.

„Cannabis-Projektleiter”.

Eine der gebrauchtesten Wochen, seit ich das Wort „gebraucht” kenne.

„Effe-Effekt”.

B891 Arbeitnehmer, die nichts fordern, werden vom Arbeitgeber beim Wort genommen.

10.12.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Anatol Stefanowitsch, Sprachwissenschaftler: „Nun war das Netz nie ein Ort gegenseitigen Respekts und zivilisierter Diskussionen. Gehässigkeit, wechselseitige, einander hochschaukelnde Beleidigungen und Provokationen jenseits aller Grundsätze zwischenmenschlichen Umgangs sind nicht nur ständige Begleiterscheinungen netzgestützter Diskurse, sie sind auch untrennbarer Teil der Netzkultur in Form von weithin akzeptierten und oft aktiv gepflegten Praktiken wie Flaming, Trolling und Shitstorms. Es mag deshalb zunächst nur als eine weitere Facette dieses rauen Umgangstons erscheinen, wenn ein Auszubildender unter das Foto eines Flüchtlingsmädchens, das sich an einem heißen Sommertag unter dem Schlauch der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr abkühlt, kommentiert: „Flammenwerfer währe [sic] da die bessere Lösung.” Oder wenn eine Mitarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt ankündigt, von den Flüchtlingen, um die sie sich möglicherweise bald kümmern müsse, werde „dank [ihrer] medizinischen Ausbildung […] keiner überleben”. Aus der Sicht derjenigen, die solche Kommentare verfassen, mag das im Einzelfall sogar stimmen. Es ist aber – abseits der Frage nach der Strafbarkeit – etwas qualitativ völlig anderes, ob ich Menschen ihre Intelligenz abspreche, weil sie einen anderen Texteditor verwenden als ich, oder ob ich zum Verbrennen von Flüchtlingen aufrufe und ankündige, sie zu ermorden. Auch im ersten Fall erzeuge ich zwar eine unangenehme Gesprächsatmosphäre, die für sich schon geeignet ist, viele Menschen aus dem Netz zu vertreiben, aber wenigstens kann ich mich noch damit herausreden, dass meine Leidenschaft für Texteditoren mich überwältigt hat”.

F1.305 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Eine unausgesprochen gebliebene, gegenseitige Verliebtheit, die sich jetzt, 25 Jahre später, offenbarte. Es ist nie zu spät”

Aus der Reihe Online-Sprech, Bianca Heinicke, Videobloggerin: „Im Internet fühlen sich Menschen immer stärker als sie eigentlich sind”.

B890 Gesucht wird eine Bezeichnung speziell für die Vorbehalte gegenüber der Digitalisierung/Automatisierung des eigenen Arbeitsplatzes.

Aus der Reihe Online-Sprech, Heiko Maas, Politiker: „Artikel 4. Kein Mensch darf zum Objekt eines Algorithmus werden. In Zeiten von Big Data werden aus Analysen vergangenen Verhaltens Prognosen für die Zukunft erstellt. Aber der Mensch ist mehr als sein Datenprofil, und menschliches Verhalten lässt sich nicht wertneutral berechnen. Jeder Algorithmus basiert auf Annahmen, die falsch oder gar diskriminierend sein können. Wir brauchen deshalb einen Algorithmen-TÜV, der die Lauterkeit der Programmierung gewährleistet und auch sicherstellt, dass unsere Handlungs- und Entscheidungsfreiheit nicht manipuliert wird. Maschinen haben keine eigene Ethik und empfinden keine Empathie. Nachteilige Entscheidungen dürfen daher nicht allein von Algorithmen getroffen werden. Wir dürfen nicht blind auf Statistiken und Big Data vertrauen, denn eine richtige Entscheidung muss nicht nur effizient, sondern auch gerecht sein”.

Frank-Walter Steinmeier, Politiker: „Man kann mit Selbstmordkommandos keine Friedensgespräche führen”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus Meedia: „Das große Klick-Dilemma: Leitmedien im digitalen Reichweiten-Rattenrennen”.

09.12.2015

„Rudi-Völler-Deutsch”.

Aus der Reihe Online-Sprech, marzipanoes: „Den Menschen hinter dem Account findet ihr übrigens ZWISCHEN seinen Toptweets”.

„Insektenhotels”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAZ: „In Twitter-Accounts, die den sogenannten „Islamischen Staat” (IS) unterstützten, wurden Spitzenmanager des Unternehmens persönlich verhöhnt. Twitter verliere den Krieg, hieß es dort. Die Botschaften wurden am 6. und 7. Dezember verbreitet, meldet SITE, eine Cybersecurity-Organisation, die islamische Terroristen im Internet aufspüren will. Twitter und Facebook spielen bei der Rekrutierung von Terroristen-Nachwuchs und für das Marketing eine wichtige Rolle. „Keine Webseite ist für die Terroristen wertvoller als Twitter”, sagt SITE-Expertin Rita Katz. „Viele ISIS-Kämpfer sind süchtig, sie tweeten selbst mitten im Gefecht.” Sie spricht von einem Online-Kalifat”.

Wenn aus einem Nadel- ein Spatenstich wird.

B889 Kaffee mit Beinen; Zug-Drücker; Verkehrszebras; Schwan-Zähler; Dabbawalla; Fahrrad-Angler; Rabenmeister; Straußen-Babysitter; Kennzeichenverdecker.

Mathias Richling, Kabarettist, Parodist, Autor, Schauspieler: „Die Menschen sind beruhigter, wenn sie das Nichts, was gesagt werden soll, in verständliche Worte verpackt bekommen”.

„Malerfürst”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Parallel hat Apple watchOS 2.1 für die Apple Watch freigegeben. Das Update erweitert die Sprachunterstützung der Uhr erheblich und soll ebenfalls mehrere Fehler und Probleme beseitigen, unter anderem bei fehlenden App-Icons und dem Starten von Dritt-Apps. Das Update lässt sich über die in iOS 9 integrierte Watch-App beziehen, die Uhr muss zur Installation mit dem Ladegerät verbunden und zu mindestens 50 Prozent aufgeladen sein”.

F1.304 Arnold Retzer, Paartherapeut, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin: „Wir verbringen den Großteil unserer Zeit auf der Arbeit und haben demzufolge dort die meisten Gelegenheiten, Menschen zu treffen, die dann auch noch zum gleichen Kontext gehören [...] Gerade die Partnerbörsen im Internet suggerieren durch die mathematischen Algorithmen, die sie anlegen und die ein hohes Maß an Übereinstimmung versprechen, dass das etwas Gutes sei. Das hieße im Extremfall, dass eine Beziehung mit mir selbst perfekt ist - mit meinem Ebenbild. Ich würde doch aber niemals eine Paarbeziehung mit mir selbst eingehen, das wäre nur wahnsinnig langweilig [...] Wer als Paar zusammen an einem Projekt oder im gemeinsamen Unternehmen arbeitet, kennt sich gut und kann das nutzen, um Berufliches zu optimieren. Außerdem kann man auch mal beim Abendessen kreativ sein und nicht zu festen Bürozeiten. Viele Beziehungen scheitern doch gerade, weil das gemeinsame Projekt wegfällt - die Kinder sind aus dem Haus, das Eigenheim gebaut. Da kann ein gemeinsamer Job von Vorteil sein - das Projekt Arbeit verbindet [...] Die meisten Probleme entstehen durch das Miteinanderreden. Ich verstehe nicht, was daran so toll sein soll. Das selbstverständliche Einverständnis ist eine viel stärkere Ressource als das ewige Rumgequatsche [...] Ich meine, dass das Reden in der Paarbeziehung überbewertet wird - genauso wie die vielen Gemeinsamkeiten. Man sollte tun, was vernünftig ist, was funktioniert und was Spaß macht [...] Es wird in Paarfragen so viel von Glück gesprochen. In meinen Augen ist das das Einfallstor des Unglücks. Wir sind umzingelt von der Aufforderung, Schmiede unseres eigenen Glücks zu sein. Die Buchhandlungen sind voll von entsprechenden Ratgebern. Seien wir lieber etwas skeptischer mit dem Glück. Natürlich gibt es das, aber es ist doch eher die Ausnahme in Beziehungen. Und mal ehrlich: 24 Stunden lang glücklich sein, das wäre ja nicht auszuhalten [...] Wir haben unendlich hohe Erwartungen an die Liebe. Ob Platon, die Bibel oder Peter Maffay - es wird suggeriert, dass man ein Herz und eine Seele sein soll und am besten für alle Synapsenwindungen des Partners ein offenes Ohr hat. Diese Ansprüche werden durch die Erfahrungen des Lebens aber immer Lügen gestraft”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Pinterest kauft The Hunt und Pext”.

08.12.2015

Aus der Reihe Online-Sprech: „Bis es weniger Werbung gibt gibt es von mir nur noch 1 Stern auf jedes Update”.

„Klima-Klarsprecher”.

Aus der Reihe Online-Sprech: Flammkuchen-Toast, Künstlerisch gestalteter Flur, Lederjacke mit schwarzem Kleid, Karottenkuchen, Esszimmer in Roségold, Relaxed Style, Fruchtige Eiswürfel, DIY Paletten-Couchtisch, Valle Verzasca, Schweiz, Streetstyle.

B887 Gesucht wird eine Bezeichnung für die Balance zwischen Würde bewahren und sich verkaufen beim Vorstellungsgespräch.

„Prokrastinations-Profi”.

B888 Volker Kitz: „Nichts gegen Menschen, die ihr Glück in der Arbeit finden. Wir freuen uns von Herzen über jeden Chirurgen, der seinen Kindheitstraum verwirklicht. Aber wir dürfen nicht so tun, als wäre das normal. Wir dürfen das nicht zur Messlatte erheben, an der die Mehrheit der Berufstätigen jeden Tag zerbricht. Erfüllung kann das Leben in vielen Bereichen bieten, zum Beispiel durch Freunde, Familie, Freizeit. Für die Arbeit gibt es Geld. Das ist der Normalfall, und kein Leben läuft schief, wenn es so läuft. Wer seinen Mitarbeitern diese Wahrheit sagt, statt ihnen von Leidenschaft vorzufaseln, wird sie überraschen und ihren Respekt gewinnen. Was einfach klingt, wäre ein revolutionärer Schritt in der Personalführung. In der Psychologie nennt man das eine „paradoxe Intervention”. Sie hat Macht und Wirkung. Eine Last wird abfallen, innere Widerstände werden schwinden. Mitarbeiter werden zufriedener und leistungsbereiter zur Arbeit kommen. Menschen motiviert man mit Ehrlichkeit, nicht mit Floskeln”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Während Link Ads als klassische Foto-Posts mit Call-to-Action-Button in allen Phasen des Funnels zum Einsatz kommen, eignen sich Video- und Carousel Ads vor allem für die Phasen Awareness und Consideration”.

F1.303 Gesucht wird eine andere Bezeichnung für Lieblings-Waswäregewesenwenn-Partner.

„Unterhosentrick”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Dieter Rucht, Soziologe, auf die Frage, „wie stark das Internet die Protestkultur verändert”: „Das Geschehen wird kurzatmiger, hektischer, eruptiver; auch das Absacken der Bewegungen - siehe Occupy - passiert schneller als in der Vergangenheit [...] Die Mobilisierung erfolgt auch über soziale Netze und spricht dann vor allem Leute an, die nicht gewillt sind, die nötige Kärrnerarbeit zu leisten und sich über Jahre in ein Thema reinzuknien. Es gibt durchaus eine Bereitschaft, sich kurzfristig zu engagieren. Man muss dann nicht in einen Verein eintreten und sich dort Anerkennung erwerben. Man liest stattdessen einen Aufruf, unterstützt per Mausklick oder geht mal zu einer Demo”.

07.12.2015

Irgendwie werden wir alle Maschinen, ohne deren Fähigkeiten zu haben.

Aus der Reihe Online-Sprech, Michael Müller, Politiker: „Der Digitalisierung kommt bei der Entwicklung von Berlin eine Schlüsselrolle zu. Gleich, ob bei Smart City-Themen, Industrie 4.0 oder vielen Geschäftsmodellen der Startups – digitale Lösungen und Anwendungen gewinnen eine immer größere Bedeutung. Als Land Berlin setzen wir die entsprechenden Rahmenbedingungen, auch mit der heute verabschiedeten 10-Punkte-Agenda”.

„Kumpelkabinenton”.

F1.302 Und manchmal gibt es nichts zu sagen außer sich zu küssen.

„Undercover-Arschkriechen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: #PrayForParis, #LoveWins, #BlackLivesMatter, #cot, #auspol, #GOPDebate, #cdnpoli, #MUFO, #GERNED.

06.12.2015

Die schöneren Komplimente kommen unerwartet.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ihre Sitzung ist wegen Inaktivität abgelaufen”.

B886 Felix Magath, Fußballtrainer: „Wenn man aber einen Leistungsanspruch hat, kommt man ohne Kritikbereitschaft nicht aus”.

F1.299 Aus der FAS: „Fast 55 Prozent der Deutschen über 18 Jahre sind verheiratet, rund 386.000 Paare haben im vergangen Jahr den Bund der Ehe geschlossen [...] In Deutschland etwa lag die Zahl der Eheschließungen noch in den siebziger Jahren um gut 100.000 über dem heutigen Stand [...] Jede dritte Ehe wird nach Angaben des Statistischen Bundesamts hierzulande im Lauf der ersten 25 Jahre geschieden, im Schnitt nach genau 14 Jahren und 8 Monaten, also lange vor der Silberhochzeit”.

Je mehr wir uns vernetzen, desto weniger sehen wir uns.

F1.300 Michael Gwisdek, Schauspieler, Filmregisseur: „Mein traditionelles Weltbild sah es vor, dass die Frau sich zu Hause um alles kümmert. Auch um mich. Ich brauche immer jemanden um mich herum, dem ich alles erzählen kann. Leider bin ich mit dem Ansatz in beiden Ehen gescheitert”.

D573 Depressionen lügen.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Wo Balzac in seinen Werken im frühkapitalistischen Frankreich jeder Sache ein Preisschild umhängte, wird in der digitalen Moderne alles gerankt und mit Sternchen bewertet: der Urlaub, der Restaurantbesuch, ja selbst Personen. Der Mensch wird heute nicht mehr durch Worte, sondern durch mathematische Formeln und Gleichungen erzählt. Im November wollten zwei Kanadierinnen eine App namens Peeple lancieren, mit der Menschen nach dem Fünf-Sterne-Prinzip bewertet werden sollen: die Geschäftskollegen, der Nachbar, die Ex. Peeple ist eine Art Yelp für Menschen. Nach eigener Aussage wollten die App-Entwickler dabei helfen, gute Babysitter auszuwählen [...] In den Vereinigten Staaten ermitteln Polizeibehörden seit längerem einen „Threat Score”, einen Gefährdungsindex. Eine dieser Applikationen ist „Beware”, die laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters seit 2012 von der privaten Firma Intrado vertrieben wird. Die mobile App scannt Milliarden Einträge in privaten und öffentlichen Datenbanken: Online-Kommentare, Einkäufe, Twitter-Updates. Auf Grundlage der Daten errechnet der Algorithmus ein „Gefahren-Ranking”, das konkret auf eine Person bezogen wird: grün (harmlos), gelb (mittel) oder rot (gefährlich). Das Rating wird an die zuständige Polizeidienststelle weitergeleitet [...] Die Reputation im Netz, die Integrität droht immer mehr von Computern determiniert zu werden. Das Schlimme daran ist, dass wir diesem Scoring keine eigene (normative) Wertung entgegensetzen können. Das Rating lässt sich nur optimieren, wenn wir uns systemkonform verhalten und immer mehr Daten von uns preisgeben. Die idealistische Vorstellung Martin Luther Kings einer Gesellschaft, in der jeder nach seinem Charakter beurteilt wird, scheint sich fundamental umzukehren: Wir werden heute nicht allein von Mitmenschen, sondern von Algorithmen bewertet, und zwar nach Kriterien der Performanz”.

F1.301 Prof. Kneginja Richter, Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentrum für Schlafmedizin der Universitätsklinik Nürnberg: „Es gibt Eulen und Lerchen. Die Eulen gehen spät ins Bett, sind eher am Abend aktiv. Die Lerchen sind Frühaufsteher. Beides ist ja häufig eine Eigenschaft, die man nicht unbedingt beim ersten Date austauscht [...] Wir haben in Untersuchungen herausgefunden, dass Lerchen und Eulen bei bestimmten Verhaltensweisen und im Bezug auf Partnerschaft unterschiedlich ticken - und zwar unabhängig davon, ob sie Mann oder Frau sind. Eulentypen, also die Abendmenschen, sind emotional unbeständiger, sie sind anfälliger für eine Sucht, ob das Zigaretten, Alkohol oder Kaffee ist, und sie wechseln häufiger den Partner. Wenn also eine Lerche und eine Eule eine Beziehung führen, dann gibt es nicht nur das Problem, dass der eine erst nach Mitternacht ins Bett will und der andere selbst am Wochenende schon früh morgens fit ist”.

05.12.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Das Tamagotchi ist nichts im Vergleich zu internetfähigem Spielzeug von heute. „Hello Barbie”, eine 75 Dollar teure vernetzte Puppe mit Mikrofon und Internet-Anbindung, tritt auf Knopfdruck in Dialog mit (zur Zeit nur amerikanischen) Kindern, um die 8000 Antworten hat sich der Hersteller einfallen lassen. Das mag man gut finden oder nicht, das eigentliche Problem liegt woanders. Denn, wie ein Sicherheitsforscher herausfand: Das schlanke Püppchen lässt sich als Wanze im Kinderzimmer missbrauchen. Und es ist kein Einzelfall”.

„Dracula-Therapie”.

D572 Wie das Wort vermuten lässt, sind für das Selbstwertgefühl nicht andere zuständig.

„Superglatzen”.

B885 Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für die „kleine Flucht im Büro”.

Nachgeschlagen: Fritz Baumgarten; Laura Poitras; Kendall Jenner; Carlos Gamarra; Katie Holmes; Quinoa; Jordan Letschkow; Mathieu Valbuena; Randi Zuckerberg; Alex Teixeira; Alfons Paquet; Dennis Quaid; Howard Luck Gossage; Quadrille; Sagittarius A*; Holger Karsten Schmidt; Carl Friedrich Goerdeler; Anna Prohaska; Eve Harlow; Randy Quaid; Henry van de Velde; Manfred Hausmann; Ben Foster; Carly Schroeder; Prinz-Heinrich-Mütze; Saint-John Perse; Max Steenbeck; Hans Mommsen; Lee Iacocca; Jakob Bührer; arte blanche; Paul Bowles; Tina Ruland; David Kalisch; Helmut Gollwitzer; Ernestine Christine Reiske; Eric Bana; Vexier; Bernd Storck; Sarah McLachlan; Pierluigi Tami; Lothar Dräger; Zooey Deschanel; Jesse Thoor; Tyson Fury; Karl Scheffler; Jonah Lomu; Fritz Vilmar; Lollapalooza; KKR; Laia Costa; Kat Coiro; Ludwig Strauss; Viktor Ullmann.

F1.298 Greta Gerwig, Schauspielerin, Drehbuchautorin, Filmregisseurin: „In Sachen Liebe bin ich eine sehr treue Seele. Wen ich einmal geliebt habe, den liebe ich eigentlich für immer. Denn es gab ja einen triftigen Grund, warum ich mich in diesen Menschen verliebt habe. Und der fällt ja nicht weg, wenn man nicht mehr mit ihm zusammen ist [...] Zumindest wurde ich bis jetzt noch nie so tief verletzt, dass ich meine Liebe aufgekündigt habe [...] Das klingt jetzt vielleicht pornografisch, aber ich meine das nicht so: Ich fühle mich zu Menschen hingezogen, wenn ich spüre, dass sie tief in mich eindringen können - und ich in sie. Da ist dann auch immer schnell ein Gefühl von Geborgenheit. Bei Menschen, auf die ich mich wirklich einlasse, vertrau ich darauf, dass ich mich total fallenlassen kann”.

04.12.2015

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Simon Köpp: „Facebook hat den Begriff des People Based Marketings geprägt, bisher gab es im Markt nichts Vergleichbares. Deutschland ist hier noch am Anfang. Die Branche hier bewegt sich noch immer hauptsächlich in der alten Adtech-Welt, in der Cookies die Grundlage für Marketingmaßnahmen bilden und in der es vor allem um Cost-per-Click und Clickthrough-Raten geht. Allerdings brauchen Unternehmen heute völlig andere Strategien, um Menschen, die so viele Geräte nutzen wie noch nie, zu erreichen und den Erfolg zu messen – online und offline. Denn was letztlich zählt, sind echte Geschäftsziele wie die Steigerung von Abverkäufen und Conversions”.

„Digital-Ganove”.

F1.297 Spätestens bei Diskussionen über Bewältigung des Wäschebergs ist man in einer Partnerschaft angekommen.

„Bürografie”.

B884 Petra Pirron, Marketing-Managerin: „Wenn Sie sich nur darauf konzentrieren, wie Sie die derzeitige Situation verbessern können, verpassen Sie vielleicht gerade die Chance, etwas zu verändern”.

„e-Health-Gesetz”.

03.12.2015

„Technologiedemonstrationsmission”.

D570 randsturz: „Meine Depression darf jetzt einen Monat warten, weil es in der Ambulanz keinen anderen Termin gibt. Wow”.

„Fachblatt für haarsträubende Geschichten”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Einhorn, Taco, Käse: WhatsApp veröffentlicht neue Emojis”.

„Flachwassertherapie”.

D571 StummesHerz: „Es ist so traurig wenn Menschen so sehr in ihrer Depression versinken, dass sie die Menschen, die ihnen helfen wollen, nicht mehr sehen...”.

„Morgenluftmensch”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Katharina Dröge, Anton Hofreiter, Politiker: „Kombinationen von Facebook- und Schufa-Daten würden unsere Interessen und Namen unserer Freunde, unsere finanzielle Situation und unsere Zahlungsmoral miteinander verbinden. Dadurch wären prägende Rückschlüsse auf unsere Kreditwürdigkeit und unsere Konsumverhalten möglich. Beides ist Gold wert für Datenkonzerne. Zwar gäbe es datenschutzrechtliche Hürden. Aber kartellrechtliche Regeln, welche die Macht der Daten kontrollieren, gibt es nicht. Die Wettbewerbshüter unterschätzen bisher, welche Risiken im Handel mit Informationen liegen. Sie verkennen, dass wir im Netz nicht mehr in erster Linie mit Geld zahlen, sondern mit Daten. Daten sind der „Werkstoff” von Konzernen wie Google. Viele Millionen Menschen nutzen jeden Tag die Suchmaschine, um Preise zu vergleichen, Tipps für Reisen oder den neuesten Artikel zum VW-Skandal zu finden. Doch kaum jemanden ist bewusst, dass wir beim Tippen in das Suchfeld eine Art Kaufvertrag unterschreiben. Wir kaufen Informationen - und wir bezahlen mit Informationen über uns selbst: zum Beispiel, was wir kaufen, welche Reiseziele wir googeln, welche Ärzte wir suchen oder welcher Arbeit wir nachgehen. Um den Wettbewerb im Angesicht digitaler Plattformen wie Facebook, Amazon, Google & Co. zu erhalten, braucht das Wettbewerbsrecht dringend ein Update. Denn die Konzerne werden immer größer und mächtiger. Viele neue Plattformen, die mit einer pfiffigen Idee zur Konkurrenz zu werden drohen, kaufen die großen Konzerne einfach auf. Die Leidtragenden sind die Verbraucher, sie haben weniger Auswahl zu tendenziell schlechteren Bedingungen”.

F1.296 Chris Martin, Sänger: „Man kann wütend sein, aber man sollte nicht wütend bleiben, wenn etwas endet. Lieber sollte man sich an die schönen Erinnerungen klammern, sich am gemeinsam Erlebten festhalten und dafür dankbar sein”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Wie könnte das Netz je verschwinden? Nutzen wir es nicht jeden Tag intensiver? Sind wir nicht immer länger online und erledigen alles Mögliches mit dem Smartphone? Ja, atmen wir nicht förmlich das Netz? Wer da behauptet: „Das Netz verschwindet”, darf nicht mit Kopfnicken rechnen. Doch der Autor Konrad Lischka stellt genau diese Diagnose [...] Einst als „Neuauflage der Pariser Kommune” gestartet, gleiche das Internet heute einem Monopoly weniger dominanter Datenkonzerne: „Da ist etwas gründlich schiefgegangen in den vergangenen zwanzig Jahren”. Ein Mehr an Nutzern bringe heute kein Mehr an Vielfalt mit sich, klagt der Autor. Zum Beispiel surfen heute zwar mehr Menschen denn je im Netz, doch immer weniger nutzen die breite Information der Wikipedia, zusammengetragen von vielen Millionen Autoren (immerhin die größte Wissenssammlung der Menschheit). Gleichzeitig gewönnen einige wenige Konzerne wie Google und Co. immer größere Nutzungsanteile: Im Jahr 2015 sei schon mehr als die Hälfte des Datenverkehrs in Nordamerika auf Netflix, YouTube, iTunes und Facebook entfallen. Und wer die Chiffre „in Nordamerika” liest, denkt unweigerlich: Bei uns ist das bald auch so. Da die absolute Zahl der Onliner in den westlichen Märkten kaum noch wachse, setzen die Datengiganten auf weitere Konzentration. Dieser Trend, so Lischka, „schadet der Vielfalt im Netz” [...] Und er fragt: Was, wenn jeder auf dem Weg zur Arbeit zehn Minuten seiner Smartphone-Zeit einem gemeinnützigen Mitmachprojekt widmete?”

02.12.2015

„Sanitätshaus-Charme”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Kerstin Pape, Online-Marketing Managerin: „Die Aktualität der Daten und eine zeitnahe Beurteilung des Erfolgs sind wichtige Komponenten im Programmatic Advertising. Das Ziel ist, die Erfolgsbewertung nah an den Einkauf heranzuziehen. Dazu gehen wir hypothesenbasiert vor. Aber wir bewegen uns noch nicht in einer komplett automatisierten Welt. Ein Algorithmus allein kann nicht alles bewerten. Menschen spielen immer noch eine wichtige Rolle”.

„Niedlichkeitsbarometer”.

A516 B883 Oliver Kahn: „Weltklassespieler brauchen keine Motivation - sie wollen wissen, wie sich ein Spiel entwickelt, wie sie darauf reagieren müssen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „YouTube ist Menschenrecht”.

D568 Christoph Middendorf, medizinischer Geschäftsführer der Oberbergkliniken: „Längere Arbeitsunfähigkeit, eine Arbeitslosigkeit oder ein unfreiwillig beendetes Arbeitsverhältnis können Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Besonders, wenn Betroffene keine Ausgleichsmöglichkeit haben – beispielsweise soziale Kontakte, Hobbys, Engagements in Bereichen, die mit Freude und Selbstwertbestätigung verbunden sind, oder andere Tätigkeiten, in denen man Sinn erleben kann. Ist das gesamte Leben auf die eine Arbeit ausgerichtet und bricht dieser Teil weg, wird es bedrohlich. Es kann zu verschiedenen psychischen Folgestörungen kommen, wie Angst- und Panikattacken bis hin zu Depressionen [...] Wir durchlaufen nach plötzlichen, einschneidenden Erlebnissen verschiedene emotionale Phasen. Das gilt nicht nur für die Arbeitsunfähigkeit. Am Anfang steht oft eine Art „Schockphase”, in der man erstarrt und wie paralysiert ist und das Geschehene nicht akzeptiert. Wenn diese erste Zeit überwunden ist, kommt eine Phase der heftigeren Gefühle und Emotionalität auf: Verzweiflung, Wut, oft auch Traurigkeit bestimmen das Bild. Im Anschluss setzt häufig eine Art der Regression ein. Es kommt zum Rückzug und zur Abschottung, Scham und Versagensgefühle können auftreten, aber auch eine Lethargie. Diese regressive Phase ist wesentlich riskanter als die ersten beiden. Wenn jemand in ihr verharrt, können sich Depressionen oder andere bereits genannte Erkrankungen herausbilden [...] Wenn es jemand nicht schafft, sich aus eigener Kraft zu helfen, oder der Zustand über einen längeren Zeitraum anhält. Und natürlich auch, wenn das allgemeine Funktionsniveau des Menschen deutlich abnimmt. Wenn Betroffene beispielsweise in der regressiven Phase stecken, ziehen sie sich aus dem Leben zurück, haben gar keinen Antrieb mehr und entwickeln eine Depression. Dann sollten sie sich professionelle Hilfe suchen”.

F1.295 Und viele suchen auch einfach nur jemanden, mit dem sie nicht ihr Da-, sondern ihr Kaputtsein teilen können. Bis ans Ende ihres kaputten Daseins.

D569 Fidelitas1: „Man muss sich Schwäche eingestehen, um stärker werden zu können. #notjustsad #depression”.

01.12.2015

„Rostrotkupferbraunfastbronze”.

Frank-Markus Barwasser, Journalist, Kabarettist: „Wer unmodisch bleibt, eilt voraus”.

„Hamstert das Eichhörnchen auch auf der Alm?”

B882 Kollegen, deren Herz in den Ellenbogen gerutscht ist.

„Multiversum”.

D567 Aus Spektrum der Wissenschaft: „Menschen, die an Straßen mit viel Verkehrslärm wohnen, werden offenbar häufiger depressiv. Das zeigt nun erstmals eine Langzeitstudie mit mehr als 3000 Teilnehmern [...] Als besonders lärmempfindlich zeigten sich dabei Personen, die nur über eine geringe Bildung verfügten. Möglicherweise, so spekulieren die Forscher, hängt dies damit zusammen, dass Menschen mit niedriger Bildung oft noch anderen Stressoren ausgesetzt sind, die ihre Psyche belasten und die Widerstandsfähigkeit senken. Insgesamt, so Studienleiterin Ester Orban, würden „die Erkenntnisse erneut bestätigen, wie wichtig der Lärmschutz für die Gesundheit der Bevölkerung ist”. Hinweise darauf, dass Lärm ganz allgemein krank machen und etwa auch mehr Herzerkrankungen auslösen kann, fanden in der Vergangenheit bereits mehrere Studien”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Klickschinderei”.

F1.294 Männer, die lieber mit ihrem Handy spielen, statt die Hand ihrer Freundin zu nehmen.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Stop Naming Your Kids After Instagram Filters. Really”.

30.11.2015

Harvey Keitel, Schauspieler: „Sehen Sie sich doch all die großen Künstler an. Keiner von denen hat mit zunehmendem Alter seine Schaffenskraft verloren, so lange sie am Leben teilhaben, interessiert und neugierig sind. Es geht immer um den nächsten Schritt, den man geht”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Schnauze voll von Gossip und US-Sports? Plugin lässt dich Trending-Topics auf Facebook in RSS-Feed umwandeln”.

„Laublausauto”.

F1.293 Gesucht wird eine Bezeichnung für den once-in-a-lifetime-Partner. Gemeint ist nicht unbedingt die große Liebe, da man die Beziehung mit diesem Partner oft verbockt oder die entsprechende Gelegenheit zur Liebe in den Sand setzt.

Aus der Reihe Online-Sprech, Mareike Bölsche: „Der Hashtag #Clubsterben gehört zu Berlin wie der Fernsehturm”.

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „maßvoll verwegen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Rund 4,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden unter den Folgen einer krankhaften Internet- und Computernutzung: Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die im Auftrag der Krankenkasse DAK durchgeführt wurde. Damit sei nicht nur gemeint, dass sie ein bisschen zu lange online seien, sondern dass sie eine „Einengung des Verhaltensspielraums” erlebten, so Rainer Thomasius, Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen an der Hamburger Universitätsklinik Eppendorf, die an der Studie beteiligt war. „Die Betroffenen verausgaben über eine längere Zeitspanne den größten Teil des Tageszeitbudgets” an Onlineaktivitäten oder Computerspiele, so Thomasius. Und zwar auch dann, wenn sie sich eigentlich mit etwas anderem beschäftigen möchten. Das äußere sich etwa darin, dass 49 Prozent der über die Computernutzung ihres Nachwuchses befragten Eltern angegeben habe, dass ihr Kind länger online bleibe, als es sich das eigentlich vornehme. 22 Prozent der Eltern hätten angegeben, dass ihr Kind sich niedergeschlagen oder gereizt fühle, wenn es versuche, seine Internetnutzung zu vermindern oder ganz damit aufzuhören”.

Die Schlagzeile des Jahres lautet „Der Mann, der die Mauer niederstammelte”.

29.11.2015

B881 Gesucht werden eigene Bezeichnungen sowohl für die am besten aussehende Kollegin als auch den am besten aussehenden Kollegen im Unternehmen.

Bedürfnisse = einfach; Bedeutungen = gewachsen. Sprache.

„Feldbetten-Konjunktur”.

A515 F1.292 Staubprinzessin, 14.08.2011: „Heirate nicht den schönsten Mann der Welt. Heirate den Mann, der deine Welt zur schönsten macht”.

„Gotteskriminelle”.

28.11.2015

Huub Stevens, Fußballtrainer: „Rudi Carrell hat auch Fehler im Deutschen gemacht, aber er war gerade deshalb unglaublich beliebt”.

F1.291 Verheiratete, die sich nackt vorkommen, wenn sie ohne Ehering das Haus verlassen.

„Selbstreflexionsspur”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Ganze Beziehungen sind schon dank einer SMS den Bach runtergegangen. Da werden Witze miss- und todernste Ansagen als Scherz verstanden, nur weil die menschliche Mundart fehlte! Wohl deshalb sollen seit ein paar Jahren lustige Gesichter dabei helfen, unsere seelischen Zustände von stinksauer bis ironisch zu unterstreichen. Das hat bisher vor allem den Menschen geholfen, denen die Ironie sowieso komplett fehlte, was ja nicht immer blitzgescheit wirkt. Weswegen man als erwachsene Frau bis vor Kurzem nur mit großer Scham ein Emoji einsetzte - disqualifizierte man sich so doch bei potenziellen Anwärtern gleich als infantile Idiotin. Das Emoji war also bis vor Kurzem das, was einmal der Chihuahua in der paillettenbesetzten Tasche war: ein Symbol der Frauenverblödung. Jetzt aber ist das Wort des Jahres 2015 der Oxford Dictionaries gar kein Wort, sondern ein Emoji: das „Face with Tears of Joy”, das eigentlich eher so aussieht wie jemand, der sich vor Lachen auf den Boden wirft. Was erstens beweist, dass man auch Piktogramme auf alle möglichen Arten falsch verstehen kann, und zweitens, dass alle sie mittlerweile hemmungslos benutzen. Man muss mit der Zeit gehen - die moderne Frau sollte zu Herzchen und Einhörnern trotzdem Distanz halten und eben auch mit Emojis möglichst authentisch kommunizieren, also mit Gesichtern, die man auch analog wegen Schnee, anderen Frauen und der Steuererklärung aufsetzt: das blasse Geistergesicht „Face Screaming in Fear”. Oder eben diesen augenrollenden Neuzugang”.

„Schnitzelkoma”.

Jürgen Todenhöfer, Publizist: „Terroristen als Staatengründer - das ist etwas ganz Seltenes”.

B879 Aus der Reihe Online-Sprech, Miriam Meckel, Kommunikationswissenschaftlerin: „Man guckt sich die Zahl der Schritte an, die man läuft, achtet darauf, beim Sex mehr Kalorien zu verbrennen und generell weniger Kalorien zu sich zu nehmen. Dazu kommt eine permanente Selbstvermessung, durch Fitnessbänder oder Apps, in denen man seine Aktivitäten erfassen und auf Facebook posten kann [...] Früher habe ich selbst Sonntagabend zwölf Mails rausgeschickt, was alles getan werden muss. Das mache ich nicht mehr. Wenn ich aber sehe, dass einer kein Problem hat, am Wochenende etwas zu erledigen, dann stelle ich mich darauf ein. Bei den großen Konzernen ist das anders, da schaltet etwa VW am Wochenende die Server ab, damit nicht mehr gemailt wird [...] Mich besorgt eher der Zwang zur Selbstoptimierung. Dass man dünner, achtsamer, gesünder sein muss. Inzwischen beginnen die ersten Krankenkassen, ihre Tarife mit Fitnesstracking zu verknüpfen. Wenn es aber von Fitnesstracking und vielleicht noch einer genetischen Analyse abhängt, wie ich eingestuft werde, dann geht unser ganzes Solidaritätsprinzip den Bach hinunter, weil dann jeder sein Risiko, etwa an Krebs zu erkranken, selbst bezahlen muss [...] Der Umgang mit Gefühlen ist in unserer Arbeitswelt nicht sehr ausgeprägt, und sich den Raum dafür zu nehmen, ist zusätzlich schwer. Man kann emotional veröden, und das hat irgendwann Folgen [...] Es gibt Manager von Dax-Unternehmen, die machen am Sonntag tatsächlich nichts, der Tag gehört der Familie. Andere sind permanent in Aktion, weil sie Performance-Zwang verspüren, und dann gibt es noch die Kontrollfreaks, die sind auch always on. Wobei sich etwa in den USA die Frage, ob man sein E-Mail-Postfach mal abschalten sollte, gar nicht stellt. Dort gibt es auch viel weniger Feiertage, und die sind wiederum voller Performance. An Thanksgiving muss dann der Truthahn perfekt sein und das Familienleben wie aus einem Bilderbuch”.

„Freistoßlauf”.

B880 Viel Wind machen, ohne dabei abzuheben. Statt die Hand zu reichen, mit dem Finger zu zeigen. Polstern, was abzuschneiden wäre.

Vor Perfektionismus nicht zum Leben kommen.

27.11.2015

D566 felis_blue: „Unternehmen kündigt einer Freundin, weil sie an einer Depression erkrankt ist. Kündigungsschutz greift nich, weil Unternehmen zu klein”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus der FAZ: „Darüber sind sich die Theologen einig: Martin Luther war ein Medienprofi. Aber würde er heute twittern und seinen Facebook-Account über ein Smartphone pflegen? Was würde Martin Luther zu Big Data sagen? Würde der Reformator heute twittern? Hätte er eine Facebook-Fangemeinde und ein Handy? Oder würde er sich dem Internet verweigern und weiter mit Federkiel und Tinte auf Pergament in Latein schreiben?”

„Artikelscore”.

F1.290 Verletzbar wird man in einer Partnerschaft erst dann, wenn man sich über sie identifiziert oder alles an sie hängt, denn so hängt auch alles mit ihr.

Aus der Reihe Online-Sprech, Bettina Lüke, Redakteurin, Unternehmerin: „Inhaltlich haben wir uns bereits seit Anfang 2015 von einer User-generated-Content-Plattform zu einem rein redaktionellen Angebot, und zwar für die junge Zielgruppe, entwickelt [...] Heute berichten wir über alles, was unsere Zielgruppe interessiert: Von Stars und YouTubern über die Flüchtlingskrise bis hin zu Lifestyle- und Beziehungsthemen, und zwar so, dass es auf dem Smartphone konsumierbar ist. Wie wir heute sehen, war das eine sehr gute Entscheidung. Und wir optimieren Celepedia auch weiterhin kontinuierlich auf Basis der Nutzerdaten und -wünsche, die wir sehr akribisch auswerten [...] Ich sehe unsere DNA nicht statisch, sie entwickelt sich mit den Nutzern. Oder: Unsere DNA sind die Nutzer”.

„Pitchhonorar-Debatte”.

B878 Lebensläufe. Je effizienter sie werden, desto langweiliger.

26.11.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Bundesverband Bitkom: „Bewertungen haben sich inzwischen zu einer wichtigen Währung im Internet entwickelt [...] Doch wie verlässlich sind die Bewertungen von „Liane87” oder „Der Kritiker” wirklich?”

„Multichannel-Attributionsmodell”.

B877 Menschen, für die eine Beförderung nicht nur einen neuen Lebensabschnitt darstellt, sondern die dann auch alle Lebensbande neu vermessen und karrieretauglich ziehen.

„Umzugsdepressionen”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Henning Saß, Psychiater: „Das Internet führt dazu, dass die Möglichkeiten, sich Bestätigungen zu holen, sich Gruppen zu suchen, an die man sich anschließt, sehr viel größer geworden sind. Es hat auch eine gewisse ansteckende und prägende Wirkung. Gerade die Dschihadisten, da gibt es einschlägige Seiten, auf denen die Ideologie verbreitet wird, bei der sie auch sehr werbewirksam angepriesen wird mit Schlagworten, mit Botschaften, mit Videos, mit denen junge Leute, die im Suchen sind, sich identifizieren können. Also ich glaube schon, dass das Internet dort eine wichtige Mittlerfunktion hat und leider im Moment nur in Richtung Ideologisierung und Radikalisierung, nicht in der umgekehrten Richtung”.

F1.289 Ein Flirt beginne mit keinem Verbot.

„Gender-Stern”.

D565 Aus der Zeit: „Wie lange darf eine Depression dauern? Und eine Psychose? Und wie schnell sollten Suizidgedanken verschwinden? Lieber heute als morgen - das ist sicherlich die Hoffnung der Patienten. Aber lässt sich eine Turboheilung per Gesetz verordnen? Der Bundesminister für Gesundheit scheint das zu denken. Wie Blinddarmoperationen und Hüftgelenkersatz soll in Zukunft auch die Therapie psychisch kranker Menschen pauschal vergütet werden. Im Endeffekt wird das zu kürzeren Aufenthalten in den Kliniken führen. Psychiatern und Psychologen gefällt diese Idee überhaupt nicht [...] Eine menschliche Psychiatrie braucht vor allem eins: Menschen, die zuhören, die reden, die trösten. Das ist der Kern jeder Therapie. Und es ist sogar die Pflicht der Therapeuten: Um Zwangsbehandlungen zu vermeiden, fordert das Bundesverfassungsgericht von Psychiatern, dass sie uneinsichtige Patienten von der Therapie überzeugen, statt sie dazu zwingen. Dafür braucht es Gespräche. Und Zeit. Einiges in der Medizin mag sich beschleunigen lassen, Operateure können schneller und dann mehr operieren, Rehazentren die Patienten schneller fit machen. Aber schneller reden, das bringt nichts”.

„Schuhzungenordnungszwang”.

Das verschwörerische, beinharte Vertrauen, das sich zwischen Menschen einstellt, die eine Geheimsprache entwickeln und diese auch einsetzen.

„Frankensteinnahrung”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments: „In der Wirtschaft werden die aktuellen Veränderungen unter den Stichworten Arbeit 4.0 und Industrie 4.0 diskutiert. Wir sorgen uns, dass europäische Mittelständler diese digitale Zeitenwende verschlafen könnten. Aber auch in den sozialen Beziehungen, beim Datenschutz, in der Gesundheitspolitik, im Medien- und Kulturbereich, in der Wissenschaft, beim Verkehr, bei der Inneren Sicherheit und in der Außenpolitik wandelt sich die Gesellschaft durch Digitalisierung und Big Data epochal. Politisch bedeutet das, dass es keine Netzpolitik im engen Sinne mehr geben kann, sondern dass jede gesellschaftspolitische Frage auch eine netzpolitische Frage ist [...] Das ist die Aufgabe demokratischer Politik: Sie muss verhindern, dass technisches Neuland nach Wildwestmanier aufgeteilt wird und somit nur einige wenige Revolutionsgewinner als neue Oligarchen ihre Milliardengewinne einstreichen. Politik muss also die Regeln dafür schaffen, wie wir in dieser neuen Welt künftig miteinander leben wollen, und damit einen Prozess der gesellschaftlichen Selbstvergewisserung moderieren. Es gilt, „Leitplanken” aufzubauen, um einerseits ein möglichst großes gesellschaftliches Potenzial zu konzentrieren und gleichzeitig etwaige Fehlentwicklungen auszuschließen beziehungsweise bereits existierende falsche Weichenstellungen wieder zu korrigieren. Denn völlig ungesteuert könnte die neue Technologie dazu führen, dass mehr und mehr Menschen abhängig werden, weniger Pluralität und stattdessen mehr Unfreiheit herrscht. Unser Instrument, um einen solchen digitalen Totalitarismus zu verhindern, heißt: Grundrechteschutz [...] Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir eine Charta der Grundrechte für die digitale Zeit formulieren müssen [...] Im Idealfall beteiligen sich alle an diesem Prozess - von Schulklassen über Universitäten, Medien und Onlineforen, Religionsgemeinschaften und Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen bis hin zu kompletten Wirtschaftsbranchen - und bringen so ihre spezifischen Erfahrungen, Wünsche und Erwartungen ein. Auch wenn ich weiß, dass gerade in der Netzgemeinde verstärkt die Forderung nach einer liquid democracy erhoben wird, bei der auf unmittelbare Partizipation und Abstimmung im Netz gesetzt wird, bleibe ich auch bei der Frage, wie eine solche digitale Grundrechte-Charta entstehen könnte, ein Vertreter der repräsentativen Demokratie. Deshalb plädiere ich dafür, dass Parlamente, Regierungen und Verbände ihre Vertreterinnen und Vertreter damit beauftragen, sich in einem geregelten Verfahren an die Arbeit zu machen und eine Charta auszuarbeiten [...] Gerade wenn es stimmt, dass die persönlichen Daten der wertvollste Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind, müssen wir dringend eigentumsrechtlich klären, wer unter welchen Bedingungen Zugriff auf diesen Rohstoff haben darf. Sofort befinden wir uns dann inmitten der äußerst strittigen Urheberrechtsdebatte und bei Leistungsschutzrechten. Interessanterweise geht es bei vielen dieser Fragen weniger um den individuellen Schutz vor staatlichen Übergriffen, sondern hauptsächlich darum, die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen vor privaten Megakonzernen zu schützen. In der digitalen Welt muss es ebenso wie in der analogen möglich bleiben, dass nicht jeder alles mitmacht, auch wenn die große Mehrheit das anders handhabt. Selbst wenn viele mit großer Begeisterung all ihre Daten offenlegen, wenn sie sich am ganzen Körper verkabeln und freiwillig ihre Biodaten in einer Cloud speichern - selbst dann darf für niemanden, der sich dem entziehen will, ein Schaden entstehen. Minderheitenschutz gilt analog wie digital!”

25.11.2015

Karlheinz Ruckriegel, Wirtschaftswissenschaftler, Glücksforscher: „Das deutsche Wort „Glück” ist unpräzise”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Cyber Monday Over Black Friday: Do Bytes Replace Buildings?”

F1.288 Liebe ist mehr. Von allem.

Laberkasten: „Körperlich zu altern ist nicht das Problem. Blöd ist nur, dass man in Gedanken immer 25 bleibt”.

Mir unbegreiflich: Menschen, die - statt fünf Minuten früher aufzustehen - lieber 60 Minuten Stress auf dem Weg zur Arbeit haben wegen möglicher Folgen möglichen Zuspätkommens.

Aus der Reihe Online-Sprech, parkbankhoe: „Ich finde es immer wieder witzig, wie positiv ich von Leuten im Internet angenommen werde, und wie Negativ bei Leuten im Reallife”.

„Brodelig”.

D563 MajoGoGoGo: „Bevor Sie bei sich selbst eine Depression diagnostizieren,stellen Sie sicher, dass Sie nicht komplett von Arschlöchern umgeben sind!!!”

Aus der Reihe Online-Sprech, Volker Herres: „Im Krieg + auf Twitter stirbt die Wahrheit zuerst”.

D564 kleene_Kroete_: „Friede, Freude, Eierkuchen.
Depression, Traurigkeit, Hackbraten”.

24.11.2015

„Altherren-Erotik”.

B876 Aus der Reihe Online-Sprech Christiane Benner, Gewerkschafterin: „Viele Berufe werden nicht aussterben, aber sich verändern. Aus dem Mechatroniker wird der IT-Systemmechatroniker, statt der Sekretärin ist die Büromanagerin gefragt, neue Ausbildungsberufe wie Mathematisch-technische Softwareentwickler (MATSE) oder Produktionstechnologe entstehen. Klar ist: Ohne IT-Qualifikationen wird es nicht gehen. Veränderungen in den Berufsbildern hat es doch immer gegeben [...] Das Internet bietet ganz neue Möglichkeiten der Vernetzung von Arbeitsabläufen. Wir haben künstliche Intelligenz, cyberphysische Systeme, die Trennlinien zwischen Produktion, Administration, Dienstleistungs- und Wissensarbeit lösen sich auf. Das sind tektonische Verschiebungen, die früher unvorstellbar waren. Hinzu kommen disruptive Geschäftsmodelle wie zum Beispiel das von Uber [...] Ich vergleiche die Kombination aus Digitalisierung und Globalisierung gerne mit einem Cocktail: Ob der bunt und lecker wird oder am Ende einen bösen Kater verursacht, muss sich zeigen. Wir wollen den Cocktail so mixen, dass er auch den Beschäftigten gut bekommt. Zeitig das Büro verlassen, die Kinder ins Bett bringen und dann am Tablet noch eine Stunde arbeiten - was ist so schlimm daran? In der Tat bietet die Digitalisierung neue Chancen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder mehr Zeitsouveränität. Aber dies kann eben auch zu einer Auflösung der Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben führen”.

„Familienfreundlichkeitsindex”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Katzenbilder im Kampf gegen Terror: Am Wochenende riefen die belgischen Behörden zu Zurückhaltung in den sozialen Medien auf: Während der Anti-Terror-Razzien in Brüssel sei Vorsicht geboten, um keine Hinweise an die Gesuchten zu geben. Brüssels Bürger reagierten auf diese Aufforderung mit Bildern von Katzen in jeder erdenklichen Pose - auch mit erhobenen Händen oder als Scharfschützen der Polizei - die sie unter dem Hashtag #BrusselsLockdown auf Twitter verbreiten. Die Behörden bedankten sich für die Diskretion”.

„Nothochzeit”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Twitter sei ein demokratisches Medium, heißt es. Mag sein. Doch eigentlich ist der 140-Zeichen-Dienst auch eine elitäre Angelegenheit. Hier werden wenige Lovemarks euphorisch gefeiert und begleitet, aber ziemlich viele von Vox populi gnadenlos in den Shitstorm getrieben. Wer auf Twitter auffallen will, sollte eine Story vorweisen können, die ihn zumindest für kurze Zeit zu einer Lovemark macht”.

„Nörgelrentner”.

F1.287 Viel öfter als „Blind vor Liebe” tritt „Blind vor Sex” auf. Auch Liebe beim ersten Sex kommt häufiger vor als Liebe auf den ersten Blick.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Was auffällt: Es sind immer nur Männer, die sich wortreich schmähen. Alphamänner. Das Internet hat keinen Filter, der ihre Impulsivität und ihren Anspruch, den Ton anzugeben, kaschiert. Ist das nun gut oder schlecht? Sehr gern würde ich dazu von dem einen oder anderen Beteiligten einen tiefsinnigen Essay lesen. Die zweite Frage, die sich aufdrängt: Warum hat eigentlich niemand Beef mit Axel Hacke?”

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Politikerin: „Was mich beunruhigt, ist, wenn man meint, man müsse jetzt immer mehr verpflichtende Datenberge noch anlegen, obwohl schon mit den vorhandenen Informationen keine Anschläge in diesem Jahr - in Paris, Charlie Hebdo, und jetzt auch im November, am 13. - verhindert werden konnten. Und deshalb müssen wir auch in dieser jetzt sehr, sehr schwierigen Situation mit Terrorwarnungen immer auch hinterfragen: was bringt denn wirklich was für mehr Sicherheit und wo geht es am Ende zu tief auch in die Rechtsverletzung des Einzelnen hinein - das wird auch nicht außer Kraft gesetzt durch Terrorwarnungen”.

23.11.2015

„Pitchkultur-Umfrage”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für die Suche nach Worten für einen einmaligen Vorfall, um dessen Einmaligkeit zu strukturieren.

A514 F1.286 Snow_One, 12.05.2011: „Frauen, die sich immer in Arschlöcher verlieben, werden im nächsten Leben fette Fliegen, die alle 3 Sekunden erneut gegens Fenster knallen”.

Eine „Sprache der Härte” nur deshalb zu verwenden, um sich der eigenen Stärke zu vergewissern.

22.11.2015

Wenn man beim „Lernen aus der Vergangenheit” auf der Schulbank sitzen bleibt.

„Heimat-Bundle”.

F1.285 Eine Partnerin weiß nicht nur alles besser. Sie hat auch dafür gesorgt, dass es so ist.

Gesucht wird eine Bezeichnung für die beste aller schlechten Entscheidungen im Leben.

zuzu, Version 0.1.

B874 Kasper Rorsted, Manager, Vorstandsvorsitzender: „Krawatten haben nichts mit Tempo zu tun [...] Als ich neulich eine 27-jährige Frau eingestellt habe, hat die gesagt, ich arbeite gern zehn Stunden oder auch mal mehr, aber ich möchte entscheiden können, wo ich dabei zu bestimmten Zeiten sitze. Das ist mir egal, habe ich gesagt, Hauptsache, die Leistung stimmt. Wenn du zwischendurch ins Fitnessstudio gehst und mir hinterher die Finanzanalyse schickst, auch gut. Die Präsenzkultur stirbt aus, die Digitalisierung wird das endgültig beenden [...] Präsenz ist keine Qualifikation und keine Leistungsausweis”.

„Postkarteninseln”.

B875 Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Die Schlagwörter der neuen Arbeitswelt werden allesamt englisch ausgesprochen. Schon seit geraumer Zeit ist das „Crowdworking” ein Trend, der auch unter dem breiter gefassten deutschen Begriff der „Plattformökonomie” noch nicht in den Köpfen verankert ist. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat diese Arbeiter schon einmal als „digitale Tagelöhner” bezeichnet. Das ist zwar eingängiger, aber es trifft kaum die ganze Bandbreite dieser unorthodoxen Beschäftigungsform. Eher ist es eine digitale Form des Outsourcings”.

21.11.2015

F1.284 Aus dem Berliner Kurier: „Die Studie der Forscher drehte sich um die Frage: Wie hängt die Zufriedenheit mit der Partnerschaft und dem Leben insgesamt mit der sexuellen Aktivität zusammen? Es zeigte sich, dass mehr Sex in einer Beziehung auch mehr Glück bedeutet - allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Die Zufriedenheit war bei denjenigen besonders hoch, die einmal die Woche miteinander schlafen. Bei geringerer Frequenz sank die Zufriedenheit. Wer öfter Geschlechtsverkehr hatte, konnte das Glück allerdings nicht weiter steigern, berichteten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Social Psychological and Personality Science” [...] Die Auswertung enthüllte aber auch: Seltenere Erfüllung „ehelicher Pflichten” macht Menschen sehr unglücklich - sogar noch mehr als etwa ein zu geringes Monatseinkommen. Die Forscher kitzelten aus den glücklichen „Ich-habe-einmal-pro-Woche-Sex”-Menschen aber auch heraus, wie sie diese Regelmäßigkeit überhaupt einhalten können. Ergebnis: Sie planen ihren Sex schlichtweg wie einen Termin. Und noch eine schlechte Nachricht für Singles: Der wöchentliche Sex macht nur feste Paare glücklich”.

„Merkelei”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ich möchte hier mal meine Updatechronic schildern, wie rückschrittlich diese App sich im letzten Jahr entwickelt hat. Zuerst verschwanden heruntergeladene Filme einfach so, obwohl die Frist zum Löschen nicht abgelaufen war. Danach wurden die Cover von heruntergeladenen Filme nicht angezeigt. Dadurch war kein Starten dieser Filme möglich. Irgendwann musste man vor Nutzung der App immer die Anmeldung durchführen. Dadurch war natürlich auch kein Offlinebetrieb möglich, da ohne Internet kein Login durchgeführt werden kann. Und nun kann man sich seit letztem Update überhaupt nicht mehr anmelden. Die Sanduhr läuft ewig und irgendwann erscheint „Die Anmeldung ist fehlgeschlagen. Bitte versuche es erneut!” Wieviel Unfähigkeit müssen eure Kunden noch ertragen?!”

B873 Thorsten Dirks, Vorstandsvorsitzender: „Wenn sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben sie einen scheiß digitalen Prozess”.

D561 OllyKaiser: „Kann ich eigentlich so lange aufbleiben bis meine depression eingeschlafen ist und dann ganz leise ins Bett gehen? #depression #notjustsad”.

„Bunkerbroschüre”.

D562 Prof. Carsten Konrad, Chefarzt: „Ich wehre mich auch dagegen, dass der Krankheitsbegriff inflationär für alle verwendet wird, die erschöpft sind. Erschöpfung ist prinzipiell etwas Gutes, sie signalisiert uns, dass wir Ruhe brauchen. Dass man mal eine Phase hat, in der man nicht glücklich ist, ist keine Erkrankung. Es ist auch nicht die Aufgabe der Psychiatrie, alle Menschen glücklich zu machen. Wenn es aber aus heiterem Himmel kommt und charakteristische depressive Symptome zusammenkommen, wird es kritisch [...] Man kann auch prophylaktisch durch eine gesunde Lebensführung einiges von sich abhalten. Zum Beispiel weiß man, dass mindestens drei mal 30 Minuten Ausdauersport in der Woche vor psychischen Erkrankungen schützt. Wenn die depressiven Gedanken und Gefühle aber eine gewisse Intensität annehmen, sollte man sich in Behandlung begeben. Wobei ich sagen muss, dass die erste Anlaufstelle der Hausarzt und nicht der Facharzt sein sollte [...] Der erste Gipfel ist im mittleren Alter zwischen 20 und 29 Jahren und der zweite, wenn die Menschen älter werden, zwischen 50 und 59 Jahren. Das sind auch die etwas gefährlicheren Erkrankungen, wenn ältere, einsame Menschen depressiv werden”.

20.11.2015

Bruno Labbadia, Fußballtrainer: „Idealvorstellungen vom Fußball jagt man als Trainer immer hinterher”.

Wenn man sich wohl fühlen mit sich sicher fühlen verwechselt. Und umgekehrt.

Aus der Reihe Online-Sprech, Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer: „Welches Bild schwebt uns vom Menschen in unserer auch digitalen Gesellschaft vor? Das Bild des mündigen Bürgers, der selbst für sein Tun verantwortlich ist – auch im Netz? Und der nicht so naiv ist, zu glauben, dass er grundlegende Services dort umsonst bekommt? Oder das Bild des vom Staat zu beschützenden Individuums, das durch das Netz und die Vielzahl seiner undurchschaubaren Angebote hoffnungslos überfordert wird und das man vor dem Web in Schutz nehmen muss? Oder, wie Jürgen Scharrer formuliert: Wieviel Tracking darf sein, um individualisierte Werbeansprache zu realisieren? [...] Sind wir wirklich so naiv, dass wir glauben, kostenlose Services im Alltag ganz selbstverständlich nutzen zu können, ohne dass die Unternehmen das Wissen, das sie auf diese Art und Weise über uns anhäufen, für ihre auch finanziellen Zwecke nutzen? Ein Navi für das Auto war früher teuer, Google Maps gibt es heute zwar umsonst, aber natürlich auch nicht geschenkt. Das Recht auf Anonymität im Netz hat jeder Bürger. Er muss es nur selbst ausüben, denn keine staatliche Behörde wird sie ihm ohne sein eigenes Zutun garantieren können. Daten sind in unserer immer weiter digitalisierten Gesellschaft ein hochwertiges Gut. Für manche sind sie sogar das Öl des 21. Jahrhunderts. Um Öl sind im vergangenen Jahrhundert Kriege geführt worden, da liegt es auf der der Hand, dass mit harten Bandagen um die besten Bohrlöcher gekämpft wird. Dabei geschieht dieses Datensammeln gar nicht gewaltsam, sondern immer mit unserem Einverständnis. Wann haben Sie sich das letzte Mal die Frage gestellt, ob es die Funktionalitäten der neuen App, die Sie sich auf das Smartphone laden, wirklich wert sind, dass die App Ihre Kontakte einsehen und Sie lokalisieren darf sowie Ihre persönlichen Login-Daten bekommt? Um unsere Mündigkeit zu bewahren, müssen wir Bürger uns künftig überlegen, welches Tauschgeschäft (Daten gegen Service) es uns wirklich wert ist”.

Karl-Theodor zu Guttenberg, Politiker: „Amerikaner lernen schon sehr früh, die dümmsten Ideen als etwas Großes zu verkaufen”.

Gesucht wird ein anderes Wort für „Erärgern”.

F1.283 Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook will seinen Nutzern helfen, bei Trennungen mehr Abstand zum Ex-Partner zu gewinnen. [...] Wenn Nutzer den Beziehungsstatus änderten, werde ihnen vorgeschlagen, künftig weniger oder keine Einträge mehr vom bisherigen Partner in ihrem Nachrichtenstrom zu sehen – ohne ihn dafür „entfreunden” zu müssen. Außerdem soll es möglich sein, künftige eigene Postings vor dem Ex-Partner zu verbergen. Schließlich könne auch der Kreis der Facebook-Freunde eingeschränkt werden, die zum Beispiel bisherige gemeinsame Fotos oder Videos sehen könnten. Die Ex-Partner werden nicht über die Änderungen informiert”.

Sprachen sind die einzigen Nervensysteme, die man lernen kann.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Safer Sexting: Durex fordert Kondom-Emoji”.

19.11.2015

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Johannes Gernert: „Neulich haben deine Leute übrigens meine Facebook-Seite gesperrt. Es war die wahrscheinlich erfolgloseste Buchpromotion-Seite. 99 Likes. Sie verstoße gegen eine oder mehrere eurer Regeln, schriebt ihr. Ich habe dann am 27. August eine Beschwerde eingelegt und gefragt, gegen welche. War es vielleicht, weil die Seite Generation Porno heißt, wie das Buch? Ihr toleriert keine Brustwarzen, das weiß ich, aber da waren gar keine. Mir kommt das alles verdammt willkürlich vor. Jeder Nippel verschwindet sofort, aber die Gaskammern bleiben stehen. Das sind doch keine Prioritäten, Mark. Das ist doch völliger Irrsinn. Oder ist es Kalkül? In Indien und China haben sie mit Hitler auch weniger Probleme als mit Brüsten. Das sind beides Riesenmärkte. Und du hast mittlerweile so gut Chinesisch gelernt, dass du im Oktober gut 22 Minuten lang frei sprechen konntest - an der Tsinghua-Universität, an der auch Staatschef Xi Jinping studiert hat. Ich habe mir die ganze Rede angehört und die Untertitel gelesen. Kein Wort zur Meinungsfreiheit. Kein einziges. China sperrt Facebook, trotzdem beugst du dich dort den Regeln. Freiheit, Mark! Das ist doch dein Ideal. Warum nehme ich dir das bloß nicht mehr ab? Move fast and break things. Aber doch keine Menschen, Mark. Oder? Dein Johannes”.

„Scheibenwischblatt-Nachschneider”.

B870 PrincessTrace_: „Ich glaube, der neue Kollege hat gerade am Telefon nett gelacht, aufgelegt und „fuck you” gesagt. Vielleicht werden wir Freunde”.

„Milchreis-Elite”.

F1.282 Aus der ZEIT: „Männer, die freundlos ihrer Wege gehen, haben viel Testosteron. Dieses Hormon gilt als Quelle des Machismo. Männer hingegen, die viele Freunde haben und sich ihrer Familie widmen, haben weniger Testosteron, sind also friedfertiger. Das haben Anthropologen der University of Notre Dame in Indiana herausgefunden. Es ist ein großes Glück, dass uns die Wissenschaft Fragen beantwortet, die wir nie zu stellen gewagt hätten”.

„Anti-Terror-Streifen”.

B871 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Eine E-Mail nach einem Bewerbungsgespräch. Ich lese den ersten Satz „Wir haben uns entschieden...” und will die E-Mail bereits löschen, da diese Formulierung in der Regel eine Absage einleitet. Doch anders als erwartet steht dort diesmal ein „- und zwar für Sie”. Nach einem Jahr Suche darf ich endlich in meine Wahlheimat zurückkehren und mit meinem Partner die Zukunft planen. Da ist Dauergrinsen programmiert!”

Erzählt jemand, er sei in dieser und jener Angelegenheit so und „so erzogen”, geht man fast immer davon aus, dass als Erzieher die Eltern gemeint sind, und nicht der Erzähler selbst.

B872 Alexander Barré, Unternehmer, auf die Frage, „was ein Unternehmer niemals tun sollte”: „In der Vergangenheit leben. Was gestern war, ist erledigt. Also nach vorn schauen. Ich hatte auch einige Misserfolge, habe daraus gelernt und bin weitergegangen. Vor allem sollte ein Unternehmer nicht an sich zweifeln und seine Idee infrage stellen. Denn wenn die Idee nicht gut wäre, hätte man damit doch gar nicht erst angefangen”.

18.11.2015

B869 Iris Dohmen, Betriebspsychologin: „Der völlige Verzicht auf digitale Medien ist nicht die Lösung. Im Beruf wie im Privatleben sind sie wertvolle Hilfsmittel: Sie unterstützen beispielsweise bei der Terminverwaltung und stellen den Kontakt zu Kollegen und Kunden, aber auch zu Freunden und Verwandten sicher. Was wir brauchen, ist ein intelligenter Umgang mit dem Smartphone. Das bedeutet, auch bewusst Zeiten der Nichterreichbarkeit einzuhalten. Eine wichtige Grundlage dafür sind klare Vereinbarungen zum Umgang mit den digitalen Medien [...] Führungskräfte sollten Mitarbeiter ansprechen, die immer wieder durch ständige Verfügbarkeit auffallen und sie darin bestärken, sich Erholungszeiten zu gönnen [...] Teilnehmer in unseren Seminaren berichten unter anderem darüber, dass sie sich selbst überlisten, indem sie freitags oder vor dem Urlaub ihr Smartphone im Schreibtisch einschließen. So kommen sie gar nicht erst in Versuchung, in der Freizeit die E-Mails zu checken. Diese zeitweise digitale Abstinenz wird als sehr entspannend empfunden”.

Aus der Reihe Online-Sprech „Google RankBrain: Content Truly Reigns Over The SEO Landscape”.

Die Hübschheit von Kommata anhand des Satzes „Leben kann man nur vorwärts, das Leben verstehen, nur rückwärts”.

F1.281 Die Sätze „Liebe ist nur auszuhalten, wenn sie dich zum Lachen bringt”, „Ein Verliebter wiegt mehr als alle Bücher, die je übers Verliebt sein geschrieben worden”, „Je größer das Herz, desto größer die Angriffsfläche”.

„Niederschlagswasserfreistellungsverordnung”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Oliver Kalkofe, Schauspieler, Komiker, Kabarettist, Satiriker: „Ich habe das Gefühl, dass bei einem Großteil der Menschen ein großes Potenzial an Hass existiert, das durch Verzweiflung und Unverständnis geschürt wird. Wie kommt man überhaupt darauf, jemanden zu kritisieren, weil der voller Trauer ein Zeichen der Anteilnahme geben will? Werden Menschen auf der Straße angemacht, wenn sie eine Kerze anzünden? Wenn sie in die Kirche gehen? Werden sie dafür kritisiert, dass sie nicht um andere Tote trauern? [...] Es reicht wahrscheinlich, ein „Guten Morgen” zu posten, und man bekommt trotzdem ein paar Hassreaktionen, die sagen: „Du Arschloch, ich habe Nachtschicht gehabt und muss jetzt ins Bett.” Es gibt einfach diesen Drang, den Frust rauszulassen. Das hat sich in diesem Fall extrem gezeigt. Es gab wirklich keinen Grund, darüber zu diskutieren, wie jemand nach einem Terroranschlag seine Gefühle kundtut [...] Ich will nur all denen, die ihre Wut vorschnell an ihrer Tastatur auslassen, sagen: Einfach durchatmen, vorher nachdenken und es einfach sein lassen. Es ist traurig, dass viele Menschen offenbar denken, dass sie nicht mehr gehört werden. Diese kleinen Möglichkeiten, die man ihnen etwa bei Facebook gibt, werden genutzt. Leider oft, um den blinden Frust rauszulassen”.

17.11.2015

F1.280 Aus dem Berliner Kurier: „Schwarz haftet eigentlich etwas Düsteres an, wird mit Tod oder finsterem Wald assoziiert. Doch beim ersten Date signalisiert die Farbe: Diese Person ist leistungsfähig, vertrauenswürdig, ernsthaft, zuverlässig und solide - egal, ob beim Rendezvous oder dem Bewerbungsgespräch. Stolze 66 Prozent der Damen lieben diese Nicht-Farbe an Männern, gefolgt von Blau mit 48 Prozent. Umgekehrt finden 46 Prozent der Männer Schwarz an Frauen attraktiv, assoziieren damit Intelligenz, Selbstbewusstsein und Sexiness. Schwarz = sexy? Stand das nicht immer für Rot? Stimmt, aber die Farbe der Liebe wird auch mit Aggressivität und Begriffsstutzigkeit verbunden. Noch schlimmer steht es nur noch um Pink: Nur 5 Prozent assoziieren damit Intelligenz”.

„Gullideckelbande”.

B868 Die vielen Brutalitäten, die man mit dem Satz „Warum nur gut, wenn es auch besser geht?” ausrollt.

Der sprachliche Aufwand von Weinbeschreibungen.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Today Oxford Dictionaries announces the emoji, commonly known as ‘Face with Tears of Joy’, as its „Word” of the Year for 2015 [...] This year, instead of choosing a traditional word, Oxford Dictionaries has chosen a pictograph, the ‘Face with Tears of Joy’ emoji, to reflect the sharp increase in popularity of emoji across the world in 2015. Although emoji have been a staple of texting teens for some time, emoji culture exploded into the global mainstream over the past year. Whether it was Hillary Clinton soliciting feedback in emoji or on-going debates about the skin tone of smiley faces, emoji have come to embody a core aspect of living in a digital world that is visually driven, emotionally expressive, and obsessively immediate”.

16.11.2015

Hubert Seipel, Journalist, Autor, Dokumentarfilmer: „Politiker instrumentalisieren Journalisten, Journalisten instrumentalisieren Politiker”.

Menschen, die dich festhalten, ohne dich anzufassen.

„Real-Life-Photoshop”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für die dadurch stattfindende Wertung, was man nicht sagt.

„Imbissradius”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Tagesspiegel: „Das digitale Prekariat ist schon da, dieses Potenzial muss das Land aktivieren. Die Forscher schlagen dazu „Leuchtturmprojekte” vor wie die Errichtung eines „digitalen Stadtviertels” auf dem Flughafenareal Tegel, nach der Einstellung des Flugverkehrs. Ausbauen könnte der Senat auch die „Online-Bürgerdienste”, indem sie die anstehende Rekrutierungswelle für diesen „strategischen Schwerpunkt” nutzt. Auch die Hochschulen sollen bei den „digitalen Themen gestärkt” werden. So könnte sich Berlin zum „Standort für digitale Dienstleistungen zur Industrie 4.0” profilieren”.

„Radvertising, Engagementalization, Sorrelling, Razzmatazzing, Brandalism, Vertising”.

F1.279 Zu den seltsamen Eigenheiten der Balz gehört, dass Abweisung ein Zeichen der Zuneigung sein kann.

„Fernsehlagerfeuer”.

D560 Aus der Süddeutschen Zeitung: „Ein Leben ohne Depression - der Weg dorthin hat mich mindestens so geprägt und verändert, wie die Depression selbst [...] Diese vermeintlich ausweglose Krankheit zumindest für den Moment überwunden zu haben, empfinde ich als eine Art vorläufiges Lebenswerk. Immer noch wird mein Leben aber von der Depression bestimmt - nie wieder in diese Lage zu kommen, ist das alles bestimmende Ziel für mich. Jede neue Berufschance, jede Zukunftsmöglichkeit, jede mögliche Partynacht, jeder neue Mensch in meinem Leben untersteht der Prüfung: Ist das gut für mich, ist das gesund?”

15.11.2015

„Online-Offline-Balance”.

D558 blutrotezeilen: „Wenn man seine #Depression gar nicht loswerden will, weil man sie schon so lange, so gut kennt. Sie ist ein Teil von mir. #notjustsad”.

F1.276 Ein von sich auf Partnerinnensuche befindenden Männern immer wieder unterschätzter Attraktivitätsfaktor: Solidität. Bedeutet: passabel, aber nicht zu gut auszusehen; sparsam, aber nicht geizig, fantasievoll, aber nicht fantasierend, unterhaltsam, aber nicht verquasselt sein. Er soll nicht weglaufen, fragen, bevor er widerspricht, beim Sex nicht furzen, dickere Arme und Beine haben als sie, Kinder nicht hassen, und Sachen tragen, die auch ihr gefallen.

Gesucht wird eine Bezeichnung für den „Charme des Scheiterns”.

B865 André Schubert, Fußballtrainer: „Ich habe für mich gemerkt, dass es wichtig ist, sich auch mal rauszunehmen aus dem Hamsterrad, sich Ruhepausen zu gönnen und sich eben nicht 24 Stunden am Tag nur Fußball zu beschäftigen. Besonders wichtig ist das, wenn du mit Menschen arbeitest, weil du im Gespräch mit ihnen auch Ruhe brauchst, Unaufgeregtheit, um die Dinge klar zu sehen und das, was sie dir sagen, auch richtig aufzunehmen. Das war bei mir früher manchmal nicht der Fall, und das ist etwas, was sich geändert hat”.

1.277 Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Heute sagen viele jugendliche Paare: Wir kennen uns schon lange, jetzt würden wir gerne intimer werden. Mit dem ersten Sexualverkehr wird die Liebe quasi noch einmal besiegelt. In den achtziger Jahren sah das ganz anders aus. Das erste Mal findet heute deutlich geplanter statt. Und man spricht vorher miteinander darüber. Das ist offener geworden [...] Für Jungen ist die Gefühlslage klar: 76 Prozent beschreiben das erste Mal als „etwas Schönes”, es dominieren also eindeutig die positiven Empfindungen. Bei Mädchen streuen die Empfindungen breiter: 51 Prozent sagen „etwas Schönes”, aber 28 Prozent sagen auch „etwas Unangenehmes”. Das erste Mal ist also nicht nur schön, sondern auch etwas Besonderes und Ungewöhnliches. Das kann Angst, aber auch Freude machen [...] 50 Prozent der Jungs, die wir befragt haben, schauen auch mal einen Sexfilm - und nur 16 Prozent der Mädchen. Aus anderen Studien wissen wir jedoch, dass die meisten Jugendlichen sehr gut differenzieren können: Das, was auf dem Bildschirm passiert, hat mit ihnen und ihrer Sexualität nichts zu tun”.

B866 D559 Sven Hannawald, Ex-Skispringer, Autorennfahrer: „Auf diejenigen, die wie ich früher nicht abschalten können, könnte das Thema Burnout zukommen. Sie machen ihre Arbeit gut, der Chef ist zufrieden - aber niemand sieht, dass der Angestellte tief im Inneren unzufrieden ist. Ich sage immer: Das sind eigentlich Diamanten für den Firmenchef, denn bei ihnen braucht er sich keine Sorgen zu machen, dass sie sich hängenlassen. Die sind in ihrer eigenen Welt, die wollen für sich selbst das Optimale. Wo der Chef schon lange zufrieden ist, fragen sie sich weiter: Was kann ich noch besser machen? Sie drehen sich im Hamsterrad und kommen nicht mehr raus”.

F1.278 Oskar Holzberg, Psychotherapeut: „Man braucht heutzutage keinen Trauschein mehr, um sich als Paar zu sagen, dass man es ernst meint. Wenn ich mit dir zusammenziehe, gebe ich einen Teil meiner Eigenständigkeit und Unabhängigkeit auf. Du bekommst mehr von mir mit, weißt immer, was ich tue und nicht tue. Das Paar muss jetzt gemeinsame Rituale und Konfliktkulturen entwickeln. Man ist jetzt eine Wirtschaftsgemeinschaft. Man wird in einer Art Schmelztiegel noch mehr zum Paar. Die gemeinsame Wohnung löst neue Konflikte aus, und alte Konflikte werden dringlicher, weil man ihnen nicht aus dem Weg gehen kann [...] Meistens zieht ein Paar ja in einer guten Phase der Beziehung zusammen und denkt sich, alles wird großartig. In dieser Euphorie unterschätzt man meistens, welche Konflikte eine gemeinsame Wohnung aufwirft. Das fängt schon damit an, ob man bei offenem Fenster schläft oder nicht. Als man noch nicht zusammenlebte, war man bereit, für eine Nacht mal gegen die eigenen Vorlieben zu schlafen. Aber wenn es dann auf Dauer sein soll, muss man das grundsätzlich klären [...] Irgendwann wird wahrscheinlich auch das Thema Sex ein Problem. Vor dem Zusammenziehen sah man sich vielleicht zweimal in der Woche, und es war klar, dass man dann Sex hatte. In der ersten Zeit ist das hoffentlich auch in der eigenen Wohnung noch eine hochinteressante Sache. Irgendwann muss man sich aber fragen, wie man sich eigentlich arrangieren will. Wann haben wir Sex? Wir gehen wir damit um, wenn der Partner keine Lust hat? Gerade bei diesem Thema eskaliert es schnell, weil da tieferliegende Konflikte hochkommen. Streitmuster wiederholen sich immer wieder. Einer zieht sich meistens zurück, der andere drängt deshalb immer weiter nach vorne. Relativ schnell fragt sich dann häufig die Frau, warum sie Sex mit einem Typen haben soll, dem ihre Bedürfnisse egal sind. Das Wichtigste dabei ist, eine gefühlsmäßige Lösung zu finden. Man muss sich auf die Sicht des Partners einlassen und zeigen, dass man versteht, wie wichtig bestimmte Dinge dem anderen sind”.

B867 Janina Kugel, Personalvorstand der Siemens AG: „Führung muss horizontaler werden. Klassische Karrieresymbole wie das eigene Eckbüro mit möglichst vielen Fenstern verlieren an Bedeutung. Sie müssen die kollektive Intelligenz innerhalb und außerhalb des Unternehmens nutzen, Wissensträger einbinden. Deshalb dürfen sie als Führungskraft nicht nur mit einem kleinen Kreis von Mitarbeitern kommunizieren, sondern sie müssen etwa über soziale Netzwerke neue Kanäle öffnen. Unsere Personalmanager in aller Welt können in unserem internen Netzwerk mit mir über Themen diskutieren. Und sie machen regen Gebrauch davon [...] Anstatt Stunden in Meetings zu verbringen, beschäftige ich mich regelmäßig damit, was gepostet wird. Wenn ich Fragen stelle, muss ich auch zuhören und antworten. In solchen Foren entstehen dann ganz neue Diskussionen. Und die sind nicht immer nur angenehm. Aber das ist mir lieber, als dass die Leute in der Kantine sagen: „Die Kugel hat ja keine Ahnung, was uns umtreibt” [...] Der alte Führungsstil wird in Zukunft nicht mehr funktionieren, zumindest unter qualifizierten Mitarbeitern, die zwischen den Arbeitgebern wählen können. Um diese Leute zu halten, brauchen sie den Dialog”.

14.11.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Die Hoffnung, das Internet werde die Wirtschaftswelt demokratisieren, weil Neulinge keine Fabriken brauchen und der Einstieg somit billig ist - sie ist zerstoben”.

„Spaghetti-Priester”.

F1.275 Walter Mischel, Psychologe: „Liebeskummer ist eines der sehr schweren Probleme. Aber auch dabei hilft es, sich zu distanzieren. Angenommen, Walter sieht als Walter auf sich und fragt sich ständig: „Warum liebt sie mich nicht, warum hat sie mich verlassen?” Wenn er das tut, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er einfach die Geschichte wieder und wieder durchlebt, und die psychische Wunde ständig neu aufreißt. Aber wenn er sich vorstellt, er blicke wie eine Fliege an der Wand auf diesen armen Kerl, bekommt er die Chance, eine andere Geschichte zu sehen. Vielleicht erkennt er: „Da war ein Bedürfnis, das sie hatte und das nicht erfüllt wurde.” Die Forschung sagt, dass eine solche distanzierte Perspektive hilft, seelische Wunden schneller heilen zu lassen”.

„Posteingangsstil”.

Wenn der Tropfen wichtiger wird als das Fass, welches er zum Überlaufen bringt.

„Rätsel-Skelett”.

B864 Stephanie Shirley, Unternehmerin: „Wenn Sie nach oben wollen, egal, ob für Macht, für Geld oder wie in meinem Fall aus Stolz, müssen Sie anderes hinten anstellen. Das Geschäft hält Sie auf Trab, auch abends oder im Urlaub”.

13.11.2015

B863 Alexander Zorniger, Fußballtrainer: „Harmonie ist was für Anfänger”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für hörbares Schweigen.

Aus der Reihe Online-Sprech, Stephan Lessenich, Professor für Soziologie: „Ich habe glaube ich gestern in der Zeitung gelesen, dass wir weltweit nur noch auf Platz sechs des Digitalisierungsrankings liegen. Und das ist natürlich schlimm, nur noch auf Platz sechs! Dann heißt es, sich auf die Hinterbeine zu stellen, die Konkurrenz schläft ja auch nicht”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Birthie: neuer Internettrend?”

12.11.2015

Die Sätze „Besseres als den Tod findet man überall”, „Wiedererkennbarkeit braucht keinen Namen”, „Frage niemals einen Imbiss, ob du Pommes frites brauchst”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der ZEIT: „Schlicht ist Trumpf, dachte sich der US-Kaffeegigant Starbucks wohl und gestaltete seinen neuen Weihnachts-Pappbecher ausschließlich mit grünem Unternehmenslogo auf roter Farbe - sonst gab es nichts zu sehen. Wütende Proteste ließen nicht lange auf sich warten. Denn traditionell druckt Starbucks zu Weihnachten allerlei Besinnliches auf seine Becher: Schneeflocken, Rentiere oder Christbaumkugeln. Weil das nun fehlt, spricht ein konservativer Christ mit Baseballkappe in einem Facebook-Video von einem „Krieg gegen Christen”. Starbucks, behauptet Joshua Feuerstein, habe Weihnachten von den Bechern entfernt, „weil sie Jesus hassen”. Starbucks hielt in einer Pressemitteilung dagegen, man wolle Kunden aller Religionen willkommen heißen. Feuersteins Video wurde derweil über 14 Millionen Mal angesehen - und der Milliardär Donald Trump rief sogar zum Boykott der minimalistischen Becher auf”.

Menschen, so versessen darauf, das letzte Wort zu haben, dass sie zum Schluss etwas Falsches sagen.

A513 F1.273 MmeDisaster, 25.09.2011: „An Beziehungen sollten Preisschilder hängen, damit man vorgewarnt ist, welchen Preis man eines Tages dafür bezahlen muss”.

B862 Aus der Reihe Online-Sprech, Regina Schober, Philosophin: „Das Scheitern gehört natürlich zum Leben dazu. Wir alle kennen Erfahrungen des Scheiterns. Und trotzdem hat das Scheitern in unserer Gesellschaft keinen wirklichen Platz. Wir reden nicht drüber. Dass das eigentlich sehr normal ist, ist in unserer Leistungsgesellschaft, in der es im Prinzip immer nur um höher, schneller, weiter geht, zum Tabu geworden. Und wir sehen eben einen relativ starken Erfolgsdruck auf allen Ebene, den wir, glaube ich, alle kennen. Und über das Scheitern redet man nicht, auch wenn man es wirklich täglich erfährt [...] Wir alle kennen die Erfahrung zum Beispiel, dass wir unsere Fluten an E-Mails eigentlich gar nicht beantworten können, die jeden Tag in unseren Computer reinströmen. Wir können eigentlich nur scheitern, wir sehen auch ständig bei Facebook und bei Twitter, was andere Menschen so Tolles machen und fragen uns eigentlich die ganze Zeit, warum mache ich das nicht, warum kann ich das nicht. Und eigentlich haben wir immer dieses Gefühl, dass wir an unseren eigenen oder vielleicht auch an den gesellschaftlichen Ansprüchen scheitern. Gerade, wenn wir in vielen Funktionen gleichzeitig sind, Beruf, Familie, Partner, Freundeskreis, auf allen Ebenen müssen wir eigentlich erfolgreich sein. Aber wir merken eigentlich immer, dass wir diesen Ansprüchen gar nicht gerecht werden können [...] Wir sehen jetzt einfach sehr schnell und unmittelbar, was alle anderen Menschen so machen, und haben natürlich auch durch – ich sage jetzt mal das Stichwort Selfie – auch so einen gewissen Druck, auch sich selbst ständig zu vermarkten als erfolgreicher Mensch und als Mensch, der eigentlich interessante Dinge macht, zu den tollsten Reisezielen fliegt, das tollste Essen isst und eigentlich den ganzen Tag über erfolgreiche Dinge macht. Und selbst, wenn sie nicht erfolgreich sind, wird es immer noch so geframed, dass es letztendlich doch wieder erfolgreich ist [...] Wir beobachten eben, ich sage jetzt mal so ganz grob, seit Beginn des Neoliberalismus, das kommt natürlich aus den USA, einen erhöhten Produktivitätsdruck für den Einzelnen. Also auch der Einzelne oder das Individuum wird immer stärker in die Verantwortung genommen, sozusagen aus seinem Leben auch ein erfolgreiches Leben zu machen, und gleichzeitig, durch das Wegbrechen vieler sozialer Strukturen, und das ist eben auch in Europa angekommen, ist der Einzelne immer mehr auf sich selbst gestellt, muss aber gleichzeitig immer länger arbeiten, immer mehr arbeiten für weniger Geld und so weiter. Ich sage jetzt auch mal das Stichwort Lebenslanges Lernen. Das klingt jetzt erst mal so toll, aber das ist natürlich auch ein Anspruch, eine Erwartung, dass wir eben ständig an uns selbst arbeiten. Der Körper oder das Individuum als Projekt, das ständig optimiert werden muss. Das ist also schon, glaube ich, auch eine gesellschaftliche Ideologie [...] Wir merken das natürlich auf vielen Ebenen. Ich habe jetzt gerade schon sozusagen die Selbstoptimierung angesprochen. Das geht natürlich auch sehr stark ins Körperliche rein. Der erfolgreiche Körper ist eigentlich ein produktiver Körper, ein Körper, der für den Kapitalismus sozusagen produktiv ist und den man auch verwerten kann und der Gewinn bringt. Und dann sind natürlich alle Körperformen, die da nicht reinfallen, also zum Beispiel der behinderte Körper oder der eingeschränkte, der alte Körper, ist in diesem Sinne eigentlich ein gescheiterter Körper. Und da geht es jetzt natürlich um die Frage, also das diskutieren wir bei der Konferenz, wie man das Scheitern umdeuten kann, also sozusagen, welche Grundannahmen eigentlich dahinterstecken, dass zum Beispiel ein behinderter Körper ein gescheiterter Körper ist, und wie man das Scheitern eben auch umdefinieren und umdeuten kann”.

F1.274 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „...dass meine Freundin meinen Heiratsantrag angenommen hat!!!”

11.11.2015

D556 Teresa Enke: „Wir müssen es schaffen, mit Depressionen genauso offen, kompetent und natürlich umzugehen wie Westerwelle mit seiner Krebserkrankung [...] Ich weiß, er ist gegangen, weil er krank war. Er hat uns geliebt, und er hätte das nie gemacht, wenn diese Krankheit nicht so übermächtig gewesen wäre”.

„Birpfeln oder Äpfnen?”

D557 anni_sternchen: „Tagsüber den Schein wahren kostet soviel Energie, dass man abends nur noch reglos auf der Couch ausharrt bis Schlafenszeit ist #notjustsad”.

F1.272 Otto Waalkes, Komiker: „Was mich noch ärgert: dass ich mich um meine erste Frau zu wenig gekümmert habe, sie so wenig von mir hatte, weil ich durch den Beruf so viel unterwegs war. Und dass ich auch bei meiner zweiten Frau wenig Zeit hatte und sie auch so wenig Zeit hatte. Aber das bringt der Beruf leider mit sich. Ob der Künstlerberuf ehetauglich ist, weiß man nicht”.

Björn Engholm, Politiker: „Die Sekundärtugenden. Ohne solche kann Politik gar nicht funktionieren. Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit, Pünktlichkeit, Anstand. Solche Dinge gehören einfach dazu”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „FB has taken over our homescreens, now it wants the locksreens”.

„Haltestelen”.

10.11.2015

„Kreativ-Vampir”.

Gianluigi Nuzzi, Journalist: „Wenn ein Spiegel hässliche Dinge zeigt, dann ist das nicht die Schuld des Spiegels”.

„Dauergallionsfigur”.

D555 Handyfeuer: „Das schlimme an Depressionen ist auch, dass man oft Angst davor hat, wie es ist, nicht mehr depressiv zu sein”.

„Frühlings-Herbst”.

„Blödelbarde”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Infotour zum neuen Design. Aktivität: Verbesserungen bei Suchen, denen Sie folgen. Shoppen: Entdecken Sie noch mehr WOW! Angebote und Trendartikel. Verkaufen: Neue Filter für Verkaufsaktivitäten”.

„Tiefseegraben-Trümmerbagger”.

F1.271 Otto Waalkes, Komiker: „Ich habe zwei Ehen erfolgreich abgeschlossen, und irgendwann muss es doch auch in der Richtung passen. Meine Eltern waren so dauerhaft glücklich, wieso kann ich das nicht sein? [...] Vielleicht bin ich zu wählerisch. Oder die Frauen sind zu wählerisch, das kann auch sein [...] Wenn man jemanden liebt, will man, dass der andere glücklich ist, egal mit welchem Ehegatten. Es muss ja nicht der eigene sein [...] Wer mich besitzen will, kann mich haben. Aber dieser absolute Besitzanspruch ist die völlig falsche Voraussetzung für eine gute Zweierbeziehung. Nicht nur, weil er sehr egoistisch ist. Auch die Verantwortung ist erdrückend. Es geht doch darum: Wenn man mit einem Menschen zusammenlebt und erfährt, dass er gerade woanders die beste Zeit seines Lebens erlebt, wenn man ihn lieb hat, dann respektiert man das doch [...] Den richtigen Weg, der für alle auf Dauer funktioniert, den kennt kein Mensch. Ich glaube allerdings: Eifersucht ist die schlechteste Basis für eine gute Zweierbeziehung. Und das ist auch meine Erfahrung mit all den wunderbaren Frauen, mit denen ich zusammen gewesen bin”.

„30 Löcher-Regel”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Erika Steinbach ist ein Internet-Troll. Die füttert man nicht, die ignoriert man”.

„Internet-Romeo”.

Otto Waalkes: „Parodie ist die aufrichtigste Form der Verehrung”.

„Dasbootistvollrhetorik”.

09.11.2015

F1.270 Die Sätze „Lieber eine unglückliche Freundin als eine schlecht gelaunte Ehefrau”, „Liebeshunger ist keine Frage des Alters”, „Der Nachteil der Liebe besteht darin, dass sie mit Verliebtheit anfängt”,

Aus der Reihe Online-Sprech, Alessia Cara, Sängerin: „Heutzutage läuft nur noch ein kleiner Teil unseres Lebens wirklich privat ab. Fast alles ist öffentlich: Du postest dein Leben auf den Social-Media-Kanälen, jeder glaubt zu wissen, wer du bist; du teilst deine Gedanken auf Twitter mit... Es gibt so vieles, mit dem du Leute gegen dich aufbringen kannst, sodass es wirklich fast keine Privatsphäre mehr gibt. Also gibt es mehr Druck, wie du dich präsentierst, wie du etwas sagst [...] Manchmal sehe ich Fotos, die von mir gemacht wurden, ohne dass ich das wusste, und dann landen sie auf Facebook oder Instagram und ich denke: Oh Mann, ist das schräg! An so etwas habe ich mich noch immer nicht gewöhnt. Klar, ich bin noch kein Megastar, aber allein, dass mich viele Menschen jetzt erkennen ist noch immer merkwürdig für mich. Aber Social-Media kann auch positiv sein, denn dadurch kannst du dich der Welt mitteilen”.

„Maultierlinien”.

Nachgeschlagen: Yael Grobglas; Britt Robertson; Jorge Lorenzo; Milo Moiré; Gianluigi Donnarumma; Bob Ross; Sarah Hyland; Jordon Ibe; Robin Tunney; Dennis Hopper; Hippolyte Girardot; Olivia Wilde; Tao Ruspoli; Ania Bukstein; Birgit Doll; Rainer Koch; Andy White; Richie McCaw; John Wanamaker; Kathrin Angerer; Vader Abraham; Jessica Biel; Alison Brie; Barry Pepper; Khalid Boulahrouz; Elizabeth Banks; Djibril Cissé; Adelaide Clemens; Lou Taylor Pucci; Sabina Naber; Rolf Mützenich; Anthony Powell; Eduardo Alves da Silva; Ariana Grande; Dirk Pohlmann; Autofrettage; Nadia Hilker; Pedro Almodóvar; Eliza Dushku; Urs Faes; Benjamin Bratt; Eliza Taylor; Bernard Maris; Anna Katharina Hahn; Kal Penn; Wolpertinger; Mia Kirshner; Joshua Jackson; Atiba Hutchinson; Oortsche Wolke; William Goldman; Bill Hader.

Aus der Reihe Online-Sprech, Uwe Storch, Werber: „Glaube nicht, nur weil du selbst twitterst, skypst, whatsappst, snapchatst, instagramst oder chattest, dass es deine Kunden auch tun!”

08.11.2015

Gesucht wird eine Bezeichnung für jenen Menschen, der das persönliche Tages-Highlight darstellt - jeden Tag. Gemeint ist nicht der „Lieblingsmensch”.

F1.269 Man muss viele Kröten küssen, um die Prinzessin zu finden.

Wenn die Verunglimpfung einer Lösung mit einer Lösung verwechselt wird.

B861 Sophia von Rundstedt, Geschäftsführerin: „Das Scheitern ist besonders für Topmanager eine schmerzhafte Erfahrung, die das Selbstwertgefühl erschüttert und eine Zäsur bedeutet. Eben noch auf der Überholspur, ein Arbeitsalltag unter Hochspannung, an dem ein wichtiger Termin den nächsten jagte. Und plötzlich Vollbremsung, Stillstand. Besonders hart trifft es diejenigen, die sich überwiegend über ihre Position definieren. Diese Einstellung ist jedoch gerade bei Topmanagern nicht ungewöhnlich, da die Arbeit einen sehr großen Teil ihres Lebens - einschließlich des Privatlebens - bestimmt hat. Mit der Position bricht die zentrale Säule ihres Lebenskonzepts weg. Plötzlich sind sie den ganzen Tag zu Hause, fragen sich, wie sie dies der Familie und Freunden erklären. Nicht selten kommt es zu familiären Spannungen. Letztlich erleben wir einen Übergang aus einer sehr eng bestimmten Struktur des Lebens in eine - zumindest subjektiv wahrgenommene - Strukturlosigkeit [...] Viele gescheiterte Manager tut sich zunächst schwer damit, ihr Netzwerk zu aktivieren und ihre Kontakte gezielt um Unterstützung zu bitten. Sie empfinden dies als Erniedrigung und Demütigung. Hinzu kommt, dass Manager häufig die schmerhafte Erfahrung machen, dass mit der Spitzenposition auch ein Teil ihrer Kontakte wegbricht. Ihnen wird bewusst, dass sie in manchen Fällen nur aufgrund ihrer Funktion und der damit verbundenen Einflussmöglichkeiten ein geschätzter Netzwerkpartner waren, nicht aufgrund ihrer Person. Um aus dieser Krise herauszufinden, neuen Mut zu schöpfen und eine Strategie und Positionierung für den nächsten beruflichen Schritt zu erarbeiten, benötigen Topmanager Gesprächspartner auf Augenhöhe, mit denen sie sich austauschen können und die ihnen helfen, das angekratzte Selbstvertrauen wieder aufzubauen”.

07.11.2015

Nachgeschlagen: stint; flaunt; dire; tongue-lashing; brainy; cannon; blind spot; firetrap; kind-hearted; give and take; looky; metal bender; underquote; mindscape; backdrop; lobster; wetland; letdown; fledged; lemur; sedate; pitfall; attire; gap year; pre-compress; amenity; short term need; from the scratch; starboard; lavish; keyhole; paternal; jubilee; condo; accolade; stuffle; ever-curious; halfway; sod; funicular; maven; jock; ritzy; cantilever; year-round; peddle; verbatim; violator; waypoint; joyride; escrow; avid; subfolder; lime; lighting.

Gesucht wird ein anderes Wort für „Fremdschämgarantie”.

„Schnurrbart-Souveränität”.

Die Sätze „Mit vollem Bauch hat man weniger Angst”, „Auch zuhören kann Musik sein”, „Ein Derby, das überall stattfindet, ist kein Derby mehr”.

06.11.2015

„Rumgegate”.

Warum man in Berlin keine Armbanduhr benötigt.

„Agentureitelkeiten”.

F1.268 Angelina Jolie, Schauspielerin, Drehbuchautorin, Produzentin: „Wenn ich merke, dass andere Frauen meinen Mann attraktiv finden, freue mich sogar für ihn. Für mich ist er der Vater meiner Kinder und mein bester Freund im Leben. Ich vertraue ihm. Nicht dass ich denke, dass er niemals einer anderen Frau hinterher schauen würde. Aber ich weiß, dass er unsere Familie niemals aufs Spiel setzen würde”.

„Wolkentsunami”.

Für einen Büchermenschen können sich neue Regale wie ein Umzug anfühlen.

„Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Hannoverschen Allgemeinen: „Einfach mal offline gehen, dann geht es den Nutzern wirklich besser. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Studie des dänischen „Happiness Research Institute” in Kopenhagen. 1095 Teilnehmer rekrutierten die Wissenschaftler – die Hälfte von ihnen mussten eine Woche auf Facebook verzichten. Keine Mitteilungen bekommen, keine Fotos posten. Sieben Tage lang. Das Ergebnis, sagt Meik Wiking, habe ihn durchaus überrascht. „Ich hatte erwartet, dass wir gar keinen Effekt feststellen würden”, erklärt der Leiter des Instituts. Doch da irrten sie. Tatsächlich lag die Lebenszufriedenheit der Offline-Gruppe nach einer Woche, gemessen auf einer Zehn-Punkte-Skala, um einen halben Punkt höher. „Wenn man bedenkt, dass zwischen den reichsten zehn Prozent der dänischen Bevölkerung und den ärmsten zehn Prozent ein Punkt liegt, dann ist das ein sehr großer Effekt”, erklärt Wiking”.

05.11.2015

Gesucht wird ein anderes Wort für „Drogenpoet”.

F1.267 DamaDingDong: „Auch einige Männer können Sex & Liebe nicht trennen. Je länger & heisser der Sex ist, desto mehr verlieben sie sich. Stück für Stück”.

„5-Gänge-Indie Dinner”.

Warum man mit Nebensätzen mehr Druck ausüben kann.

04.11.2015

B860 Sonja Perry, Product Manager: „Gute und durchdachte Bewerbungsprozesse führen zu hohen Übereinstimmungen der Voraussetzungen von Bewerber und Stelle, so dass die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter verstärkt wird [...] Im Gegensatz dazu werden Einstellungsverfahren, die schlecht geplant sind und beispielsweise von Bewerbern als zu einfach oder zu schwer aufgefasst werden, mit einer weniger positiven Unternehmenskultur verbunden”.

„Taugenichts-Charme”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Essena O'Neill, Model, Bloggerin: „Mich von Social Media zurückzuziehen, ist ein Weckruf für alle, die mir folgen [...] Ich dachte, wenn ich viele Views habe, würden die Menschen mich sehen. Und ich würde mich geschätzt fühlen und glücklich sein [...] Unternehmen kennen die Bedeutung von Social Media, und das nutzen sie aus [...] Ja, ich war das Mädchen, das alles hatte, alles bekam, aber ich muss euch sagen, dass es nichts, aber auch gar nichts bedeutet, auf den sozialen Netzwerken 'alles' zu haben, denn es bedeutet absolut nichts für dein wirkliches Leben”.

Das Sprechen erlernt man in den ersten Jahren. Das Schweigen nie.

03.11.2015

Die Sätze „Vertrauen ist der Anfang von Misstrauen”, „Als Schriftsteller stelle man Sprache zur Rede”, „Erst wenn man den Augenblick schätzt, wird der Alltag zum Schatz”.

Aus der Reihe Online-Sprech, humorlos4: „Wir „liken” nicht, wir „faven”. Ihr Ficker”.

A512 F1.266 FraumitSerifen, 30.06.2011: „Die meisten Beziehungen beginnen mit einer Lüge und enden bei der Wahrheit”.

„Weichflöte”.

Aus der Reihe Online Sprech, BR24: „Und immer wieder schön: Die ganze Welt könnte brennen, aber wenn es bei Twitter Herzchen gibt, drehen alle durch. #heartgate #herzchengate”. Satirelupe: „Ironie ist, wenn man die Zustimmung zum Tweet „Herze sind doof” nur mit einem Herz bezeugen kann #HerzeStattSterne #herzchengate”. andre_anchuelo: „Ich finde das so geil, wenn diese #Herzen aufpoppen, ich muss Euch leider alle durchfaven. #herzchengate”. annettedittert: „..und dann explodieren sie auch noch wenn man sie drückt. @Twitter jetzt mal ganz im Ernst: Das ist hier nicht die Audience. #herzchengate”. Per_Nots: „Das Ändern eines kleinen Symbols reicht, um ein Twitterer-Universum zu zerbrechen... #herzchengate”.

02.11.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, nordschaf: „Wir können nicht von Digital Natives und Netzkompetenz reden, solange Leute ihre Sätze mit „lieb frag” beenden”.

B859 Kollegen, die sich den ganzen Tag dafür feiern lassen, dass sie zehn Minuten zu früh zur Arbeit gekommen sind.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Der Tod des Links: Müssen wir den Hyperlink bald begraben?”

„Hinüberhelfer”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Lars Paulsen, Videoblogger: „Für YouTube braucht man überhaupt kein Talent. Man muss einen gewissen Nerv bei jungen Leuten treffen. Und es gibt ein paar einfache Mittel, von denen man inzwischen weiß, dass sie gut funktionieren. Alle „Stars” haben damit Erfolg. Vlogs zum Beispiel, da folgt mir der Zuschauer durch den Tag, sieht, wie ich einkaufe, Skateboard fahre, mich mit anderen YouTubern treffe. Oder Challenges, da erfüllt man Aufgaben, die zum Teil die Zuschauer stellen. Aber beides liegt mir nicht. Diese unironische Weise, mit dem Zuschauer zu reden, damit komme ich nicht klar. Für mich ist das Anbiederung. Aber es gibt da draußen viele junge YouTuber, die sagen: Ich will so erfolgreich sein wie Dagi Bee, und dann versuchen sie, alles genau so zu machen wie sie [...] Das Internet ist sehr chauvinistisch. Da existiert zum Teil ein großer Hass gegen Frauen und ein völlig veraltetes Frauenbild. Ich hab mal ein Video über Feminismus gemacht. Dafür habe ich sehr viel Ablehnung bekommen”.

F1.265 holisa506: „Ich bin übrigens nur Single, weil ich mich vor der übermäßigen Auswahl kaum retten kann”.

A511 Aus der Reihe Online-Sprech, my7voices, 24.05.2011: „Skype ist das Gefühl nicht allein im Bett zu sein, Twitter das Gefühl nicht allein in seinem Kopf zu sein ...”.

01.11.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAS: „Das Internet ist der einzige Ort, an dem sich jeder frei entfalten kann. Wo Herkunft und Geld nicht zählen, sondern Kreativität und Ideen. Jeder kann hier zum Star werden, der nur genug „Follower” oder „Fans” um sich versammeln kann. Dazu braucht es keine Konzerne, nur einen Internetanschluss”.

D554 Rüdiger Striemer: „In vielen Unternehmen herrscht noch immer eine Kultur, in der Burn-out und damit verbundene psychische Erkrankungen so lange wie möglich versteckt werden. Dabei sind Angststörungen und Depressionen sehr gut therapierbar – vorausgesetzt, der Patient ist einsichtig und arbeitet aktiv mit. Das geht aber nicht, solange er sich versteckt, denn dann hat er mit dem Verstecken zu tun und gerät immer weiter ins Abseits. Für einen Herzinfarkt kann man nichts, für psychische Krankheiten ist man selbst verantwortlich: Solche oder ähnliche Ansichten gibt es zuhauf. Immer noch. Dabei hat der, der sich ungesund ernährt und keinen Sport treibt, mehr für seinen Herzinfarkt getan als ich damals für meine Angststörung – ganz sicher. Natürlich müssen wir über Prävention reden. Und auch darüber, wie man krank machende Arbeitssituationen verhindert. Aber wir müssen auch darüber reden, dass psychische Erkrankungen nun mal vorkommen. Und vorkommen dürfen. Einfach so. Schon das würde helfen – weil es das Versteckspiel unnötig macht”.

„Internet-Naturbeobachter”.

F1.263 caermsche: „Allein sein ist nicht so schlimm. Allein fühlen schon”.

„Brustwarzenkomplex”.

F1.264 MajoGoGoGo: „Über die Sympathie kommt Nähe, über Nähe kommt Vertrauen, über Vertrauen kommt Liebe und über all dem steht Respekt!”

31.10.2015

B857 Meetings, die besser eine E-Mail geworden wären.

„Wochenfaulster”.

B858 André Schubert, Fußballtrainer: „Wir sind doch alle Interimstrainer”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Wie bei jedem Dialekt gilt auch bei den Grinsegesichtern aus der digitalen Kommunikation: Menschen, die ihn nicht verstehen, lachen über jene, die den Dialekt um so selbstbewusster benutzen - und sich auch dadurch ihrer Gemeinschaft versichern. Dialkete sind Trennungs- und Bindemittel, das ist bei Sächsich und Schwäbisch nicht anders als bei Smileys und Emoticons [...] Eine besonders anschauliche Entsprechung zum Mundart-Selbstbewusstsein ist eine japanische Version des Emoticons (Kaomoji), das sich aus elf Zeichen zusammensetzt und eben nur im Internet funktioniert: der Shruggie. Diese Zeichen-Figur hat das Verhältnis von gesprochenem und geschriebenem Wort umgedreht. Man kann sie nicht aussprechen, sondern nur tippen. Ein grinsender Kopf, der rechts und links die Schultern hochzieht und halb rat-, halb teilnahmslos die angedeuteten Hände von sich streckt. Aus dem Englischen („to shrug”) leitet sich der Begriff ab, aus dem japanischen Katakana-Alphabet hat er die Schriftzeichen, aus dem Digitalen die Haltung, und überall auf der Welt wird er verstanden. Wo früher feste Wahrheiten und Regeln standen, zuckt der Shruggie nur fröhlich mit den Schultern. Er ist eine in elf Zeichen gegossene Frage, vor der die gesamte (digitale) Gesellschaft steht: Wie geht's weiter? [...] Mittlerweile hat er sich als Zeichen einer digitalen Grundhaltung etabliert, mit der Nutzer mit fröhlichem Schulterzucken auf größeren und kleineren Unbill des Alltags reagieren. Stets wahrt der Shruggie dabei eine optimistische Offenheit gegenüber der Welt. Er kennt keine Wahrheiten, sondern nur ein Schulterzucken. Dabei sind seine Arme so weit ausgebreitet, dass sie Raum für allerlei Interpretationen bieten - von agnostischer Distanz bis zu buddhistischer Gelassenheit. Der Shruggie vereint diese Ansätze und kann somit grinsend als Leitbild für das digitale Zeitalter sowie als Replik auf den ständigen Wandel gelesen werden, der ihn hervorgebracht hat. In Wahrheit weiß nämlich niemand mehr darüber als der Shruggie. Denn seine Antwort auf die Ungewissheiten und Umbrüche, die uns noch bevorstehen, ist es, eben keine Antworten zu haben, dafür aber eine optimistische Grundhaltung”.

Böse Worte halten länger.

A510 F1.262 Aus dem Lied „21 Questions” von 50 Cent, 04.02.2003:
„If I feel off tomorrow would you still love me?
If I didn't smell so good would you still hug me?
If I got locked up and sentenced to a quarter century,
Could I count on you to be there to support me mentally?
If I went back to a hoopty from a Benz, would you poof and disappear like
some of my friends?
If I was hit and I was hurt would you be by my side?
If it was time to put in work would you be down to ride?
I'd get out and peel a nigga cap and chill and drive
I'm asking questions to find out how you feel inside
If I ain't rap 'cause I flipped burgers at Burger King
would you be ashamed to tell your friends you feelin' me?
And in bed if I used to my tongue, would you like that?
If I wrote you a love letter would you write back?”

30.10.2015

„Wunderschnüffler”.

F1.260 ZantoYT: „Eine Beziehung ist wie sich in die Hosen pissen. Anfangs schön warm, aber irgendwann stehst du da, ohne Hose und musst schonwieder pinkeln”.

„Verzwergen”.

unfasslichkeit: „Ich mag die Worte, die wir nicht brauchen, um uns zu verstehen”.

Unter Umständen kann ein „Ich hab nicht vor, wegzugehen” positiver strahlen als ein „Ich hab vor, hierzubleiben”.

A509 F1.261 Patricia Clarkson, Schauspielerin: „I've dated several men with motorcycles. I would like to say I've dated several poet laureates, but no. I've dated several men with fucking motorcycles. Motorcycles make me love a man more. Any guy who has a motorcycle - you want to be on the back of his motorcycle, and if your feelings were slightly ambivalent, suddenly they're not. When you hang on, it's just wind. And sex. And speed, and hair”.

29.10.2015

A508 Catherine Keener, Schauspielerin, 27.08.2006: „Luck favors the prepared”.

„Tiefenamputiertheit”.

Aus der Reihe Online-Sprech, sojabunnie: „Ihr müsst euch alle mehr lieben favt eure eigenen tweets das ist der Anfang zu selflove”.

Wenn Ignoranz mit Selbstbewusstsein verwechselt wird.

Aus der Reihe Online-Sprech Mareike Bruns, Community Managerin: „Ich habe mein Handy neben meinem Bett liegen und mein erster Griff geht morgens zu Instagram. Meine letzten Kommentare schreibe ich abends bevor ich ins Bett gehe [...] Ich folge sehr vielen Leuten. Ich folge drei mal so vielen Accounts wie der durchschnittliche Nutzer. Der normale Nutzer folgt durchschnittlich 300 Leuten, ich folge rund 800. Ich treffe wahnsinnig viele Menschen aus der Community und will in Kontakt bleiben. Zum einen folge ich Freunden, außerdem Celebrities, Instagrammern, die ich auf Instameets kennengelernt habe, und einigen Accounts, die meinen persönlichen Interessen entsprechen [...] Es zwingt ja niemand jemanden, sich Accounts anzugucken, die einen neidisch machen oder die man blöd findet. Instagram soll ein Ort der Inspiration sein. Wenn du Sport magst, folgst du Sportlern. Wenn du Astrofotografie magst, folgst du diesen Fotografen. Du sieht keine Bilder, die du nicht sehen möchtest, denn du stellst dir deinen Feed ja selbst zusammen [...] Ich habe auch mal auf meinem Account zurückgescrollt und ich habe am Anfang auch viele Filter verwendet, am besten noch mit diesem Kratzer-Look auf den Fotos. Als Instagram neu war, hatte man die neue Möglichkeit, Bilder zu verändern und hat damit wild herumgespielt. Ich glaube, jetzt sieht man eine starke Entwicklung, wie man Fotos mit einfachen Mitteln verbessern kann. Du gibst dem Foto keinen komplett neuen Look, aber du bearbeitest es und gibst ihm deine eigene Bildsprache. Man findet irgendwann seinen eigenen Stil”.

Nachgeschlagen: Robert Wagner; Lucy Davis; Lene Nystrøm; Alanna Masterson; Reepschläger; Tommy Morrison; Lennie James; Kunstwollen; Lasse Rimmer; Kevin Ashton; Michael Cudlitz; Anna Lee Tingle Fisher; Sage Stallone; Christian Serratos; Via Regia; Boudoir; Anne Golon; Abolitionismus; Spitzbergen; Aborterker; Tory Mussett; Jörg Hofmann; Timothy Leary; Chaval; Klumpenrisiko; Selli Engler; Buschzulage; Faye Dunaway; Rudolph Stratz; Elisha Cuthbert; Chrysopras; Sarah Bernhardt; René Weiler; Chemisette; Jamie Vardy; Ponton; Tidjane Thiam; Breel Embolo; Almila Bagriacik; Reinhard Koester; Luke Perry; Kyle Walker; Waldschrat; Walter Sittler; Deborah Harry; Olivia d’Abo; Reinhard Mohn; Jorge Campos; Felipa de Souza; Günther Kaufmann; Julia Stiles; Richard Rogler; Jerry Bruckheimer; The Canterbury Tales; Brit Marling; Frittenporzellan; Pulsar.

Oldtimerin: „Leben wird durch Geschlechtsverkehr übertragen und endet immer tödlich”.

28.10.2015

A507 F1.257 Anne Hathaway, Schauspielerin, 21.04.2009: „I love working and I feel satisfied when I know I have literally given all the energy that I have. That being said, work is not my No. 1 priority. I don't think it can come at the expense of your family, your friends and your „significant other” if you have one”.

„Schreihalsrocknroll”.

F1.258 Herzhalterin: „Beziehungsstatus: Ich liege diagonal im Bett”.

Die Sätze „Hoffnung ist ein Fehler”, „Träume strotzen vor schwarzen und weißen Schatten”, „Erklärungen sind nur eine Erfindung, damit wir uns sicher fühlen”.

„Staubsauger-Krieg”.

B856 Eva Hille, Personalmanagerin: „Ein Bewerbungsgespräch ist eine hochkonzentrierte Angelegenheit und in gewisser Weise auch eine Stresssituation. Wer hier eine nachvollziehbare Story abliefert, in der klar herauskommt, wie seine persönlichen Ziele zu den Unternehmenszielen passen, ist im Vorteil. Als Wink mit dem Zaunpfahl kann ich anfügen: Kluge Rückfragen im Bewerbungsgespräch sind kein Fehler”.

„Wurstkrebs”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Fritz Karl, Schauspieler: „Gerade durch die sozialen Medien sind viele Menschen heute völlig allein. Auch junge Leute sind isoliert. Sie treffen sich nicht mehr im Café oder in der Diskothek, wo man sich kennenlernt und miteinander redet. Sondern jeder sitzt allein in seinem Kämmerchen und chattet sich in die Einsamkeit. Man kommuniziert zwar mit irgendwem, aber das wirkliche Sich-Sehen, Sich-Fühlen, Sich-Spüren und Sich-Begreifen fehlt total. Das eigentliche Mensch-Sein geht verloren”.

F1.259 Brad Pitt, Schauspieler, Filmproduzent.: „Es ist überraschend, wie sehr ich die Leitung meiner Frau genieße. Sie ist entscheidungsfreudig, unglaublich intuitiv und ich würde sagen, auch sexy in ihrem Job. Ich vertraue ihr mit meinem Leben”.

Joachim Ringelnatz: Abenteuer-Wehmut, Abgottschlange, Abortfrau, Abseitsgasse, Animierkneipe, Ankerspill, Apothekerstudienjahre, armutsstolz, Augenblicksgenuß, Bambus-Soda, Barfußmädchenseele, Beförderungsangelegenheit, Besichtigungsschießen, Bettelherz, Bettpfannkuchen, beweiben, Biederweib, Billardglatze, Billardopfer, Blendlaterne, Brotsuppe, Budensauferei, Bürstenhändler, Bulldoggmamachen, Bummel-Baumel-Strick, Buntblätternatur, Dampferhallunke, Dampfpinasse, Divisions-Großväterchen, Döskopp, Drecksymphonie, dünntraurig, Einjährigenkasino, Einzelhärchen, Eisenbahnkupee, elefantisch, Enterhakengesellen, Entlausungsanstalt, Faschingsvollmond, Feldwebelschweiß, Fesselballon, Filzlatschen, Filzlausgeschwader, Fleischhackmaschinen, Flittergewand, Flitterwochenkuß, Flugzeuggedanken, Frauenbedichtung, Freundenhaus-Photographien, Gaffelschoner, Gassensioux, Gedankenkeller, Geheimbücherei, Gerstengrützsuppe, Glaskanone, Gliederschmaus, Hagelböe, Handlangerdienste, Harmonikawehmut, Hasenwürstchen, Haupthanswurst, Hauptspaßmacher, Hausjuck, Heringsgesicht, Herrenkonfektionssachen, Himbeeressig, Hirschpastete, Horchtrichter, Hotelpapier, Hummelhaus, Hundswachenschnack, Hurenboys, Hurrawasser, Husarenweise, Journal-Ecke, Käfermusikverein, Kalbsnierenbraten, Kammer-Kummer, Kartoffelversorgungsstelle, Kasernenschlendrian, Katerbraut, Kauffahrteier, Kesselbesichtigung, Klapperhorn, Klosettverhältnisse, Knietschträne, Kohlenersparnisse, Kommandantenwimpel, Kompanie-Wirrwarr, Korkweste, Krähenzeichen, Krammetsvogelfalle, Kreideaufschrift, Kreppdischingewand, Kriegsanleihenvortrag, Kriegsteuerungszulage, Krokusgeheimnisse, Landsturmleute, Lebemannerscheinung, Leichdörnchen, Leichenbändigerin, Leichenwagenkutscher, Leutnantspelz, Liebesgabenpaket, Listenspleen, Löwenfrau, Lorbeerstock, Mademoisellegesicht, Maikäfermalen, Malzbonbon, Mammut-Husten, Marlspieker, Maschinengewehrkursus, Maschinenpersonal, Massenproviantsendung, Matrosenschenke, Metallknopfsand, Minensuchdivision, Mittelgrundboje, Mobilmachungstage, Möwenglück, Moselpreislied, Muschelkalk, Muschelschnur, Nachtwächterhorn, Namenläppchen, Naturknüppelholz, Navigationsressort, Nesthängchen, Neujahrsnachtfahrt, Niegereister, Nietengeknatter, Nietenwärmer, Obermatrosenwinkel, Opernkaliber, Panamaspäne, Papagei-Sodomiterei, Patronenmüller, Petroleumkanne, Pfannenflickerlied, Pferdeschlächterei, Pferdeschwemme, Pfirischhülle, pflaumenweich, Plempersuppe, Plüschtestament, Postenvergehen, Postordonnanz, Potpurrilied, Privatmittagstisch, Raffinement, Rampenscheinwelt, Rechtsknüppel, Regenbogenstaub, reichheitswild, Rekognoszierung, Reserveoffiziersaspirantengesuch, Ritualdoppelraubmord, Rohrplattenkoffer, Rotweinessenz, Routineboot, Rumaffäre, Salzwasserflips, Scheinwerferübung, Scheißheitswühler, Schellfischbrocken, Schießbaumwolle, Schlangenmensch, Schlußmelancholie, Schnabel-Babelbabel-Schnack, Schokoladenbahn, Schornsteinfegergeselle, schreinentnommen, Schützengrabenpaket, Schuhplatter, Schweinekarbonade, Seegrasmatratze, Seehundsknopf, Seifenschwein, Sergeantknöpfe, Siegellack, Sittlichkeitsverein, Sommermorgensonne, Sonntagsvolksgewimmel, Spaghetti-Schlänglein, Speckdiebstahl, Spionagefurcht, Stacheldrahtverhau, Stimpelfarbig, Strohufssel, Süßwassergelegenheit, Tanzstundenfreundin, Tanzwut, Terrbarium, Tillergirls, Tingelplatz, Trambahn-Abonnement, Trauertrommelschlag, Trockenbodengespenst, Tropensehnsucht, übergeistig, überideal, Uferromantik, Ungleichrunde, Venusanmut, verproviantieren, Verschönerungsverein, Vivatruf, Vizefeuerwerker, Volkshurra, Volkskalender, Vollblutmatrose, Wachskabinettordre, Walfischexkremente, Weichmaulgefräß, Weisheitsschüler, Weltbrand, Wichtigkeitsleiter, Winkefeuer, Yankeesailor, Zeitepochenreste, Zentralversorgungsstelle, Ziegenschädel, Zimmermannsspuren, Zoolo-Quintessenzchen.

27.10.2015

„Bonsai-Baustelle”.

A505 F1.255 Gareth Keenan, Figur aus „The Office”, 30.07.2001: „In der Ehe ist es doch unvermeidlich, dass der Sex schlechter wird. Man muss sich ständig neue, erotische Möglichkeiten ausdenken, damit es im Bett abwechslungsreicher wird”.

B855 D551 Dr. Hans-Peter Unger, Chefarzt der Abteilung Asklepios Klinik Harburg, Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik: „Burnout ist keine Krankheit, ist eine Zusatzdiagnose, die zum Beispiel bei Angststörungen oder Depressionen gegeben werden kann, wenn chronischer Erschöpfungsprozess sich im Vorfeld entwickelt hat, ist aber nicht gleichbedeutend mit Depression [...] Männer reagieren, wenn sie in Depression kommen, oft - - man nennt das durch externalisierendes Verhalten, also trinken vermehrt Alkohol, verhalten sich risikobewusster, sind auch aggressiver, reizbarer, und haben dadurch auch eine höhere - aufgrund der Impulsivität - Suizidrate, also Depression bei Männern zeigt sich oft anders als bei Frauen. Das Zweite ist, dass insgesamt Männer sich aber immer noch aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen Rolle mit Gesundheit verbinden, es Männern es schwerer fällt, auch bei sich Symptome wahrzunehmen und auch Hilfe zu suchen [...] In den geschlechtsspezifischen Rollen erleben sich Männer tatsächlich, obwohl sie in vielem fast - wie wir heute wissen - das schwache Geschlecht sind, empfinden sich unter höherem Leistungsdruck und es fällt Männern da auch schwerer, sozusagen Symptome, Depressivität, Angst als ein Krankheitszeichen und nicht als ein Zeichen von persönlicher Schwäche zu erleben [...] Was wir als hard fact auch sagen können, ist, dass einer der höchsten Produktivitätskiller heute eigentlich die ständige Störbarkeit ist [...] Interessant, dass die epidemiologischen Untersuchungen zeigen, dass von denen, die in den letzten 12 Monaten an einer psychischen Erkrankung - wenn vielleicht auch nur wenige Wochen - betroffen sind, bisher höchstens ein Drittel auch tatsächlich das Gesundheitssystem, das Beratungssystem in Anspruch nimmt. Und das ist, glaube ich, der Bedarf, der immer noch deutlich wird, und der gerade auch Gesellschaft ausgehandelt wird”.

„Kinderwurstmarke”.

D552 Ines Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde: „Es trauen sich mehr Menschen offensichtlich, zum Hausarzt, zum Facharzt zu gehen und zu sagen: ich habe depressive Verstimmungen, ich habe Angststörungen. Und das zeigt ja auch die Studie, dass die Rückenleiden zurückgegangen sind, also vor einigen Jahren ist man dann eher mit körperlichen Beschwerden hingegangen und heute traut man sich eher, das zu sagen. Das ist eigentlich eine gute Entwicklung. Und auch die Hausärzte, die Ärzte in der Versorgung sind sensibilisierter für das Thema und stellen auch klarer die Diagnosen [...] Männer sind bei Depressionen, Angststörungen, weniger betroffen, bei Suchterkrankungen mehr betroffen. Aber das heißt nicht, dass das jetzt wirklich ein Gender-Unterschied ist. Bei Männern wissen wir, dass Männer ihre depressiven Smyptome anders ausleben - die sprechen dann weniger von Traurigkeit und von Verstimmung, sondern die sind eher angespannt, sind eher, ja manchmal auch aggressiv, somatisieren auch eher, geben dann vielleicht auch eher die Rückenschmerzen an, also wir gehen davon aus, dass die Depressionen bei Männern noch unterdiagnostiziert sind, weil das Bild sich anders darstellt als bei Frauen, was sicher auch noch immer was mit der Männerrolle zu tun hat, nicht ein Weichling zu sein, und nicht schlechte Stimmung vorzuschieben [...] Nicht jeder braucht 50 Stunden Psychotherapie. Manchmal reicht schon eine Krisenintervention. Und wir plädieren dafür, dass es ein gestuftes System gibt, was sehr genau steuert, wer braucht was. Also es müsste verbindliche, gestufte, personenzentrierte und auch sektorübergreifende Ansätze geben und da ist ein Stück die Politik gefragt, aber auch die Selbstverwaltung da Anreize zu schaffen. Gibt schon solche Dinge wie integrierte Versorgungsverträge, aber das ist für die psychischen Erkrankungen noch nicht ausreichend”.

A506 F1.256 Joachim Ringelnatz, „Betrachtungen über dicke und dünne Frauen”:
„Wenn dünne Frauen sich entleiben,
kann man getrost im Bette bleiben
[...]
Die dünne Frau kann vorn und hinten
oft selbst nicht ihre Teile finden
[...]
Wenn man die dünne Frau befühlt,
dann wird man bald recht abgekühlt”.

D553 Dr. Hans-Peter Unger, Chefarzt der Abteilung Asklepios Klinik Harburg, Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik: „Es gibt heute nicht mehr psychisch kranke Menschen als vor zehn oder zwanzig Jahren, sie werden aber besser diagnostiziert und weniger stigmatisiert. Fakt ist, dass der Handlungs- und Behandlungsbedarf weiter steigt. Epidemiologische Studien zeigen, dass rund 40 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal im Leben an einer behandlungsbedürftigen psychischen Krise erkranken. Viele Fälle bleiben also auch heute noch unerkannt [...] Der Stresspegel ist in Großstädten höher. Untersuchungen belegen, dass Menschen, die auf dem Land aufwachsen, weniger auf Stress anspringen als Städter. Außerdem ist in der städtischen Community das Gesundheitsbewusstsein größer. Psychische Probleme werden deshalb schneller als solche benannt und diagnostiziert. Nicht zuletzt korreliert die Inanspruchnahme von Behandlungen auch mit der Dichte des Angebots – und die ist in Städten naturgemäß höher als in ländlichen Gegenden [...] Die Ärzte diagnostizieren heute eher eine Depression, eine Anpassungsstörung oder eine Angststörung und verzichten auf die Zusatzdiagnose Burnout. Auch die gesellschaftliche Rezeption verändert sich langsam: Burnout entwickelt sich von einer typischen Manager-Krankheit zu einem Problem der Niedriglohnempfänger, Alleinerziehenden oder Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Der Begriff veredelt nicht mehr die Leistungsstarken und verliert an Popularität”.

26.10.2015

Was mich an Alkoholikern besonders irritiert: ihre Tageszeiten hängen nicht von der Sonne, sondern Trinken und Nichttrinken ab.

„Gurtmuffel”.

F1.253 Madeleine Swann, Figur aus „Spectre”: „Starren ist unverschämt”.

In etwa der Hälfte der Fälle wurden vor einem „Ich hab mir Gedanken gemacht” keine Gedanken, sondern Gefühle fabriziert.

A504 F1.254 Dawn Tinsley, Figur aus „The Office”, 04.11.2002: „Eine echte Beziehung ist nicht wie im Märchen. Wer glaubt, dass man die nächsten 40 Jahre strahlt, wenn man sich sieht, oder dass die Funken sprühen, wenn man Händchen hält, der macht sich was vor. Was ist mit Verlässlichkeit? Jemand, der das Haus bezahlt? Jemand, der nie arbeitslos war. Das sind die wichtigeren, praktischen Sachen, in Wirklichkeit”.

25.10.2015

„Stöber-Trends”.

A503 F1.252 Toni Collette, Schauspielerin, Sängerin, 11.11.2005: „My family, my relationships with my friends, my home and my music are the most important things in my life. I like being married, but it was never something I felt I had to do. Women in the States seem to think 'I gotta meet a man, I gotta get married'. I don't get that, I was getting on with my life and having a great time. I really did not expect to meet my husband and it was probably the best surprise of my life. It is everything, it's fun, comforting, it makes me feel so safe and centered”.

Die Sätze „Bei Glück zählt Cleverness doppelt”, „Geschichte ist was man daraus macht”, „Auf Grabsteinen stehen keine Noten”.

Gesucht wird die Bezeichnung für jenen ungeliebten Gast, der nicht nach Hause gehen will und alle langweilt.

24.10.2015

F1.250 Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Ab sofort soll es möglich sein, ganz ohne Internetverbindung zu flirten. Das ist deshalb ungewöhnlich, weil die meisten Leute denken, man brauche keinen Liebreiz, sondern einen Browser, um jemanden kennenzulernen. Die Online-Partnerbörse Friendscout 24 veranstaltet nun ganz reale Single-Partys mit echten Menschen in echten Räumen mit echten Gesprächen. Warum muss sich die Welt eigentlich ständig neu formatieren? Noch vor ein paar Tagen saßen wir friedlich vor unseren Rechnern, klickten durch lieblich-leblose Gesichter und verschickten zweideutige Nachrichten. Meistens kam keine Antwort - egal. Wir haben sediert, aber sexy. Wir waren unglücklich, aber glücklich. Und nun? Müssen wir jetzt unser Profilbild oder ein blaues Verifiziert-Häkchen aufs Gesicht malen, in DSL-Geschwindigkeit ins Land der Liebe rasen, um nach ein paar Stunden völlig verstört die Single-Party zu verlassen - komplett enttäuscht von diesen Menschen, die nicht mal dezent Photoshop aufgelegt haben? Es sieht wirklich so aus, als werde die Welt zusehends analoger”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für das „Gemüt einer Stadt”.

A502 B854 David Brent, Figur aus „The Office”, 20.08.2001: „Man wächst auf, arbeitet 50 Jahre, geht in Rente, ruht sich etwas aus und stirbt. Das ist die Sache nur wert, wenn man den Irrsinn genossen hat”.

„Sägegitarrensound”.

F1.251 Der Zeitpunkt in einer Beziehung, in der Hochzeitsplanungen zu einer Bedrohung werden.

Martin Haspelmath, Linguist: „Einzig aus sentimentalen Gründen hat noch keine Sprache überlebt”.

23.10.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Dominic Multerer, Unternehmer, Marketingberater: „Gen Y, wenn ich das schon höre! Solche Wortkonstrukte treffen für mich total ins Leere. Sie wurden von Marketern erfunden, die ihren Vorständen neue Begriffe präsentieren, um frisches Budget zu bekommen. Letztlich sind es jedoch künstliche Konstrukte fern jedes realen Marketing-Alltags. Reden wir mal Klartext: Das Internet wurde von den heute über 40-Jährigen erfunden. Die nutzen das Internet genauso wie ich oder auch meine Oma. Die ist über 60 und bestellt auch bei Amazon. Mit dem Internet verändert sich die gesamte Gesellschaft, daher sollten Onlineshops nicht auf die Gen Y zugeschnitten sein, sondern auf uns alle”.

Wenn aus Worten Sehnsüchte werden.

F1.248 Bodo Wartke, Kabarettist, Liedermacher, Schauspieler: „Ob Liebesbeziehungen gelingen oder nicht, hat glaube ich nicht viel mit Berlin zu tun. Außer vielleicht, dass hier viele Menschen leben und man deswegen glaubt, viele potenzielle Möglichkeiten zu haben. Aus Gesprächen mit Freunden weiß ich, dass viele es schwierig finden, etwas Dauerhaftes, Substanzielles in Berlin zu finden. Man kann in Berlin gut leben, ohne sich festlegen zu müssen. Und für manche ist das ein Segen, für andere ein Fluch”.

„Pionierbaum”.

A501 F1.249 herzfluestern, 01.02.2011: „Du kommst nicht in Frage, du kommst in Liebe”.

22.10.2015

B853 Jörn Kluge, Unternehmer, auf die Frage, was ein Unternehmer „niemals tun sollte”: „Die Motivation der Mitarbeiter zerstören, durch mangelndes Vertrauen und Einmischen in Entscheidungen. Wer Mitarbeitern Verantwortung übergibt, muss sie dort belassen. Wer Fehler nicht zulässt, lässt auch Lernen nicht zu”.

„Datenkolchose”, „Länderverstandsausgleich”, „Kommerz-Knigge”, „Weltraumtourismuswunsch”, „Edelsteinintoleranz”.

A500 ne_ratte, 14.11.2011: „Mit Menschen, die einen großen Vogel haben, kann man an ungewöhnliche Orte fliegen”.

Dass das Smartphone inzwischen Bestandteil der Balz ist, trifft zu.

21.10.2015

„Spotttölpel”.

B851 Angebliche Lücken im Lebenslauf damit erklären, dass das die Zeit gewesen sei, in der man fehlende Wertschätzung nachgeholt habe.

„Selbstbehauptungstraining”.

Kinder geben sich mehr Mühe beim Sprechen als Erwachsene.

A499 F1.247 B852 Gareth Keenan, Figur aus „The Office”, 16.07.2001: „Das kann nicht gut gehen mit Büroliebschaften. Als ob man vor die eigene Türschwelle scheißt”.

20.10.2015

„Sesamringhaus”.

A498 B850 David Brent, Figur aus „The Office”, 09.07.2001: „Das Ego sollte außen vor bleiben, wenn man an einem Strang zieht, um etwas Gutes zu erreichen”.

„Chaos-Verhüterli”.

Die Worte einer Zeit sind auch die Themen einer Zeit. Umgekehrt gilt das nicht.

Aus der Reihe Online-Sprech, Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur: „Die Vorstellung, dass ich die anderthalb Stunden des Tages, die ich vielleicht noch für mich habe, twittere und auf Facebook gehe, widerstrebt mir”.

19.10.2015

A497 SunDra_, 20.05.2011: „Keine Droge kann einem Menschen geben was nicht irgendwo schon in ihm steckt, aber sie kann ihm alles nehmen was ihn besonders macht!”

Aus der Reihe Online-Sprech: „Wahnsinn,wirklich Benjamin du hast dich selbst übertroffen. Alle Art von Werbung im Internet wird geblockt und das für gerade mal 4.99€ wirklich ich kann diese app jedem empfehlen der gerne Serien guckt und keine Werbung bei(z.B.: Streamcloud) haben will oder der ganz entspannt ohne pop-ads seine pornos gucken will”.

Für junge Menschen klingt das Wort „Ferien” nach der Mehrzahl von „Frei” und gefühlt nach „Feiern”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Frederik Frede, Unternehmer: „Wir wollen Werbung mit Sinn machen und Marken in unsere Geschichten einbetten, ohne dass es aufdringlich ist. Das Ziel ist zeitloser, googlebarer Content”.

„Pornografengewerkschaft”.

18.10.2015

F1.246 Noah Solloway, Figur aus „The Affair”: „Being alive is essentially a very lonely proposition. You have to mostly carry your pack alone. Nobody gets as much help as they need. But in marriage, things get less lonely, just a little, but it makes a big difference”.

„Walfischlolita”.

Die Sätze „Je kleiner die Ziele, die man sich setzt, desto kleiner die Schritte, die man geht”, „Charisma beginnt im Kopf”, „Verwaltern fehlen Visionen”.

Aus einem aktuellen Twitter-Projekt:
- Nein, das Lied spielt nicht rückwärts, sobald man die Kopfhörer verkehrt herum aufsetzt.
- Nein, man muss nicht miteinander schlafen, um gemeinsam zu träumen.
- Nein, Tauben sind keine Ratten mit Flügeln.
- Nein, „Innenleben” ist kein anderes Wort für „Verdauung”.
- Nein, ein Fahrstuhl kommt nicht schneller an, wenn man den Knopf länger gedrückt hält.
- Nein, ein Multi-Eater ist kein Vielfraß. Und auch sonst nichts.
- Nein, Wecker verschlafen nicht.
- Nein, Haare ist kein Synonym für Frisur.
- Nein, Klugscheißer schreibt man so.
- Nein, Kaugummis sind keine Nahrung.

D550 Ärgerlich sind die Tage, an denen meine Stimmung überdreht und kein Stopp-Schild hilft. „Mein Körper und ich” sind dann zwei eine sachliche Beziehung führende Geschäftspartner, ohne sich wirklich aufeinander verlassen zu können.

17.10.2015

A496 HerrVanBohm, 17.03.2011: „Eine der größten Lügen ist, dass die Wahrheit weh tut. Wirklich schmerzlich ist es, zu entdecken, eine Lüge geglaubt zu haben”.

„Provinzprinzessin”.

D549 Leere kann Tonnen wiegen.

Aus einem aktuellen Twitter-Projekt:
- Wenn man kein Geld für eine Übergangsjacke hat und bei 10 Grad Celsius einen Wintermantel trägt.
- Nein, eine IKEA- ist keine Sporttasche.
- Für Bierbäuche im Trainingsanzug bräuchte man eine eigene Bezeichnung, zum Beispiel Pummelsprinter.
- Manche Frauen glauben tatsächlich, im Laufe des Tages so viel Gewicht zu verlieren, dass die Jeans am Abend passt.
- In normaler Straßenkleidung Sport machen. #siehtkomischaus
- Wer nicht weiß, was er anziehen soll, ziehe einfach Schwarz an.
- Mit blutig rasiertem Kinn erwarte man nicht, dass einem beim Vorstellungsgespräch um den Hals gefallen wird.
- Billige Jeans, die versuchen, teuer auszusehen. Als hätte das je geklappt.
- Armbanduhren, deren Band breiter ausfällt als das Uhrwerk. Unbegreiflich.
- Boxershorts als stinknormal zu bezeichnen, wäre missverständlich.
- Leergut- und Restesammler mit blitzblank geputzten Schuhen.
- Braune Sandalen, gelbe Söckchen, beige Faltenhose, fingernagelbreiter Gürtel, in verschiedenen Urin-Tönen tapeziertes Kurzarmhemd, Perücke.
- Auf einem Jutebeutel gesehen: „Hört auf zu studieren. Fangt an zu begreifen”. Darunter der Link zu einer Universität.
- Menschen, die trotz Lesebrille noch zusätzlich eine Lupe einsetzen bei der Zeitungslektüre.
- Ich finde einen dicken Wollhandschuh auf der Straße. Angekündigt sind 33 Grad Celsius.
- Rechne nicht damit, im Lauf des Tages ein paar Kilo abzunehmen, so dass das Oberteil am Nachmittag passt. Das Stück hat nicht deine Größe.
- Zwei Nummern zu großes, grau-weißes, gestreiftes Kragenhemd mit Rauhfaserstrukturen und Polyesteranteil. Ein Albtraum.
- Schwarze Leggings, dazu beiger Trenchcoat mit Stehkragen, Pferdeschwanz, grüne Plastikturnschuhe und glitzernde Handtasche.
- Ich habe acht graue Pullover. Irgendetwas mache ich falsch.
- Mit Aktentasche und Montagsanzug zum „Gottesdienst” erscheinen.
- Man sollte sich nicht die Haare kämmen, während man eine Mütze trägt.
- Dicke Oberschenkel, kaschiert durch ein drüber fallendes, oversized Leopardenshirt, Sandalen mit Goldschnürchen, türkise Badetasche, kein BH.
- Mit Schiene und Gips die Beine übereinander schlagen.
- Menschen, die ihre Glamour-Magazine aus dem Müll ziehen.
- Frauen mit Männerhänden.
- Untrainierte Kätzchenärsche in Blumenleggings mit Nietenband auf Korkschuhen.
- Menschen, die im Winter eine Sonnenbrille tragen, da diese sich im Sommer bewährt hatte.
- Ich habe einen Schuhtick und das ist gut so.
- Heute komplett in Schwarz. Weil ich glücklich bin.
- Als bestgekleideter Kollege der Firma bezeichnet. Dabei müsste der Pförtner doch alle kennen.
- Warum man einer Frau, die lautstark feststellt, nichts zum Anziehen zu haben, nicht sagen sollte: Nackt bist Du sowieso am schönsten.

B849 André Breitenreiter, Fußballtrainer: „Erfolg ist die beste Medizin gegen Entlassungen”.

16.10.2015

Am Abgrund hat man Angst vorm Springen, nicht vor der Tiefe.

A495 F1.244 Julianne Moore, Schauspielerin: „You never have sex the way people do in the movies. You don't do it on the floor, you don't do it standing up, you don't always have all your clothes off, you don't happen to have on all the sexy lingerie. You know, if anybody ever ripped my clothes, I'd kill them”.

„Ballonbote”.

Huebscherei: „Wenn Frauen mutig genannt werden, weil sie ungeschminkt auf Bildern sind, sagt das sehr viel über gesellschaftliche Erwartungshaltung aus”.

Obwohl es dunkler ist, sieht man nachts klarer.

F1.245 Christiane Paul, Schauspielerin: „Sicherlich ist eine Beziehung immer ein Kompromiss und jeder muss auf den anderen zukommen, das gehört nun mal dazu, das wird sicher nicht einfacher, je älter man wird und je länger man allein gelebt hat”.

15.10.2015

B848 Libertarist: „Wer jeden Tag während der Arbeitszeit 10 Minuten auf die Toilette geht, hat jedes Jahr eine Woche mehr bezahlten Urlaub”.

Die Sätze „Während des Schlafens gehört man keiner Partei an”, „Echte Gefühle transzendieren die Sprache”, „Wer sich im Kreis dreht, tanze aus der Reihe”.

F1.240 Lina_cookie_: „Die glücklichste Beziehung führen nicht zwei perfekte Menschen,sondern die,die es wissen die Schwächen des anderen perfekt hinzunehmen”.

Nachgeschlagen: scatter; wit; quantum; cleanup; relish; bonanza; murkiness; hypocrisy; prune; buckshot; deferred; cutback; steer; bare; wastage; muddy; first offender; forgiving; complacent; payment plan; private investigator; chartered; dyke; baggy; extended coverage; drip; giving pledge; seamlessly; day-care center; graving dock; showcase; self-centered; withal; ammonia; wack; charade; off the hook; squatter; keystone; minatory; headlight; sympathy shag; digestive; knickerbocker; washout; chained; whip into line; tranquilizer; radio silence; potty training; buckshee; see-through; be in the groove; curvy.

F1.241 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Letzte Woche: Geburtstagsfeier bei Freunden, Small Talk über frühere Zeiten, Beziehungen, Schicksale. Da fällt das Wort G'schpusi, so leichtfüßig, etwas anrüchig, aber auch ein bisschen unschuldig, nicht derb, wiewohl geheimnisvoll, verzeihend, mitwisserisch. Es ist ein typisch wienerischer Slang-Ausdruck für Seitensprung, Affäre, Amour fou oder auch Techtelmechtel, was mir in diesem Kontext auch ganz gut gefällt!”

„Widerrufsjoker”.

F1.242 SarahBelara: „Die Worte Fern und Beziehung passen meiner Meinung nach nicht gut zusammen”.

„Technopoesie”.

F1.243 AnnielovesDdub: „Es werden viel zu wenig Liebesbriefe geschrieben”.

14.10.2015

An Artikeln wie „Seitenschläferkissen” und „Wasserbadschmelzschalen” sieht man, wie Gold es uns geht.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Der Smile-Anbieter „Flirtmoji” will ein Set von 15 Vagina-Smilies veröffentlichen. Ziel: Das Verbessern von Sexting-Aktivitäten seiner User, also Dirtytalk in Schriftform via WhatsApp und Co. Penisse soll es übrigens auch geben”.

A494 B847 Warren Buffett, Investor, Unternehmer, Mäzen: „Wenn du mit Leuten zu tun hast, die du liebst, und tust, was du liebst, dann kann es nicht besser werden”.

„Basisunwissen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Wie kriegt man Traction für seinen Stuff?”

Nachgeschlagen: Anna Torv; Lorenza Izzo; Jasika Nicole; C. W. Ceram; Rupert Everett; Adrienne Barbeau; Marvin Compper; Normandie-Format; Riyad Mahrez; Sarah Snook; Otmar Alt; Briana Evigan; Rani Khedira; John Noble; Fandom; Josip Skoblar; Richard Dreyfuss; Geena Davis; Peter Denz; Leelee Sobieski; Matt Lucas; Robert Wiene; Jospeh Merrick; Kate Hudson; Chris Tucker; Anita Pallenberg; Alexander Eberlein; Marina; Gene Hackman; Tschador; Werner Olk; Jan Frodeno; Jesse Eisenberg; Kyle Lafferty; Kakkonen; Wagner Moura; Bill Shankly; Oliver Masucci; Karl Ove Knausgård; Johanna Schall; Tommy Burns; Guido Burgstaller.

„Pantoffel-Portfolio”.

F1.239 HerrVanBohm: „Ich verstehe nicht viel von Liebe. Aber ich kann dich in den Arm nehmen. Und ich mache guten Kaffee”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Ibrahim Evsan, Unternehmer: „Das Emotional Web wird die neue Stufe des Internets sein”.

13.10.2015

„Vagina-Dialoge”.

Warum wir es lieben, Monster zu hassen.

„Lust-Minute-Angebote”.

B846 CrazyLittleVamp: „Keine Ahnung wie das mit dem Hochschlafen funktionieren soll. Mein Chef hat mich grad angemotzt, warum ich während der Arbeitszeit penne”.

„Mösenstövchen”.

Die Sätze „Ein Rebell ist man erst, wenn man es nicht darauf anlegt”, „Glücklichsein zieht an”, „Mythen sind spannender als ihre Bewältigung”.

12.10.2015

Menschen, die nach dem Kacken anders sprechen.

„Unterwasserwüste”.

A493 F1.238 Samantha, Figur aus „Mexican”, 02.03.2001: „Wenn man eine unglückliche Beziehung gerade beendet hat, sind ganz plötzlich überall, wo du hinsiehst, nur noch Liebe und Hoffnung”.

Das angsterfüllte Flimmern in den Augen von Schwarzfahrern.

D548 bangpowwww: „Aktueller Stand der Depression: Nahrungszubereitung aufgegeben. Gesunde Fertiggerichte googlen. Schlemmerfilets finden. Alle Sorten kaufen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „LogMeIn übernimmt Online-Passwortmanager LastPass”.

11.10.2015

Wenn der Witz unter der Pointe zu leiden hat.

B845 Aus der Reihe Online-Sprech, Peter Herrendorf, Personalberater: „Es entspricht sicherlich dem Zeitgeist, sich im Internet darzustellen. Aber dieser Exhibitionismus, der da von einigen betrieben wird, wirkt auf mich teils schon sehr befremdlich. Ich frage mich immer: Wenn jemand so freizügig mit Details aus seinem Privatleben umgeht, kann er dann Firmeninterna vertraulich behandeln? Ich habe da oft meine Zweifel”.

„Vollzeitreisende”.

A492 F1.237 Franz Kafka, Schriftsteller: „Liebe ist ein Drama der Gegensätze”.

10.10.2015

„Es hat nichts mit dir zu tun” hat eben doch mit dir zu tun, allein deshalb, weil du es dir anhörst.

Ohne „temperamentvoll” gäbe es kein Mitte(l)Wort zwischen emotional und gefühlig.

A491 F1.236 Honoré de Balzac, Physiologie der Ehe, 1829: „Kann man immer seine Frau begehren? Ja. Die Behauptung, es sei unmöglich, immer dieselbe Frau zu lieben, ist so abgeschmackt, wie wenn man sagen wollte, ein berühmter Künstler brauche mehrere Violinen, um ein Musikstück zu spielen und eine Zaubermelodie zu schaffen”.

„Analbleichen”.

Die Sätze „Der erste Schritt, einer Falle zu entgehen, ist zu wissen, dass es sie überhaupt gibt”, „Man übertrifft keine Erwartungen, indem man Klischees bedient”, „Außergewöhnliche Behauptungen verlangen nach außergewöhnlichen Beweisen”.

09.10.2015

„Plutoniumsüberweisung”.

D547 Christian Otte, Psychiater: „Unter dem riesigen Dachbegriff Depression verbergen sich wahrscheinlich sehr viele unterschiedliche Zustände, die auch unterschiedliche Gründe haben. In hundert Jahren sind vielleicht aus dem, was wir heute Depression nennen, fünf verschiedene Erkrankungen geworden [...] Die meisten Studien deuten darauf hin, dass es nicht zu einer epidemischen Zunahme von Depressionen gekommen ist, sondern dass mehr Patienten heute bereit sind, sich zu outen und zu öffnen”.

Moritz Freiherr Knigge, Berater, Autor: „Es können einem neun freundliche Menschen begegnen, aber den zehnten, der uns die Tür vor der Nase zuschlägt, merken wir uns”.

„Schwabisierung”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Statt Dislike-Button: Facebook schenkt uns sechs neue Gefühle. Ärgerlich, traurig oder überrascht: Facebook testet derzeit das Gegenstück zum Like-Button. Mehr als sechs Gefühle darf der Nutzer aber nicht ausdrücken”.

08.10.2015

Gesucht wird eine Bezeichnung für einen „professionellen Träumer”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Angela Merkel, Politikerin: „Bei Selfies ist die Distanz etwas weniger als bei normalen Fotos. Das hat ein Selfie so an sich”.

„Vereinnahmungsfernsehen”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Freitag: „Wie man die Liste der Accounts, denen man folgt, richtig kuratiert, kann man von Barack Obama lernen. @POTUS (kurz für „President of the United States”) ist ein echter Twitter-Streber: Er folgt allen Universitäten, die er je besucht hat, seinem Außenminister, seinem Vize sowie dessen Frau, außerdem @FLOTUS, dem Weißen Haus und der Raumfahrtbehörde NASA. Und - human touch - er folgt den vier großen Sportvereinen seiner Heimatstadt Chicago (zum Vergleich: @realDonaldTrump folgt seinem eigenen Golfclub). Obamas Liste ließe sich bei jedem Bewerbungsgespräch als Lebenslauf vorlegen. Außerdem zeigt er Großmut: Er folgt diversen Amtsvorgängern, darunter auch George Bush (nicht allerdings dessen Sohn George W.). Nur einen Skandal birgt die List: Obama folgt nicht Hillary Clinton! (Und sie ihm nicht zurück.)”

07.10.2015

Die Sätze „Die schlimmsten Dinge passieren zwischen Weihnachten und Neujahr”, „Man kann Scheiße nicht polieren”, „Wer die Worte verändert, verändert die Menschen”.

„Undercover-Single”.

D546 LeoKegg: „Endgegner und wichtigster Verbündeter im Kampf gegen die #Depression? Du selbst! #notjustsad”.

Fahrstühle sind auch nur Bahnhöfe, die nach oben und unten fahren.

F1.235 Aus der B.Z.: „Wenn es stimmt, dass Menschen in schlechten Zeiten öfter heiraten, dann muss es den Berlinern ziemlich gut gehen. Nach den jüngsten Daten liegt sowohl der Anteil der Ledigen als auch der Verheirateten bei 41 Prozent. Hinzu kommen Verwitwete und Geschiedene. Zum Vergleich: Im Bundesschnitt liegt der Anteil der Verheirateten mit 54 Prozent deutlich höher. 1996 hatten auch in Berlin noch 52 Prozent der Menschen einen Ehering am Finger [...] Die Statistik beweist, dass sich junge Menschen in Berlin erst einmal austoben und ausprobieren wollen. Die Zahl der Verheirateten unter 30 Jahre ist im Zeitraum von 1996 bis 2013 rasant gesunken. Waren 1996 noch über 34 Prozent der jungen Frauen und fast 22 Prozent der Männer unter 30 verheiratet, waren es 2013 nur noch etwas über 14 Prozent der Frauen und gerade einmal knapp über 7 Prozent der jungen Männer [...] Berlin ist nicht nur Single-Hauptstadt, sondern auch die Metropole der Alleinerziehenden. 104.500 lebten 2013 in der Hauptstadt. Neun von zehn sind laut der jüngsten Zahlen Frauen. Fast die Hälfte von ihnen ist von Armut bedroht. 28 Prozent der Berliner Kinder haben nur einen Elternteil zu Hause, ein Anstieg um fünf Prozentpunkte im Vergleich zu 1996 [...] 54 Prozent der erwachsenen Berliner sind ledig oder geschieden. Das ist die höchste Zahl von allen Gemeinden in Deutschland (1996: 38 Prozent) [...] 4,8 Prozent der Verwitweten haben wieder einen Partner”.

06.10.2015

„Storyclash-Charts”.

A490 F1.234 Oscar Wilde, Schriftsteller: „Der einzige Reiz der Ehe ist, daß sie ein Leben der Täuschung für beide Teile absolut notwendig macht [...] Männer heiraten, weil sie müde, Frauen, weil sie neugierig sind; beide werden enttäuscht [...] Die rechte Grundlage für eine Ehe ist gegenseitiges Mißverstehen. Nein, ich bin durchaus nicht zynisch, ich habe nur meine Erfahrungen, was allerdings ungefähr auf dasselbe herauskommt”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Hier ist bento, das Portal für junge Babos”.

„Bürgermeisterquartett”.

Ohne Sport wäre mehr Sport nicht möglich.

05.10.2015

F1.230 B844 Catherine Deneuve, Schauspielerin, auf die Frage, ob „Arbeit oder Liebe eine größere Rolle in ihrem Leben spielt”: „Warum muss man trennen zwischen diesen beiden Dingen? Ich tue es jedenfalls nicht. Ich musste mich auch nie zwischen Karriere und Liebe entscheiden. Die Grenzen verschwimmen doch. Ich kann mit den Menschen, mit denen ich arbeite, enge private Beziehungen führen”.

Wenn das Telefon mehr Lärm macht als das eigene Leben.

F1.231 einmaliganders: „Diese Frauen die auf einen intelligenten, humorvollen, eloquenten Kerl warten, der sich nicht am Sack kratzt, die nennt man übrigens Single!”

Aus der Reihe Online-Sprech: „Dein erstes Herz. Verrate uns, was dir gefällt, und bekomme noch bessere Empfehlungen”.

F1.232 JilPhoenix: „Frech sein, stark, hart, gewappnet, unverletzbar, realistisch. Und plötzlich kommt Wärme und Liebe und du weisst vor Panik nicht wohin”.

F1.233 BorisL2014: „Liebe Frauen, es gibt auch Männer, die Komplimente machen, ohne automatisch ein sexuelles Interesse an Euch zu haben, einfach nur mal so”.

04.10.2015

Die Fußball-Bundesliga-Saison endete dieses Mal sehr, sehr früh.

F1.227 B841 Christina Klein alias LaFee: „Es gibt vieles, was mich nicht von anderen unterscheidet. Zum Beispiel, wenn ich jemanden kennenlerne, mich verknalle, auf die große Liebe hoffe oder mich total verarscht fühle - dann beflügelt das oder es tut weh, wie bei jeder anderen auch. Dagegen bin ich nicht gewappnet, nur weil ich Erfolg habe. Da bin ich eine Frau wie jede andere, die ihr Herz öffnet und nicht davor geschützt ist, wenn was passiert”.

D544 Manche Joker-Masken sitzen so gut, dass ich selbst dran glaube, dass es mir gut geht.

F1.228 keri_will: „Liebe endet mit Beliebigkeit”.

„DDR-süchtig”.

F1.229 carrie_rgb: „Egal wie alt du bist - Liebeskummer tut immer weh”.

A489 B842 Robert Lembke, Journalist, Fernsehmoderator: „Kein Mensch ist so beschäftigt, daß er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt ist”.

Aus der Reihe Online-Sprech Dieter Nuhr, Kabarettist, Autor, Moderator: „Ich neige nicht zu Beleidigungen. Ich würde auf der Bühne immer nur Dinge sagen, die ich Leuten auch direkt ins Gesicht sagen würde. Heute hat jeder Idiot eine Internet-Stimme, das wird oft als Ausdruck größtmöglicher Demokratie aufgefasst. In diesem Sinne könnte man auch Pogrome als eine demokratische Äußerung interpretieren oder als Folge der Schwarmintelligenz feiern. Aber ich glaube nicht, dass der Schwarm intelligent ist. Wenn ich so etwas sage, wird mir gerne vorgeworfen, ich würde dramatisieren. Es stimmt, Social Media vernichtet nur sozial, nicht physisch. So gesehen ist der Shitstorm gegenüber dem Pogrom ein zivilisatorischer Fortschritt. Für viele ist es dennoch dramatisch”.

B843 D545 Thomas Südhof, Biochemiker: „Es ist leider so, dass wir das menschliche Gehirn noch nicht verstehen. Es ist einfach zu komplex. Wir wissen aber, dass das Gehirn sich ständig umbaut. Jeder neue Lernprozess verändert, wie die Billionen Nervenzellen miteinander reden. Bei Burnout läuft die Kommunikation falsch. Wir sprechen dann von einer Fehlanpassung an neue Anforderungen. Die gute Nachricht ist: Der Prozess ist umkehrbar, man kann umlernen [...] Ich persönlich wei0 nicht, welches die beste, erfolgreichste Therapie ist, da ich kein Psychiater bin. Am sinnvollsten erscheint mir, den Menschen dahingehend zu therapieren, dass er seinen Lebensstil ändert. Es wundert mich nicht, dass viele Menschen Burnout erkranken, wenn man sich anschaut, wie wir heute leben. Immer hängen wir an den Smartphones, haben sie überall dabei [...] Mein normaler Menschenverstand sagt mir: Es kann auf Dauer nicht gut sein, so zu arbeiten, wie viele es heute tun. Wir sind über die Smartphones nie mehr unerreichbar, nie außer Dienst. Wir stehen per Mail quasi minütlich im Kontakt zu unserer Arbeit, zu unserer Familie. Diese Dauerbelastung führt zu chronischem Stress, der den Menschen und sein Gehirn verändert. Dauerhaftes Leben auf der Überholspur kann nicht gutgehen [...] Manche kommen mit unserem Lebensstil gut klar, für viele bedeutet er Stress. Wenn dann noch äußere Faktoren dazukommen, kann es zu einer seelischen Krise kommen. Eine überbordende Arbeitsmenge ist ein Risikofaktor. Wenig Anerkennung, kaum Einfluss auf das Arbeitspensum, ein Mangel an Teamgefühl, ständige Erreichbarkeit und Existenzängste auch. Aber im Gehirn muss zusätzlich etwas schieflaufen, so dass der Mensch mit den Belastungen nicht mehr umgehen kann [...] Die Anfälligkeit ist sicher höher, wenn die Person eine hohe Verantwortung trägt. Taxifahrer oder Fabrikarbeiter sind tendenziell weniger gefährdet. Auch Hausfrauen leiden übrigens häufig an Burnout. Die Arbeit mit kleinen Kindern ist anstrengend, die Verantwortung hoch, die Wertschätzung der Arbeit in der Gesellschaft aber eher gering [...] Burnout ist keine Modeerscheinung. Die Frage ist, wie man das seelische Leiden bezeichnet - früher sprach man von Melancholie”.

03.10.2015

Muskulöse Männer gehen aufrechter.

B840 Justin Eilers, Fußballspieler: „Ich glaube, so etwas wie Antizipation kann man sich antrainieren. Wobei das natürlich auch viel mit Erfahrung zu tun hat”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für die gelegentlich auftretende Scheu gegenüber schlagfertigen Menschen.

„Mund-auf-Torchance”.

F1.226 Adelle Waldman, Schriftstellerin: „Ich glaube, mit etwa 30 entwickeln sich Frauen und Männer stark auseinander. Frauen werden Beziehungen sehr wichtig, sie spüren vielleicht die biologische Uhr, sie wollen Kinder kriegen. Viele Männer wiederum werden durch beruflichen Erfolg erst attraktiv [...] Bei Frauen ist das anders mit der Attraktivität”.

„Manchesterisieren”.

Augentinnitus, Bambus, Cloudophobie, Discopumper, Eierfeile, Foodporn, Genussoptimierer, Hashtag, In Your Face, Juckt’s?, KP, Läuft, Merkeln, Nah, ORAV, PAW, Quarzen, Rumoxidieren, Swaggetarier, Tinderella, Übelst, Vergönnen, Whaling, xD, YOLO, Zahnpastakater.

Wenn Menschen mit aller Ausführlichkeit beschreiben, wie sehr sie sich verändert hätten, und man hinterher doch fragt: „Und was genau ist anders?”

Aus der Reihe Online-Sprech, Henrich Mchitarjan, Fußballspieler: „Stellen Sie sich vor: Mein Sohn oder meine Tochter stellt mir eine bedeutende Frage, und ich kann sie nicht beantworten. Da würde ich mich schnell unwohl fühlen. Ich lese deshalb heute für mich, um meinem Sohn oder meiner Tochter später die richtige Antwort zu können. Ich will das nicht googlen müssen. Viele Menschen sind immer bei Instagram, bei Snapchat, am Telefon. Ich glaube nicht, dass man da etwas lernen kann”.

02.10.2015

„Zwiebackgesicht”.

Dass Hoffnung mal als Tugend galt.

„Mitleidsmüdigkeit”.

F1.225 Dirk Revenstorf, Psychologe, Paarberater, Autor: „Menschen finden es reizvoll, ihren Blick auch außerhalb einer Beziehung schweifen zu lassen. Untreue beginnt oft, wenn die Absicherung der Familie gelungen, aber die Beziehung darüber eingeschlafen ist. Dass dann noch einmal bei der Begegnung mit anderen das Prickeln einsetzt, ist vorhersehbar [...] Die meisten, die einen Seitensprung hinter sich haben, werden das nicht zugeben. Die Dunkelziffer dürfte groß sein [...] Wir leben in einem narzisstischen Zeitalter, das Selbstwertgefühl muss ständig von außen bestätigt werden. Wenn zu Narzissmus und Opportunismus eine relative Angstfreiheit hinzukommt, wird vor einer Außenbeziehung nicht zurückgeschreckt [...] Frauen sind anders narzisstisch, sie zeigen das in ihrer Mode, beim Schminken oder auf Facebook. Sie wollen gesehen werden [...] Frauen kehren ihre Untreue eher unter den Teppich, anders als Männer, die gern aufzählen, mit wie vielen Frauen sie schon Sex hatten. Die sozialen Fertigkeiten der Frauen sind ausgeprägter [...] Männer können in höherem Maße Sex an sich haben, abgekoppelt von Beziehungen. Bei den meisten Frauen geht das nicht so einfach, sie sind stärker auf ihrer Partner konzentriert [...] Sie erleben ihren Orgasmus flacher. Aber für Männer ist es der Kick, mit einer anderen Frau, einem anderen Körper sexuellen Kontakt zu haben. Frauen wissen das [...] Nach etwa vier Jahren des Zusammenseins löst sich nicht die Liebe, aber das große Begehren am Körper des Partners auf. Dann kann Langeweile in eine Außenbeziehung treiben. Bei Menschen in der vierten Dekade passiert es oft, dass einer noch mal ausbricht, vor allem, wenn man sich jung gebunden hat [...] Eine Beziehung, vor allem wenn sie lange währt, ist wie eine psychische Insel, auf der man sich ungeschützt zeigt. Gerade beim Sexuellen. Wird einer von beiden untreu, erlebt das der andere als totale Kränkung. Das kann enorm schmerzhaft sein [...] Nach langen Jahren lässt die Libido nach, da funktioniert das Übereinander-Herfallen nicht mehr. Sex sollte dann, so absurd es klingt, geplant werden und Unterschiede bei sexuellen Bedürfnissen zugelassen werden”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für ein Rätsel, das keine Fragen aufwirft.

„Langballsimplizität”.

01.10.2015

Aus der Reihe Online-Sprech: „Das faven ist mir zu umständlich mit der Wischgeste. Das ist bei den Tweets nicht direkt sehe wieviel Favs und RT ein Tweet bereits hat, finde ich auch nicht schön”.

Sweetlmpact: „Alle Tage sind gleich lang, aber unterschiedlich breit”.

D543 Zeitsouveränität = Lebensqualität.

„Monatswechseleffekt”.

F1.222 Hemithea: „Keine Beziehung ist eine Zeitverschwendung: Auch wenn du nicht bekommen hast, was du wolltest... sie hat dir aber gezeigt, was du brauchst”.

Norbert Lammert, Politiker: „Darf ich uns zwischendurch mal im Interesse der Verständlichkeit für die interessierte Öffentlichkeit empfehlen, dass wir statt von „Push- oder Pull-Effekten” von den Sachverhalten sprechen, die wir meinen?”

A488 F1.223 Emil Gött, Schriftsteller: „Eine ganze Liebe wiegt viele geteilte auf – aber nicht umgekehrt [...] Wenn ein Ding in der Welt immer recht hat, ist es das Mißtrauen einer Frau gegen einen Mann; er mag sich bezwingen, aber auf dem Grund seiner Seele dunkelt und funkelt es [...] Wenn eine Liebe nicht täglich neu erweckt wird, schläft sie bald ganz ein. Man erweckt sie aber nur durch Liebenswürdigkeit, und diese erfordert Anstand, Anmut, Opfer – Anstrengung. Aber wie lassen sich unsre Eheleute gehn!”

„Strafstoßflut”.

F1.224 Oldtimerin: „Eine Beziehung ist für zwei gedacht, doch manche können nicht zählen”.

30.09.2015

B839 Ich habe einige Jahre gebraucht, um diesen Ansatz zu verinnerlichen, aber: wenn man seine Arbeit danach unterteilt, was man erledigen, steuern, beeinflussen kann und was nicht, resultiert das Segen.

Menschen, die das Spielen mit Kleingeld in ihrer Tasche als beruhigend empfinden.

D542 Wenn man nicht stark ist, dann sei man zumindest widerspenstig.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Das Internet ist mit daran schuld, dass der Humor in der schwersten Krise seit Erfindung des Witzes ist. Normalerweise würde das in Deutschland nicht weiter auffallen, aber die digitale Vernetzung hat alles geändert”.

Ein junges Paar erfährt am Bankautomaten, dass das Konto ausgeglichen ist und freut sich lauthals darüber.

F1.221 lifeofmarco: „Wie Frauen sich nach fast 15 Jahren Partnerschaft noch immer über Blumen freuen können”.

29.09.2015

Weil man gefühlt zwei Tageszeiten miterlebt - deshalb dauern Spaziergänge während der Dämmerung doppelt so lange.

„Kroaten-Riegel”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, CarmenHentschel: „#Facebook ist kaputt. Endlich Zeit, eine Schaffarm in Irland zu eröffnen. #facebookdown”.

„Fleischlos-Trainer”.

F1.220 SchwarzeSpitze: „Manchmal verfluche ich Frauen, die Männer so geschädigt haben, dass sie nicht mehr so schnell eine Beziehung wollen. Und auch andersherum”.

28.09.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Luca Caracciolo, Redakteur: „Sich über Twitter zu kennen ist ja eigentlich Quatsch, man „kennt” sich ja nicht, hat in der Regel noch nie miteinander gesprochen. Aber es gibt schon gewisse „Twitter-Bekanntschaften”, mit denen man sich regelmäßig auf der Plattform austauscht, spannende Inhalte miteinander teilt und per Mention und Direktnachricht auch des Öfteren miteinander kommuniziert und diskutiert – ohne sich jemals im echten Leben getroffen zu haben. Es ist ein leichtes, solche „Twitter-Bekanntschaften” dann auf einer Veranstaltung anzusprechen, denn – in gewisser Weise – kennt man sich ja schon. Das Netzwerken auf Events wird somit um ein Vielfaches einfacher”.

Wenn aus Spaß Legende wird.

F1.219 einmaliganders: „Warum starke Frauen oft allein sind Hast du jemals eine Löwin an der Leine gesehen? Es bedarf eines Löwen um sie zu bändigen und keine Leine”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für Menschen, auf die man sein Leben lang gewartet hat.

27.09.2015

F1.214 Caitlin Moran, Rundfunksprecherin, Schriftstellerin, Kolumnistin: „Was ich immer wieder in der Popkultur entdeckt habe, ist die Vorstellung, dass jungen Frauen von Männern ihre Sexualität gezeigt wird. Männer tauchen auf, und plötzlich haben sie Gefühle an Stellen, die sie vorher nie wahrgenommen hatten! Und er zeigt ihr dann, wo ihre Möse ist, und er zeigt ihr, wie man kommt. Als eine, die masturbiert, seit sie 13 ist, sage ich: Niemand musste uns das zeigen! Du solltest das selbst finden, und falls du das noch nicht getan hast, dann leg los! Das ist eine Schlüsselkompetenz, die du brauchst, um in der Welt sicher zu sein”.

„Kanzlerinnendämmerung”.

Menschen, bei denen man einen ganzen Film sieht, wenn man ihnen ins Gesicht schaut.

F1.215 Aus dem Berliner Kurier: „Im Schnitt haben die Deutschen 5,8 Sexpartner im Leben [...] Nackt ist nicht so sexy, wie nur 40 Prozent der Haut zu zeigen [...] Für Frauen ist der Orgasmus leider nicht garantiert. Jede vierte Frau unter 28 Jahren kennt ihn überhaupt nicht [...] Im Dunkeln bevorzugen es 35 Prozent der deutschen Damen, aber nur 12 Prozent der Herren [...] Nur 8 Prozent der deutschen Frauen gehen regelmäßig fremd”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Alexander Markowetz, Autor, Junior-Professor für Informatik: „Der Mensch ist auch leider nicht so autark, wie er annimmt. Wir haben es hier mit gesellschaftlichen Phänomenen zu tun, die man nur in der Gesellschaft lösen kann. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Smartphone hängt von mir selbst und den anderen ab. Da sich die digitale Welt so rasant entwickelt hat, haben wir viele Dinge aus der analogen Welt einfach über Bord geschmissen. Beispielsweise war früher klar: Zwischen 12 Uhr und 15 Uhr ist Mittagsruhe, da ruft man niemanden an. Heute schreibt man um Mitternacht eine Whatsapp und erwartet, dass man am nächsten Morgen eine Antwort hat. Wir müssen uns auf Etikette im digitalen Alltag einigen. Es ist höchste Zeit [...] Ich bin keiner, der alles schlechtreden will. Aber wir müssen uns über die Situation bewusst werden. Schritt eins haben wir hinter uns: Wir haben diese Geräte geschaffen. Schritt zwei ist nun: Wir müssen uns bewusstwerden, wie wir damit umgehen, damit wir möglichst viel Glück dabei verspüren und gesund bleiben. Dass alles von allein direkt reibungslos funktioniert, ist eine Illusion, und es ist auch eine, zu glauben, dass es für unsere Kinder noch selbstverständlich ist, das Handy auch mal aus- oder lautlos zu schalten [...] Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der soziale und digitale Medien vierundzwanzig Stunden am Tag verfügbar sind. Wenn sie erwachsen sind, können sie sich nicht mehr vorstellen, dass es auch nur eine Stunde ohne geht. Heute schon ist ja nur gut, was im Internet dokumentiert ist. Der Nachmittag im Freibad war nur ein Erlebnis, wenn es davon Bilder auf Facebook gibt. Das ist die Perspektive. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene müssen lernen, digitale Diät zu machen”.

F1.216 Hans Magnus Enzensberger, Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer, Redakteur: „Geld ist ein Störfaktor für die Liebe. Reiche sind bekanntlich skeptische Menschen, sie finden schwer Vertrauen. Das ist ein bekanntes Hollywood-Thema. Der Reiche muss sich als arm ausgeben, damit er um seiner selbst geliebt wird und nicht nur des Geldes wegen. Geld stört, weil es uns an der Aufrichtigkeit der Gefühle zweifeln lässt”.

B838 Kollegen, wegen den man gern früher zur Arbeit kommt - das wär's.

F1.217 Dr. Carla Thiele, Paartherapeutin, Autorin: „Immer höher, schneller, weiter. Unsere Gesellschaft verlangt ständig nach Spitzenleistungen. Doch sie gehören nicht ins Bett. Hier sind sie eher abtörnend als lustvoll [...] Ein Drittel der Paare haben ein unbefriedigendes Sexleben. Sie klagen über Langeweile im Bett, Lustlosigkeit. Alle reden zwar über Sex, jedoch selten über ihren eigenen. Dabei ist das die Voraussetzung für eine harmonische Beziehung [...] Eine Partnerschaft ist doch keine Quizshow, in der jeder die Wünsche des anderen erraten muss. Warum sagt die Frau ihrem Partner nicht, dass sie seine Zärtlichkeit vermisst, schon lange kein Kompliment mehr gehört hat und dass sie vielleicht seine Zunge lieber an den Brüsten fühlen möchte als zwischen den Beinen? Warum schweigt der Mann, wenn er davon träumt, dass ihn seine Frau oder Freundin mit dem Mund befriedigt? Die meisten Missverständnisse entstehen durch Sprachlosigkeit. Oft wollen sogar beide dasselbe und keiner traut es sich auszusprechen”.

„Orangenmangoananasbananenapfelsaft”.

D541 Rüdiger Safranski, Literaturwissenschaftler, Schriftsteller: „Dass wir heute so offen über Burnout und Depression reden, ist schon ein Zeichen, dass ein anderes Anspruchsniveau entstanden ist und die Menschen schmerzlich empfinden, wo die Defizite sind. In den 60er Jahren hätte man gesagt: Ihr spinnt ja, das ist alles Hysterie oder Hypochondrie! Jetzt werden neue Ansprüche angemeldet [...] Aber das Burnout-Phänomen ist eine Frage der Definition: Man kann es so definieren, dass zwei Drittel der Bevölkerung psychisch krank sind. Oder man sagt: Zu den elementaren Dingen im Leben gehören nun einmal Schmerz, Trauer und Sinnlosigkeitsgefühle. Es wäre für unser Selbstbild gut, das nicht zu schnell unter der Kategorie Krankheit zu sehen, sondern als Krise des Lebens. Die Gesellschaft neigt leider dazu, sich in ihrer Selbstbeobachtung zu pathologisieren”.

F1.218 petitpuenktchen: „Manchmal tut Liebe weh - wie Kuchenteig. Du weißt es gibt Bauchschmerzen, wenn du zu viel isst. Und trotzdem bekommst du einfach nie genug”.

26.09.2015

„Popnografie”.

Zwanzig Begriffe, die (das) iPhone verwendet: 3D Touch; Ausrichtungssperre; Einhandmodus; FaceTime; Fotos-Navigationsleiste; HomeKit; Markierungsstil; Mitteilungsansicht; Multi-Touch-Geste; Ortungsdienste; Peek und Pop; Punktscannen; Schalterstabilisierung; Schnellaktionen; Siri-Vorschläge; Sofortbild; Spotlight-Suche; Taptic Engine; Vertrauenswürdiger Speicher; Zoom-Controller.

B836 D540 Christine Demmer, Management-Beraterin, Autorin: „Ehrlichkeit ist gut und schön und im Vorstellungsgespräch sogar gesetzlich vorgeschrieben. Sie dürfen also nicht lügen. Sie dürfen aber all das verschweigen, was bei der Entscheidung für oder gegen Sie aus objektiver Sicht keine Rolle spielt. Wenn Sie also kein schlagendes Argument finden, weshalb Sie nach Ihrer Genesung anderen Bewerbern überlegen sind, dann halten Sie darüber lieber den Mund und deuten Sie die schwierige Berufsfindung an, sprichwörtlich: Gut Dinge braucht Weile. Denn wenn Sie ihre Krankengeschichte ausbreiten und beschreiben, wie tapfer Sie ihr Schicksal angenommen haben, spiegelt Ihnen Ihr Gegenüber zwar möglicherweise Mitleid und Bewunderung wider. Aber nachdem Sie mit allen guten Wünschen für die Zukunft verabschiedet worden sind, könnte er ins Grübeln kommen. Und wie das ausgeht, liegt jenseits Ihrer Einflussmöglichkeit”.

Auch dieses Jahr stammen meine wichtigsten Anschaffungen von Apple.

„Herumlauffestival”.

F1.213 Hemithea: „Wie viele Menschen wohl gerne aufwachen, weil die Liebe ihres Lebens neben ihnen liegt. Wie viele lieber weiterträumen, dass es bald so ist”.

„Super-Blutmond”.

B837 Sophie Eisenmann, Unternehmerin: „Ich glaube, dass Männer unter einem viel stärkeren gesellschaftlichen Leistungsdruck stehen. Die sagen sich, du bist nur ein toller Hecht, wenn du deine superstraighte Karriere machst, wenn du dich bei der Investmentbank hocharbeitest, dann irgendwann der principal partner bist und dann sagen kannst, du kontrollierst die Welt. Ich meine, die Gesellschaft übt diesen Druck auf Männer stärker aus, und ich glaube, diese geben sich dem viel mehr hin [...] Frauen denken vielleicht eher über existenzielle Fragen nach: Wie möchte ich mein Leben gestalten, damit es einen Sinn hat? Wie verbinde ich meine Ideen mit meiner Arbeit? Es geht weniger um: Hier ist meine Karriere und dort mein Leben, und das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Frauen fragen sich: Was kann ich bewegen, was kann ich schaffen, vielleicht auch mit beschränkten Ressourcen? Da sind Frauen kreativer”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sherry Turkle, Autorin, Psychologin, Soziologin, Professorin für Science, Technology, Society: „Our phones are not accessories, but psychologically potent devices that change not just what we do but who we are. A second path toward conversation involves recognizing the degree to which we are vulnerable to all that connection offers. We have to commit ourselves to designing our products and our lives to take that vulnerability into account. We can choose not to carry our phones all the time. We can park our phones in a room and go to them every hour or two while we work on other things or talk to other people. We can carve out spaces at home or work that are device-free, sacred spaces for the paired virtues of conversation and solitude. Families can find these spaces in the day to day — no devices at dinner, in the kitchen and in the car. Introduce this idea to children when they are young so it doesn’t spring up as punitive but as a baseline of family culture. In the workplace, too, the notion of sacred spaces makes sense: Conversation among employees increases productivity”.

25.09.2015

A487 F1.211 Karl Kraus, Schriftsteller: „Sie sagte sich: Mit ihm schlafen, ja – aber nur keine Intimität!”

D539 wenn man im Verlauf des Tages feststellt, dass die Kulisse schwere Risse hat.

F1.212 John Brooder, Figur aus „Bone Tomahawk”: „Ein wirklich kluger Mann heiratet nicht”.

„Rausweh”.

B835 Marcell Jansen, Fußballspieler: „Ich hatte nie Angst vor dem Scheitern, weil ich aus einfachen Verhältnissen komme. Ich weiß, dass man auch mit einem normalen Beruf ein schönes Leben haben kann. Wir wohnten früher auf 60 Quadratmetern und sind maximal einmal im Jahr in den Urlaub gefahren. Trotzdem hatte ich die beste Kindheit, die ich mir vorstellen kann. Ich war gefühlt steinreich. Meine Mutter war bei Aldi im Lager, mein Vater als Warenannahmeleiter bei Kaiser’s Tengelmann. Sie sind morgens um fünf Uhr aus dem Haus und konnten über meine Probleme manchmal nur schmunzeln. Wenn ich erzählte, dass beim HSV wieder ein neuer Trainer anfängt, sagte mein Vater: „Junge, ich konnte mir meine Chefs auch nie aussuchen.” Das Wichtigste, was mir meine Eltern mitgegeben haben, ist eine gewisse Lebensintelligenz: nicht zu neiden, ständig auf Statussymbole zu gucken oder dauernd zu nörgeln”.

24.09.2015

Aus der Reihe Online-Sprech: „@selenagomez ist blockiert”.

A486 F1.209 Luise, Figur aus „Kabale und Liebe”: „Wie ich ihn überlisten will, Vater! Wie ich den Tyrannen betrügen will! Die Liebe ist schlauer als die Bosheit und kühner das hat er nicht gewußt, der Mann mit dem traurigen Stern O, sie sind pfiffig, so lang sie es nur mit dem Kopf zu thun haben; aber sobald sie mit dem Herzen anbinden, werden die Böswichter dumm”.

Wenn man Reibungshitze mit Nestwärme verwechselt.

F1.210 frolleinpippi: „Warum ist eigentlich immer der andere „die bessere Hälfte”? ”

B834 Kollegen, die für bestimmte Kollegen einen bestimmten Tastaturanschlag haben.

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG: „Fußball ist heute nicht nur Sport. Fußball ist auch Big Business. Wir sprechen nicht mehr über Millionen, sondern Milliarden. Ich weiß, dass es der Wunsch der Fans ist, am liebsten einen Spieler zu haben, der in Pähl geboren ist, bei Bayern München ausgebildet wurde, mit 18 in die erste Mannschaft kommt, Erfolg hat und jede Woche ein Tor schießt: Der Name ist Thomas Müller”.

23.09.2015

A485 F1.207 Oscar Wilde, Schriftsteller: „Man sollte immer verliebt sein. Das ist der Grund, warum man nie heiraten sollte”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Die von Software getriebene Welt der Technologie und mit ihr der gesamten Wirtschaft ist dabei, die Sphäre der Unüberprüfbarkeit zu betreten. Genau deshalb wird der Wert des „Digitalen Vertrauens” unersetzlich”.

Entschieden meine Kassenbelege, würde ich sagen: Es geht mir ausgezeichnet.

F1.208 Roh_Stoff: „Ich flirte nicht. Ich bin wirklich so nett”.

D538 Herv3y: „Insasse und Wärter in einem. #notjustsad #depression”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Richard Gutjahr, Journalist: „Dass sich Bilder und Filme spätestens 24 Stunden nach dem Betrachten zerstören, mag uns Journalisten und Medienmachern komisch vorkommen. Umgekehrt erleben wir ja gerade, wie sich die Nachrichten-Welt immer mehr zu einem nicht enden wollenden Strom ohne Anfangszeit und ohne Ende entwickelt. Vor diesem Hintergrund ist das „Nichts-ist-für-die-Ewigkeit”-Prinzip von Snapchat vielleicht gar nicht mal so dumm [...] Die Interaktion mit den Lesern, mit den Menschen formerly known as audience, ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Im Übrigen kann man via Snapchat sehr wohl interagieren. Die App ist nur so schrecklich unübersichtlich; so intuitiv wie ein Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn. Aber das waren Facebook und Twitter auch anfangs [...] Ich fürchte, wir werden unser Leben lang der Entwicklung hinterherlaufen. Wenn wir heute vom Neuland sprechen, verbinden wir damit ja insgeheim die Hoffnung, eines Tages dort auch anzukommen. Ein Ort, an dem es klare Jobbeschreibungen und belastbare Geschäftsmodelle gibt, eine Welt mit Einhörnern und Katzen, die Regenbögen an den Himmel malen. Ich fürchte, das ist eine Illusion. Ich denke, wir werden niemals wirklich ankommen”.

22.09.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Zahni_LE: „Guten Morgen liebe Timeline habt einen schönen Tag Kaffee Tee und Kakao hinstell”.

F1.206 Steppis_Schatz: „Warum gibt es in Beziehungen keine Treuepunkte? Wenn man treuer war als der Partner macht ein Messerset doch erst Sinn”.

Menschen, die unterbrechungsfrei freund-lich zu Jedem und Allem sind, und doch keine Freunde haben.

B832 Hartweizenhirn: „Beschreibe deine Kollegen in wenigen Worten: Bananenförmige Transportdosen aus bananenfarbigem Frischhalteplastik für Bananen”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für die Gefahren, die von einem Warum ausgehen.

B833 Seppanovic: „Kollegen, die einen mit ihrem Gelaber bis ans Pissoir verfolgen, darf man auf die Schuhe pinkeln, oder?”

Die Sätze „Mit Tunnelblick sieht man keinen Himmel”, „Wenn der Tod Sport treiben würde, wäre das Schlafen”, „Idealismus bezahlt keine Rechnungen”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas Glavinic: „Dieser Tage habe ich ein Zeitungsinserat aufgegeben:
„NEIN, ICH HABE EUCH NICHT VON FACEBOOK GELÖSCHT!
NEIN, ICH HABE EUCH NICHT BLOCKIERT!
ICH HABE MEINEN ACCOUNT DEAKTIVIERT!
BITTE KEINE BESCHIMPFUNGEN VIA SMS MEHR!
DANKE!”
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass so etwas aus solchem Grund passieren könnte, aber ich scheine mir in den vergangenen Wochen Feindschaften zugezogen zu haben. Es begann zwei Tage nach meinem Ausstieg. Eine SMS um drei Uhr früh: „Kann nicht glauben,dass Mich jemand auf fb blockiert. Wüsste nicht,weshalb so etwas gerechtfertigt wäre. Der Freundin von mir hast du selbst deine Nummer gegeben,so Not my fault wenn sie auf die glorreiche Idee kommt, dich anzurufen. Und wenn du das wünscht,lösche ich ganz einfach deine Nummer,dann bist du mit.Sicherheit nicht gestört ;)” [...] Die existenzielle Frage im 21. Jahrhundert: Löscher oder Aussteiger? [...] Das ist Facebook, und ich verzichte mal eine Weile. Also bitte keine bösen SMS mehr”.

21.09.2015

Viel öfter als Durchbeißen findet Durchhalten statt.

„Reform-Schauspiel”.

Ein Wort macht noch kein Lebensmotto.

D537 Bernd Mühlbauer, Professor für klinische Pharmakologie am Klinikum Bremen-Mitte, Mitglied der deutschen Arzneimittelkommission: „Ich glaube, es würde mir kaum jemand widersprechen, dass es auf dem Markt kein Medikament gibt, was sich als ein sogenanntes kausales Antidepressivum bezeichnen dürfte”.

Für notorische Autofahrer kann eine Fahrt mit einer S-Bahn zu einem Wochenerlebnis werden.

Manchmal finde ich eine Schrift so schön, dass ich darüber das Lesen vergesse, eine Stimme so jenseitig, dass dabei das Zuhören aufhört, und einen Duft so verführerisch, dass es mir den Atem verschlägt.

20.09.2015

Leute, die sich vor dem Flohmarktbesuch schäbige Sachen anziehen, um eine angeblich bessere Verhandlungsposition zu haben.

Diese wundervolle Leere im Kopf beim Sport.

F1.205 Natalia: „Du läufst durch die Straßen und du fragst dich, wo ist der, mit dem du die Eindrücke teilen kannst? Diese Hektik hier bietet oft keine Chancen für echte Freundschaften. Man kann leicht einen Flirt finden, aber mehr ist meist nicht drin. Viele Männer wollen sich nicht binden, weil sie denken, an der nächsten Ecke etwas Besseres zu treffen. Im Herbst werden die Sehnsüchte allerdings stärker und man rückt dichter zusammen. Oft aber nicht für lange”.

Öfter als in seinen Mitteljahren denkt man im Alter an seine Jugend.

„Saftdate”.

D536 Top-Vorboten: Stimmungswechsel; Entscheidungsschwäche; Appetitverlust; Rührseligkeit; Schlafstörungen; abnehmende Sorgfalt bei Kleidung; zunehmender Sarkasmus; Sehnsucht nach Dunkelheit; ungerichteter Stress.

19.09.2015

Mitunter versperren Worte den Zugang zu Sprache.

„Langballkonter”.

D535 es wird nicht besser, höchstens einfacher.

„Anti-Anfang”.

A484 F1.204 Julie Delpy, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin: „Too many women throw themselves into romance because they're afraid of being single, then start making compromises and losing their identity. I won't do that”.

Doppelte Standards sorgen für verdoppelte Lügen.

B831 Aus der Süddeutschen Zeitung: „Man möchte den schlanken, durchtrainierten Spitzenkräften gern zurufen: Macht euch locker! Krankheit gehört zum Leben dazu - und auch zur Arbeit. Besser, wir lernen einen unverkrampften Umgang mit unseren physischen und psychischen Schwächen. Aber so weit reicht die Freiheit im Büro dann doch nicht [...] Viele Angestellte nehmen sich lieber Urlaub für eine Therapie, als sich krank zu melden; sie schleppen sich angeschlagen ins Büro und halten den wahren Grund ihrer Müdigkeit geheim. Denn sie befürchten: Wer krank ist, gehört nicht mehr dazu. Er stört an jenem Ort, der so bedingungslos auf Effizienz und Effektivität getrimmt ist. Er wird zum Fremdkörper. Und das ist dann einer dieser Augenblicke, in denen sich eine Krankheit noch schrecklicher anfühlt, als sie es ohnehin schon ist [...] Am Umgang mit Kranken zeigt sich, wie menschlich ein Unternehmen ist”.

Dieses seltsame Ringen alter Menschen, mit ihrem Körper.

18.09.2015

In und mit Sprachen, die man nicht beherrscht, kann man sich auch nicht verstecken.

„Ballbesitzmannschaft”.

B828 datsarahle: „Ja, ich bin im Büro. Ja, ich arbeite fleißig. Nein, ich persönlich habe nix davon”.

Meterlange Artikel zu Vorfällen mit unabsehbaren Folgen.

B829 Reinhard K. Sprenger, Berater, Autor: „Wer irgendwo Meister ist, sollte irgendwo Schüler sein, um zu wissen, wie sich Scheitern anfühlt. Das schafft Distanz zum eigenen Tun. Und man kann wieder richtig lachen, wenn etwas gelingt. Viele Menschen, gerade Manager, haben das verlernt. Sie leiden an Misserfolgsarmut”.

„Nicht vergessen sollte man”, Sätze zu vergessen, die so anfangen.

B830 Die Ruhe nach dem Knall, am Tag der Kündigung.

D534 TouchingRainbow: „Das lähmende Gefühl einer aufsteigenden Depression. Als würde man in kalten Klärschlamm fallen und langsam untergehen”.

Die Gesichter, die Synchronsprecher bei der Aufnahme ziehen.

A483 F1.203 Connie Palmen, Schriftstellerin, 1999: „Ohne Abhängigkeit gibt es kein Glück. Man muß eine große Liebe auch ertragen lernen”.

Menschen, die nur eine Uhr tragen, damit ihren Sorgen pünktlich kommen.

17.09.2015

B826 Marvin Plattenhardt, Fußballspieler: „Erfolge bedeuten immer neuen Schwung fürs Selbstvertrauen”.

Daniel Brühl, Schauspieler: „Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gekriegt, hat mein Kumpel in Köln früher immer gesagt”.

A482 F1.202 Marie von Ebner-Eschenbach, Schriftstellerin, 1893: „Die Liebe überwindet den Tod, aber es kommt vor, dass eine kleine üble Gewohnheit die Liebe überwindet”.

Sprachen, deren Worte nur aus a, b, h, i und k zu bestehen scheinen.

B827 Claudia Harzer, Psychologin: „Unsere Charakterstärken sind teils genetisch festgelegt. Studien zeigen aber, dass man sie auch systematisch verändern kann. Im Job, der ja einen großen Teil des Alltags einnimmt, können wir bestimmte Stärken erlernen. Nehmen wir eine äußerst schüchterne Person, die in der Tourismusbranche arbeitet. Sie kann sich bewusst vornehmen: Wenn ich einen Kunden treffe, dann lächle ich und frage ihn, wie es ihm geht. Wann das gut klappt, wird dieses Verhalten wiederholt werden. Nach einiger Zeit wird es Teil des eigenen Wesens [...] Im Berufsleben ist es relativ eindeutig, welche Verhaltensweisen erwünscht und erlaubt sind. Das gilt auch für implizite Regeln, etwa beim Umgang mit Kunden. So etwas kann auf Dauer schon die eigene Person formen [...] Meine Studien haben gezeigt, dass sich Berufstätige besonders wohl in ihrem Job fühlen, wenn sie mindestens vier ihrer wichtigsten Charakterstärken einsetzen können. Dabei gilt vermutlich: Je vielschichtiger die Anforderungen sind, umso mehr Stärken müssen passen. Der Job eines Managers ist komplexer als der eines Fließbandarbeiters, der über den ganzen Tag hinweg die gleichen Handgriffe wiederholt. Typische Charakterstärken von Managern sind Tatendrang, Kreativität, Tapferkeit, Führungsvermögen und Ausdauer [...] Wenn ich Jugendliche beobachte, die sich überlegen, welchen Job sie wählen sollen, dann heißt es oft: „Mensch, hoffentlich ist das der richtige!” Anstatt das Ganze entspannt anzugehen und sich erst einmal zu überlegen: Was sind meine Stärken? Zu welchen Berufen könnten diese passen? Es gibt für jeden Menschen nicht nur einen idealen Job [...] Wir müssen uns systematisch hinterfragen: Wie bin ich? Und wie kann ich das mehr in meinem Job einsetzen, sodass ich mich authentischer verhalten kann? Das ist das, was Wohlfühlen bei der Arbeit ausmacht”.

„Orgasmuslimitierung”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Daniel Brühl: „Ich bin nicht in sozialen Netzwerken unterwegs. Es frisst so viel Energie sich den ganzen Schrott durchzulesen, das macht nur unglücklich. Ich habe da keinen Bock drauf. Ich bin genug mit mir selbst beschäftigt”.

16.09.2015

A481 F1.200 Charles Bukowski, what matters most is how well you walk through the fire, 1999: „When a hot woman meets a hermit one of them is going to change”.

Einen Kaffee zu verschütten kann mehr zum Wachwerden Beiträgen als das Kaffeetrinken.

F1.201 Palina Rojinski, Moderatorin, Schauspielerin: „Frauenkomplimente sind definitiv besser, weil sie ehrlicher sind. Männer achten auf erste Attribute, Frauen auf Aura. Auf Lippen, ’nen krassen Blick, oder wie die Augenbrauen zu den Augen passen. Frauen sehen einander als Kunstwerke”.

B825 Gesucht wird eine Bezeichnung speziell für die mangelnde Erfahrung im Umgang mit Erfolg.

Im Sport kommt es vor, dass - vor allem wenn eine Übung zu anstrengend ist - man von der vorgesehenen geraden Haltung in einen Knoten verfällt. Das passiert auch beim Sprechen.

A480 José Ortega y Gasset, Philosoph, Soziologe, Essayist: „Anreiz ist das Wort, das am meisten nach Leben schmeckt”.

Wird mir gegenüber festgestellt, dass ich sehr auf meine Kleidung achte, schwingt dabei ein Vorwurf mit, insbesondere dann, wenn dieses Statement von einer Frau kommt.

15.09.2015

A480 F1.198 Hilde, Figur aus Henrik Ibsen „Baumeister Solneß”, 1892: „Das steht doch nicht bei einem selber, wen man lieb gewinnen soll”.

Es gibt Menschen, die glauben, man führe ein aufregendes Leben, nur weil man oft das Wort „aufregend” verwendet.

„Baubeschleunigungsgesetz”.

Leider gibt es Geduld nicht zu kaufen.

F1.199 puppy_boy00: „Wer mag denn keine Brüste? Jeder mag Brüste! Frauen mögen Brüste! Brüste mögen Brüste!”

B824 Speedwriter33: „Vielleicht sollte man die Büros trennen in solche für morgens gutgelaunte Kollegen und solche für normale Kollegen”.

„Don Niemand”.

Mittagspause. Im Rahmen einer zweimünitigen Verfolgungsaktion wird ein Taschendieb von den Opfern selbst geschnappt. Ich bringe eine schwangere Frau zum Strahlen, indem ich ihr einen Keks schenke. Der Stammgast, der mit der Bezeichnung seines Stammgerichts, nicht aber mit seinem persönlichen Namen angesprochen wird. Der Clown mit nur zwei Nummern, die er unterbrechungsfrei abspult, und dafür Kleingeld kassiert. Die Gänsemarschmentalität auf Klassenfahrten. Von seinem Chef, der dabei genüsslich ein Stück Fleisch isst, wird ein Angestellter in der gemeinsamen Mittagspause heruntergemacht. Ein Mann spaziert in mehr als 50 Metern Höhe auf dem äußeren Geländer eines Hauses - erst nach zwei Minuten erkenne ich den Bauarbeiter. Es gibt noch immer Leute, die es als „Statement” ansehen, bei Rot über die Ampel zu gehen.

14.09.2015

Wenn Fans zu Auslaufmodellen werden.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Olli Schulz, Sänger, Liedschreiber, Moderator: „Ich möchte keinen Menschenhass entwickeln. Wenn ich zu viel bei Facebook lese, auch bei Freunden oder Leuten, die ich eigentlich schätze, dann fange ich an, mich zu ärgern. Ich finde, das Internet macht viele Menschen verrückt. Jan kann damit umgehen und hat da leider auch eine deutlich sadistischere Ader als ich, er regt die Leute gern mit irgendeinem Post auf. Mir sagen die Leute dann: Da hat dein Freund Böhmermann ja wieder schön was angerichtet. Und ich so: Was hat er denn gemacht? Ich weiß das meistens nicht”.

Die unzähligen -ismen, -iken, -ien, -ionen, -ogien und -enzen.

A479 F1.197 Mendoza, Figur aus „Man and Superman”, 1903: „There are two tragedies in life. One is not to get your heart's desire. The other is to get it”.

Wer mitteilt, er habe „sich von der Politik verabschiedet”, meint damit eigentlich die politische Berichterstattung.

B823 „Emotional zu sein motiviert mich und macht mich zu einem besseren Arbeitnehmer”.

13.09.2015

Wenn die Klappe so groß ist, dass der Mensch hinter seinem Mundwerk nicht mehr zu sehen ist.

Wie wenig wir Sprache beherrschen, sieht man auch daran, wie wir um Worte ringen, wenn wir die Freude über einen großen Erfolg ausdrücken wollen.

F1.196 tanzmitwein: „Männer. Erst verdrehen sie dir den Kopf und dann die Beine”.

Von Mitte August bis Mitte September ist der Morgenhimmel am schönsten.

Warum die Lichter am anderen Ende des Flusses stets voller, verlockender und vielversprechender leuchten.

12.09.2015

„Regenbogen-tastisch”.

F1.195 Verliebtheit ist die einzige dem „Herzen zuträgliche” Atemlosigkeit.

Ann Cotten, Schriftstellerin: „Die deutsche Sprache hat etwas Chitinöses. Das Hilfsverb steht am Anfang, der Rest vom Verb am Ende des Satzes: sehr merkwürdig. Die Grammatik ist stärker hierarchisiert als etwa im Englischen. Mit dem Russischen hat es diese Vorsilben-Kultur gemein, die sehr abstrakt ist und bürokratisch. Es ist eine Sprache mit wenig Vokalschönheit, ein bisschen kratzig, unsinnlich, erweckt Sehnsucht nach Erlösung, nach dem Geistigen. Damit spielen und arbeiten auch Kant und Hegel”.

Wenn Kinder die Geschenkverpackung spannender finden als das Geschenk.

„Loggmittel”.

John Lanchester, Autor: „Bei Ärzten und Finanzanalysten gehört, da bin ich sicher, die Unverständlichkeit zum Programm. Wissen Sie, wenn Mario Draghi eine Pressekonferenz gibt und außer ein paar Allgemeinsätzen nichts sagt, sondern nur darauf verweist, dass die Details später mitgeteilt werden, dann können Sie davon ausgehen, dass die Details niemals mitgeteilt werden. Aber nicht, weil alle sie kennen, sondern weil er selbst sie nicht kennt. Es gibt gar keine Details. Er möchte nur eine Stimmung aussenden. Mehr nicht. Noch scheint das zu funktionieren. Ich weiß nicht, wie viele Jahrhunderte lang sich auf dem Hocker in Delphi eine Pythia mit ähnlich vagen Andeutungen hat halten können. Präzision mag eine Tugend sein, aber nicht immer und überall scheint sie nützlich zu sein [...] Es macht Spaß, jemanden zu verstehen, der alles unternimmt, einen daran zu hindern, ihn zu verstehen. Es ist wie Verstecken spielen. Allerdings lässt der Spaß mit der Zeit nach. Am Anfang, wenn Sie nur dies oder das verstehen, ist alles viel spannender. Wenn Sie die Sprache des Geldes einmal verstanden haben, hat sie keine Geheimnisse mehr. Dann macht nur noch Spaß, dass man auch das kann. Wie ein Kind, das denselben Satz in zwei, drei Sprachen wiederholt. es freut sich einfach, dass es das kann. Inzwischen ärgert mich, dass noch immer so weitergesprochen wird wie vor der Krise. Es geht alles so weiter. Das ärgert mich [...] Ich habe mich auch schon dabei erwischt, wie ich anfing, von „Umstrukturierungen” zu sprechen, wo es um Entlassungen ging. Wenn ich mit Leuten aus der Finanzwelt zusammen sitze, dann reden wir in dieser Sprache, und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie es mir auch Spaß macht, deren Gesichtspunkt einzunehmen. Es ist wie beim Laufe. Am Anfang zwingen Sie sich dazu, weil es gesund ist. Aber irgendwann macht es Ihnen Spaß, und dann rennen Sie einfach drauf los. Es ist wichtig, dass Sie dieses Stadium erreichen. Auch beim Erlernen der Sprache des Geldes. Aber genau hier wird es gefährlich. Darum habe ich mir das Wörterbuch geschrieben. Es erinnert mich daran, dass ich nicht einfach in die Sprache hineinschlüpfen darf. Ich muss immer übersetzen. Das müssen wir alle. Bei der Zeitungslektüre, vor dem Fernseher und im Internet. Die Sprache zu sprechen, ist nur der Anfang. Es muss übersetzt werden”.

Zufriedenheit als Anlass zur Unzufriedenheit.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Früher, als es noch keine sozialen Medien und damit auch keine Likebuttons gab, musste man seine Vorlieben und Abneigungen mithilfe von analogen Blechknöpfen zum Ausdruck bringen. An der Rückseite dieser Blechknöpfe waren Sicherheitsnadeln angebracht, mit denen man den Button an der Kleidung befestigen konnte. Sicherheitsnadeln waren abgerundete Nadeln, deren spitze Enden man in einer Art Verschlussnische einrasten ließ. Das nur als Hintergrundinformation, denn es ist für junge Leute immer schön und lehrreich, über die aus heutiger Sicht oft umständlichen Kulturtechniken der Älteren ins Bild gesetzt zu werden. Aber jetzt kommt es: Eine Sicherheitsnadel vermochte zwar zu verhindern, dass der Träger eines Buttons Stichverletzungen davontrug; sie schützte ihn aber nicht vor Sticheleien von Leuten, die grundsätzlich anderer Ansicht waren als der Buttonträger”.

11.09.2015

„Flexibilitätskompromiss”.

B820 Viktor Skripnik, Fußballtrainer: „Erfahrung und Verantwortung kann man nicht leicht kaufen”.

D533 ManischKreativ: „Irgendwie schmecken milder gewürzte Sachen während einer Depression nach gar nichts”.

Ohne Drogen würde Berlin nicht überleben.

B821 Gesucht wird ein anderes Wort für „Unrauswerfbar”.

F1.194 wenn man zu allen nur möglichen Dummheiten bereit wäre für sie, dann ist sie eine kluge Wahl.

Gesucht wird eine Bezeichnung für die Gabe, „auf Abruf arrogant” zu sein, zum Beispiel um einem Gespräch eine neue Richtung zu geben.

Zusage.

B822 reklame_dame: „Woran erkennt man nette Kollegen? Wenn man sich bis 20 Uhr im Office festquatschen kann & das total ok ist - an einem Freitagabend”.

10.09.2015

„Rotweinsprache”.

Ist man Brillenträger und trägt zur Ausnahme einen Tag lang keine Brille, kann dies auch dazu führen, dass man gefragt wird, ob man eine neue Frisur hat.

„Unterwältigung”.

Gesucht wird ein zusammenfassendes Wort für „leidenschaftlich neugierig”.

Javier Marías Franco, Schriftsteller, Kolumnist, Übersetzer: „Der Mensch ist groß darin, seine eigenen Lügen zu glauben”.

F1.193 Verlobtsein wird ernster genommen als Verheiratetsein.

Anzuklopfen, während man schon hereinkommt.

09.09.2015

Man kann ein „junger Typ” sein, ohne ein junger Mann zu sein.

Bernhard Kaster, Politiker: „In einer großen Zeitung war mal zu diesem Thema die Aussage getroffen, wenn wir von bösen Interessenvertretern sprechen, nenne wir sie Lobbyisten, wenn wir von guten sprechen, dann nennen wir sie Nichtregierungsorganisationen, das klingt dann etwas anders”.

Menschen, die sogar gut riechen, wenn sie schlecht riechen.

A478 F1.192 Robert Frost, Schriftsteller, 1957: „Love is an irresistible desire to be irresistibly desired”.

Die Musik auf US-Amerikanisch, das Buch auf Französisch, der Text auf Deutsch und als Ziel: Spanisch.

08.09.2015

A477 F1.191 Senior Ed Bloom, Figur aus „Big Fish”, 10.12.2003: „Sometimes, the only way to catch an uncatchable woman is to offer her a wedding ring”.

Menschen, die noch so „offen” über sich reden können und doch ein Rätsel bleiben.

Warum Bequemlichkeit Gift sein kann.

Nachgeschlagen: Gary Lineker; Amber Rose; Jesse Lingard; Eli Roth; Alicia Vikander; Jan-Ole Gerster; Will Poulter; Maxhütte; Flavia Pennetta; Queensberry-Regeln; Oscar Isaac; Lily James; Zimelie; Gertrud von Nivelles; Gerrit Engelke; Ally McCoist; Koosh Ball; Natalie Martinez; Soner Uysal; Iris Mareike Steen; Gus Van Sant; Maren Meinert; Aljaksandr Hleb; Diseuse; Chris Rock; Dirk Bremser; Goldene Handfeste; Carlos Alberto Torres; Sagittarius; Jimmy Hoffa; Nathaniel Clyne; Hannah Hoekstra; Ali Mitgutsch; Rebecca Ferguson; Anthony Horowitz; Jenna Dewan; Oliver Korittke; Synkope; Tim Burton; Kris Jensen; Mateo Kovačić; Aura Dione; Hernanes; Milian Peschel; Shanghai-Ranking; Axolotl.

B819 BergerBerger68: „Meinungsaustausch: Mit eigener Meinung geht man ins Büro vom Chef, mit der Meinung des Chefs kommt man zurück”.

07.09.2015

„Reklamierarm”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „#AktionArschloch”.

Kommt ein Sturm auf, zieht Berlin ein anderes Gesicht.

Nachgeschlagen: all the sudden; nincompoop; blood levels; mixup; release form; dumbwaiter; perspire; swimmer's ear; castaway; level up; come by an injury; emery; at short notice; bump; stray dog; pitchfork; shake on it; scrapbook; touch glasses; hailed; malted; baby carriage; pay up; lighthouse; water-tight; unparalleled; for the record; serpent; hardboiled; behind bars; landscaping; pay off; self-contained; rude; mack; fiend; penmanship; trick question; railroad; sweetie; outlive; knotty; reception; mediocre; rectum; collard greens; mesh; scarface; wrong-foot; seaside; trapped; show off.

06.09.2015

Zicken, Gören und Diven haben nicht die größere „Bandbreite von Gefühlen”, sondern bestenfalls die dichtere Bandbreite von Extremen.

A476 F1.189 Alan Ayckbourn, Autor: „Die meisten Männer würden ihre bessere Hälfte gerne gegen zwei jüngere Viertel eintauschen”.

Nur anzurufen, um zu fragen, warum niemand abnimmt.

F1.190 Vanillchen: „Frauen wollen verführt, geliebt und gefickt werden. Am besten zeitgleich”.

B818 Sämtliche Absagen zu allen Vorstellungsgesprächen sind egal, sobald ein Unternehmen zugesagt hat.

05.09.2015

B817 Ritta Strackbein, Personalberaterin: „In vielen Unternehmen werden Fachlaufbahnen parallel zur Führungslaufbahn aufgebaut. Dies gibt die Möglichkeit, auch ohne Führungsfunktion im Unternehmen wirksam und erfolgreich zu sein. Doch in der Praxis ist es auch heute noch so: Karriere macht man in der Führungslaufbahn, dort hat man den größten Einfluss. Und das wollen auch die meisten [...] Die besten Mitarbeiter werden zu Führungskräften oder Teamleitern gemacht - oft soll die Führungsarbeit dann nebenbei geleistet werden. Von der damit einhergehenden Überforderung sind insbesondere die unteren Führungsebenen stark betroffen. Operativ voll ausgelastet zu sein und dann noch nebenbei Führungsarbeit zu leisten - das kann nicht funktionieren [...] Professionelle Entwicklungsprogramme für Führungskräfte, Anforderungsprofile, in denen klar formuliert ist, was von ihnen erwartet wird und was nicht, gute Führungskräfte der oberen Hierarchieebene, die Teamleiter führen und begleiten. Nach meiner Erfahrung wird zu wenig geführt - und nicht etwa zu viel”.

„Gurken-Wasabi-Vinaigrette”, „Birnen-Walnuss-Strudel”, „Rote-Bete-Schaum”.

D532 die ständigen Aufrufe, sich gehen zu lassen.

„Laptop-Trainer”.

Jürgen Klopp, Fußballtrainer: „Zeit zu haben kann auch eine Herausforderung sein”.

Die Sätze „Sich umzuziehen ist Duschen ohne Wasser”, „man ist nie zu alt für die eigene Vergangenheit”, „Schlechte Witze sind die besseren”.

Ingrid Noll, Schriftstellerin, auf die Frage, ob sich Frauen und Männer im Alter unterscheiden: „In meinem Bekanntenkreis sind Männer larmoyanter, sie klagen häufiger als Frauen. Manche sind glücklich als Rentner, andere wiederum sinken in ein Loch und stehen dauernd vor einer Klagemauer”.

04.09.2015

F1.187 Douwe Draaisma, Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie: „Typisch ist bei erotischen Träumen: Es handelt sich selten um den eigenen Partner [...] Männer träumen doppelt so oft von Sex mit mehreren Menschen gleichzeitig. In den erotischen Träumen der Frauen hingegen tauchen doppelt so häufig berühmte Personen auf [...] Inzwischen weiß man, dass Erektionen meistens nichts weiter sind als eine physiologische Begleiterscheinung während des Schlafs”.

D531 Diese Tage, an denen man nur darum kämpft, dass Tag wird.

„Transfer-Tusnami”.

B816 Online bedeutet auch, dass Online-Ablenkung nur einen Klick entfernt ist.

A475 F1.188 Max Ophüls, Regisseur: „Es ist das Geheimnis einer guten Ehe, einer Serienaufführung immer wieder Premierenstimmung zu geben”.

03.09.2015

Mit dem simplen „Haters gonna hate” kann man erstaunlich viele zwischenmenschliche Konflikte erklären.

Sobald man sich beim Small Talk Mühe gibt, ist es kein Small Talk mehr.

„Missvergnügungspark”.

B815 Wenn Unternehmen zwar Quereinsteiger suchen, man dann jedoch einem Personaler gegenübersitzt, der seit einem Vierteljahrhundert an Bord ist.

A474 F1.186 Robert Lembke, Journalist, Fernsehmoderator: „Es gibt zwei Perioden, in denen ein Mann eine Frau nicht versteht: Vor der Hochzeit und nach der Hochzeit”.

Der Ausblick, abends etwas zu shoppen, kann mir den ganzen Tag versüßen.

02.09.2015

„Knut-Embargo”.

Wie oft vor allem auch Frauen, die nie eine heile Beziehung geführt hatten, sich zu Beiehungsratgenberinnen aufschwingen.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Layout mit einer Auswahl aus 60 länderspezifischen Ausgaben, Startseiten-Widgets und personalisierten Nachrichtenbereichen wie „Hollywood”, „NASA”, „Mode” oder anderen Kategorien personalisieren”.

Die Fehler, Irrtümer und Falschannahmen im Satz „Nimm das bitte nicht persönlich, aber mach es erst einmal besser als ich”.

A473 F1.185 Wilhelm Busch, Schriftsteller, Zeichner: „Seine Liebe war ewig. Als seine Frau starb, nahm er sich eine andere”.

01.09.2015

Ist nicht seltsam, dass sich Regen nässer anfühlen kann als ein Sprung ins Wasser?

Thomas Hitzlsperger, Fußballspieler: „Wer Fußball-Romantik will, muss sich Spiele aus vergangenen Tagen anschauen”.

„Provisionsrausch”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „This Website uses Cookies to ensure you get the best experience on our website”.

F1.184 Verliebtheit ist wie eine Eisscholle: bricht sie ein, reißt sie alles mit ins kalte Wasser.

Urlaubstage mit Vorstellungsgesprächen sind kein Urlaub.

Manfred Güllner, Meinungsforscher: „Die Parteien meinen immer, sie müssten Streit provozieren und Profil zeigen. Die Leute wollen eher, dass sie sich zusammenreißen”.

Diese Momente, in denen man anfängt, nur zum Quatschen ins Fitnessstudio, nur zum Trinken auf die Party und nur um sich zu ärgern auf Arbeit geht. Viele kleine Tode.

Peter Lund, Architekt, Regisseur, Autor: „Ich bin Berlin-süchtig, Berlin-verliebt. Schon meine Eltern waren Berlin-Fans, mein Vater ein Preußen-Fan, meine Mutter ein Theater-Fan. Seit ich elf war, also seit 1976, sind wir einmal im Jahr von Flensburg nach Berlin gefahren. Und dieses Lebensgefühl, diese Wahrnehmung - Harald Juhnke, McDonald's, Kudamm, Granatsplitter in der Häuserwand, Berufsverbot meiner kommunistischen Patentante, schwarzgemalte Wände in WGs, erste schwule Kleinanzeigen im tip, Hebbel-Theater, Brecht-Revue, rüber in den Osten - all das war unglaublich [...] Berlin hat eigentlich alles. Außer Stil. Jedenfalls legen die Menschen hier nicht so viel Wert auf Außendarstellung wie etwa in Hamburg oder München. Und hier steht diese Bauhaus-Moderne, die viel vom 20. Jahrhundert vorwegnahm, direkt neben den Wohnsilos und der eigentlich grauenhaften Gründerzeit. Das finde ich großartig [...] Berliner haben die zweite Ebene. Es gibt eine gesunde Eigenreflektion und zugleich auch das Bewusstsein, dass wir nicht der Nabel der Welt sind. Und dankenswerterweise haben wir durch die Maueröffnung unseren Dialekt wieder unberührt zurückbekommen; gerade auch in der intellektuellen Szene. Das ist schön original”.

31.08.2015

Das Wort „verwirkt” hätte eine Wiederbelebung verdient.

„Grubenwasserbehandlungsanlage”.

Schaut man sich zum Monatswechsel Bank-, Post- und Fahrkartenschalter an, scheinen die meisten Leute immer wieder davon überrascht zu werden, dass der Monatsbeginn und der erste Tag eines Monats zusammenfallen.

F1.183 Ihr Ende hat eine Beziehung erreicht, wenn eine angeblich falsch herumstehende Honigquetschflasche zu einem Streit führt.

„Erotiktaste”.

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „angenehm unperfekt”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Dorothee Bär, Politikerin: „Wollen die Kinder, dass später der Arbeitgeber oder jemand, der heimlich in sie verliebt ist, ihre Historie online zurückverfolgen kann? Zumal das in der Zukunft mit Techniken wie der Gesichtserkennung noch leichter sein wird. Es ist ganz gut, dass während meiner Gymnasialzeit, auf der Abifahrt und anderen Schulausflügen, noch keine Handykameras existierten, dass da nicht lauter peinliche Fotos im Netz stehen. Es gab eine verlorene Generation, die in diese Falle getappt ist. Jetzt sind wir schon einen Schritt weiter, jeder weiß eigentlich über die Gefahren Bescheid”.

Grell leuchtende und im Schritttempo fahrende Autos, mitten in der Nacht.

„Raabschied”.

30.08.2015

Wenn es in einem Buch um alles geht, ist das für ein gutes Buch zu wenig.

„Willkommens-Interview”.

Menschen, die das Reisen lieben und das Packen hassen.

F1.182 Liebe bedeutet auch, sich beim Lieben nicht zu beeilen.

Gesucht wird ein anderes Wort für „studierenswert ”.

Aus der Reihe Online-Sprech, kleinjulika: „Sich sehen und drücken kommt an Stellen, da kann das Internet gar nich dran”.

Im August bestand das Experiment darin, vor allem Dinge zu tun, die einen zügigen Jobwechsel nicht abträglich sind. Das hatte vieles vereinfacht und insofern wurde dies zu einem der entspannteren Monate in meinem Leben.

29.08.2015

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Wir wollen deinen Daumen. Werde Fan von Meedia”.

„Rekordholländer”.

B814 Josefine Preuß, Schauspielerin: „Ich hoffe, keine Frau muss in unserer Gesellschaft noch die Karriere für den Mann opfern. Ich hoffe, keiner wagt sich, überhaupt ein Ultimatum zu stellen. Sonst ist es keine Beziehung auf Augenhöhe. Dann sollte man es lieber lassen”.

Es gibt sie, die „hidden champions”. Gesucht wird eine Bezeichnung für die „hidden loosers”.

Jan Gehl, Architekt, Stadtplaner: „Wir wissen aus 40 Jahren Forschung, dass das Leben in einer Stadt sehr von den Bedingungen dort abhängt. Wenn wir viele Hochhäuser brauen und die Straßen dadurch windig und verschattet sind, gehen die Leute nicht raus. Wenn wir die Straßen mit Lärm, Gestank und Gefahren füllen, auch nicht. Wenn wir stattdessen die Plätze von Autos frei räumen, sodass Kinder rumrennen können und man sich mit einem Kaffee auf eine Bank setzen kann, ändert sich das. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem, was die Stadt macht, und was die Menschen in ihr machen. Wenn man das Leben in einer Stadt töten will, kann man das. Wenn man Menschen auf die Plätze holen will, auch [...] Lassen Sie die Menschen so viel wie möglich zu Fuß gehen und Fahrrad fahren! Das ist gut fürs Klima, gut für die Gesundheit - und gut für die Gesellschaft. Denn wenn die Menschen den öffentlichen Raum benützen, fördert das den sozialen Zusammenhalt. Wenn die Bewohner einer Stadt sich auf öffentlichen Plätzen begegnen, statt isoliert in ihrer Wohnung zu hocken, haben sie das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Das Leben auf öffentlichen Plätzen ist wichtig für die soziale Gesundheit [...] Das Günstigste, was man tun kann, um das Leben in einer Stadt zu verbessern, ist, sich wirklich für die Menschen zu interessieren. Und das ist auch das Einfachste”.

28.08.2015

„Periscoportage”.

F1.181 Michael Corrigan, Figur aus „House of Cards”: „Isn't that what marriage is about, accepting your partner's selfishness?”

Lasst uns das „sozial” und das „Netz” und auch das „Werk” aus den „sozialen Netzwerken” streichen.

„Wahrnehmungslandschaft”.

B813 WaterCanCrash: „Das schönste an meinem Büro ist die Tür nach draußen”.

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für die „Unbekümmertheit gegenüber großen Namen”.

27.08.2015

B812 Da Arbeit das neue Privatleben ist, sind Vorstellungsgespräche auch die neuen Dates.

Aus der Reihe Online-Sprech: „unterretweetisiert”.

Dietmar Beiersdorfer, Fußballfunktionär: „Für Siege gibt es im Profifußball kaum einen Ersatz”.

„Traumzauberbaum”.

Marie Wilke, Regisseurin: „Journalisten haben mehr Angst, sich in die Karten gucken zu lassen, als Polizisten”.

Gesucht wird eine Bezeichnung speziell für das Unbehagen, wenn man jemanden beim Musikhören zu unterbrechen hat.

A472 F1.180 Alfred Hitchcock, Filmregisseur, Filmproduzent: „Richtig verheiratet ist ein Mann erst, wenn er jedes Wort versteht, das seine Frau nicht gesagt hat”.

26.08.2015

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „anstrengend, aber schön”.

A471 F1.178 Charles Baudelaire, Schriftsteller: „Die Männer, die mit ihren Frauen am besten auskommen, sind dieselben, die wissen, wie man ohne sie auskommt”.

Nachgeschlagen: pinpoint; recipes; orchard; victimless crime; sedative; mobster; retune; paramount; vow of silence; squator; bachelor boy; stammer; wolfs pack; snort; sales force; rock bottom; pinch off; clutter; poniard; solder; pearly; seashore; keloid; muzzle; baton; vetting; perpetrate; theft; mortician; augmented; larceny; portrayal; handicraft; shortcoming; Light hearted; remittance; summer slump; triteness; rollup; voluntary; banish; lampoon; jewelry; cot; smallpox; topnotch; zipper; stickler; eavesdrop; situation report; bling; sweat; cradle; wrench; madden; childbirth; pouch.

F1.179 Aus Spektrum der Wissenschaft: „Je länger eine Beziehung Zeit zum Wachsen hat, desto weniger spielt das Aussehen der beiden Partner eine Rolle. Das schlussfolgern Psychologen aus einer Untersuchung von 167 Pärchen, die sie zu ihrer gemeinsamen Geschichte befragt hatten und anschließend hinsichtlich ihrer Attraktivität begutachten ließen. Kann der „Beziehungsmarkt” sich im freien Spiel seiner Kräfte entfalten, tritt normalerweise ein Phänomen auf, das Evolutionspsychologen als „assortative Paarung” bezeichnen: Menschen suchen sich dabei einen Partner, der ungefähr ihrem eigenen wahrgenommenen Attraktivitätsniveau entspricht. Dahinter steckt möglicherweise ein Wettbewerb um die attraktivsten Artgenossen, in dem jeder Teilnehmer seinen eigenen „Marktwert” einschätzt. Die Analyse des Teams um Lucy Hunt von der University of Texas in Austin zeigte nun jedoch, dass dieses Phänomen umso stärker in den Hintergrund tritt, je länger sich zwei Menschen vor Beginn ihrer Liebschaft kennen [...] Der Umkehrschluss gelte jedoch nicht, erläutern die Forscher. Wenn Menschen gleichen Attraktivitätsniveaus nach kurzer Zeit ein Verhältnis beginnen, führen sie deswegen nicht zwangsläufig eine oberflächliche Beziehung. Das belegte ihre Untersuchung ebenfalls: Teilnehmer, die ihren Discoaufriss am Ende geheiratet hatten, führten mitunter eine jahrzehntelange glückliche Ehe”.

B811 Bruno Hübner, Fußball-Funktionär: „Wenn die Zusammenarbeit auf Misstrauen aufgebaut ist und dein Gegenüber nur auf deinen Fehler wartet, dann wird es schwer, erfolgreich zusammenzuarbeiten”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Alexander Dix, Jurist, Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit: „Wir Datenschützer sind auch nicht die Oberlehrer der Nation. Wir sehen aber bei jungen Menschen auch, dass sie sich zunehmend von übergriffigen Plattformen wie Facebook abwenden. Denn jeder Mensch hat neben dem Bedürfnis, sich mitzuteilen, auch ein elementares Bedürfnis, unbeobachtet für sich zu sein. Das drückt sich in dem Begriff der Privatheit oder Schutz der Privatsphäre besser aus als in dem eher technischen Begriff Datenschutz. Wichtig ist nicht der Begriff, sondern das, was er beschreibt: die Freiheit des Einzelnen, unbeobachtet sein Leben leben zu können [...] Gerade junge Leute stellen auch fest, wie gefährlich scheinbar harmlose Daten für das eigene Leben sein können, wenn im Netz ein „Shit-Storm” über sie hereinbricht, wenn sie das Ziel von Cybermobbing werden oder wenn ein verlassener Partner aus Rache Nacktbilder des oder der ehemals Geliebten ins Netz stellt. Wir haben hier etliche Fälle von Cybermobbing gehabt und dann versucht, durch Beratung zu helfen, wie man sich zivil- oder strafrechtlich gegen solche Attacken zur Wehr setzen kann [...] Eine Internetenthaltsamkeit ist heute nicht mehr realistisch. Meine Hoffnung ist, dass die Leute angesichts solcher Gefährdungen ihrer Privatheit sorgfältiger überlegen, welche sensiblen Informationen sie wem zugänglich machen und ob es nicht besser ist, auch mal auf alte analoge Kommunikationsmittel zurückzugreifen”.

25.08.2015

A470 F1.177 Karl Lagerfeld, Modeschöpfer: „Sexualität ist heute nur noch eine Sportart”.

„Ganzkörperschlackern”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Max Eberl, Fußballmanager: „Ich persönlich bin nicht in den sozialen Medien vertreten, weil ich genau diese Dinge nicht an mich heranlassen möchte. Zum Beispiel schreibt jemand: „Eberl ist ein Blödmann.” Morgen bin ich der „Beste” und dann übermorgen wieder der „Blödmann”. Diese Emotionalität möchte ich nicht durchleben, weil der Mensch nur begrenzt belastbar ist. Wir müssten mal einen Social-Media-Abgleich während eines Fußballspiels machen. Du führst, du liegst hinten, du verlierst. Was da alles geschrieben wird ... Irgendwann kannst du das nicht mehr begreifen, das ist nicht meine Welt”.

Sind Fachmessen nicht meistens doch die Messen zu neuen Fachworten?

D530 Aus der Reihe Online-Sprech, schwarzersamt: „wenn ich mir manche tumblr-posts oder -urls durchlese, wird mir schlecht. seit wann ist depression so ein trend geworden?”

Gesucht wird eine zusammenfassende Bezeichnung für „realistischer Nostalgiker”.

„Ohjaniveau”.

Frauen. Ihre Mütter. Und die Rückschlüsse, die Männer aus beiden ziehen.

24.08.2015

„Hinkunftsland”.

Ich schreibe lieber „Da ist nichts zu finden” anstatt „Ich finde da nicht nichts”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „#Merkelschweigt”.

F1.176 Ekstase und Exhase - das kann Mann mal verwechseln.

„Express-Eiweiß”.

Brigitte Waldach, Künstlerin: „Der Wedding ist irgendwie echt, hier werden unterschiedliche Kulturen und Lebensmodelle gelebt, es ist authentisch und lebendig”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für angestrengtes Weggucken. Tritt auf zum Beispiel beim Flirten oder wenn man richtig sauer ist.

B810 Bernhard Peters, Fußball-Funktionär, Hockey-Trainer: „Egal in welchem Metier sie eine Führungsrolle übernehmen, sei es in der Wirtschaft, in der Politik oder im Sport, ist das Wichtigste, seine Persönlichkeit, seine Stärken und seine Schwächen zu reflektieren. Was kann ich, was kann ich nicht? Wie kommt meine Botschaft überhaupt rüber? Wie ist mein Profil? Diesen Fragen muss man sich stellen, egal ob man Trainer ist oder Vorstandsvorsitzender in einer Bank. Ein Führender muss offen sein für diese Reflektion. Wenn ich nicht in der Lage bin, mich zu spiegeln und so auch mich selber zu führen, kann ich niemals gut andere leiten”.

„Zeitlupen-Transfer”.

Navid Kermani, Schriftsteller, Publizist, Orientalist: „Ich erlebe es eher so, dass die Entdeckung des Reichtums einer anderen Religion für den Reichtum der eigenen sensibilisiert. Man muss das Fremde wahrnehmen, um sich selbst zu verstehen - das ist eine typische kultur- und religionsgeschichtliche Erfahrung. Es nimmt der eigenen Religion nichts, dass andere auch Großartiges zu bieten haben, dass sie vielleicht sogar noch glänzender wirken, besser erhalten sind oder in der Gegenwart keine gar so trübe Existenz führen [...] Es ist wie in der Liebe. Die Liebe zu anderen setzt zwar die Liebe zu sich selbst voraus. Aber die Selbstliebe ist viel komplizierter. Die Liebe zu sich selbst erweist sich in der Selbstkritik. Wer einigermaßen bei Verstand ist, der ist immer auch unzufrieden mit sich selbst. In der Liebe zum anderen kann man viel unbefangener, viel schwärmerischer sein. Es ist eine große Freude, für andere zu schwärmen. Es hat etwas sehr Erleichterndes, auch mal alle Einschränkungen, das „Ja, aber...” beiseitelassen zu können, das sonst einfach zur intellektuellen Redlichkeit gehört [...] Religionen sind nicht 1:1 Ausdruck der Wirklichkeit Gottes, sondern des menschlichen Umgangs damit. Und Religionen umfassen das Ganze dieses menschlichen Umgangs, das Fantastische und Berückende, aber auch das Schreckliche und Beängstigende. So berückend die Formen der Anbetung in der Kunst oder der Musik sein können, so sehr wir auch einzelne Gläubige, die wir dann Heilige nennen, in ihrer Menschlichkeit und Spiritualität bewundern, als soziales Gefüge gibt die Menschheit allzu oft ein - wie ich sagte - trübes Bild ab”.

23.08.2015

Betritt eine Frau einen Raum voll mit Männern, ändert sich dort alles. Betritt ein Mann einen Raum voll mit Frauen, ändert sich vieles.

„Fohlen-Fluch”.

B809 Rico Schmitt, Fußballtrainer: „Wenn man immer wieder in Frage gestellt wird, ist dies eine schwierige Situation. Man entwickelt das Gefühl mehr geduldet als erwünscht zu sein”.

„Ego-Tempel”.

Dass er so oft ergänzt wird, dass man „Respekt, aber keine Angst” habe, zeigt, dass hier ein Zwischenwort fehlt, ein Wort für: Respekt ohne Angst.

F1.175 Man verliebt sich in Sekunden und wird womöglich ein Leben lang brauchen, um diese Sekunden zurückzudrehen.

Gesucht wird ein anderes Wort für „Hörsünde”.

Menschen, für die, nachdem sie monatelang im Krankenhaus gelegen haben, eine Busfahrt zu einem sinnlichen Erlebnis wird.

22.08.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Thorsten Dirks, Manager, Präsident des Bundesverbands Bitkom: „Das Thema Digitalisierung ist entscheidend für die Zukunft unseres Landes”.

Automatische Ergänzung für „doing”: „Doping”.

F1.174 Die Sätze „Ohne Liebe wären Gefühle ein Irrtum”, „Zeit ist das schönste Geschenk, welches man sich gegenseitig bereiten kann”, „Es muss von Liebe kommen, was auf Liebe wirken soll”.

Nicht der Alkohol ist die Party.

Carmen-Maja Antoni, Schauspielerin: „Ach Gottchen, die Kritik. Ich verstehe sowieso nicht, warum die Kritiker alle zur Premiere kommen. Da fängt für mich die Arbeit an einem Stück erst richtig an. Die Premiere ist die außerirdische Veranstaltung im Schauspielerdasein. Alle geben, so viel sie können, sind aber eigentlich noch gar nicht so weit”.

B808 Gesucht werden drei Bezeichnungen speziell für den Stolz, die Sicherheit und das Selbstverständnis, das man aus Arbeit zieht.

„Tabellenführerchen”.

Die Posen vor dem Spiegel schwingenden Mutanten; die nur aus Bass bestehende Musik; die Chemie auf den Toiletten. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, einen erdigeren Einstieg in den Tag als im Fitnessstudio zu bekommen.

21.08.2015

Wenn Vor- Nachspiele haben.

B806 Kollegen, denen Kleinkrieg wichtiger ist als Arbeit.

„Geheimzigarette”.

Das seltsame Verhalten von Hundebesitzern an Kreuzungen und Straßenübergängen.

Gesucht wird ein anderes Wort für Wochenendeuphorie.

B807 Pal Dardai, Fußballtrainer: „Ich verstehe nicht, warum immer alle von Druck reden. Ich habe keinen Druck. Ich hasse es nur zu verlieren. Dann gehe ich nach Hause, ärgere mich, und meine Familie leidet darunter, weil ich Selbstgespräche führe. Neulich habe ich mich zum Beispiel geärgert, als ich beim Training mitgespielt habe und meine Mannschaft auch noch gewonnen hat. Warum grätschen die Spieler mich nicht um? Wie kriege ich das hin, dass die sich das von mir nicht gefallen lassen? Darüber habe ich gegrübelt. Aber Druck empfinde ich nicht”.

20.08.2015

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ungooglebar”.

„Cappuccino-Währung”.

Menschen, die auch beim Schlafen wach sind.

„Liebestankstelle”.

D529 Wichtige Hebel im Alltag: Sport, Spiele, shoppen, Sex, schaurige Filmchen, schlummern, sauber machen.

„Brusttaschengenestel”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Thomas-Gabriel Rüdiger, Kriminologe: „Viele Familien gehen ja davon aus, dass ihre Kinder, auch die Jugendlichen, Medienkompetenz erlangen, weil sie mit den elektronischen Medien groß werden. Aber das ist leider nicht so. Man spricht von Wischkompetenz, weil die Kinder zwar wissen, wie man Fotos hochlädt, chattet oder Kommentare veröffentlicht, aber welche Informationen sie im Hintergrund preisgeben, davon haben sie oft keine Ahnung”.

„Teilzeitnerd”.

B804 wortwicht: „Mein Kind hat kein Verständnis dafür, dass ich auf Arbeit kein eigenes Zimmer habe um dort Mittagsschlaf zu machen”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für jene Witze, die an die Zeit erinnern, in der man noch gemeinsame Witze machte.

B805 Man kann einen Kollegen dadurch entnerven, dass man ihm jeden Tag mindestens 1x mit einem Thema, welches er nicht beherrscht, jedoch auf seiner Visitenkarte zu stehen hat, konfrontiert. Bei Kollegen, die sowieso überfordert sind, zieht das nicht.

19.08.2015

Tage, die bereits am Vormittag vollkommen sind.

B803 Man kann sich noch so sehr quälen auf dem Weg zur Arbeit: ist man erst einmal vor Ort, kommt einem das Ganze doch vertraut und unwild vor.

„Schwürkisch”.

D527 Steven Patrick Morrissey: „For me, it never gets better. I’ve had it for many years. I refer to it as the „black dog”. It doesn’t go away. It’s usually the very first thing when you wake up, there is no cure, and I think it’s part of being a sensitive, open human [...] I don’t [take medication], I’ve been through everything, it’s pointless. It’s a frame of mind, a state of mind, it’s circumstantial”.

Einer Rede, die langatmig beginnt, wird in der Mitte die Luft ausgehen.

„Mitleidsbier”.

D528 Daniel Smith, Professor für Psychiatrie: „Es ist möglich, dass ernste psychische Krankheiten der Preis sind, den Menschen für überdurchschnittliche Intelligenz, Kreativität und Sprachtalent bezahlen müssen [...] Ein hoher IQ ist kein eindeutiger Auslöser für eine bipolare Störung, aber möglicherweise lösen die Gene, die Intelligenz vererben, auch die Krankheit aus, wenn andere Risikofaktoren dazu kommen. Etwa wenn der Betroffene als Kind sexuell missbraucht wurde oder die Mutter während der Schwangerschaft an Grippe erkrankt war”.

Dass Menschen früher beim Radio angerufen haben, um sich einen „Musikwunsch” zu erfüllen.

A469 F1.173 Aus dem Lied „Maneater” von Daryl Hall, 19.12.1982:
„She'll only come out at night
The lean and hungry type
Nothing is new, I've seen her here before
Watching and waiting
Ooh, she's sittin' with you but her eyes are on the door
So many have paid to see
What you think you're gettin' for free
The woman is wild, a she-cat tamed by the purr of a Jaguar
Money's the matter
If you're in it for love, you ain't gonna get too far
Watch out boy she'll chew you up
She's a maneater”.

18.08.2015

„Ablagekönig”.

Gesucht wird eine Bezeichnung speziell für die Spannung, die entsteht, wenn drei im Raum sind und zwei von denen chatten über den dritten.

F1.171 ischabekannt: „Beim Flirten bin ich ja nur deshalb schlagfertig, weil ich meist nicht mitkriege, dass das jetzt ein Flirt ist”.

„Augen-auf-Portal”.

D526 Wenn man noch so viel schlafen kann und doch nicht wach wird. Wenn man gegen sich selbst zum Auswärtsspiel antritt. Wenn allein schon zu viel Gesellschaft ist. Wenn man am zehnten Tag der Woche aufsteht.

Das Erstaunen von Touristen über Dinge, die man selbst schon lange übersieht.

F1.172 guedroid2: „Eine gute Beziehung ist wie Haarspray: perfekter Halt, ohne zu kleben”.

17.08.2015

„Schreibtischideologen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Während in den meisten Ländern Smileys die Hitliste anführen, sind die Franzosen Weltmeister in der Herzchen-Nutzung: 55 Prozent nutzen das Liebes-Symbol in ihren Nachrichten. In Deutschland steht das Herz nur mit 18 Prozent im Kurs. Dafür führen wir die Hitliste mit lachenden Gesichtern an. Besonders beliebt: der Tränen lachende und der Kuss zuwerfende Emoji. Auch öfter als woanders wird bei uns eine Maus verschickt, was wohl mit dem sehr verbreiteten Kosewort zu tun hat. Unbeliebt unter Deutschen: traurige Smileys und Gewalt-Emojis wie Bombe, Knarre, Messer und Co.”

Gesucht wird ein anderes Wort für „Herbstvorzeichen”.

Gespräche mit meiner Schwester verlaufen immer gleich. Das liegt sicher an mir. Was neu ist: ich werde in knapp einem höben Jahr zum dritten Mal Onkel.

Die intuitive Suche nach Spontansystematiken in fremden Sprachen.

Aus einem Spiel: „Altertümliche Blattlaus”, „Arkane Rache”, „Astreus Sternenschauer”, „Bezirk der Auslöschung”, „Brechungszone”, „Brootus aus dem Ödland”, „Bußfertiges Phantom”, „Chaotischer Schlag”, „Charoit-Reptedron”, „Die Aggression des Generals”, „Die Brigade der Tapferkeit”, „Druantia Baummutter”, „Ebenholz-Drachenling”, „Ehrliches Pegasusfohlen”, „Energie-Bluten”, „Ermutigende Kameraden”, „Erntedschinn”, „Euryale Weitschreiter”, „Fingerbeißer”, „Fluch des Erlegens”, „Geduld und Fokussierung”, „Gerechter Hammer”, „Giftrose”, „Herzlichkeit des Drachen”, „Himmlische Zitadelle”, „Inspirierende Symbolik”, „Kampfschwestern”, „Klarheit des Henkers”, „Kristall-Wurmling”, „Kugel der Konstitution”, „Lavena die Fröhliche”, „Magma-Archon Volcanus”, „Magussel”, „Malachit-Golem”, „Mysteriöser Chor”, „Nimbus des Kanzlers”, „Pfeil des Niederkniens”, „Reinigende Sonne”, „Schädelspalter Baz”, „Schlachtrabe”, „Schleichender Übergang”, „Sternen-Irrlicht”, „Tasche voller Tricks”, „Tiefschürfer Todesrolle”, „Transmorphen”, „Vanadinit-Oculedron”, „Verzauberter Imitator”, „Wächterpanzer”.

16.08.2015

Peter Dinklage, Schauspieler: „Für mich sind Schauspieler nur große Kinder, die gehört werden wollen”.

F1.169 Conchita Wurst: „Zur Zeit ist meine Priorität ganz klar - wobei: Wenn man sich verliebt, dann verliebt man sich!”

Sprachen, so aufgeregt, dass in ihnen das Wort Geduld nicht vorkommt.

B800 Prof. Dr. Sabine Sonnentag, Arbeits- und Organisationspsychologin: „Erholung muss jeden Tag stattfinden, und wenn es nur eine Viertelstunde ist. Belastungswirkungen schaukeln sich meist langsam auf. Genauso ist auch Erholung ein Prozess, in dem sich Körper und Seele allmählich regenerieren”.

„Statistikkeller”.

B801 Sebastian Bartoschek, Psychologe: „Ich erlebe häufig, dass sich Menschen im Urlaub viel zu viel vornehmen. Da müssen neben der Flussfahrt auch das Basarbesuch, die Sauna und die Museumsbesichtigung stattfinden - alles an einem Tag. Da wird dann fotografiert, gefilmt und getextet - nur eben nicht entspannt”.

Steigerungsform von Moment: Augenblick.

B802 Sich bei Bewerbungen gelegentlich daran erinnern, dass das Ziel lautet: eine Zusage. Nicht alle. Ein Ja reicht.

F1.170 DerMeninist: „Frauen haben zu 5 Typen Kontakt, verarschen 4 und werden von einem verarscht - anschließend heißt es, wie scheiße alle Männer seien”.

15.08.2015

Kommt vor: zwei sich sehr, sehr ähnelnde Menschen, die doch so gut wie nichts gemeinsam haben.

Sie auf 29 zu schätzen passt immer bei Frauen über 30.

F1.167 Malte Welding: „Es gibt in der Sitcom „Seinfeld” eine Szene, in der der untersetzte, glatzköpfige George von seiner Freundin hört, er sei für sie völlig in Ordnung, sie stehe sowieso nicht auf gutaussehende Männer. Er ist, nicht ganz zu Unrecht, empört. Denn es genügt nicht, geliebt zu werden, manchmal will man auch seiner Vorstellung von sich selbst entsprechend geliebt werden”.

Besoffen von Nüchternheit.

B799 Leon Goretzka, Fußballspieler: „Ich habe mal irgendwo gelesen: „Der Einfluss von Teamwork auf den Erfolg ist wesentlich geringer als der Einfluss von Erfolg auf Teamwork” ”.

Die Sätze „Lieber heiß baden als warm zu duschen”, „Viele Hunde sind des Hasen Tod”, „Ein Messer braucht keine Munition”.

F1.168 Charlotte Roche, Schriftstellerin, Schauspielerin, Moderatorin: „Neulich habe ich in der Verwandtschaft mitbekommen, wie eine Mutter zu ihrem Kind gesagt hat: „Analverkehr ist nur für Männer gut, Frauen tut das immer weh.” Ich dachte, ich höre nicht richtig. So eine Meinung kommt doch von „Einmal schief gelaufen und dann nie wieder probiert”. Oft gehen Männer dann wegen dieser Sachen zu Nutten. Deswegen finde ich, Frauen sollten mehr Nuttensachen machen [...] Für mich existiert Erotik nicht. Wenn ich einen Mann höre, der erzählt, wie erotisch er Sharon Stone findet, denke ich mir, der will nur nicht das Wort „aufgeilen” benutzen. Ich verstehe Erotik nicht, ich weiß nicht, was das bedeuten soll. Für mich ist das die feige Umschreibung für „Das macht mich total geil” ”.

14.08.2015

D525 Warum es den Satz „So wie sie mit ihrer Depression umgeht: das macht sie zu meinem Vorbild” nicht geben wird.

„Auftaktexperte”.

B798 Kurz ist das Leben, lang das Büro.

„Dino-Status”.

F1.166 Die letzten Sekunden vor dem ersten Kuss - so unvergesslich wie der Kuss selbst.

Gregor Gysi, Rechtsanwalt, Politiker: „Von meinem Vater habe ich gelernt: Alles was man macht, muss man mit Leidenschaft machen – sonst geht man zugrunde”.

13.08.2015

B796 In einer Belegschaft verhält sich wie in einer Schale mit Obst: ist ein Teil schlecht, sind alle davon betroffen.

D524 das schwarze Wasser, das von der Depression angespült wird. Süßes Gift, für den Körper so gesund wie Rohöl.

B797 Michael Hartmann, Soziologe: „Wenn Sie aus einer wohlhabenden oder reichen Familie kommen, können Sie größere Risiken eingehen, weil Sie erstens finanzielle Reserven haben weil Sie zweitens wissen, dass solche Chancen nicht einmalig sind. Stellen Sie sich vor, Sie haben sich als Arbeiterkind bis auf die zweite Führungsebene eines Unternehmens hochgearbeitet. Ds ist schon ungewöhnlich und außerordentlich mühselig. Dann geht es um die Frage: Schaffe ich es in den Vorstand oder nicht? Da scheuen Sie große Risiken, weil Sie viel zu verlieren haben. Wenn hingegen Ihr Vater schon Vorstandsmitglied eines großen Unternehmens war, dann sagen Sie sich: Ich weiß, wie es funktioniert. Vielleicht scheitere ich, aber das ist nicht die letzte Chance, sondern die kommt noch mal wieder [...] Wenn Sie aus einer Arbeiterfamilie kommen, haben Sie natürlich im Verlauf Ihrer Karriere schon das eine oder andere mitbekommen, aber Sie haben das nicht so verinnerlicht wie jemand, der damit aufgewachsen ist. Zudem bleibt immer die Angst, nicht dazuzugehören. Diese Angst lässt Sie verkrampfen”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Dagi Bee, professionelle Videobloggerin: „YouTube ist ehrlich, ganz anders als Fernsehen, wo sich jemand verspricht, und dann dreht man alles neu, damit alles perfekt ist. Wir aber lassen in unseren Videos Fehler drin, einfach weil das menschlich ist. Wenn man sich verspricht, ist das lustig. Das heißt für mich authentisch”.

Meinen gesamten Tagesverdienst für Zeitungen, Magazine, Filme, Apps und In-App-Käufe, ein Datenvoöumen und einen gebrauchten Router verramscht.

Aus der Reihe Online-Sprech,aus dem Freitag: „Wenn lol aber nicht mehr geht, was geht dann? Auf jeden Fall sollte man nicht ausweichen auf rofl (rolling on the floor laughing), auf lmao (laughing my ass off) oder pmsl (pissing myself laughing). Auch deutsche Versionen mmvlidh (mache mir vor Lachen in die Hose) oder rladadmrbabw (rolle lachend auf den abgezogenen Dielen meiner riesigen Berliner Altbauwohnung) werden längst nicht mehr benutzt. Wer das schreibt, wird ausgelacht. Und zwar nicht mit lol, sondern mit haha. Wer jetzt „Haha, sehr witzig” denkt, liegt schon voll im Trend. Damit hat man nämlich sogar jene Ahnungslosen überholt, die immer noch auf ihren Tastaturen herumsuchen, bis sie einen Lach-Smiley oder -Emoji gefunden haben. Smileys und Emojis sind nämlich auch out. Zumindest auf dem absteigenden Ast. Gerade mal ein Drittel aller User tippt sie noch ein. Fast so viele tippen schon hehe. Und über die Hälfte schreibt eben einfach nur haha. Manchmal auch hahaha oder hahahahaha, aber das passiert eigentlich nur bei Usern, die vor lauter Verzweiflung mit dem Kopf auf die Tischplatte schlagen”.

12.08.2015

„Kopfballpotenz”.

B793 bgefahren: „Der Schlaf nach dem Weckerklingeln ist der seltsamste. Man wacht geduscht und angezogen im Büro auf und hat bereits gefrühstückt”.

Dass „unverkäuflich” inhaltlich zwei völlig entgegengesetzte Bedeutungen haben kann.

B794 Ich erlebe einen der leersten Arbeitstage meiner Karriere.

Seit sechs Wochen im Dauerrausch dank Apple Music.

A468 F1.164 A woman of no importance, Oscar Wilde, 1893: „One should never trust a woman who tells one her real age. A woman who would tell one that would tell one anything”.

B795 Timm Klose, Fußballspieler: „Man ist nicht der gleiche Typ, wenn man nicht spielt. Selbst wenn man das denkt, das stimmt nicht. Man verändert sich schon ein bisschen. Wenn man spielt und Erfolgserlebnisse hat, dann nimmt man das Positive mit. Und wenn man jetzt auf der Bank sitzt, wie ich es anderthalb Jahre lang gemacht habe, dann geht man nach Hause und hat das Gefühl, nicht wirklich etwas zum Erfolg beigetragen zu haben. Dieser Ehrgeiz treibt einen an. Aber man muss die Balance finden, um sich nicht komplett runterziehen zu lassen und in eine Negativspirale zu fallen”.

F1.165 _sageslaut_: „Manchmal liebt man ja völlig daneben”.

11.08.2015

Auch wenn es die meisten nicht bestätigen würden, sind die meisten nur durchschnittlich cool.

A467 F1.163 The Princess, Alfred Tennyson, 1847: „The woman is so hard Upon the woman”.

D522 Balance, Balance, und nochmals: Balance.

„Inkonstanzspektakel”.

D523 Eisgolfer: „Die #depression verursacht Nebenwirkungen, da kommt kein Medikament der Welt hin”.

10.08.2015

Ein Mann vollführt schwerste Übungen im Fitnessstudio, wird dabei von einer Wespe gestochen und bricht das Training ab.

„Krebs-Musik”.

F1.162 Amy Schumer, Stand-Up-Comedienne, Schauspielerin, Drehbuchautorin: „Im Schlafzimmer mag ich es aber nicht, wenn zu viel gelacht wird. Da ist es mir lieber, wenn sich meine Partner aufs Wesentliche konzentrieren [...] Sex ist ja oft wahnsinnig komisch und daher ein ergiebiges Thema für Comedy. Bloß weil ich es als Frau wage, dieses Thema anzusprechen, denken viele: „Diese Schlampe hat wohl gerade nur eine kurze Pimmel-Pause eingelegt, um im Fernsehen ein paar schweinische Sachen zu sagen” [...] Frauenillustrierte suggerieren dir ständig: „Du bist unattraktiv. Du stinkst. Du musst was dagegen tun, indem du die folgenden Produkte kaufst.” Männermagazine hingegen schreiben allen Ernstes Sachen wie: „Zehn Gründe, warum du ein toller Hecht bist.” Oder: „Mit dir ist alles in Ordnung - die Frau ist das Problem!” ”

Es gibt kein Wort für ein Wortspiel, welches zu abwegig ist, um als Wortspiel durchzugehen. Zum Beispiel wenn man die Brücke schlagen möchte von faszinierend zu fast sinnierend.

Menschen, die zum Frühstück Leberkäse essen.

Die Sätze „Die Kritik am Konsum kann den Konsum der Kritik nicht ersetzen”, „Selbstbewusstsein ist zeitgemäß”, „Auch Rot- brennt im Mondlicht”.

09.08.2015

Wenn grantige Menschen ins Schwärmen geraten.

B792 Gesucht wird eine Bezeichnung für jene Kollegen, die man nur aus E-Mails kennt.

Überraschend als Spitzeneinfall herausgestellt hat sich mein Vorsatz, in diesem Jahr alle Dinge samt Preis zu notieren, bei denen ich mir einen Kauf verkniffen habe.

A466 F1.161 Julius Caesar, Shakespeare, 1599: „Ah me, how weak a thing The heart of woman is!”

Das etwa einen Tag anhaltende Knirschen neuer Lederschuhe.

Maxi Schafroth, Kabarettist, Schauspieler, Filmemacher: „Kabarettist existiert nicht als formeller Berufsweg der IHK, die Bankausbildung kommt dem am nächsten [...] Sobald Menschen in isolierten Gruppen sind, verhalten sie sich kurios, angefangen mit ihrer Sprache, eingeübt in zahllosen Sitzungen: Die Deal-Pipeline ist prall gefüllt, sagen die Experten fürs Financial Engineering. Da machen wir jetzt das nächste Big Ticket. Corporate leveraged finance und so [...] Wenn es Menschen zu gut geht, fangen sie an, sich komisch zu verhalten, besonders mittels der Codes, mit denen sie sich vom Rest abgrenzen”.

08.08.2015

F1.160 JilPhoenix: „Du bist nicht Du, wenn Du untervögelt bist”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für jene Worte, die jeder von uns verwendet, ohne dass sie irgendwo aufgeschrieben und festgehalten wären.

_Traeumerle: „Bier verschütten ist die Erwachsenenversion von den Ballon wegfliegen zu lassen”.

„Prozenttheorie”.

B790 Thomas Tuchel, Fußballtrainer: „Die Kunst ist es, sich auf seine eigene Leistung zu fokussieren, die eigene Leistung abzuliefern und sich freizumachen von den Rahmenbedingungen, von Spielzeiten, Anstoßzeiten, Fehlentscheidungen, was alles kommen kann”.

„Dekolleté-Desaster”.

Diese erhebende Gefühl, an einem Samstagvormittag „fürs Wochenende schon alles erledigt” zu haben.

B791 Dr. Nick Kratzer, Soziologe: „Die Unternehmen überlasten sich systematisch und geben diese Überlastung an ihre Beschäftigten weiter. Der heutige Leistungsdruck ist die Lösung unternehmerischer Probleme. Der Deal ist: Ihr habt mehr Freiheiten, könnt eure Arbeit selbst einteilen und gestalten. Für Ergebnisvorgaben oder Ressourcen gilt das aber nicht. Die Beschäftigten zahlen hierfür den Preis, keinen Schutz mehr vor Überlastung zu haben. Sie schaffen es nicht, die Leistungsvorgaben mit den zeitlichen Anforderungen zu vereinbaren. Man arbeitet immer gegen Unmöglichkeiten an und befindet sich in vielen Dilemmata - etwa zwischen Erfolg und Familie oder Gesundheit [...] Es quält viele, Arbeit in einer Qualität machen zu müssen, mit der sie nicht zufrieden sind. Das wird als eigenes Scheitern erlebt [...] Die Arbeitswelt wird nicht weniger anspruchsvoll - und die Erwartungen der Menschen an sie auch nicht. Die Gefährdung steigt mit dem Wert, den die Arbeit für uns hat. Ich glaube, das Thema Erschöpfung hat auch mit Enttäuschung zu tun, dass die Versprechen für ein erfülltes und erfolgreiches Leben nicht eingelöst wurden”.

07.08.2015

Manchmal wünscht man sich das Problem zurück, wenn man die Lösung gesehen hat.

Man macht sich fremdsprachige Texte unnötig kaputt, wenn man jedes zweite Wort nachschlägt. Zu Liebe gehört Vertrauen.

Aus der Reihe Online-Sprech, Ai Weiwei, Künstler, Kurator: „Mein Vaterland sind die sozialen Medien. Dort kann sich immer jeder mit jedem treffen. Das Leben mit sozialen Medien, das wir heute führen, ist ein ganz anderes Leben als das aller vorangegangenen Generationen”.

F1.159 Diese kurzen Sätze, mit denen eine Frau einen Mann aus der Fassung bringen kann, so zum Beispiel „Ich brauche jemanden. Heute Nacht”.

Über Würde und Unwürde entscheiden in sehr vielen Fällen etwa 10 Euro mehr oder weniger am Tag. Wozu die großen, ungeschliffenen Worte?

06.08.2015

Einer der lustigeren und fast schon tiefsinnigen Versprecher: statt von gut stehenden Chancen „die Karten stehen sehr gut” zu sprechen.

„Schnellspuralltag”.

F1.158 Es sind die Unterschiede zwischen den Partnern, die eine Beziehung groß machen.

„Ohrensex”.

Gelegentlich wünsche ich mir eine riesengroße, alles anhaltende Pause-Taste.

Kassiererinnen, denen bei jedem Öffnen der Kasse ein Lächeln übers Gesicht huscht.

50 Cent, Rapper: „Wenn man arm ist, glaubt man, dass Geld alles löst. Doch wenn man es hat, merkt man, dass man plötzlich andere, neue Probleme in seinem Leben hat”.

05.08.2015

F1.157 B789 Noah Baumbach, Filmregisseur, Drehbuchautor: „Ich glaube, je älter man wird, desto schwieriger wird es, Mist zu bauen. Du bist in einer Beziehung, du hast einen Job - das zu kippen und neu anzufangen, erscheint dir wie eine überwältigende Aufgabe. Und deshalb fängst du an, dir die Dinge mit Hilfe von Vernunft schön zu reden - bis es irgendwann nicht mehr geht”.

An Tagen, an denen mein gesamter Tagesverdienst fürs Mittag- und Abendessen dahinschmelzt, frage ich mich, was verkehrt läuft in meinem Leben.

Dieser Moment beim Witzeerzählen, in dem man merkt, dass niemand lachen wird.

Bekommt man in „jungen Jahren” von jemandem, den man ernst nimmt und vertraut, gesagt, dass man ein schöner Mensch sei, trägt einen das durch die bevorstehenden 100 Jahre.

04.08.2015

Mit der Hitze kommt die Coolness.

B788 Stoerdienst: „Geheime Superkraft: Beim Solitär spielen im Büro unfassbar wichtig ausschauen”.

Wenn Helfer Schmerzen bringen.

F1.156 Wechselt eine Frau ihre Tonalität von höflich auf freundlich, ist dies in Hinblick auf einen ersten Kuss ein Fortschritt. Beim Mann verhält es sich umgekehrt.

Der Moment, in dem Fasziniert- in Genervtheit umschlägt.

03.08.2015

Wenn Farbtupfer sich als Farbtöpfe entpuppen.

Die Sätze „Wettbewerb ist die Schwester von Innovation”, „Tradition schießt keine Tore”, „Aufstehen und Wachbleiben helfen gegen schlechte Träume”.

F1.155 George Clooney, Schauspieler, Drehbuchautor, Filmproduzent, Regisseur, seit September 2014 verheiratet, auf die Frage, ob die Partys nun vorbei sind: „Die fangen zu zweit erst richtig an”.

„Ventilatoren-Tag”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Propaganda mit Emojis: Der russische Senator Michail Marschenko hat gegen Emojis, die schwule oder lesbische Liebe symbolisieren, eine Beschwerde eingelegt. Hinter zwei weiblichen oder auch zwei männlichen Emojis, die sich Küsse zuwerfen, vermutet Marschenko homosexuelle Propaganda, die sich an Minderjährige richtet - das ist in Russland verboten. Jetzt soll die Medienkontrollbehörde Roskomnadsor prüfen, ob die kleinen Symbole in dem Land verboten werden müssen”.

02.08.2015

Wer eine Woche lang jeden Tag 10% zu viel isst, hat schon am Ende der Woche einen ganzen Tag zu viel gegessen.

Gesucht wird ein Synonym für „Toilettenblick”.

Der Charme von Spätis.

F1.154 Matthias Reim, Sänger, auf die Feststellung, dass „Musiker oft Beziehungsprobleme zu haben scheinen”: „Ja, wir bleiben auf irgendeine Art und Weise jung, sind tief im Herzen ein Leben lang spielende Kinder, nicht umsonst wird Musik mit der Tätigkeit „Spielen” zusammengebracht. Das hält jung”.

01.08.2015

Alles ist ein Traum und morgen werde ich 90 sein.

„Musikmissionar”.

A465 F1.153 Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, 1878: „Die Ehen, welche aus Liebe geschlossen werden (die sogenannten Liebesheirathen), haben den Irrthum zum Vater und die Noth (das Bedürfniss) zur Mutter [...] Frauen können recht gut mit einem Manne Freundschaft schliessen; aber um diese aufrecht zu erhalten – dazu muss wohl eine kleine physische Antipathie mithelfen.Die Einheit des Ortes und das Drama. – Wenn die Ehegatten nicht beisammen lebten, würden die guten Ehen häufiger sein [...] Eine Ehe, in der Jedes durch das Andere ein individuelles Ziel erreichen will, hält gut zusammen, zum Beispiel wenn die Frau durch den Mann berühmt, der Mann durch die Frau beliebt werden will [...] Die Güte einer Ehe bewährt sich dadurch, dass sie einmal eine „Ausnahme” verträgt”.

„Einwurfflanke”.

Friseurbesuche sind für mich, was für andere die Klassenarbeit im unbeliebtesten Fach ist.

„Kulturflugplatz”.

Barbara Becker, Schauspielerin, Designerin, auf die Frage, wie sie Berlin empfindet: „Sie wird einfach nicht erwachsen, das finde ich super. Wenn ich irgendwo in der Welt „Berlin” sage, dann leuchten die Augen. Es ist ungefähr der coolste Ort, wo man gerade sein kann – und das schon seit Jahren. Mich faszinieren diese Brüche, dieses Sich-ausprobieren-Dürfen, dieses Alles-Geht und das Gestalterische in der Stadt. Hier ist doch jeder ein versteckter Maler, Künstler oder eine Primaballerina. In Berlin hat man das Gefühl, dass die Leute ihre Leidenschaft leben”.

31.07.2015

Tiere kennen keine Wochentage.

B787 Franz Josef Wagner, Kolumnist: „Ich mag Frauen in Führungspositionen, kluge, studierte Frauen. Aber sie haben diese Gender-Welt längst überschritten. Sie sind das dritte Geschlecht: Das Hosenanzugsgeschlecht. Was mich aufregt ist einfach dieses Management-Baby. Das Management-Baby all dieser durch perfektionierten, Kinder gebärenden Karrierefrauen, die ihre Babys wie Hermès-Handtaschen herumtragen, mit wunderbar trainierten Armen, an denen kein Fett hängt. Die vorgeben, alles zu schaffen. Ob sie arbeiten gehen, Fitness machen, sie tun es nur noch für sich. Das Baby ist nicht mehr das Baby, so wie ich es erlebte, als ich ein Baby war [...] Nein, wir haben heute Frauen, die ein anderes Glück suchen vielleicht. Ich weiß nicht, wie viele Frauen noch kochen können, wo es noch das Abendbrot gibt, Vater, Mutter, Kind an einem Tisch. Ich weiß nicht, wie das möglich ist, wenn man eine Vorstandsvorsitzende ist, die einen Halbmarathon läuft, damit sie ihre Hüften schmaler kriegt. Ich weiß nicht, was für ein Glück da entsteht? Was für eine hektische Frau ist das? In was für ein Leben ist sie geraten? Ich frage mich, was das größere Glück ist: Doktor der Betriebswirtschaft zu sein oder Dr. Baby? Welche Frauen sind glücklicher: Die Generation meiner Mutter oder die Smoothie-Zicken heute?”

„Einheizgebot”.

Wenn man in einer Liga spielt, zu der der Sport noch nicht erfunden ist.

F1.152 Franz Josef Wagner, Kolumnist: „Ich mag mehr Männer als Frauen. Ich kann mich besser unterhalten mit ihnen. Bei Männern bin ich mehr Mann. Frauen sind für mich hexenhafte Wesen. Ich habe mehr Angst vor ihnen als vor Löwen oder Dinosauriern [...] Frauen, habe ich gehört, brechen einem das Herz. Sie können Männer in den Wahnsinn treiben. Ich habe mich immer gefürchtet vor dieser Art Frauen, die einem den Sinn nehmen, dass du dich nicht mehr erkennst. Denn das ist ja das Dumme, wir Männer suchen immer den Spiegel: wer bin ich? Bin ich stark, akzeptiert, bin ich ein Mann [...] Die Männer haben heute Angst vor Frauen. Sie sind ihnen fremd geworden und die Männer vielen Frauen zu dumm. Und je klüger ihr immer noch werdet, desto mehr Angst macht uns das. Die Natur ist gar nicht raffiniert: Ihr habt euch schwach gefühlt in der Männerwelt – und so ergeht es uns jetzt. Mit dem Unterschied: Nur ihr habt das Becken für die Babys”

30.07.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Nigel Barley, Ethnologe: „Nehmen Sie meine Nichten und Neffen aus Singapur. Die leben im Internet. Ein guter Freund ist für sie jemand, der an seinem eigenen Bildschirm neben ihnen sitzt. Mich macht das wahnsinnig, aber so ist es nun mal. Wenn die nach Amerika fahren, dann schauen sie dort im Internet ihre singapurischen Fernsehserien, sie können chinesisches Theater und malaysische Stücke sehen - gerade dank des Internets wird es also einfacher, seiner eigenen Kultur anzuhängen”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für „ganz normal, und doch nicht Standard”.

Aus der Reihe Online-Sprech, natARTic: „Manchmal bin ich mir der Absurdität und Lächerlichkeit meiner Tweets bewußt, dann grinse ich leicht und drücke auf Twittern!”

Andreas Thun, Unternehmer, auf die Frage, welches seine Lieblings-App sei: „Telefonieren”.

„Genusslieblinge”.

A464 F1.151 Heinrich Lhotzky, Das Buch der Ehe, 1911: „Wer ohne Verstand geheiratet hat, darf sich nicht wundern, wenn das Leben ihn niemals verstand”.

„Metal-Knigge”.

Vulgär: Grenze für ein Antonym von Möglichkeit zu halten.

Simon, Figur aus „The Gift”: „In dieser Welt geht's um Gewinner und Verlierer. Und wir stehen alle auf demselben scheiß Spielplatz rum”.

Nigel Barley, Ethnologe: „Das Verhältnis zur eigenen Kultur ist elastisch wie ein Gummiband. Es kann stark gedehnt werden - aber es kann sich auch wieder zusammenziehen. Dann entdecken sich manche Leute plötzlich als schottische Nationalisten oder muslimische Fundamentalisten wieder”.

Scheitern gehört zum Schriftsteller dazu. Alle anderen sind nur Bestsellermaschinen.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, Chris Cox, Vorstand der Produktentwicklung von Facebook: „Das Wichtigste sind Freunde und Familie. Wir wollen sie miteinander verbinden. Wir wollen, dass sie sich darüber austauschen, was ihnen wichtig ist. Außerdem wollen wir, dass sich die Menschen informieren können, das heißt, wir wollen ihnen Informationsquellen außerhalb von Facebook zugänglich machen, die wichtig für sie sind [...] Es dauert heute je nach Internetverbindung viel zu lange, bis man endlich lesen kann. Das nervt. Wer Nutzer warten lässt, verliert sie. Wir wollen dieses Problem mit „Instant Articles” lösen. Das ist eines unserer größten Projekte in diesem Jahr [...] Wenn jemand einen Artikel als „Hoax” markiert, dann prüfen unsere Mitarbeiter das noch einmal, und es ist unwahrscheinlich, dass ein Artikel, wie Sie ihn eben beschrieben haben, von uns als „Hoax” bestätigt wird. Wir sammeln auch noch andere Daten. Wenn viele Nutzer zum Beispiel einen Artikel lesen, ihn aber hinterher von ihrer Facebook-Seite entfernen, gibt uns das Hinweise. Es hilft uns zu entscheiden, ob wir diese Artikel vielen Nutzern prominent in ihrem News Feed zeigen - oder eben nicht [...] Menschen können pro Tag nur eine bestimmte Menge an Informationen wahrnehmen, und wir wollen, dass es die für sie wichtigsten sind. Das zu bestimmen ist nicht einfach”.

29.07.2015

Wir verlernen die Ruhe.

„Facekini”.

F1.150 Man kann bei vollem Magen verhungern. Das nennt man Liebeskummer.

In den Kilometern entfernten Motorengeäuschen von Flugzeugen watend, so, als hätten sie mir was zu sagen.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Lied „Nothing But Trouble” von Lil Wayne:
„I was so green and all she wanted was that limelight
Lord I, was so blinded by her highlights
She had me not checking my DM's neither my likes
Oh what, you modeling ma? Knock yourself out
Open my heart to you when you lock yourself out
When I met her she was posse'd up
In the section holding bottles up
Oh, she just wanted to be popular
Oh, she just wanted ten thousand followers”.

28.07.2015

Gesucht wird eine Bezeichnung für die Einspritzer, Wendungen, Funken, aber auch Störungen und Abwege, die die Sprache eines Menschen zu etwas Einzigartigem machen. „Sprachnervensystem” ist zu allgemein.

D521 Warum Kaugummis beim Bauen von Brücken behilflich sind.

„Kinderzimmer sind die Museen der eigenen Biografie. Die Pullover, Kassetten, Figuren, Fotos sind wie Ausstellungsstücke - oder etwas nüchterner betrachtet: die Beweismittel für all die schlimmen Jugendsünden. Gegenstände fallen in die Hände, Erinnerungen in den Sinn”.

F1.149 Die einen haben Sex, die anderen schon Liebe.

27.07.2015

Gesucht wird ein Synonym für „Geduldsprobe”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Christian Brandes, Blogger: „Das Internet hatte zwar mal sehr hehre Ziele, aber weil es immer demokratischer wurde, lässt sich heute Online und Offline gar nicht mehr richtig unterscheiden. Es wird eben alles abgebildet, was die Leute so interessiert. Und klassische Bullshit-Themen interessieren uns offenbar weitaus mehr, als wir selbst zugeben würden [...] Als mündiger Bürger will man politisch interessiert und engagiert wirken, und gibt es gerne vor. Aber der Mensch hat eben auch oft das Bedürfnis, sich einfach nur glücklich zu zerstreuen. Speziell in unserem heutigen Arbeitsumfeld, in dem wir diesem permanenten Informationsfluss ausgesetzt sind. Im Leben meiner Eltern gab es noch regelmäßig Momente, in denen einfach mal gar nichts los war. Null. Da brauchte man keine Zerstreuung, weil der Kopf von selbst runtergekommen ist. Unter dem Informationsdauerfeuer, dem wir uns heute aussetzen, ist Prokrastination die kleine Flucht des Körpers. Die große Flucht wäre dann der Burnout”.

F1.148 Channing Tatum, Schauspieler, Filmproduzent, Tänzer, Fotomodell: „Frauen gehen nur in den seltensten Fällen in einen Stripclub, weil sie erregt werden wollen. Und sie gehen übrigens auch kaum je allein dorthin. Für sie ist das meistens ein spaßiger Gruppenausflug mit den Freundinnen, ein verrückter Abend, an dem sie einfach mal die Sau rauslassen können. Sie nehmen die Sache alles andere als ernst. Da sind Männer anders. Da hat der Anblick einer strippenden Frau viel mehr mit sexuellen Fantasien zu tun als mit ausgelassenem Spaß”.

Die Sätze „Ohne feste Ziele kommt man vom Weg ab”, „Jeder Sport ist besser als kein Sport”, „Grenzen einzuhalten - das ist das Extrem”.

26.07.2015

Bei der Aussprache von „Cruisen” kann vieles richtig, vieles falsch und vieles neu machen.

„Sommerlochforderung” und „Sommerlochsprech”.

A463 F1.147 Mittler, Figur aus Goethes „Die Wahlverwandtschaften”, 1809: „Wer mir den Ehestand angreift, wer mir durch Wort, ja durch Tat diesen Grund aller sittlichen Gesellschaft untergräbt, der hat es mit mir zu tun; oder wenn ich sein nicht Herr werden kann, habe ich nichts mit ihm zu tun. Die Ehe ist der Anfang und der Gipfel aller Kultur. Sie macht den Rohen mild, und der Gebildetste hat keine bessere Gelegenheit, seine Milde zu beweisen. Unauflöslich muß sie sein; denn sie bringt so vieles Glück, daß alles einzelne Unglück dagegen gar nicht zu rechnen ist. Und was will man von Unglück reden? Ungeduld ist es, die den Menschen von Zeit zu Zeit anfällt, und dann beliebt er sich unglücklich zu finden. Lasse man den Augenblick vorübergehen, und man wird sich glücklich preisen, daß ein so lange Bestandenes noch besteht. Sich zu trennen gibts gar keinen hinlänglichen Grund. Der menschliche Zustand ist so hoch in Leiden und Freuden gesetzt, daß gar nicht berechnet werden kann, was ein Paar Gatten einander schuldig werden. Es ist eine unendliche Schuld, die nur durch die Ewigkeit abgetragen werden kann. Unbequem mag es manchmal sein, das glaub ich wohl, und das ist eben recht. Sind wir nicht auch mit dem Gewissen verheiratet, das wir oft gerne los sein möchten, weil es unbequemer ist, als uns je ein Mann oder eine Frau werden könnte?”

Gesucht wird ein anderes Wort für „Srraßenlinguistik”.

Winfried Kretschmann, Politiker: „Man sollte nicht an der Verfassung herumbosseln, nur weil man ein Problem hat”.

25.07.2015

Mitten im Sommer morgens Herbstluft wittern.

Aus der Reihe Online-Sprech, Google Suggest: „Warum gibt es autobahnkirchen? Warum gibt es bielefeld nicht? warum gibt es cold case nicht auf dvd? warum gibt es die erde? warum gibt es freitags fisch? warum gibt es gefühle?”

F1.146 Andreas Kruse, Gerontologe: „Geben Sie der Zärtlichkeit eine Chance - auch im hohen Alter. Lassen Sie sich nicht verunsichern von Leuten, die sagen, Alter und Erotik oder Sexualität passen nicht zusammen”.

Gesucht wird ein Synonym für Bildschirmmüdigkeit und deren Folgen.

B786 Andreas Kruse, Gerontologe: „Altsein kann man nicht an kleineren Einschränkungen oder einem konkreten Lebensalter festmachen. Für die Gerontologie ist Alter auch gar nicht die entscheidende Kategorie. Wir sprechen vielmehr vom Altern. Und das ist ein lebenslanger Prozess. Es gibt trotzdem immer wieder Versuche, das Altsein doch irgendwie zu definieren. Einige sagen, wir sind alt, wenn wir uns alt fühlen. Dieses Gefühl stellt sich zum Beispiel ein, wenn man nicht mehr gebraucht wird. In Studien haben wir Arbeitslose im Alter zwischen 45 und 55 Jahren einige Monate nach dem Verlust des Arbeitsplatzes befragt. Die Mehrheit sagte dann tatsächlich: „Wir sind alt”. Ähnliches kann geschehen, wenn Menschen in Rente gehen. Die Zuschreibung des eigenen Alters hat sehr viel mit den Lebensumständen zu tun [...] Menschen aus sozialen Grundschichten fühlen sich viel früher alt als Angehörige der Mittelschicht. Zudem ist das Gefühl, von anderen Menschen gebraucht zu werden, anderen etwas geben zu können, für das subjektive Alterserleben von größter Bedeutung [...] Altersgrenzen können natürlich eine entlastende Funktion haben. Wenn ein 62-jähriger durch seine Arbeit mit erheblichen körperlichen oder seelischen Stresssymptomen konfrontiert wird, dann ist die Aussicht auf ein absehbares Ende dieses Lebensabschnitts eine Befreiung. Aber wir haben auch die Möglichkeit, länger zu arbeiten, wenn wir uns leistungsfähig und leistungsmotiviert fühlen. Einige Firmen nutzen das Potenzial des Alters auch schon”.

24.07.2015

„Heroin-Legende”.

B784 Spätestens beim Fazit, dass „alle bisherigen Chefs gestört” gewesen seien, frage man sich, ob man nicht selbst Grund der Betriebs-Störung ist.

„Geldkrebs” als Synonym für Armut.

B785 Gesucht wird eine Bezeichnung für den letzten Arbeitstag vor dem Jahresurlaub.

23.07.2015

B781 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Mein Arbeitskollege, der bei Stress im Büro „Probier's mal mit Gemütlichkeit” trällert und alternativ Wagners „Walkürenritt” ertönen lässt, wenn ein Projekt nach Wochen erfolgreich zum Abschluss kommt”.

„wood wide web”.

Marwin Hitz, Fußballspieler: „Ein Spiel ist ein Training auf sehr, sehr hohem Niveau”.

B782 Alexander Rosen, Sportdirektor: „Eine Stagnation muss man auch mal aushalten können”.

Alpha Kevin; Augentinitus; bambus; ORAV; Cloudophobie; Dia Bolo, Discopumper Earthporn; Egoshoot; Eierfeile; flittern; Genussoptimierer; gesichtspalmieren; threestaren; Hayat; Haul; INOKLA; krimmen; kompostieren; lockerlich, Maulpesto; merkeln; Bologna-Flüchtling; rumoxidieren; shippen; skyen; skylern; Smombie; Swaggetarier; Tinderella.

B783 Lucien Favre, Fußballtrainer: „Ich rate den älteren Spielern immer, Zeitungen zu lesen, die Tagesschau zu verfolgen, oder sie sollen Kurse belegen, Sprachen lernen, den Horizont erweitern. Das federt ab, wenn die Laufbahn zu Ende geht, wenn plötzlich kein Journalist mehr nachfragt, wenn die Kameras ausgeschaltet werden. Dann kann sehr schnell eine gewisse Leere eintreten”.

22.07.2015

„Pullersongs”.

F1.145 D520 Von einer Beziehung geht keine Depression Weg.

Manchmal dauert „Nicht mein Tag heute” ein Leben lang.

B780 Alexander Zorniger, Fußballtrainer: „Wissen Sie, als ich Trainer wurde, glaubte ich, wenn ich alles hundertprozentig richtig mache, kann ich nur erfolgreich sein. Ein Trugschluss! Das Glück spielt in diesem Job eine gewichtige Rolle. Ich mache mir keine Gedanken, was in zwei, in fünf oder zehn Jahren ist”.

21.07.2015

Norbert Blüm, Politiker: „Wenn du nichts anderes im Kopf hast als eine Sache, wirst du leicht zum Berufsidioten [...] Ich kenne keine Politik, die fehlerlos ist [...] Tatsächlich kannst du heute mit Geld mehr Geld verdienen als mit Arbeit. Es gibt Firmen, die haben mehr Gewinn als Umsatz”.

Menschen, die sich in einem Wort zusammenfassen lassen: Vorwärts.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn sich die Teilnahme an einem Turnier bereits wie ein Titelgewinn anfühlt.

Es werden mehr Texte aus Kurznachrichten als Seiten in Büchern gelesen.

20.07.2015

Roger Schmidt, Fußballtrainer: „Ein Körper ist letztlich immer nur so stark wie der schwächste Muskel”.

Einen echten Grund, Zeitung zu lesen, habe ich nicht mehr.

Thomas Tuchel, Fußballtrainer: „Großes Talent verpflichtet zu großem Fleiß”.

„Ekstasecheck”.

Die Sätze „Nicht die Menschen, sondern ihre Leben ändern sich”, „Kann man nicht Teil von etwas Großem werden, werde man selbst etwas Großes”, „Gesundheit kommt von innen”.

19.07.2015

F1.142 Christian Ulmen, Moderator, Entertainer, Satiriker, Produzent, Schauspieler, Publizist, Regisseur, Medienunternehmer: „Ich bin damit aufgewachsen, dass ein Mann auch männlich ist, wenn er sich um Kinder kümmert, und kein Weichei”.

„Schalterspieler”.

B778 Michael Fassbender, Schauspieler: „Ich liebe meine Arbeit. Deswegen bin ich wahrscheinlich auch süchtig danach”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für jene Worte, die man nur aus dem Duden kennt, zum Beispiel Satisfikation.

Norbert Blüm, Politiker: „Ich werde keine Biografie schreiben. Ich kenne keine, die wahr ist und keinen, der zugeben würde, dass er auch mal ein Drecksack war [...] Die beste Altersmedizin sind Freunde! Nur an sich zu denken, das macht alt”.

B779 Olga Hoffmann, Model: „Ich weiß, viele Frauen wollen sofort nach der Geburt wieder arbeiten gehen. Das soll jeder selbst entscheiden. Aber das ist nicht mein Modell”.

F1.143 Sandra Spreemann, Psychologin, Entwicklerin bei Parship: „In der psychologischen Forschung hat sich herausgestellt, dass Ähnlichkeit zwischen Partnern durchaus förderlich ist und zu mehr Zufriedenheit und längerer Beziehungsdauer führt. Das gilt aber nicht für alle Konstellationen und vor allem nicht nur für oberflächliche Merkmale wie Hobbys und Interessen. Sondern für tiefergehende Dinge wie Lebenseinstellung, Wünsche, Werte und Verhaltenstendenzen [...] Die Online-Welt bildet nur ab, was sowieso passiert. Insgesamt hat sich das Beziehungsleben liberalisiert, das Internet bietet nur mehr Raum, das auch auszuleben. Wer sich als Verheirateter zur Online-Partnersuche anmledet, bei dem ist in der Beziehung ohnehin etwas nicht in Ordnung [...] Es gibt niemanden, der unvermittelbar ist. Da hilft einfach die unglaublich hohe Reichweite”.

Der nichtssagende Ausdruck „Trendaffinität”, häufiger anzutreffen in Stellenanzeigen.

Menschen, die ihren Kopf nicht bewegen beim Sprechen.

F1.144 Olga Hoffmann, Model: „Wir Frauen können ganz schön zickig sein. Wenn die Männer dann nur ja und amen dazu sagen, passt es nicht. Dann brauche ich eher jemanden, der auch einmal auf den Tisch haut [...] Eine Bodylotion nach dem Duschen, ein Deo, Zähneputzen und vielleicht eine Gesichtscreme - mehr wäre mir für einen Mann zu viel. Wenn sich Männer die Beine rasieren, die Augenbrauen zupfen oder gleich mehrere verschiedene Cremes benutzen, geht das für meinen Geschmack zu weit. Ich finde es auch seltsam, wenn Männer als Kosmetiker oder Nageldesigner arbeiten. Das passt doch nicht! [...] Auf ein großes Einkommen kommt es mir nicht an. Aber es ist ohne Zweifel attraktiver, wenn ein Mann fest im Leben steht, als wenn er es an allen Ecken und Enden nicht hinbekommt”.

18.07.2015

F1.140 Faramerz Dabhoiwala, Historiker: „Sexuelle Freiheit ist nicht einfach gut. Wie bei jeder anderen Freiheit auch wächst mit ihr die Verantwortung. Die Grenzen von öffentlich und privat sind immer neu zu ziehen. Wenn man sagt, einvernehmlicher Sex zwischen Erwachsenen geht nur die beiden etwas an, stellt sich die Frage: Was ist ein Erwachsener? Man kann diese Fragen nie ein für alle Mal beantworten. Diese Unsicherheit ist der Preis, den man zahlen muss, wenn man die Freiheit möchte”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für Schlechtimerwachsenseinsein.

F1.141 Malte Welding: „Mit dem Sinn der Ehe ist es so, dass er sich ganz erst erschließt, wenn man verheiratet ist”.

Mehrfache Verwendung von Superlativen = Indikator für Überforderung.

A462 Eric Cantona, Schauspieler, Fußballer, 27.01.1995: „When the seagulls follow the trawler, it is because they think that sardines will be thrown into the sea”.

17.07.2015

B777 Sintaura: „Wir sollten alle viel öfter ne Axt mit ins Büro nehmen”.

„Dampfkesselüberwachungsverein”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Omid Zamani: „BREAKING: confirmation from Vidal: #Vidal has just favourited a tweet which links him with a move to Bayern for €35m”.

F1.139 Aus der Berliner Zeitung: „Wir sind die einzige existierende Spezies mit kurvigen Weibchen”, schreibt der britische Biologe David Bainbridge von der Cambridge University in seinem kürzlich erschienen Buch „Curvology - The origins and power of female body shape”. Darin geht er der Frage nach, warum die Anatomie der Frauen diese Besonderheit aufweist [...] „Fett”, schreibt Bainbridge, „ist untrennbar von Weiblichkeit”. Der männliche Durchschnittskörper bestehe zu 14 Prozent aus Fettgewerbe, der weibliche hingegen zu 27 Prozent, „und viel von diesem Extrafett ist dort lokalisiert, wo man es sehen kann”. Viele weibliche Vorzeigeattribute wie Schenkel, Pobacken und Brüste seien die Folge dieser geschlechtstypischen Fettverteilung [...] „Millionen von Jahren der Evolution haben uns eines gelehrt”, schreibt Bainbridge, „nicht die Größe der Kurven ist wichtig, sondern wo sie sich befinden” [...] „Die meisten Männer finden eine große Bandbreite an weiblichen Körperformen attraktiv, so lange sie offensichtlich weiblich aussehen und individuell stimmig.” Frauen hingegen seien in dieser Hinsicht deutlich dogmatischer. Als Beleg führt er eine kuriose Beobachtung an: Sowohl in Männer- als auch in Frauenmagazinen seien bevorzugt Frauen abgebildet. Doch seien die Frauen, die in Männermagazinen, auch im Playboy, zu sehen sind, vielgestaltiger als jeder Standardtypus von Frau, der die Frauenmagazine dominiere”.

Aus einem aktuellen Twitter-Projekt:
- Für 10 Euro bekommt man zwei belegte Lachsbagels, einen Olivensalat und eine Vollkorn-Nuss-Kraftecke.
- Fünf-Euro-Hemden für drei Euro in eine Reinigung bringen. Seltsam.
- Du hast gesund eingekauft, wenn die Kassiererin mindestens 1x den Preis nachschlagen musste.
- Für 500 Gramm Zeitungen 3x so viel bezahlt wie für zwei Kilogramm Obst.
- Sattes Frühstück für 4,40 Euro. Berlin.
- Koffeinfreie Bonbons, die „Cola” heißen, und 200 Gramm schwere Chemie-Boxen namens „Mittagspause”. Beim Einkaufen.
- Wer für 350 Gramm Rinderleber 88 Cent bezahlt, wundere sich nicht über seine vielen kleinen Krankheiten und Gebrechen.
- Für fünf Euro: zwei belegte Baguettes und zwei handgroße Vollkornkekse.
- Eine Packung mit frisch gepressten Kiwis, Limetten, Spinat und Äpfeln dankt mir, da ich mit dem Kauf des Smoothies Bienen gerettet hätte.
- Dass man mit einer 50 Cent Sparaktion Menschenketten bilden kann.
- „4,50 Euro - das sind 9 Mark!” - es gibt sie noch immer.
- Und ich denke mir: bezahlt doch einfach und scheißt auf die 1.755 Bonus-, Spar-, Treue- und Sammelprogramme.
- „Unser Angebot: 1 Schokobrötchen für 1 €. 2 Schokobrötchen für 2 €”.
- Meine Frühstückstüte wiegt ein Kilo, kostet sieben Euro und reicht für den halben Tag.
- Ein Junge bedankt sich bei der Kassiererin für die Einkäufe, die seine Mutter im gleichen Moment bezahlt.
- Mit McDonalds Becher im Bio-Laden einkaufen. Ich, morgens, halb 8.
- 9,10 € für sechs Brötchen bezahlt. Andere kommen für diesen Fall mit 8 € weniger zurecht.
- Zwischen Schokoladenfrischkäse, Kiwipudding und Holunderjoghurt stehend festgestellt, dass es viel Müll zu kaufen gibt. Im Supermarkt.
- Ich zahle 5,40 € für drei Brötchen. Es geht mir gut.
- Assig ist auch, einen Menschen auszulachen, weil der für eine Zeitung 4 Euro bezahlt.
- 15 Euro für drei Kilogramm Joghurt ausgegeben.

Aus der Reihe Online-Sprech Dieter Nuhr, Kabarettist, Autor, Moderator: „Ein Shitstorm ist ein Massenauflauf, der zum Ziel hat, den Andersmeinenden durch massenhaften Bewurf mit verbalen Exkrementen mundtot zu machen [...] Der Shitstorm ist der Versuch, eine sachliche Auseinandersetzung zu vermeiden, um stattdessen durch Überwältigung und Etikettierung des Andersmeinenden den Sieg im digitalen Vernichtungskampf davonzutragen [...] Der Shitstorm ist die Hexenverbrennung des 21. Jahrhunderts [...] Dieser Vorgang wiederholt sich im Internet in immer schnellerer Frequenz. Es geht hier schon lange nicht mehr um Meinungsfreiheit. Es geht um Meinungshoheit. In den seltensten Fällen kommt es zum Austausch von Argumenten. Die Regel ist, dass die Vernichtung der abweichenden Meinung angestrebt wird, meist durch Überwältigung, Etikettierung, Beleidigung. Das Internet, vor allem die „sozialen Netzwerke”, sind insofern zum mittelalterlichen Marktplatz verkommen. Die Orte, an denen die Scheiterhaufen lodern, heißen Facebook und Twitter. Der Zivilisation fehlt in der Anonymität des Virtuellen ihre wichtigste Grundlage: die Haftbarkeit des Einzelnen. Die Erfindung des Individuums als haftbare, sein eigenes Handeln verantwortende Person war die Voraussetzung für die Errichtung der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer großen Errungenschaften: Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde. Die anonymen Massenaufläufe im Internet entheben den Einzelnen aus der bürgerlichen Verantwortlichkeit”.

16.07.2015

Möchte man wissen, was Älterwerden bedeutet, gehe man an den Strand. Wie in Zeitlupe gesetzt, sieht man auch in Fitnessstudios, Schwimmbädern und auf Partys die Unterschiede zwischen Alt und Jung multipliziert.

D519 Aus der Reihe Online-Sprech, Endzeitkind: „Wenne mir vor 10 Jahren gesagt hättest das ich mal „Schwerbehindertenausweis Depression” google, ich hätte es dir nicht geglaubt”.

F1.138 Liebe verwendet Sätze, deren Worte noch zu erfinden sind.

Nachgeschlagen: Magdalena Kožená; TTL; Sierpinski-Dreieck; Ricardo Horta; Pippa Middleton; Uffe Bech; Johanna Quandt; Leonardo Jardim; Santiago Cañizares; Jackie Joyner-Kersee; Rinat Faisrachmanowitsch Dassajew; Rita Ora; Omar Sharif; Mary Teresa Barra; Tribadie; Hermann Henselmann; Lewis Black; Horst Podlasly; Viola Drath; Jordan Henderson; Hans Michael Baumgartner; Enes Ünal; Zac Posen; Jeremy Dudziak; Sonnentau; Ivan Cavaleiro; Neckholder; Jannik Vestergaard; Wissensallmende; Natasha Shneider; PDT; Outplacement; Pharmakovigilanz; Stephan Beckenbauer; Globuli; Montgomery Clift; Stephan Fürstner; Paleo; William Carvalho; Aneurysma; Henry Cavill; Kombucha; Aiga Rasch; Zisterne.

15.07.2015

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ruh dich am besten etwas aus. Denk nach, warum du überhaupt über einen anderen Menschen, den du gar nicht kennst, im Internet unzählige unsinnige Behauptungen aufstellst, die nicht der Realität entsprechen. Ich bitte dich ernsthaft darüber nachzudenken, denn dein Beitrag war nicht nur abgrundtief peinlich, er ist schlichtweg eine reine Beleidigung gegen einen dir fremden Menschen”.

A461 F1.137 Aus dem Lied „Meine Freundin, meine Frau” von Reinhard Mey, 03.03.2003:
„Ich weiß, die Leuchtfeuer im Leben
Sind unendlich kostbar und rar
Du bist mir Kurs und Standort, eben
Unbestechlich, klug und wahr
Und wenn die Seen hoch aufschäumen
Nach all dem Weg, nach all der Zeit
Bist du die Frau in meinen Träumen
Und meine Heldin in der Wirklichkeit”.

Die Sätze „Vorbilder sind ein prima Vorwand, nicht erwachsen zu werden”, „Am meisten spart man, wenn man nichts kauft”, „Wer das Altern abschafft, schafft die Zukunft ab”.

Aus der Reihe Online-Sprech, dannkamBibi: „Hinter jedem Account ein Mensch. Hinter jedem Mensch eine Geschichte. Nur kennt die nicht jeder. Berücksichtigen Sie das von BEIDEN Seiten!”

Nachgeschlagen: handicapped accessible; screwball; drift apart; infatuation; remotely; invoicing practice; dove; nitty-gritty; bucket; stroll; kettle; cabbage, allegedly; configure; beef; thicken; blob; die-hard; bulwark; tone down; rogue; acorn; bystander; darned; woodchuck; courageous; drought; wolverine; fling; swerve; mirror ball; broken down; mimic; coneflower; after my fancy; wiring; banter; unload; scroll up; handiness; pulpit; headpiece; collarbone; effeminate; onomatopoeia; reach out; stepping stone; abbreviation; keep track; bankroll; endpoint; credit voucher; bearskin; cause of defect; redcurrant; bellyache; tentative; bearish; companion; mindset; pushback.

14.07.2015

A459 F1.136 Zlatan Ibrahimović, Fußballspieler, auf die Frage, wer „die schönste Frau der Welt” sei: „Ich habe sie noch nicht getroffen. Aber wenn das passiert, werde ich mit ihr ausgehen”.

Gesucht wird ein Synonym für „Selbstvergewisserungsfrage”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Auf Instagram werden momentan 2,5 Milliarden Likes pro Tag vergeben. Ob wir dem Wunsch der Freundin nach einem Herzchen nachgeben, hängt übrigens mit unserem Grad der Bekanntschaft zusammen, sagt die aktuelle Untersuchung „Computers in Human Behavior” des Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen: „Kam der Beitrag von einem nahestehenden Freund und nicht von einem losen Bekannten, empfanden die Befragten einer Untersuchung ein höheres Maß an Freude bzw. an gutartigem, motivierendem Neid”, so Ruoyun Lin. Und guten Freunden gibt man dann auch mal ein Herzchen, wenn das Bild eigentlich nur nett war. Bevor jetzt gleich nach dem Ende von ohnehin oberflächlichen Freundschaften gerufen wird, müssen wir uns aber ehrlich fragen: Sind wir denn selbst anders? Machen wir nicht auch unzählige Selfies bevor eines davon gut genug ist? Schreiben wir nicht auch, was wir gerade Tolles veröffentlicht, erlebt und getan haben? Wer hat schon jemals etwas gepostet, wo er schlecht wegkommt? Erzeugen die Faves, Herzchen, Likes und Kommentare echte Freude? Oder ist das dann „digitale Freude”, die weniger echt ist? Dabei „unterscheidet Dopamin nicht zwischen analog und digital”, sagt Psychologe Dr. Nico Rose auf Nachfrage. Die Freude ist für unser Hirn also echt”.

Warum Trösten in langen Sätzen nicht funktioniert.

A460 D518 Prof. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig: „Es kann schon mal sein, dass chronische Überforderung eine Depression auslöst, das ist aber nicht die Regel. Das Leben bietet viele Auslöser für diese Krankheit: Das kann ein Misserfolg sein, ein Partnerschaftskonflikt, ein Trauerfall. Aber auch positive Ereignisse können triggern: eine bestandene Prüfung, ein Umzug, Urlaubsantritte. Und mancher rutscht ohne irgendeinen Auslöser in eine Depression. Die Vorstellung, dass der Stress im Hochleistungsbereich vermehrt psychische Störungen auslöst, stimmt so einfach nicht”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Unter dem Hashtag #ThisIsACoup wird Deutschland auf Twitter derzeit ein Staatsstreich vorgeworfen”.

13.07.2015

Was an einem Montag nur selten gesagt wird: dass man „nichts gemacht” und auch nichts erlebt hat am Wochenende. Als ob das etwas Schlechtes wäre. Und als ob - umgekehrt - die Teilnahme an Gruppenbesäufnissen mit Musikanstrich ein Erlebnis wäre.

F1.135 Zwar stimmt es, dass in einer Beziehung und mit einem Partner fast alles schneller und leichter geht, allerdings gilt das auch für Streits, Schulden und Syphilis.

Und dann, ohne Ankündigung und erkennbare Systematik, diese Zwischendurchtage, an denen man sich unsterblich vorkommt.

A458 D517 Harald Schmidt, Schauspieler, Schriftsteller, Moderator, 12.05.2010: „Vier Millionen Depressive in Deutschland - das kann nicht nur am Fernsehprogramm liegen!”

12.07.2015

B776 Wer seine Grenzen bricht, wird keine Maschine, sondern ein Gebrochener.

Aus der FAS: „Alkohol tötet. So einfach ist das”.

F1.134 Tommy Lee Jones, Schauspieler, Filmregisseur: „Wenn eine Ehe funktionieren soll, dann sollte jeder der Partner auch ein eigenes Leben haben, damit sie sich nicht über die Beziehung zu dem anderen definieren, sondern über das, was sie tun. Jedenfalls glaube ich, dass das ein Schlüssel zu einer erfolgreichen Beziehung sein könnte”.

Treffen hunderte Schimpfworte auf einen Menschen zu, ist das kein Zeichen für dessen Vielfältigkeit.

A457 D516 Aus dem Lied „Politiker beim Ficken” von Götz Widmann, 11.10.2004:
„All die Jahre hab ich meine Depressionen mitgeschleppt.
Heute gehts mir besser, denn jetzt kenn ich ein Rezept.
Immer, wenn's mich umhaut und mir schwindet der Humor,
stell ich mir Politiker beim Ficken vor.
stell ich mir Politiker beim Ficken vor”.

11.07.2015

B774 Gesucht wird eine Bezeichnung für die Fähigkeit, Arbeiten wir Spielen aussehen zu lassen.

perfect_storm3: „Als Kind nicht schlafen wollen, damit man nichts verpasst. Heute so lange schlafen es geht, damit man um sich herum nichts mehr mitbekommt”.

F1.132 Benno Fürmann, Schauspieler: „Das Mannsein ist natürlich auch anstrengend. Es gibt diese Erwartungshaltung an Männer, Situationen zu kontrollieren, statt von ihnen kontrolliert zu werden, immer wieder aufzustehen nach Niederlagen, sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen - all diese Attribute, die trotz aller Metro-Lifestyle-Themen immer noch da sind. Natürlich ändert sich das Männerbild, natürlich trauen wir uns, mehr zu weinen, natürlich trauen wir uns, weicher zu sein, aber es gibt immer noch die äußere Form, die man instinktiv ausfüllen möchte. Das ist anstrengend. Als Frau hast du es gesellschaftlich schwerer, aber auf der Gefühlsebene musst du dich viel weniger beweisen, kannst dir viel mehr Schwäche erlauben und bist viel durchlässiger. Frauen verarbeiten ihre Probleme, indem sie sie aussprechen, den Mann schütteln, sag doch mal was, aber ihm ist schwindlig, weil sie ihm ihre gesamte Gefühlswelt offenbart, und er denkt, warte mal, ich hab doch einfach nur vergessen, dass wir am Wochenende wegfahren wollten. Einerseits hat sich das Männerbild verändert, andererseits sind die Ansprüche, die wir an uns stellen, doch zu einem großen Teil immer noch dieselben”.

Es ist nicht so, dass zwei Tagesmottos besser halten als eines.

„Potenzial-Spieler”.

B775 Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG: „Leider endet bei jeder Identifikationsfigur mal die Karriere”.

A456 D515 Andreas Biermann, der am 18.07.2014 Suizid beging, 05.10.2011: „Man versucht als Depressiver natürlich, nicht aufzufallen, und erzählt immer, dass alles gut ist. Da war ich perfekt drin, selbst Ärzte kann man so täuschen [...] In den Therapien habe ich viele Personen kennengelernt, und überall, in allen Berufen, ist es das gleiche: Diejenigen, die sich mit ihrer Krankheit outen, werden woanders hin versetzt, ausgegrenzt oder ganz entlassen. Das ist nicht nur ein Fußballproblem, sondern ein Gesellschaftsproblem. Schwächen haben einfach keinen Platz, dafür gibt es keine Akzeptanz. Das ist das Traurige daran: dass man meist auf taube Ohren stößt. Es sei denn, es stirbt jemand [...] Ich denke, mit meinen Erfahrungen anderen helfen zu können. Es macht mich auch etwas stolz, dass mir viele Menschen gesagt haben, wie wichtig es sei, dass ich offen mit meiner Krankheit umgegangen bin. Aber die Folge, dass ich ohne Arbeit dastehe und wir als Familie damit klarkommen müssen, das interessiert leider keinen. Aber ich hoffe trotzdem, dass Menschen, die mentale Probleme haben, den Mut finden, sich zu äußern. Durch die Masse könnte sich vielleicht doch etwas verändern”.

F1.133 sugarbellybee: „Sex ist die Lösung. Harter Sex ist die ER-Lösung”.

10.07.2015

A454 F1.131 Alessandro Del Piero, Fußballspieler, 2006: „Ein Kavalier verlässt seine Dame nicht”.

„Gentlenerd”.

Christiane Arp, Chefredakteurin: „Karl Lagerfeld sagt immer, man muss das Geld zum Fenster rausschmeißen, damit es zur Tür wieder reinkommt”.

B772 Twelectra: „Wie viel man in so ein Büro schleppt, bevor man weiß, dass man kündigen will”.

A455 Roger Federer, Tennisspieler: „Der Sport ist größer als jeder Spieler”.

D514 Es zählt zu den Kuriositäten dieser Erkrankung, dass man sich trotz Dauerschleiers gelegentlich noch Scheuklappen und Sonnenbrille aufsetzt.

Frage aus der Werbung: „Kann Dein Lippenstift mit Deinem Leben mithalten?”

B773 Arnold Schwarzenegger, Schauspieler und Politiker: „Es gibt eine Statistik, nach der 74 Prozent aller Amerikaner ihren Job hassen, für die ist der Ruhestand natürlich himmlisch. Ich gehöre nur eben zum anderen Teil - ich liebe das, was ich tue. Arbeiten fühlt sich für mich beinahe wie ein Hobby an”.

09.07.2015

Max Uthoff, Jurist, Kabarettist: „Das Bestreben der Meinungsführer geht in den letzten Jahren dahin, Begriffe wie Klasse aufzulösen. Damit man immer weniger diesen Kampf führen kann, werden die Gegensätze sprachlich möglichst weit verwischt”.

D513 Aus dem BKK Gesundheitsatlas 2015, „Blickpunkt Psyche”: „Krankentage wegen seelischer Leiden haben sich gegenüber 2003 mehr als verdoppelt. Die Falldauer bei Krankschreibungen ist in zehn Jahren um 25 Prozent gestiegen. Empirische Studien zeigen allerdings keine wesentliche Zunahme psychischer Störungen. Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes dazu: „Eine der Erklärungen hierfür ist, dass die Menschen ihr psychisches Leiden akzeptieren und Hilfen im Gesundheitswesen in Anspruch nehmen. Entsprechend häufiger werden Beschäftigte wegen sogenannter F-Diagnosen krankgeschrieben. Die heutzutage umfangreicheren Kenntnisse psychischer Krankheitsbilder bei Allgemeinmedizinern und Hausärzten tragen ebenfalls zum Anstieg der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme bei. Noch vor 10, 15 Jahren wurden Patienten mit Symptomen, die auf ein psychisches Leiden hindeuten, viel häufiger unspezifische körperliche Beschwerden attestiert”. ”

„Willkommensbündnis”.

A453 Donna Karan, Designerin: „Wer länger als 20 Minuten benötigt, um perfekt auszusehen, hat ein Problem mit seinem Auftreten”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Am 9. Juli 2015 ehrte Google die Künstlerin mit einem Google Doodle”.

08.07.2015

Die Sätze „Vertrauen ist die Abwesenheit von Misstrauen”, „Nicht das Wissen, sondern die Ignoranz nimmt mit dem Alter zu”, „Wer schreibt, hat die besten Jahre sein Leben lang vor sich”.

„Ego-Masturbation”.

A452 F1.129 Aus dem Lied „Kein Liebeslied für dich” von Sebastian Krämer, 23.09.2008:
„Ich hab kein Liebeslied für dich
Ein Lied ist ja für alle da
Vielleicht entfernt es mich von dir
Und geht dafür den anderen nah
Es führt dazu dass ich in fernen Sälen
In die Tasten hau
Und das geht meistens gegen Gage
Selten gegen eine Frau–
Jede Fregatte im Parkett münzt alles insgeheim auf sich
Drum sing ich Lieder für Fregatten
Und kein Liebeslied für dich”.

John Lydon, Sänger: „Ein paar Tage ohne Klo reichen schon, um festzustellen, wie abhängig man von den Errungenschaften der Zivilisation ist. Wenn man morgens seinen Scheiß nicht loswird, ist der Tag doch eigentlich schon gelaufen”.

F1.130 B771 Spatzengepiepe: „Kommt 'Sex' zu Hobbys oder eher zu Interssen und Kenntnisse in den Lebenslauf ?”

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook-Rätsel: Warum verschwand das Posting, in dem Jan Böhmermann Dieter Nuhr blamiert?”

D512 Sich den gesamten Morgen nur diesen einen Satz zurufen: „Es ist alles gut”.

07.07.2015

Der Satz „Ich habe den Sport für mich entdeckt” bringt mich immer wieder zum Lächeln.

„Couch-Syndrom”.

A451 F1.128 Aus dem Lied „Über Sex kann man nur auf Englisch singen” von Tocotronic, 06.03.1995:
„Über Sehnsucht kann man nur schlechte Lieder schreiben
Man neigt doch sehr dazu, zu übertreiben
Und doch, man tut es ungefähr
Mit jedem Lied ein bisschen mehr
Und Ihr wisst
Ich rede von bestimmten Dingen
Über Sex kann man nur auf Englisch singen”.

„Alkoholstudent”.

D511 Einer dieser Tage, die miserabel gelaufen wären, wenn ich mich zwischen 5 und 7 noch einmal schlafen gelegt hätte.

„Lebensschuhkarton”.

06.07.2015

Oliviero Toscani, Fotograf: „Ein Fotograf ist heutzutage nichts Besonderes. Jeder kann Bilder schießen. Es gibt ja auch nicht mehr gute Autoren als vor zwei, drei, vier Jahrzehnten, nur weil heute jeder schreiben kann. Schauen Sie sich an, wie viel Müll durch all die Computer produziert wird, von denen die Leute ihre Augen nicht mehr wegbekommen. Es ist schwierig, dazwischen etwas Gutes zu finden, denn selbst wenn etwas gut riecht, ist es oft schlecht. Den Unterschied machen nur echte Poeten, Menschen, die die Dinge sehen wie niemand sonst”.

Auch Frontschweine werden gebraten. Manchmal sogar als erstes.

B770 Ein guter Betreff ist die halbe E-Mail.

Hannes Jaenicke, Schauspieler: „Deutschland ist das einzige Land der Welt, wo Gutmensch ein Schimpfwort ist”.

Menschen, die beim Rückblick aufs Wochenende in den Analoges-Twittern-Modus verfallen.

A450 F1.126 Clint Eastwood, Filmschauspieler, Regisseur, Produzent, Komponist, Politiker: „Es gibt nur einen Weg, eine glückliche Ehe zu führen, und sobald ich erfahre, welcher das ist, werde ich erneut heiraten”.

Touristen, die vor lauter Touristen-Tipps nicht dazu kommen, sich für eine der als solche bezeichneten Touristen-Attraktionen Zeit und Ruhe zu nehmen.

F1.127 Sophie Hunger, Sängerin, Liedschreiberin, Filmkomponistin: „Wenn man lange genug in einem System lebt - egal welches - dann nimmt es Einfluss auf die eigene Persönlichkeit. Irgendwann ist das System nicht mehr etwas Äußerliches, sondern etwas, was auch in die eigenen Mechanismen hineinspielt. Zum Beispiel, wenn Menschen sich vorstellen: Liebe sei wie eine Batterie, die zu Beginn voll ist, sich im Laufe der Zeit leert, bis man sie am Ende auswechseln muss. Dass Liebe so eine materielle Größe hat, eine Masse, die nach einer bestimmten Zeit abnimmt - ich finde, das ist eine kapitalistische Vorstellung”.

05.07.2015

F1.124 Mads Mikkelsen, Schauspieler: „Wenn du liebst, musst du deine Gefühle nicht zu Tode quatschen”.

Bei „Ich habe letzte Nacht viel nachgedacht” fällt oft ein Licht an die Wand und das heißt: „Ich habe letzte Nacht viel getrunken”.

Silvia Neid, Fußballtrainerin: „Wenn du keine Tore machst, kannst du ganz schlecht ein Spiel gewinnen”.

F1.125 Ist nicht ultra-komisch, dass Sex zum Inbegriff des Nichtalleinseins geworden ist?

Aus der Reihe Online-Sprech, Emilia Clarke, Schauspielerin, auf die Frage, ob sie „sich manchmal googele”: „Nicht mehr. Als die erste Staffel von „Game of Thrones” herauskam, habe ich es eine Weile gemacht. Doch dann hab ich's gelassen. Neben tausend netten Kommentaren bleibt genau derjenige dir im Gedächtnis haften, der negativ ist”.

FJ_Murau: „Es muss den Tag gegeben haben als aus „Berlin - Sinfonie der Großstadt” plötzlich „Berlin - Trommelkreis der Selbstfindung” wurde”.

Es gibt u. a. den Beziehungs-, Familien- und Arbeitsalltag. Gesucht wird eine zu gebrauchende Bezeichnung für den Sprachalltag.

F1.126 B769 Maxim Drüner, Rapper: „Wenn Würde ein Ziel ist, das man im Leben für sich hat, hat man auf jeden Fall ein Problem [...] Es ist schade, wenn man arbeitet und das Produkt der Arbeit einem nicht gehört. Man nicht bestimmt, wann und wie man arbeitet. Man nicht entscheidet, was mit dem Produkt passiert und was man dafür bekommt. Man nicht arbeitet, weil irgendjemand etwas braucht, sondern weil man selber das Geld braucht und wiederum jemand anderes in der Lage sein könnte, dafür Geld aufzubringen. Das ist whack [...] Wenn man in einer Gesellschaft lebt, in der Menschen sich gegenseitig das alleinige Nutzungsrecht versprechen und voneinander erwarten, dass sie sich glücklich machen, egal, wie unglücklich einen die Welt außen rum macht, wird man schnell enttäuscht. Da bringt man sich halt auch mal gegenseitig um die Ecke, wenn der andere nicht will, wie man selber [...] Wie Männer beziehungsweise Frauen mit Zurückweisungen umgehen, entscheidet sich dadurch, welche Möglichkeiten des Umgangs in der Gesellschaft akzeptiert sind. Und welche sie haben. Männer sind körperlich meistens stärker. Männer sind häufiger Chefs und nehmen sich somit das Recht raus, über Frauen als Gegenstände zu verfügen. Aber das ist beides nichts, was in der Natur des Mannes liegt”.

04.07.2015

Mit „Who's who” ist oft „Who's fucking who” gemeint.

D510 Es ist keine Lebensleistung, sich nicht umgebracht zu haben, denn man beachte das Wort vor Leistung.

„Stehtrainingslager” und „Lauftrainingslagerverweigerer”.

F1.123 Wer die Trümmer der letzten Beziehung mitnimmt, wird mit ihnen auch das gleiche Haus bauen.

Nachgeschlagen: Ernst Gennat; Edith Hancke; Friedrich Kuhlau; Gerard Butler; Julian Weigl; Gary Oldman; Philippe Coutinho; Eugen Weidmann; Ulisses Alexandre Garcia Lopes; Alice Walker; Friedrich Burgmüller; Eckhard Krautzun; Adlatus; Gerald Götting; Radost Bokel; Billy Bob Thornton; Alfredo Morales; Benjamin Tewaag, Laurie Penny; Jeremy Irons; Martha Argerich; Jens Böhrnsen; Rudolf Manga Bell; Steigerungslauf; Jan Peter Bremer; Owen Wilson; Anna Basener; Thomas Oral; Objet trouvé; Bruna Marquezine; André Ramalho; Apertura und Clausura; Aleix Vidal; Ralph Nader; Tom Holland; James Horner; Fabian Frei; Edward Said; Borreliose; Valtteri Bottas; Aide-de-camp; Jules Bianchi; Kirill Petrenko; Ed Wood; Agnieszka Brugger; Magnus Mills; ZigBee; MDF; Aloys Lauer; Gravis.

03.07.2015

B767 Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn man sich in seinem Beruf (und auch am gleichen Arbeitsplatz) neu erfindet.

Fieswurz: „Das Wort „Nein” ist eine viel zu sehr unterschätzte Antwortmöglichkeit auf viele Fragen”.

„Drogen-Lotsen”.

Nein, Altern ist keine Krankheit.

„Tempelritter-Kartell”.

B768 Eckart Voland, Professor für Biophilosophie: „Ich habe zum Beispiel einen Doktortitel erworben. Hätte ich das nicht getan, hätte niemand gewusst, wie clever, schlau, fleißig und diszipliniert ich bin. Ich hätte das von mir behaupten können, aber wer sollte mir das glauben? Ich will jetzt meinen Kollegen nicht zu nahe treten, aber in den allermeisten Fällen sind Doktorarbeiten in einem engeren Sinn nicht produktiv, sondern gemessen an Lebensnützlichkeit eher überflüssig. Darin gleichen sie dem prahlerischen Pfauenrad. Sie weisen nur den Verfasser als jemanden mit besonders nachgefragten Qualitäten aus, als jemanden, der in der Lage ist, sich drei, vier Jahre auf den Hosenboden zu setzen und diszipliniert ein anspruchsvolles Ziel zu verfolgen”.

„Tropensüße”.

Aus einem aktuellen Twitter-Projekt:
- Wann eigentlich wurden die Trödel- zu Drängelmärkten?
- Suchtspiel kann glücklich machen. So heißt es doch richtig?
- Würden Zombies einen Fallschirm verwenden?
- Es ist doch ein billiges Gerücht, dass dasjenige Produkt, das man als erstes aufs Band legt, am meisten bedeutet?
- Einfach mal einen Passagier in den Öffentlichen antippen mit der Frage „Und was erlebst Du gerade, mein Freund?”
- Warum wird an diesen praktischen Rollköfferchen so impraktikabel gezogen?
- „Nimm es nicht persönlich, aber: Würdest Du mich heiraten?”
- Wie nennt man diesen IchhabmirzwardieZähnenochnichtgeputztaber meinMundschmeckttrotzdemleckernachKaffeeGeruch?
- Was hat das Wort Willkür gegen mich, dass ich es ständig nachschlagen muss?
- Eine gute Single-Börse dürfte eigentlich keine Mitglieder haben, da leergefegt und ausgebucht, oder?

02.07.2015

A449 F1.121 Aus dem Lied „Stay Positive” von The Streets, 25.05.2002:
„Maybe I'm better looking than you though
Maybe I've got more dough - but am I happier... no.
Get the love of a good girl and your world will be much richer than my world
And your happiness will uncurl”.

Gesucht wird eine andere Bezeichnung für „Bullshit für Fortgeschrittene”.

Roland Koch, Manager, Rechtsanwalt, Politiker: „Demokratie ist ein System, das Effizienz nicht allein an Fakten, sondern auch an gesellschaftlicher Stabilität misst. Das bedeutet, dass ein Kommunalpolitiker, der in der Stadt Frankfurt etwas verändern will, ein Ja von sehr vielen braucht. Er muss alle beteiligen - den Ortsbeirat, den Magistrat, die Stadtverordnetenversammlung. Das ist der Preis für eine Gesellschaft, der es insgesamt gut geht. Für einen Unternehmer, der wissen will, wie sich seine Investition entwickelt, und für den Zeit Geld ist, ist das die Hölle. Da gibt es zwischen Wirtschaft und Politik eine große Spannung. Und die kann man nicht beseitigen, man kann es nur erklären, damit auf beiden Seiten mehr Verständnis füreinander da ist”.

F1.122 Carolin Kebekus, Schauspielerin, Sängerin, Komikerin: „Eine wirklich witzige Geschichte, in der die Frau die Hauptfigur ist, ohne dass sie einen Mann sucht oder ein Minderwertigkeitskomplex dahinter steht - das ist etwas, worauf ich wirklich noch warte”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Jaron Lanier, Informatiker, Künstler, Musiker, Komponist, Autor, Unternehmer: „Der oberste Grundsatz einer nutzerorientierten Plattform im Silicon Valley ist, dem Nutzer zu schmeicheln, so viel es irgend geht. Schmeichelei ist ein uraltes Spiel. Und wir im Silicon Valley haben es darin zur Meisterschaft gebracht. Wir verschaffen dem Nutzer die Illusion, dass er viel beliebter ist, als er in Wirklichkeit dasteht. Das nimmt zuweilen erpresserische Züge an. Die Menschen bekommen es mit der Angst, ihre Beliebtheit zu verlieren, wenn sie sich nicht den Regeln unterwerfen, die in den Netzwerken gelten. Also wird es ein Kontrollsystem. Eine klassische kybernetische Kontrolle. Wie eine Skinner-Box”.

01.07.2015

Gesucht wird eine Bezeichnung für jene Fragen, die Kinder stellen, die aber keine Kinderfragen sind.

Gefunden in einer Stellenanzeige: „Als Umsetzungsexperten unterstützen wir Großunternehmen bei der Struk­turierung, Planung, Durchführung und aktiven Steuerung von Ver­änderungs­projekten”.

Apple Music.

F1.120 was mit ein bisschen Sprache und Selbstrhetorik alles möglich ist. So kann man zum Beispiel damit spielen, kein Single zu sein, sondern sich in einer Fernbeziehung zu befinden, da Freundin/Freund in der Zukunft leben.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ist gutes Native Advertising gleich Content Marketing?”

30.06.2015

Ein Mann mit dicken Auf Gebräuen und sattem Vollbart trägt Damenschuhe. Zum Frühstück einen Ingwer, Spinat und Grünkohl enthaltenden Saft getrunken. Ist nicht seltsam, an Krücken zu gehen, und dabei ohrenbetäubend Musik zu hören? Trotz tagelanger Ankündigung seitens der Hausverwaltung, dass heute zwischen 7 und 9 das Wasser abgestellt wird, hätte ich gern erfahren, wie viele Hausbewohner fluchend vor Toilette, Wasserhahn und Dusche standen. Ein Bauarbeiter hat die Hände hinterm Rücken zusammengefaltet, um seine Erfahrung an zwei jüngere Kollegen weiterzugeben - die beiden graben ein Loch. 2015: mein Jahr der Serien-Rückblenden. Den erschreckenden Satz „Animals are easier to shoot in the morning” gehört. Eine Frau tätigt verschiedene Anrufe per Handy, wobei sie für jedes Gespräch in einem eigenen Takt mit ihrem linken Fuß wippt und dabei den Schuh des einen mit den Zehen des anderen Fußes auszieht - mal schneller, mal geschmeidiger, mal verspielter. Pommes werden nicht mit Tennisschlägern hergestellt; in Einbahnstraßen fährt kein Zug; und nicht jeder café au lait führt zu einem Olé! Man sollte niemanden anrufen, nur, um ihm mitzuteilen, dass man ihn endlich erreicht habe. Ich werde um 4 Uhr morgens als Bauer beschimpft - zumindest meinte der Meckerkopf, dass Bauer eine Beleidigung wäre. In einem Mediendienst-Newsletter gleich vier Personen gesehen, die ich persönlich kenne. Twitter schlägt mir vor, der Österreichischen Mineralölverwaltung zu folgen. Weil wir so „einsam” sind, bei aller „Vernetzung”: Deshalb wird Sex derart verherrlicht. Es sind 23 Grad und ich trage drei lange Oberteile. An einem individuellen Smoothie-Stand werden AnaManda, AntiHatschi, Queenie und Grüner Einstieg verkauft. Ich laufe einer als Braut verkleideten Pantomime über den Weg und frage mich wie jedes Mal: was rührt mich Stillstehen? „Stat attack” als vermeintliche Einstimmung auf ein U21-Finale – Roboter, die Roboterkost herstellen. Ich bin so alt, dass ich bestimmte Webseiten mit bestimmten Lebensabschnitten assoziiere. Ein weiterer lustiger T-Shirt Aufdruck: „Born to perform” - der Träger des Leibchens war fett. Ich bekomme einen neuen Sitzplatz auf Arbeit, was gut ist, denn das Panorama von Berlin unterhält trotz fehlender Skyline. „Loving you”, gesungen von Leah McFall.

29.06.2015

Der Zeitpunkt, in dem man nicht nur erwachsen, sondern älter als erwachsen ist.

A447 B766 Aus dem Lied „Stay Positive” von The Streets, 25.05.2002:
„Stop dreaming
People who say that are blaspheming
They're doing nine to five and moaning
And they don't want you succeeding when they've blown it
And you idols - who are they?
They too dreamt about their day
Positive steps will see your goals.
Whether it's dollars or control, feel the gold.
I ain't helping you climb the ladder
I'm busy climbing mine.
That's how it's been since the dawn of time
If you reach a cul-de-sac
The world turns it's back
This is you zone, it's like blackjack
He might get the ace or the top one
So organise your two's and three's into a run then you'll have fucked him son
And for that you'll be the better one”.

Die Sätze „Wer Funken erntet, wird Feuer ernten”, „Solange niemand zustimmt, tut Selbstkritik nicht weh”, „Erst im Abschied lernt man sich kennen”.

A448 F1.119 Aus dem Lied „Never give in” von The Streets, 15.09.2008:
„Does she do or does she don't love me true or fucking won't?
The only time I know of love is when silence is violent
Optimism fizzing in the clonk in dizzy imagery
Rocking hot humidity, but this is sizzling
Stumble over innuendo
Does she notice, does she fuck know?
Starting the evening riffling through feelings
I'll never give in till you're laying with me
You may as well tell me when that day will be
I'll never give in till you're laying with me
You may as well tell me when that day will be”.

28.06.2015

A446 D509 Joanne K. Rowling, Schriftstellerin, 03.10.2010: „I think it was a kind of delayed – I think I had tendencies toward depression from quite young. It became really acute when I was sort of twenty-five to twenty-eight was a dark time. It’s that absence of feeling – and it’s even the absence of hope that you can feel better. And it’s so difficult to describe to someone who’s never been there because it’s not sadness. Sadness is – I know sadness – sadness is not a bad thing. You know? To cry and to feel. But it’s that cold absence of feeling – that really hollowed-out feeling. That’s what the Dementors are. And it was because of my daughter that I went and got help”.

Vor- und Nachteil von Straßenmusik: sie kommt unerwartet.

„Dauerbestätigungsmodus”.

F1.118 Dieser Moment, in dem man den Namen eines Menschen eingegeben hat, und das Smartphone meldet im Rahmen der automatischen Korrektur „Kein Ersatz gefunden”. Und man denkt sich: es geht mir wie meinem Smartphone.

Seine Probleme übertreiben und verbesondern, da man sich selbst verzeihen könnte, die „Probleme der anderen” zu haben. Gehört auch zum Grundrauschen der Philosophie.

27.06.2015

Axel Prahl, Schauspieler, Musiker: „Lieber einen Freund verlieren als eine Pointe”.

Menschen, die beim ersten Regentropfen einen Katzenbuckel ziehen und Reißaus nehmen.

Gesucht wird eine andere Bezeichnung für „Protest aus Langeweile”.

B765 Aus der Reihe „Ich gebe meinem Beruf einen ungewöhnlichen Namen, denn sonst wäre er nicht zu ertragen”: „Crossmedia-Assistentin”, „Lösungsberater”, „Content Scout”, „Pitchberater”, „Geo Intelligence Berater”, „Gender-Marketing-Beraterin”, „Aufräum-Coach”, „Mystery Shopper”, „Feel-Good-Managerin”, „Kundengewinnungscoach”, „Pop-Up Shop Coordinator”.

26.06.2015

Das unvergleichliche Entzücken bei der Begegnung mit einem Menschen, der den Dialekt der Heimat spricht.

A445 F1.117 Chef, Figur aus „South Park”, 03.09.1997: „Football is like making love to a really beautiful woman. You can't always score. But when you do, it makes all the trying worthwhile”.

Christian Franzen, Manager: „Konsens steht ja selten für eine optimale Lösung”.

B764 Dass wir nie ganz erwachsen werden, sieht man auch daran, wie wir mit unerwarteten freien Tagen umgehen.

25.06.2015

Jonathan Robin Meese, Künstler: „Kultur ist genauso beschissen wie Gegenkultur. Mainstream ist genauso beschissen wie Underground. Kultur und Gegenkultur ist das Gleiche. Politik kannst du nicht mit Kultur bekämpfen. Sondern nur mit Kunst. Du kannst nicht eine neue Partei gründen, weil sie genauso scheiße ist wie jede andere. Du kannst keine neue Religion gründen, weil sie genauso scheiße ist wie alle anderen. Du kannst keine neue Esoterik schaffen, weil sie genauso scheiße ist wie jede andere. Du kannst keine Spiritualität schaffen, die besser wäre als alle anderen. Jede Partei ist gleich scheiße, jede Religion ist gleich zukunftsunfähig, jede Esoterik ist abzulehnen [...] Diese ganzen miesen Extremsportler, die sagen, dass sie ihre Grenze kennenlernen wollen. Die Grenze ist dein Schlaf und die Tatsache, dass du pissen musst! Und diese Grenze ist so klar definiert. Diese Leute sind so schwachsinnig. Die sind so mickrig. Die sind so gelangweilt von sich selbst, und deswegen suchen sie ihr Ich. Diese ganzen Ich-Mönche, diese Ich-Versauten. Ich will mit ihnen nichts zu tun haben [...] Mythen gehören ins Märchen, und die dürfen niemals transferiert werden in die Realität. Aber das Tolle ist, aus dem Wort Kunst kannst du nur das Wort Stunk machen, und wer nicht Stunk macht, der soll nach Hause gehen”.

B763 Träumen wir nicht alle davon, so produktiv wie die Kaffeemaschine zu sein?

Von nur einer Seite einer Boulevardzeitung: „Cannabis-Shops”, „Paternoster-Verbot”, „Mieten-Volksbegehren”. Fragestellungen per Minus zu einem Fakt verkehren.

Gesucht wird eine Bezeichnung für die Gabe, gute und passende Geschenke zu machen.

D507 Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Freitag: „Probleme wie Fettleibigkeit, Armut und Depressionen, die häufig zusammen auftreten und die Menschen in einen Teufelskreis von Untätigkeit und Apathie hineinziehen, sind ansteckend. Sie grassieren in sozialen Netzwerken, so wie sich Viren bei einer Epidemie vermehren. Allein durch die Menschen, mit denen man sich umgibt, ist man daher bestimmten Risiken ausgesetzt”.

„Verbalvergewaltigung”.

Fritz Stern, Historiker: „Der Gedanke aber, dass man mit Kultur Politik ersetzen könnte, ist ein schrecklicher. Politik ist essentiell, selbstverständlich genügt sie alleine nicht, aber sie bleibt unvermeidbar. Man muss sich politisch verhalten, jeder muss sich der Politik stellen”.

F1.115 Aus der ZEIT-Serie „Was mein Leben reicher macht”: „Mein Freund, der mich nach einem Streit in den Arm nimmt und sagt: Du bist meine Lieblingsfeindin!”

„Rums-Domino”.

D508 Guy Winch, Psychologe: „Wenn Sie feststellen, dass Sie von Menschen umgeben sind, deren Zukunftsperspektive eher schlecht ist, sollten Sie darüber nachdenken, etwas an Ihrem Freundeskreis zu ändern”.

A444 F1.116 Mr. Garrison, Figur aus „South Park”, 07.10.1998: „Love isn't a decision. It's a feeling. If we could decide who we love, it would be much simpler but much less magical”.

24.06.2015

A443 F1.114 The Fountainhead, Ayn Rand, 1943: „To say „I love you” one must know first how to say the „I”.”

„Handtaschen-Code”.

D506 Die Bedeutung des morgendlichen Spaziergangs.

Gesucht wird ein alternativer Ausdruck für „unerträglich perfekt”.

23.06.2015

B762 Pep Guardiola, Fußballtrainer: „Alles, was ich in meinem Leben tue, tue ich, um geliebt zu werden. In meinem Leben und mit meiner Arbeit strebe ich in Wirklichkeit keine Titel an, ich suche Liebe, nichts mehr”.

schaukelwurst: „Die Definition eines Abgrunds ändert sich ja auch von Fall zu Fall”.

Wie selten man inzwischen Handschrift und mit der Hand schreibende sieht, in der Öffentlichkeit.

A442 F1.113 Love and Will, Rollo May, 1969: „When I fall in love, I feel more valuable and I treat myself with more care. We have all observed the hesitant adolescent, uncertain of himself, who, when he or she falls in love, suddenly walks with a certain inner assuredness and confidence, a mien which seems to say, „You are looking at somebody now.” … this inner sense of worth that comes with being in love does not seem to depend essentially on whether the love is returned or not”.

Thomas Müller, Verleger, Autor: „Wenn man schon Müller heißt, dann ist der Thomas auch wurscht”.

22.06.2015

B758 Andreas Weber, Arbeitsmediziner: „Tatsache ist, dass es in unserer ungleichen Arbeitswelt und Gesellschaft Menschen gibt, die in Arbeit ersticken, lange Anwesenheit am Arbeitsplatz und ständige Erreichbarkeit mit Leistungsfähigkeit und Wichtigkeit gleichsetzen, sich nicht distanzieren oder erholen können und erheblichen Stressoren ausgesetzt sind, während sich andere in ihren Arbeitsmilieus oder ihrer Perspektivlosigkeit eingerichtet haben [...] Derzeit liegt der Fokus auf drei Hypothesen: Erstens: Es handelt sich bei psychischen Erkrankungen um die „Epidemie 2.0”, zum einen als Folge einer immer stressiger empfundenen Arbeitswelt und Gesellschaft, zum anderen aufgrund weniger widerstandsfähiger, immer anspruchsvollerer Arbeitnehmer. In einer fast allzeit bereiten „24/7-Stand-by-Dienstleistungsgesellschaft” werden psychische Erkrankungen mitunter zu „schwerwiegenden Kollateralschäden”. Zweitens: Oft handelt es sich auch um die Effekte einer verbesserten Diagnostik und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen, zumal solche Leiden auch als Alibi-Diagnosen herhalten müssen. Schließlich erfolgt eine breite Behandlung von sozialen Probleme durch Medikamente. Drittens, es handelt sich um ein sensationsgieriges Aufbauschen von Sekundärdaten, die überinterpretiert werden. Doch die Unternehmen sind keine Versorgungsanstalten für „Low Performer” und „Looser” [...] Arbeitswelt und Gesellschaft werden von einem regelrechten Gesundheitswahn beherrscht. Krankheit ist in der Arbeitswelt 2.0 völlig out. Leidend kann man keine Leistung bringen und schon gar nicht sich selbst oder Dienstleistungen verkaufen. Bei Führungskräften gehört es mittlerweile zum guten Ton, wenigstens einen Marathon im Jahr zu laufen. Arbeitnehmer teilen ihre wöchentlichen Fitnessaktivitäten via soziale Netzwerke mit. So wird auch Gesundheit zum Wettbewerb”.

B759 Patrick Helmes, Fußballspieler: „Als Profi hast du immer die Gier nach oben zu kommen”.

A441 F1.111 Aus dem Lied „Frozen” von Madonna, 1998:
„Love is a bird... she needs to fly
Let all the hurt inside of you die
You're frozen... when your heart's not open”.

B760 Kropunder: „Es gibt Kollegen, die sind so langsam, dass sie für eine halbe Stunde Pause fünfundvierzig Minuten brauchen”.

F1.112 Dr. Kurt Seikowski, Psychotherapeut: „Neulich verbreiteten deutsche Medien die Meldung, die Durchschnittslänge eines erigierten Penis in Deutschland betrage 13,9 Zentimeter. Dann messen manche Männer nach. So eine eigenhändige Messung ist aber höchst subjektiv, je nachdem, wie tief das Lineal in den Bauch gedrückt wird! [...] Wenn die Thematik einen Mann länger als sechs Monate beschäftigt und er darunter leidet, wenn die Gedanken darum kreisen. Manche alleinstehenden Männer ziehen sich dann zurück und trauen sich gar nicht mehr, eine Beziehung einzugehen. Und natürlich kann sich das auch auf die Potenz niederschlagen [...] Es gibt bei der Sexualität für vieles eine Lösung! Nur denken manche Männer da nicht dran, für sie besteht der sexuelle Akt primär aus dem Einführen des Gliedes. Die meisten Frauen können aber sehr vielfältige Spielarten der Sexualität genießen. Zum Beispiel schätzen viele die klitorale Befriedigung mit der Zunge sehr, das ist für sie oftmals gleichwertig zur Penetration. Außerdem hängt es auch von der Anatomie der Frau ab, welche Penisgröße sie als angenehm empfindet. Manche empfinden große Glieder als schmerzhaft. Ich berate Männer und Paare aber auch zu bestimmten Techniken, die das Empfinden steigern, zum Beispiel ein Druck auf die Gesäßbacken. Solche Themen in der Sprechstunde anzusprechen, kann schon vieles relativieren”.

B761 _OnlineTV_: „Konfuzius sagt, ein hohes Fertigmachen anderer führt zu keiner eigenen hohen Fertigkeit, sondern rührt aus eigener Unfertigkeit”.

21.06.2015

B757 Manuela Schwesig, Politikerin: „Als Frau kann man es eigentlich niemandem recht machen: Wer sich nicht für Kinder entscheidet, wird schräg angeguckt. Wer dann auch noch Erfolg im Beruf hat, ist die egoistische Karrierefrau. Wer sich für Kinder entscheidet und zu Hause bleibt, ist „nur Hausfrau”. Wer Kinder hat und arbeitet, ist die Rabenmutter”.

Sehen Hände nicht verschiedener aus als Gesichter?

Nachgeschlagen: Hanne Sobek; Rudolf Hartung; NASL; Magalog; Bernhard Lichtenberg; Karl-Heinz Granitza; Friedemann Weise; Giorgio Chinaglia; Edwin Ernst Moritz Geist; Dieter Spethmann; August Everding; Hermann von Pückler-Muskau; Klaus Hemmerle; Jack Unterweger; Max Fischer; Homare Sawa; WERSI; Tadeusz Różewicz; Pro hac vice; Titus Dittmann; Joan Crawford; Ratio legis; Kurt A. Körber; Hansjoachim von Rohr; Bruno H. Schubert; Hermann Herder; Moses Goldschmidt; Mirna Jukić; Friedrich Langensiepen; Joseph Rovan; Irene Awret; Ole Hallesby; Anja Mittag; Eric McCormack; Adolf Holl; Claus von Wagner; Bitzeit; Michél Mazingu-Dinzey; Bethmännchen.

A440 F1.110 Slapstick, Kurt Vonnegut, Jr., 1976: „Love is where you find it. I think it is foolish to go looking for it, and I think it can often be poisonous”.

20.06.2015

Die Beratschlagungen anderer Gäste, im Fitnessstudio, nur um anschließend gezielter gegen einen Sandsack zu treten.

Die Sätze „Bier im Weinfass bleibt Bier”, „Die kürzeren Worte sind die leichteren”, „Eine Begründung ersetzt kein Dürfen”.

A439 F1.109 Der Narr im weißen Schwan, Ludwig Börne, 1840: „Zank ist der Rauch der Liebe”.

„Discountkugel”.

19.06.2015

B755 Amir Kassaei, Werbetreibender: „Du kannst niemanden überzeugen, wenn du selbst nicht überzeugt bist. Du kannst niemanden bewegen, wenn du dich nicht bewegen lässt. Und du kannst nichts beeinflussen, wenn du die Werte verloren hast, die dich in diesen Beruf gebracht haben”.

Warum man sich ein schönes, nicht aber ein besonderes Wochenende wünscht.

Aus der Reihe Online-Sprech, Hansi Voigt, Journalist, Unternehmer: „Katzenbilder sind auch News”.

A438 F1.108 Little Women, Louisa May Alcott, 1868: „Love is a great beautifier”.

Die an Wahnsinn grenzende Erleichterung bei der Feststellung, dass man sein Leben vermasselt hat.

B756 Jörg Armbruster, Journalist: „Dass Fehler passieren, ist völlig normal. Der einzige Fehler, der nicht passieren darf, wäre, diesen Fehler nicht zuzugeben”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Tyler Brûlé, Unternehmer, Journalist, Designer: „Ich betrachte Google, Facebook, Instagram und alle anderen als Wettbewerber, die die Aufmerksamkeit unserer Leser und das Geld unserer Werbekunden wollen. Fertig. Natürlich bieten sich für uns ganz wunderbare neue Möglichkeiten, unsere Marke zu promoten. Kostenlos. Aber ich will Google und Facebook keinen Markt geben, meine Leser zu begeistern und dann mit ihrem unlimitierten Datenschatz ihr eigenes Geschäftsmodell aufzubauen. Deshalb mache ich nicht mit. Nur weil es eine Klimaanlage gibt, heißt das nicht, dass wir unser Fenster nicht mehr selbst öffnen können”.

18.06.2015

F1.106 Jürgen Domian, Moderator, Journalist, Autor: „Ich bin von Natur aus ein Einzelgänger. Ich habe es immer geliebt, mich auf jemanden zu freuen. Ich wollte nicht den Alltag, das Sockenwaschen, die Frage, wer putzt das Klo? Es gab viel Zusammensein, aber nie ein Zusammenleben. Heute denke ich, vielleicht würde das doch gehen [...] Ich bin seit einigen Jahren solo. Je älter man wird, desto schwieriger ist es, eine Liebe zu finden. Ich möchte keine Kompromisse und Konzessionen machen. Dann verzichte ich lieber, denn ich kann wirklich gut allein leben”.

„Ü40-Zocker”.

B754 Arianna Huffington, Unternehmerin, Autorin, Journalistin: „Ich bin überzeugt: Wenn du dich als etablierter Champion fühlst, dann hat dein Abstieg schon begonnen [...] Betrachte dich nie als ein vollständiges Projekt, sondern immer als work in progress, fordere und störe dich immer wieder selbst”.

Nachgeschlagen: watchful; springboard; private parts; accompany; dustbin; choppy; infrequent; oats; clipped; blood circulation; rectify; bestow; amplify; mercenary; brass; weekly market; sustain; hard feelings; literate; respite; bottle up; anvil; threesome; arrow head; rebuff; marquee; leery; replicable; confound; melee; fiancee; principal argument; administer; landmark; engaged; lighter; downpour; blunderbuss; shrub; manifold; snuffle; licorice; scrupulous; vastness; crane; mouthful; puffy; geekiness; favorite dish; spelt; wholemeal; clang; deceptive; gorgeous; reverb; ballpark; deputy head.

F1.107 Aus einem Leserbrief an die ZEIT: „Meine Tischnachbarn unterhalten sich in der voll besetzten Berghütte über eine gemeinsame Bekannte und ihren „Tschamsterer”. Wie lange habe ich dieses Wort nicht mehr gehört! Tschamsterer, das ist der Freund, Dauerverlobte, Partner, das Bratkartoffelverhältnis - immer mit einem leicht spöttischen Unterton. Inzwischen erfuhr ich, dass er auch ein weibliches Gegenstück hat, das Matschakerl. Wie man die beiden Ausdrücke korrekt schreibt, weiß ich nicht, leider auch nicht, woher sie stammen. Immerhin jedoch belegt ihre langjährige Existenz, dass es auch früher schon „gschlamperte Verhältnisse” gab!”

17.06.2015

F1.105 _Hula_Hoop: „Mädels, wenn ihr nicht wisst, was ihr beim ersten Date tragen sollt um ihn für immer an euch zu fesseln: 500 g Steak und n Sixpack Bier”.

Zu nur 0,14% aus Vanilleextrakt bestehend, heißt es doch Vanillejoghurt.

Die Sätze „Was unter der Haut steckt, kann man nicht abschütteln”, „Wer sich an andere verliert, wird von Einsamkeit umgeben sein”, „Die großen Momente, die nicht belegt sind, hat es nicht gegeben”.

Und dann jene „Textkritiken”, die inhaltlich nichts beitragen, sondern nur sagen wollen: ich lese dich.

Man kann aus „Empathie” ein „Thema” machen und damit andere überfordern. Oder einfach empathisch sein.

16.06.2015

A437 F1.104 Leonce und Lena, Georg Büchner, 1836: „O, eine sterbende Liebe ist schöner, als eine werdende”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für das erste Wort, das man spricht.

B753 StereoSushisu: „Das schlimmste am Arbeiten sind Chefs. Und Kollegen. Und schlechter Kaffee. Ich wäre lieber eine Prinzessin”.

„Kilo-Coach”.

Die Sätze „Einen sicheren Volltreffer landet man, wenn man auf jedes Pferd setzt”, „Älter zu werden ist der Quell der Jugend”, „Wer heute das Ei stiehlt, stiehlt morgen die Henne”.

15.06.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Jerome Jarre: „If you want your company to be good in social media, simply be a good company”.

A436 F1.103 Aus dem Lied „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben” von Dieter Thomas Kuhn, 05.01.1996:
„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, nananananana, was einmal war ist vorbei und vergessen und zählt nicht mehr.
Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, nananananana, mir ist als ob ich durch dich neu geboren wär.
Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, nananananana.
Heute fängt ein neues Leben an. Deine Liebe die ist Schuld daran”.

„Kalorienkolonne”.

Buchhändler haben ihre eigene Sprache. Dies trägt zu ihrer Unnahbarkeit bei.

14.06.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Sebastian Vettel, Automobilrennfahrer: „Es ist doch noch nicht lange her, da hätten wir jemanden, der sich ständig selbst fotografiert, gefragt, ob es ihm noch gutgeht. Ich denke, dass bei der Intensität, mit der die Netzwerke genutzt werden, einiges verlorengeht [...] Wir sind viel zu kompliziert und versrickt, um das Einfache, Schöne noch zu erkennen”.

Didier Burkhalter, Politiker: „Spionage ist Alltag in der Diplomatie”.

B751 Simone Menne, Managerin: „Frauen sind untereinander nicht solidarischer als Männer. Egal, was die Studien raten, wie eine Frau sein sollte, wenn sie Karriere machen will - eines ist sicher: Für Mann oder Frau gelten dieselben Regeln. Sie müssen härter und besser arbeiten als andere, wenn sie aufsteigen wollen. Und sie müssen auch mal bereit sein, sich unbeliebt zu machen”.

Das amüsante Selbstbewusstsein von casual games, welches sich dann ausdrückt in „Though you have defeated the world boss and the main enemy stronghold, there still many things to do, including defending your outposts, playing Endless mode at your home castle, unlocking and leveling up new heroes, earning rewards from the Scribe, and playing multiplayer!”

F1.101 Ulrich Clement, Paartherapeut: „Der Sollwert wird sehr hochgefahren, was Sexualität alles hergeben soll an Leidenschaft, Besonderheit und Lebenserfüllung. Das wird so strapaziert, dass man das Gefühl hat, man kommt mit dem eigenen Erleben nicht hinterher. Unterbewertet ist, dass es oft nur um Geschlechtsverkehr geht. Man unterschätzt die persönlichen Bedeutungen, die das haben kann. Wenn ich es mal pathetisch ausdrücke, ist Sexualität ein Tor zum Leben. Eine Möglichkeit, mich und meine Lebendigkeit zu erfahren und mich als Person reicher zu machen. Die Begrenzung auf körperlichen Vollzug wäre banal [...] Gerade in unserer Zeit ds sexuellen Überangebots ist es eine zentrale Kompetenz und ein Zeichen von Freiheit, nein sagen zu können nach dem Motto: „Ich höre zwar, dass sich Leute in SM-Clubs an die Decke hängen und auspeitschen lassen. Mir ist das aber fremd, ich will das weder genauer wissen noch hingehen.” Um es zuzuspitzen: Guten Sex kann man nur haben, wenn man klar weiß, was man nicht möchte. Nur dann kann man sagen: Das andere entspricht mir und das macht mich aus. Nur dann hat das Ja einen Wert [...] Für Männer ist es geläufig und bekannt, nicht zu können. Nicht zu wollen ist eher etwas Neues. Männer verstecken sich hinter ihrer Arbeit, sie haben keine Zeit. „Ich will nicht” ist für sie eine neue Errungenschaft. Alle Sexualtherapien berichten, dass die Anzahl von lustlosen Männern in der Beratung zunimmt. Seit Viagra ist Nichtkönnen kein Argument mehr [...] Eine Sexualität, die nur positiv ist, bleibt flach. Es gibt ja diesen Standardsatz; Sex soll Spaß machen. Und Spaß ist tatsächlich ein wunderbarer Aspekt von Sexualität. Aber wenn Sex nur Spaß macht, bleibt es flach. Tiefe kriegt die Sexualität erst, wenn sie auch andere Gefühle kennt, Trauer, Einsamkeit, Verlust [...] Wenn ich mich einsam fühle und mit einem Partner zusammen bin, kann Sexualität als Trost erlebt werden. Dann geht es darum, angenommen oder aufgefangen zu werden. Es macht die Sexualität reicher, dieses Gefühl zu kennen [...] Manchmal ist Sexualität nicht lustig. Manchmal ist Sexualität eher störend in meinem Leben. Die Freiheit fängt erst an, wenn ich das sagen kann. Sonst sind wir alle in diesem Positivterror, immer sexuell vital und exzessiv sein zu sollen. Davon befreit man sich, indem man sich zugesteht: Sex kann auch mal mittelmäßig oder langweilig sein. Das ist keine Katastrophe”.

B752 Vincent Zeylmans, Karriere-Coach: „Das Wort „Bewerbung” kommt von „Werbung”. Es wird erwartet, dass Sie sich von Ihrer besten Seite zeigen. Da sollten Sie keine Erklärungen, Entschuldigungen oder Antworten auf nicht gestellte Fragen nachliefern. Wenn Sie die Anforderungen an die neue Position zum größten Teil erfüllen, stehen Ihre Chancen gut. Kein Kandidat ist perfekt”.

„Problemfisch”.

A435 F1.102 Über die Liebe, Stendhal: „Das Bild der ersten Liebe ist immer rührend. Warum? Weil es fast in allen Zonen und bei allen Charakteren gleich ist. Daraus folgt, daß die erste Liebe nicht die leidenschaftlichste ist. [...] Die Liebe ist wie ein Fieber, das zwei Menschen gleichzeitig befällt. Wer von beiden zuerst gesundet, den langweilt der andere gräßlich [...] Die Liebe ist die einzige Leidenschaft, die sich mit selbstgeprägter Münze bezahlt”.

13.06.2015

Aus der Reihe Online-Sprech: „Googlegänger”.

B750 „There's a fine line between lying and getting the job”.

Gesucht wird ein anderes Wort für das „Urteil von der Straße”.

A434 F1.100 Aus dem Lied „I love you more” von The Streets, 2009:
„I drew a drawing of you after last time I saw you
I never felt to draw a picture like that before
I learnt a lot about myself drawing all morning
It was absolutely shit, I'm awful at drawing
I think I love you more than you like me
Although I'm never sure or maybe I should want to be blind
I think I love you more than you like me
Because this is even crossing my mind”.

Diese Dinge, die zu 100% erklärbar, und doch nicht nachvollziehbar sind. Zum Beispiel, dass man mit dem Kritisieren von Musik seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

12.06.2015

„Sportfunktionärskaste”.

B748 Barbara Schöneberger, Moderatorin, Schauspielerin, Sängerin: „Ich bin 41, da muss beruflich noch was kommen. Ab jetzt arbeite ich inhaltlich!”

Ich schlage mir jeden Tag etwas stärker vor den Kopf, da ich nicht fassen kann, wie Zeitungen sich selbst kaputtreden, begraben und ihr Ende beschwören. Mit ständigen Todesmeldungen verbreitet man Friedhofsstimmung.

A433 F1.099 Wolf Wondratschek: „Für eine große Liebe braucht es zwei Einzelgänger und ein Gebet”.

B749 PonteVecchio4: „Mit Kollegen etwas nach Feierabend unternehmen, ist ja so als wenn die Hölle in die Verlängerung geht”

Aus der Reihe Online-Sprech: „404. That’s an error. The requested URL /search.php was not found on this server. That’s all we know”.

11.06.2015

„Feuilletonschmerz”.

F1.098 Wer sie gibt, der bekommt sie. Dies ist die Genialität der Liebe.

„Kapierlos”.

B747 Arthur Abraham, Boxer: „Ich bin süchtig nach der Quälerei. Ich trainiere lieber den ganzen Tag als ins Büro zu gehen. Dort halte ich es keine zwei Stunden aus. Ich fühle mich wie im Gefängnis”.

„Weltmeisterturbine”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Hilf deinen Freunden, dich zu erkennen”.

„Erotikobsessionen”.

10.06.2015

_kopfchaos_: „Das Leben beginnt, wenn die Zeit egal ist”.

„Eigenkomplexität”.

Aus der Reihe Online-Sprech, Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist, Verleger: „Deutschland ist ein Digitally Failed State”.

F1.097 Ein „Ich liebe Dich” ist in zwei Sekunden dahingehaucht, und kann doch zwei Leben entscheiden.

Es gibt so wenig Musik in diesem Jahr, dass ich vor zwei Wochen zu Beethoven „zurückgekehrt” bin.

09.06.2015

Und manchmal möchte ich Fotografierenden zurufen: Davon gibt es bereits bessere Bilder.

Die Sätze „Knochen lügen nicht”, „Unberechenbarkeit führt zu Zuversicht für Zahlen”, „Angst macht unhöflich”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech: „Facebook macht der Welt vor, wie digitaler Kolonialismus funktioniert”.

Das Entzücken gegenüber neuen Worten für längst Vertrautes, zum Beispiel „Schwesternsaft” für alkoholfreies Bier.

F1.096 Warum achten so viele verheiratete Männer nicht mehr auf ihr Äußeres? Gerade weil man fest vergeben ist, sollte man sich nicht gehen lassen.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Flaschendrehen-to-go. Spielregeln. Wenn der Pfeil auf Dich zeigt, heißt es: 1. Stell' Deinen Beziehungsstatus bei Facebook auf „vergeben” und markier' die Schwester Deines besten Freundes/den Bruder Deiner besten Freundin. 2. Google eine Yoga-Partnerübung und führ' sie mit Deinem linken Sitznachbarn durch [...] 6. Mach' ein Selfie, bei dem Du Dir vorstellst, dass sich das Wochenende ab sofort um einen Tag verlängert. Lad' das Bild auf Instagram hoch & tagge es mit #thefruitsmademedothis”.

08.06.2015

B746 D505 Während einer akuten Phase kann Arbeit ein Segen, ein Positivhebel, ein bezahltes Bestätigtwerden sein. Wenn es dort gut läuft.

„Sitzeritis”.

F1.095 Die mit anhimmelnden Worten, Sonne suchenden Wendungen, luftigem Wahnsinn und lockerem Witz versehene Sprache von Verliebten, die sich damit eine kunterbunte Lagune graben.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn Wirklichkeit Satire übertrifft.

Eine halbe Stunde mehr oder weniger Sport geben dem Tag völlig verschiedene Richtungen.

Automatische Ergänzung für „pornös”: „porös”.

07.06.2015

Die Sätze „Wer die Spielregeln bestimmt, gewinnt das Spiel”, „Etwas Besonderes zu sein bedeutet nicht, besonders Scheiße sein zu dürfen”, „Wendig währt am längsten”.

D504 Depressionen zu zeigen macht sie nicht normaler.

Gesucht wird eine Bezeichnung für das Nachklingen von Gesprächen.

F1.094 Auf den Punkt gebracht: wenn Sex nicht so billig wäre, würden Beziehungen länger halten.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies”.

B744 Dabei ist Büro nicht mal die bestbezahlte Mutprobe.

Die klangliche Nähe zwischen „unehelich” und „unehrlich”.

B745 Thomas Tuchel, Fußballtrainer: „Wenn einer das gewisse Extra hat, bin ich bereit, auch mal wegzusehen. Nur mit braven Spielern gewinnt man die wichtigen Partien nicht. Aber kein Spieler darf die Mannschaft als Bühne für seine Selbstdarstellung nutzen”.

06.06.2015

F1.092 Malte Welding: „Aber gerade das ist das Begeisternde an Liebe: dass es Lebkuchenherzen gibt und Diddl-Mäuse, Boybands, Nackenbeißer und Rosamunde Pilcher, aber noch die furchtbarste Kommerzbrühe der Magie nichts anhaben kann. Teenager mögen fünf Terabyte Pornos konsumiert haben, und doch gerät ihr Herz aus dem Takt, wenn der Schwarm aus der Parallelklasse sie anlächelt; Studenten mögen noch so sehr darauf gedrillt werden, arbeitsmarktkonform zu funktionieren, und ziehen doch nicht dem Job hinterher, weil ihre Liebe kein Zugvogel ist; junge Paare werfen alle Bedenken über Bord und zeugen gegen jede Vernunft Kinder. Die Liebe ist ein Wahnsinn. Sie sich zu leisten, macht den Homo sapiens zum Menschen”.

„Erlebnisbiografie”.

F1.093 Dorothee Jaitner, Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie: „Aus analytischer Sicht scheint mir das Internet regelrecht im Dienste der Abwehr zu stehen: Wer Ängste hat, muss keinen Small Talk mehr zum Kennenlernen führen, auf einer Party oder im Bus. Er kann virtuell ins Gespräch kommen, das löst weniger Ängste aus. Aber so wird der Druck rausgenommen, sich real zu verabreden, und sei es mit einer guten Freundin auf einen Kaffee. Wenn ich Patienten doch dazu bewegen kann, sagen sie: Stimmt, das ist viel erfüllender als zu chatten [...] Bindungsängste führen häufig sogar dazu, sehr viele flüchtige Beziehungen zu führen - und immer, wenn es zu ernst wird, flüchten sie. Auch das wird durch Partnerbörsen, Dating-Portale und Handy-Apps wie Tinder begünstigt: Viele meiner Patienten nutzen das intensiv. Auf mich wirkt es wie im Shopping in einem guten Supermarkt, nur nach Partnern. Es spricht ja nichts dagegen, sich auszuprobieren, wenn man jung ist. So aber den passenden Partner fürs Leben zu finden? Das mag nicht ausgeschlossen sein - aber Menschen mit Bindungsängsten drohen, sich da regelrecht zu verlieren. Sie kommen von einer flüchtigen Beziehung zur nächsten, es wird immer beliebiger [...] Heute werden Beziehungen oft überfrachtet mit all den idealisierten Vorstellungen darüber, was sie alles erfüllen sollen [...] Die Ursache liegt in einem Mangel an Selbstwert- und Selbstgefühl, dazu gehört auch, dass immer verbissener nach Optimierung, Perfektionierung gestrebt wird - also auch der Partner perfekt sein muss. Aus Angst, sich mit dem „Falschen” einzulassen, geht man keine Dauerbeziehung ein”.

Die Sätze „Beim Puzzeln fange man mit den Ecken an”, „Eine Arzt, der sich selbst heilen will, hat einen dummen Patienten”, „Auch ein Dreitagebart hält nur einen Tag”.

„Karbongemüt”.

Ehrfurcht zu haben vor „Intelligenz” und bei jeder Erwähnung des Wortes erschauern. Lächerlicher geht es kaum.

„Problemlösungskapazität”.

Horst Teltschik, Politiker, Manager: „Politiker tun sich immer schwer, öffentlich zu sagen: „Ich habe keine Lösung, und ich muss gewissermaßen die Probleme analysieren, ich muss alle fachlichen Ratschläge einsammeln”. Ein Politiker neigt immer gerne dazu, fertige Antworten zu geben. Mein Bundeskanzler Helmut Kohl hat in der Regel geantwortet, wenn ein Journalist gesagt hat „Hier haben Sie ein Problem”, das er erst einmal gesagt hat: „Ich hab kein Problem”. So nach dem Motto: Ich hab eher die Lösung als das Problem. Das ist schon eine starke Neigung von Politikern”.

Zeit zu haben kann man lernen.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der Süddeutschen Zeitung: „Egal, ob auf der Kurztextschleuder Twitter oder Facebook und Instagram: Überall werden prestigeträchtige Einladungen, erhaltene Preise, bestandene Prüfungen und Beförderungen pflichtschuldig und mehrfach vermeldet, manchmal auch nur absolvierte Trainingseinheiten und Läufe über 4,8 Kilometer. Gerade ältere Quereinsteiger aus der Kreativbranche verstehen die sozialen Boards nahezu ausschließlich als Ticker für ihre Ego-News, da werden auch lobende Leserbriefe extra eingescannt und jeder banale Zuspruch gnadenlos retweetet. So ganz übel nehmen kann man ihnen das nicht, schließlich sind die Plattformen als Ich-Maschinen angelegt [...] Bei Messenger-Diensten darf längst ansatzlos geschwallt werden, ohne sich von Syntax oder Grammatik aufhalten zu lassen. Das ändert nichts daran, dass sich der Empfänger einer hingesudelten Nachricht eventuell unter Wert behandelt fühlt. Aber dann kann er ja ein ärgerliches Emoji als Antwort senden [...] Ohne Zweifel ist es bequem, die ganze Geburtstagslogistik an Facebook auszulagern. Sich morgens erst daran erinnern zu lassen, mittags als 43. Freund in der Reihe auf der Seite ein unfrisches „Jo, alles Gute auch von mir!” abzusondern und abends nachzusehen, ob sich der Jubilar in irgendeiner Form (entweder Massendank oder jeweils einzelnes „ Gefällt mir ”) reagiert hat. So sehen Geburtstagsfeierlichkeiten heute aus [...] Soziale Netzwerke sind polylaterale Systeme. So richtig Fahrt nimmt das Ganze nur auf, wenn man folgt und verfolgt wird. Eine kleine Grundsatzfrage drängt sich dabei auf: Wäre es nicht höflich, jedem, der einen folgt, auch zu folgen? Früher hat man gelernt, dass es sich schickt, wenn man kleine, allgemeine Komplimente (nichts Anderes ist das Folgen) auch erwidert [...] Hashtags sind wie Kescher, man fängt mit ihnen breitflächig Aufmerksamkeit. Wer das Spiel damit beherrscht, kann seinen Inhalten Strahlkraft verleihen und tief ins Hauptprogramm funken”.

05.06.2015

B742 Thomas Eichin, Sportmanager: „Weiterentwicklung wird durch Kontinuität erzielt”.

„Kokosnussmangel”.

F1.091 Gesucht wird eine Bezeichnung speziell für das Gekicher beim Bereden von Hochzeitsplänen.

Aus der Reihe Online-Sprech, Mathias Döpfner, Manager, Musikkritiker: „Wenn Journalisten aufhören, über den besten ersten Satz zu sprechen, dann wird es wirklich schwierig. Ich würde wieder Seminare über den besten ersten Satz machen. Das ist vielleicht wichtiger, als nur über SEO zu reden”.

Die Verwendung des eigenen Kosenamens am Ende des Briefes kann dem ganzen Schreiben eine völlig neue Richtung geben.

B743 Gianluigi Buffon, Fußballspieler: „Man wird nie satt. Je älter man wird, desto besser schmecken die Erfolge, weil es die letzten sein könnten”.

Prof. Dr. Martin Weichbold, Kultursoziologe: „Sehr gute Umfragewerte sind für die großen Parteien fast so gefährlich wie schlechte Umfragewerte. SPD und CDU haben immer größere Schwierigkeiten ihre Wähler an die Urnen zu bekommen. Gilt ein Wahlsieg als wahrscheinlich oder sicher, sehen viele Anhänger ebenso wenig einen Grund zur Wahl zu gehen, als wenn die Niederlage ausgemacht zu sein scheint. Und dann geht es auch um die Motivation der eigenen Partei. Wahlkampf funktioniert nur, wenn viele kleine Funktionäre loslaufen, und denen muss man sagen: Es lohnt sich, dass Du Dich jetzt für Deine Partei einsetzt. Es ist schlecht, wenn die glauben, ihre Partei liege hoffnungslos hinten oder habe sowieso schon gewonnen. Parteien brauchen im Umgang mit Umfragen verschiedenen Strategien - eine für die Öffentlichkeit und für die Medien und eine Strategie parteiintern”.

04.06.2015

D503 abstiegskampf: „Manchmal ist es so als wäre die Depression das einzige was meine Identität ausmacht. Wer wäre ich ohne sie?”

„Clubkataster”.

F1.090 Aus einer Infografik: „9 Millionen Singles suchen ihren Partner online [...] Auf den „Big 4”-Online-Portalen sind jede Sekunde mindestens 1000 User aktiv [...] In Europa entstehen in Deutschland die meisten Online-Beziehungen [...] 2.500 Dating-Portale in Deutschland [...] In Hessen entstehen die meisten Ehen durch Online-Dating, in Bayern die wenigsten”.

Es steht drauf, ist jedoch nicht drin: alkoholfreies Bier.

B741 „Sitzen ist das neue Rauchen”.

03.06.2015

B740 Ein Kollege, über den alle lästern, der muss was sein.

„Entbürokratisierungsaspekt”.

Gregor Gysi, Rechtsanwalt, Politiker: „Zur Politikmüdigkeit kommt es aus mehreren Gründen. Der erste ist, dass wir keine funktionierene Weltpolitik haben, und die Leute überhaupt nicht mehr wissen, wo es lang geht [...] Die zweite ist: Wir haben eine völlig falsche Finanzstruktur in Deutschland, die dazu führt, dass die Kommunen kein Geld haben. Das heißt, dort wo die Leute leben und arbeiten, verändert sich nichts, ganz egal, wen sie wählen [...] Und das ist das nächste Problem: Dass die Politik sich keine Gedanken macht, wie man Demokratie attraktiver gestalten kann. Man hört immer häufiger: „Die quatschen alle gegeneinander, dabei wissen wir doch sowieso, was beschlossen wird” [...] Mir hat Oskar Lafontaine mal den Unterschied zwischen einem Genießer und einem Alkoholiker erklärt: Der Alkoholiker muss vor jedem Termin etwas trinken, der Genießer macht es nach dem letzten [...] Interessanterweise werden die meisten Politiker auch erst dann krank, wenn sie aufhören. Die können mit der plötzlichen Freizeit nichts mehr anfangen”.

„Anti-Kopierer-Manifest”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Was die Kanzlerin von Kim Kardashian lernen kann”.

F1.089 Die Vorstellung, dass Ehen glücklich bleiben, wenn man in getrennten Schlafzimmern nächtigt.

D501 MarcelDykiert: „Ich überlege ohne nachzudenken. #depression #notjustsad”.

Zu Unkraut sagt man auch Beikraut. Warum hat sich das bei Unmenschen nicht etabliert?

Aus der Reihe Online-Sprech, Christopher Lauer, Politiker: „Die Netzgemeinde™ ist in großen Teilen ein selbstgerechter Mob, der es sich in der Nische bequem gemacht hat. Die wollen nichts verändern, die sind mit dem Status Quo zufrieden. Ich wünsche mir manchmal, die Menschen die im Internet so hassen würden einfach damit aufhören. Hier machen sich meiner Meinung nach Plattformen wie Twitter und Facebook aber auch einen schlanken Fuß, Stichwort Gamergate [...] Was den Internethass angeht, ich habe mich damit abgefunden, dass das anscheinend zu meiner Person gehört. Deswegen würde ich ja Deutschland auch gerne vertreten, wenn Shitstorm olympisch wird”.

D502 Daniel Hell, Psychiater, Psychotherapeut, Autor: „Zunächst standen in der Psychiatrie ja nur schwerste Störungen im Vordergrund, etwa schwere manische, depressive und psychotische Zustände. Diese waren schon immer bekannt, nur wurden diese Zustände im Mittelalter nicht als Krankheiten gesehen, sondern als Einwirkungen von Dämonen. Psychose war früher Besessenheit, Depression war Melancholie oder auch Acedia, die Todsünde Trägheit. Die Moderne hat diese Vorstellungen säkularisiert und entdämonisiert. Jetzt sprechen wir von Pathologien, also Krankheiten oder Störungen [...] Wir sind erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Vorstellung gelangt, dass alles, was mit Leiden einhergeht, auch gemäß der WHO, Krankheitswert hat. Die Ausweitung der Krankheitsfälle lässt sich statistisch erfassen: 1970 waren 180 Diagnosen im amerikanischen Klassifikationssystem DSM aufgelistet. Jetzt sind es 400 Diagnosen. Diese Entwicklung wurde erleichtert, weil heute Rechner zur Verfügung stehen, die statistisch die Bevölkerung durchmustern und Symptommuster definieren, die auf Datensätzen beruhen [...] Anfang des 20. Jahrhunderts hat man depressive Erkrankungen bei unter einem Prozent der Bevölkerung diagnostiziert. Heute leiden 20 bis 25 Prozent an weiter gefassten Formen von Depressionen. Für die Pharmaindustrie und das Gesundheitssystem ein Segen [...] Dass wir mittendrin sind im Maschinenzeitalter, lässt sich nicht leugnen. Darum überzeugt auch so viele Menschen die Antwort der Pharmaindustrie. Aber in der psychiatrischen Praxis wirken sich die bisherigen biologischen Fortschritte nur gering aus. Viele Psychiater diagnostizieren immer noch deskriptiv nach dem Erleben und Verhalten der Patienten. Es gibt auch viele Studien zufolge für die meisten psychischen Störungen keine biologischen Marker, die eine Störung im Gehirn eindeutig lokalisieren könnten. Das Gehirn ist dafür viel zu komplex. Nach wie vor ist die therapeutische Beziehung zum Beispiel bei Depressionen der am besten nachgewiesene Wirkfaktor. Wir sind eben doch die alten Menschen”.

02.06.2015

„Strafraum-Kämpfer”.

Und dann gibt es diese Dinge, die man interessant findet, ohne sich für sie zu interessieren.

Ist nicht atemberaubend, wie unterschiedlich sich das gleiche Stück in verschiedenen „Lebensphasen” anhört - als hätten längst verstorbene Musiker, Komponisten und sonstige Klangkünstler noch einmal neu aufgelegt.

Aus der Reihe Online-Sprech, Astrid Carolus, Medienpsychologin: „Viele sind nicht mit dem Klarnamen im Netz unterwegs. Da schreiben sie dann vielleicht Dinge, die erst mal nicht mit ihnen in Verbindung gebracht werden können. Die Erfolgsaussichten, dass das zurückverfolgt wird, sind ja relativ gering [...] Die Gruppeneffekte bei Shitstorms kennen wir auch aus der Offline-Welt, zum Beispiel von Fußball-Fans oder einem Mob [...] Man muss versuchen, sich selbst rauszunehmen, das was passiert ist zu rationalisieren und zu verstehen, dass ich als Person austauschbar bin und der Shitstorm eigentlich nicht gegen meine Person geht, sondern fast jeden hätte treffen können. Man kann sich aus der Situation befreien, indem man sich aus den Netzwerken abmeldet oder diese Sachen einfach nicht mehr liest. Sich professionelle Hilfe zu holen, ist in so einem Fall wahrscheinlich auch eine gute Idee”.

01.06.2015

B739 Herzloewin: „Menschen, die sich im Büro so wenig bewegen, dass der Bewegungsmelder das Licht ausschaltet. Die finde ich super”.

Gibt es noch Leute, die sich gegenseitig aus Tageszeitungen vorlesen?

„Klau-Krake”.

A432 D500 Elizabeth Wurtzel, Schriftstellerin, Journalistin, Rechtsanwältin, 01.10.1995: „That's the thing about depression: A human being can survive almost anything, as long as she sees the end in sight. But depression is so insidious, and it compounds daily, that it's impossible to ever see the end”.

31.05.2015

F1.087 0142d60362b5488: „Und ich warte. Auf einen Menschen. Der mich liebt. Keine Angst vor mir hat. Dem ich wieder vertrauen kann. Der mich wieder Leben lässt”.

„Aufmerksamkeitsökonomik”.

Jürgen Klopp, Fußballtrainer: „Es gibt dumme Fragen. Das weiß ich ganz sicher. Ich werde häufig damit konfrontiert”.

Nachgeschlagen: Catherine Dent; Alan McInally; Anna May Wong; Deniz Aytekin; Jaromír Jágr; Ruth Wilson; Kwas; Schlappekicker; Hans-Josef Kapellmann; Scherwind; Alfred Wegener; Måns Zelmerlöw; Cybersquatting; Lucian Freud; Bockspringen; Wolfgang Wolf; Julie Andrews; Gonzo-Journalismus; Triple Gold Club; Kylie Jenner; Gery Keszler; Anna Kendrick; Patrize; Egmont Colerus; Filete; NRA; Fanny Adams; Fischerring; Renate Blume; James Wilson; Gina Philips; Rolf Hoppe; Ivo Iličević; Christiane Neudecker; Lino Banfi; Gershom Scholem; Donna Summer; Persipan; Jack Greenwell; Michael Degen; Bettina Zimmermann; Dario Krešić; Aurora Borealis; Justin Long; Hans Camper; Klaus Ender; Tabrett Bethell; Cargill; Olaf Bodden; Thomas Nast; Oskar Werner; Amando de Ossorio; Joni Mitchell.

F1.088 Françoise Gilot, Malerin, Grafikerin, Schriftstellerin: „Wenn ich jemanden liebe, liebe ich ihn - wenn es vorbei ist - pfff. Ich halte Gefühle nicht weiter am Leben. Nein [...] Für mich ist es ein Zeichen von Dummheit, immer wieder dieselbe Sache wiederholen zu wollen, die schon einmal nicht funktioniert hat. Wenn man die Lektion nicht lernt und nicht versucht, sich weiterzuentwickeln im Leben, dann tut es mir leid [...] Ein mittelmäßiger Mensch hat selbst keine so großen Probleme, also wird er sich den ganzen Tag auf deine stürzen. Das ist nicht gut. Man sollte dem anderen nicht zu nahe kommen. In der Liebe ist es sehr wichtig, seine Freiheit nicht zu verlieren [...] Für eine Frau ist es immer besser, ungekannt zu bleiben. Auf diese Weise sind die Männer immer daran interessiert, mehr herauszufinden. Man darf sich Männern nie ganz offenbaren. Niemals. Bloß nicht. Die manipulieren einen sonst nur. Wenn sie aber nicht wissen, welche Schrauben sie drehen können, werden sie einen auch nicht manipulieren [...] Wir sind immer von jemandem fasziniert oder angezogen, wenn es da noch ein Geheimnis gibt. Wenn wir noch nicht alles über den anderen verstanden haben. Wissen wir alles über den anderen, werden wir müde. Und gerade Frauen haben doch den Vorteil, etwas rätselhaft zu sein [...] Mit einem Mann muss man interessant sein - nicht höflich”.

D499 Andreas Reif, Professor der Psychiatrie: „Der Absturz liegt nun einige Wochen zurück, und ich spüre in meiner täglichen Arbeit als Psychiater deutlich, dass das schreckliche Unglück die Stigmatisierung von psychisch Kranken neu entfacht hat [...] Der mediale und gesellschaftliche Umgang mit der Flugzeugkatastrophe hat die Entstigmatisierung von psychisch kranken Menschen um Jahre zurückgeworfen. Der Flugzeugabsturz hat deutlich gemacht, auf welch dünnem Eis sich die Integration und Akzeptanz von psychisch kranken Menschen in unserer Gesellschaft bewegen. Die Angst vor diesen Patienten ist schnell wieder geweckt, ebenso die Pauschalisierung und die Vorurteile ihnen gegenüber - zum Beispiel, dass „solche Menschen” nicht belastbar seien oder dass man ihnen keine verantwortlichen Aufgaben übertragen könne, was so pauschal keinesfalls stimmt [...] Steigen die Vorbehalte in der Gesellschaft, gehen Betroffene seltener zum Arzt, trauen sich nicht, ihre Symptome offen zuzugeben, und bekommen so keine Hilfe [...] Zu wenig verstehen die meisten von den objektiven medizinischen Tatsachen wie den wissenschaftlich belegten Diagnosekriterien und Therapiemöglichkeiten oder von den Ursachen und Symptomen solcher Krankheiten. Mit zu viel Verständnis meine ich, dass jeder glaubt, von seiner eigenen Gefühlswahrnehmung auf die Gefühlslage eines psychisch kranken Menschen schließen zu können. Traurig, ängstlich oder fröhlich war jeder schon einmal. Das lässt sich aber nicht eins zu eins auf die Symptome einer psychischen Krankheit übertragen. Depressiv zu sein fühlt sich nicht so an wie traurig sein. Ausgelassene Fröhlichkeit gleicht nicht einer Manie, und Unwohlsein ist nicht wie eine ausgeprägte Panikstörung [...] Eine Depression kann man nicht mit einem Wellness-Tag behandeln, und auch bei Angststörungen hilft nicht einfach „Augen zu und durch” [...] Die Weltgesundheitsorganisation - der nicht nachgesagt wird, sie sei von Psychiatern dominiert - sieht für das Jahr 2030 Depression als bedeutendstes weltweites Gesundheitsproblem überhaupt an. Auf dieses brisante gesundheitsökonomische Problem hat unsere Gesellschaft überhaupt keine Antwort, es wird schlicht ignoriert [...] Psychische Erkrankungen sind häufig. Sie sind ein Teil der Medizin. Man darf keine Unterschiede zu anderen Fachrichtungen machen. Diese Patienten dürfen in keine Ecke gedrängt werden, das verschlechtert ihre Prognose und Versorgung dramatisch, das wiederum hat Auswirkungen auf unsere gesamte Gesellschaft”.

30.05.2015

D496 Marlies Gruber, Ernährungswissenschaftlerin, Autorin: „Die genauen Pfade der für den Genuss zuständigen Substanzen im Zentralnervensystem sind noch nicht komplett erforscht. Klar ist, dass die Ausschüttung von Dopamin eine große Rolle spielt. Belege für eine therapeutische Wirkung des Genusses haben zum Beispiel Psychologen der Universität Marburg geliefert. Dort wurde die „Kleine Schule des Genießens” als Therapieprogramm für Depressionspatienten entwickelt. Es konnte gezeigt werden, dass bei Menschen mit Depressionen die sinnliche Wahrnehmung stark heruntergedimmt ist. Wenn sie anfangen, wieder bewusst zu riechen und zu schmecken, können sich ihre Therapiechancen deutlich erhöhen”.

„Präferenz” als professionelles Wort für Schwäche.

B737 Sebastian Kehl, Fußballspieler: „Ich bin ein schrecklicher Realist. Das ist meine Art, in Erfolgswellen nicht unterzugehen und in Niederlagen eben auch nicht zu sterben”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für fehlende Selbstverständlichkeit.

A431 D497 Kay Redfield Jamison, Psychologin, Autorin, 14.01.1997: „Others imply that they know what it is like to be depressed because they have gone through a divorce, lost a job, or broken up with someone. But these experiences carry with them feelings. Depression, instead, is flat, hollow, and unendurable. It is also tiresome. People cannot abide being around you when you are depressed. They might think that they ought to, and they might even try, but you know and they know that you are tedious beyond belief: you are irritable and paranoid and humorless and lifeless and critical and demanding and no reassurance is ever enough. You're frightened, and you're frightening, and you're „not at all like yourself but will be soon,” but you know you won't”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Diese Nachricht ist vor allem aufgrund der an der Konversation beteiligten Personen wichtig”.

B738 D498 Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie: „In der Arbeitswelt haben Leistungsdruck, Zeitdruck und Multitasking in den letzten Jahren weiter zugenommen. Vor allem durch die ständige Erreichbarkeit über Handy und E-Mail können viele Arbeitnehmer buchstäblich nicht mehr abschalten. Das Gehirn braucht aber Zeiten der Ruhe [...] Ein erstes Warnzeichen ist oft das Gefühl, schon am Montagmorgen gestresst aus dem Wochenende wiederzukommen. Wenn sich das Gehirn nicht ausruhen kann, bekommen viele Menschen mittelfristig Schlaf- oder Konzentrationsstörungen. Im Extremfall drohen Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen. Auch das Abschalten mit Hilfe von Alkohol ist eine riskante Angewohnheit [...] Da sind auch Vorgesetzte und Betriebsärzte gefragt. Die müssen mit darauf achten, ob jemand dazu neigt, sich gar keine Ruhezeiten mehr zu gönnen. Betriebsärzte sollten nach eventuellen Konzentrations- und Schlafstörungen und nach dem Stressempfinden der Mitarbeiter fragen. Und Mitarbeiter sollten solche Warnzeichen mit dem Betriebsarzt besprechen. Der hat schließlich Schweigepflicht. Und kann im Zweifel auch Hilfe vermitteln”.

29.05.2015

Die Sätze „Wo Sprache ist, da sind auch Sorgen”, „Jeder Nachteil hat seine Vorteile”, „Ein Schriftsteller hört nie auf zu arbeiten”.

Dieter Hecking, Fußballtrainer: „Man muss Titel holen, um als guter Trainer zu gelten. Das ist leider so. Ich halte diesen Maßstab für verfehlt”.

Gesucht wird eine Bezeichnung dafür, wenn man jemanden „emotional verhungern”, zum Beispiel vor „Sehnsucht sterben” lässt.

Der Unterschied zwischen wach geworden und in die Gänge gekommen heißt: Kaffee.

D495 Wie das Leben zum Patienten wird.

A430 F1.086 Aus dem Lied „So tough” von Mother and the addicts, 10.08.2007:
„Well, it don’t mean much to me
No it’s really nothing
when girls cry, they all sound the same
It’s most enticing, as tears roll down her cheeks
and I think of no one but myself and all that I could be”.

28.05.2015

F1.084 Aus der ZEIT-Serie „Sonntagnachmittag. Ich fahre mit dem Fahrrad nach Hause. Mitten auf dem Elbradweg kommt mir ein altes Pärchen entgegen, beide um die 70. Sie sitzt im Rollstuhl, er schiebt. Auf einmal bleibt er stehen und küsst seine Frau aufs Haar. Sie lächelt. Dann gehen sie weiter”.

Die Sprache der Politiker oder wie aus der einlullenden „Vorratsdatenspeicherung” die angebliche „Speicherpflicht und Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten” wurde.

„Ich würde Dich nie anlügen” - ein Satz von Lügnern für Belogene.

Volker Weidermann, Literaturkritiker: „Die existenzielle Bedeutung von Literatur ist nicht mehr da, und das können wir auch nicht mehr nachstellen”.

Jürgen Klopp, Fußballtrainer: „In einer Pressekonferenz kannst du das Spiel weder gewinnen noch verlieren. Eigentlich ist das völlig Wurst, was du da sagst. Und wenn das schon Wurst ist, dann kannst du auch Spaß dran haben [...] Das Leben ist zu kurz, um Sachen halb zu machen [...] Die Fähigkeit, besondere Momente zu erkennen, halte ich für ausgesprochen wichtig. Ich mag das nicht, wenn etwas passiert, was wirklich eine Bedeutung hat und man geht so daran vorbei. Ich finde, das muss man echt aufsaugen, das gehört echt dazu, das muss man packen ins Gedächtnis, das darf man nicht mehr verlieren, weil das ist schwere Stunden und so weiter”.

A429 F1.085 Claudette Wyms, Figur aus der Fernsehserie „The Shield”, 07.05.2002: „Sie haben die richtigen Antworten, heute. Doch in der Ehe geht es darum, die richtigen Antworten jeden Tag zu haben”.

Die zwischen „öde” und „langweilig” liegenden Freiheitsgrade.

Auf einem Sweatshirt gesehen: „when was the last time you did something for the first time?”

27.05.2015

Wolkensamt: „Die Hoffnung stirbt verletzt”.

Einem Schriftsteller, der keiner ist, zu sagen, dass er keiner ist, zählt zu den härteren Tatsachenausbrüchen.

D493 Hansjörg Becker, Psychiater, Unternehmer: „Kopfarbeit wird in fast allen Berufen immer wichtiger. Selbst ein Gabelstapelfahrer muss heute Displays bedienen können. Was früher der Rücken war, ist heute die Seele”.

B736 Scherzilatte: „Drei Dinge, die ich heut im Büro erledigt habe:
- Schnaps im Internet bestellt
- Pornösen DM-Dialog geführt
- Drei-Dinge-Tweet getwittert”.

Die Sätze „Austausch setzt einen gemeinsamen Zeichensatz voraus”, „In der Faust sind alle Finger gleich lang”, „Wer mit Schrot schießt, wundere sich nicht über die Zielgenauigkeit”.

Diese Uhrzeiten, in denen Versprechen besser funktionieren.

D494 Andreas Reif, Professor der Psychiatrie: „Es ist sinnvoll, Kollegen auf Hilfsangebote bei psychischen Erkrankungen hinzuweisen. Auch mit dem Kollegen etwas zu unternehmen kann ihm helfen. Aber es ist ein Fehler zu denken, man geht abends ein Bier trinken, und dann ist alles wieder gut. Ein Depressiver braucht schon einen Therapeuten [...] Es mag Unterschiede bei den Unternehmen geben, aber generell habe ich das Gefühl, psychische Erkrankungen sind für viele Betriebsärzte ein weißer Fleck auf der Landkarte. Dabei würde es sich lohnen, psychisch Kranken frühzeitig zu helfen. Es bringt schließlich nichts, einen Mitarbeiter zu haben, der am Arbeitsplatz zwar körperlich anwesend ist, aber trotzdem „nichts auf die Knete” bekommt”.

26.05.2015

Rebecca Maria Salentin, Schriftstellerin: „Am meisten genieße ich am Reisen aber das Wissen bzw. die Gewissheit, danach wieder nach Leipzig zurückkommen zu können. Hier ist mein Zuhause. Und dann ist es so, dass aus der Distanz das Vertraute schärfere Konturen bekommt. Das mag paradox klingen, fühlt sich für mich aber sehr logisch an”.

A428 F1.083 Aus dem Lied „Second, Minute Or Hour” von Jack Peñate, 08.10.2007:
„I lost my head when I found my heart
But now with neither I've fallen all apart
With this voice and chord i'll tell you from the start
She never wanted me, she never wanted me”.

Jupp Heynckes, Fußballtrainer: „Die Kategorie „schön” passt nicht zum Fußball, weil es sich dabei um eine höchst intensive Arbeit handelt”.

Wenn die Fußstapfen des Vorgängers so groß sind, dass man die Ränder nicht sieht und den Schuh vergisst.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus der FAZ: „In einem Buch von Nicholas Carr über die Auswirkungen des Internets auf unsere Hirnstruktur finde ich die hier beschriebene Entwicklung parodiert in einem speziellen Gebrauch des Begriffs „multitasking”. Das Netz, so zitiert Carr dessen Propagandisten, führe vielleicht zu einem Verlust an Konzentrationsfähigkeit; dafür würden wir neue Fähigkeiten erwerben, etwa die, „34 Gespräche gleichzeitig zu führen in sechs verschiedenen Medien”. Die amerikanischen Studenten, die ich danach frage, zögern einen Moment, dann kommt: „Ja, vier bis fünf Gespräche gleichzeitig” würden sie schaffen, mittels ihrer diversen verfügbaren Medien. Den Bedürfnissen dieses Segment-Ichs ist die heutige innere Organisation demokratisch-technologischer Gesellschaften angepasst. Da ein normensetzendes Zentral-Ich als verbindliche Verhaltensinstanz zwar noch gefordert, aber nicht mehr durchgesetzt werden kann, sehen sich heutige Verhaltenslehre und die Rechtsprechung gezwungen, mehr und mehr gesellschaftliche Spielräume zu öffnen oder zu legalisieren, die bis vor kurzem noch als verbotene galten. Heute ist so gut wie alles erlaubt, was nicht allzu auffällig die geforderten Arbeits- und Wohnabläufe des sogenannten Normalbürgers stört. Die entscheidende Einschränkung lautet: Es muss in Enklaven passieren, in jeweils eigens errichteten gesellschaftlichen Spezialräumen, die nicht jedem zugänglich sind. Man könnte auch sagen: in Parzellen oder Milieus, Communities, Clubs oder Privatstaaten. Das gilt für so gut wie jede Sexualitätsform wie für die diversen Formen des Drogengebrauchs”.

25.05.2015

B735 Wenn man ständig arbeitet, verliert man den Blick für Arbeit.

Neugier: der Weg zum inneren Frieden.

Manchmal braucht man ein Leben lang, um aus einer guten Idee ein Desaster zu machen.

Gesucht wird eine Bezeichnung speziell für die Freude über ein Wortspiel.

24.05.2015

Die Nähe von Phrasen zu philosophischen Erkenntnissen.

B734 Der Mensch plant und die Arbeit lacht.

Die Sätze „Taten sind eloquenter als Worte”, „Älterwerden bedeutet, dass Jungbleiben mehr Zeit in Anspruch nimmt”, „Verluste bringen Menschen zusammen”.

Nachgeschlagen: sapling; grandmaster; court; hunch; innuendo; wane; overstated; predicament; fulfillment; departure; plainly; oust; probationary period; graduate; past due; strain; deface; goofy; slug; last rites; fortunate; dash; shabby; periscope; spurn; mummy; imbue; baffling; premature; excelsior; support group; fizzle out; overzealous; decalcify; house-warming party; locusts; forte; syndication; bowel; congressman; softener; judicial; eliminator; self-centered; confine; go-getter; furrow; hourglass; lawn-mower; behold; commotion; millipede; gimmick; wet blanket; bun; drawer; by no means; barb; knucklebone; wiggle; beady; cleavage; heist; disobedient; sciatica; luminous; uproar.

23.05.2015

„Aktionsglück”.

Die Sätze „Sparen an falscher Stelle wird teurer als das Geld auszugeben”, „Selbstbewusstsein schlägt Selbstkritik”, „Wer der Herde folgt, sieht Menschen nur von hinten”.

„Minderräumigkeitskomplexe”.

Ryan Gosling, Schauspieler, Filmregisseur, Drehbuchautor, Musiker: „Wenn du ohne Vater aufwächst, wirken andere Männer auf dich wie Wölfe”.

Automatische Ergänzung für „rucklige”: „Rücklage”.

22.05.2015

F1.082 B733 Winfried Glatzeder, Schauspieler: „Aufmerksamkeit zu bekommen war ein Grund, warum ich Schauspieler geworden bin. Der zweite war, Geld zu verdienen. Und der dritte, bei Mädchen auszulösen [...] Erfolg ist immer gut. Es ist nur schwer zu ertragen, dass die Popularität im Alter weniger wird”.

Gesucht wird ein anderes Wort für „neugiermüde”.

Gregor Gysi, Rechtsanwalt, Politiker: „Die Politik ist durchschnittlicher geworden”.

„Bilanzselbstmord”.

21.05.2015

B731 Daniel Brühl, Schauspieler: „Streiten gibt mir Vertrauen. Weil ich weiß, auch wenn man sich gerade nicht gut versteht, kann man konstruktiv miteinander arbeiten”.

Ich verschicke ein Paket nach Australien und komme mir dabei provinziell vor - warum eigentlich? Mit 1,69 Euro bereite ich allen Kollegen stundenlang Freude. Mir wird gesagt, dass Zeit mit mir Luxus sei. Im Fahrstuhl begegne ich Anzugträgern, die sich zum Mittag Döner Kebab und Lakritzbärchen holen und diesen Scherz als Mittagessen bezeichnen. Das vorauseilende Kontrolliertwerden von mit dem frisch gezogenen Ticket vor der Brust in die U-Bahn Einsteigenden, was vor allem bei Touristen zu beobachten ist. Wegen Auflagen des Bauamts schließt das Stattbad, temporär. Ein Deospray wird zu meinem Duft der Woche. Vor einem Fünfsterner eine Traube Menschen gesehen, die ich nie wieder sehen werden, was wiederum den Charme von Hotels ausmacht. Meine verrückte Nachbarin setzt sich morgens um 7 ins Café und beschimpft die dortigen Gäste. Mein Zwischenfazit zu 2015 sieht so aus: ein Jahr ohne Musik, Familie, Nachrichten und Stellenangebote.

B732 SunnyHanni: „Kollegen, die nur das Nötigste reden und später sogar vorm Chef Rückendeckung geben. Unbezahlbar”.

F1.081 Daniel Brühl auf die Frage, ob es schwer ist, als Schauspieler treu zu bleiben: „Das fällt einem tatsächlich nicht schwer, wenn man selbst glücklich in seiner Beziehung ist”.

Die Sätze „Ein sauberer Bruch ist der beste”, „In jedem Langweiler steckt ein Brandstifter”, „Bei der Musik achte man besonders auf die Töne, die ausgelassen werden”.

D492 Daniel Brühl auf die Frage nach seinem „persönlichen Anti-Depri-Rezept”: „Am Ende des Tages sind es sozialen Bindungen. Meine Freunde. Ein Ortswechsel tut mir meistens gut. Barcelona ist eine Stadt, die auf mich eine wahnsinnig beruhigende Kraft ausübt. Aber es dauert manchmal. Ich bewege mich dann in so Loops. Und was nicht viel bringt, was ich eigentlich weiß, aber was mich trotzdem einholt, ist, in der Vergangenheit herumzuwühlen. Oder gefällte Entscheidungen rückgängig machen zu wollen”.

20.05.2015

B730 Kevin Trapp, Fußballspieler: „Größere Fitness bedeutet ja auch mehr Konzentrationsfähigkeit”.

„Klimapatin”.

Nachgeschlagen: coleslaw; handoff; starship; calendar motto; bougie; sex offender; bother!; strobe light; skirmish; crooked; arguably; quarry; drought; crate; self-deprecating; affordable; written warning; hairball; unreel; media room; gluttony; cleaning cloth; lightheaded; cubicle; theme music; shack; crumbum; bird bath; camp; adore; palpitate; fluffed; timetable; way forward; potables; by all means; landslide; suave; opening credits; ailment; dune buggy; personals; naval; pour out; spendthrift; fortune cookie; wang; peyote; general assembly; enlistment; good in the sack; crayon; dang; huckster; thimble; clod; fridge.

F1.079 Maria Mummert, Sängerin: „Wenn ich verliebt bin, dann geht mit Worten nichts - ich habe dann wirklich Probleme zu sprechen. Das ist total bekloppt”.

A426 Krusty, Figur aus „The Simpsons”, 23.02.1997: „The pie gag's only funny when the sap's got dignity”.

George Clooney, Schauspieler, Drehbuchautor, Filmproduzent, Regisseur: „Es ist gut, wenn man sich mit Menschen umgeben kann, die klüger sind als man selbst”.

A427 F1.080 Aus dem Lied „Liebe ist alles” von Rosenstolz, 01.03.2004:
„Hast du nur ein Wort zu sagen
Nur einen Gedanken dann
Lass es Liebe sein
Kannst du mir ein Bild beschreiben
Mit deinen Farben dann
Lass es Liebe sein
[...]
Hast du nur noch einen Tag
Nur eine Nacht dann
Lass es Liebe sein
Hast du nur noch eine Frage,
die ich nie zu fragen wage dann
Lass es Liebe sein”.

19.05.2015

Rafael Behr, Professor an der Hochschule der Polizei in Hamburg: „Das ist eine alte Strategie sowohl der Polizeiführung als auch der Berufsvertretungen, nur das zuzugeben, was unabweislich ermittelt worden ist und sich ansonsten tatsächlich erst mal schützend vor die Kollegen und vor die Polizei zu stellen. Ich glaube, es hat hier einen Zeitenwandel gegeben, den viele noch nicht mitbekommen haben, dass man durch diese Form des vermeintlichen Schutzes mehr kaputt macht als man gut macht [...] Wenn sie eine Straftat eines Kollegen nicht beim ersten Mal sofort anzeigen, hängen sie mit in der Mittäterfalle, weil es dann um Strafvereitelung im Amt geht. Das macht Fehlerkultur in der Polizei so schwer bis unmöglich [...] Die Polizei scheut den Einblick in ihre Vorgänge sehr und zwar zu Unrecht, wie ich finde”.

„Energiewendehals”.

A424 F1.078 Andrea Berg, Sängerin, 27.03.2008: „Als 42-jährige Frau muss man sich anstrengen, damit die Männer einem hinterhergucken”.

Wenn der beste Teil des Auftritts die Publikumsbeschimpfung ist.

A425 D491 Aus dem Lied „Depression” von Morgana Lefay, 01.01.2007:
„Depression
A seed of suspicion
Never feeds on water
But feast on dark scenarios
Bring your senses to the slaughter
You mill and grind the thoughts
With a sickly love
You fall into the well
And you can not see above
Depression
A shadow in my soul
Depression
A shadow in my soul
Depression
A shadow in my soul
Depression
A shadow in my soul
You now depend on the darkness
And you can not see the sky
This is where you live now
This is where you die”.

18.05.2015

Man hat nicht weniger Furcht vorm Abgrund, wenn man zum Abgrund wird.

Aus der Reihe Online-Sprech, Zwiebelninja: „Sagt mal, könnten wir uns vielleicht darauf einigen, Nicht-Twitterer ab sofort Twuggel zu nennen?”

Wenn ausgerechnet auf Werbeplakaten so ungelernte Worte wie „anhänglichem” vorkommen.

Was ist der Einbruch einer Partei gegen die Gründung einer politischen Bewegung?

A423 F1.077 Aus dem Lied „Liebe ist” von Nena, 21.03.2005:
„Du und ich
Das ist ganz sicher
Wie ein schöner tiefer Rausch
Von der ganz besond'ren Sorte
Und wir ham' ein Recht darauf
Uns immer wieder zu begegnen
Immer wieder anzuseh'n
Wenn die grosse weite Welt ruft
Werd' ich sicher mit dir gehn
Liebe will nicht
Liebe kämpft nicht
Liebe wird nicht
Liebe ist
Liebe sucht nicht
Liebe fragt nicht
Liebe ist
So wie du bist”.

17.05.2015

D490 Die entwürdigenden Momente, zum Beispiel im Straßenverkehr, beim Anziehen und dem Sport.

F1.075 Aus dem Berliner Kurier: „Mit dem Finden nach der großen Liebe ist das so eine Sache. Das kann ganz schön in die Hose gehen. Wenn SIE nur über ihren Ex-Freund klagt, sich die Welt mit Sternzeichen erklärt und die Details aus ihren letzten unzähligen Therapie-Sitzungen ausbreitet. Oder wenn SIE ihr Gegenüber abcheckt, als sei er ein eventuell farblich und optisch passendes Accessoire zu ihrer Fendi-Tasche. ER ist natürlich oft auch nicht besser. Wenn ER beispielsweise über seine zig Liebhaberinnen prahlt. Oder die Frau, die einem gerade so liebevoll in die Augen schaut, mit der eigenen Mutter vergleicht. Gerne genommen auch das: der Dame gleich nach 20 Minuten eine romantische Liebeserklärung zu machen, nachdem die vorherigen Minuten daraus bestanden, die unzähligen Partnerinnen aufzuzählen, die IHN - selbstverständlich unbegründet - verlassen haben. Ja, die Dating- und Beziehungsjagd-Welt ist eine für sich”.

„Kartoffelkellerniveau”.

F1.076 Michael Nast, Schriftsteller, Blogger: „Die Frage, was unsere Individualität am treffendsten versinnbildlicht, beschäftigt uns wie keine Generation zuvor. Wir modellieren unser Leben. Wir arbeiten an unserer Karriere, an unserer Figur, und daran, unseren Traumpartner zu finden, als wäre unser Leben ein Katalogentwurf, dem wir gerecht werden wollen. Man entscheidet sich bewusst für Dinge, mit denen man sich einen angemessen Rahmen für sein Leben zusammenstellt, die richtige Fassung gewissermaßen. Jedes Detail wird zum Statement, das unser Ich unterstreichen soll: Mode, Musikrichtungen oder Städte, in die man zieht, Magazine, wie man sich ernährt - und in letzter Konsequenz auch die Menschen, mit denen man sich umgibt. Mit anderen Worten: Wir befinden uns in einem anhaltenden Zustand der Selbstoptimierung. Wir wissen, dass alles noch viel besser werden kann. Bis es perfekt ist. Das Problem mit dem Perfekten ist allerdings, dass man diesen Zustand nie erreicht [...] Wer sich ausschließlich auf sich selbst beschränkt, verpasst eben auch alles andere [...] Wenn das Ego zu viel Raum einnimmt, ist es schwer, andere in sein Leben zu lassen”.

16.05.2015

Zadie Smith, Schriftstellerin: „Für einen Schriftsteller ist das eigene Leben Material; man kann es sich nicht leisten, diesem Leben mit Verachtung zu begegnen”.

Nur dass es gut war, eine bestimmte Erfahrung gemacht zu haben, macht diese zu noch keiner guten.

F1.074 Barbara von Petersdorff, Mediatorin, Rechtsanwältin: „Immer wieder sagen Paare zu mir: „Wenn wir schon früher so miteinander hätten reden können, und ich all das verstanden hätte, dann hätten wir uns nicht trennen müssen”. Oft sind dann aber bereits Fakten geschaffen, einer ist ausgezogen, es gibt neue Partner, viel Unschönes ist vorgefallen, und der Weg zurück ist versperrt”.

Gesucht wird eine Bezeichnung für Übergriffigkeit, ausgelöst durch Unterforderung.

May Andersen, Model, Mannequin: „Wäre Schönheit alles, was ich zu bieten habe, wäre ich ein hässlicher Mensch”.

Nena, Musikerin: „Ich will nicht immer positiv sein. Das habe ich nie behauptet. Meine Grundhaltung gegenüber dem Leben ist: Lebensfreude. Ich freue mich, dass ich hier sein darf und all diese Erfahrungen machen darf. Ich habe nie dagesessen und überlegt, wie stell ich das jetzt an, dass ich möglichst positiv drauf bin. Ich finde das albern. Es gibt tausend Bücher über positives Denken. Und da steht dann drin: Denken Sie eine Stunde am Tag positiv, und dann klappt alles. Aber so ist das Leben nicht. Ich bin der Vielfältigkeit des Lebens genauso ausgeliefert wie wir alle”.

15.05.2015

„Visionsblockade”.

D489 Prof. Dr. Stefan Wilm, Arzt: „Es geht ums Zuhören, und eigentlich müsste es nicht Sprechstunde heißen, sondern noch besser Hörstunde, weil eine ganz wesentliche Fähigkeit bei der Kommunikation das zugewandte Zuhören ist [...] Ich glaube, die aller-, allermeisten Ärzte arbeiten viel und sehr viel und sind fleißig. Es ist sicherlich der Versuch, die Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, vermeintlich effektiv zu nutzen. Nun weiß man aber aus vielen Studien, dass das Miteinander-Sprechen einerseits viel zum Heilungserfolg beiträgt und andererseits viel dazu beiträgt, dass Patient und Arzt zu einer gemeinsamen Haltung, einer gemeinsamen Lösung kommen, die dann auch von beiden – also auch vom Patienten – mitgetragen werden. Und wenn ich nur ein Medikament verordne ohne größere Erklärung, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient es nicht oder jedenfalls nicht anhaltend einnehmen wird, groß. Das ist aber nicht das Ziel des Arztes, dass der Patient sein Medikament nach kurzer Zeit wieder absetzt. Und deswegen gehört das Sprechen und das Miteinander-Sprechen und Zu-einer-gemeinsamen-Lösung-Kommen zwangsläufig dazu”.

Menschen mit völlig vergurktem Gesicht, aber einer Sahnetolle.

„Guerilla-Advertising”.

A422 F1.073 Aus dem Lied „Lovesick” von Friendly Fires, 01.09.2008:
„Don't you know sometimes
These things they don't work out?
Best to walk away
Before your love runs out
Don't you feel sometimes
You don't know who you are
Giving all you got
But you're all just taking off
I'm love..sick
I'm lovesick”.

„Surround-Schuhe”.

14.05.2015

A420 F1.072 Edna Krabappel, Figur aus „The Simpsons”, 06.04.1997: „When you get a little older, you're going to learn that sometimes romances don't turn out exactly the way you'd like them to”.

Dieses unverwechselbare, unüberhörbare Schweigen, welches sich einstellt, wenn keiner der Anwesenden ein Wort des Vortrags versteht.

B729 Peter Stöger, Fußballtrainer: „Wenn man etwas ausgibt, was nicht zu erreichen ist, blockiert das”.

A421 Homer Simpson, Figur aus „The Simpsons”, 22.03.1998: „Good things don't end with „eum”. They end with „mania” or „teria” ”.

13.05.2015

A419 F1.069 Moe Szyslak, Figur aus „The Simpsons”, 01.03.1998: „Women can smell panic”.

Aus der Reihe Facebook-Sprech, aus dem Freitag: „Analog zum Re-Tweet bei Twitter ist der Like die harte Währung auf Facebook, da das Liken unter strenger Observanz der Kollegen steht. Man registriert sehr genau, wer wem seine Referenz erweist. Nur selten liked man die Beiträge des publizistischen Gegners, und wenn man es tut, dann nicht immer, weil einen ein Beitrag überzeugt hat, sondern weil dieser Gegner so wichtig scheint, dass ein Liken möglicherweise zu einem Gegenliken führen könnte. Sogar wahlloses Liken kann eine Option sein: Wenn in einer Diskussion die Stimmung zu kippen droht, weil auf einmal sogar die Freunde sich gegen einen wenden, dann liked man einfach alles weg”.

F1.070 Wilhelm Schmid, Philosoph: „Sex setzt Hormone frei. Von Neurobiologen weiß ich: Das berühmte Serotonin, das vielleicht der Heilige Geist von heute ist, regt das Denken an und lässt uns neue Zusammenhänge sehen. Oxytocin, das Bindungshormon, schlägt durch in Gefühlen wie Geborgenheit. Bei meiner Arbeit erlebe ich das so: Im Manuskript gehen die Thesen noch kunterbunt durcheinander. Aber nach einer erotischen Begegnung ist mir plötzlich klar, was ich sagen will. Ich empfange eine Inspiration [...] Es gibt natürlich auch die seelische und die geistige Ebene der Liebe. Wir suchen nach Beziehungen, von denen wir im Denken und Fühlen berührt werden. Liebe setzt schöpferische Kräfte frei. Wenn der Körper dominiert, erholt sich der Kopf [...] Liebe ist nicht begrenzt auf die Erfahrung von zweien, die Zärtlichkeit füreinander empfinden. Sie durchzieht das gesamte menschliche Sein. Was immer mit Liebe geschieht, sei es in Bezug auf Menschen, auf Dinge, auf Ideen oder auch auf Gott, macht uns schöpferisch”.

Das Rauschen der wiegenden Baumkronen - die Ouvertüre des Sommers.

F1.071 DirtyTalkHannah: „Orgasmen vortäuschen ist einfach. Gute Gespräche hingegen kann man nicht vortäuschen”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Es sind keine neuen Leute in deiner Umgebung”.

Nachgeschlagen: cardboard; snooty; lookie-loo; chore; eye socket; kilogram; naysay; wallow; bomb shelter; dead spot; seethe; hindsight; night shift; cheese-paring; guest of honor; mirage; standoff; gill; whimsical; merciless; chimney; obnoxious; mortarboard; day job; blast out; upstage; snobbish; practical joker; jumble; litter; recurrent; correction fluid; sneeze; insertion; confectionery; fruitcake; badlands; surly; baptized; hellhole; twine; newlywed; pointy; squish; jellyfish; reading material; thoughtful; attention span; outwit; salesmanship; barn; play favorites; booth; copulate.

Philipp Lahm, Fußballspieler: „Für Sportler gilt: Man will nicht, dass jemand anderes oben auf dem Podium steht. Man will selbst da oben stehen. Man ist ehrgeizig, sonst würde man es auch nicht so weit schaffen. Man will selbst da oben stehen”.

12.05.2015

D488 Jana Seelig, Bloggerin: „Depressionen ziehen sich durch alle Schichten, es kann auch Menschen mit Erfolg treffen. Viele fragen: „Wie kann es sein, dass ein Mensch, der alles hat, was er will, trotzdem depressiv ist?” Es ist eine Krankheit. Es ist ein Gefühl der Gefühllosigkeit. Es ist ein permanenter Kampf mit sich selbst. Aber bei jedem ist es anders”.

„Souveränitätstraining”.

A419 F1.067 Lisa Simpson, Figur aus „The Simpsons”, 15.12.1996: „A kiss doesn't mean anything if it's dishonest”.

woisz, Version 0.10.2.

F1.068 sugarbellybee: „Ich mag es, wenn Männer über ihre Gefühle sprechen, anstatt so zu tun, als hätten sie keine”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „#FCBFCB Gesponsert von Heineken”.

B728 Cordula Stratmann, Komikerin, Moderatorin, Schriftstellerin: „Den Begriff des Karrierevaters habe ich übrigens noch nie gehört [...] Ein Mensch, der heute nicht dauernd sagt, wie viel Stress er hat, steht ja direkt im Verdacht, faul zu sein [...] Kann man ein ganzer gelassener Mensch sein? Gelassenheit ist ja kein Dauerzustand. Früher habe ich gedacht, man müsse sich ein ziel setzen, und wenn man dieses ziel dann erreicht hat - dann ist man ein gelassener Mensch. Heute weiß ich: Die Gelassenheit hält zehn Minuten an oder auch schon mal zwei tolle Tage, dann bröselt sie wieder weg und eine Phase der Erregbarkeit beginnt. Auf Plus folgt Minus. Eine Batterie braucht beide Pole, sonst produziert sie keine Energie”.

11.05.2015

F1.066 Jacinta Nandi, Schriftstellerin: „Berlin ist einfach die Stadt der Singles. Meine englischen Verwandten sind alle verlobt oder leben mit jemandem zusammen. Aber obwohl ich für sie ein romantischer Witz bin: Wir sind in Berlin glücklicher mit unserem abgefuckten, einsamen Leben. Es ist nämlich eines nicht: langweilig”.

„Behelfsohren”.

Menschen, die den Kreditrahmen eines Kontos mit dem Wert des Kontoinhabers verwechseln.

A418 Ned Flanders, Figur aus „The Simpsons”, 23.11.1997: „Science is like a blabbermouth who ruins a movie by telling you how it ends. Well, i say there are some things we don't wanna know. Important things”.

10.05.2015

B725 Reed Hastings, Manager: „Ich glaube, dass Urlaub für die Kreativität wichtig ist. Wir kennen das doch alle: Die besten Ideen kommen, wenn man ganz woanders ist, Neues sieht und erlebt. Ich selbst fahre jedes Jahr mit meiner Frau mindestens fünf, sechs Wochen weg”.

Die Abwesenheit von Ironie in der deutschen Sorache kann man einem Wort herleiten: Vorfreude.

B726 Gernot Pflüger, Geschäftsführer: „Die meisten Chefs betrachten ihre Mitarbeiter als Feinde, die man ständig anleiten oder kontrollieren muss, das lähmt deren Eigeninitiative und verhindert, dass sich die Leute mit der Firma identifizieren”.

A417 F1.065 Aus dem Lied „The book of love” von Peter Gabriel, 15.10.2004:
„The book of love has music in it,
In fact that's where music comes from.
Some of it is just transcendental,
Some of it is just really dumb.
But I,
I love it when you sing to me.
And you,
You can sing me anything”.

B727 Manfred Dahm, Berater: „In anderen Ländern herrscht eine andere Grundfreundlichkeit im Umgang miteinander, das fängt schon bei der Begrüßung an, generell steht der Beziehungsaspekt in den meisten Ländern in der Arbeitswelt mehr im Vordergrund, weniger das Ergebnis, wie in Deutschland [...] Wir haben den Mitarbeitenden und den mittleren Führungskräften den Mut abtrainiert, sich für bessere Lösungen starkzumachen und auch vor ihren Vorgesetzten oder Kunden dafür einzustehen [...] Ich gehe davon aus, dass Menschen von sich aus ihr Bestes geben wollen und auch gern im Sinne des Unternehmens handeln, wenn sie von ihrem Arbeitgeber umgekehrt auch als ganzer Mensch entsprechend respektiert und nicht nur als Nummer gesehen werden”.

09.05.2015

Gesucht wird ein Synonym für „Nur-Online-Schriftsteller”.

Was gern vergessen wird: beim Achterbahnfahren steigt man aus, wo man eingestiegen ist.

D487 Der inflationäre Gebrauch von „Depression”.

F1.063 Malte Welding: „Es ist allgemein bekannt, dass Verliebte sich im Zustand eines leichten Wahnsinns befinden; treffen also zwei von dieser Gattung aufeinander, werden mehr Fehler gemacht als bei einem Kreuzworträtselturnier des Vereins Deutscher Dyslexiker. Wie sollte man angesichts einer solchen Lage Angst haben, sich zum Affen zu machen? Vor wem?”.

Mit der Nacht wächst das Licht in meinem Herzen.

F1.064 Aus der Süddeutschen Zeitung: „Laut einer Befragung der Sexualforscher Gunter Schmidt aus Hamburg und Kurt Starke aus Leipzig haben die heute 30-jährigen im Durchschnitt bereits 3,6 Partnerschaften hinter sich, die 60-jährigen nur 2,7”.

08.05.2015

Gefühlt sind die Menschen in Berlin innerhalb der letzten 20 Jahre um 1/3 größer und/oder breiter geworden.

Nachgeschlagen: embedded; preserve; day-care; woodchip; supply curve; designated; lamppost; wildcat; lukewarm; neck roll; bonfire; drunk tank; capsize; pant; monastery; sideline; yukky; stooge; bargain counter; obliterate; scumbag; power grid; quicksand; afflict, thrice; collection agency; thwart; repeal; tubby; axle; yahoo; catbird; newsreel; pitiful; down pipe; metabolism; chow; dense; gaffer; wedge; alkali; thaw; glaze coat; crimper; taste bud; heretic; booze; pastrami; walk-in; friction; interfaith; nonstick; checkmate; zester; chipmunk; trough; conjunction; hammock.

D486 Der Dauertrauerfall, ohne, dass jemand gestorben ist.

Aus der Reihe Online-Sprech: „#Cameron Gerade erst begonnen zu trenden”.

Michael Mittermeier, Komiker, Autor: „Wenn man lacht, befreit man sich auch ein bisschen”.

Die Summe der wichtigen Dinge, von denen man nichts wissen will, heißt Konfession.

07.05.2015

Aus der Reihe Online-Sprech, Dirk Franke, Administrator: „Ich glaube nicht, dass Leute, die online trollen, offline total liebe, nette Menschen sind, die keinerlei schlechte Gedanken haben. Es sind dieselben Leute, denen es online nur einfacher gemacht wird”.

B723 D484 Fallenspringer: „ „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf”
„Da habe ich mich wegen #Depression behandeln lassen”
„Wir lassen das besser!”
Keine Pointe”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Aufgrund der enormen Beliebtheit von Emojis und um zur besseren Visibility sowie zu einer höheren Click Through Rate beizutragen, hat Reisesuchmaschine Expedia nun als einer der ersten Anbieter Emojis in die Title Tags auf den mobilen SERPs eingebunden”.

D485 MrsElrose: „Kaum ist der Magen voll, bin ich glücklich. Vielleicht ist das gar keine Depression”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „YouTuber sind halt ein Tool fürs Marketing, auch wenn sie gerne Persönlichkeiten wären”.

A416 F1.062 B724 Sheryl Sandberg, Managerin: „Ich glaube wirklich, dass die einzige wichtige Karriere-Entscheidung, die eine Frau macht, diejenige ist, ob sie einen Lebenspartner haben wird und wer dieser Partner ist”.

Aus der Reihe Online-Sprech: „Ein Shitstorm von Foodbloggern heißt Dishstorm”.

06.05.2015

B722 Karsten Mühlenfeld, Manager: „Ich schlafe immer gut. Das hilft, einen klaren Kopf zu behalten”.

Die Fußball-Saison ist beendet.

Nachgeschlagen: Moster; Bobby Murdoch; Collingridge-Dilemma; Balbina; Désirée Nosbusch; Damien Rice; Elhaida Dani; Leonard Nimoy; Ludwig Fels; Christina Hendricks; Runner’s High; Doug McClure; Dirk Ippen; Günter Lamprecht; Ernst Bornemann; Jennifer Love Hewitt; Daniel Goldhagen; Hiatus; Donald E. Westlake; Tobias Moretti; Dieter Wellershoff; Baklava; Erik Spiekermann; Knafeh; Linda Cardellini; Stefanie Heinzmann; Garry Monk; Judith Hildebrandt; Mauricio Pochettino; Armin Krings; Poitou-Esel; Corioliskraft; Pelerine; Jim Craig; Sprotte; Ted Koppel; Wolfgang Kartte; Billy McNeill; Adrián López; Étoile d’Or; Bruno Pezzey; WebM; Hugo Lloris; Rico Strieder; Lardo; Dídac Vilà; Séparée; Sebastian Giovinco; À la carte; Wolfgang Mischnick; Sigmar Polke; Thomas Reichenberger; Steve Guttenberg; Shiva N’Zigou.

A415 F1.061 Homer Simpson, Figur aus „The Simpsons”, 01.12.1996: „Marge and i have one thing that can never be broken: a strong marriage built on a solid foundation of routine”.

D483 bicyclist: „Je mehr man sich mit seiner Depression befasst um so mehr erkennt man, dass es andauernder Arbeit an sich selbst bedarf”.

05.05.2015

Zoff - die billigste Form der Unterhaltung.

D482 Michael Elpers, Kinderpsychiater: „Die Art der psychischen Erkrankungen und ihre Verteilung sind zwischen Stadt und Land gar nicht so unterschiedlich. Allerdings sieht man in der Stadt viele Krankheitsbilder auf engem Raum [...] Zunehmender Stress und Mobbing in der Schule wie Ausgrenzung überhaupt sind immer ein großer Risikofaktor für psychische Störungen [...] Und dann gibt's den großen Bereich der psychischen Erkrankungen der Eltern. Da werden Probleme der Eltern auf die Kinder übertragen. Oft fühlen sich Kinder verantwortlich für ihre Eltern, so dass sich Eltern-Kind-Rollen teilweise umdrehen und Kinder Verantwortung für die Eltern übernehmen müssen. Stichwort Alkoholismus, der vielfach verdeckt verläuft. Das alles wirkt sich auf die psychische Gesundheit der Kinder aus, bricht sich aber als Symptom oft erst in der Schule bahn. Auch um Chronifizierungen zu verhindern, ist schnelles Handeln wichtig”.

Dieser Moment, ab dem die Verbissenheit überhandnimmt und der Sport darunter leidet.

F1.060 Aus der Berliner Zeitung: „Schlägt das Gegenüber die Beine schon zu Beginn einer Begegnung übereinander, ist das ein schlechtes Zeichen. Beinverschränker haben in der Regel schnell beschlossen, dass sie an einem Flirt nicht interessiert sind und ihre Meinung auch im Verlauf der nächsten Minuten nicht ändern werden. Daneben ist häufiges Achselzucken ein recht eindeutiges Signal der Ablehnung - besonders bei Frauen. Nicken: Männer und Frauen, die auch nach vier Minuten noch Interesse an einem Flirt haben, verhalten sich überwiegend affirmativ, das heißt sie sind häufig der Meinung des Gegenübers, stimmen zu, nicken, sagen häufig „Ja” oder „Finde ich auch”. Außerdem benutzen sie jetzt unbewusst Gesten, die dem Anderen die offene Handfläche zeigen, Verhaltensforscher nennen das „Palming” - ein Zeichen der Zuwendung und des Vertrauens. Blicke: Läuft der Flirt gut, verstärken Männer die Intensität ihrer Blicke, während Frauen eher bereit sind, persönliche Details preiszugeben. Schlechtes Zeichen für den Mann zu diesem Zeitpunkt: Die Frau stellt keine Fragen. Tonlage: Männer, die von einer Frau angetan sind, haben nun eine tiefere Stimme als zu Beginn des Gesprächs. Flirtende Frauen werden häufig übertrieben fröhlich. Männer, die kein Interesse haben, verschränken die Arme”.

Aufgeregt und aufregend verhalten sich fast synonym.

A414 Gemeinsame Geschäftsordnung für die Berliner Verwaltung, Allgemeiner Teil (GGO I), §§ 43 Sprache, Stil und Form, 18.10.2011: „(1) Die Schriftsätze sollen knapp, klar und vollständig sein. Auf eine leicht verständliche Darstellung in gutem Stil und höflicher Form ist Wert zu legen. Es sind einfache Sätze zu bilden und geläufige Wörter zu verwenden. Unentbehrliche Fachausdrücke sind zu erläutern, wenn dies zum Verständnis erforderlich ist. Zu vermeiden sind insbesondere überflüssige Zusätze und Wiederholungen, ein steifer Satzbau mit vielen Hauptwörtern sowie entbehrliche Modewörter”.

Dass frisches Obst günstiger ist als Dosenfrüchte.

04.05.2015

Menschen, die mit über 60 Jahren ihren Durchbruch feiern.

D481 gedankenknipser: „Depression: Wenn dein Verstand und Herz sich nicht mehr lieben aber trotzdem am selben Tisch zu Abend essen”.

Politik oder das Missverständnis, alle Verschiedenheiten aufs Politische reduzieren zu können.

F1.059 Ursula Karven, Schauspielerin: „Ich genieße den Zustand, verlobt zu sein, ein Versprechen gegeben zu haben, sich aber weiter anstrengen zu müssen und an der Beziehung zu arbeiten. Das hält die Beziehung spannend [...] Es macht keinen Sinn, krampfhaft an einer Beziehung festzuhalten, wenn sie in der Sackgasse steckt. Ich glaube, dass man durch Loslassen mehr erreicht als durch Festhalten - auch in der Liebe”.

„Entherrschen”.

Familienfotoalben, die insgeheim nur aus gemeinsamen Fernsehabenden bestehen.

A413 B721 Hank Scorpio, Figur aus „The Simpsons”, 03.11.1996: „The key to motivation is trust”.

Aus der Reihe Online-Sprech, aus dem Lied „Don't @ Me” von JME:
„Fam, don't @ me
If you're gonna chat shit, don't @ me
Fall back a likkle bit, don't @ me
I am not having it, don't @ me
You will get blocked quick, don't @ me
With your default pic, don't @ me
Delete all that shit, don't @ me
I have to tell these pricks don't @ me”.

03.05.2015

„Mango-Nuss-Salat”.

D480 amnanra: „Die Bedeutung von „ich bin müde” kennt nicht jeder”.

Ein verkaufsoffener Sonntag führt in Berlin zu mehr Aufruhr als ein Wahlsonntag.

F1.056 Julia Bähr, Journalistin, Schriftstellerin: „Der Mensch ist nicht gern alleine. Wir suchen alle jemanden, mit dem wir unser Leben teilen können”.

Die Austauschbarkeit der Feuilletons, über Jahrzehnte hinweg.

F1.057 Eine Germanistik-Studentin: „Die männlichen Helden im Liebesroman sind völlig überzeichnet in ihren Eigenschaf